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Traumreise Japan

Reisebericht: 28.03. – 11.04.2026

Japan bewegt. Zwei Wochen lang erkundeten wir die faszinierenden Gegensätze dieses Inselreichs, das niemals stillzustehen scheint. Lesen Sie hier, was wir erlebt haben:

Sabine Letzybyll

Ein Reisebericht von
Sabine Letzybyll

Nikko - Futarasan Schrein – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Elefantenkopf – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Kamakura - Hase-dera Tempel – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Kamakura - Hase-dera Tempel – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Kamakura  – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Peace Park - Kirschblüte – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Abendessen im Katsudon – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Burg Matsumoto – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Tanuki - kleiner Marder - Maskottchen – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Hiroshima – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Yasaka-Schrein – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Tempel der Tausend Tore - Fushimi Inari Taisha – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL)

Sonntag, 29.03.2026: Flug von Frankfurt nach Tokio

Es ist so weit: Unsere Reise nach Japan beginnt. Wir treffen uns am Flughafen Frankfurt, die Stimmung in unserer Gruppe ist eine Mischung aus freudiger Erwartung und der typischen Reiseunruhe vor einem Langstreckenflug. Koffer werden aufgegeben, Bordkarten kontrolliert. Die Vorfreude auf das, was uns morgen nach der Landung erwartet, fliegt als unsichtbarer Begleiter mit.

Montag, 30.03.2026: Tokio – Skytree, Abendessen, Abendspaziergang

Nach der Landung erwartet uns die erste positive Überraschung: Dank der vorab digital ausgefüllten Einreisegenehmigungen über Visit Japan Web verlaufen Pass- und Zollkontrolle zügig und vollkommen unkompliziert. Das erspart uns unnötiges Warten und sorgt für einen herrlich entspannten Start. Am Flughafen treffen wir auch Birgit, unsere örtliche Reiseleiterin, die uns in den nächsten Tagen tief in die Besonderheiten Japans einführen wird. Unser Weg führt uns direkt zu einem der modernen Wahrzeichen: dem Tokyo Skytree. Mit dem Aufzug geht es hinauf auf die Aussichtsplattformen des höchsten Fernsehturms der Welt. Der Blick über das schier endlose Häusermeer bei Tageslicht ist schlichtweg fantastisch. Danach checken wir in unser Hotel ein, das La Vista Tokyo Bay. Nach einer kurzen Ruhepause stürzen wir uns ins Getümmel und nutzen zum ersten Mal die berühmte Tokioter U-Bahn, um unser Restaurant zu erreichen. Das Abendessen entpuppt sich als echte kulinarische Entdeckungsreise: Wir genießen fangfrisches Sashimi, kunstvolles Chirashi-Sushi, Yakitori-Spieße und direkt am Tisch zubereitetes Fleisch. Ein geselliger Abend, perfekt um die ersten Eindrücke sacken zu lassen. Doch der Tag hält noch ein Highlight bereit: Nach dem Essen steigen wir in die Yurikamome, eine computergesteuerte, führerlose Hochbahn. Die Fahrt über die Rainbow Bridge nach Odaiba ist beeindruckend – die Skyline von Tokio leuchtet spektakulär. In Odaiba angekommen, spazieren wir an der japanischen Freiheitsstatue vorbei und staunen über den riesigen Gundam-Roboter, der vor der nächtlichen Bucht fast futuristisch wirkt. Ein spektakulärer erster Eindruck, der uns voller Vorfreude auf alles Kommende blicken lässt.

Dienstag, 31.03.2026: Tokio – Stadtrundfahrt, Meiji–Schrein, Ginzha, Azakuza, Onsen

