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Reisebericht: Rundreise - Höhepunkte in Kroatien und Herzegowina

10.06. – 24.06.2018, 15 Tage Zadar - Insel Pag - Krka-Wasserfälle - Sibenik - Plitwitzer Seen - Trogir - Insel Korcula - Ston - Dubrovnik - Mostar - Badeaufenthalt an der Makarska Riviera - Split

Kroatien bietet mehr als nur 1178 km Küstenlinie und kristallklares Wasser. Es verbindet atemberaubende Landschaften mit spannender Geschichte an der Grenze zwischen Orient und Okzident. All das galt es in den letzten 15 Tagen zu entdecken.

Tag 1 Anreise



„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen" - meist läuft auf einer Reise nie alles glatt, so startet unsere Reise nach Kroatien in diesem Juni im wahrsten Sinne des Wortes turbulent. Von vier verschiedenen deutschen Flughäfen aus treffen wir uns in München, um weiter nach Split zu fliegen – das soll sich jedoch als wahre Sportübung erweisen, denn aufgrund eines großen Gewitters über Mitteldeutschland haben die meisten unserer Flüge so viel Verspätung, dass nur noch ein Sprint zum Gate den Anschluss sichern kann. Für eine gebührliche Begrüßung bleibt nun leider keine Zeit, jedoch sind aber glücklicherweise alle rechtzeitig an Board, sodass wir schlussendlich problemlos Richtung Süden starten können.
Angekommen in Split folgt dann schließlich die offizielle Begrüßung, denn nun sind auch unsere letzten beiden Mitreisenden, die schon zuvor nach Split gereist waren, zur Gruppe gestoßen. Vor dem Terminal treffen wir dann auf unseren magentafarbenen Reisebus samt Fahrer Boris, der uns in den folgenden neun Tagen durch seine Heimat chauffieren soll. Schnell verstauen wir unser Gepäck im Bus und machen uns auf den Weg in den Norden Dalmatiens, nach Petrcane, wo sich mit dem Hotel Pinija unser Domizil für die folgenden vier Nächte befindet. Nach dem gemeinsamen Abendessen im Hotelrestaurant sind die meisten froh, nach einem langen Tag in ihre Betten schlüpfen zu können.

Tag 2 Zadar – Insel Pag


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Nach dem Frühstück starten wir unseren ersten Ausflug in die nahegelegene ehemalige Hauptstadt Dalmatiens: Zadar. Die älteste Stadt der Region hat eine sehr interessante Geschichte mit zahlreichen Machtwechseln vorzuweisen und zahlreiche architektonische Relikte können dies noch belegen. An der Riva, der langen Uferpromenade, empfängt uns unsere Stadtführerin Meri und zeigt uns zunächst die moderne Komponente der Altstadt: die Meeresorgel und die Installation „Gruß an die Sonne", die der Architekt Nikola Bašic entworfen hat, in Anlehnung an Alfred Hitchcocks Begeisterung für die Sonnenuntergänge in der kroatischen Hafenstadt. Dann geht es weiter in die Altstadt hinein. Mit sehr viel Witz und Bereitschaft auf all unsere Fragen einzugehen, führt uns Meri durch ihre Stadt, an der Donatuskirche vorbei, zur Kathedrale, weiter über das römische Forum, durch die engen Gassen mit venezianischen Palästen bis zum Park oberhalb des Löwentors. Vom Fünf-Brunnen-Platz geht es dann noch weiter zum Benediktinerinnenkloster bis zum Hauptplatz mit der Loggia, der Wache und dem Rathaus. Unsere Führung endet auf dem Marktplatz, wo sich die perfekte Möglichkeit bietet, als keinen Mittagsimbiss den berühmten Käse der nahegelegenen Insel Pag zu probieren, bevor wir nach der Pause dorthin weiterfahren.

