Rundreise Marokko – Karawane unter dem Halbmond
Reisebericht: 18.03. – 29.03.2026
Zwischen Königsstädten, Souks & weiten Landschaften tauchen wir in die faszinierende Vielfalt Marokkos ein – ein Land voller Farben, Düfte und Geschichten, das uns Schritt für Schritt verzaubert hat.
Ein Reisebericht von
Christin Kuschka
1. Tag, 18.03.2026: Der Zauber von Marrakesch
Unser Tag beginnt früh – für viele von uns sogar sehr früh. Aus ganz unterschiedlichen Ecken Deutschlands machen wir uns auf den Weg nach Frankfurt, und spätestens am Gate nach Marrakesch finden wir uns langsam als Gruppe zusammen. Man kommt ins Gespräch, tauscht erste Erwartungen aus – und dann hebt unser Flieger auch schon ab.
Während unter uns die Alpen vorbeiziehen, wir Frankreich überqueren und später die Pyrenäen hinter uns lassen, wächst die Vorfreude spürbar. Nach gut drei Stunden taucht schließlich Marokko unter uns auf – und mit der Landung in Marrakesch empfängt uns sofort die warme, fast schon sommerliche Sonne.
Ganz so schnell wie die Ankunft verläuft der Weg nach draußen allerdings nicht. Wir brauchen etwas Geduld bei der Passkontrolle, warten auf unsere Koffer und passieren den Zoll – doch dann ist es soweit: In der Ankunftshalle werden wir herzlich von unserem Reiseleiter Mohamed empfangen.
Gemeinsam fahren wir ins Hotel, wo wir kurz durchatmen und ankommen können. Wenig später treffen wir uns wieder in der Lobby – bei einem frisch aufgebrühten marokkanischen Minztee, süß und intensiv, genau so, wie man ihn sich vorstellt.
Und dann geht es auch schon los: unsere erste Begegnung mit Marrakesch. Am Parc Lalla Hasna steigen wir aus und werfen unseren ersten Blick auf das Koutoubia-Minarett. Majestätisch ragt es vor uns auf, ruhig und fast zeitlos – ein starker Kontrast zu dem, was uns gleich noch erwartet.
Nur wenige Schritte weiter tauchen wir ein in eine völlig andere Welt: der Djemaa el Fna empfängt uns mit all seiner Lebendigkeit. Geräusche, Stimmen, Musik – und dazwischen unzählige Gerüche, die gleichzeitig fremd und faszinierend sind. Schlangenbeschwörer, Gaukler, Hennamalerinnen – alles wirkt wie ein lebendiges Theater, mitten unter freiem Himmel.
Nach dem Abendessen wartet dann noch ein ganz besonderes Erlebnis auf uns. In Pferdekutschen fahren wir durch das nächtliche Marrakesch – und plötzlich wird die Stadt noch einmal ganz anders. Wir rollen durch enge Gassen, sogar durch Teile der Souks, ganz nah dran am Leben der Stadt, viel unmittelbarer, als man es zu Fuß je erleben würde.
Als wir schließlich wieder den Djemaa el Fna erreichen, ist nichts mehr wie zuvor: Das Licht, die Geräusche, die Stimmung – alles ist dichter, intensiver, fast magisch. Von einem Balkon aus beobachten wir das bunte Treiben von oben, lassen die Eindrücke auf uns wirken und merken, wie dieser Ort uns bereits jetzt in seinen Bann zieht.
Zurück im Hotel fallen wir schließlich müde ins Bett – erschöpft, aber voller Eindrücke von einem ersten Tag, der uns sofort mitten hineingezogen hat in diese faszinierende Welt.
2. Tag, 19.03.2026: Eintauchen in die Seele von Marrakesch
Nach einer erholsamen Nacht starten wir ganz entspannt und mit einem ausgiebigen Frühstück in den zweiten Tag und sind gespannt womit Marrakesch uns heute überraschen wird.
Um 9 Uhr treffen wir uns und schon kurze Zeit später tauchen wir ein in das lebendige Herz der Stadt. Gemeinsam mit unserem Reiseleiter Mohamed lassen wir den Bus hinter uns und sind mittendrin im Gewusel der Medina.
Unser Weg führt uns zunächst zum Bahia-Palast. Hinter den eher schlichten Mauern eröffnet sich eine völlig andere Welt: kunstvoll verzierte Räume, filigrane Holzdecken, Mosaike und ruhige Innenhöfe. Während wir durch die Anlage schlendern, erzählt Mohamed von den einstigen Bewohnern, von Macht, Reichtum und Intrigen – und plötzlich wirkt alles noch lebendiger.
