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Reisebericht: Rundreise Namibia - im Bann unendlicher Weite

08.03. – 28.03.2011, 21 Tage Große Rundreise Namibia mit Windhoek - Kalahari - Fish River Canyon - Lüderitz - Namib - Sossusvlei - Swakopmund - Kaokoland - Etosha-Nationalpark - Otjiwaronago

Voller Vorfreude auf die baldigen drei Wochen in Namibia packten wir unsere Koffer und waren gespannt wie kleine Kinder. Was wird uns im südlichen Afrika erwarten und werden die ganz großen Tiere sehen im Etosha Nationalpark!Was nicht fehlen durfte in unserem Gepäck: das Buch "Hummeldumm". Ein unglaublich passendes und vor allem wahnwitziges Buch für jede deutsche Reisegruppe, die nach Namibia reist.Am Nachmittag des 8. März 2011 trafen sich die ersten sieben Reiseteilnehmer der Gruppe auf dem Dresdner Flughafen. Erstaunlicherweise hatten wir nur ein Ehepaar dabei, der Rest bestand aus einzeln reisenden Damen und Herren.Im Chili Restaurant, mit Ausblick auf die Start- und Landebahn, erhielten wir zum Abschied noch ein leckeres Baguette - anschließend startete unsere erste Maschine nach Frankfurt, wo wir auf den Rest unserer Reisegruppe aus Berlin sowie der Nähe von Schleiz stießen. Pünktlich um 20:45 Uhr hob unsere Maschine nach Johannesburg ab und 11:50 Uhr landeten wir schließlich in der Hauptstadt Namibias - in Windhoek.Als wir unsere Koffer beisammen hatten, machten wir uns auf in Richtung Ausgang, wo uns unserer örtlicher Reiseleiter Ephraim bereits freudestrahlend erwartete. Wir tauschten schnell noch unser Geld in Namibische Dollar um und dann konnte die abenteuerliche Fahrt in Richtung Süden beginnen.Über die Straße B1, vorbei an Rehoboth und Mariental gelangten wir schließlich nach 479 km in die Kalahari Wüste. In der Auob Lodge trafen wir gegen 19 Uhr ein. Alle waren geschafft von der ersten weiten Etappe und freuten sich auf ein deftiges Abendmahl mit viel Fleisch :-) Für unseren Reiseleiter Ephraim gab es eine extra große Portion T-Bone-Steak, damit er fit für den kommenden Tag war. Nach dem Abendessen erschienen Kinder aus der Umgebung, die uns heimische Lieder vorsangen und dazu tanzten. Selbstverständlich versuchten auch wir unser Glück und tanzten mit. Zur Belohnung gab es den ersten Amarula-Schnaps - lecker!10.03.2011 - 406 kmAm kommenden Morgen starteten wir um 9 Uhr, immer weiter nach Süden, nach Keetmanshop. Unterwegs sahen wir den riesig aufragenden Brukkaros Krater mit einer Höhe von 1.586 Meter und kamen schließlich gegen 14:30 Uhr in Keetmanshop an und besichtigten zunächst die Felsenkirche der Stadt. Die heutige Fahrtstrecke betrug 406 km. Anschließend bezogen wir unsere Zimmer in der Central Lodge, die, wie der Name schon sagt, sehr zentral in der Stadt liegt. Während eines ersten Spaziergangs besorgten wir uns die ersten Briefmarken und Postkarten. Gegen 18 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg mit dem Bus zum Giants Playground.Riesige Steine lagen hier wild verstreut auf dem Feld. Wir unternahmen einen Rundgang und beobachteten die ersten Vögel. (Später sollten wir noch 1.000 mehr sehen...) Pünktlich zum Sonnenuntergang fanden wir uns im Köcherbaumwald ein. Mit Amarula bewappnet stießen wir auf die einmalig schöne Landschaft und die kommenden drei Wochen an!!!Pünktlich zum Abendessen um 20:15 Uhr waren wir zurück in Keetmanshop.11.03.2011 - 210 kmNoch ein Stückchen weiter südlich von Keetmanshop liegt der Naute Staudamm, den wir heute zunächst besichtigten. An einer Eisenbahnbrücke stoppten wir kurz, denn hier gab es zwei deutsche Kriegsgräber zu sehen. Nur ein Zug war weit und breit nicht zu sehen.Dafür machte unser Bus etwas merkwürdige Geräusche, so dass wir zur Mittagszeit im Canon Roadhouse einkehrten und in den ersten Genuss eines Rock Shandys kamen!Unser Bus hatte einen kaputten Keilriemen, so dass wir mit Jeeps weiter zum nächsten Camp gefahren sind. Unser Bus wurde in der Nacht ausgetauscht.Gegen 15 Uhr erreichten wir die tolle Canon Village Lodge nahe des Fish River Canyons. Der Nachmittag stand uns zur freien Verfügung, den wir wohlwollend im Pool mit Blick über das weite Land ausklingen ließen.  