Am frühen Nachmittag führt uns unser Weg dann weiter landeinwärts. Wir durchfahren die Obstgärten des Hinterlandes und haben bei strahlendem Sonnenschein eine herrliche Sicht auf das Velebit Gebirge, das sich etwa 30 km hinter der Küste majestätisch auftürmt. Bevor wir Pag erreichen, machen wir einen kurzen Stopp vor der 300 m langen Brücke, die die Insel mit dem Festland verbindet. Von hier hat man einen fantastischen Blick, sowohl auf die Küste des Festlandes, als auch auf die karge Landschaft der Insel und die Brückenkonstruktion. Wir fahren über die Brücke in Richtung der Stadt Pag, vorbei an den berühmten Salzgärten. Bevor wir die Hauptstadt der Insel besichtigen, fahren wir noch zu einem Aussichtspunkt von dem aus man eine wunderbare Aussicht über die Stadt und einen großen Teil der Insel hat. Da es in der Mittagssonne nun weit über 40 Grad hat, fällt unser anschließender gemeinsamer Spaziergang in Pag etwas kürzer aus als eigentlich geplant. Entlang der Riva schlendern wir in Richtung des Hauptplatzes. Auf dem Weg entdecken wir die Überreste der venezianischen Stadtmauern und einen der Türme und kommen schließlich zu Kathedrale und Rathaus auf dem Marktplatz, wo wir uns entscheiden lieber einen Eiskaffee im Schatten zu genießen.
Am Nachmittag erreichen wir wieder unser Hotel in Petrcane, wo ein erfrischendes Bad in der Adria als der bestmöglichste Plan erscheint, um die Zeit bis zum Abendessen zu verbringen.

Tag 3 Krka Nationalpark – Šibenik


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Heute führt uns unser Weg ein wenig weiter Richtung Süden. Auf unserem Plan steht zunächst der Besuch des Krka Nationalparks. Der Park umfasst ein Gebiet von 109km² und einen 45km langen Flussabschnitt der Krka zwischen den Orten Skradin und Knin. Natürlich können wir uns nicht den ganzen Park ansehen, sondern beschränken uns dieses Mal auf den bekanntesten Teil, der das Gebiet um den berühmten Wasserfall Skradinski buk umfasst. Die Krka fällt hier in 17 Stufen insgesamt 45 Meter tief hinab in ein großes Travertinbecken. Auf Holzstegen bestreiten wir gemeinsam den Rundweg durch die wunderbare Flusslandschaft und können dabei einige der hier heimischen Tierarten entdecken und zahlreiche Fotos schießen, von denen eines schöner ist als das andere.

Am Nachmittag brechen wir auf zum Kontrastprogramm, wir besuchen die nahegelegene Stadt Šibenik. Am Busbahnhof treffen wir auf unsere Stadtführerin Jasna, die uns mit sehr viel Witz und Charme durch die Gassen führt und uns Dinge über ihre Stadt erzählt, die man in den meisten Reiseführern vergeblich suchen wird. Der Höhepunkt unserer Führung ist die Kathedrale des Heiligen Jakob, im spätgotischen und Renaissance-Stil gebaut und unter der Leitung des dalmatinischen Bildhauers und Baumeisters Juraj Dalmatinac fertiggestellt. Die Stadtführung verläuft kurzweilig und der leichte Wind, der an der Küste weht, macht die hohen Temperaturen angenehmer. Daher nehmen wir uns nun ein wenig Zeit, Šibenik auf eigene Faust zu erkunden.

Tag 4 Nationalpark Plitvicer Seen


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Auch am nächsten Tag unserer Reise steht wieder die wunderbar abwechslungsreiche Natur Kroatiens im Fokus: besuchen wollen wir heute den berühmtesten Nationalpark Kroatiens, die Plitzvicer Seen. Diese erlangten, ebenso wie einige Teile des Krka Nationalparks, besondere Bekanntheit, nachdem dort in den 1960er Jahren für die Verfilmungen von Karl Mays Winnetou gedreht wurde. Um jedoch zum Park zu gelangen, müssen wir zunächst die Meerenge von Maslenica und dann das sagenumwobene Velebit-Gebirge überwinden. Zuerst fahren wir wieder landeinwärts, überqueren die neue Maslenica-Brücke und schlängeln uns die Serpentinen des Velebit hinauf, bis wir einen herrlichen Blick über die Ravni Kotari Hochebene haben. Vor uns liegt nun der Sveti Rok, einer der höchsten Berge des Massivs, durch den jedoch glücklicherweise seit 2003 mit 5681 Metern einer der längsten Straßentunnels Europas führt. Auf der anderen Seite des Gebirges ist die Vegetation zwar um einiges grüner, das Wetter aber zu unserer Freude immer noch gut.

