Reisebericht: Rundreise Sizilien und die Liparischen Inseln

15.09. – 24.09.2020, 8 oder 10 Tage Rundreise Taormina - Ätna - Syrakus - Villa Romana - Agrigent - Selinunte - Palermo - Madonie-Gebirge - Cefalù - Liparische Inseln - Nebrodi-Gebirge - Alcantara-Tal - Giardini Naxos

Wir erkunden gemeinsam eine unglaublich interessante Region, trotzen allen Corona-Einschränkungen mit Maske, Disziplin, Zuversicht und Vertrauen, erleben atemberaubende Aussichten, Geschichte zum Anfassen und leckerstes Essen- Sizilien 2020

Dienstag, der 15. September 2020


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Schon früh am Morgen treffen wir uns auf den Flughäfen des Landes: Berlin, Dresden, Frankfurt. Für die meisten geht es dann via Stuttgart nach Catania. Manche sind auch schon einige Tage eher angereist und quasi bereits im Urlaubsmodus. Das können wir auch bald sein. Unser Flug und auch die Kofferausgabe verlaufen unkompliziert und reibungslos. Renate, unsere örtliche Reiseleiterin, begrüßt uns am Flughafen Catania und Rosario, unser Busfahrer, bringt uns sicher nach

Letojanni zu unserem Hotel Antares.


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Alle bekommen ihre Zimmerschlüssel, die Koffer werden vom Bus zum Hoteleingang gebracht und dann heißt es: Zimmer finden. Unglaublich, wie riesig und verschachtelt ein Hotel sein kann. Also mit dem Schrägaufzug bis Station 2, dann zum nächsten Fahrstuhl- ein oder zwei Etagen? ...Die Zeit bis zum Abendessen nutzen wir für Orientierungsfahrten und - gänge und wer mochte auch bis zum Ort hinunter und zum Strand. Eine kleine Begrüßungsrunde und Infos zu den fakultativen Ausflügen am Ende unserer Reise und dann geht es ans Buffett. Hinter den Glaswänden stellt man uns unsere Teller nach unseren Wünschen zusammen und dann dürfen wir probieren und schlemmen. Highlight natürlich das Dessert- Buffett. So klingt ein langer Tag aus und wir verabschieden uns- bis morgen.

Mittwoch, der 16. September 2020


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Entwarnung am Morgen: alle haben ihre Zimmer wiedergefunden und auch den Weg zum Restaurant zum Frühstück ;-)aber etwas abenteuerlich war es schon. Abenteuerlich geht es auch weiter: Wir brechen zeitig auf und starten zum

Ätna.


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Unterwegs erzählt uns Renate vom Leben am und mit dem Vulkan. Angst- nein, Respekt-ja. Kein Sizilianer, so sagt sie, würde wegen des Ätna seine Heimatinsel verlassen. Wenn, dann würden wirtschaftliche Gründe der Auslöser sein, aber niemals der Ätna. Die erkaltete Lava wandelt den Boden hier nach Jahren in fruchtbaren, ertragreichen Boden um und so gedeihen Zitronen, Orangen, Nüsse und Esskastanien. Berühmt ist der Honig von den Zitronen- und Orangenblüten, in Zafferana wird dazu eigens einmal im Jahr ein Fest gefeiert. An der Talstation angekommen lösen wir unsere Tickets und mit der Seilbahn geht es hinauf auf 2200 Meter Höhe. Ein toller Blick auf die Silvestri-Krater von hier oben! Links und rechts sehen wir die Ski-Lifte, die im Winter hier gern genutzt werden. Schnee bleibt bis in den April liegen, so erzählt Renate und da ist der Ätna dann beliebtes Skigebiet. Allerdings ist die Auffahrt ziemlich beschwerlich: seit der Naturschutzpark Ätna eingerichtet wurde wird auch nicht mehr gestreut- da braucht es dann doch schon Ketten an den Rädern. Noch aber liegt kein Schnee- wie nah dran wir sind, sollten wir noch erleben. Mit den Unimogs geht es nämlich noch weiter nach oben- bis auf 3000 Meter! Francesco ist unser Guide. Er führt uns zu den

Kratern des Ausbruchs von 2002.


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Es pfeift ganz ordentlich und mit gerade mal 6°C bewegen wir uns deutlich Richtung Frost. Das hält uns natürlich nicht davon ab, diese Krater zu erkunden. Ganz nah heran dürfen wir und können bis in die Tiefe schauen...was für ein Gefühl! Auch den zweiten Krater des Ausbruchs können wir ganz nah erleben, rot gefärbt vom Eisen oder gelb vom Schwefel- ein tolles Bild. Dazu der Ausblick Richtung Catania oder Bucht von Messina- umwerfend. Wir umrunden die Krater weiter und da macht sich nun auch die Höhe bemerkbar. Scheinbar leichte Anstiege erfodern doch ordentlich Puste. Zumal es an der Ostseite richtig stürmt und eisekalt ist. Da erscheint es wie ein Wunder, dass in nur wenigen Zentimetern Tiefe die Erde warm und angenehm ist. Der Hauptkrater des Ätna zeigt uns derweil, wie aktiv er ist: er schickt Wasserdampf-Wolken in den Himmel und an seinen Flanken sieht man weitere kleine Risse, aus denen Wasserdampf quillt. Alle sind froh, dieses Abenteuer miterlebt zu haben. Voller Respekt für den Berg und mit einem tollen Gefühl fahren wir mit den Unimogs wieder zur Seilbahnstation zurück. Hier ist noch etwas Zeit und dann geht es retour zur Talstation. Die Seilbahn bringt uns hinunter und hier wartet Rosario schon mit dem Bus auf uns. Bevor es aber losgeht gibt es noch eine kleine Überraschung: Ätna-Limoncello zum probieren. Wo, wenn nicht hier, sollten wir den probieren?  Immerhin sollen am Ätna die leckersten Zitronen wachsen. Dann geht es zu unserer Mittagspause nach

Giardini Naxos.


