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Reisebericht: Ausführliche Rundreise im Königreich Jordanien

03.03. – 12.03.2017, 10 Tage Amman - Jerash - Ajlun - Berg Nebo - Madaba - Kerak - Petra - Wadi Rum - Aqaba - Totes Meer

Königreich Jordanien, weit mehr als nur die berühmte Felsenstadt Petra und bibliche Stätten - ein spannendes, interessantes Reiseland mit vielen Facetten....

Freitag, 03.03.2017: Flug nach Jordanien - Amman


jordanien

Von Dresden flogen wir am Vormittag zunächst nach Frankfurt. Dort trafen sich dann alle Gäste am Abfluggate zum Weiterflug nach Jordanien. Dank neuer Flugzeiten der LH landeten wir schon am Abend in Amman, und nicht erst mitten in der Nacht wie in den vergangenen Jahren. Im Flughafengebäude erwartete uns ein Vertreter der Agentur, der uns auf schnellsten Weg durch die Passkontrolle navigierte. Während wir am Gepäckband auf unsere Koffer warteten, erledigte er unkompliziert und schnell die Einreiseformalitäten für uns. In kurzer Zeit erhielten wir unsere visierten Pässe zurück. Anschließend begrüßte uns unser Reiseleiter Mahmoud und unser Busfahrer Ismail. Auf dem Weg zur Stadt, ca. 35 km, bekamen wir bereits erste Informationen zu Jordanien. Nach dem Check Inn im Hotel Regency Palace, einem 5 Sterne Hotel im Geschäftszentrum Ammans treffen wir uns im Restaurant zum späten Überraschungsabendessen, welches nicht auf unserem Programm stand. Das Buffet war lecker und reichlich, an die hohen Getränkepreise mußten wir uns erst gewöhnen.