Angekommen am Nationalpark treffen wir bald auf unsere Führerin Jasna, die uns in den kommenden Stunden mit ihrer rheinischen Frohnatur köstlich unterhalten wird. Zunächst erklärt sie uns anhand der großen Übersichtskarte am Einlass, was uns heute erwarten wird, danach marschieren wir los. Wir müssen nur einige Meter zurücklegen und werden schon mit einem herrlichen Ausblick belohnt: uns gegenüber liegt er höchste Wasserfall des Parks, der Veliki slap, mit insgesamt 78 Metern Höhe. Langsam steigen hinab zu den Travertin-Becken der vier unteren Seen. Vorsichtig bewegen wir uns auf den Holzstegen aus Esskastanienholz, denn Jasna warnt uns: „Schwimmen ist hier verboten, wer ins Wasser fällt, der muss ersaufen!" Niemand fällt ins Wasser und nach einer guten Stunde und vielen Fotos kommen wir an unserem Stopp für die Mittagsrast an. Langsam türmen sich bedrohlich dunkle Wolken auf und ehe wir uns versehen können, prasselt ein unvergleichlicher Platzregen, gefolgt von großen Hagelkörnern, auf uns herab. Wir sind heilfroh, dass wir den Rastplatz rechtzeitig erreicht haben, als wir die durchnässten Gruppen sehen, die es leider nicht mehr geschafft haben. Eine halbe Stunde später hat sich alles gelegt und der Himmel reißt an einigen Stellen schon wieder auf. Mit dem Elektroboot geht es nun quer über den Kozjak, den größten See, und wenig später erreichen wir den Rundweg um die oberen Seen. Hier bekommen wir auch die Chance zu sehen, wie das Wasser plötzlich seine Flussrichtung ändern kann – eines der Travertin-Becken ist komplett ausgetrocknet, deshalb spricht man bei der Anzahl der Seen immer von der aktuellen Anzahl. Im Moment sind es 16. Nach weiteren eineinhalb Stunden erreichen wir mit Jasna den Parkausgang und verabschieden uns herzlich. Nach der doch ein wenig anstrengenden Wanderung freuen sich alle, als Boris uns mit dem Bus abholt und wir uns auf den Rückweg nach Petrcane machen. Das Abendessen haben wir uns heute redlich verdient!

Tag 5 Petrcane – Trogir – Dubrovnik


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Heute heißt es zum ersten Mal Abschied nehmen, wir verlassen das Hotel Pinija und brechen nach Süden auf. Dieses Mal wählen wir die schöne Route und fahren auf der Küstenstraße zunächst Richtung Šibenik. Es geht durch die kleinen Badeorte südlich von Zadar, vorbei an Biograd na Moru und dem Ort Pakoštrane, der auf einem kleinen Landstreifen zwischen Adria und dem Vraner See liegt. Unseren ersten Stopp machen wir kurz vor Šibenik, an der Kurabrücke. Die Brücke überquert hier den Fluss Krka vor seiner Mündung in die Adria. Von hier haben wir einen herrlichen Blick auf die Stadt, sowie auf die zahlreichen Muschelfarmen, die sich unter uns im Wasser befinden. Weiter geht es dann in Richtung des malerischen Örtchens Primošten, das während der Türkenbelagerungen im 16. Jahrhundert auf eine Felseninsel gebaut und erst Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Festland verbunden wurde. Wir haben zwar nur Zeit für einen japanischen Fotostopp, aber die Aussicht ist so schön, dass doch eher ein japanischer Kurzurlaub daraus wird. Trotzdem erreichen wir die hübsche Stadt Trogir pünktlich. Am Busbahnhof treffen wir Stadtführerin Vesna, die uns durch die Altstadt führt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Sehr groß ist die Halbinsel nicht, sie beeindruckt jedoch durch ihr einheitliches Bild venezianischer Architektur und natürlich mit dem schönen Hauptplatz mit Loggia, Uhrturm, Rathaus und der Kathedrale des Heiligen Laurentius.

