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Island

Reisebericht: 11.06. – 20.06.2026

Die Insel aus Feuer und Eis, mitten im Atlantik, war das Ziel von 14 Reisenden.

Heike Heinen

Ein Reisebericht von
Heike Heinen

Þingvellir – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Þingvellir: Allmännerschlucht – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) þingvellir – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Kirkjufell – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Hafen Husavik – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Pseudokrater – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Bauernhof  Möðrudalur, Tankstelle – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Petras Steinesammlung – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Klaustur: Skogar Museum: Parsi Ring – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Skogar Museum – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Reykjavik: unser Bus vor dem Rathaus – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL)

Anreise

Vom Berliner und Frankfurter Flughafen machten sich die Eberhardt-Gäste auf den lang ersehnten Weg Richtung Island.
Nach fast 4 Stunden Flug war es geschafft.
Keflavik, der Hauptflughafen für Island, begrüßte uns am späten Nachmittag mit einem Mix aus Sonne und Wolken. Die Berliner Fluggäste mussten auf die Frankfurter warten, denn ihre Maschine hatte 35 Minuten Verspätung.
Auch begrüßte uns nach der Gepäckabholung unsere Inselführerin und Busfahrerin Anna Låra .
Sie sollte uns in den nächsten 8 Tagen die Insel, die vor wenigen Tagen zur "teuersten Destination der Welt" erklärt wurde, näher bringen.
Schon die 45minütige Fahrt von Keflavik in die Hauptstadt war interessant, es gab erste allgemeine Informationen und Wissenswertes zur Halbinsel Reykjanes. Sie befindet sich im Südwesten der Insel und ist geprägt von andauerndem Vulkanismus. Die Vielen bekannte Evakuierung von Grindavik ist heute noch, ca. 2,5 Jahre nach den Erdbeben und starkem Lavafluss in aller Munde.
Trotzdem versuch(t)en die Bewohner Grindaviks Haus und Hof zu behalten. So wurden neue , viele Meter hohe Schutzwälle und Mauern errichtet, um den Lavamassen Einhalt zu bieten. Hoffnung keimte auf. Von den einst 4000 Einwohnern leben heute wieder etwa 500 im Ort. Immer mit dem Wissen, dass sie auf einer gewaltigen Lavablase leben, die jederzeit ihre zerstörerische Kraft wieder zeigen kann. Auch die berühmte "Blaue Lagune" liegt in dem tektonisch aktiven Gebiet und ist damit immer wieder gefährdet.

Unser Hotel für die kommenden 2 Nächte war das "Klettur", das seinen Namen vom "Felsen" hat, auf dem es erbaut wurde. In der Nähe des Frühstücksraumes konnten wir einige Felsblöcke sehen.
Beim gemeinsamen Abendessen mit Lammkroketten auf Rucola und Saibling in Sesamkruste auf Gemüse gab es die ersten netten Gespräche, ein zartes Kennenlernen, und wir freuten uns auf den nächsten Tag mit einer der Hauptattraktionen ganz Islands, dem "Goldenen Kreis".

Goldener Kreis

Nach einem stärkenden Hotelfrühstück, für die meisten mit leckerem Skyr und frischem Obst
begann unser Reisetag mit einem absoluten Inselhighlight, dem Goldenen Kreis.
Þingvellir, Gullfoss und Geysire gehören dazu.
Aber der Reihe nach: Þingvellir ist nicht nur eine historische Stätte, sondern auch geologisch betrachtet hoch interessant. Man befindet sich zwischen der nordamerikanischen und eurasischen Kontinentalplatte . Da diese stetig auseinander triften, kann man mittlerweile über einen bequemen Weg gemütlich hindurch laufen. Früher gab es eine Lavaebene, heute die bis zu 5 km breite Grabenbruchzone. Durch die Allmännerschlucht ging es für uns, ist sie doch die bekannteste . Dabei eröffnete sich alsbald der Blick auf die isländische Flagge vor Gebäuden und am Lögberg. Dort tagte vermutlich das erste isländische Parlament im Jahr 930. Man traf sich um Gesetze zu verkünden und Recht zu sprechen. Nach einem Erdbeben verlegte man das Parlament nach Reykjavik und somit wurde allmählich die heutige isländische Hauptstadt bekannter und größer.