Samstag, 04.03.2017: Amman, Zitadelle und Wüstenschlösser


jordanien

Mit Mahmoud und Ismail, unserem Busfahrer, begannen wir heute Morgen unsere Stadtrundfahrt durch die jordanische Hauptstadt. Doch zunächst wurden die Jordanischen Dinar an den Mann/Frau gebracht, die Mahmoud gestern noch für uns getauscht hatte.
Wir fuhren zuerst etwas durch die Neustadt und Vororte Ammans mit schicken Häusern und durch das Botschaftsviertel. Auch sahen wir die Festung, wie die US-Botschaft (strenges Fotografierverbot) genannt wird. Unser erstes Ziel war die Zitadelle von Amman, die sich auf einem Hügel befindet, der schon in der Antike besiedelt war. Bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen hatten wir von hier oben einen schönen Panoramablick auf die Stadt, das Römische Theater, die Blaue Moschee und die Sky-Line des modernen Ammans. Mahmoud erzählte uns viel zur Geschichte Ammans. Damals hieß die Stadt noch Philadelphia.. Er erklärte, dass Philadelphia die erste Stadt auf der Welt war, deren Name sich auf den ägyptischen Herrscher Ptolemäus II Philadelphos bezieht. Von hier oben sahen wir auch auch den größten Fahnenmast der Welt mit der Jordanischen Flagge: 126,8 Meter hoch mit der Fahne, stolze 60 x 40 Meter breit. Nach dem Besuch des Archäologischen Museums ging es weiter. Vorbei an den unauffälligen Gebäuden des Finanzministeriums mit der Geldruckerei und dem königlichem Palast, der sich auf einem grünen Hügel befindet. Dieser Palast wird nur noch zu offiziellen Anlässen genutzt. Über das Haschemitische Königreich herrscht heute König, Abdulla II, Sohn von König Hussein und seiner Frau Nur. Anders als in anderen Königreichen, wo der König nur repräsentative Aufgaben hat, besitzt der König von Jordanien die absolute Macht.
Abdullah II mit seiner wunderschönen Frau Ranja und den 4 gemeinsamen Kindern wohnen jetzt einige Kilometer außerhalb des Stadtzentrums. Mit dem Bus verließen wir Amman in Richtung Nordosten, in die Wüste, die eine Steinwüste ist. Unweit von der Stadt Azraq, mitten im Nirgendwo sahen wir das riesige Flüchtlingscamp, welches 2014 errichtet wurde. Ein beklemmendes Gefühl beschleicht uns... Kein Land der Welt nimmt mehr Flüchtlinge auf. Jordanien, eine Insel des Friedens zwischen den Krisengebieten Syrien, Irak und Westjordanland. Ungefähr die Hälfte der Einwohner sind arabische Palästinenser. Seit Ausbruch des Krieges warten und sehnen sich ca. 650.000 Syrier in den Flüchtlingscamps nach der Rückkehr in ihr Heimatland. Das kleine Land könnte dies allein, ohne Hilfe und finanzieller Zuschüsse von UNO und anderen, nicht stemmen. Ich gehe in mich, Chaos in meinen Gedanken: Wie gut geht es uns doch in Europa..... Frieden, nach dem sich jeder normale Mensch sehnt, egal, wo auf der Welt, eine teure Ware...
Respekt für das kleine Land Jordanien, die Insel des Friedens. Trotz Kriegen in den Nachbarländern, der den Tourismus in Jordanien enorm schadet, fühlten wir uns sicher und willkommen auf unserer Reise.
Bald waren wir in der Oasenstadt Al Azraq, die Blaue. Hier gingen wir auf Spurensuche von Lawrence von Arabien und besichtigten die Festung Quasr al-Azraq. Aus schwarzen Basaltstein erbaut, unterscheidet sie sich von den anderen Wüstenschlössern der Omaijaden (arabisch-islamische Dynastie bis 750 u. Z. mit Sitz in Damaskus), die wir besuchten.
Ursprünglich war es ein von den Römern im 2. Jh.n.Ch. gebautes Castel, welches zur Verteidigung gegen die aus der Wüste vorrückenden Beduinen diente. Im Winter 1917/1918 überwinterte hier Lawrence von Arabien. 1927 wurde die Festungsanlage durch ein Erdbeben schwer beschädigt. In einem Restaurant verbrachten wir unsere Mittagspause. Viele probierten die Umgedrehte, ein bekanntes jordanisches Gericht aus Reis, Kartoffeln, Hühnchen und Auberginen, wo der Topf zum Servieren einfach umgedreht wird. Man merkte aber, dass auch die Gastronomie unter dem zurück gehenden Tourismus leidet.
Anschließend fuhren wir weiter gen Osten. Das Wüstenschloss Qusair Amra, welches zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, ist eigentlich nur ein Schlösschen, wie auch sein Name sagt. Mitten in der Steinwüste steht es, ein kurzer Spaziergang führte uns dahin. Qusair Amra besteht aus verschiedenen Gebäudeteilen. Fasziniert waren wir von den guterhaltenen Freskenmalereien in der Audienzhalle. Irritiert betrachteten wir die zahlreichen Wandmalereien mit halbnackten Frauen. Denn heute ist es im Islam eigentlich nicht gestattet, Menschen abzubilden. Deshalb vermutet man, dass die Bauarbeiter wahrscheinlich Griechen waren. Die jüngere Forschung besagt jedoch, dass es vor 750 n.Chr. noch kein generelles Bilderverbot im Koran gab. Auch waren die Omaijaden damals für ihren recht unorthodoxen Lebensstil bekannt. Nach kurzer Fahrzeit erreichten wir das 3. Wüstenschloss: Qasr al-Kharana. Etwas trutzig steht es in der öden Landschaft, beeindruckend in seiner Größe, im Vergleich zum winzigen Qusair Amra. Mahmoud brillierte auch hier wieder mit seinem Wissen. Das Wüstenschloss wurde wahrscheinlich als Karawanserei genutzt, da es an einem großen Handelsweg errichtet wurde. Karawanen transportierten damals große Schätze und so ein festungsähnlicher Bau war für eine sichere Übernachtung und Rast bestens geeignet. Genau weiß man nicht, wann es erbaut wurde. Aber eine Inschrift im Mauerwerk verrät, dass am 13.11.710 dort jemand übernachtet hat. Auf dem Rückweg nach Amman stürmten wir noch einen Supermarkt, um uns mit Snacks und Getränken einzudecken. Am Abend bedienten wir uns wieder am reichhaltigen Abendbuffet unseres Hotels.