Am Nachmittag geht es weiter, denn wir wollen ja heute noch bis nach Dubrovnik. Unser Weg führt zunächst ein wenig weg von der Küste und schließlich wieder in einigen Serpentinen ins Gebirge hinauf. Die Autobahn A1 verläuft hier, nahe Split, zunächst durch das Mosor-Gebirge, vorbei am höchsten Berg Sveti Jure, dann durch das Biokovo-Massiv. Im Neretvadelta kommen wir schließlich zurück an die Küste und bekommen schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf die Flusslandschaft, die wir wenige Tage später noch erkunden können werden. Kurz darauf erreichen wir Neum, den einzigen Ort in Bosnien-Herzegowina, der an der Küste liegt und, mit einem schmalen Korridor von etwa acht Kilometern, Kroatien in zwei Teile trennt. Da wir uns hier de facto an einer EU-Außengrenze befinden, wird auch eine Zollkontrolle nötig, die zum Glück recht schnell von statten geht. Wie befinden uns nun auf der Küstenstraße nach Dubrovnik und haben eine wunderbare Aussicht auf türkisblaue Buchten und die Inselwelt vor der Küste. Der schöne Blick verkürzt die Fahrt und schnell erreichen wir die ehemalige Republik Ragusa, wo drei riesige Kreuzfahrtschiffe ankern und unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wenig später kommen wir dann auch am Hotel Vis an, das unsere Unterkunft für die kommenden drei Nächte sein wird.

Tag 6 Pelješac – Korcula


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Bevor wir die Altstadt Dubrovniks erkunden, steht heute erst einmal die sogenannte kleine Schwester auf dem Programm: Korcula auf der gleichnamigen Insel. An der Küste entlang geht es zurück bis zur Halbinsel mit dem unaussprechlichen Namen Pelješac, die heute vor allem für ihre Weinanbaugebiete bekannt ist. Zunächst machen wir Halt im Örtchen Ston, das zu Zeiten der Republik Ragusa als Kriegshafen und aufgrund seiner Salinen eine große Bedeutung hatte. Um die Salzfelder vor den Osmanen zu schützen, ließ man im 16. Jahrhundert eine Wehranlage mit einer 5,5 Kilometer langen Mauer errichten – heute noch die zweitlängste Mauer der Welt, nach der Großen Mauer in China. Unser Weg führt uns weiter über die 60 Kilometer lange Halbinsel bis zum Ort Orebic, von wo aus wir mit der Fähre nach Korcula übersetzen. Schon von weitem bereitet das Städtchen mit seiner Altstadt einen postkartenreifen Anblick. Am Hafen empfängt uns Stadtführerin Neda und führt uns gleich durch das Stadttor, hinein in die engen Gassen. Mit großartigem Humor bringt sie uns die Eigenheiten ihrer Heimatstadt näher und nimmt uns zum krönenden Abschluss mit auf einen – im Gegensatz zu Dubrovnik – kostenlosen Rundgang über die Stadtmauer. Diese wurde nämlich Ende des 19. Jahrhunderts, aufgrund von Baufälligkeit und mangelnder Bedrohung von außen, auf die Hälfte abgebrochen und ist somit heute eine wunderbare Promenade mit zahlreichen Cafés und Restaurants. Nach der Mittagspause fahren wir am Nachmittag zurück nach Orebic und von dort aus zu einem Aussichtspunkt weit oben am Berg, von wo aus wir noch einmal einen schönen Blick auf Korcula, und gleichzeitig auch die Gelegenheit den lokalen Wein zu probieren und kaufen zu können, haben. Dann geht es zurück über die Halbinsel und weiter auf der Küstenstraße nach Dubrovnik. Nun sind alle schon mehr als gespannt auf den nächsten Morgen und darauf „Die Perle der Adria" kennenzulernen.