Nach einer Fahrtstunde erreichten wir den Gullfoss. Der "goldene Wasserfall" präsentierte sich uns mit viel Wind und Sonnenschein.
Einer beherzten Dame namens Sigríður Tómasdottir von einem nahegelegenen Bauernhof ist es zu verdanken, dass wir heute kein großes Elektrizitätswerk haben. Engländer wollten die gewaltigen Wassermassen eindämmen und ein Wasserkraftwerk bauen.
Glücklicherweise kam es nicht dazu, und wir genießen heute diese Naturschönheit. Auf 2 Ebenen kann man dem Gullfoss näherkommen und er ergießt sich auf guten 30 Metern über 2 Kaskaden.

Unser letzter Besuch (so glaubten wir zunächst) galt einem größeren Geysir Gebiet. Geysir ist namensgebend für alle Springquellen und der bekannteste ist Strokkur, ("Butterfass").
Auf ihn ist Verlass: spätestens alle 10 Minuten sorgt er auf dem Gelände für ein "ah und oh" und alle Kameras und Handys werden gezückt. Heißes Magma bringt das Grundwasser auf hunderte von Grad, und mit Druck wird Wasserdampf in unterschiedlichen Höhen in die Luft gestoßen. 3x schauten wir uns dieses Naturspektakel an, dann verabschiedeten wir uns.

Wir glaubten zurück nach Reykjavik zu fahren, aber Anna Låra hatte für uns noch eine Überraschung parat. Schon im Bus erzählte sie uns von 2 Isländerinnen, die in einer Kirche Großartiges geschaffen haben. Und so besuchten wir das kleine Skarholt mit seiner beeindruckenden Kirche. Obwohl die jetzige Kirche erst 1963 erbaut wurde, ist ihr Inneres älter. So sahen wir z.B. die Namen der einstigen Bischöfe, die Holzkanzel, aber auch moderne Buntglasfenster, welche durch die Sonne noch schöner erstrahlten und das Altarbild, gefertigt aus Mosaiken und etwas ungewöhnlich, da es sich direkt an der Kirchwand befand. Die Glasfenster und das Mosaikaltarbild wurden von den 2 Frauen, nämlich Gerður Helgadottir und Nina Tryggvadottir geschaffen, von denen Anna Låra schon im Bus schwärmte.
Danach ging es aber wirklich zurück nach Reykjavik. Eine Walsafari stand an. Hoffentlich würden wir Tiere sehen. Aber man weiß ja nie wie es die Natur mit einem meint. Aber schon etwa 30 Minuten nach dem Ablegen der "Andrea" konnten wir Mink-und Schweinswale in der Ferne sehen. Deutlicher wurde dann später ein Buckelwal. Wie Annika, eine gebürtige Deutsche und Meeresbiologin, erzählte, war es ein junger Buckelwal. Und er freute sich anscheinend auch uns "Walbeobachter" zu sehen, denn er zeigte sich gleich mehrmals und auch seine Fluke war beim Abtauchen gut zu sehen. Ein tolles Erlebnis.
Annika ist an dieser Stelle nochmals zu erwähnen, denn sie hat spontan auf mein Bitten hin, die Leitung des Ausflugs übernommen, und so uns mit vielen deutschen Informationen versorgt.
Nach einer Seefahrt ist man bekanntlich hungrig. So ließen die meisten von uns den Tag mit einem sehr schmackhaften Abendessen ausklingen.

Halbinsel Snæfellsnes

Schon früh begann der Tag, 8.00 Uhr erfolgte die Abfahrt.
Nach etwa einer Stunde Fahrt und dem Durchqueren des 5,8 km langen Walfjord-Tunnels war Borgarnes erreicht, wo wir eine erste kurze Pause einlegten und auch der Kofferhänger am Hotel, welches wir am Abend wieder erreichen würden, abstellten.
Ohne ihn ließ es sich einfacher die Rundtour fahren.
Die Halbinsel Snæfellsnes bekam ihren Namen vom gleichnamigen fast 1500 m hohen Gletscher, den wir zwar komplett umrundeten, aber nie richtig sahen. Seine Spitze versteckte sich immer in Wolken. Einmal sahen wir ihn aber doch und zwar im Nationalparkmuseum in Hellisaudur als Plastikmodell ..., und, auch das war zu lesen,
Snæfellsnes wurde am 27.09.2025 von der UNESCO zum 1. Biosphärenreservat Islands erkoren.
Die Südseite der Halbinsel ist landschaftlich äußerst reizvoll: Wasserfälle, satte Wiesen in den verschiedensten Grüntönen mit dem kräftigen Gelbtupfer des Löwenzahn, hier und da ein kleiner See, den Gletscher zur linken und das Meer zu rechten, wo die rauhen Wellen beeindruckende Felsformationen in vielen Jahren modelliert haben.
Den längsten Spaziergang unternahmen wir in Arnastapi, wo uns zu Beginn Bardur Snæfellsnes, halb Mensch, halb Riese begrüßte und den wir am hübschen Fischerhafen beendeten.

