Rom – die "Ewige Stadt" am Tiber
Reisebericht: 09.04. – 13.04.2013
Hier geht es um Rom, die Ewige Stadt, Hauptstadt eines vergangenen Weltreichs, Mittelpunkt der katholischen Kirche, Hauptstadt des Barock, Hauptstadt Italiens, Weltstadt und ich weiß nicht was sonst noch alles...
Ein Reisebericht von
Katrin Deutschbein
1. Tag – Dienstag, 09.04.2013:
Am frühen Morgen trafen sich alle Reiseteilnehmer am Flughafen Berlin-Tegel. Nach einem knapp 2-stündigen Flug erreichten wir bereits am Vormittag unser 4-Sterne-Hotel "Nova Domus". Dieses Hotel liegt unweit des Vatikans und somit nutzten wir diesen Anreisetag bereits für erste Erkundungen. Wir spazierten zum Petersplatz und gingen von dort aus auf eine erste Entdeckungsreise... Eigentlich wollten wir schon heute auf die Kuppel des Petersdoms hinauf, allerdings brachen wir dieses Vorhaben sofort ab, als wir die langen Warteschlangen vor den Sicherheitskontrollen des Petersdomes sahen. Also griff "Plan B" - gemeinsam erklommen wir kurzerhand den Gianicolo-Hügel, der Piazza Garibaldi war unser Ziel - von hier aus bot sich uns ein herrlicher Blick auf die Dächer Roms und so konnten wir uns gleich zu Beginn unserer Reise ein Bild von dieser faszinierenden Stadt machen! Das Wetter war toll und wir genossen hier oben ebenso die angenehme Ruhe abseits der Touristen. Des weiteren erlebten wir hier den Frühling besonders intensiv - sattes Grün und vor allem wunderbar rosa blühende Judasbäume begegneten uns. Nach diesen ersten schönen Eindrücken checkten wir am frühen Nachmittag schließlich im Hotel ein und jeder freute sich auf eine erste kleine Erfrischung, die Meisten von uns waren ja schließlich schon seit kurz nach Mitternacht unterwegs. Das Abendessen nahmen wir im Hotel ein, dazu ein Glas Wein und dann trat natürlich auch so langsam die nötige Bettschwere ein...!
2. Tag – Mittwoch, 10.04.2013:
Nun stand unser umfangreiches 3-tägiges Programm in Rom an. Der erste Tag in Rom führte uns mit der Metro zum Kolosseum. Dort trafen wir uns mit unserer netten Stadtführerin Sylvia und sofort starteten wir mit dem Besuch des Kolosseums. Dieses wurde von Kaiser Titus im Jahre 80 n. Chr. eingeweiht. Die Bauarbeiten dauerten nur acht Jahre. Die Spiele im Amphitheater umfassten vor allem Gladiatorenkämpfe und Kämpfe zwischen Gladiatoren und Tieren. Nach der Innenbesichtigung des Kolosseums ging es hinein in das Forum Romanum, dem ältesten römischen Forum und Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Lebens. Anschließend "kletterten" wir den Kapitolshügel hinauf. Er ist einer der sieben Hügel Roms und war das erste Kapitol des römischen Reiches. Nach einer kleinen stärkenden Mittagspause in einem netten Restaurant nahe der Piazza Venezia führte uns Sylvia weiter zur Piazza della Rotonda bzw. dem Pantheon. Der ursprüngliche Bau des Pantheon, dessen Reste unter der Vorhalle entdeckt wurden, geht auf das Jahr 27 v. Chr. zurück und war das Werk des Agrippa. Das heutige Gebäude stammt aus der Zeit Hadrians und wurde im 2. Jahrhundert nach Christus gebaut. Über einer riesigen Holzverschalung in einem einzigen Stück gegossen, ist das Pantheon die größte Kuppel, die je gemauert wurde. Anschließend besuchten wir den Trevi-Brunnen, einen der schönsten Barockbrunnen Roms. Die meisten von uns warfen eine Münze in den Trevi-Brunnen. Das ist ja wohl das Mindeste, was man von einem Rom-Touristen verlangen kann! Den Brauch, so heißt es, hätten römische Soldaten erfunden, die nach der italienischen Reichsgründung ins Heer der Piemonteser eingezogen wurden. Mit ihren Freundinnen setzten sie sich auf den Brunnenrand, schöpften Wasser mit einem Trinkglas und warfen anschließend das Glas über die Schulter in die Fontana di Trevi. Übrigens ist Wasser so ziemlich das Einzige, was es umsonst gibt in Rom. "Die Wasserbehörde hat dafür Sorge zu tragen, dass