Rundreise Japan zur Sakura–Zeit
Reisebericht: 23.03. – 03.04.2026
In 12 Tagen durften wir das Land der aufgehenden Sonne - Japan - entdecken und waren zur wohl schönsten Jahreszeit da - die Kirschblüte. Vielseitig und kulinarisch reisten wir durch das Land.
Ein Reisebericht von
Mary Dobberkau
Flug nach Tokio in der Jubiläumsmachine
Für einige von uns hieß es früh aufstehen, denn bereits 6 Uhr ging der Flieger von Dresden nach Frankfurt. Hier trafen wir auf den Großteil aller Mitreisenden und nach einem kurzen Kennenlernen saßen wir auch schon im Flugzeug nach Tokio. Ein ganz besonderes Highlight erwartete uns dabei schon am Gate: Wir durften mit einer echten Jubiläumsmaschine der Lufthansa fliegen. Die imposante Boeing 747-8 präsentierte sich anlässlich des 100. Geburtstags der Airline in einer außergewöhnlichen Sonderlackierung. Mit ihrem eleganten, festlichen Design wurde sie nicht nur zum Blickfang auf dem Rollfeld, sondern verlieh unserer Reise von Beginn an einen Hauch von Exklusivität und Geschichte.
Hallo Japan – Tokio von oben
Am Morgen landeten wir endlich in Japan und wurden am lughafen von unserer Reiseleitung Danica herzlich in Empfang genommen und direkt auf die kommenden Tage eingestimmt. Noch etwas müde vom Flug stiegen wir in unseren Bus und lernten zugleich unseren Busfahrer Abirusan kennen, welcher uns bis mitte der Reise sicher durch Japan bringen würde. Auf der Fahrt ins Zentrum von Tokio konnten wir bereits viele Eindrücke dieser riesigen Metropole sammeln – die Mischung aus modernen Hochhäusern und traditionellen Elementen war überall spürbar.
Gleich zu Beginn erwartete uns ein echtes Highlight: Wir fuhren auf den Tokyo Skytree im Stadtteil Oshiage. Mit seinen 634 Metern ist er nicht nur der höchste Fernsehturm der Welt, sondern zählt auch zu den höchsten freistehenden Bauwerken überhaupt. Von der Aussichtsplattform bot sich uns ein beeindruckender Blick über Tokio – eine scheinbar endlose Stadtlandschaft, die sich bis zum Horizont erstreckte.
Am Nachmittag bezogen wir unser Hotel für die nächsten drei Nächte. Dort hatten wir zunächst etwas Zeit, um anzukommen, auszupacken und uns kurz auszuruhen.
Um den ersten Tag gebührend abzuschließen, ging es dann gemeinsam in ein nahegelegenes Restaurant, wo uns ein typisch japanisches Abendessen erwartete. Wir saßen – ganz typisch – auf dem Boden, und es wurden uns Sashimi, Chirashi, verschiedene Salate und weitere Fischgerichte serviert. Es war ein spannender erster Einblick in die japanische Küche und zugleich ein gelungener Abschluss eines erlebnisreichen Tages. Darauf stießen wir mit einem Sake an!
Einen Tag lang Tokio entdecken: Meiji Schrein – Senso–ji Tempel – Asakusa
Wer wollte, konnte den Tag mit einem typisch japanischen Frühstück beginnen. Das Hotelbuffet bot eine beeindruckende Vielfalt – von Reis, Fisch und Miso-Suppe bis hin zu eingelegtem Gemüse. Der ein oder andere von uns war jedoch auch ganz froh, dass es zusätzlich ein kontinentales Frühstück gab.
Nachdem uns der Vortag noch mit Sonnenschein verwöhnt hatte, zeigte sich Tokio heute von seiner regnerischen Seite – und das ausgiebig. Also schnappten wir uns unsere Regenschirme und machten uns auf den Weg zum Meiji-Schrein. Die Anlage, idyllisch in einem weitläufigen Waldgebiet gelegen, stammt aus der Kaiserzeit und ist bis heute eine wichtige religiöse Stätte des Shintoismus. Trotz des Regens herrschte eine besondere Atmosphäre, und wir hatten sogar das Glück, eine Zeremonie zu beobachten sowie Familien in traditioneller Kleidung zu sehen. Hier begegneten uns auch zum ersten Mal die sogenannten Omamori – kleine, kunstvoll gestaltete Glücksbringer aus Stoff. Diese gibt es wirklich für sämtliche Lebenslagen, wie Sicherheit im Verkehr, das Bestehen einer Prüfung oder den richtigen Partner zu finden.