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Naxos war die erste griechische Siedlung auf Sizilien, schon mehr als 700 Jahre vor Christus gründeten sie hier diesen Ort. Es nieselte vor sich hin und so entschieden wir uns für Tische im Inneren. Spezialität des Hauses waren die gegrillten Schwertfischröllchen und hausgemachte Pasta, die mußten wir natürlich probieren. Wer den Regen nicht scheute genoss noch ein wenig das Wellenspiel, wir waren direkt am Hafen und die Wellen schlugen gegen die Felsen. Meditation pur. Doch schon hieß es Aufbruch: unser neues Ziel ist

Taormina.


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Es soll die schönste Stadt Siziliens sein. Anmutig schmiegt sie sich an den Felsen und Rosario bringt uns mit dem Bus die Küstenstraße entlang hinauf. Am Busbahnhof steigen wir aus und spazieren gemeinsam zur Porta Messina. Hier beginnt der Corso Umberto- die Flaniermeile schlechthin bis zur Porta Catania. Wir biegen aber erst einmal zum griechisch-römischen Theater ab. Nach dem Covid-Prozedere mit Temperatur messen und Maske-tragen gingen wir mit Renate hinauf zu den Zuschauerrängen. Hier konnten wir die Ausmaße erst richtig erkennen. Trotzdem wurde es nicht künstlich vergrößert, vielmehr wurden die natürlichen Gegebenheiten ausgenutzt. Und so thront es hoch oben über der Stadt und gibt wundervolle Ausblicke auf die Buchten und bis nach Kalabrien frei- wenn es nicht gerade regnet (wie bei uns). So können wir den berühmten Blick auf den Ätna auch nur erahnen. So steigen wir wieder hinunter und werfen noch einen Blick auf die Filme, die anschaulich die Geschichte des Theaters wiedergeben. Nun ist Zeit, die Stadt individuell zu erkunden, zu bummeln, einen Caffee zu trinken oder das eine oder andere Souvenir zu erstehen. Viel zu schnell ist unsere Zeit hier vorbei und wir treffen uns am Bus wieder. Rosario bringt uns zu unserem Hotel und wir probieren gleich die Fahrstühle nach oben, die wir morgen früh auch nutzen wollen. So ein Schräg-Fahrstuhl ist schon etwas ganz besonderes. Und einen Hotelkomplex über mehrere Ebenen und Etagen haben wir bisher auch noch nicht gesehen. Wohlbehalten kommen alle in ihren Zimmern an und ein gemeinsames Abendessen beschließt den Tag für heute.

Donnerstag, der 17. September 2020


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Zeitig geht es heute morgen los. Entsprechend ruhig ist es noch im Hotel. Wie sind (wieder) die ersten am Frühstücks-Buffett und wir können danach ungestört die Fahrstühle nach unten nehmen. Hier wartet Rosario mit dem Bus auf uns und auch der Kofferservice funktioniert reibungslos. Unsere Rundreise kann weitergehen. Sie führt uns heute ins Landesinnere nach

Piazza Armerina.


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Hier wurden 1926 bei Bauarbeiten Mosaiken gefunden, die alles bisherige übertrafen. Nach und nach wurde eine römische Villa freigelegt, die nach einem Erdrutsch begraben worden war. Die Mosaiken wurden dadurch quasi konserviert- was für ein Glück für uns heute. Mehr als 3000 qm Fussbodenmosaik kann man jetzt bewundern. Die UNESCO hat die

Villa Romana


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in ihr Weltkulturerbe aufgenommen und so werden große Anstrengungen unternommen, die Mosaiken zu schützen. Auf eigens konstruierten Plattformen können wir die Mosaiken in den einzelnen Räumen und Hallen anschauen. Renate erläutert uns die einzelnen Szenen, Besonderheiten wie den Einsatz von Porphyrsteinchen, die wunderbar dunkelrot leuchten. Jedes Zimmer hat seine eigene Charakteristik, da sind die Gästezimmer mit Ornamenten, ein anderes mit der sogenannten "Kleinen Jagd"- Darstellungen von Jagdszenen auf Tiere, die es einmal auf Sizilien gab wie Wölfe oder Wildschweine. Und dann ist da die "Große Jagd"- mehr als 70 Meter Mosaike zeigen das Fangen und Verladen wilder Tiere Afrikas. Absolut beeindruckend. Und so viel mehr gibt es zu entdecken: die berühmten Bikini-Mädchen in ihrem Fünfkampf oder die Kinderzimmer mit den detailreichen Mosaiken- deutlich zu sehen, dass Mathe auch früher schon keinen Spass gemacht hat. Oder die Darstellung des Polyphem, der von Odysseus überlistet wird, die Herrenzimmer...Ein Rundgang draußen schließt unseren Besuch ab, ein Erdbeerbaum wird bestaunt und dann gehen wir durch die Souvenirstände zurück zum Bus. Er bringt uns in die Stadt und Rosario fährt auch durch die engsten Gassen souverän durch. Bei "da Toto" genießen wir ein leckeres Mittagessen bevor es zum nächsten Highlight geht: dem

Tal der Tempel in Agrigent.