Nach einem japanischen Frühstück starten wir unsere Stadtrundfahrt. Erster Stopp: der Meiji-Schrein. Inmitten eines riesigen Waldes gelegen, bietet dieser Ort eine wohltuende Ruhe zum geschäftigen Treiben der Stadt. Bevor wir das Gelände betreten, machen wir uns mit den Traditionen vertraut: Wir halten kurz inne und verbeugen uns respektvoll unter dem großen hölzernen Torii, das die Grenze zur heiligen Welt markiert. Kurz vor dem Schrein vollziehen wir die rituelle Reinigung am Temizuya-Brunnen. Mit hölzernen Schöpfkellen waschen wir uns nacheinander die Hände und spülen uns symbolisch den Mund aus – eine Zeremonie, um den Gottheiten rein gegenüberzutreten. Wir erfahren, dass der Schrein Kaiser Meiji gewidmet ist, dessen Regierungszeit (1868–1912) den Wendepunkt Japans vom Feudalstaat zur modernen Weltmacht markierte. Ein beeindruckendes Symbol nationaler Identität. Während der Fahrt zeigt sich Tokio von seiner nassen Seite: Ein kräftiger japanischer Frühlingsregen setzt ein. Vom Bus aus erleben wir ein besonderes Schauspiel: die berühmte Shibuya-Kreuzung. Trotz des Regens wälzen sich Menschenmassen über die Straße, sobald die Ampeln auf Grün springen. Es ist ein faszinierendes Bild – ein fast endloses Meer aus durchsichtigen Regenschirmen, das sich diszipliniert in alle Richtungen bewegt. Anschließend erreichen wir die Ginza. Im exklusivsten Einkaufsviertel der Stadt leuchten die perfekt dekorierten Schaufenster im Regengrau besonders hell. In Asakusa angekommen, regnet es mittlerweile in Strömen. Doch das hält uns nicht auf! Wir schreiten durch das berühmte Kaminarimon (Donnertor) mit seiner riesigen roten Laterne und betreten den Bezirk des Senso-ji. Dieser älteste Tempel der Stadt (gegründet im 7. Jahrhundert) ist ein Ort voller Legenden. Trotz des prasselnden Regens schlendern wir über die Nakamise-Dori zur Haupthalle. Ein Highlight ist der große Weihrauchkessel: Wie die Einheimischen fächeln wir uns den heiligen Rauch zu, der Körper und Geist reinigen soll. Einige von uns fordern ihr Schicksal heraus und ziehen ein Omikuji (Glückslos). Wer ein weniger gutes Los erwischt, knotet es einfach an ein Metallgestell, um das Unheil symbolisch am Tempel zurückzulassen. Danach bleibt Zeit für eigene Entdeckungen: Ein wärmender Tee, handgefertigte Fächer oder frisch gebackene Senbei-Reiscracker – Asakusa bietet an jeder Ecke etwas Neues.
Ziemlich durchnässt, aber glücklich kehren wir zum Hotel zurück. Zum Abendessen nutzen wir die Lage unseres Quartiers und spazieren ins neu gestaltete Viertel Koto-Toyosu direkt gegenüber. Die traditionell gestalteten Gassen bilden einen wunderbaren Kontrast zum modernen Hotelbau. Der krönende Abschluss? Das heiße Onsen-Wasser im Hotel sorgt schließlich dafür, dass wir die Regenschauer des Tages mit einem entspannten Lächeln vergessen.