Für einen Mittagssnack zog es uns anschließend in den modernen Stadtteil Ginza. Auf dem Weg dahin fuhren wir über die berühmte Shibuya Kreuzung, wo bis zu 2500 Menschen gleichzeitig die Straße überqueren. Ginza ist für seine eleganten Einkaufsstraßen bekannt. In einem Foodcourt einer Mall kamen wir aus dem Staunen kaum heraus – die Auswahl an Speisen war riesig und unglaublich vielfältig. Als süßen Abschluss besorgte Danica für uns Anpan, ein typisch japanisches Gebäck mit einer Füllung aus roter Bohnenpaste.
Danach ging es weiter nach Asakusa zum Sensō-ji. Der buddhistische Tempel ist der älteste der Stadt und beeindruckte uns mit seiner farbenfrohen und prunkvollen Gestaltung, die einen starken Kontrast zur eher schlichten Eleganz des Meiji-Schreins bildete.
Zurück im Hotel legten wir erst einmal unsere nasse Kleidung ab, bevor sich ein Teil der Gruppe zum gemeinsamen Abendessen im Foodcourt nebenan traf und den Abend gemütlich ausklingen lies.
Tagesausflug nach Nikko: Tōshō–gū & Taiyū–in Mausoleum
Am vierten Tag stand alles im Zeichen von Schreinen und Tempeln – und das inmitten der beeindruckenden Natur des Nikkō-Nationalparks. Zunächst dauerte es eine ganze Weile, bis wir das endlose Häusermeer von Tokio hinter uns ließen. Nach und nach wurde die Landschaft grüner, ruhiger und deutlich weitläufiger – ein spürbarer Kontrast zur Großstadt.
Unser Ziel war der prunkvolle Nikkō Tōshō-gū sowie das nahegelegene Taiyū-in Mausoleum. Kaum angekommen, mussten wir allerdings erst einmal wieder unsere Regenschirme auspacken – auch an diesem Tag meinte es das Wetter nicht allzu gut mit uns.
Trotzdem ließen wir uns die Stimmung nicht verderben und erkundeten den Toshogu-Schrein. Die Anlage beeindruckte uns mit ihrer außergewöhnlichen Pracht: aufwendige Schnitzereien, leuchtende Farben und immer wieder goldene Verzierungen, so weit das Auge reichte. Dabei erfuhren wir auch mehr über den japanischen Sinn für Ästhetik – insbesondere den hohen Anspruch an Perfektion, aber auch die Wertschätzung des Vergänglichen, die tief in der Kultur verwurzelt ist. Natürlich entdeckten wir auch die berühmten Motive des Schreins: die drei Affen, die nichts sehen, nichts hören und nichts sagen, die kunstvoll gestalteten Elefanten sowie die berühmte „schlafende Katze“, die als Symbol für Ruhe und Frieden gilt.
Am späten Nachmittag kehrten wir schließlich zurück ins Hotel. Ein Teil von uns machte sich am Abend noch einmal auf den Weg zur Freiheitsstatue in Odaiba, um die Rainbow Bridge bei Nacht zu sehen. Auch wenn sie an diesem Abend nur in schlichtem Weiß erstrahlte, war der Blick auf die leuchtende Skyline Tokios einfach atemberaubend und ein perfekter Abschluss des Tages.
Buddhas in Kamkura & auf dem Weg in den Fuji Nationalpark
Am fünften Tag führte uns unsere Reise weiter nach Kamakura – und das endlich bei schönem Wetter. Wir ließen den Regen der vergangenen Tage hinter uns und wurden direkt belohnt: Auf dem Weg zeigte sich uns sogar die schneebedeckte Spitze des Mount Fuji – ein besonderer Moment, der uns allen in Erinnerung bleiben wird.
In Kamakura angekommen, besuchten wir zunächst den Hasedera-Tempel. Die weitläufige Anlage beeindruckte nicht nur durch ihre ruhige Atmosphäre, sondern auch durch ihre wunderschön angelegten Gärten. Viele Bäume standen bereits in Blüte, darunter auch die ersten Kirschbäume – perfektes Timing, denn genau an diesem Tag war der offizielle Tag der Kirschblüte in Japan. Überall boten sich uns traumhafte Fotomotive und immer wieder neue Perspektiven.