Zum Sonnenuntergang veranstaltete das Hotel einen kurzen Spaziergang auf den nahe gelegenen Hausberg an, um die grandiose Landschaft von etwas weiter oben zu betrachten.Das war einfach nur traumhaft schön!!!Anschließend gab es auf der Hotelterrasse ein leckeres Abendessen, welches serviert wurde.12.03.2011 - 287 kmPünktlich um 7:15 Uhr fuhren wir mit unserem Gepäck direkt zum Aussichtspunkt am nördlichen Rand des Fish River Canyons. Über 80 km Länge streckt sich der zweitgrößte Canyon durch das Land und bietet seinen Besuchern fantastische Aussichten hinunter in die Schlucht. Entlang des oberen Randes liefen wir ein Stückchen und erfreuten uns der tollen Landschaft sowie der immer heißer werdenden Sonne. Zum Mittag waren wir wieder im Canon Roadhouse, von wo wir anschließend weiter nach Aus fuhren. 16 Uhr erreichten wir unsere Lodge, die wunderschön gelegen außerhalb der Stadt lag und von zwei Holländern geführt wird.13.03.2011 - 287 kmVon Aus aus fuhren wir heute Morgen weiter in Richtung Westen und erreichten am Vormittag das verlassene Diamantenstadt Kolmanskuppe. Ein deutsch-sprachiger Guide erklärte und führte uns in einer guten Stunde durch diese verlassene Stadt und erzählte uns total spannende und lustige Geschichten. Anschließend hatten wir noch ein wenig Zeit auf eigene Faust die sandverdeckten Häuser zu besichtigen. Der Bus brachte uns anschließend nach Lüderitz. Wir fuhren kurz zum Woermann-Haus, sahen das Goerke-Haus und machten etliche Bilder von der Felsenkirche.  Die lange Mittagszeit verbrachten wir in der Bucht von Lüderitz am Leuchtturm mit dem Diaz-Kreuz. Eine erste Robben-Kolonie ist hier bei mächtigem Wind zu bestaunen. Da heute Sonntag war, war es nicht einfach an Diesel für unseren Bus zu gelangen. Ab 16 Uhr sollte dieser wieder verfügbar sein. Eine sehr lustige Angelegenheit, wenn man als Deutscher die namibischen Gepflogenheiten nicht kennt. Auf der Rückfahrt hielten wir an einer Futterstelle für die Wildpferde an. Auch hier zeigten sich uns die Unendlichkeiten des Landes in seiner ganzen Pracht... 14.03.2011 - Klein Aus Vista – Namib Naukluft Nationalpark  418 km Morgens um 8 Uhr starten wir in Richtung Norden. Im Westen sehen wir die 2.040 Meter hohen Tirasberge aufragen und im Osten das Rooirand. In Helmeringshausen machen wir unseren ersten Stopp und werden gleich von einem Schwarm von Mücken begrüßt. Schnell weg denken wir uns da nur. Unser Bus wird fix betankt und gegen 16 Uhr gelangen wir bereits zur gebuchten Sossusvlei Lodge - mitten in der Wüste. Wir lassen uns einen Rock Shandy schmecken, damit die Zeit bis 18 Uhr schneller vergeht. Denn jetzt hieß es: Jeeptour in den Sonnenuntergang. Auf der Fahrt entdecken wir neugierige Erdmännchen und einen Löffelhund, viel mehr war nicht los. An den Felsen angekommen, erwartet uns gekühlter Sekt und dazu ein Snack aus Trockenfleisch, Wurst, Nüssen und rohem Gemüse. Gegen 20 Uhr waren wir zurück in der Lodge und genießen das Abendessen.  