Nach so vielen Eindrücken tut eine kleine Pause gut. In einem Café lassen wir das Gesehene kurz nachklingen, bevor wir uns wieder ins bunte Treiben stürzen.
Durch die engen, fast labyrinthartigen Gassen des Souks von Marrakesch geht es weiter. Händler rufen, Werkstätten stehen offen, überall wird gearbeitet, gefeilscht, gelacht – ein ständiges Kommen und Gehen, das uns immer tiefer in diese faszinierende Welt hineinzieht.
Ein besonderer Höhepunkt erwartet uns dann mit der Medersa Ben Youssef. Die ehemalige Koranschule beeindruckt mit ihrer ruhigen, fast meditativen Atmosphäre. Feinste Stuckarbeiten, kunstvolle Schnitzereien und der Innenhof spiegeln noch heute den hohen Stellenwert von Bildung und Religion wider.
Zur Mittagspause kehren wir in ein kleines Restaurant ein, genießen typisch marokkanische Spezialitäten und lassen uns Zeit – auch das gehört heute dazu. Danach bleibt noch Raum, selbst durch die Gassen zu schlendern, vielleicht das ein oder andere Souvenir zu entdecken oder einfach nur das Treiben auf sich wirken zu lassen.
Am Nachmittag kehren wir ins Hotel zurück, um kurz durchzuatmen und all die Eindrücke der letzten zwei Tage zu sortieren.
Am Abend treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Essen. In angenehmer Runde lassen wir den Tag ausklingen – erfüllt von Bildern, Geräuschen und Geschichten, die Marrakesch für uns heute ein weiteres Stück lebendig gemacht haben.
3. Tag, 20.03.2026: Wo der Atlantik uns empfängt
Nach einem entspannten Frühstück verabschieden wir uns von Marrakesch. Die Koffer sind schnell verladen, ein letzter Blick zurück – und schon sind wir unterwegs Richtung Atlantik. Die Sonne zeigt sich am Morgen noch freundlich, doch unterwegs ziehen immer wieder Wolken auf.
Während der Fahrt begleitet uns unser Reiseleiter Mohamed mit spannenden Einblicken in die Geschichte Marokkos – von den Berbern über die Königsstädte bis in die Gegenwart. Auch wirtschaftlich lernen wir das Land besser kennen: Landwirtschaft, Phosphatabbau und natürlich der Tourismus prägen das heutige Marokko. Und ganz nebenbei erfahren wir, dass heute das Zuckerfest gefeiert wird – ein besonderer Tag, an dem Familien zusammenkommen und das Ende des Ramadan begehen.
Kurz vor unserem Ziel legen wir einen Stopp bei der Cooperative D’Argan Marjana ein. Hier dreht sich alles um das berühmte Arganöl, das aus den Kernen der Arganfrucht gewonnen wird – in aufwendiger Handarbeit, die oft noch von Frauenkooperativen geleistet wird. Wir probieren Öle, Cremes und sogar Honig und bekommen einen guten Eindruck davon, wie vielseitig dieses „flüssige Gold“ ist.
Wenig später erreichen wir einen Aussichtspunkt oberhalb von Essaouira – und plötzlich liegt sie vor uns: die weiß-blaue Stadt am Atlantik, umgeben vom rauen Meer. Ein erster, beeindruckender Moment.
Zum Mittag kehren wir im Fanatic Café-Restaurant ein. Frischer Fisch, direkt aus dem Atlantik – passender könnte es kaum sein.
Nach dem Check-in im Hotel bleibt kurz Zeit zum Ankommen, bevor wir uns wieder auf den Weg machen. Unser Spaziergang führt uns zunächst entlang des Hafens, wo die blauen Boote dicht an dicht liegen, Möwen kreisen und der Wind schon eine ganz andere, salzige Frische mit sich bringt. Von dort geht es hinein in die Altstadt von Essaouira: weiße Häuser, blau gestrichene Türen, kleine Gassen, Arkaden und ab und zu eine heute trotz des Feiertags geöffnete Werkstatt, in denen die berühmten Intarsienarbeiten entstehen.
Das Wetter zeigt sich heute von seiner launischen Seite – immer wieder ziehen kleine Schauer durch die Stadt. Doch genau das verleiht Essaouira auch eine besondere, fast melancholische Stimmung, die irgendwie perfekt zu diesem Ort passt.