Mittwoch, 1. April 2026: Ausflug nach Nikko

Heute führt uns unser Weg nach Nikko, das uns mit wolkenverhangenem Himmel und kräftigem Regen empfängt. Doch genau das verleiht diesem Ort eine ganz eigene, fast mystische Atmosphäre: Wenn der Nebel zwischen den riesigen, uralten Zedern hängt und der Regen auf die verzierten Dächer trommelt, wirkt die gesamte Anlage wie aus einer anderen Zeit gefallen.
Schon am Eingang zum Toshogu-Schrein fallen uns die imposanten Wächter am Nio-mon Tor auf. Die zwei gewaltigen Nio-Statuen leuchten in kräftigem Zinnoberrot – ein herrlicher Kontrast zum dunklen Holz und dem grauen Regenwetter. Diese muskulösen Gestalten mit ihrem wilden Gesichtsausdruck haben eine tiefere Bedeutung: Einer hat den Mund geöffnet (Laut „Ah“), der andere fest geschlossen („Un“). Gemeinsam symbolisieren sie Anfang und Ende und signalisieren jedem Besucher: Alles Böse muss draußen bleiben!
Nachdem wir die roten Nio-Wächter passiert haben, erreichen wir das prachtvolle Yomeimon-Tor, auch bekannt als „Tor des Sonnenuntergangs“. Hier thronen zwei weitere Bewacher, die sogenannten Zuishin. In traditionellen Gewändern der Heian-Zeit und mit Pfeil und Bogen bewaffnet, stellen sie kaiserliche Leibwächter dar. Wir spazieren weiter durch die Anlage, die für ihren extremen Reichtum an Gold und Schnitzereien berühmt ist. Ein besonderes Highlight ist die Nemuri-neko, die meisterhaft geschnitzte „schlafende Katze“. Friedlich zwischen Pfingstrosen schlummernd, gilt sie als Symbol für den Frieden im damaligen Japan. Der Regen verstärkt die Farben des roten Lacks und des Blattgolds, was vor der Kulisse des dunklen Waldes besonders eindrucksvoll wirkt. Am Nachmittag geht es hinauf in die Berge zum Chuzenji-See auf über 1.200 Metern Höhe. Die weite Wasserfläche wirkt durch die tief hängenden Wolken heute besonders dramatisch. Ganz in der Nähe besuchen wir die Kegon-Wasserfälle: Es ist beeindruckend, wie das Wasser fast einhundert Meter tief in die Schlucht stürzt, während sich die Gischt mit dem Regen vermischt. Nach diesem ereignisreichen Tag im kühlen Hochland machen wir uns auf den Rückweg nach Tokio. Jetzt freuen wir uns alle auf die Wärme des Hotels und – natürlich – auf ein langes Bad im Onsen. Die wohlige Wärme ist nach der kühlen Bergbrise Nikkos genau das Richtige, um den Tag Revue passieren zu lassen.

Donnerstag, 02.04.2026: Kamakura mit großem Buddha, Hasedera–Tempel, Fuji–Blick, Bootsfahrt, Ryokan

Nach einem stärkenden Frühstück – inklusive Pancakes und Fischbuffet – verlassen wir Tokio und machen uns auf den Weg Richtung Süden. Erster Halt: Kamakura. Am Eingang zum heiligen Bezirk empfängt uns ein beeindruckendes Ninotorii. Wir spazieren durch eine wunderschöne Kirschblütenallee, deren Bäume in voller Pracht stehen. Auch heute begleitet uns der Regen, was die Farben der rosa Blüten und des grünen Mooses fast magisch leuchten lässt. Wir besuchen den Hase-dera Tempel, bekannt für seine weitläufigen Gärten. Ein berührender Ort ist der dortige Kinderfriedhof mit den unzähligen kleinen Jizo-Statuen.
Nur ein kurzes Stück weiter erreichen wir den Kotoku-in, in dessen Zentrum der Daibutsu thront – der Große Buddha von Kamakura. Die über elf Meter hohe Bronzestatue aus dem 13. Jahrhundert steht heute unter freiem Himmel, da ihre einstige Halle vor Jahrhunderten von einem Tsunami fortgespült wurde. Der Anblick der dunklen Bronze-Patina inmitten der zartrosa Kirschblüten ist, trotz des Regens, ein unvergessliches Motiv. In den Gassen von Kamakura machen wir eine kuriose Entdeckung: Eine Sherlock-Holmes-Figur neben einer roten Telefonzelle und einem originalen London Taxi! Direkt daneben finden wir eine kleine Manufaktur und schauen zu, wie frische Matcha-Kekse mit schwarzer Sesampaste gebacken werden. Noch warm schmecken sie einfach köstlich. Danach führt uns die Reise in den Hakone-Nationalpark. Wir gehen an Bord eines prachtvoll verzierten Piratenschiffs und überqueren den Lake Ashinoko. Wir haben Glück: Trotz der Wolken erhaschen wir einen Blick auf den majestätischen Fuji-san. Vom Wasser aus entdecken wir auch das berühmte rote Torii, das malerisch direkt im See steht. Am Abend erreichen wir unser Quartier, das Onyado Megumi. Bevor wir im Onsen abtauchen, erwartet uns ein kulinarisches Feuerwerk: das Kaiseki-Menü. In leichten Yukatas genießen wir diese kunstvolle Form der gehobenen Küche, bei der jeder Gang wie ein Gemälde wirkt:

Der Start: Ein feiner Pflaumenwein und Vorspeisen wie Rapsblüten mit Muscheln und Garnelen im „Wasservogel-Stil“.

Sashimi & Erfrischung: Kurz angebratene Makrele, Meerbrasse und gekühlte Pflaumen-Somen-Nudeln.

