Reisebericht: Italien - Wandern und Thermalbaden auf Ischia

20.04. – 27.04.2019, 8 Tage Wanderreise Ischia inkl. Botanischer Garten La Mortella - Campotese - Sorgeto - Fumarole - Maronti - Monte Epomeo - Castiglione - Vatoliere - Piano Liguori - Campagnano - fak. Procida (55 Wanderkilometer)

Italien ist immer eine Reise wert, egal wohin. Diesesmal lockte uns eine Insel nach Bella Italia. Bei der gewählten Kombination von wandern, thermalbaden, gepaart mit gemütlichen Rasten und gutem Essen, konnte nix schief gehen. Und so war es auch...

Anreise


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Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Für die Gäste ab Dresden war Treffpunkt auf dem Flughafen um 4:45 Uhr. Nach reibungslosem Check-in auf dem doch recht überschaubaren Flughafen ging es alsbald via Frankfurt nach Neapel, wo wir bereits 11:30 Uhr eintrafen. Nach herzlichem Empfang durch Alberto einem auf Ischia lebendem Kubaner ging es zu Fähre und gegen 15:00 Uhr konnten wir die Zimmer beziehen.
Das Hotel Hermitage & Park Therme liegt in einem terrassenförmig angelegtem Park mit zwei Außenpools, die auch mit Thermalwasser gespeist werden und somit auch für April sehr angenehme Temperaturen von 27 Grad aufweisen.
Tipp: der untere ist wärmer....
Im Haus befindet sich ein Thermalbad, Saunen und verschiedene Spaanwendungen sind möglich. Einige Gäste erforschten die Umgebung, schlenderten Richtung Burg (15 Minuten), fanden das Stadtzentrum (10 Minuten) oder erkundeten die Hotelanlage inklusive Nutzung der Badmöglichkeiten. Jedenfalls fühlten wir uns schnell angekommen und pudelwohl. Auch die Sonne meinte es gut mit uns. An diesem Tag fielen wir recht früh in unsere Betten und niemand beschwerte sich am nächsten Morgen über schlechten, oder zu wenig Schlaf.

1. Ausflugstag: Inselrundfahrt und Besuch des Botanischen Gartens "La Mortella"


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Das Restaurant bietet ein sehr gutes Frühstücksangebot, dass war die erste Erkenntnis des neuen Tages. Am Abend zuvor konnten wir schon feststellen, dass ein schmackhaftes Abendessen angeboten wird. Das es auch sehr abwechslungsreich ist, durften wir im Laufe der Woche erleben.

Pünktlich ging es mit unserem heutigen Reiseleiter Alberto los und wir bereisten mit dem Kleinbus die Insel entgegen des Uhrzeigersinnes. Die Insel ist 47 qkm groß, dies entspricht 10% der Insel Usedom und hat 69.000 Einwohner. In der Hochsaison kommen noch einmal so viele Urlauber hinzu. Trotz des Osterfestes ging es recht ruhig zu, vielleicht lag es auch daran, dass es im Italienischen das Wort wandern nicht gibt.
Erstes Highligt war der Blick auf den mit 2 km längsten Strand der Insel: Spiaggia dei Maronti.
Die erste Rast fand in dem kleinen Fischerdorf Sant 'Angelo statt, dem häufigen Urlaubsziel von Angela Merkel.
Höhepunkt des Tages war der Besuch des Botanischen Gartens "Giardini La Mortella". Angelegt wurde er von Susanna und William Walton nach den Plänen von Russel Page. Die Arbeiten begannen 1956 und der Garten ist erst seit 1991 für Besucher frei zugängig. Die drei Stunden der hervorragenden Führung vergingen wie im Fluge und abgerundet wurde der Besuch mit einem Imbis im Gartenlokal (Fantasieteller ist empfehlenswert).

2. Ausflugstag: Wanderung im Südwesten der Insel


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Wir begannen unsere erste Wanderung gemeisam mit unserer Wanderreiseleiterin Martina, es war der Ostermontag, in der Nähe des Leuchtturmes Punta Imperato. Anstelle der Sonne war heute Scirocco, der aus Südosten kommende Saharawind unser ständiger Begleiter. Der abwechslungreiche Weg führte uns in die Nähe des Leuchturmes, wo sich traumhafte Ausblicke auftaten und weiter durch kleine Ortschaften, reizvolle Landschaften bis zur Thermalbadestelle Sorgento. Die reichlich vorhandenen Wellen liesen leider kein Baden zu und wir waren uns einig, das dies halt ein Grund ist wieder zu kommen. Wir durchwanderten nach leckerer Mittagspause Sant'Angelo und mussten den Marontistrand wegen hoher Wellen umwandern, so das wir schließlich 15 km auf der Uhr hatten.