Am späten Nachmittag haben wir noch etwas Zeit für eigene Entdeckungen, bevor wir uns am Abend wiedersehen. Bei einem gemeinsamen Drei-Gang-Menü lassen wir den Tag ausklingen – mit dem Gefühl, an einem ganz besonderen Ort angekommen zu sein.
4. Tag, 21.03.2026: Vom Küstenleben in die Metropole
Der Tag beginnt entspannt und freundlich. Bei einem gemütlichen Frühstück lassen wir die besondere Atmosphäre von Essaouira noch einmal auf uns wirken, bevor wir unsere Koffer verladen und uns auf den Weg machen – unser Ziel heute: Casablanca, die pulsierende Wirtschaftsmetropole des Landes.
Die Fahrt führt uns entlang der Atlantikküste, vorbei an kleinen Ortschaften, durch eine Landschaft, die immer ursprünglicher wirkt. Die Straßen werden holpriger, und immer wieder kreuzen Tiere unseren Weg: Kühe, Schafe, Ziegen, Esel – und tatsächlich auch das ein oder andere Dromedar. Das Leben spielt sich hier sichtbar draußen ab, ganz nah an der Straße.
Unterwegs legen wir zwei Stopps ein. In Safi genießen wir den weiten Blick auf den Atlantik, das Meer wirkt heute etwas rauer, der Wind frischer. Weiter geht es nach Oualidia, wo wir unsere Mittagspause verbringen. Noch einmal lassen wir uns frischen Fisch, Austern und Meeresfrüchte schmecken – direkter geht es kaum.
Am Nachmittag setzen wir unsere Fahrt fort. Die Wolken werden dichter, und schließlich setzt Regen ein – ein ganz anderer, fast unerwarteter Eindruck von Marokko, der die Landschaft in ein neues Licht taucht.
In Casablanca angekommen, beziehen wir unser Hotel und haben kurz Zeit zum Ankommen, bevor uns am Abend ein besonderer Programmpunkt erwartet.
Unser gemeinsames Abendessen genießen wir im Rick’s Café – eine Hommage an den berühmten Filmklassiker Casablanca. In stilvollem Ambiente, das an vergangene Zeiten erinnert, lassen wir uns ein Drei-Gang-Menü servieren und genießen die besondere Atmosphäre dieses Ortes.
Mit vielen Eindrücken dieses abwechslungsreichen Tages kehren wir schließlich ins Hotel zurück – und spüren, wie sich unsere Reise langsam ihrem nächsten Kapitel nähert.
5. Tag, 22.03.2026: Zwischen Glauben, Macht und Geschichte
Die Nacht ist kurz – der Ramadan ist vorbei, und gleichzeitig wurden die Uhren um eine Stunde vorgestellt. So starten wir heute noch früher als sonst in einen Tag, der viel verspricht. Der Morgen ist frisch, doch die Sonne zeigt sich bald und begleitet uns mit angenehmen Temperaturen.
Unser erster Weg führt uns zur imposanten Hassan-II.-Moschee. Direkt am Atlantik gelegen, wirkt sie schon von außen gewaltig – ihr Minarett ragt mit über 200 Metern als eines der höchsten der Welt in den Himmel. Bei der Führung durch das Innere eröffnet sich uns eine Welt aus feinster Handwerkskunst: kunstvolle Mosaike, geschnitztes Zedernholz, gewaltige Kronleuchter und ein Gebetsraum, der Platz für Tausende Gläubige bietet. Auch die Waschräume beeindrucken mit ihrer Größe und Gestaltung – hier wird schnell klar, welche Bedeutung Religion im Alltag hat.
Nach diesem intensiven Eindruck tut eine kurze Pause gut. Am Boulevard de la Corniche genießen wir einen Kaffee mit Blick auf den Atlantik – das Meer wirkt heute ruhiger, fast gelassen im Vergleich zu den vergangenen Tagen.
Dann verlassen wir Casablanca und machen uns auf den Weg in die Hauptstadt Rabat. Dort angekommen, führt uns unser erster Stopp zum Königspalast von Rabat. Hinter hohen Mauern verborgen, ist er offizieller Sitz des Königs – wir können ihn nur von außen betrachten, doch allein die Anlage mit ihren Toren und Wachen vermittelt einen Eindruck von der Bedeutung dieses Ortes.
Weiter geht es zum Hassan-Turm, einem unvollendeten Minarett aus dem 12. Jahrhundert, das einst Teil einer der größten Moscheen der Welt werden sollte. Heute ragen die steinernen Säulen wie ein stilles Zeugnis vergangener Ambitionen in den Himmel. Gleich daneben befindet sich das Mausoleum Mohammed V., ein Ort von großer nationaler Bedeutung. Hier ruhen König Mohammed V. und sein Sohn Hassan II. – die Architektur ist beeindruckend, die Atmosphäre ruhig und würdevoll.