Das Highlight: Hauchdünne Scheiben vom Hida-Rind, die wir direkt am Tisch auf einem kleinen Grill selbst zubereiten.

Der Abschluss: Knuspriger Kisu-Fisch in Tempura, aromatischer Bambussprossen-Reis und Früchte mit Schokoladen-Schlagsahne.

Nach diesem langen Tag im Regen ist das heiße Thermalwasser des Onsens der perfekte Abschluss.

Freitag, 03.04.2026: Owakudani–Tal mit schwarzen Eiern, Fahrt nach Nagano

Der Morgen im Ryokan beginnt mit einem Frühstück, das uns tief in die japanische Kultur eintauchen lässt. Statt Buffet erwartet uns ein Set direkt am Tisch: Ein im Ganzen gegrillter Fisch mit rauchigem Aroma bildet das Herzstück. Flankiert wird er von frisch gedämpftem Reis, Tsukemono (Pickles), cremigem Tofu und der klassischen Miso-Suppe. Ein ruhiger, kraftvoller Start in den Tag. Wir verlassen das Hotel und fahren hinauf in das Owakudani-Tal. Schon bei der Ankunft liegt der typische Schwefelgeruch der aktiven Vulkanzone in der Luft. Hier oben gibt es eine Spezialität, die wir uns nicht entgehen lassen: Kuro-tamago – die berühmten schwarzen Eier. Sie werden in den heißen Quellen gekocht, wodurch sich die Schale tiefschwarz verfärbt. Die Legende besagt, dass jedes Ei das Leben um sieben Jahre verlängert. Dank Birgit, die uns eine Runde spendiert, haben wir unser Lebenskonto nun ordentlich aufgestockt! Unser nächster Halt ist der Heiwa Peace Park. Dort empfängt uns eine prachtvolle Kirschblüte und die beeindruckende weiße Stupa. Besonders kurios: die vielen verschiedenen Steinlöwen aus aller Welt, die über den Park verteilt sind. Auf der anschließenden Busfahrt geschieht das, worauf alle gehofft haben: Der Himmel reißt auf! Der Fuji-san zeigt sich in seiner vollen, majestätischen Pracht. Auch beim Besuch des Fuji World Heritage Centers genießen wir diesen fantastischen Ausblick auf den perfekt geformten Vulkankegel – ein absolutes Traum-Fotomotiv. Eine längere Fahrt führt uns schließlich in den Norden nach Nagano. Unser Quartier, das Hotel Metropolitan Nagano, punktet mit seiner unschlagbaren Lage direkt am Bahnhof und einem riesigen Einkaufszentrum – perfekt für einen kleinen Abendbummel. Den Abend lassen wir individuell ausklingen. Ein Teil der Gruppe verschlägt es ins Restaurant Nagano Meijitei. Dort probieren wir die lokale Spezialität: Ein riesiges, unglaublich knuspriges Schnitzel mit würziger Katsudon-Sauce.