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Wir genießen die vorbeiziehende Landschaft. Getreidefelder haben nun die Zitrusplantagen abgelöst. Wir lernen ein neues Gesicht Siziliens kennen. Dann können wir schon von weitem hoch oben die Tempel sehen. Sie schauen aufs Meer und scheinen zu sagen- wage nicht, in feindlicher Absicht zu kommen- sieh, wozu unsere Erbauer fähig sind! Rosario fährt uns hinauf, durch eine Allee aus Pinienbäumen und dann können wir bereits den

Tempel der Hera


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ausmachen. Bevor wir diesen aber besichtigen können heißt es: Sicherheitskontrolle wie am Flughafen. Die passieren wir problemlos, lösen unsere Tickets und dann kann es losgehen. Auf unserem Spaziergang zum Tempel werden wir von Hera standesgemäß begrüßt: mit einem deutlichen Grollen grüßt ein vorbeiziehendes Gewitter. Wir müssen schmunzeln und einige hegen den Verdacht, dass Zeus wohl wieder einmal untreu geworden war. Renate erzählt uns zur Geschichte und Architektur des Tempels bevor sie uns den ältesten Olivenbaum Siziliens zeigt. Manche sagen, er sei mehr als 2000 Jahre alt, andere wieder, es seien nicht mehr als 900- was solls, es ist ein Prachtexemplar. Dann spazieren wir weiter, eigentlich ist es ja kein Tal sondern eine Hochebene, die wir hinablaufen. An der ehemaligen Stadtmauer geht es ein Stück entlang, diese wurde aus dem vorhandenen Felsen gehauen und ergänzt. Später wurde sie als Bestattungsplatz genutzt, Höhlen erinnern daran. Der nächste, der

Concordia-Tempel,


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ist der am besten erhaltene in ganz Sizilien. Im 6. Jahrhundert wurde er in eine Kirche umgewandelt und teilweise zugemauert, erst im 18. Jahrhundert wurde er in seinen ursprünglichen Zustand zurück versetzt und war dadurch quasi konserviert. Vor dem Tempel liegt eine riesige Bronze-Figur: Ikarus mit zerstörten Flügeln. Ein polnischer Bildhauer hat ihn erschaffen und schließlich dem Tal der Tempel geschenkt. Ein überaus beliebtes Fotomotiv! Im angrenzenden Olivenhain begegnen wir ungewöhnlichen Ziegen. Mit ihren gedrehten Hörnern sind sie eine eigenständige Rasse, so erklärt es uns Renate. Dann sehen wir tiefen Fuhrrinnen im Fels- hier haben sich im Laufe der Zeit die Wagenräder eingegraben, die die Wagen mit den Steinen transportierten. So tiefe Furchen- wieviele Tonnen müssen da wohl von den Stieren gezogen worden sein? Wir schauen uns den Herakles-Tempel an und auch den Tempel des Zeus, ein riesiger Telamon liegt davor (als Kopie, das Original ist im Museum), diese Figuren trugen das Dachgebälk und waren fast 8 Meter groß. Es soll der größte aller Tempel hier gewesen sein. Dann aber beenden wir unseren Besuch hier. Es ist schon später Nachmittag und wir müssen noch eine ordentliche Strecke zu unserem Agriturismo fahren, in dem wir die nächsten beiden Nächte verbringen werden. Es geht am Meer entlang und mit der untergehenden Sonne erreichen wir das

Case di Latomie.


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Michele begrüßt uns feundlich, wir bekommen unsere Zimmerschlüssel und treffen uns dann zum Abendessen wieder. Hier können wir als erstes das preisgekrönte Olivenöl des Agriturismo probieren, dem folgen leckere Antipasti, Pasta und schließlich Schwertfisch mit Salat. Ein toller Abschluss eines tollen Tages.

Freitag, der 18. September 2020


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Unser Tag beginnt mit einem leckeren Frühstück. Für sizilianische Verhältnisse ausgesprochen üppig. Renate hatte uns erzählt, dass sie eigentlich nur eine Brioche essen und eventuell eine Granita dazu (im Sommer)- das hätte wohl den meisten von uns nicht wirklich gereicht ;-) Gestärkt folgen wir dann dem Hausherren auf einen kleinen Rundgang. Ein ehemaliger Steinbruch (=Latomie) war es hier, er verleiht den Oliven einzigartigen Geschmack. Heute lädt ein Pool zum Entspannen und Genießen ein und ein uralter Olivenbaum - 1200 Jahre alt!- schaut zu. Was der wohl alles schon gesehen hat? Daneben ein Bananenbaum- mit Früchten und Blüten. Umwerfend schön. Dann machen wir uns auf den Weg, Selinunte liegt quasi gleich um die Ecke und wir sind kaum mehr als 20 Minuten unterwegs. Hier besuchen wir den

Archäologischen Park Selinunte.