3. Ausflugstag: Besteigung des Monte Epomeo


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Es sollte der stimmungsvollste Tag werden. Wir starteten im Nebel und durchquerten Wälder der verschiedensten Vegetationen, bestaunten Fels- und Tuffsteinbehausungen in den Bergen, die einst als Fluchtorte vor den Piraten, den Sarazenen dienten. Auch erfuhren wir so manch wundersame Geschichten. So zogen die Frauen früher in die Berge um Kastenblätter in großen Mengen zu sammeln. Im Tal bekamen sie ein Laib Brot dafür von den Bauern. Die Blätter wurden als Einstreu für die Kühe benötigt, da in Ermangelung von Getreideanbau es auf der Insel kein Stroh gab.
Auf dem Monte Epomea (787 m hoch) angekommen zeigte sich pünklich die Sonne und wir wurden neben dem traumhaften Ausblick auf die Küste und auf die Insel mit köstlichem Essen verwöhnt. Das Berglokal La Grotta da Fiore erinnerte ein wenig an Berghütten des Deutschen Alpenvereins der 90er Jahre, sehr urig jedenfalls. Der Abstieg fiel uns leicht und wir wurden immer wieder mit wunderschönen Ausblicken belohnt. An diesem Nachmittag war dann das Thermalbecken im Hotel besonders gefragt, als vorbeugendes Mittel gegen Muskelkater.

3. Ausflugstag: Nitrodi und der mittlere Teil der Insel


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Kurz war die Busfahrt und wir starteten den Tag an der Thermalquelle Nitrodi. Die Sonne war nun unser ständiger Begleiter. Nitrodi existiert als solches schon seit der römischen Zeit und ist berühmt für seine besonders heilsame Wirkung. Ständig anwesende Ärzte untermauern die Bedeutung der Thermalquelle. Auch wir duschten reichlich und liesen es uns auf den Liegestühlen in de Sonne gut gehen. Doch dann riefen wieder die Wanderschuhe und wir wanderden parallel zur Küste am Hang entlang. Es war eine Genusstour, die Höhenmeter hielten sich in Grenzen und wir konnten noch ausserplanmäßige Programmpunkte erleben. Zwei Reisegäste waren leidenschaftliche Geocacher und ihnen gelang es, uns in den Bann ihrer Leidenschaft zu ziehen. Es war dann nicht weiter verwunderlich, dass auch die heutige Mittagsrast in einer entlegenen Hütte ein kleines Highligt darstelte. Traumhafte Blicke boten sich uns auch heute wieder beim Abstieg und am frühen Abend belohnten wir uns mit einem gemeinsamen Cocktail an der Poolbar.

4. Ausflugstag: Der südwestliche Teil der Insel


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Es sollte die letzte Wanderung werden und ein klein wenig Wehmut war schon mit am Start. Wir waren eine eingeschworene Truppe/Gruppe geworden und es wurde manchmal mehr gelacht als gewandert - Erholung pur. Es wurde eine gemütliche Wanderung durch die Weinberge, vorbei an Kratern (der letzte Ausbruch auf der Insel geht aufs Jahr 1301 zurück), Zitronen- und Orangenbäumen mit traumhaften Ausblicken und einer sehr schönen Rast bei Maria, wo wir von der Terrasse aus Delfine im Meer beobachten konnten. Die Sicht erlaubte es uns heute gut, die umliegenden Inseln im Thyrrhenischen Meer, wie Capri und unser morgiges Ziel Procida zu bewundern. Auch der Vesuv und die Südausläufer der Amalfiküste waren zu sehen. Den Abschluss des Tages bildete der Besuch bei einem Weinbauern, der uns einen kleinen Einblick in seine Arbeit gab und uns natürlich von seinem Wein kosten lies. Auch der Limoncello mundete...

5. Ausflug auf die Insel Procida


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Das Frühstück wurde vor verlegt und so waren wir bereits kurz vor 9:00 Uhr auf der kleinen Nachbarinsel. 10.500 Menschen leben hier auf 4,2 qkm und das stellt mit die größte Bevölkerungsdichte Italiens dar. Berühmt ist Procida für die Karfreitagsprozession, zu der auch viele ehemaligen Bewohner auf die Insel zurückkehren und die mit einem gemeinsamen Mahl endet, zu dem alle Besucher mit eingeladen werden.
Spektakulär ist die Inselrundfahrt mit den Microtaxen, die zumeist nur mit eingeklappten Spiegeln durch die engen Gassen passen. So verwundert es nicht, dass das e-Bike in der Fatbikevariante hier das Haupfverkehrsmittel darstellt. Natürlich war für uns die Fahrt auf die Burg mit einem der 3 PS Mobile eines der Highligts des Tages. Dort besuchten wir die Abtei Abbazia San Michele Arcangelo und konnten anschließend einen Blick auf das ehemalige Gefängis werfen, dass sich von 1830 bis 1988 hier im ehemaligen Palast auf der Terra Murata befand.
Ein Stück abwärts gelaufen bot sich ein traumhafter Blick auf den Ort und Fischereihafen Corricella. Nach einem Stück köstlicher Zitronentorte und einem Bummel durch die Gassen kehrten wir mit unserem heutigen Reiseleiter Alberto, der uns mit vielen Informationen versorgte, nach Ischia zurück. Es blieb uns an diesem Tag noch genügend Zeit das Castello Argonese in Ischia Ponte zu besuchen, einem ehemaligen Fluchtort von 2.000 Inselbewohnern.

Abschied


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Die Flüge waren gut getimt, so dass wir gemeinsam das Frühstück genießen konnten.
Angenehmes Wetter erlaubten uns beim Start den Vesuv und den Golf von Neapel zu bewundern und wer auf der richtigen Seite seine Sitzplatz hatte, konnte aus der Luft Venedig bewundern. So nahm eine perfekt organisierte Reise sein Ende, leider...
Aber vielleicht auf ein nächstes Mal, wo auch immer!

Bildergalerie zur Reise

Kommentare zum Reisebericht

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