Anschließend besichtigten wir den berühmten Großen Buddha von Kamakura. Die imposante Bronzestatue ist rund 13 Meter hoch und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Ursprünglich stand sie in einer Tempelhalle, die jedoch durch Naturkatastrophen zerstört wurde, sodass der Buddha heute unter freiem Himmel sitzt. Danach hatten wir noch etwas Zeit, durch die kleinen Gassen Kamakuras zu schlendern, das schöne Wetter zu genießen und die besondere Atmosphäre der Stadt auf uns wirken zu lassen.
Im Anschluss führte uns unsere Reise weiter in Richtung Südwesten zum Ashi-See. Dort gingen wir an Bord eines Piratenschiffs und überquerten den See, umgeben von bewaldeten Hügeln – bei klarer Sicht hätte man von hier sogar noch einmal den Fuji sehen können. Allerdings zeigte sich bei uns der Himmel wolkenbedeckt. Doch halb so wild, so war wie eine Fahrt durch einen Fjord für uns.
Am Abend erreichten wir schließlich unseren Ryokan, ein traditionelles japanisches Gasthaus. Zum gemeinsamen Abendessen trafen wir uns in typisch japanischer Atmosphäre – einige von uns sogar im Yukata, auch wenn das Binden der Schleife nicht bei allen auf Anhieb klappte. Die Speisen waren liebevoll in kleinen Schälchen angerichtet und boten uns eine große Vielfalt traditioneller Gerichte, darunter Sashimi, Miso-Suppe, eingelegtes Gemüse und verschiedene Meeresfrüchte.
Im Anschluss nutzten einige von uns noch die Gelegenheit, im heißen Onsen des Ryokans zu entspannen – ein perfekter Abschluss dieses abwechslungsreichen und sonnigen Tages.
Ein Tag im Owakudani–Tal mit ganz viel Mount Fuji
Den Morgen begannen wir mit einem typisch japanischen Frühstück in unserem Ryokan. Auf dem Tisch standen unter anderem geräucherte Makrele, Miso-Suppe, Reis und verschiedene Beilagen – einige davon für uns nicht sofort zu identifizieren, aber gerade das machte den Reiz aus.
Heute wollten wir uns ganz dem Mount Fuji widmen. Unser Weg führte uns durch die beeindruckende Bergwelt von Hakone und in das geothermale Owakudani-Tal. Wir fuhren zuerst mit der Seilbahn hinauf nach Owakudani - ca. 1040 m über Meeresspiegel. Schon während der Fahrt stieg uns ein intensiver Schwefelgeruch in die Nase – ein deutliches Zeichen dafür, dass wir uns in einem aktiven vulkanischen Gebiet befanden. Oben angekommen bot sich uns ein faszinierender Anblick: dampfende Erdlöcher, aufsteigende Schwefelschwaden und eine fast surreale Landschaft. Zwischendurch ließ sich sogar der Fuji blicken und lugte immer wieder hinter den Wolken hervor. Wieder im Tal in Togendai angekommen, machten wir uns auf den Weg in Richtung Takayama. Während der Fahrt probierten wir die berühmten schwarzen Onsen-Eir, die in Owakudani gekocht werden. Anders als erwartet, schmecken die schwarzen Eier wie normale Eier. Ei bleibt eben Ei.
Auf der Fahrt zeigte sich uns der Fuji schließlich fast in seiner ganzen Pracht, sodass Abirusan mehrere Fotostopps ermöglichte und wir diesen besonderen Moment festhalten konnten.
Um auch das „Hanami“ – das japanische Betrachten der Kirschblüte – nicht zu kurz kommen zu lassen, legten wir einen Halt im Gotemba Peace Park ein. Die liebevoll gestaltete Parkanlage bot mit ihren blühenden Kirschbäumen eine wunderschöne Kulisse. Bei strahlendem Sonnenschein genossen wir es, uns die Beine zu vertreten und die besondere Atmosphäre auf uns wirken zu lassen.
Kurz vor unserer Ankunft in Takayama begegneten uns sogar noch einige Makaken am Straßenrand – ein unerwartetes Highlight. Den Abend ließen wir schließlich gemütlich in der Stadt ausklingen und freuten uns auf die kommenden Erlebnisse.