Unser Hotel "Vesturland" befand sich in Borgarnes, einer Kleinstadt am gleichnamigen Fjord und bekannt durch die Saga von Skallagrim Kveldulfsson und seinem Sohn Egil Skallagrimsson. Es wird berichtet dass " ...Egil ganz vorn auf der Landspitze einen Hügel errichten ließ; dort hinein legte man Skallagrim und sein Pferd und seine Waffen und die Schmiedewerkzeuge..."
Ein kurzer Spaziergang führte uns zu diesem Hügel.
Wieder ging ein eindrucksvoller Reisetag bei bestem Wetter zu Ende.

Vulkan & Islandpferde

Es war ein Sonntag und die Sonne begrüßte uns mit ihren wärmenden Strahlen.
So freuten wir uns umso mehr auf den heutigen Tag und wir konnten auch etwas länger schlafen.
Nach einem wieder sehr guten Frühstück gab es nach einer halben Stunde Busfahrt eine sportliche Betätigung: etwa 600 Stufen mussten zurückgelegt werden, ehe man in den erloschenen Krater des Grábrók schauen konnte.
Er ist vor ca. 3600 Jahren durch eine Eruption entstanden und heute der größte von drei nebeneinander liegenden.

Einen zusätzlichen Abstecher gab es zum Wasserfall Kolugljúfur der über verschiedene Stufen insgesamt 50 Meter in die Tiefe stürzt.

Am Nachmittag waren wir zu Gast auf einem Pferdehof. Was wäre Island oder seine Pferde ? In den vergangenen Tagen haben wir sie schon überall gesehen.
Die gebürtige Deutsche Evelyn Kuhne, nun verheiratet mit einem Isländer, kam vor 31 Jahren auf die Insel. Ihre große Leidenschaft gilt den Grassoden Häusern / Torfhäusern. Jahrhundertelang lebten die Isländer in den Häusern, deren Wände und Dächer aus Torf/Grassoden hergestellt wurden.
Wir hatten vor 2 Tagen nahe der Kirche von Skálholt solch ein Haus in der Sanierungsphase sehen können.
Auf dem Pferdehof Lytingsstaðir gab es keine dieser typischen Häuser. Evelyn wollte aber die isländische Tradition auch bei sich weiterführen, und so beschlossen sie und ihr Mann, 2 Torfhäuser zu errichten. Der Plan war da , die Umsetzung war schwierig.
Genehmigungen mussten eingeholt und auch Personen gefunden werden, die über das Fachwissen verfügten.
Glücklicherweise konnten wir sie anschauen.
Die Pferde spielten natürlich eine ganz wichtige Rolle, haben wir doch wegen der Tiere diesen Abstecher unternommen.
Pferde sind wohl mit den ersten Siedlern im 9. Jahrhundert auf die Insel gekommen. Sie werden seit dieser Zeit mit keiner anderen Rasse gekreuzt. Das bedeutet auch das es keinen Pferdeimport nach Island gibt. Auch ein außer Landes gebrachte Pferd darf nie wieder zurück.
Etwa 110 Pferde und 80 Mutterschafe besitzen sie auf ihrem ca. 400 ha großen Land.
Die 5 Gangarten, Schritt, Trab, Galopp, Pass und der besondere Tölt wurden uns von Evelys Sohn Julius und dessen Freundin Sarah gezeigt. Und Julius erzählte uns auch, dass er die Pferde selber beschlägt. Ein altes Hufeisen konnten wir als Glücksbringer mitnehmen.
Ein wirklich interessanter Besuch, den wir nicht missen wollen.
Noch 1,5 Stunden Fahrzeit hatten wir vor uns, und wir erreichten Akureyri, die "Hauptstadt des Nordens" und damit auch das Hotel Kjarnalundur für die nächsten 2 Nächte.