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Nach dem obligatorischen Prozedere mit Maske, Fieber messen und eigens ausgewiesenen Wegen können wir dann zum Tempel E starten. Da niemand eindeutig sagen kann, wem die Tempel zuzuschreiben waren, haben sie eben Buchstaben bekommen. Die Tempelanlagen hier wurden einst von Erdbeben und Tsunami verwüstet, ein Wiederaufbau undenkbar. Nur der Tempel E kippte so zur Seite um, dass er quasi wieder aufgerichtet wurde. So können wir ihn heute besichtigen, auch die Heiligtümer im Inneren sind noch nachvollziehbar. Besonders angetan hat es uns aber die tolle Aussicht zur Akropolis und zum Meer. Was für ein Blick! Schön, dass wir den Tempel betreten und so den tollen Ausblick genießen konnten. Unser Spaziergang führt uns zu Überresten weiterer Tempel- F und G. Man vermutet, dass Tempel G Zeus geweiht gewesen sei, er soll mehr als 100 Meter lang gewesen sein und wurde vermutlich nie fertiggestellt. Riesige Kapitelle und Säulen liegen heute verstreut als hätte ein Riese mit seinem Bauklötzen gewürfelt. Wir umrunden das Areal und genießen die Sonne, strahlendblauen Himmel, die einzigartige Atmosphäre und das Meer. Dann heißt es weiterfahren. Jenseits der Autobahnen fährt uns Rosario nach Marsala zu den Salinen hier. Unterwegs bekommen wir so einen guten Eindruck vom tatsächlichen Leben hier. Wir passieren den Hafen von Marsala und sind schon an den Salzgewinnungsbecken angekommen. Ein Fotostopp darf natürlich nicht fehlen, dann geht es zu unserem nächsten Ziel:

die Salinen von Paceco.


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Hier haben wir auch unsere Mittagspause und wieder genießen wir landestypische Antipasti, Pasta und Fisch. Dazu ein Glas Wein- so läßt es sich leben. Wer wollte versorgte sich noch mit einem groben oder feinen Salz von hier und dann ging unsere Fahrt auch schon weiter. Unterwegs sehen wir Flamingos in den Salzbecken stehen - was für ein Glück. Dann geht es in die Höhe- genauer auf 760 Meter hinauf auf den Monte Giuliano. Hier oben thront

Erice.


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Souverän fährt Rosario die Serpentinen hinauf und Renate erzählt uns zur Geschichte der Stadt. Ein Großteil der Einwohner wohnt heute am Fusse des Berges, hier entstand Valderice. Nur wenige Hundert wohnen noch ständig oben in Erice. Wir betreten die Stadt durch das Stadttor, die Porta Trapani, und fühlen uns tatsächlich ins Mittelalter versetzt, sehen schmale Gassen, das Starßenpflaster ist in Ornamenten gelegt, und natürlich steht die Hauptkirche gleich am Ortseingang. Wir statten der Kirche der Mutter Gottes natürlich einen Besuch ab. Sie ist die einzig gotische Kirche von einstmals bis zu 60 Kirchen im Ort. Besonders besticht die weiße Decke mit manuelinischen Elementen. Unser Spaziergang führt uns durch die Gassen zur wohl berühmtesten Pasticceria der Stadt- zu Maria Grammatico und ihrem köstlichen Mandelgebäck. Das konnte, wer wollte, probieren bevor es weiterging hinauf zur Burg. Hier befand sich vorher der Venustempel, der Liebesgöttin huldigte man früher auch in Form der Tempelprostitution. Wir jedenfalls genießen den Ausblick von hier oben und als kleine Überraschung einen Marsala- ein Wein aus der Region. Ein echtes WOW von Eberhardt Travel eben. Individuell erkundeten wir nun die Stadt bevor es zurück ging zum Bus. Wieder genossen wir bei der Rückfahrt die spektakulären Aussichten über die Bucht bis zum Monte Cofano. Angekommen in unserem Agriturismo bei Castelvetrano blieb noch etwas Zeit bevor wir uns unser Abendessen schmecken ließen. Neben lecker Vorspeisen und Pasta konnten wir heute Involtinis probieren, gefüllte Rindfleischröllchen.

Samstag, der 19. September 2020


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Heute heißt es Abschied nehmen von unserem Agriturismo. Viele würden gern noch bleiben, aber es ist ja eine Rundreise und wir wollen noch viel mehr kennenlernen. Dazu gehört heute mit Palermo die Hauptstadt Siziliens. Renate erzählt unterwegs auch von der sogenannten "Familie", der Mafia. Sie wird dort stark, wo z.B. die Jugendarbeitslosigkeit hoch ist und junge Leute einem schnell verdienten Geld schwer widerstehen können. Bei einer Quote von bis zu 40 % Jugendarbeitslosigkeit also ein schwieriges Unterfangen. Trotzdem wird gerade in Schulen und der Kirche versucht aufzuklären und mit Angeboten für junge Menschen dagegen zu wirken. Zwei Richter haben mit ihrer konsequenten Strafverfolgung gegen die Mafia dazu beigetragen, dass sich die Haltung zur Mafia änderte. Sie wurden ermordet und diese Morde rüttelten viele auf. Auf unserer Autobahn fahen wir auch an der Stelle vorbei, an der Richter Falcone mit seiner Frau und seinen Leibwächtern ums Leben kam. Hier steht heute ein Mahnmal und oben an der Bergwand prangt groß: No Mafia. Ein Hoffnungszeichen.  Dann haben wir Palermo erreicht und steigen in der Nähe des Normannenpalastes aus. Vor dem Stadttor bewundern wir die Blüten des Kapokbaumes um dann durch die Porta Nuova die Altstadt zu betreten. Da der Normannenpalast auch Sitz der Regierung ist müssen wir durch eine Sicherheitskontrolle bevor wir einen weiteren Höhepunkt unserer Rundreise besichtigen können: die

Cappella Palatina.