Erkundung Takayama & Shirakawago
Der Morgen begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein, aber frischen 5 Grad. Direkt nach dem Frühstück spazierten wir zum Takayama Morgenmarkt und schlenderten entlang der vielen kleinen Stände. Wer beim Frühstück nicht ganz satt geworden war, konnte sich hier noch einen kleinen Snack holen – von riesengroßen roten Äpfeln über Matcha, Kaffee und Gebäck bis hin zu allerlei lokalen Leckereien. In Takayama begegneten uns auch die Sarubobo-Puppen - ein Schutzsymbol und symbolisiert die Hoffnung, dass das Unglück weicht, während das Glück bleibt.
Anschließend fuhren wir nach Shirakawa-go. Schon beim Aussteigen spürten wir die angenehme Wärme – Sonne und 20 Grad begrüßten uns in dem kleinen Dorf. Bei einem Rundgang entdeckten wir die traditionellen Gasshō-zukuri-Häuser, deren steile Schilfdächer das Dorf berühmt gemacht haben. In einem der Bauernhäuser erhielten wir einen Einblick in das Leben der Menschen vergangener Jahrhunderte: wie die Räume genutzt wurden, wie man Lebensmittel lagerte und welche handwerklichen Techniken damals alltäglich waren.
Zurück in Takayama zeigte uns Danica die malerische Altstadt. Links und rechts der Hauptstraße reihten sich kleine Läden mit einzigartigen Souvenirs, handwerklichen Produkten und regionalen Leckereien aneinander. Am Ende der Straße besuchten wir das Takayama Jinya, einst die Provinzverwaltung der Stadt. Von außen wirkt das Gebäude eher unscheinbar, doch innen erstreckt sich ein Labyrinth aus Räumen, das einen Eindruck von der Größe und Bedeutung der Verwaltung in der Edo-Zeit vermittelt.
Den freien Nachmittag nutzten wir für einen kleinen Stadtbummel durch die Altstadt, bevor wir uns zum Abendessen trafen. Heute stand das berühmte Hida-Rind auf dem Menü. Besonders spannend war, dass wir das Fleisch selbst auf kleinen Tischgrills zubereiten durften und dazu zahlreiche kleine Beilagen und Spezialitäten probierten. So fand der Tag einen genussvollen und gelungenen Abschluss.
Mit dem Shinkansen–Schnellzug zur Burg von Himeji und Endstation Hiroshima
Wir verließen Takayama und machten uns auf den Weg nach Himeji, diesmal allerdings mit einem Wechsel des Transportmittels und verabschiedeten uns von unserem tollen Busfahrer Abirusan. Zunächst fuhren wir mit dem Regionalzug nach Nagoya, um dort in den Shinkansen nach Himeji umzusteigen. Am Bahnhof herrschte reges Treiben, doch wir schafften es dennoch, das ein oder andere Foto vom faszinierenden Schnellzug zu machen. Auf der Fahrt Richtung Himeji stellten wir fest, dass die Kirschblüte in dieser Region bereits deutlich weiter fortgeschritten war. Kaum angekommen und den Bahnhof verlassen, fiel uns sofort die Burg Himeji, auch bekannt als „Burg des Weißen Reiher“, ins Auge. Die Burg thront auf einem Hügel und wirkt von weitem, als würde sie über die Stadt wachen. Sie ist die größte erhaltene Burg Japans und besticht durch ihre leuchtend weißen Mauern und die komplexe Anlage aus zahlreichen Türmen, Toren und verwinkelten Korridoren, die einst der Verteidigung dienten. Prächtig umrahmt von blühender Sakura spazierten wir gemütlich auf sie zu. Vor Ort bot sich uns ein beeindruckender Anblick: die Kirschblüten in Weiß und zartem Rosa kontrastierten perfekt mit der eleganten Architektur der Burg, und es war sofort nachvollziehbar, warum Himeji das erste UNESCO-Weltkulturerbe Japans wurde.
Wir hatten nun Zeit, die Burg zu erkunden und einen Teil der Türme zu erklimmen. Aufgrund der vielen Besucher war dies zwar nicht ganz einfach, doch einige von uns stiegen die engen Treppen hinauf, während andere den Ausblick über die Stadt und die blühenden Gärten genossen. Besonders faszinierend waren die kunstvollen Holzverzierungen und das geschickte Verteidigungssystem der Burg, das selbst heute noch beeindruckt.