Nach einer stärkenden Mittagspause setzen wir unseren Tag fort und erreichen die Kasbah des Oudaïas. Weiß-blaue Häuser, enge Gassen und blühende Pflanzen begleiten unseren Spaziergang. Am Ende erwartet uns eine Aussichtsterrasse – von hier aus blicken wir noch einmal auf den Atlantik, der sich heute in sanften Farben zeigt.
Zum Abschluss tauchen wir ein in eine ganz andere Welt: das Chellah. Zwischen römischen und mittelalterlichen Ruinen spazieren wir durch eine fast verwunschene Anlage. Überall begegnen uns Störche, die hier ihre Nester gebaut haben und dem Ort eine ganz besondere, fast märchenhafte Stimmung verleihen.
Mit vielen Eindrücken beziehen wir am späten Nachmittag unser Hotel in Rabat. Beim gemeinsamen Abendessen lassen wir diesen intensiven Tag Revue passieren – ein Tag voller Kontraste zwischen Moderne, Geschichte und lebendiger Tradition.
6. Tag, 23.03.2026: Reise durch die Zeit bis nach Fès
Die Sonne begleitet uns heute schon am Morgen, als wir nach dem Frühstück unsere Reise fortsetzen. Unser Ziel: Fès – die älteste der vier Königsstädte, geistiges und kulturelles Zentrum des Landes, berühmt für ihre jahrhundertealte Medina und ihre religiöse Bedeutung.
Doch bevor wir dort ankommen, legen wir einen ersten Halt in Meknès ein. Die Stadt gilt als das „Versailles Marokkos“ und verdankt ihren Glanz vor allem Sultan Moulay Ismail, der hier im 17. Jahrhundert eine prachtvolle Residenzstadt errichten ließ.
Unser Rundgang beginnt im Mausoleum Moulay Ismail. Es ist einer der wenigen religiösen Orte in Marokko, die auch von Nicht-Muslimen betreten werden dürfen. In den reich verzierten Innenhöfen und Gebetsräumen spüren wir sofort die besondere Atmosphäre dieses Ortes, an dem einer der bedeutendsten Herrscher des Landes seine letzte Ruhe gefunden hat.
Von dort aus schlendern wir weiter zum imposanten Bab el-Mansour – ein monumentales Tor aus dem 18. Jahrhundert, geschmückt mit kunstvollen Mosaiken und als eines der schönsten und größten Stadttore Nordafrikas bekannt.
Ganz anders wirkt danach der Souk von Meknès. Hier sind wir mitten im Alltag der Einheimischen: Stände mit frischem Fleisch, Oliven, Kräutern und Brot prägen das Bild. Es ist lebendig, ursprünglich und für uns stellenweise sicher auch etwas ungewohnt – aber genau das macht diesen Einblick so authentisch.
Nach einer Mittagspause legen wir noch einen kurzen Stopp am Agdal-Becken ein. Das riesige Wasserreservoir diente einst der Versorgung der königlichen Gärten und Stallungen – heute liegt es ruhig vor uns und lässt die Größe der einstigen Anlage erahnen.
Am Nachmittag erreichen wir schließlich Volubilis. Zwischen sanften Hügeln erstrecken sich die Überreste dieser antiken römischen Stadt, die einst ein bedeutendes Zentrum war. Bei unserem Rundgang entdecken wir beeindruckend gut erhaltene Mosaike, alte Säulen und Straßenzüge – und fühlen uns für einen Moment tatsächlich wie in eine andere Zeit versetzt.
Die Weiterfahrt führt uns schließlich durch eine grüne, leicht hügelige Landschaft bis nach Fès. Hier beziehen wir unser Hotel für die kommenden zwei Nächte.
Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende – voller Eindrücke aus verschiedenen Epochen, die uns einmal mehr zeigen, wie facettenreich dieses Land ist.
7. Tag, 24.03.2026: Eintauchen in die Seele von Fès
Die Sonne begleitet uns auch heute wieder, als wir nach dem Frühstück zu einem der intensivsten Tage unserer Reise aufbrechen. Fès zeigt sich von seiner lebendigsten und zugleich traditionsreichsten Seite – eine Stadt, die seit Jahrhunderten als geistiges und kulturelles Zentrum des Landes gilt.