Sonnabend, 04.04.2026 Besuch des Affenparks, Burg Matsumoto, Hida Abendessen

Unser Tag startet mit einer ordentlichen Portion Waldluft. Um zu den berühmten Schneeaffen zu gelangen, wandern wir etwa 30 Minuten durch einen verwunschenen Nadelwald. Die Ruhe der Natur bereitet uns perfekt auf das Highlight am Ende des Pfades vor: den Jigokudani Monkey Park. Es ist ein faszinierender Anblick, die japanischen Makaken so nah in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben. Die Affen sitzen tiefenentspannt im dampfenden Wasser der heißen Quellen, um sich aufzuwärmen. Es ist unglaublich friedlich: Während die Älteren genüsslich die Augen schließen oder sich hingebungsvoll lausen, sorgen die Jungtiere für Action. Wir haben sogar das Glück, einen kleinen Affen bei seinen ersten mutigen Tauchversuchen zu beobachten – ein echtes Highlight! Nachmittags erreichen wir die Burg Matsumoto. Wegen ihrer markanten schwarzen Holzfassade wird sie auch ehrfürchtig „Krähenburg“ genannt. Als eine der wenigen erhaltenen Originalburgen Japans ist sie heute gut besucht, und wir reihen uns in den Besucherstrom ein. Das Innere der Burg ist ein echtes Abenteuer: Wir kraxeln die extrem steilen Holztreppen hinauf – bei einer Steigung von bis zu 61 Grad ist das fast schon Klettersport! Wir bahnen uns den Weg durch das historische Gebälk bis in die 5. Etage, vorbei an massiven Holzpfeilern und alten Schießscharten. Die Belohnung für den Aufstieg? Ein fantastischer Ausblick über die Stadt und die Gipfel der japanischen Alpen. Zum Abschluss des Tages zieht es uns in den Stadtteil Hanaokamachi. Das markante Schild „Hida-gyu“ verspricht uns das berühmte Rindfleisch der Region. Das Restaurant verfolgt das „Itto-gai“-Konzept: Hier wird das ganze Tier verwertet, um eine beeindruckende Vielfalt an Fleischschnitten anzubieten. Jeweils zu viert teilen wir uns einen Grill am Platz und ein riesiges Tablett vollgepackt mit feinstem Fleisch. Während wir unsere Steaks selbst brutzeln, genießen wir knackigen Salat, japanische Pickles und verfeinern das Ganze mit Wasabi und Knoblauch. Ein saftiges Mandarinen-Dessert rundet diesen kulinarischen Abend perfekt ab.

Sonntag, 05.04.2026 Miyagawa Morgenmarkt, Ogimachi Dorf,

Unser Tag beginnt ganz entspannt auf dem Miyagawa Morgenmarkt. Direkt am Flussufer schlendern wir an den Ständen vorbei, bewundern lokales Kunsthandwerk und probieren hier und da eine kleine Köstlichkeit. Danach zieht es uns in die historische Altstadt. An der berühmten roten Nakabashi-Brücke halten wir inne: Die leuchtend rote Brücke vor den zartrosa Kirschblüten ist das ultimative Postkartenmotiv! In den Gassen entdecken wir zudem die riesigen Tore der Garagen, in denen die prachtvollen Festwagen (Yatai) auf ihren nächsten Einsatz warten. Ein kultureller Höhepunkt ist der Besuch des Takayama Jinya. Das ehemalige Amtshaus der Shogune beeindruckt durch seine schlichte Architektur und die weitläufigen Tatami-Räume – man fühlt sich direkt in die Edo-Zeit zurückversetzt. Gegen Mittag verlassen wir Takayama und fahren in das Bergdorf Ogimachi in Shirakawa-go. Schon der Zugang über die lange Hängebrücke ist spektakulär! Das UNESCO-Weltkulturerbe mit seinen strohgedeckten Gassho-Zukuri-Häusern wirkt wie eine Filmkulisse aus einer anderen Welt. Wir besichtigen das historische Kanda-Haus und staunen über die kluge Bauweise: Unter den riesigen Dächern wurde früher auf mehreren Etagen sogar Seidenraupenzucht betrieben. Zurück in Takayama lassen wir den Tag in der lebendigen Atmosphäre des Dekonaru Yokocho ausklingen. Diese schmalen Gassen sind genau das Japan, das man aus Filmen kennt: winzige, gemütliche Stände, herzliche Gastgeber und bunte Holztische voller Botschaften früherer Besucher.

Hier schlemmen wir uns durch japanische Klassiker:

Curry-Udon: Dicke Nudeln in würziger Brühe, mit einem Eigelb für die Extra-Cremigkeit.

Mentaiko-Pasta (Udon-Style): Cremig, mit würzigem Fischrogen und frischem Shiso-Blatt.

Chicken Nanban: Knuspriges Hähnchen mit einer großzügigen Portion Tatarensauce.

Dazu ein eiskaltes Kirin Ichiban vom Fass – ein herrlich ungezwungener Abend und der perfekte Abschluss für diesen Tag!