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Im Inneren erwarten uns auf dem Boden und an den Wänden arabische Mosaikarbeiten, da sie keine Menschen darstellen sind es wunderschöne Ornamente. Die Wände oben zieren unglaubliche Mosaiken. Sie erzählen Geschichten aus der Bibel, dem alten und neuen Testament und in der Apsis thront Christus als Pantokrator. Nur hier ist auch die originale Decke aus Holz erhalten- ein Stalaktitengewölbe mit Mosaiken aus Seide und Gold. Nirgendwo anders verschmelzen byzantinische, arabische und normannische Kunst derart wie hier. Da nur wenige Besucher hier sind freuen wir uns über den Platz und die Zeit, die wir hier verbringen können. Doch auch unser nächster Programmpunkt ist wieder ein Highlight: die

Kathedrale von Palermo.


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Vor der Kathedrale erklärt uns Renate die verschiedenen Baustile und wie die Kirche immer wieder um- und ausgebaut wurde. Dann wollen wir sie auch von innen besichtigen- das wird jäh gebremst. Für eine anstehende Hochzeit wurden bereits Teile im Inneren abgesperrt, wir können gerade noch einige Altäre an der Westfront anschauen bevor wir uns in den hinteren Teil der Kathedrale zurückziehen müssen. So erfahren wir hier von der Verehrung der heiligen Rosalia, deren Kapelle weithin sichtbar von Silber funkelt, von den Normannengräbern, die hier liegen, immerhin die Stauferkaiser Heinrich IV., Friedrich II. und Constanze, Königin von Sizilien. Denn wie der Normannenpalast stammt auch die Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert. Weiter erkunden wir

Palermo zu Fuss.


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Spazieren über die Via Vittorio Emanuele bis zu den Quattro Canti, dieser besonderen Straßenkreuzung. Alle 4 Ecken wurden barock verziert, zeigen Herrscher und Figuren, die die Jahreszeiten repräsentieren. Wir sehen den sogenannten Schambrunnen, seine unbekleideten Figuren sollen die Nonnen des gegenüberliegenden Klosters verwirrt haben, andere sagen, dass die Stadt wohl andere Probleme hätte, als für viel Geld diesen Brunnen zu kaufen, es wäre eine Schande. So kam der Brunnen vor dem Rathaus zu seinem Namen. Natürlich sehen wir auch die Maturanakirche, im Innern ähnlich reich an Mosaiken wie die Capella Palatina und davor steht ein Prozessionswagen der hl. Rosalia. Weiter geht es, vorbei an tollen Palästen, aber auch arg verfallenen. Auch eine Ausstellung "No Mafia" sehen wir. So erreichen wir schließlich das Teatro Massimo, das drittgrößte Opernhaus Europas. In der Nähe verbringen wir unsere Mittagspause und dann heißt es: Auf Wiedersehen Palermo. Entlang der Küste fahren wir weiter nach

Cefalu.


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Eine wunderschöne kleine Stadt direkt am Meer mit einer imposanten und interessanten Kirche. Eigentlich einem Dom. Über dem Städtchen thront er und auch hier sind wunderbare Mosaiken erhalten geblieben. Sie wurden vor kurzem restauriert und erstrahlen nun wieder in ganzer Pracht. An den Wänden sind noch Überreste der arabischen Bodenmosaike ausgestellt, leider ist nicht mehr sehr viel davon erhalten. Gut, dass wir unseren Eberhardt-Funk haben, so kann uns Renate vieles erklären und auch unsere Fotografen kommen auf ihre Kosten, ohne etwas zu verpassen. Nach dem Besuch des Domes haben alle Freizeit, wer möchte kann hinunter an den Strand spazieren, durch den wunderschönen Ort bummeln oder einfach im Cafe ein leckeres Eis genießen. Viel zu schnell vergeht die Zeit hier und wir spazieren an der Küstenstraße zurück zum Leuchtturm und zu unserem Bus. Rosario bringt uns dann sicher nach

Capo d'Orlando


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zu unserem Hotel Il Mulino. Das liegt direkt an der Strandpromenade und einige nutzen rasch noch die Gelegenheit für ein erfrischendes Bad im Meer. Zum Abendessen treffen wir uns wieder und lassen dann langsam den Tag ausklingen.

Sonntag, der 20. September 2020


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Heute soll es zeitig losgehen- die Äolischen Inseln rufen. Und ausgerechnet heute, wo wir pünktlich am Schiffsanleger sein müssen, dauert es ewig, bis jeder seinen Kaffee oder Cappucchino bekommen hat. Da muss das Hotel wohl noch etwas nachbessern. Dank der sonntäglichen Ruhe im morgendlichen Straßenverkehr kommen wir dann doch gut durch und sind rechtzeitig in Milazzo am Hafen. Die Äolische Prinzessin- unser Schiff- wartet bereits auf uns und so können wir an Bord gehen. Das Meer ist ruhig, die Sonne strahlt vom blauen Himmel- was kann es da schöneres geben als eine Bootstour? Wir brauchen eine gute Stunde bis nach