Unser erster Halt führt uns zum Königspalast von Fès. Hinter den imposanten goldenen Toren verbirgt sich die Residenz des Königs – betreten dürfen wir sie nicht, doch allein die kunstvollen Verzierungen und die mächtigen Tore geben einen Eindruck von der Bedeutung dieses Ortes. Gleich daneben spazieren wir durch das jüdische Viertel, das sogenannte Mellah, mit seinen ganz eigenen architektonischen Besonderheiten.
Weiter geht es hinauf zum Borj Sud. Von hier aus liegt uns die gesamte Medina zu Füßen – ein scheinbar endloses Labyrinth aus Gassen, Dächern und Minaretten. Ein erster Eindruck von dem, was uns gleich erwartet.
Bevor wir in dieses Labyrinth eintauchen, besuchen wir eine traditionelle Werkstatt, die Art Naji Pottery. Hier erleben wir hautnah, wie die typischen Tajinen entstehen und wie aus kleinen, farbigen Steinen die berühmten Mosaike zusammengesetzt werden – präzise Handarbeit, die viel Geduld und Können erfordert.
Dann wird es ernst: Wir betreten die Medina von Fès. Enge, verwinkelte Gassen, ein ständiges Kommen und Gehen, Esel, die Waren transportieren, Händler, die ihre Produkte anpreisen – und immer wieder neue Gerüche, die uns begleiten. Es ist laut, bunt, intensiv und absolut faszinierend.
Wir entdecken die kunstvolle Medersa Attarine, ein Meisterwerk maurischer Architektur mit filigranen Verzierungen, und werfen einen Blick auf die al-Qarawīyīn-Moschee, die nicht nur religiös bedeutend ist, sondern auch die älteste Universität der Welt beherbergt – gegründet bereits im 9. Jahrhundert. Aber auch ein ehemaliges Karawanenhotel ein, ein sogenanntes Fondouk, wo früher Händler mit ihren Waren rasteten, darf auf unserer Besichtigung nicht fehlen.
Zwischendurch kehren wir in ein typisches Restaurant inmitten der Medina ein und genießen unsere Mittagspause – mit einer traditionellen Tajine, süß und herzhaft zugleich, mit Rind und Backpflaumen. Eine wohltuende Pause, bevor wir uns wieder ins lebendige Treiben der Gassen stürzen.
Gestärkt geht es weiter durch die Gassen, vorbei an einer Weberei und schließlich zu den berühmten Gerbereien von Chouara-Gerberei. Schon von Weitem liegt der intensive Geruch in der Luft – nicht umsonst bekommen wir frische Minze gereicht. Von oben blicken wir auf die steinernen Becken, in denen Leder noch heute nach jahrhundertealter Tradition gefärbt wird – ein beeindruckender, wenn auch gewöhnungsbedürftiger Anblick.
Am Nachmittag kehren wir langsam zurück aus diesem Gewirr an Eindrücken. Auf dem Weg zum Hotel legen wir noch einen kurzen Stopp ein, um uns für das morgige Picknick einzudecken – eine ganz praktische, aber willkommene Ergänzung.
Beim letzten gemeinsamen Abendessen in Fès lassen wir diesen intensiven Tag Revue passieren. Müde, aber voller Eindrücke sitzen wir zusammen und spüren: Diese Stadt hat uns heute nicht nur etwas gezeigt – wir sind wirklich in sie eingetaucht.
8. Tag, 25.03.2026: Dem Atlas entgegen – bis in die Stille der Wüste
Heute beginnt unser Tag früh, denn eine lange und abwechslungsreiche Strecke von über 400 Kilometern liegt vor uns. Noch im ersten Morgenlicht verlassen wir Fès und fahren südwärts in Richtung Atlasgebirge.
Die Landschaft verändert sich zunächst sanft: grüne Hügel, kleine Dörfer, Felder – und dann erreichen wir Ifrane. Auf rund 1.600 Metern gelegen, überrascht uns der Ort mit einem ganz ungewohnten Bild: gepflegte Straßen, europäisch anmutende Häuser mit roten Dächern und sogar eine gewisse „Alpen-Atmosphäre“. Kein Wunder, dass Ifrane auch als „kleine Schweiz Marokkos“ bezeichnet wird. Hier legen wir unsere erste Pause ein und genießen die frische, klare Luft.
Doch kaum lassen wir Ifrane hinter uns, verändert sich die Landschaft schlagartig. Die Wälder werden lichter, das Grün weicht zunehmend kargen, weiten Flächen. Wir fahren durch den Mittleren Atlas, über Hochplateaus, die fast endlos wirken, vorbei an Zedernwäldern und durch Regionen, die immer ursprünglicher erscheinen.