15.03.2011  Sossusvlei  (128 km) 6 Uhr ist heute Start, denn wir wollen mit den Jeeps zu den Dünen! Es ist noch kalt am Morgen und so nimmt jeder die dickste Jacke mit, die er mit hat. Die Sanddünen sind anfangs noch flach, unterwegs gibt es viele Springböcke, sowohl Herden als auch Einzeltiere. Wir stoppen unsere luftige Fahrt zur Suche und Beobachtung der Ausgrabung der „White Lady“, einer nachtaktiven weißen Spinne, die sich tagsüber gangartig in den feuchten Sand eingräbt, um nicht zu verbrennen. Unser nächster Halt ist an einem 300 Jahre alten, toten Baum, dem fotostärksten Motiv im Sossusvlei. Wir nehmen Stellung zum Gruppenfoto ein und Rainer lässt verlauten: Der Baum ist 300 Jahre und der Rest hier 600 Jahre alt. An der bekannten Düne 45 halten wir nur zum Foto und weiter geht es hinein bis zum Ende des Sossusvlei. Dort nehmen wir uns den Aufstieg zur Düne Big Mama vor, den wir im Gänsemarsch in  ca. 45 min. und bei gefühlten 40°C bewältigen. Wir haben einen tollen Blick von oben, unter uns liegt ein See, der durch die ergiebige Regenzeit gut gefüllt ist und dadurch eine Seltenheit ist - wir können uns am Anblick erfreuen! Am Nachmittag hat die gesamte Gruppe einen Flug über das Sossusvlei gebucht, gegen halb drei Uhr startet die erste Fluggruppe, der zweite Teil um halb vier Uhr. Ein junger, weißer Pilot holt uns jeweils mit dem Jeep zur Startbahn ab und wir heben dann gen Himmel ab. Es rumpelt ganz schön, ein paar Luftlöcher sind auch dabei, unser Pilot zirkelt uns geschickt zwischen zwei Regenfronten hindurch. Es geht hinein in das Wüstengebiet, über die Düne 45 hinweg bis zum Ende des Sossusvlei mit Big Mama und Big Papa. Dann überqueren wir nördlich davon das Dünenmeer, welches durch die indirekte  Sonnenstrahlung ein abwechslungsreiches Farbenspiel mit der pigmentartigen und später teppichartigen Vegetation ergibt. Wir sehen auch wieder die Feldkreise (durch vermutlich Termiten verursacht) und fliegen weiter Richtung Naukluftgebirge, biegen vorher ab zur Landung, leider ohne ein einziges Tier von oben gesichtet zu haben.        16.03.2011  Namib Naukluft Nationalpark - Swakopmund  (393 km) Wir starten 8 Uhr weiter in Richtung Norden, entlang des Naukluftgebirges machen wir unsere erste Rast an der Solitaire Guest Farm mit Tankstelle, Shop und tatsächlich: einer Bäckerei! Leckere Kuchen in vielen Variationen. Vorbei am Tropic of Capricorn und an wunderschönen Landschaftszügen vorbei erreichen wir am frühen Nachmittag  die „Mondlandschaft“ und bannen die Bilder in unsere Kameras bzw. Fotoapparate. Wir fahren in unbarmherziger Schwüle weiter in einer immer noch trostlosen Steinwüste. Dann biegen wir ab und setzen unseren Weg zu den Welwitschias fort, nun sind auch noch die Berggipfel verschwunden, nichts als ebene trostlose Landschaft. Ganz vereinzelt zeigen sich einige Grasbüschel am Boden und schon sind wir da. Ephraim erklärt uns den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Welwitschias Mirabilis, die über 1000 Jahre alt werden können und nur aus einer starken Wurzel mit zwei langen, sich aufspleisenden Blättern und ggf. Blüten besteht. Später erreichen wir das Lokomobilmuseum „Martin Luther“ mit seinem teuren, aber nicht zu Einsatz gekommenen Lokomobil. Es verbrauchte viel Holz und Wasser zur Befeuerung und blieb ständig im Sand stecken. Seinen Namen erhielt es infolge des Lutherschen Ausspruchs: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders". Wir treten unsere letzte Etappe für heute an und fahren zum Hotel „Seaside Hotel & Spa“ direkt am Meer gelegen. Es weht eine frische Brise mit Wellengang. 