Sardinien zu Fuß erleben – zwischen Küste, Bergen und Meer
Reisebericht: 21.05. – 28.05.2026
Zwischen türkisblauem Meer, wilden Bergen und kleinen Genussmomenten entdecken wir Sardinien Schritt für Schritt – gemeinsam, aktiv und mit ganz viel Inselgefühl.
Ein Reisebericht von
Patrick Fritzsche-Vorwerg
Ankommen im Inselparadies – unser erster Tag auf Sardinien
Der erste Tag unserer Sardinien-Reise stand ganz im Zeichen der Ankunft – und die hätte unterschiedlicher kaum sein können. Während Team München mit fünf Gästen bereits am Vormittag in Olbia landete und den Tag entspannt am Pool, Strand und im Hotel genießen konnte, konnten sich Team Wien, Leipzig, Berlin und Dresden erst am Nachmittag auf den Weg Richtung Süden machen.
Schon beim Landeanflug war klar: Diese Insel hat etwas Besonderes. Das Wasser leuchtet in unglaublichen Türkis- und Blautönen, die Küste wirkt fast unwirklich schön. Kurz fragte man sich wirklich: Sind wir noch im Mittelmeer oder schon auf den Malediven?
Nach der Landung ging es gemeinsam mit dem Bus einmal quer über die Insel Richtung Alghero. Die Strecke zeigte schnell, wie abwechslungsreich Sardinien ist. Vorbei an kleinen Orten, wilden Landschaften und den ersten Bergen im Landesinneren, wurde die Fahrt fast schon zu einer kleinen Rundreise. Kurz vor Sassari färbte sich der Himmel langsam in warme Abendfarben – und die Vorfreude auf die kommenden Tage wurde bei allen spürbar größer.
Gegen 19:45 Uhr erreichten wir schließlich das Hotel Punta Negra, wo Team München bereits auf uns wartete. Ab diesem Moment wurde aus mehreren kleinen Gruppen ein gemeinsames Team „Sardinien“.
Nach dem Check-in ging es direkt zum Abendessen. Bei gutem Essen, einem ersten Glas sardischem Wein und vielen netten Gesprächen klang der lange Anreisetag entspannt aus. Die ersten Eindrücke machen definitiv Lust auf mehr – und morgen wartet schon die erste Wandertour auf uns.
Zwischen Küstenpfaden, Geschichte und sardischen Genussmomenten
Der zweite Tag auf Sardinien begann mit einem ausgezeichneten Frühstück und dem ersten richtigen Urlaubsgefühl. Einige nutzten die angenehmen Temperaturen bereits am Morgen und frühstückten draußen auf der Terrasse mit Blick aufs Meer. Besser kann ein Tag eigentlich kaum starten.
Mit geschnürten Wanderschuhen trafen wir anschließend unsere Wanderleiterin Marianna und unseren Fahrer Salvatore, die uns in den kommenden Tagen begleiten werden. Bevor es losging, machten wir noch Halt in einem kleinen Supermarkt in Fertilia, um uns mit Wasser und etwas Proviant für die heutige Tour und die nächsten Tage einzudecken.
Danach führte uns die Fahrt nach Porto Conte – eine weitläufige Bucht mit glasklarem Wasser und beeindruckender Kulisse.
Unsere erste Tour begann mitten im Nationalpark durch die typische sardische Mittelmeermacchia in Richtung Punta Giglio. Schon nach wenigen Minuten war klar, warum so viele Menschen diese Landschaft lieben: der würzige Duft der Macchia, die intensiven Farben der Natur, immer wieder fantastische Ausblicke auf das Meer und dazu ständig der markante Capo Caccia im Blick. Trotz der noch ungewohnten Wärme liefen die Kilometer fast wie von selbst.
Am Punta Giglio erinnern noch heute alte militärische Anlagen an den Zweiten Weltkrieg – ein spannender Kontrast zur friedlichen Natur ringsherum. In einer kleinen Bar legten wir eine wohlverdiente Pause ein, bevor es größtenteils schattig durch den Pinienwald zurückging. Eine perfekte Tour zum Einlaufen und Ankommen – im wahrsten Sinne des Wortes auch zum Warmwerden.
Am Nachmittag stand mit der Nuraghe Palmavera ein weiteres Highlight auf dem Programm. Die beeindruckende Anlage gehört zur geheimnisvollen Nuraghenkultur, die Sardinien bereits vor über 3.000 Jahren prägte. Die Nuraghen – massive Rundtürme aus großen Steinblöcken – sind bis heute typisch für die Insel und geben Archäologen noch immer viele Rätsel auf. Palmavera zählt zu den bedeutendsten Anlagen Sardiniens und vermittelt eindrucksvoll, wie fortschrittlich diese frühe Kultur bereits gewesen sein muss.
Danach ging es weiter nach Alghero – eine Stadt mit engen Gassen, historischen Mauern und einem schicken Yachthafen. Beim gemeinsamen Rundgang durch die Altstadt wurde schnell klar: Alghero hat Atmosphäre. Danach blieb Zeit für ein Eis, einen Kaffee oder einfach zum entspannten Bummeln auf eigene Faust.
Doch der Tag hatte noch einen besonderen Abschluss für uns vorbereitet. Auf dem kleinen Bio-Weingut Ledà d’Ittiri empfing uns Annamaria mit großer Herzlichkeit. Zwischen Weinreben und Olivenbäumen verkosteten wir Rosé, zwei Weißweine, einen Rotwein und ein hervorragendes Olivenöl aus eigener Produktion. Dazu gab es Pecorino und Salsiccia – schlicht, regional und unglaublich lecker. Besonders schön war dabei die Ruhe dieses Ortes und die Leidenschaft, mit der Annamaria von ihrer Arbeit erzählte.