Sonntag, 05.03.2017: Der grüne Norden mit Ajlun und Jerash


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Gut gestärkt vom Frühstück fuhren wir in den grünen Norden. Doch zunächst mußten wir uns durch den mehr als dichten Verkehr in Amman drängeln. Unser Busfahrer Ismail war aber Profi. Jordanien überraschte uns heute mit einer fruchtbaren, bergigen Landschaft gegenüber der flachen Steinwüste am gestrigen Tag. Wieder begleitete uns Sonnenschein und blauer Himmel. Wir erfreuten uns am saftigen Grün der Landschaft, in den vergangenen Wochen hat es gut geregnet. Aufgeforstete Pinienwälder, immergrüne Steineichenwälder, Olivenhaine und kleine Dörfer zogen an uns vorüber. Die Mandelbäume blühten - der Frühling hatte begonnen. Oberhalb der kleinen, aber quirligen Stadt Ajlun thront auf einem Berg Qalaat ar-Rabad, ca. 1.100 m hoch. Unser Busfahrer Ismail fährt uns mit dem Bus rückwärts zum Eingang, so dass wir den steilen Weg nach oben nicht laufen müssen. Die aus dem 12. Jhd. arabische Festung wurde zum Schutz der Mekkapilger errichtet und ist Jordaniens einzigste mittelalterliche Burg. Bauherr war ein Neffe des großen Sultans Saladin. Allerdings wurden die Kreuzritter 1187 bei Hattin vernichtend geschlagen, so dass das Qalaat ar-Rabad als Schutzburg nie genutzt wurde. Von hier oben hatten wir einen fantastischen Ausblick bis ins Jordantal, zum Toten Meer und auf das Westjordanland.
Übrigens: Kreuzritter nennt man hier einfach nur die Franken.
Anschließend fuhren wir nach Jerash. Hier befindet sich eine bedeutendsten und besterhaltendsten Siedlungen der Römer überhaupt: Gerasa, das Pompeji des Ostens. Über zwei Stunden verbrachten wir in der antiken Stadt. Durch den Hadrian-Bogen betraten wir das riesige Gelände. Nicht nur wir waren begeistert, auch schon Kaiser Hadrian sprach damals von einer Stadt ...die alle Schönheiten in sich vereint..... An diesem herrlichen Frühlingstag schritten wir nun durch den Triumphbogen, vorbei am Hippodrom und betraten durch das Südtor die eigentliche Stadt. Später standen wir auf dem Platz des ovalen Forums, umrahmt von majestetischen Säulen. Wir spazierten zum Zeus-Tempel und besichtigten das Südtheater, wo uns eine 2-Mann-Kapelle in Wüstenpolizei-Uniform mit Dudelsackmelodien unterhielt. Wie Mahmoud erzählte, sind es pensionierte Militärmusiker, welche mit Genehmigung dort spielen dürfen. Der Dudelsack wurde 1917 beim Militär eingeführt, als zahlreiche Araber in den Truppen der britischen Armee in Transjordanien dienten. Übrigens: der Dudelsack erfreut sich in Jordanien großer Beliebtheit. In Gerasa findet jedes Jahr ein Festival statt. Wir bummelten weiter durch die antike Stadt: Dreikirchenkomplex, Artemis-Tempel (Hauptheiligtum), Nordtheater, Tempel und Wasserbecken. Über die antike Cardo (Säulenstraße) liefen wir zurück. Faszinierend, diese antike Pracht und so gut erhalten! Bei Jordanien denkt man meist immer nur an die Felsenstadt Petra, aber für mich gehört der Besuch von Jerash ebenso zum Pflichtprogramm. Auf der Terrasse eines netten Restaurants in Jerash verbrachten wir unsere späte Mittagspause. Es gab leckeres, ofenfrisches Fladenbrot, welches vom netten Bäcker outdoor, live und mit Schwung gebacken. Einige Gäste probierten auch libanesische Vorspeisen und Fleischgerichte. Zurück in Amman blieb uns noch etwas Zeit zur Erholung bis zum Abendessen.