Halbinsel Tjörnes

Auf der Ringstraße 1 ging es zum "Wasserfall der Götter" , dem Goðafoss.
Man erzählt sich dass nach der Rückkehr von þingvellir ein Herr seine nordischen Götterstatuen in den Wasserfall warf und sich so zum Christentum bekannte.
Wir waren in den frühen Vormittagsstunden dort, fanden fast keine Besucher vor und konnten durch den perfekten Sonnenwinkel auch noch einen Regenbogen genießen.
Weiter ging es Richtung Hjóðaklettar mit seinen Basaltformationen, wo uns
viele Fliegen begleiteten . Man merkte dass man nahe des Mývatn war, den man mit "Mückensee" übersetzen kann.

Einem Fluss und seiner enormen Kraft haben wir die heutige hufeisenförmige Ásbyrgi Schlucht zu verdanken. Einst durchfloss er sie und hatte 2 Wasserfälle, die sich zu einem verbanden. Heute gibt es weder den Fluss noch den Wasserfall, aber am Ende einen herrlichen glasklaren Natursee.
Wir waren völlig im Einklang mit der einzigartigen Natur.
Einzigartig waren auch die Papageientaucher, die wir an den Klippen der Westküste der Halbinsel Tjörnes bewundern konnten. Viele Male auf den Auslöser gedrückt, brachte es am Ende doch wenigstens ein paar Fotos.
Den letzten Stopp gab es im Fischerdorf Husavik, von welchem Whale Watching angeboten wird. Passend dazu gibt es seit etwa 30 Jahren im Ort ein Walmuseum, welches sehr informativ ist und über viele Walskelette verfügt.
Der Tag war noch nicht zu Ende: viele von uns durften sich auf ein Bad in einem Geothermalbad freuen. Ein unvergessliches Erlebnis!

Vom Norden durch das Geothermalgebiet in den Osten

Wieder hatten wir das Glück, mit Sonnenschein und blauem Himmel unseren Ausflug beginnen zu dürfen.
Wir verabschiedeten uns von der "Hauptstadt des Nordens" , wo z.B. das Rot einer Ampel auf der Hauptstraße 1 in ❤️-form den Besuchern ein kurzes Lächeln entlockt.
Der Weg führte uns in den Osten der Insel.
Mývatn, der "Mückensee" ist mit etwa 37 qkm der 3. größte der Insel und wird von vielen unterirdischen Zuflüssen gespeist.
Der wichtigste Abfluss und auch gleichzeitig der bedeutendste Lachsfluss ist der "Laxá".
Sehr viele Entenarten gibt es dort zu bestaunen.
Umgeben wird er von einem vulkanisch sehr aktiven Gebiet. Überall blubbert und brodelt es, die Luft riecht stark nach Schwefel. Es gab den ersten Stopp im Pseudokratergebiet von Grigur, bevor wir der bösen Grýla, der Trollmutter mit ihren 13 Kindern einen Besuch abstatteten. Vor allem in der dunklen Winterzeit, kurz vor Weihnachten lässt man sie ihren Streichen nachkommen und deshalb ist es besonders für die Kinder in Dimmuborgir ein tolles Erlebnis. Die 13 Trollkinder/ Weihnachtsmänner essen zum Beispiel gern Skyr, so trägt einer den Namen "Skyrgierschlund", ein anderer isst gern Fleisch, heißt somit "Fleischangler" und der nächste heißt "Wurststibitzer".
Wie es während der weihnachtlichen Vorführungen aussieht, zeigen Fotos am Eingang des Parks.
Zurück im Bus hatte es doch tatsächlich "Türschlitzenschnüffler" gut mit uns gemeint, denn, ohne das wir es gemerkt haben, schlich er sich in den Bus und wir bekamen Süßigkeiten ....

Einige Kilometer weiter meinten wir in einer anderen Welt angekommen zu sein. Rauchwolken, Dampf, blubbernde graue Schlammlöcher, gelber und roter Boden von Schwefel und Eisen und dazu ein beissender Geruch. Wir waren in Hverir. Auf diesem bis zu 100 Grad heißen Gebiet hat man für die Besucher einen schützenden Steg angelegt, so dass man von allen Seiten sicher an die heißen Quellen heran kommt.