Hinter Midelt wird die Szenerie noch rauer. Die Farben wechseln zu Ocker, Braun und Rot, die Vegetation wird spärlicher, und langsam nähern wir uns den Ausläufern des Hohen Atlas.
Mitten in dieser beeindruckenden Landschaft legen wir einen ganz besonderen Stopp ein: unser Picknick. Frisches, noch warmes Fladenbrot, Oliven, Obst, Gemüse, Sardinen und süßer Kuchen – alles schmeckt hier draußen noch einmal intensiver. Zum Abschluss stoßen wir gemeinsam mit einem kleinen Glas Feigenschnaps an – ein Moment, der uns sicher noch lange in Erinnerung bleibt.
Weiter geht es, und schließlich eröffnet sich uns das Tal des Oued Ziz. Tief eingeschnitten windet sich der Fluss durch die Landschaft, gesäumt von grünen Oasen und traditionellen Lehmbauten, den sogenannten Ksour. Der Kontrast zwischen den fruchtbaren Palmenhainen und den kargen, steilen Felswänden ist beeindruckend und begleitet uns ein Stück unseres Weges.
Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich unser Tagesziel: das Kasbah Hôtel Xaluca Arfoud in Erfoud, am Rand der Sahara gelegen. Die Anlage im Stil einer traditionellen Kasbah wirkt wie eine kleine Oase – ein Ort zum Ankommen und Durchatmen.
Doch lange bleiben wir nicht im Hotel, denn das nächste Highlight wartet schon: Mit Jeeps fahren wir hinaus in die Wüste, zu den Ausläufern der Sanddünen von Erg Chebbi.
Dort angekommen, wird es still. Einige von uns steigen auf Dromedare und lassen sich gemächlich auf den Rücken der Tiere hinauftragen – Schritt für Schritt geht es die Dünen hinauf. Oben angekommen eröffnet sich ein atemberaubender Blick: endlose Sandlandschaften, sanfte Linien und Farben, die sich im Licht der untergehenden Sonne ständig verändern.
Langsam sinkt die Sonne dem Horizont entgegen, taucht die Wüste in warmes Gold – ein Moment, der kaum in Worte zu fassen ist. Kurz bevor sie verschwindet, treten wir den Rückweg an: zurück auf die Dromedare, zu den Jeeps und schließlich wieder ins Hotel.
Dort lassen wir den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen – erfüllt von Eindrücken, die uns zeigen, wie vielfältig und überraschend dieses Land ist. Und während wir später müde ins Bett fallen, begleitet uns noch immer die Stille der Wüste.
9. Tag, 26.03.2026: Wenn der Regen Geschichten schreibt
Heute starten wir ganz entspannt in den Tag. Nach den intensiven Etappen von gestern tut es gut, heute etwas ruhiger in den Morgen zu gehen – auch wenn uns das Wetter heute mit grauen Wolken und immer wieder leichtem Regen begleitet.
Von Erfoud aus machen wir uns auf den Weg Richtung Westen. Schon nach kurzer Zeit legen wir unseren ersten Stopp ein – ein kleines Geschäft, in dem wir die Gelegenheit haben, getrocknete Datteln zu probieren und zu kaufen. Eine süße Stärkung für unterwegs.
Nicht weit entfernt wartet bereits das nächste Erlebnis: der Besuch einer Fossilienwerkstatt. Diese Region Marokkos ist bekannt für ihre uralten Meeresablagerungen – vor Millionen von Jahren war hier tatsächlich ein Ozean. Heute werden versteinerte Ammoniten, Trilobiten und andere Fossilien in aufwendiger Handarbeit freigelegt und zu dekorativen Stücken verarbeitet. Bei einer kleinen Führung bekommen wir spannende Einblicke in diese Arbeit, bevor wir uns selbst umschauen dürfen.
Weiter geht es durch die weite, karge Landschaft, bis wir an einer Khettara halten. Dieses uralte unterirdische Kanalsystem brachte Wasser aus den Bergen über viele Kilometer hinweg in die Oasen – ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Menschen sich hier seit Jahrhunderten an die trockenen Bedingungen angepasst haben. Wir dürfen sogar einen Blick hineinwerfen und bekommen ein Gefühl für diese ausgeklügelte Technik.
Doch der heutige Tag hält noch ganz andere Überraschungen für uns bereit: Kurz nach unserer Weiterfahrt kommen wir plötzlich zum Stehen. Der Regen der vergangenen Nacht hat ein Wadi in einen reißenden Fluss verwandelt – ein Weiterkommen ist zunächst unmöglich. Für etwa eine Stunde heißt es warten, beobachten und staunen, wie schnell sich die Natur hier verändern kann.