Montag, 06.03.2017: King Abdallah Moschee – Berg Nebo – Madaba - Al-Kerak


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Bevor wir aus Amman abreisten, besuchten wir noch die größte Moschee des Landes, auch Blaue Moschee (wegen der markanten blauen Kuppel) genannt. Doch zunächst steckten wir wieder im Stau, Berufsverkehr in Amman. Doch Ismail behielt die Ruhe. Die King Abdallah Moschee ist benannt nach dem Großvater von König Hussein. Abdallah I wurde am 20. Juli 1951 in der Al Aqsa Moschee in Jerusalem ermordet wurde. Durch den Souvenir-Shop, mit sehr eifrigen Verkaufspersonal, gingen wir in den Innenhof der Moschee. Vorher verhüllten sich alle Frauen mit einheitlichen, schwarzen Kapuzenmänteln. Schuhe aus und schon standen wir auf dem weichen, rot-blauen Teppich. Mahmoud erklärte uns die Grundlagen des islamischen Glaubens. Anschließend durften wir Damen noch Gebetsraum der Frauen besichtigen, für Männer ist der Zutritt verboten.
Übrigens: Die King Abdallah Moschee ist die einzige Moschee in Jordanien, welche von Nichtmoslems besucht werden darf. Und, direkt auf der anderen Straßenseite befindet sich eine christlich-orthodoxe Kirche. – Hier in Jordanien kein Problem.
Nach einer Stunde Busfahrt waren wir am Berg Nebo (750 m). Laut Altem Testament soll Mose hier das gelobte Land erblickt haben. Betreten hat er es nie, da er auf dem Berg starb. Sein Grab, welches sich irgendwo im Tal befinden soll, wurde bis heute nicht gefunden. Im kleinen Museum informierte uns Mahmoud ausführlich. Von der Aussichtsplattform mit dem Kreuz und der kupfernen Schlange hatten wir eine fantastische Sicht: Amman im Norden, das Jordantal im Westen, sowie auf das Tote Meer und Jericho. In der neuen katholischen Kirche fand gerade ein Gottesdienst einer polnischen Pilger-Reisegruppe statt.
Nur einige Kilometer vom Berg Nebo entfernt befindet sich die Stadt Madaba, das Zentrum der Mosaikkunst in Jordanien. Das berühmteste Mosaik ist in der Kirche St. Georg, eine dreischiffige griechisch-orthodoxe Basilika zu finden. Es stellt eine Landkarte von Palästina dar und stammt aus dem vermutlich aus der zweiten Hälfte des 6. Jh. Ursprünglich bestand das Mosaik aus 2,3 Mio. Steinen. Die Karte zeigt auch das Nil-Delta, allerdings in der falschen Fließrichtung, statt von Süd nach Nord ist der Flusslauf von Ost nach West abgebildet. Im kleinen Informationszentrum zeigte uns Mahmoud alles an einem Modell, in die Kirche kam er nicht mit.
Zu Fuß spazierten wir anschließend durch Madaba,. In einem kleinen Familienrestaurant speisten wir zu Mittag: typische Vorspeisen aus der Region, Graupensuppe und das Nationalgericht Mansaf ( in einer Fladenbrot abgedeckten Schüssel geschmortes Lammfleisch, dazu wird Reis, vermengt mit Nüssen und Rosinen serviert). Danach ging unsere Reise nach Süden weiter, später die Serpentinen hinauf. Oberhalb des Wadi Mujib, auch der Große Canyon von Jordanien genannt, hielten wir an einem Aussichtspunkt und genossen die atemberaubende Aussicht auf den Canyon: karge Felsen mit Segmentschichten in verschiedensten Farben, trockenes Land, wo Beduinen mit ihren Ziegen- und Schafsherden siedeln und das türkisblaue Wasser des Stausees. Unser Ziel am Nachmittag war Kerak, wo wir die auf die 930 Meter Höhe gelegene Kreuzritterfestung besichtigen. Die restaurierte Burg der Kreuzritter aus dem 12. Jh. wurde errichtet, um den Handels- und Pilgerverkehr zwischen Damaskus und Mekka zu kontrollieren. Die Überfälle des gewalttägigen und blutrünstigen Burgherrn auf die Karawanen erregten bald den Zorn des Sultans Saladin. Er ließ die Burg mehrfach belagern, bis sie schließlich im Jahre 1188 nach 8-monatiger Belagerung fiel.
Am späten Abend erreichten wir, nach langer Busfahrt, Wadi Musa und das historische Petra untem im Tal. Das Petra Guest House unser Domizil für die nächsten 3 Nächte befindet sich unmittelbar neben dem Eingang zur Felsenstadt – ein idealer Ausgangspunkt für unsere Entdeckungen.
Nach dem späten Abendessen gingen wir zu Bett und freuten uns auf den nächsten Tag.