Anschließend machten wir uns zurück auf den Weg zum Bahnhof und traten unsere letzte Zugfahrt des Tages an. Selbstverständlich ging es erneut mit dem Shinkansen weiter, diesmal nach Hiroshima. Hier wurden wir am Abend im Ekimae Hiroba verwöhnt – einem Foodcourt im sechsten Stock eines Einkaufszentrums. Zunächst staunten wir etwas, denn alles wirkte eher wie Streetfood und wir fragten uns, wo wir hier gelandet waren. Doch dann begannen die Köche direkt vor unseren Augen zu kochen, und es wurde schnell zu einem echten Erlebnis. Auf dem Menü stand die japanische Spezialität „Okonomiyaki“, oft als japanische Pizza bezeichnet – und sie war einfach nur köstlich. So ging ein ereignisreicher und eindrucksvoller Tag zu Ende.
Erkundung der Insel Miyajima & Besuch des Friedensparks Hiroshima
Den Morgen starteten wir mit einem Frühstück in unserem Hotel im obersten Stockwerk mit Blick auf Hiroshima. Leider war die Aussicht von grauen Wolken etwas getrübt, doch das konnte unsere Laune nicht drücken.
Unser erster Stopp führte uns in den Friedenspark Hiroshima zum Atombombendom. Im August 1945 wurde hier die erste Atombombe abgeworfen. Der Dom, die Ruine eines einstigen Regierungsgebäudes, steht heute als Mahnmal für Frieden und mahnt an das Leid, das die Japaner damals erfahen mussten. Hier spürten wir die bedrückende Atmosphäre und reflektierten über die Bedeutung von Frieden in der heutigen Zeit. Besonders bewegend war auch das Kinderdenkmal, das an Sadako Sasaki erinnert, ein junges Mädchen, das an den Folgen der Strahlenkrankheit starb. Sadako faltete während ihrer Krankheit über 1.000 Papierkraniche in der Hoffnung auf Heilung, und seitdem sind die Papierkraniche weltweit zum Symbol für Frieden geworden. Tausende kleine bunte Kraniche, die man im Park sieht, erinnern an diesen Wunsch nach einer besseren Welt.
Nach diesem nachdenklichen Beginn begaben wir uns per Boot auf die Insel Miyajima, die in der Bucht von Hiroshima liegt. Hier begrüßte uns die Sonne, und auf dem Weg zum Itsukushima-Schrein begegneten uns die ersten wilden Shika-Hirsche. Neugierig und unbekümmert suchten sie nach Futter, oft ganz brav vor den Restaurants wartend.
Am Itsukushima-Schrein beeindruckte uns besonders das berühmte rote Tori-Tor, das während der Flut scheinbar auf dem Wasser zu schweben scheint. Die Kombination aus roten Bauwerken, der Spiegelung im Wasser und den blühenden Kirschbäumen machte das Motiv perfekt. Die Umgebung lud zudem zu einem gemütlichen Spaziergang ein, wobei einige von uns die Zeit für einen Kaffee oder kleine Snacks nutzten, die in der lebhaften Einkaufsstraße angeboten wurden. Auf der Rückfahrt per Fähre teilte uns Danica die traditionellen Momiji-Okashi aus – kleine Ahornblatt-förmige Süßigkeiten mit Apfelfüllung, ein typisches Gepäck von Miyajima.
Zurück in Hiroshima besuchten wir das Museum, welches die Geschichte Horishimas eindrucksvoll darstellt. Anschließend blieb noch Zeit bei strahlendem Sonnenschein durch den Friedenspark zu spatieren. Dieses Mal nahmen wir die gesamte Anlage wahr, die trotz der tragischen Geschichte voller Leben ist. Besonders zur Zeit der Sakura in voller Blüte war der Park ein Zeichen dafür, dass das Gute immer einen Weg findet und überlebt. Hier und da saßen die Menschen unter den Kirschbäumen, betrieben das Hanamie (Blüte betrachten) und genossen einfach das Wetter.
Am späten Nachmittag verabschiedeten wir uns von Hiroshima und fuhren mit dem Shinkansen nach Kyoto. Voher besorgten wir uns noch die typischen Bento-Boxen - die Lunch-Box schlechthin auf Zugfahrten in Japan. Am Bahnhof in Kyoto angekommen, machten wir zunächst einen Rundgang und waren beeindruckt: Die Architektur, die Weitläufigkeit und die vielen kleinen Erlebnisstationen machten den Bahnhof zu einem Erlebnis, wie wir es aus Deutschland nicht kennen. Nach einem langen, ereignisreichen Tag checkten wir schließlich in unser Hotel ein.