17.03.2011  Swakopmund – Walvis Bay (Walfischbucht) (119 km) Ein Ausflug mit dem Schiff steht heute auf unserem Besichtigungsplan. Der Bus bringt uns am Morgen direkt zum Hafen von Walvis Bay und hier steht schon unser Boot bereit. Gleich nacheinander legen drei Katamaranboote im Hafen ab, mehr sind gleichzeitig für Touristen nicht erlaubt. Wir haben einen Katamaran für uns allein. Der Besitzer ist ein Namibier, spricht aber sehr gut Deutsch und Englisch. Kaum sind wir gestartet, bekommen wir Besuch an Bord, Popeye braucht seine morgendliche Streicheleinheit mit einigen Leckerbissen und natürlich den Fotorummel um seine Person. Popeye ist eine Robbe und sehr zutraulich. Wir lassen uns einen Kaffee schmecken und anschließend noch einen namibischen Mocca – einen Sherry. Zuerst steuern wir auf die drei Austernbrutplätze in der Walfischbucht zu und sehen dann an der Landzunge ein Schiffswrack liegen. Der Chef erklärt dazu schmunzelnd: „Das war unser erstes Schiff!“ Überhaupt geht es sehr locker und lustig an Bord zu, was größtenteils unserem Kapitän zu verdanken ist, der uns ständig etwas erklärt oder etwas Seemannsgarn spinnt. Wir fahren weiter zu den Delphinen, aber nur wenige von uns schaffen einen guten Schnappschuss, denn kaum sind sie vor uns zu sehen, tauchen sie kurze Zeit später an ganz anderer Stelle wieder auf. Ein schönes Erlebnis war es trotzdem. Nun steuern wir noch zur Robbenkolonie an der Landzungenspitze. Dort wälzen sich einige Robben faul am Strand, meist die Kühe und vorwiegend  die Jugend tummelt im Wasser. Wir begeben uns ans Heck an eine gemütliche Rundecke zum Mittag, wir stoßen erst mal an, dann werden die „Vorspeisen“ serviert, u.a. frische Austern. Uns wird erklärt, wie man Austern zum Essen vorbereitet und wir schreiten zur Tat. Zuerst etwas Pfeffer, dann 1 Tropfen Tabasco und einige Spritzer Zitrone darauf und dann ab in den Mund. Weiterhin gab`s noch allerlei aus dem Meer: Lachs, Tintenfischringe und – beine, Miesmuscheln, Fischsalat …, alles ganz toll hergerichtet von der `Schwiegermutter` und sehr schmackhaft für unsere Gaumen. Es folgen immer mehr neue belegte Platten und zum Schluss süße Versuchungen, wie Cremeröllchen, Schweinsohren und Pfannkuchen. Wir lassen es uns munden und der Sekt wird stets nachgegossen. Wieder zurück auf dem Festland fahren wir hinein nach Swakopmund und Ephraim erklärt und zeigt uns die wichtigsten Schauplätze der Stadt. Am Abend besuchen wir das Restaurant "die Kupferpfanne“, welches zugleich ein Restaurant und eine Art Museum ist. 18.03.2011  Swakopmund – Damaraland - Khorixas (416 km) Wir verlassen Swakopmund entlang der Skelettküste nach Norden und biegen anschließend in Richtung Landesinnere ab. Wir überqueren den Ugab–Fluss mit fragwürdigem Brückengeländer und biegen nach links ab in Richtung Twyfelfontein. Im Damaraland wachsen die Mopanebäume, welche einen besonderen Überlebenstrick anwenden. Fressen die Wüstenelefanten und Antilopen zu viele Blätter ab, so scheidet der Baum Bitterstoffe aus und die Tiere lassen vom Fressen ab. Wir sehen bereits vereinzelte Himbas, die unter den ärmlichsten Verhältnissen leben. Sie spielen mit uns Verstecken und es ist schwer, einen davon aufs Foto zu bannen. Am frühen Nachmittag stehen wir mit dem Bus vor einem Fluss und kommen nicht weiter - zu viel Wasser für die Durchquerung. Ein Tanklaster steckt bereits fest im aufgeweichten Flusssand fest. Das bedeutet erstmal das Ende unserer Fahrt. Guter Rat ist teuer, wir verlassen den Bus und gehen zu Fuß durch das warme Flusswasser oder versuchen halbwegs fußtrocken über die Sandbänke zu gelangen. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es ein Camp mit einer Bar, wir finden uns dort ein, lassen uns auf den Hockern nieder, bestellen etwas Erfrischendes (Bier oder Cola) und warten und warten auf die Dinge, die vielleicht kommen. Nach einer Weile hatten wir dann auch eine Lösung und ein Jeep holte uns ab und brachte uns weiter. Zunächst fahren wir zum verbrannten Felsen, bei dem geologische Vorgänge – heiße Basaltlava und hoher Druck auf Tonschiefer-Schichten zu einem Brandvorgang geführt hatten. Eine dunkle Wolke zieht heran und wir fahren weiter zu den sogenannten Orgelpfeifen – Basaltsäulen. Glutflüssige Lava drang parallel zur Schichtung des anstehenden Gesteins ein, durch Abkühlung von außen nach innen erstarrte der Basalt zu den gleichmäßig ausgerichteten mehreckigen Säulen. Die ersten Tropfen fallen und wir starten ins nächste Tal zu den prähistorischen Felsmalereien, ins Twyfelfontein. Im schönsten Sonnenschein gehen wir vor dem Infocenter auf Motivsuche, wir sind ausdauernd und zwingen die Felsenagame (rot – männlich/gelb–weiblich) auf unsere Speicherkarten. Dann folgen wir einer einheimischen Führerin auf einen Rundweg über die Lion Main. Eine Reisegruppe kommt uns plötzlich durchnässt entgegen und wir ahnen schon, was uns gleich passieren wird. Es fing an mit regnen. Der Jeep holte uns kurz darauf wieder ab und brachte uns zurück zum Fluss. Das Flussbett war inzwischen wieder trocken und wir konnten mit unserem Bus weiter bis nach Korixhas fahren.  19.03.2011  Khorixas - Versteinerter Wald - Opuwo (472 km) Ohne Frühstück geht es heute Morgen los zum versteinerten Wald. Am Infocenter lernen wir den örtlichen guide Sylvia kennen, die die vier Klicklaute beherrscht. Auf unserem Rundgang erklärt sie uns viel zu Pflanzen, die hier heimisch sind, u.a. auch die Welwitschia Mirabilis. Weiterhin folgen das giftige Wolfsmilchgewächs, der Butterflybusch, der Blutfruchtbaum und der Balsaholzbaum, dessen gut riechenden Saft die Himbas als Parfum benutzen. Dann kommen wir zu den versteinerten Bäumen von vor ca. 200 Mio. Jahren. Sehr schön sind die Jahresringe und Fasern zu sehen. Ein Stamm ist hohl und Sylvia muss solange darauf klopfen, bis jeder sein Foto im Kasten hat. Wir sind fasziniert von einer schwarzgelben Radnetzspinne, die ihr Netz zwischen zwei Blutfruchtbäumen gesponnen hat. Auf den letzten Metern zurück singt Sylvia für uns zwei Lieder und verabschiedet sich dankbar von uns mit Handschlag. Gegen 10 Uhr sind wir zurück im Camp, lassen uns das Frühstück schmecken und starten 11 Uhr auf Schotterstraße vorbei an Khorixas bis Kamanjab, und dann weiter auf Asphalt bis Opuwo. Die Vegetation im Damaraland ist üppig, viele Bäume und Büsche wachsen auf der hügeligen Landschaft. Dann setzen wir unseren Weg ins Kakaoland mit dem Kunenefluss fort, dem Land der Himbas. Das fruchtbare Hügelland begleitet uns ständig und plötzlich weist uns ein Verkehrsschild auf Elefanten hin, kurz danach halten wir bei den ersten Zaungästen des hier westlich angrenzenden Etosha Nationalpark. Zwei Giraffen beäugen uns misstrauisch, bleiben aber in Sichtnähe. Nach den trostlosen und tristen Landschaften der letzten Tage haben wir jetzt Grün, soweit das Auge reicht. Die Sonne lugt auch wieder hervor und Ephraim legt eine flotte CD auf, trotzdem ist die Männerwelt im Schlaf versunken und fotographisch festgehalten. Am späten Nachmittag erreichen wir  Opuwo und beziehen die wunderschön gelegene Opuwo Country Lodge. Zur Erfrischung treffen wir uns ein paar Minuten später am Pool ein und 19 Uhr gibt es ein sehr ansprechendes Buffet mit Dessert. 