Dienstag, 07.03.2017: Petra – erste Erkundungen in der Felsenstadt


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Nach dem Frühstück war es dann endlich soweit. Passend zum besonderen Tag: Die Sonne strahlte vom blauen Himmel. Heute besuchten wir eines 7 neuen Weltwunder, Petra. Anders als viele andere Touristen, konnten wir Petra intensiv und ganze 2 Tage erkunden.
Vom Eingang liefen wir bis zum Eingang des Sik, vorbei an den 3 Blockgräbern und Mahmoud gab uns einen ersten Einblick zur Geschichte. Der Name Petra ist von Petrus abgeleitet und bedeutet Felsen. Das Volk der Nabatäer lebte ab dem 4. Jh. v. Chr. in dieser Gegend. Ursprünglich waren sie ein Nomadenvolk, entwickelten sich aber immer mehr zu wichtigen Handelsleuten von Luxusgütern auf der Weihrauchstraße. Zugleich waren sie auch hervorragende Wasserbauingenieure. Im Jahre 328 verliert sich dann ihre Spur. Wiederentdeckt wurde der Ort erst zu Beginn des 19. Jh. unter kuriosen Umständen durch den Schweizer Orientalisten Johann Ludwig Burckardt.
Als wir durch den ca. 1,3 km langen Siq schritten, blieben wir immer wieder stehen und staunten über die bizarren Felsformationen und das Farbschauspiel zwischen Sonne und Stein. Die tiefe Schlucht im Fels ist an der schmalsten Stelle nur 2 m breit. Wir mußten immer wieder Platz für die rasant vorbei rauschenden Pferdekutschen machen, die bequeme Touristen bis zum Schatzhaus bringen. Anschließend können diese Besucher auf Pferd, Esel oder Kamel umsatteln. Der Ausgang des Siqs war erreicht. WOW – Wir erblickten das Schatzhaus. Die Fassade ist sicher Jordaniens berühmtestes Fotomotiv. Kein Wunder also, dass Petra als Kulisse für einen Indiana Jones Film ausgewählt wurde. Jährlich wollen Millionen Besucher dieses Schatzhaus vor die Linse. Während unseres Aufenthaltes in Petra war die Anzahl der Besucher überschaubar und dadurch für uns sehr angenehm. Die Beduinen nannten es das Schatzhaus des Pharaos. Sie vermuteten, dass in der Urne an der Spitze der Fassade der Schatz des Pharaos ist. In Wirklichkeit ist es nur ein Grab. Übrigens: Alle Monumente wurden von oben nach unten gebaut. Eigentlich logisch, denn hätte man von unten nach oben gearbeitet, wären durch herabstürzende Steine schon fertig gestellte Teile wieder beschädigt wurden.
Petra wird oft nur auf den Siq und das Schatzhaus reduziert, weil viele Besucher nur kurze Zeit in Petra verweilen. Doch durch den äusseren Siq, der sich rechts vom Schatzhaus befindet, gelangt man in das eigentliche Stadt Petra. Hier wohnten einst bis zu 30.000 Menschen. Die heutigen Bewohner sind Souvenirhändler und tierische Taxifahrer. Für die menschlichen Bedürfnisse ist auch gesorgt: In Abständen findet man saubere Toiletten und kleine Imbiss-Stände. Unterwegs machten wir mit Mahmoud eine Teepause in der Nähe des Theaters und schlürften schwarzen Tee mit Minzblättern. Unsere Wanderung im Schritttempo (unsere Fotoapparate hatten Dauerstress) führte uns, vorbei Feldern mit Wüstennelken oder -tulpen? (die leider noch nicht blühten) zum Großen Tempel hinauf und über die Römische Straße durch das gut bewachte Temenos-Tor zum Qasr el-Bint Firaun. Der Qasr el-Bint Firaun ist eines der am besten erhaltenen Bauwerke in Petra. Man vermutet, dass es der Haupttempel in Petra war. Der Name bedeutet Palast der Pharaonentochter und geht auf eine Beduinenlegende zurück, die uns später erzählt wurde. Weiter ging es auf die andere Seite zur Byzantinischen Kirche, von der wir einen schönen Blick auf den Großen Tempel genoßen. Als Abschluß unserer Wanderung (ca. 11 km) breitete sich vor uns die ganze Fassade der Königswand aus: Urnengrab, Seidengrab, Korinthisches Grab und das Palastgrab. Die Schönheit der nabatäischen Kultur und Baukunst hat uns tief beeindruckt und sofort in ihren Bann genommen. Die Pause hatten sich alle mehr als verdient, besonders lecker: der frisch gepresste Orangen- oder Granatapfelsaft. Danach hatten wir freie Zeit und trafen uns erst zum Abendessen wieder. Das Petra Guest House hat gleich nebenan an eine schöne Bar mit kuschligen Sitzecken (innen wie aussen). Die stilische und beliebte Cave Bar wurde in einem alten Grab eingerichtet, in dem die Besucher den Abend bei guter Live-Musik und Shisha-Pfeife ausklingen lassen können.