Als wir schließlich weiterfahren können, bleibt es spannend. Immer wieder sind Straßen überspült, kleine Wasserläufe kreuzen unseren Weg – unsere Fahrt wird heute zu einem kleinen Abenteuer.
In Tinghir angekommen, müssen wir unser Programm etwas anpassen. Der geplante Spaziergang durch die Palmeraie fällt dem Wetter zum Opfer, doch wir lassen uns davon nicht die Stimmung nehmen. Von einem Aussichtspunkt oberhalb der Stadt genießen wir stattdessen einen weiten Blick über die grüne Oase, die sich wie ein Band durch die Landschaft zieht – ein wunderschöner Kontrast zur kargen Umgebung.
Anschließend fahren wir in die beeindruckende Todra-Schlucht. Die gewaltigen Felswände ragen bis zu 300 Meter steil in die Höhe, an der engsten Stelle ist die Schlucht nur etwa zehn Meter breit. Trotz des leichten Regens lassen es sich einige von uns nicht nehmen, ein Stück zu Fuß durch dieses Naturwunder zu gehen, während andere die Strecke bequem im Bus zurücklegen.
Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich unser Hotel im Dadès-Tal. Die Anlage fügt sich mit ihrer traditionellen Bauweise harmonisch in die Landschaft ein. Von unseren Zimmern aus blicken wir auf das Tal und den Atlas – einige Gipfel sind sogar noch schneebedeckt, ein beeindruckender Anblick.
Beim gemeinsamen Abendessen lassen wir diesen besonderen Tag Revue passieren. Vieles ist heute anders verlaufen als geplant – und vielleicht gerade deshalb bleibt er uns besonders in Erinnerung.
10. Tag, 27.03.2026: Durch Täler, Schluchten und Filmkulissen
Nach einem gemütlichen Frühstück starten wir entspannt in den Tag. Die Sonne zeigt sich wieder, die Luft ist nach dem gestrigen Regen angenehm frisch – klar und wohltuend.
Schon auf dem Weg zu unserem ersten Ziel legen wir einen kurzen Fotostopp bei den sogenannten „Affenpfotenfelsen“ ein – bizarr geformte Felsformationen, die tatsächlich an überdimensionale Tatzen erinnern. Ein schönes Beispiel dafür, wie Wind und Wetter diese Landschaft über Jahrtausende geformt haben.
Weiter geht es in Richtung Dades-Tal. Für den letzten Abschnitt steigen wir in kleinere Fahrzeuge um, da unser Bus die engen und kurvenreichen Straßen nicht bewältigen kann. Und dann beginnt sie: die spektakuläre Fahrt durch die Serpentinen der Dadès-Schlucht. In engen Kurven windet sich die Straße den Hang hinauf und wieder hinunter, vorbei an steilen, rötlich schimmernden Felswänden. Unten im Tal zieht sich ein grünes Band aus Gärten und kleinen Feldern entlang – ein faszinierender Kontrast zur kargen Umgebung.
In der Schlucht angekommen, unternehmen wir einen gemütlichen Spaziergang. Die klare Luft, das sanfte Licht und die Ruhe dieses Ortes machen diesen Moment besonders intensiv.
Zurück beim Bus erwartet uns bereits die nächste kleine Freude: ein gemeinsames Mittagessen mit einer frisch zubereiteten Tajine – herzhaft, aromatisch und genau das Richtige nach diesem Ausflug.
Am Nachmittag setzen wir unsere Fahrt fort entlang der berühmten Straße der 1.000 Kasbahs – eine Region, die ihren Namen den zahlreichen befestigten Lehmburgen verdankt, die einst als Wohn- und Schutzanlagen dienten und noch heute die Landschaft prägen.
Wir passieren El Kelaa M’Gouna, die sogenannte „Stadt der Rosen“. Jedes Jahr findet hier ein großes Rosenfest statt, wenn die Felder in voller Blüte stehen – heute allerdings müssen wir uns die Farbenpracht noch vorstellen, die Saison hat noch nicht begonnen.
Schließlich erreichen wir Ouarzazate, das oft als „Hollywood Marokkos“ bezeichnet wird. In der Umgebung wurden zahlreiche Filme und Serien gedreht, und bei einem kurzen Stopp an den Atlas Filmstudios bekommen wir einen ersten Eindruck davon. Kulissen aus bekannten Produktionen wie Game of Thrones oder Gladiator sind hier entstanden – eine ganz eigene Welt zwischen Realität und Film.