Vulcano,


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unserer ersten Insel, die wir besuchen. Alle hatten sich im Vorfeld informiert und so ging es zielstrebig zum schwarzen Strand zum Baden, in Wanderschuhen auf den (noch aktiven) Vulkan hinauf, im Bus zu einer Inselrundfahrt oder einfach zum Bummeln durch den Ort. Das Schwefel-Fango-Bad war leider geschlossen, aber dafür hatte sich ohnehin kaum jemand von uns entschieden. Insgesamt für alle eine schöne, individuelle Auszeit hier. Wer wollte ass noch eine Kleinigkeit denn nach dem Mittag fuhr unser Schiff weiter nach

Lipari,


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auf die größte der Äolischen Inseln. Den Namen gab ihnen Äolos, der Gott des Windes, manche nennen sie aber auch Liparische Inseln nach der Hauptinsel Lipari. Diese lernten wir bei einer Bustour näher kennen. Hinauf ging die Tour, an den alten Bimsstein-Brüchen vorbei. Deren Betrieb wurde eingestellt, als die Inseln Weltkulturerbe wurden. Nun beginnt man, die Anlagen zurückzubauen und einen Naturpark aus dem Areal zu machen. Erste Sträucher und Bäume haben sich bereits auf den vom Bimsstein weißen Bergen angesiedelt und das Gebiet wird in kürze komplett sein Gesicht verändern. Fotostopps an Panorama-Plätzen sorgen dafür, dass unsere Fotografen nicht zu kurz kommen und wir haben die einmalige Gelegenheit, Spezialitäten der Insel zu kosten: Liköre, Weine, Kapern und Kapernäpfel...Auch ein Blick nach Salina ist möglich. Die Insel hat ihren Namen von der Salzgewinnung, die aber heute nicht mehr betrieben wird. Wieder im Hafen angekommen trennen sich unsere Wege, denn nun ist wieder Zeit für individuelle Erkundungen. Leider war die Kirche St. Bartolomeo geschlossen, gab aber wie die Burg ein tolles Fotomotiv. Am Hafen konnte man den Seglern und Motorbooten zuschauen, durch die Gassen schlendern oder das eine oder andere spezielle Souvenir von hier erstehen. Am Schiff trafen wir uns wieder und bevor wir nach Milazzo zurückkehrten fuhr unser Kapitän eine Schleife zu den

Felsen von Lipari und Vulcano


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Da waren die Bischofsmütze, die Mumie oder auch die Engelsgrotte. Den Namen hat sie weil es sich anhören soll, als wenn Engel singen, wenn der Wind durchpfeift. Auf Lipari dann sehen wir die Löwenkopfinsel, ganz nah fährt der Kapitän an die Felsen und wer kann entdeckt Pegasus und das Bad der Venus. Ein tolles Erlebnis! Nun aber geht es zurück nach Milazzo. Eine ruhige See macht die Überfahrt traumhaft schön und die bereits tiefstehende Sonne zaubert tolles Licht aufs Wasser. Im Hafen wartet bereits Rosario mit dem Bus auf uns. Er bringt uns sicher zurück nach Capo d'Orlando, wo wir uns in unserem Hotel unser Abendessen schmecken lassen.

Montag, der 21. September 2020


Wieder verabschieden wir uns von einem Ort, es heißt Koffer packen und zurück zur Südküste Siziliens. Dieses Mal nehmen wir aber nicht die Küstenstraße sondern fahren durchs Landesinnere. Eines der schönsten Dörfer Siziliens ist unser erstes Ziel:

Montalbano Elicona.


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Diesen Titel hat es vor einigen Jahren verliehen bekommen- leider ist die erhoffte touristische Belebung ausgeblieben und so ziehen viele Menschen hier weg- leider. Das Leben ist nicht einfach, es braucht den guten Familienzusammenhalt, füreinander dazusein und sich zu helfen. Am Markt steigen wir aus und spazieren hinauf zur Burg. Es ist eine Normannenburg, sie beherbergt ein kleines Museum und so können wir hautnah mittelalterliche Wappen, Waffen und Kleidung erleben, aber auch Musikinstrumente aus aller Welt und aus allen Epochen. Wer möchte steigt zum Burgturm hinauf und genießt die Aussicht von hier oben. Dann geht es die verwinkelten Gassen zurück zum Bus und unsere Fahrt führt uns nun weiter ins Nebrodi Gebirge. Auf der

Hochebene von Agrimusco


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machen wir einen Stopp und einen Ausflug zu den Megalithen. Manch einer sieht in den Felsen reine Naturformen, anderen sind sie heilige Kultstätten, wie auch immer, wir genießen den Spaziergang. Begrüßen den "Adlerfelsen" und dann endlich auch wieder den Ätna. Wieder am Bus angekommen gibt es eine kleine Überraschung: ich hatte Trauben und Cracker besorgt, dazu den versprochenen süßen Marsala und da war ja auch noch etwas Limoncello...Alle freuen sich, genießen die Kleinigkeiten und den Aufenthalt hier oben. Nun aber geht es weiter zu unserer Mittagspause: ein Agriturismo wieder- das

Borgo San Nicolae.