Mittwoch, 08.03.2017: Petra mit Opferplatz, Kloster und bei Nacht


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Der ganze Tag stand wieder unter dem Motto: Petra bei Königswetter – Kein Wunder, wenn Engel reisen! Einige Frühaufsteher waren schon unterwegs, die anderen machten sich später auf den Weg. Jeder konnte heut selbst entscheiden, welche Wege er in Petra intensiver gehen will und in welchem Tempo. Die Gipfelstürmer um Mahmoud starteten den Aufstieg zum Opferplatz. Ca. 800 Treppenstufen führen durch eine Schlucht, dann noch ein Stück über Felsgestein und WOW: ein fantastischer Ausblick auf Petra und die bizarren Felsen war  unsere Belohnung. Nach unten nahmen wir den Wanderpfad durch die Faraaschlucht ins Tal. Immer wieder fanden wir neue und schöne Fotomotive: Wasserkaskade mit dem Löwenrelief, der Gartentempel, das Renaissancegrab mit dem bunten Saal und das Soldatengrab. Ganz besonders beeindruckend die unterschiedlichsten Farben der Felssegmente, wie von Meistermalern geschaffen. Nach ca. 4 h trafen wir uns mit einem Teil der Reisegruppe zur Teepause. Den sonnigen Nachmittag verbrachte jeder nach seinen Vorstellungen: Spaziergang über die Römische Straße, Durchstöbern der Souvenirstände oder Aufstieg/Wanderung zum Ed-Deir (Kloster). Nach dem Abendessen erwartete uns noch ein besonderer Höhepunkt: Petra bei Nacht. Diese Option gegen Aufpreis nutzten fast alle Gäste zum gebührenden Abschluss in Petra. Auf dem romantisch, mit Kerzen beleuchteten Weg liefen wir bis zum Schatzhaus. Der ganze Platz vor dem Schatzhaus war ebenfalls mit Kerzen geplastert. Wir nahmen auf den ausgelegten Teppichen Platz (einige hatten die wenigen Sitzplätze auf den Bänken ergattert) und tranken Tee. Dann wurde es ganz still und es erklangen wunderschöne Melodien, die leise von den Felsen als Echo zurück kamen. Ein Beduine spielte auf seiner Schabbaba ( Flöte) und später ein anderer Beduine auf einer Rababa, einer Art Urvioline mit einer Saite und sang dazu. Es war eine mystische, besondere Atmosphäre bei Mondschein: Wir hielten den Moment einfach inne, friedlich und gemeinsam mit Besuchern aus aller Welt. Nach einer kurzen Ansprache mit kleinen Geschichten zu Petra und Legenden der Beduinen erstrahlte die Fassade des Schatzhauses im Scheinwerferlicht – WOW (was sich ein wenig verzögerte, weil der Elektriker den An-Knopf nicht fand). Anschließend schlenderten wir den beleuchteten Weg durch den Siq zum Petra Guest House zurück. Ein schöner und beeindruckender Abschluss, auch wenn er ein wenig kurz war.

Donnerstag, 09.03.2017: Wadi Rum – Rotes Meer


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Die letzten Tage hatten unser Busfahrer Ismail und unser Polizist Ahmed frei. Doch heute traten beide wieder gut gelaunt ihren Dienst an, denn unsere Reise ging weiter. Oberhalb von Wadi Musa hielten wir für einen letzten Blick auf die atemberaubende Felsenlandschaft von Petra mit dem Grab von Aaron, was wir als weißen Punkt auf einem Berggipfel erkannten. Wir fuhren durch die Berge, vorbei an Feldern und später schnell über die Autobahn. Die nächste grandiose Landschaft erwartete uns: Das Wadi Rum wurde durch Lawrence von Arabien bekannt, der 1917 hier war. 1962 diente dieses Wüstental als Kulisse für die Verfilmung seines Lebens und machte so diese Landschaft mit dem roten Sand, bizarren Felsen und mächtigen Bergen weltweit berühmt. Vom neuen Besucherzentrum ging es mit 3 Jeeps älteren Modells in die Wüste. Unsere Jeep-Fahrer waren Beduinen vom Stamm der Howeitat, die heute das Gebiet des Wadi Rums bewohnen.
Zuerst waren wir an der Lawrence Quelle, die sich versteckt, oberhalb am Berg befindet. Unterhalb entdeckten wir an einem Felsen Schriftzeichen, die man bis heute nicht entschlüsseln kann. Das Wetter war auch heute wieder fantastisch. Im Sonnenlicht leuchteten die Felsen in verschiedenen Rot- und Gelbtönen. Die Sockel der Felsen sind teilweise schwarzgrau, da sie aus Granit bestehen. Alles oberhalb ist Sandstein. Sandstein speichert Regenwasser und lässt es durch, während der Granit wasserundurchlässig ist. Deshalb befinden sich die Quellen auch oberhalb der Granitschicht wie die Lawrence Quelle. Vorbei an kleinen Kamelherden düsten wir weiter. Nach einer Teepause (Tee mit Salbei, Zimt und Kardamon) im Beduinenzelt stapften wir durch den Wüstensand zum Khazali Canyon, wo wir uns dann auf einem engen Bergpfad zu alten Felszeichnungen schlängelten. Nächster Fotostopp war die natürliche Felsenbrücke Ram Burdah. Einer der Beduinen-Jeep-Fahrer ging derweil in die Wüste, um Sand zu zählen, grins....
Bevor wir wieder nach 2 h wieder in unseren Bus umstiegen, zeigte uns Mahmoud noch den höchsten Berg Jordaniens, den Jabal Rum. Natürlich fotografierten wir auch noch Die Sieben Säulen der Weisheit am Eingang. Diese Felsformation inspirierte Lawrence von Arabien zu seinem gleichnamigen Buch. Entlang der Autobahn fuhren wir nun nach Aqaba am Roten Meer. Aqaba ist die einzige Hafenstadt von Jordanien und Freihandelszone. Bei der Einfahrt in die Stadt sahen wir von weiten auch die Stadt Eilat, welche zu Israel gehört. Zum Mittag waren wir zu Gast im Restaurant Captain's . Neben leckeren Vorspeisen, Fladenbrot wurde uns gegrillter Fisch (Silver Snapper) serviert, und als krönender Abschluss des Menüs Erdbeereis. Dazu tranken wir Limonana (frischer Lemonensaft mit Minze). Am Nachmittag erreichten wir unser Hotel in Tala Bay, ca. 20 km außerhalb von Aqaba gelegen. Nach dem etwas schleppenden Zimmerbezug zog es alle an den großzügigen Strand am Roten Meer. Zum Abendessen hatten wir eine separate Ecke auf der Terrasse des Restaurants reserviert (Danke an den Restaurantleiter), wo wir etwas ruhiger und vor allem gesitteter zu Abendessen konnten, als die zahlreichen russischen Gäste, die das Restaurant und das Buffet stürmten. Am Abend bummelten wir noch einmal durch den Badeort mit einer kleinen, schicken Marina und schönen Eigentumswohnanlagen reicher Jordanier und Saudis. In einem Strandpavillion machten wir es uns gemütlich, quatschten und lauschten dem Rauschen des Meeres.