Montag, 06.04.2026 Mit dem Shinkansen Richtung Hiroshima, Burg des weißen Reihers

Unser letzter Morgen in Takayama startet mit einem kulinarischen Highlight: Tofu-Steak. Goldbraun auf der heißen Platte gebraten und mit „tanzenden“ Bonito-Flocken garniert, ist es die perfekte Stärkung für unseren Reisetag. Bevor wir aufbrechen, nutzen wir den praktischen Gepäckservice: Unsere Koffer werden direkt nach Hiroshima geschickt, sodass wir ganz entspannt nur mit leichtem Handgepäck weiterreisen können. Mit dem Shinkansen geht es in rasantem Tempo Richtung Süden. In Himeji erwartet uns ein magischer Anblick: Die Burg Himeji erhebt sich strahlend weiß vor dem blauen Himmel, eingerahmt von Kirschblüten in voller Pracht. Dass diese filigrane Holzarchitektur seit Jahrhunderten nahezu unverändert geblieben ist, grenzt an ein Wunder. Himeji ist eine der wenigen Burgen, die nie durch Krieg oder Katastrophen zerstört wurden – selbst eine Brandbombe im Zweiten Weltkrieg explodierte im Hauptturm glücklicherweise nicht. Wir erkunden das architektonische Labyrinth: Die Wege zum Turm führen oft in Sackgassen, um Angreifer festzusetzen. Überall finden sich Schießscharten in Form von Kreisen, Dreiecken und Quadraten. Von außen zählt man fünf Stockwerke, im Inneren verbergen sich jedoch sieben (inklusive Keller). Am Okiku-Brunnen lauschen wir der Sage um die Dienerin Okiku, deren Geist nachts im Brunnen verzweifelt Teller zählen soll. Am Nachmittag erreichen wir Hiroshima und beziehen unser Quartier im Hilton Hiroshima. Der erste Abend wird für einige Unternehmungslustige zu einer echten Herausforderung. Hiroshima ist „vertikal“ gebaut: In den Gebäuden stapeln sich Restaurants über etliche Stockwerke. Doch die Lokale sind oft so winzig, dass wir als große Gruppe nirgends spontan Platz finden. Nach einem lebhaften „Auf und Ab“ durch die beleuchteten Straßen werden wir schließlich fündig: im Hannou Hanryou Hiroshima-han. Der Name bedeutet „Halber Ackerbauer, Halber Fischer“. Es ist ein wahres Abenteuer: Wir werden ins Untergeschoss geführt und nehmen traditionell auf Tatami-Matten Platz. Bei regionalen Köstlichkeiten und in uriger Atmosphäre lassen wir diesen ereignisreichen Tag Revue passieren.

Dienstag, 07.04.2026 Miyajima, Friedenspark und Okonomiyaki

Unser Tag beginnt mit einer flotten Fahrt: Mit dem Schnellboot setzen wir direkt nach Miyajima über. Während wir gemütlich im Inneren des Bootes sitzen, ziehen die Küstenlandschaft und kleine Inseln an uns vorbei, bis das berühmte rote Torii am Horizont auftaucht. Miyajima zählt zu den drei schönsten Landschaften Japans und gilt seit jeher als heilige Insel. Um den Boden nicht zu verunreinigen, wurde der Itsukushima-Schrein (UNESCO-Weltkulturerbe) auf Stelzen direkt ins Wasser gebaut. So konnten Besucher früher den Schrein per Boot erreichen, ohne die Insel direkt zu betreten. Ein technisches Wunderwerk ist das ikonische rote Torii: Es steht ohne tiefes Fundament im Meeresboden und wird allein durch sein massives Eigengewicht von etwa 60 Tonnen an Ort und Stelle gehalten. Während wir die Anlage erkunden, begegnen uns immer wieder zahme Rehe, die im Shintoismus als heilige Boten der Götter verehrt werden.
Am Nachmittag kehren wir zum Festland zurück und spazieren durch den Peace Memorial Park. Es ist ein bewegender Ort der Erinnerung. Inmitten der nachdenklichen Atmosphäre setzen die blühenden Kirschblüten entlang der Flussufer einen zarten Akzent der Hoffnung. Ein besonderer Moment für unsere Gruppe ist das Schlagen der Friedensglocke – der tiefe, langanhaltende Klang hallt als Symbol für den Wunsch nach weltweitem Frieden noch lange in uns nach.
Zum Abendessen wartet etwas Besonderes: Okonomiyaki. Im Stadtteil Matsubaracho besuchen wir das moderne Restaurant Sozo. Anders als in anderen Regionen werden die Zutaten hier kunstvoll in Schichten – Nudeln, Kohl, Ei und Fleisch – direkt auf einer heißen Eisenplatte vor unseren Augen gestapelt.