Tag 7 Dubrovnik


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Unser Weg ist am heutigen Morgen nicht weit, mit unserem Bus fährt uns Boris vom Hotel zum Pile-Tor, eines der beiden Stadttore der Altstadt Dubrovniks. Dort treffen wir auf Stadtführerin Kristina, die uns hinein in das alte Ragusa führt. Leider sind wir nicht allein – am heutigen Tag machen vier große Kreuzfahrtschiffe am Hafen fest, das bedeutet, dass sich über 7000 Menschen innerhalb der Stadtmauern befinden. Trotz des mehr oder weniger großen Andrangs gibt sich Kristina große Mühe, dass sie bei allen Gehör findet und dass keiner auf dem Weg durch die engen Gassen verloren geht. Wir lernen einiges über Dubrovnik und nebenbei erzählt uns unsere Stadtführerin, die ihre Kindheit und Jugend in Deutschland verbracht hat, vieles über Land und Leute, sowie den letzten Krieg, dessen Auswirkungen und die Ansichten der Kroaten heute. Nach der Stadtführung bietet sich nun die Gelegenheit eigene Erkundungen zu machen: die Wanderung über die Stadtmauer ist natürlich ein Muss, aber auch die Seilbahn hinauf auf den Hausberg Srd verspricht einen wunderbaren Ausblick an einem so schönen Tag.

Tag 8 Mostar


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Es ist wieder Zeit die Koffer zu packen, denn wir verlassen nun den Süden Dalmatiens und machen einen Abstecher in das Nachbarland Bosnien und Herzegowina, oder korrekt gesagt nur nach Herzegowina. Ein letztes Mal fahren wir die Küstenstraße von Dubrovnik aus gen Norden. Als wir Neum erreichen beginnt der Ausweiskontrollen-Marathon. Wir müssen zunächst die Transitstrecke passieren, um dann von der Autobahn aus tatsächlich nach Herzegowina einreisen zu können. Das heißt also vier Mal Passkontrolle – eine davon soll sich eine Weile hinziehen, da vor uns ein niederländischer Bus mit amerikanischen Passagieren sehr akribisch untersucht wird. Zum Glück ist es nicht unserer! Als alle Hindernisse überwunden sind, geht es zunächst ins Örtchen Pocitelj, wo wir eindrücklich die jahrhundertelange Koexistenz von Islam und Christentum vor Augen geführt bekommen.

Schließlich erreichen wir die Stadt Mostar, zu Deutsch Brückenwächter, und treffen dort am neu aufgebauten Franziskanerkloster Almira, die uns durch ihre Stadt führen wird. Mit sehr viel Stolz erzählt sie uns von ihrer Heimat Herzegowina und führt uns dann in die Altstadt hinein, die nach dem Krieg mit Hilfe der UNESCO vollständig wiederaufgebaut wurde. Der Höhepunkt ist natürlich die alte Brücke über die grün-blaue Neretva. Tatsächlich ist es gar nicht so einfach sie zu überqueren, denn die abgetretenen Steine sind sehr glatt. Obwohl wir schon vorher viele Einschusslöcher in den Fassaden und übriggebliebene Ruinen gesehen haben, führt uns ein Film im neuen Heimatmuseum noch einmal ganz deutlich vor Augen, wie viel Grauen und Zerstörung der letzte Krieg hier mit sich gebracht hat. Abschließend geht es noch weiter zur Mehmed Pascha Moschee aus deren Garten man die besten Fotos von der alten Brücke schießen kann.

Da es heute glühend heiß ist, halten wir die Mittagspause kurz und fahren dann zum Hotel Bevanda, wo wir sehr herzlich empfangen werden. Es stellt sich heraus, dass das eine gute Idee war, denn wenig später braut sich ein Gewitter zusammen und es beginnt zu regnen, sodass wir das Abendessen leider nicht auf der schönen Terrasse des Hotels einnehmen können.