Freitag, 10.03.2017: Taufstelle von Jesus am Jordan – Totes Meer


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Nach dem Frühstück verlassen wir schnell das Hotel und Aqaba. Durch das breite Wadi Araba fahren wir parallel zur israelischen Grenze gen Norden. Anfangs nur Wüste, später wurde es immer grüner. Wo man Land bewässert, gedeiht es. Auf Feldern und in Gewächshäusern werden Gurken, Tomaten, Auberginen, Paprika, Kohl, Zwiebeln, Fenchel und sogar Bananen angebaut. Frisches Gemüse wird deshalb an vielen Straßenständen von Händlern zum Kauf angeboten. Wir hielten auch an. Bei einem Verkaufsgespräch wurden jordanische Kartoffeln ersteigert, die jetzt in einem deutschen Garten wachsen. Unser heutiges Endziel war das  Tote Meer. Das Tote Meer ist der tiefste Ort der Erde, der Seeoberfläche befindet sich derzeit auf 418 m unter dem Meeresspiegel. Der Salzgehalt liegt bei 33 %, das über zehnmal mehr als bei anderen Meeren. Im Toten Meer gibt es keine Lebewesen, aber für uns Menschen sind der Schlamm des Sees und die Mineralien gut zur Behandlung von Rheuma und Hautkrankheiten. Nachdem wir die Mündung des Wadi Mujib überquerten, führte die Straße am Ufer des Toten Meeres entlang, wo wir an einem Aussichtpunkt stoppten und die schönen Ausblicke auf das blaue Wasser und die weißen Salzablagerungen am Ufer auf unsere Fotoapparate bannten. An den Stränden war jede Menge los, denn Freitag ist Sonntag und man hat frei. Bei der Vorbeifahrt entdeckten wir schon mal flüchtig unser Hotel, welches sich im Ort Suweima befindet. Zunächst wollten wir noch an den Jordanfluss fahren, zur Taufstelle von Jesus. Ausgrabungen, welche 1997 begannen, belegen mit großer Wahrscheinlichkeit das Jesus an dieser Stelle am Jordan getauft wurde. Wie es auch in der Bibel steht, kam Jesus aus Jerusalem, überquerte den Jordan und wurde dann von Johannes dem Täufer, welcher in Bethanien lebte, im Jordan getauft. Die Taufstelle kann man heute noch sehen, allerdings fließt der Jordan heute an anderer Stelle. Im Laufe der Zeit hat sich sein Flussbett geändert. Der Jordan ist heute kein grosser Fluss mehr, sondern eher ein Bächlein. Von der Johannesquelle liefen wir zu jener Stelle, wo Johannes der Täufer Jesus getauft haben soll. Auch Papst Johannes Paul II. war schon hier. Am Fluss direkt steht heute eine griechisch-orthodoxen Kirche, und es ist eine neue Taufstelle eingerichtet worden. Heute bildet der Jordan die Grenze zwischen Jordanien und dem von Israel besetzten Westjordanland. Für uns etwas komisch, als wir direkt am/im Jordan stehen. Keine 10 m gegenüber stehen die zahlreichen Besucher unter israelischer Flagge, nur ein paar kleine Bojen markieren die Grenze.
Das Marriott Hotel am Toten Meer war unsere letzte Unterkunft auf dieser Reise. Hier verabschiedeten wir uns von unserem netten Busfahrer Ismail. Auch Mahmoud kehrte nach Amman zurück. Den weiteren Nachmittag nutzten wir in unserem luxuriösen Hotel zum Entspannen oder für ein erstes Bad im Toten Meer. Am Abend schlemmten wir am reichhaltigen Buffet, welches keine Wünsche offen liess.