die öffentlichen Brunnen möglichst ohne Unterbrechung bei Tag und Nacht ihr Wasser zum Nutzen des Volkes fließen lassen", heißt es in einem bis heute nicht aufgehobenen Senatsbeschluss aus dem 1. Jahrhundert. Noch heute gibt es rund zweitausend Trinkbrunnen neben Hunderten von Prunkbrunnen. Die klassische "fontanella" hat eine Wolfsschnauze, aus der kühles Trinkwasser rinnt und eine symbolische Brunnenzierde - die Wölfin Roma, die einst Romulus und Remus säugte, stillt unentwegt den Durst der ganzen Stadt. Wir hatten übrigens stets eine kleine Plasteflasche dabei, damit wir ständig Trinkwasser nachfüllen konnten - das spart natürlich auch eine Menge Geld... Unser offizielles Besuchsprogramm für heute endete an der Spanischen Treppe. Eigentlich heißt die Spanische Treppe "Scalinata di Trinita dei Monti", der deutsche Name leitet sich von der Plaza die Spagna ab, an der die Treppe gelegen ist. Am späten Nachmittag hatten wir noch etwas Freizeit und anschließend ging ein sehr interessanter Besichtigungstag mit tollen Eindrücken zu Ende. Beim Abendessen im Hotel hatten wir heute eine Menge Spaß - es gab unter anderem Pasta mit Thunfisch und für uns Deutsche gehört selbstverständlich auf jedes Nudelgericht Käse (Parmesan)! Nicht so bei den Italienern - der Käse stand im Restaurant rum und so bedienten wir uns einfach und der freundliche Kellner konnte kaum glauben, wie man zu diesem Pasta-Gericht mit Fisch Parmesankäse essen kann! Kurzerhand brachte er für jeden Tisch jeweils eine volle Schüssel Käse - wir amüsierten uns köstlich darüber, und der Kellner mit großer Sicherheit auch. Aber auch solche Erfahrungen sollte man machen - andere Länder, andere Sitten...!
3. Tag – Donnerstag, 11.04.2013:
Der heutige Vormittag stand ganz im Zeichen des Vatikanstaates. Nachdem wir am Petersplatz angekommen waren, besuchten wir den Petersdom. Der Petersdom ist die Kirche der Superlative, Zentrum der Christenheit und Ziel der Pilger aus aller Welt. Wer Rom besucht, ob gläubiger Christ, kunsthistorisch Interessierter oder einfach auf Entdeckungstour, kommt am Wahrzeichen der ewigen Stadt nicht vorbei. Der Grundstein wurde am 18. April 1506 gelegt und es wurde rund 120 Jahre lang gebaut. Für die Gläubigen in aller Welt gilt Sankt Peter als das Heiligtum der römisch-katholischen Kirche. Vom Herzstück des Vatikans spendet der Papst übrigens am Ostersonntag und am 1. Weihnachtsfeiertag seinen Segen "Urbi et Orbi" - der Stadt und dem Erdkreis. Am Petersdom hatten wir gegen Mittag dann noch etwas Freizeit, einige besuchten die Kuppel des Petersdomes und wurden mit einem gigantischen Blick auf die Stadt belohnt! Nach dem Mittagessen spazierten wir gut gelaunt und gestärkt entlang des ehemaligen Fluchtweges der Päpste zur Engelsburg, ursprünglich ein Grabbau für Kaiser Hadrian (117-138 n. Chr.). Den heutigen Namen erhielt das ehemalige Hadrianeum, als im Jahre 590 Papst Gregor der Große eine göttliche Vision hatte: ein Engel erschien ihm über dem Mausoleum und kündigte das Ende der damals herrschenden Pest an, indem er sein Schwert in die Scheide steckte - heute so dargestellt in der bronzenen Engelsstatue aus dem Jahre 1753 auf der Spitze des Kastells. Im Anschluss an die ausführliche Besichtigung der Engelsburg flanierten wir über die berühmte Engelsbrücke und der Via dei Coronari (Straße der Antiquitäten) zur Piazza Navona. Gian Lorenzo Bernini schuf im 17. Jahrhundert einen der schönsten Brunnen des Barocks, den Vier-Ströme-Brunnen (Fontana dei Quattro Fiumi). Die vier riesenhaften Flussgötter symbolisieren die vier großen Ströme: Donau, Nil, Ganges und Rio de la Plata. Das heutige offizielle Programm endete hier und so nutzten wir am Nachmittag die Zeit ganz individuell, um die engen Gassen rund um die Piazza Navona zu erkunden oder ganz einfach ein leckeres italienisches Eis zu schleckern!