Tag 9 Bootsfahrt im Neretva-Delta und Makarska


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Der nächste Morgen begrüßt uns wieder mit strahlendem Sonnenschein, sodass wir nun zumindest das Frühstück draußen zu uns nehmen können. Später geht es durch das Gebirge wieder zurück Richtung Kroatien. An der Grenze müssen wir leider wieder ein wenig warten, doch dafür sollen wir noch entschädigt werden. Von Ploce, der alten Hauptstadt des Piratenvolks der Neretvaner, geht es weiter durch das Flussdelta, bis Boris in eine Parkbucht neben der Straße einbiegt, wo ein traditionell gekleideter Herr mit Akkordeon steht und scheinbar nur auf uns gewartet hat. Begleitet von kroatischer Musik werden wir zu unserem Boot geleitet. Es folgt eine Fahrt durch die Kanäle des Flussdeltas, deren Ufer dicht bewachsen von blühenden Seerosen sind. Wir machen schließlich am Restaurant Neretva House fest, wo wir herzlich begrüßt werden und uns ein zünftiges Mittagessen serviert wird. Auch hier darf die Musik nicht fehlen und es herrscht beste Laune.
Am Nachmittag fahren wir auf der Küstenstraße weiter Richtung Makarska. Unterwegs machen wir noch Halt für einen schönen Blick über die Bacina Seen. Dann heißt es schon bald Abschied nehmen, denn der erste Teil der Reise neigt sich dem Ende zu. Boris bringt uns zum Hotel Biokovo für den fünftägigen Badeaufenthalt in Makarska und verlässt damit die Gruppe.

Tag 10-14 Makarska


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Die folgenden fünf Tage stehen zur freien Verfügung und starten mit perfektem Badewetter, das auch nur selten durch kurze Gewitter unterbrochen wird. Neben zahlreichen Badestränden bietet Makarska auch sonst einige interessante Möglichkeiten: einige Wanderwege bieten Gelegenheit für schöne Spaziergänge rund um den Ort. Direkt am Fuße des Biokovo-Gebirges ist Makarska auch ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge ins Inland, oder aber für Bootsfahrten zu den Inseln Brac und Hvar.
Obwohl die Zeit nun individuell zu gestalten ist, trifft sich fast die ganze Gruppe täglich zu den Mahlzeiten und einige beschließen, am Freitag einen gemeinsamen Ausflug auf die Insel Hvar zu unternehmen.

Morgens werden wir am nahegelegenen Hafen von Makarska von unserem Skipper Goran abgeholt. Zunächst lässt das motorisierte Schlauchboot bei einigen ein etwas mulmiges Gefühl aufkommen, das ist allerdings schon vergessen, als wir hinaus auf die Adria fahren, an Brac vorbei und auf die Insel Hvar zusteuern. Wir fahren an einigen kleinen Buchten vorbei, bevor wir schließlich in Jelsa unseren ersten Stopp einlegen. Das kleine ruhige Dörfchen mit den bunten Häusern begeistert alle und lädt mit seiner langen Mole zum Spazieren ein. Zum Mittag geht es weiter nach Vrboska, wo wir Alenka treffen, die den Ausflug für uns zusammengestellt hat. Sie führt uns zu dem Restaurant, wo wir zum Mittag unter anderem regionale Fisch- und Meeresfrüchte-Spezialitäten probieren können. Zufrieden und sehr satt geht es nach dem Essen mit dem Taxi weiter in die Hauptstadt Hvar. Die Stadt sieht aus wie eine Mischung aus Dubrovnik und Ston, denn es gibt ebenfalls eine sehr lange, hübsch restaurierte Wehranlage die hier nach ihren Erbauern Španiola genannt wird. Wir flanieren durch die Gassen, doch leider ziehen dunkle Wolken am Himmel auf und wenig später beginnt es zu regnen. Zurück in Vrboska beraten wir, wie der Tag nun weiter verlaufen wird, denn ein Besuch am Goldenen Horn und in Bol auf Brac scheinen aufgrund der Wetterlage nicht sinnvoll und über der Adria braut sich ein Gewitter zusammen. Mit Alenka und ihrem Mann Damijan beraten wir, dass unser Boot uns nach Sumartin auf Brac bringen soll, von wo aus wir notfalls mit der Fähre zurück nach Makarska übersetzen können. Ausgerüstet mit hübschen pinken Regencapes machen wir uns auf den Weg. Die folgende Bootsfahrt wird zum Highlight des Tages, denn sie lässt sich mit einem Rodeo-Ritt vergleichen –alle amüsieren sich königlich – bis Goran plötzlich das Boot stoppt. Vor der Küste des Festlands nähert sich uns eine Gewitterfront und zwingt uns umzukehren. Zurück auf Hvar werden wir im Eiltempo in zwei Autos gesteckt und nun auf schnellstmöglichem Wege nach Sucuraj gebracht, von wo aus nur 50 Minuten später die Fähre Drvenik auf dem Festland ablegt. Tatsächlich erwischen wir das Schiff auf die Minute genau. Im Taxi zurück nach Makarska lassen wir den abenteuerlichen Tag Revue passieren – er ist zwar nicht so verlaufen wie geplant, wird aber auf jeden Fall sehr lange im Gedächtnis bleiben. Und wieder einmal sind alle begeistert vom Engagement und der Gastfreundschaft der Kroaten.