20.03.2011  Opuwo - Himbas Mit einem offenen Kübelwagen fahren wir heute Vormittag zu einem Himbadorf, welches etwa fünf Kilometer von unserer Lodge entfernt liegt. Kurz vor dem Dorf erklärt uns unser Guide, wie es nun ablaufen wird: er fragt das Oberhaupt um Erlaubnis, ob wir das Dorf besuchen dürfen u.s.w, ähnlich einer Verfahrensanleitung. Nachdem das Okay erteilt ist, begrüßt jeder von uns das Oberhaupt mit Handschlag und „Moro Moro“ soviel wie Guten Tag. Er stellt uns anschließend ein paar Fragen, z.B. Wie viele Frauen haben die Männer? - Wer hat Haustiere? oder - Wie viele Kinder haben die Frauen? Danach können wir uns überall im Dorf frei bewegen. Zuerst werden wir misstrauisch beäugt. Wir erfahren und bekommen zu sehen, wie die rote Einreibung der Himbafrauen hergestellt wird: aus Kuhmilch, ca. 2-3 Stunden in ballonähnlichen Gefäßen geschüttelt bis sie cremig ist, dann mit braunroter Erde vermengt, auf die Haut aufgetragen und eingerieben. Wasser zum Waschen kennen die Himbafrauen nicht. Des Weiteren werden Kräuter in einem Becher über brennender Holzkohle „geröstet“ und der entstehende Rauch dient als Parfüm, der Becher wird dafür kurz unter die Achselhöhlen gehalten. Wer von diesem Besuch eines Himbadorfes nicht genug hat und noch fit am Tag ist, startet halb 4 Uhr zu einem anderen Dorf. Der Rest erholt sich unter dem Vordach des Restaurants, als ein heftiger Regenguss losgeht und sich der ganze Himmel immer mehr zu zieht. Abends ist die Landschaft in Regen getaucht. Nachmittags bei trockenem Wetter hatten wir noch die Gelegenheit, eine Hochzeitsgesellschaft während ihres Fototermines im Hotel zu sehen. 21.03.2011  Opuwo - Tosharie Lodge (457 km ) Die Tour setzen wir heute fort und fahren nach Kamanjab - von hier dann weiter nach Outio. Nach einer guten Stunde ungefähr sind Zebras in Sicht und kurze Zeit später gucken Giraffenhälse über die Wipfel, wir zählen ca. 9-10 Stück. Mitten auf der Straße liegt ein toter Schabrackenschakal, Ephraim wendet extra mit dem Bus und Anhänger für uns um. Es geht immer geradeaus... dann eine Linkskurve und schon biegen wir kurz vor Outio auf unsere letzte heutige Zielgeraden von 72 km zur Tosharie Lodge ab. Es tröpfelt wieder, wir lesen, rätseln, plaudern oder schauen einfach nur in die Runde. Wir machen stopp an einer Lodge und bekommen die dort gehaltenen Buntböcke und Leschewes zu Gesicht, dazu werden uns ebenfalls ein paar Termitenhügel als Kulisse geboten. Gegen 15.30 Uhr kommen wir an der Tosharie Lodge an und begeben uns auf die Motivjagd nach den wunderschönen Schmetterlingen im Lodgegelände. Diese wollen allerdings ihre Flügel nicht öffnen und es bedarf Geduld und Spucke für einen Schnappschuss. 22.03.2011  Tosharie Lodge – Etosha Nationalpark (249 km ) Früh morgens aufstehen heißt es heute: wir fahren in den Etosha Nationalpark. Kurz vor dem Eingangstor erleben wir den Sonnenaufgang und beginnen kurz darauf unsere erste Safaritour bis zum Mittag. Fast am Ende der Vormittagsstrecke sehen wir einen PKW am Straßenrand stehen. Wir halten ebenfalls und entdecken unter einem Baum einen Löwen liegen. Nach gewisser Zeit entdecken wir auch noch den zweiten Löwen unter einem anderen Baum im Schatten. Bei ihm liegt ein gerissenes Zebra. Da sich beide den Bauch vermutlich schon vollgeschlagen haben, dösen sie in der Mittagszeit im Schatten vor sich hin und bewegen sich kaum. Im Hintergrund sind Zebras auszumachen, für uns nicht ganz logisch, dass sie nicht die Flucht ergriffen haben. Nach einer Stunde Pause in der Okaukuejo Lodge starten wir ein weiteres Mal. Wir machen Bekanntschaft mit Großtrappen, Springböcken, Oryxantilopen, Gnus, Giraffen, Kuhantilopen, Schakalen, Zebras, Löwen, einem Fleckenuhu, dem Sekretär, der Gabelracke, Perlhühnern, dem Weißbürzelsinghabicht, Schlangen, Geiern, Marabus, einer kleinen Schildkröte, Fröschen, den Abdimsstörchen, Falkenbussard, Steppenfalken, den Gockeltrappen und dem Kaptriel. Zum Abendessen sind wir zurück in unserer Lodge. 