Auf dem weiteren Weg fahren wir vorbei an der berühmten Kasbah Aït Ben Haddou, die wir uns morgen noch genauer anschauen werden.
Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich unser wunderschönes Hotel, das Riad Ksar Ighnda. Die Anlage wirkt wie aus einer anderen Zeit – traditionell, stilvoll und mit einem ganz besonderen Charme.
Beim gemeinsamen Abendessen lassen wir diesen abwechslungsreichen Tag ausklingen. Noch einmal blicken wir zurück auf die vielen Eindrücke – und freuen uns gleichzeitig auf das, was morgen vor uns liegt.
11. Tag, 28.03.2026: Abschied vom Atlas – zurück nach Marrakesch
Heute beginnt unser Tag mit einem ganz besonderen Frühstück. Noch einmal genießen wir die Ruhe und die Atmosphäre unserer Unterkunft – mit frischem Gebäck, Obst, frisch zubereiteten Omeletts und vielen kleinen Köstlichkeiten. Umso schwerer fällt uns der Abschied, doch die Reise ruft weiter.
Unser Weg führt uns zurück nach Marrakesch, dem Ausgangspunkt unserer Rundreise. Doch zuvor wartet noch ein echtes Highlight auf uns: die Kasbah Aït Ben Haddou. Die beeindruckende Lehmburg gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den bekanntesten und am besten erhaltenen Ksour Marokkos. Über Jahrhunderte diente sie als wichtige Station für Karawanen auf dem Weg zwischen Sahara und Marrakesch. Heute ist sie nicht nur ein historisches Zeugnis, sondern auch eine beliebte Filmkulisse – zahlreiche bekannte Filme wurden hier gedreht.
Wir haben ausreichend Zeit, durch die engen Gassen hinauf bis zum höchsten Punkt zu steigen. Oben angekommen werden wir belohnt: Vor uns eröffnet sich ein weiter Blick über die Landschaft bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln des Atlas. Das Wetter meint es heute besonders gut mit uns – klare Sicht, strahlender Sonnenschein, fast schon perfektes Reisewetter.
Nach diesem besonderen Moment lassen wir uns noch einen heißen Tee in einem kleinen Restaurant schmecken, bevor wir unsere Fahrt fortsetzen.
Gegen Mittag erreichen wir den Tizi n’Tichka-Pass auf etwa 2.260 Metern Höhe – die höchste Passstraße Marokkos. Die Straße schlängelt sich in zahlreichen Kurven durch das Hohe Atlasgebirge und bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke. Wir legen einen kurzen Stopp ein, genießen die frische Bergluft und stoßen noch einmal gemeinsam mit einem Schluck Feigen-Anis-Schnaps an.
Anschließend geht es wieder bergab. Die Landschaft verändert sich erneut, wird weicher, grüner – und wir nutzen die Gelegenheit für eine ausgedehnte Mittagspause in der warmen Sonne.
Am Nachmittag erreichen wir schließlich Marrakesch. Zurück in der vertrauten Umgebung unseres Hotels bleibt uns noch etwas Zeit, um anzukommen, auszuruhen oder schon die Koffer für die Heimreise vorzubereiten.
Am Abend treffen wir uns ein letztes Mal in dieser Runde. Gemeinsam fahren wir zum Restaurant „Al Baraka“, wo uns ein stimmungsvoller Abschluss erwartet. Bei einem leckeren Abendessen, begleitet von Musik und einer Bauchtanz-Einlage, tauchen wir noch einmal ein in die Welt aus 1001 Nacht.
Ein letzter gemeinsamer Abend – voller Erinnerungen an eine Reise, die uns in so viele unterschiedliche Welten geführt hat.
12. Tag, 29.03.2026: Abschied mit vielen Erinnerungen
Heute heißt es Abschied nehmen. Noch einmal genießen wir die warme Morgenluft, bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen machen. Die Stimmung ist ruhig, ein wenig nachdenklich – denn hinter uns liegt eine Reise voller Eindrücke, Begegnungen und gemeinsamer Erlebnisse.
Der Heimflug verläuft insgesamt gut, auch wenn uns unterwegs ein paar Turbulenzen begleiten. In Frankfurt und München landen wir schließlich wieder in Deutschland – und nach und nach gehen unsere Wege auseinander. Für einige ist hier bereits das Ziel erreicht, andere reisen noch weiter.
Was bleibt, sind viele Erinnerungen an gemeinsame Tage, an besondere Orte und Momente. Und das Gefühl, ein faszinierendes Land ein Stück weit kennengelernt zu haben.
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