Tag 15 Split – Rückreise


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Der letzte Tag beginnt früh, denn bevor es wieder in die Heimat geht, wollen wir uns noch die Hauptstadt Dalmatiens ansehen. Früh werden wir von Fahrer Robert abgeholt, der uns über die Küstenstraße, vorbei am ehemaligen Piratennest Omiš, nach Split bringt. Das Wetter ist auch heute Morgen schon wieder herrlich und wir genießen die Aussicht über die Steilklippen. Am Sonntagmorgen ist die Strecke schnell zurückgelegt und wenig später treffen wir unsere Stadtführerin Vesna wieder, die wir schon aus Trogir kennen. Sie erläutert uns zunächst anhand einer großen Abbildung, wie der berühmte Palast des Diokletians im dritten Jahrhundert einmal ausgesehen hat. Der Palastkomplex bildet heute die Altstadt Splits und ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Zunächst gehen wir eine Treppe hinunter und sehen uns das Fundament der Ensembles an, das heute noch zu großen Teilen im Original erhalten ist. Weiter geht es zum Diolektiansmausoleum, das heute als Kirche des Heiligen Dominus die älteste Kirche Kroatiens ist. Wir schlendern weiter durch die engen Gassen, zunächst zum sogenannten Goldenen Tor, das allerdings nicht wirklich goldfarben ist, und schließlich zum Narodni Trg-Platz, mit der Loggia, dem alten Rathaus und dem frühromanischen Glockenturm der Marienkirche. Vesna entlässt uns zurück auf der Riva und so bleibt noch eine knappe Stunde Zeit für eigene Erkundungen, bevor wir zum Flughafen aufbrechen.
Am Flughafen angekommen holt uns sofort wieder die Hektik des Anreisetages ein. Noch auf dem Busparkplatz werden wir von einer Flughafenmitarbeiterin sehr vehement in eine notdürftig aufgebaute Baracke gelotst, wo unser Gepäck in Empfang genommen wird. Auch wenig später, als wir im Terminal ankommen, bleibt kaum Zeit für eine richtige Verabschiedung der selbst angereisten Gruppenmitgliedern, da wir sofort weiter zur Sicherheitskontrolle geschoben werden. Der kleine Flughafen scheint mit der Masse der abzufertigenden Flugzeuge vollkommen überfordert zu sein. Nichtsdestotrotz verlässt unsere Maschine das Gate pünktlich, sodass wir auch Frankfurt planmäßig erreichen. Hier trennen sich unsere Wege.
Es war eine sehr schöne Reise, auf der wir acht Tage lang viel Interessantes entdecken können: auf fast 2000 Kilometern durch Dalmatien haben wir die Küste von Norden nach Süden erkundet, mit schönen Abstechern ins Inland und nach Bosnien-Herzegowina. Haben Land und Leute kennengelernt, Kulturschätze und wunderschöne Landschaften bewundert. Auch während des Badeaufenthaltes in Makarska traf sich die Gruppe immer wieder fast vollständig und es herrschte gute Stimmung bei herrlichem Wetter – alles in allem eine Reise, die noch lange in positiver Erinnerung bleiben wird.

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