Der Kyoto-Bahnhof ist architektonisch ein beeindruckendes Meisterwerk: riesige Glasfronten, weitläufige Treppenanlagen, Rolltreppen und Panoramaaufzüge verleihen dem Gebäude fast den Charakter eines modernen Kulturzentrums. Auf mehreren Ebenen gibt es Einkaufszentren, Restaurants, Cafés und Aussichtspunkte, von denen man einen herrlichen Blick auf die Stadt genießen kann. Besonders die Kombination aus futuristischer Architektur und Funktionalität machte den Bahnhof zu einem Erlebnis, das wir so in Deutschland noch nie gesehen hatten. Nach einem langen, ereignisreichen Tag checkten wir schließlich in unser Hotel ein.
Tierische Bekanntschaften und größter Bronzebuddha der Welt in Nara
Heute stand Nara auf dem Programm. Nach dem festlichen Frühstück im Ballsaal des Hotels fuhren wir in die Stadt. Während der Fahrt regnete es in Strömen, doch das hielt unsere Stimmung nicht auf. Bereits bei der Ankunft begegneten uns die ersten tierischen Einwohner – die Shika-Hirsche –, die uns den ganzen Tag begleiten sollten. Nimmersatt wie sie sind, kamen sie neugierig auf uns zu und führten manchmal sogar ein kleines Kunststück auf, wenn sie etwas zu essen erhofften. Zum Glück hatte der ein oder andere von uns einen Snack parat.
Zuerst besuchten wir den Todai-ji-Tempel, in dem sich der größte bronzene Buddha der Welt befindet. Bereits beim Betreten des Tores bekamen wir einen Eindruck von den gewaltigen Dimensionen, die die Japaner damals erschaffen hatten. Die Holz- und Steinkonstruktionen, die den Tempel stützen, wirken riesig und geheimnisvoll zugleich. Im Inneren thronte der große Buddha erhaben und majestätisch in der Mitte der Halle, ein beeindruckendes Symbol für Frieden und Erleuchtung. Die Skulptur allein ist fast 15 Meter hoch und vermittelt die Bedeutung, die Spiritualität und Kunst im damaligen Japan hatten.
Nach dem Tempelbesuch entschied sich ein Teil der Gruppe, die Zeit in einem gemütlichen Café zu verbringen, während die anderen Nara weiter erkundeten. Unser Weg führte uns vorbei am Kasuga-Taisha-Schrein, der durch seine hunderten Laternen berühmt ist, sowie zu kleineren Schreinen und Gärten, die trotz des Regens eine mystische Stimmung verströmten.
Am Nachmittag kehrten wir zur Kyoto Station zurück, wo wir in kleinen Gruppen gemütlich zu Abend aßen. Danach führte uns unser Weg zur Tempelillumination am Todai-ji-Tempel. Trotz des starken Regens ließen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen. Wir waren genau zur richtigen Zeit da: die Kirschblüten standen in voller Blüte, und der Tempel wurde durch kunstvolle Lichtilluminationen perfekt in Szene gesetzt. Die weißen und rosa Blüten harmonierten mit den historischen Gebäuden, während im Inneren die Schutzgötter und Buddha-Figuren vergangener Zeiten in sanftem Licht schimmerten. Die Szenerie wirkte ehrfurchtgebietend und zauberte eine fast magische Atmosphäre.
Glücklich und mit unvergesslichen Eindrücken im Kopf fuhren wir anschließend zurück ins Hotel.
Erkundung der Kaiserstadt Kyoto
Heute wollten wir die Kaiserstadt Kyoto entdecken. Doch zunächst bemerkten wir überrascht, dass uns statt Regen plötzlich Sonne pur begrüßte. Voller Vorfreude stiegen wir in den Bus und fuhren zum Ryoan-ji Zen-Garten. Schon beim Betreten des Geländes fiel uns die ruhige und fast meditative Atmosphäre auf, denn wir waren nahezu allein dort. Im Zen-Garten hielten wir inne und ließen das Prinzip von Vollkommenheit und Unvollkommenheit auf uns wirken, bevor wir anschließend gemütlich durch den weitläufigen Garten mit sattem Grün und blühender Sakura spazierten.