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Wir werden herzlich begrüßt und können uns erst einmal umsehen. Zum Agriturismo gehört eine Käserei und in die "Schatzkammer"- das Kühlhaus- können wir einen Blick werfen- Käselaibe reifen hier, aber auch der berühmte Schinken. Daneben die Ställe für Pferde, Federvieh... Vorbei an Bäumen voller fast reifer Esskastanien geht es zurück und dann dürfen wir schlemmen. Es gibt eine Vielzahl Antipasti, Brot, Käse, Schinken, Salami und Wein. Was für ein köstliches Mahl! Da waren sich alle einig. Rosario bereitete noch eine Überraschung für uns vor: er sammelte Kaktusfeigen und schälte sie für uns. Die werden wir morgen bekommen.hmmm. Dann geht unsere Reise weiter. An Randazzo vorbei und am ältesten Nebenkrater des Ätna, dem Moio Alcantara. Unterwegs beginnt es heftig zu regnen, es gibt ein Gewitter und dann auch einen Regenbogen. So erreichen wir die

Alcantara Schlucht.


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Wir sind nicht sicher, ob wir aussteigen wollen- aber was solls, mehr als nass werden können wir nicht. In einer kurzen Regenpause geht es zum Aussichtspunkt. Von hier oben kann man die Schluchten sehen und einen Blick auf den Alcantara Fluss werfen, der in der Nähe von Giardini Naxos ins Meer mündet. Über tausende von Jahren hat sich der Fluss bis zu 20 Meter tief ins Lavagestein gegraben und bizarre Schluchten erschaffen. Nach diesem kurzen Stopp geht es weiter zu unserem Hotel der ersten beiden Tage hier. In Letojanni beziehen wir wieder unsere Zimmer im Antares Hotel. Das Gewitter hat uns nun eingeholt und es blitzt und donnert ordentlich. Gut, dass wir uns zwischenzeitlich gut auskennen hier, so müssen wir nicht durch die Außenanlagen und kommen trocken zum Abendessen. Und so verabschieden wir uns nach dem Essen voneinander- bis morgen.

Dienstag, der 22. September 2020


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Alle haben sich heute für den falkultativen Ausflug nach

Catania


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entschieden und so starten wir noch einmal alle gemeinsam. Eine gute Stunde Fahrt ist es bis Catania und wir genießen unterwegs die Ausblicke auf den Ätna, die Buchten und das Meer. Am Busbahnhof steigen wir aus und können als erstes köstliche Kaktusfeigen probieren, die uns Rosario gestern gesammelt und geschält hat. Das ist gar nicht so einfach, denn die haben ganz fiese Stacheln und bohren sich gern mal in die Haut. Müssen wir aber nicht befürchten, unsere sind geschält. So erfrischt starten wir unsere Erkundung am Stadttor. Und sind schon auf dem Domplatz. Der berühmte Elefantenbrunnen grüßt und wir spazieren zur Universität. Leider dürfen wir nicht hinein, da der Zutritt für Fremde verboten wurde, so geht es also zurück zum Dom. Renate erklärt uns die Geschichte und das Innere des Domes- hinein dürfen keine Gruppen- also gehen wir individuell. Wissen nun aber, wo das Grab von Bellini ist usw. Bellini wird hoch verehrt von den Sizilianern. Seine Musik oft gespielt und geliebt. Im Dom können wir uns in aller Ruhe umschauen und Fotos machen, dann geht es weiter. Der berühmte

Fischmarkt von Catania


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ist unser nächstes Ziel und schon am Eingang wird es ohrenbetäubend laut. Die Händler versuchen sich gegenseitig zu überbieten- und was für eine Auswahl kann man hier kaufen. Da ist von Schwertfisch bis zur Sardine, von der Muschel bis zur Auster, vom Tintenfisch bis zur Garnele alles dabei. Dann folgen die Gemüsestände- wir hätten am liebsten alle eingekauft- aber wie mit dem Flugzeug nach Hause bringen? So blieb es bei dem einen oder anderen Stück Parmesan, das man sich einschweißen lassen konnte und ein paar Trauben zum Naschen. Von hier aus spazierten wir weiter zum

Castell Ursino


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Wieder eine Normannenburg. Beim verheerenden Vulkanausbruch lief die Lava bis zum Meer hinunter. Am Castell stoppte sie, schob aber das Wasser vor sich her, so dass das Castell heute nicht mehr am Wasser sondern in der Stadt steht. Mitten durch die Stadt floss die Lava, zerstörte fast alles. Nachfolgende Erdbeben, besonders das von 1693 taten ihr Übriges. So wurde die Stadt wieder aufgebaut, im barocken Stil und in Schwarz-Weiß. Weißer Marmor und schwarzes Basaltgestein prägen heute die Fassaden der Stadt. Gemeinsam spazieren wir zurück zum Domplatz und nun war wieder Zeit für individuelle Erkundungen. Wer wollte probierte eine Arancini- gefüllte Reiskugeln- lecker. Nach dem Mittag ging es dann zurück zum Hotel, unser Halbtagesausflug war zu Ende und leider auch die Fahrt mit Rosario und seinem Bus. Er wurde kurzfristig anders eingesetzt und so verabschiedeten wir uns von ihm mit einem herzlichen Applaus.

Den freien Nachmittag


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genossen alle für sich, beim Baden, Bummeln im Ort, relaxen am Pool oder einfach mal nix tun. Erst am späten Nachmittag zog dann das für Mittag bereits angekündigte Gewitter auf und begleitete uns bis zum Abend mit Regen, Blitz und Donner. Das machte uns aber nichts aus. Wir genossen gemeinsam unser Abendessen und dann gibt es schon erste Verabschiedungen. Nicht alle kommen morgen zum fakultativen Ausflug nach Syracus mit und wir fliegen übermorgen mit unterschiedlichen Flugzeugen und zu unterschiedlichen Zeiten heim.