4. Tag – Freitag, 12.04.2013:
Heute nutzten einige Gäste die Zeit für individuelle Erkundungen bzw. für den Besuch der Vatikanischen Museen. Ein Großteil unserer Gruppe fuhr mit mir allerdings am Morgen in Richtung Ostia Antica. Zuvor legten wir einen Stopp an der Pyramide ein, denn hier befindet sich der nicht-katholische Friedhof Roms, wo unter anderen der berühmte Baumeister Gottfried Semper und der Sohn von J. W. v. Goethe, August Goethe, begraben sind - diese zwei Gräber schauten wir uns selbstverständlich an. Anschließend ging es mit der Eisenbahn auf eine ca. 25-minütige Fahrt nach Ostia Antica. Das riesige Ausgrabungsfeld von Ostia Antica ist für jeden, der sich für römische Geschichte vor der christlichen Zeitrechnung interessiert, eine Art Pflichtveranstaltung. Auf der großen Fläche der alten Hafenstadt, mit der Rom die Verbindung zur Welt per Schiff hielt, gibt es so gut wie alle Hinweise auf das Leben einer römischen Großstadt: Bäder, Bauhöfe, Geschäfte, natürlich auch Theater, Foren und Tempel, ja sogar Bäckereien und Kneipen. Nicht alles ist in einem Zustand, dass sich der ursprüngliche Nutzen unmittelbar erschliesst. Aber erahnen lässt sich in dem Zustand, den man heute vorfindet, das Meiste allemal. Wir waren begeistert, was die alten Römer schon alles hatten... Am Abend trafen wir uns alle wieder und fuhren gemeinsam mit dem Linienbus in das römischste aller römischen Stadtviertel - nach Trastevere. Dieses romantische Viertel liegt am Südufer des Tibers (Tevere) und bedeutet so viel wie "jenseits des Tibers". Hier nahmen wir heute unser letztes Abendessen im Restaurant "Vizi Capitali" ein - einfach lecker, es gab unter anderem eine römische Spezialität - "Saltimbocca" (gerollte Kalbsschnitzel mit Schinken und Salbei)! Wir genossen den Abend im Lokal und bemerkten kaum, wie schnell doch die Zeit verging... Wir hatten heute nämlich noch etwas ganz besonderes vor - einen Spaziergang durch Rom, allerdings bei Nacht". Sylvia holte uns im Restaurant ab und zeigte uns zu Beginn dieses abendlichen Ausfluges die Kirche "Santa Maria in Trastevere", eine der ältesten Kirchen Roms und die erste der über 80 Marienkirchen in Rom, die der Madonna geweiht wurde. Durch die Gassen von Trastevere führte uns unser Rundgang weiter über eine der Tiber-Brücken, die Ponte Sisto, in Richtung Campo dei Fiori - überall herrschte noch ein reges Treiben. Weiter ging es über die Piazza Navona zur Engelsbrücke und schließlich endete die abendliche Führung am Peterplatz - hier mussten wir uns dann auch leider endgültig von unserer sympathischen und absolut kompetenten Stadtführerin Sylvia verabschieden! Das abendliche Rom war die Krönung - einfach einzigartig, viele Gebäude der Stadt herrlich beleuchtet und ein gelungener Abschluss dieser Städtereise. Kurz vor Mitternacht kamen wir schließlich im Hotel an und ein wiederum langer Tag mit vielen schönen Eindrücken neigte sich dem Ende entgegen.
5. Tag – Samstag, 13.04.2013:
Unser Flugzeug in Richtung Heimat ging glücklicherweise erst am frühen Nachmittag und somit hatten wir noch ein paar Stunden Zeit, um auf die ein oder andere individuelle Entdeckungstour in Rom zu gehen. Mit vielen schönen Erlebnissen im Gepäck ging es dann am Mittag zum Flughafen und letztendlich erreichten wir am frühen Abend unseren Ausgangsort Berlin, wo uns die zuverlässigen Transferfahrer von Eberhardt TRAVEL in Empfang nahmen und nach Hause brachten.
Ich möchte an dieser Stelle nochmals allen Mitreisenden für die schöne Zeit in Rom danken und wünsche Ihnen weiterhin viel Reiselust, Gesundheit und alles Gute. Bis zum nächsten Mal! Ich freue mich auf Sie!
Ihre Katrin Deutschbein