Danach fuhren wir zum berühmten Kinkaku-ji, dem Goldenen Tempel. Anders als im Ryoan-ji war hier deutlich mehr los – Besucher aus aller Welt drängten sich, um Fotos von dem prachtvollen, goldverzierten Gebäude zu machen. Besonders hübsch war, dass ein Reiher sich im See davor platzierte und wie zufällig für uns posierte, während wir die perfekte Spiegelung des Tempels im Wasser bewunderten.
Anschließend besuchten wir noch den Heian-Schrein, den letzten Schrein unserer Reise. Zwar ist der Schrein selbst beeindruckend, doch das eigentliche Highlight ist der weitläufige Garten. Wir durchschritten das große, rote Tor und konnten hier alle typischen Elemente eines japanischen Gartens erleben: stille Teiche, Kois, kleine Brücken, gepflegte Wege und natürlich die blühende Sakura – und das bei strahlendem Sonnenschein.
Bevor Zeit für individuelle Erkundungen und das Besorgen letzter Souvenirs blieb, führte uns Danica noch in das Geisha-Viertel Gion. Hier wird der alte Beruf der Geishas nach wie vor gepflegt. Der ein oder andere von uns hatte auch Glück und konnte eine dieser Künstlerinnen mit ihrer besonderen Ausstrahlung sehen. Es war spannend zu sehen, wie die Frauen in den traditionellen Kimonos das kulturelle Erbe Kyotos verkörpern – eine lebendige Erinnerung daran, dass Tradition und Moderne in Japan eng miteinander verbunden sind.
Anschließend brachte uns Danica noch zum Nishiki-Markt, wo man wunderbar Snacks und Souvenirs kaufen konnte. Hier hatten wir etwas Zeit für einen Kaffee oder einen kleinen Spaziergang am Flussufer, bei dem wir die Sakura bewundern konnten. Danach nahmen wir an einer Teezeremonie teil. Dabei lernten wir, wie Matcha traditionell zubereitet wird, wie man die Teeschale richtig hält und genossen dazu ein kleines Reisküchlein.
Schließlich stand das letzte gemeinsame Abendessen an. In einem gemütlichen Restaurant ließen wir die Reise kulinarisch ausklingen, mit Sushi, Sashimi, Tempura und weiteren japanischen Spezialitäten. Gemeinsam stießen wir auf die vergangenen Tage und die vielen schönen Erinnerungen an. Ein großes Dankeschön an unsere Reiseleitung und die Gruppe durfte natürlich auch nicht fehlen. Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen und zurück nach Deutschland – mit unzähligen Eindrücken, Fotos und Erinnerungen im Gepäck.
Tschüss Japan – Rückflug nach Deutschland
Somit hieß es Abschied nehmen von Japan und wir machten uns auf den Rückweg nach Deutschland. Nach ein paar Schwierigkeiten am Flughafen Osaka – von langen Sicherheitskontrollen bis hin zu kleinen Verwirrungen beim Boarding – schafften wir es schließlich alle zum Gate. Dort konnten wir noch einmal tief durchatmen und die letzten Eindrücke Revue passieren lassen. Mit einem letzten Blick auf das Land der aufgehenden Sonne starteten wir den Rückflug, voller Dankbarkeit für die unvergesslichen Erlebnisse, die bunten Städte, die beeindruckende Natur, die köstliche Küche und die herzlichen Begegnungen auf unserer Reise. Japan hatte uns verzaubert – und wir nahmen unzählige Erinnerungen und Geschichten mit nach Hause.
Ich möchte mich von Herzen bei allen für die unvergesslicReise nach Japan bedanken. Ein besonderer Dank geht an unsere Reiseleitung Danica, die uns Japan mit so viel Wissen, Liebe zum Detail und Herzlichkeit nähergebracht hat. Ebenso danke ich unserem Busfahrer Abirusan, der mit großem Engagement und einem Lächeln auf den Lippen viele Extras möglich gemacht hat und unsere Fahrten durch die Städte und Landschaften Japans noch angenehmer gestaltet hat. Und natürlich möchte ich auch meiner wunderbaren Reisegruppe danken. Eure Offenheit, Herzlichkeit und Freude am Entdecken haben jeden Tag bereichert!
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