Samstag, Sonntag, 11./12.03.2017: Totes Meer – Rückflug nach Deutschland


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Heute konnten wir ausschlafen und hatten den ganzen Tag Zeit zum Relaxen. Nach einem ausgedehnten Frühstück zog es viele ans Totes Meer, an den kleinen Privatstrand des Hotels. WOW, wir stehen am tiefsten Punkt der Erde! Doch nun ist Bade- und Wellnesstag ausgesagt. Das Wetter war, wie schon die gesamte Reise, perfekt. Das Bad im Toten Meer war nun der ganz besondere Abschluss unserer Reise. Wir mussten alle testen, ob man wirklich nicht untergehen kann. Durch den hohen Salzgehalt des Wassers (über 30 %) schwebt man auf der Wasseroberfläche und fühlt sich federleicht, fast schwerelos. Das obligatorische Foto mit der Zeitung in der Hand mußte natürlich sein. Es wehte eine leichte Brise und es ist gar nicht so leicht. Die Zeitung übernahm die Funktion eines Segels, lustig. Auch der mineralhaltige Schlamm wurde am Mann/Frau getestet, noch lustiger. Leider wird das Tote Meer von Jahr zu Jahr kleiner, pro Jahr soll der Wasserspiegel um 1 m sinken. In 50 Jahren ist es vielleicht nur noch eine Pfütze mit Salzkruste!
Zum Abschluss genossen wir noch ein ganz besonderes Abendessen: Exklusiv und nur für unsere Gruppe wurde gekocht. Fast genauso viele Hotelmitarbeiter wie unsere Reisegruppe zählt wirbelten um uns herum. Sie servierten uns verführisch aussehende, typisch arabische Speisen. Unser Tisch war brechend voll und es schmeckte lecker, lecker, lecker - Das mit Abstand beste Essen auf unserer Reise, aber viel zu viel. Nach dem süßen Dessert platzten wir fast aus allen Nähten und bedankten uns bei den Köchen für dieses fantastische Abendmahl. Jetzt wäre ein Jägermeister fällig, hihihi..... Unsere Zimmer konnten wir bis zur Abreise am späten Abend behalten. Gegen 22 Uhr trafen wir Mahmoud und Ismail wieder. Zum Abschied hatte er sich noch einmal in Schale geschmissen. Mit einem Augenzwinkern sagte er uns, dass er später noch zur Disco wolle. Mahmouds Humor und seine Witze werden wir vermissen. Ismail fuhr uns wieder sicher und schnell durch die jordanische Nacht zum Flughafen in Amman. Herzlich verabschiedeten wir unsere 2 liebgewonnenen Begleiter. Der Check Inn am Business-Counter ging zügig, denn Reisebegleitung Annett hatte bereits alle Gäste online eingecheckt und die Bordkarten ausgedruckt. Pünktlich starteten wir zunächst nach Frankfurt, wo wir frühen Morgen landeten. Hier trennten sich unsere Wege. Nach mehr oder weniger langer Wartezeit ging es nach Dresden, Leipzig oder Berlin weiter.

Zum Abschluss


Für die Statistik: gefahrene km mit dem Bus: ca. 1.425 km, gewanderte km in Petra: zwischen 20 bis 38 km
Mit einem Zitat des iranischen Literaten  Omar Khayyam (1048 - 1131) möchte ich mich bei meiner Reisegruppe verabschieden und Danke sagen: ...Des Lebenskarawane zieht mit Macht dahin - und jeder Tag, den Du verbracht ohne Genuss ist ewiger Verlust....
Erfüllen Sie sich weiterhin Ihre Reiseträume, denn Reisen ist Leben sowie Leben Reisen ist.
In dem Sinne alles Liebe und Gute für Sie, bleiben Sie gesund und reiselustig.
Ihre/Eure Annett

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