23.03.2011  Tosharie Lodge – Etosha Nationalpark – Okaukuejo Lodge (140 km ) Erneut befahren wir den Nationalpark, denn es gibt noch eine Reihe weiterer Tiere, die zu bestaunen sind. Die Giraffen auf offener Flur lassen wir zu unserer rechten Seite unbeachtet. Wir halten an einer Salzpfanne. Kurze Zeit später, auf der anderen Seite verharrt eine Gruppe Springböcke wie erstarrt in einer kleinen Senke und dahinter, etwas oberhalb, wieder zwei Löwen auf Streichzug. Am Abend suchen wir uns einen Platz auf der Aussichtstribüne am beleuchteten Wasserloch, denn die Übernachtung heute erfolgt mitten im Nationalpark. Fast alle harren bis nach 24 Uhr aus, wir beobachten das geschäftige Treiben eines Vogels am Uferrand und hoffen auf des Jägers Glück. Aber außer einer Herde Zebras und Giraffen, die sich im Dunkeln am Horizont entlang bewegen und nur mit dem Fernglas auszumachen sind, tut sich nichts. Schade, wo wir schon mal die Gelegenheit haben, in der Okaukuejo Lodge zu übernachten. 24.03.2011  Okaukuejo Lodge -  Uris Safari Lodge (Tsuneb)  (313 km ) Nachdem wir uns vom Frühstück gestärkt haben, setzen wir die Tour durch den Nationalpark in Richtung Osten fort und passieren das östliche Lindequist-Gate.  In Halali machen wir kurz Pause und dann fahren wir weiter. Wir sehen noch Rotschnabelenten, eine ganze Herde Schwarznasenimpalas mitten auf dem Weg, Grautogos, Steinböckchen, die rote Kuhantilope, Giraffen und Schwein gehabt – die Warzenschweine. Wir fahren begleitet von überschwemmtem Land zur Linken und einem See zur Rechten die Schotterpiste entlang und sehen frischen Elefantendung. Nun werden wir unruhig, die ganze Gegend wird abgescannt, wir hoffen, wenigstens ein echtes Rüsseltier zu erhaschen, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und genau in diesem Moment des Schreibens ruft Rita: 14 Uhr Elefant!  Für die Fotoapparate ist es schwer, ein passables Foto zu schießen, da müssen die Kameras ran. Wir fahren weiter und im Bus ist es voller Erwartung sehr still geworden. Doch nichts ist mehr weit und breit zu entdecken. Mitten im vollen Regenguss erreichen wir wieder das Namutoni Wildlife Ressort, holen den Anhänger mit unserem Gepäck und erreichen gegen 20 Uhr die !Uris Lodge nach Tsumeb. Es ist bereits dunkel und wir haben einige Mühe, unsere Zimmer im spärlich erleuchteten Gelände zu finden. 25.03.2011  Uris Safari Lodge - Otjiwarongo  (234 km ) Die Abfahrt heute ist erst auf 11 Uhr angesetzt. Fast wie Urlaub :-) Somit haben wir am Morgen noch Zeit die hauseigene Miene zu besichtigen, was einige Gäste gern in Anspruch nehmen. Weiter mit unserem Bus fahren wir dann bei schönstem Sonnenschein zum Otjikotosee, einem natürlichen Trichtersee, in dem die deutsche Schutztruppe 1915 ihre schwere Ausrüstung im Kriegsgeschehen versenkte, um schneller voran zu kommen. Wir bummeln herum im Bereich mit den Sukkulenten, dem Garten mit Schafen, Straußen und Wellensittichen sowie Büschen und den Bäumen mit riesigen Schlingwurzeln. Wir fahren an Tsumeb vorbei, sehen Schmelzanlagen und weiterverarbeitende Industrie, da es in dieser Gegend Kupfervorkommen gibt, die aber heute nur noch in geringen Mengen erschlossen werden. Der gesamte Landstrich ist infolge höherer Niederschläge und eines hohen Grundwasserspiegels sehr vegetationsreich. Es tröpfelt wieder mal aus einzelnen Wolken, die Sonne scheint trotzdem dazwischen. Kurz vor 14 Uhr fahren wir durch eine große Regenwand, nichts Neues für uns, da es sich seit fünf Tagen täglich am Nachmittag wiederholt. Gegen halb vier Uhr erreichen wir die Otjibamba Lodge, der Regen verzieht sich und bis zum Abendbrot ist Freizeit. Zur Lodge gehören einige Flamingos, die Webervögel bauen hier ihre Nester an die Palmenwedel. Mit einer Wanderung oder beim Genießen von Kaffee / Tee auf der Terrasse vergeht die Zeit schnell und wir treffen uns zum a la Card Abendbrot. 