Wer danach noch Energie hatte, spazierte mit ihr weiter durch die Reben bis zu den alten Olivenbäumen, die das Gut umgeben.
Zurück im Hotel blieb am Abend sogar noch Zeit für ein Bad im Meer oder Pool, bevor dieser erlebnisreiche Tag langsam ausklang. Viele Eindrücke, viele besondere Momente – und das Gefühl, auf Sardinien endgültig angekommen zu sein.
Zwischen Vulkanküste, Badebucht und süßen Genüssen
Heute zeigte sich Sardinien wieder von einer ganz anderen Seite – und genau das macht diese Insel so spannend. Nach einem erneut ausgezeichneten Frühstück ging es gemeinsam mit unserem Fahrer Salvatore und Wanderleiterin Marianna heute Richtung Süden.
Schon die Fahrt von Alghero Richtung Bosa war ein Erlebnis für sich. Die Küstenstraße schlängelt sich entlang des Meeres, hinter jeder Kurve eröffneten sich neue Ausblicke auf das tiefblaue Wasser, steile Felsen und die wilde Landschaft. Da fiel es schwer zu entscheiden, ob man lieber nach rechts aufs Meer oder nach links in die Landschaft schauen sollte.
An der Vulkanküste bei Bosa begann dann unsere heutige Wanderung. Doch bevor die ersten Meter gemacht wurden, gab es zunächst etwas zu beobachten – oder besser gesagt: etwas sehr Kleines. Winzige Pflanzen am Wegesrand zogen sofort die Aufmerksamkeit auf sich und plötzlich gingen zahlreiche Teilnehmer auf die Knie, um die perfekten Fotos zu machen. Ein herrlicher Anblick – und sicher eines der Bilder des Tages.
Kurz darauf wurde die Landschaft fast surreal. Schwarze Felsen, ungewöhnliche Formen und bizarre Strukturen ließen uns teilweise glauben, wir wären auf einer anderen Welt unterwegs. Die Vulkanküste rund um Bosa entstand vor Millionen Jahren durch vulkanische Aktivitäten und unterscheidet sich deutlich von vielen anderen Küsten Sardiniens. Lavagestein, durch Wind und Meer geformte Strukturen und markante Felsformationen verleihen dieser Gegend ihren ganz eigenen Charakter.
Da gerade Ebbe war, konnten wir sogar einen kleinen Umweg direkt an der Küste machen und noch näher an diese besondere Landschaft herankommen. Zwischen Felsen und kleinen Wasserbecken entdeckten wir Meerestomaten, selten gewordene Seeigel und kleine Fische – kleine Details, die man leicht übersieht und die diese Küste noch faszinierender machen.
Am Torre Argentina legten wir eine kleine Pause im Schatten ein – eine Pause, die heute wirklich willkommen war. Denn die Sonne meinte es ausgesprochen gut mit uns und machte die Tour zu einer echten Hitzeschlacht.
Anschließend führte uns der Weg durch herrlich duftende Mittelmeermacchia weiter entlang der Küste – mal bergauf, mal bergab, aber immer begleitet vom Blick auf das scheinbar endlose Meer. Das letzte Stück bis zur Badebucht wurde dann noch einmal etwas abenteuerlich. Zwischen Felsen und Gestrüpp blieb wohl der ein oder andere kleine Kratzer als Erinnerung zurück – kostenlose Urlaubssouvenirs sozusagen.
Die Belohnung wartete aber schon: die traumhafte Bucht Compoltitu, die nicht ohne Grund als Königin der Bosane-Strände bezeichnet wird. Das erfrischende Bad im glasklaren Wasser kam genau zum richtigen Zeitpunkt und tat nach der Wanderung einfach unglaublich gut.
Nach einem kurzen Anstieg wartete Salvatore bereits auf uns und brachte uns weiter nach Bosa. Das kleine Städtchen gehört sicherlich zu den charmantesten Orten Sardiniens. Besonders bekannt sind die bunten Häuser, die sich dicht aneinander den Hang hinaufziehen – wobei bei uns heute eher die „gebundenen Häuser“ zum Insider-Begriff des Tages wurden. Kleine Gassen, entspannte Atmosphäre und der Fluss Temo, der mitten durch die Stadt fließt, verleihen Bosa einen ganz besonderen Charakter.
Nach etwas Freizeit zum Mittagessen wartete bereits der nächste Genussmoment auf uns: eine Malvasia-Verkostung in der Cantina Columbu bei Vanna. Der Malvasia di Bosa gehört zu den bekanntesten Weinen Sardiniens und wird nur in dieser Region angebaut. Besonders ist sein aromatischer Charakter – oft mit feinen Noten von Honig, Mandeln und Trockenfrüchten. Traditionell wird er gerne zusammen mit Gebäck oder Desserts genossen – und genau so durften auch wir ihn heute erleben. Zusammen mit sardischem Gebäck bildete die Verkostung einen gelungenen süßen Abschluss unseres Aufenthalts in Bosa.
Auf der Rückfahrt konnten wir die traumhafte Küstenstraße noch einmal genießen, bevor im Hotel erneut Zeit für Pool oder Meer blieb.
Ein Tag voller Landschaften, Düfte, kleiner Entdeckungen und schöner gemeinsamer Momente – und wieder einer dieser Tage, an denen man am Abend denkt: Heute haben wir wirklich viel erlebt.
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