Mittwoch, 8. April 2026 – Von der Geschichte Hiroshimas zum Zauber Kyotos

Den Vormittag widmen wir dem Friedensmuseum in Hiroshima. Die Ausstellung ist tief beeindruckend und führt uns die tragische Geschichte der Stadt sowie die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft eindringlich vor Augen. Es ist ein stiller, nachdenklicher Vormittag, der uns alle sehr berührt.
Gegen Mittag verabschieden wir uns von Hiroshima und steigen in den Shinkansen, der uns mit gewohnter Präzision nach Kyoto bringt. Am Bahnhof nutzen wir eines der sogenannten „Foreign Friendly Taxis“. Diese speziellen Taxis werden von mehrsprachigen Fahrern gesteuert, die auf internationale Gäste spezialisiert sind – ein sehr entspannter Transfer zu unserem Hotel. Dort angekommen, wartet eine gute Nachricht: Unser Hauptgepäck aus Takayama ist bereits unversehrt eingetroffen.
Nach dem Check-in nutzen wir die Zeit für einen ersten Spaziergang am nahegelegenen Fluss Kamo. Die Uferwege sind gesäumt von unzähligen Kirschbäumen, die gerade ihre volle Pracht entfalten. Das weiche Nachmittagslicht und die herabschneienden Blütenblätter sorgen für eine fast märchenhafte Atmosphäre – ein perfekter Empfang in der alten Kaiserstadt.
Das Abendessen findet heute individuell statt. Einige von uns zieht es zum Beispiel zum Sushino Musashi. Dieses beliebte Kaiten-Sushi-Restaurant (Laufband-Sushi) in der Nähe des Hotels ist bekannt für seine frische Auswahl und das lebhafte Ambiente. Ein unkomplizierter und köstlicher Ausklang für unseren ersten Abend in Kyoto!

Donnerstag, 9. April 2026 – Zen–Garten, Goldener Pavillon und Tempelillumination

Unser Tag beginnt mit der vollkommenen Stille des Ryoanji-Tempels. Der berühmte Zen-Steingarten mit seinen 15 sorgsam platzierten Steinen auf weißem Kies lädt zum Innehalten ein. Es ist ein faszinierendes Rätsel: Laut Legende kann man nur dann alle 15 Steine gleichzeitig sehen, wenn man die Erleuchtung erlangt hat.
Nur einen kurzes Stück entfernt erwartet uns ein glänzender Kontrast: Der Kinkaku-ji, der Goldene Pavillon. Die mit Blattgold überzogenen Stockwerke spiegeln sich perfekt im See – ein Anblick, der trotz der vielen Besucher jedes Mal aufs Neue den Atem raubt.
Anschließend tauchen wir im traditionsreichen Haus Fukujuen tiefer in die japanische Kultur ein. Bei einer feierlichen Teezeremonie lernen wir die Kunst der Matcha-Zubereitung kennen. Die Qualität überzeugt uns so sehr, dass viele von uns direkt hochwertigen Tee als Andenken für zu Hause erstehen.
Ein besonderes Naturerlebnis erwartet uns am Okazaki-Tempel, der aktuell in einem Meer aus Kirschblüten versinkt. Während wir die friedliche Atmosphäre genießen, haben wir tierisches Glück: Wir beobachten einen Reiher aus nächster Nähe und entdecken sogar einen leuchtend blauen Eisvogel – ein seltener und magischer Moment. Nach einer kurzen Pause brechen wir zum Yasaka-Schrein im Herzen von Gion auf. Schon am Eingang empfängt uns eine fast volksfestartige Stimmung mit zahlreichen Imbiss-Ständen. Es duftet nach gegrillten Spezialitäten, während wir durch die lebhafte Menge schlendern. Doch das eigentliche Highlight übertrifft alle Erwartungen: Ein monumentales Projection Mapping verwandelt die traditionellen Gebäude des Schreins in eine riesige Leinwand. Wir sind völlig gebannt, wie die Architektur durch das Lichtspiel zum Leben erwacht – mal scheint das Holz in Flammen zu stehen, mal tanzen abstrakte Muster über die Wände. Silhouetten von Besuchern in Kimonos bewegen sich durch dieses Spiel aus Licht und Schatten. Den krönenden Abschluss bildet der Rückweg durch einen beleuchteten Bambuswald. Die hoch aufragenden Halme wirken am Abend noch mystischer als am Tag.