Mittwoch, der 23. September 2020


Heute startet unser fakultativer Ausflug nach

Syrakus.


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Leider haben wir nun einen kleineren Bus bekommen, und das, obwohl wir nur 1 Gast weniger sind heute. Aber es ist nicht zu ändern und so machen wir das Beste draus. Toto ist unser Fahrer und Renate beantwortet uns unterwegs alle unsere Fragen, die wir bisher noch nicht gestellt hatten. Leider hüllt sich der Ätna in tiefe Wolken- ein Abschiedsfoto ist nicht möglich also fahren wir weiter, passieren Catania und erreichen dann Syrakus. Wir beginnen im

archäologischen Park.


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Es ist schon früh am Tag drückend heiß und schwül, wir sind froh, im ehemaligen Steinbruch zu beginnen. Heute heißt er Paradies- früher war er für die Arbeiter hier alles andere als das. Dann kommen wir zum sogenannten "Ohr des Dionisio". Das ist eine Höhle, die aus den Fels gehauen wurde und die Form eines Ohres hat. Sie wurde auch als Gefängnis genutzt und oben soll der Tyrann gelauscht haben, was die Gefangenen so erzählten. Die Akkustik des Ortes kam ihm dabei zupass. Die probierten wir natürlich aus und sangen gemeinsam das Steigerlied- Glück auf, Glück auf. Stimmt- ein tolles Echo. Als wichtige griechische Provinz mußte natürlich ein Theater her und das wurde hoch oben über dem Hafen aus den Felsen gehauen. Auch heute wird es im Sommer noch für Aufführungen genutzt. Lange blieben wir nicht hier, wir nutzen das Wasser in den Höhlen für eine Erfrischung und stiegen lieber wieder hinab. Noch ein kurzer Fotostopp hier unten und dann zeigte uns Renate den riesigen Opferaltar. Einmal im Jahr wurden hier hunderte Stiere gleichzeitig geopfert, Stücke gingen an die Priester, an die Stifter aber auch an das Volk, dass so 1 mal im Jahr in den Genuss von Fleisch kam. Unseren Rundgang beendeten wir am römischen Amphitheater. Dabei lernte wir, dass Amphi heißt: von beiden Seiten von Zuschauerrängen umgeben. Im Gegensatz zur Muschelform des griechischen Theaters. Aber die Römer hatten es auch eher mit Gladiatoren und Löwen als mit Dramen und Schauspiel. Die Freie Zeit nun nutzten wir für Schattensuche und vielleicht ein kleines Souvenir, dann ging es mit dem Bus in die Stadt. Am Hafen stiegen wir aus und machten uns auf den Weg zur

Ortigia- der Altstadt.


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Das war früher eine Insel, die nun zu Syrakus gehört. Eine Brücke trennt die Nue- von der Altstadt und so erreichen wir bald den ältesten Tempel Siziliens. Zumindest die Überreste davon. Auf 600 vor Christus wurde er datiert und war Apollon gewidmet. Dann spazieren wir durch malerische Gassen, interessanten Geschäften und immer wieder sehen wir Kunsthandwerker, die hier an der Straße ihre Werke anboten- Gold- und Silberschmiede, kunstvolle Flechtarbeiten, Schmuck aus Obsidian...So erreichten wir den Domplatz und statteten der Kirche natürlich einen Besuch ab. Nach dem obligatorischen Fiebermessen und dem Ticketkauf konnten wir uns im Inneren umsehen. Renate machte uns aufmerksam auf die Säulen, die versetzt scheinen- das war aber das Erdbeben 1693, alles andere hat standgehalten. Auch im Krieg, als Syrakus bombardiert wurde hat die Kirche keinen Schaden genommen. Früher befand sich hier der Tempel der Athene, die Kirche wurde einfach drum herum gebaut und heute hat man die Säulen wieder freigelegt. Den Domplatz dann schauen wir uns nur vom Schatten einer Mauer aus an- die Schwüle ist einfach unerträglich. Aber tapfer spazieren wir weiter zur Aretusa-Quelle. Verliebte und Brautpaare kommen oft hierher, gilt sie doch als Ort der Veschmelzung zweier Liebender. Hier endete auch unser gemeinsamer Spaziergang durch Syrakus. Die freie Zeit nun konnte genutzt werden für eine Mittagspause, Bummeln oder einfach weiter die Stadt erkunden. Das aufziehende Gewitter ließ uns dann aber doch etwas eher zum Bus kommen und so fuhren wir am frühen Nachmittag zurück nach

Letojanni.


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Hier mußten wir uns dann auch von Renate verabschieden. Schon im Bus nutzten wir die Gelgenheit, ihr zu danken. Nun eine herzliche Verabschiedung- und vielleicht sieht man sich ja irgendwann wieder. Uns hatten nun auch hier Gewitter und Regen eingeholt. Dazu kam ein heftiger Hagelschauer, wow- das trommelte auf unsere Terrassen! Zum Abendessen trafen wir uns alle wieder und dann verabschiedeten sich auch die Frankfurter Fluggäste. Sie werden morgen in aller Frühe starten, die Münchner etwas später. So klang auch dieser Tag aus, mit viel Sonne, Regen, Hagel, Blitz und Donner, mit vielen interessanten Eindrücken und der Hoffnung, dass bald eine Lösung gefunden wird, damit wir weiterhin reisen und andere Menschen und Kulturen kennenlernen können.


Fortsetzung folgt...


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