26.03.2011  Otjiwarongo - Windhoek  (278 km ) Da wir nicht weit entfernt von Otjiwarongo sind, starten wir heute mit einer kurzen Stadtrundfahrt und anschließendem Besuch einer Krokodilfarm.  Kaum haben wir uns an der Mauer des Krokodilfreigeländes eingefunden, bequemen sich auch schon die ersten Kolosse in unsere Richtung, wohl wissend, dass heute bald Fütterung ist. Noch erscheinen sie uns als sehr träge Lebewesen und wir machen Fotos ohne Angstzustände. Wir haben immer noch Zeit bis 11 Uhr, so setzen wir unseren Rundgang zu den Schlangen fort. Wir erfahren eine Menge über Schlangen, Ottern und Nattern. Nun geht’s zur Krokodilfütterung, mancher hielt sich Nase und Augen zu bei der Fleischverteilung. Wir setzen mittags unsere Fahrt Richtung Windhoek fort, linker Hand im Osten ist der Waterberg zu sehen und etwas später halten wir an einem Termitenhügel zum Gruppenfoto. Gegen 13 Uhr sind bereits die dunklen Wolken wieder in Sicht, aber es bleibt vorerst trocken. Um 14 Uhr treffen wir in Okahandja ein und haben eine Stunde Zeit für Schnäppcheneinkäufe auf dem sogenannten Holzmarkt – einem Basar. Wir fahren weiter nach Windhoek, zuerst durch den Katatura-Bezirk, einem Blechhüttenviertel des untersten Wohn- und Lebensniveaus. Am Hotel „Thüringer Hof" vorbei führt unsere Fahrt zum Bahnhof, jedoch fährt heute nichts mehr und alles liegt still und verlassen. Die geplante Stadtrundfahrt und –gang ins Zentrum verschieben wir infolge des obligatorischen Schauers auf morgen. Wir checken im Safarihotel ein und warten ungeduldig den Starkregen ab, um ins Nebengebäude zu den Zimmern zu gelangen. Zum Abendbrot treffen wir uns im Restaurant, wählen das Bufettessen mit Bier, Saft oder Rock Shandy. 27.03.2011  Windhoek – Abflug nach Hause via Johannesburg (81 km ) Wir können ausschlafen und genüsslich ein letztes Mal in Namibia frühstücken, für 11 Uhr ist die Abholung geplant. Bei allerbestem Sonnenschein beginnen wir unsere Stadtrundfahrt durch Windhoek. Ab der Christuskirche legen wir den weiteren Weg zu Fuß zurück, vorbei am Parlamentsgebäude (Tintenpalast) mit der schön angelegten Parkanlage und dem im Bau befindlichen Independence Memorial Museum kommen wir zum Reiterdenkmal und machen einen kleinen Rundgang durch das Museum in der Alten Feste. - Nun heißt es langsam Abschied nehmen, unsere Fahrt Richtung Flughafen beginnt. Wir verabschieden uns herzlich von Ephraim und vertreiben uns im Transitbereich die verbleibende Zeit mit plaudern, Souvenirschau und dem Umsetzen der letzten namibischen Dollar in Mitbringsel oder an der angrenzenden Bar. Mit 15 Minuten Verspätung geht es 16.45 Uhr los, wir landen gegen 18.30 Uhr in Johannesburg und in jagendem Galopp geht’s zum Abfluggate Richtung Frankfurt / M. Wir starten 19.25 Uhr und nach einer ziemlich schlaflosen Nacht hat uns Deutschland wohlbehalten gegen 6.15 Uhr am Montagmorgen zurück. Damit endet für uns eine erlebnisreiche und unvergessliche Rundreise von drei Wochen und über 5300km quer durch Namibia. Im Gegensatz zum „Normalfall“ eines Namibiabesuches haben wir eine sehr üppige Vegetation infolge der reichhaltigen Regenzeit vorgefunden. Wir erlebten an vielen Orten ein wunderbar grünes Land, mussten dafür allerdings in Kauf nehmen, dass die Beobachtung der wildlebenden Tierwelt im Nationalpark, besonders der Big Five, für uns in dieser Zeit nicht so ergiebig war. Trotzdem haben wir sehr viel gesehen!

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