Freitag, 10. April 2026 – Tausend Torii, Regenwetter und Nara

Der Tag beginnt mit einem echten Klassiker: dem Besuch des Fushimi Inari-Schreins. Bekannt für seine schier endlosen Alleen aus tausenden orange-roten Torii-Toren, ist er eigentlich ein Ort der Mystik. Doch heute holt uns die Realität ein: Es ist unnormal voll, und zu allem Überfluss öffnet der Himmel seine Schleusen. Der Slalom unter den Regenschirmen macht das Vorankommen zur Herausforderung – die eigentlich friedliche Stimmung geht im Trubel leider fast ein wenig unter.
Wir lassen das Gewusel hinter uns und fahren weiter nach Nara. Im berühmten Park werden wir sofort von den tierischen Bewohnern begrüßt: Die Hirsche hier sind alles andere als scheu! Taschen, Karten und Jacken sind vor ihren neugierigen Mäulern nicht sicher – ein herrlich lebendiger Empfang.
Unser Weg führt uns zum Todai-ji Tempel, einem der größten Holzgebäude der Welt. Im Inneren erwartet uns der Daibutsu, der Große Buddha. Die schiere Größe dieser Bronzestatue ist überwältigend. Amüsiert beobachten wir ein besonderes Spektakel: In einem Stützpfeiler befindet sich ein Loch, das genau so groß ist wie das Nasenloch des Buddhas. Wer dort hindurchpasst, soll im nächsten Leben die Erleuchtung erlangen – wir schauen den Mutigen gespannt beim „Winden“ zu.
Ein kurzer Spaziergang bringt uns zum Nigatsu-do, der erhöht am Hang liegt. Hier erfahren wir mehr über das beeindruckende Shuni-e Festival und die heilige Wasserschöpfzeremonie, die hier seit über 1.200 Jahren Tradition hat.
Den Abend krönen wir mit einem festlichen Abschiedsessen, das keine Wünsche offen lässt. In einem urigen Restaurant teilen wir uns ein klassisches Nabemono (Hot Pot). In der Mitte des Tisches köchelt eine herzhafte Brühe mit Huhn, Tofu und Pilzen, flankiert von knusprigem Tempura, frischem Sashimi und feinem Tamagoyaki-Omelett. Später geben wir Udon-Nudeln in die kräftige Brühe – ein kulinarisches Highlight! In geselliger Runde lassen wir die unzähligen Eindrücke Revue passieren.

Sonnabend, 11.04.2026: Abschied von Japan

Heute heißt es endgültig „Sayonara“. Nach einem letzten japanischen Frühstück in Kyoto verstauen wir unser Gepäck im Bus und machen uns auf den Weg zum Flughafen nach Osaka. Dort angekommen, verabschieden wir uns herzlich von unserem Busfahrer; Birgit begleitet uns noch bis zur Sicherheitskontrolle. Der Check-in verläuft modern und digital: Bordkarten und Gepäckanhänger ziehen wir selbst aus dem Automaten. Kurz stockt uns der Atem, als es Anzeichen für Überbuchungen gibt, doch am Ende klärt sich alles auf – jeder bekommt seinen Platz für den Heimflug. Vierzehn Stunden Flugzeit sind kein Pappenstiel, aber irgendwann ist auch die längste Reise geschafft und wir landen wohlbehalten in München. Hier verstreut sich unsere Gruppe in alle Winde: Einige eilen zu ihren Anschlussflügen, andere machen sich mit der Bahn auf den letzten Heimweg. Nun heißt es: Koffer auspacken, Wäsche waschen und die tausenden Fotos sortieren, um die Erinnerungen an dieses Abenteuer wachzuhalten.


Liebe Reisefreunde,

es war mir ein Vergnügen, mit Euch Japan zu erobern. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Erinnern an unsere vielen gemeinsamen Erlebnisse und hoffe, dass dieser Reisebericht Euch dabei unterstützen wird.

Bleibt gesund und reisefreudig!

Herzliche Grüße
Eure Reisebegleiterin Sabine Letzybyll


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