Den Dettifoss besuchten wir am frühen Nachmittag. Gletscherwasser vom Fluss Jökulsá á Fjöllum speist ihn. Mit einer Höhe von 44 m und einer Breite von 100 m gehört es zu den wasserreichsten und bekanntesten Naturschönheiten Nord-Ostislands.
Der Jökulsá á Fjöllum begleitete uns zunächst 24 km zurück zur Ringstraße 1 und dann noch weiter.
Aufgrund einer Brückensperrung über diesen Fluss musste man das Zeitfenster 14.45-15.15 Uhr einhalten, um den Weg nach Egilsstaðir weiterfahren zu können.
Einen zusätzlichen Abstecher gab es zum (laut eigenem Bekunden) höchstgelegensten Bauernhof Islands Möðruladur. Weitesgehend autark möchte man leben, freut sich aber in der isländischen Hauptreisezeit über die Besucher. So waren wir auch nicht die einzigen. Während sich andere Gäste für die berühmten "Loveballs" , eine süße Spezialität des Hofes anstellten, hielten andere Ausschau nach den Polarfüchsen. Da sie aber jetzt Junge haben, konnte man lediglich ein paar Fellknäuel sehen.
Auf dem Bauernhof kann man sich privat Hütten mieten, oder aber die kleine Kirche besichtigen und über allerlei Getier freuen. Ziegen, Schafe, Polarfüchse und 1 Ren sind dort zu Hause. Rentiere spielen in Ostisland immer noch eine Rolle. Ursprünglich wurden die Tiere im Südwesten, in der Mitte und im Osten der Insel gegen Ende des 18. Jahrhunderts eingeführt. Nur in Ostisland konnten sie sich vermehren. Sie ernähren sich hauptsächlich von Flechten. Das eine Ren auf dem Bauernhof hatte aber bestimmt noch Appetit auf andere köstliche Sachen, denn es stand plötzlich im Restaurant.
Noch 1,5 Stunden Fahrzeit wurden vorausgesagt, dann hatten wir unseren nächsten Übernachtungsort Eskifjörður erreicht.
Das Hotel war einst eine Bank. Ein Relikt aus alten Zeiten gibt es heute noch, den großen Tresor, der heute als Weinlager genutzt wird.
Da das Hotel über kein Restaurant verfügt, waren wir in Randulfsjöhus zu Gast. Ein uriges Lokal, in dem uns Fischsuppe und Rentierfrikadellen gereicht wurden.
Wieder ging zwar ein langer, aber interessanter und eindrucksvoller Reisetag zu Ende.

Ostfjörde

Das Wetter hatte sich merklich verändert, nunmehr wärmer angezogen, fuhren wir durch den östlichen Teil dieser wunderbaren Insel.
Es war der 17. Juni, der Nationalfeiertag der Isländer. Anna Lára sagte, dass es an diesem Tag IMMER schlechtes Wetter gäbe, und sie sollte Recht behalten.
Petras Steine Sammlung war der erste Besichtigungspunkt. Petra Ljösbörg wurde am Weihnachtsabend 1922 geboren. Sie beschloss einst, ihre große Sammlung an Steinen und Mineralien für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Obwohl sie nie Geologie oder Naturwissenschaften studiert hatte, findet sie auf ihren ausgedehnten Wanderungen immer wieder seltene Steine und nimmt sie mit zu sich nach Hause. Alsbald wurde es die größte Sammlung dieser Art in ganz Island. Heute weilt diese Dame nicht mehr unter uns, aber glücklicherweise pflegen ihre Kinder und Enkel die Leidenschaft und das Erbe ihrer Mutter und Großmutter. Sie hat 2 Söhne und 1 Tochter und 12 Enkel. Über die Zahl der Urenkel kann man (noch) keine genaue Aussage treffen. 2 ihrer Enkeltöchter waren im Museum.
Nach einer Stunde fuhren wir im Regen weiter Richtung Südosten.
Djúpivogur sollte unsere nächste Station sein. 4 Grad, Wind und Regen ließen uns schnell in ein Restaurant gehen . Im "Langhaus", ein Gebäude, einst von deutschen Kaufmännern erbaut, gab es eine heiße Suppe oder ein Stück Torte. Daneben hat eine Brauerei ihre Pforten geöffnet. Zum "Schnäppchen" von € 24 kann man dort ein Bier erwerben.
Bis Höfn waren es noch 102 km. Der Regen ließ nicht nach. Aufkommender Nebel sorgte für schlechte Sicht und damit für ein Nickerchen im Bus.
Trotz eines zusätzlichen Stopps am Hafen in Höfn, wollte man nicht freiwillig aus dem Bus, um ein Foto zu machen.
Aufgrund des Wetters kamen wir etwas früher im heutigen Hotel "Jökull", einem ehemaligen Landschulheim an. Einige nutzten die Möglichkeit, am Großbild- TV die Fußball- WM zu verfolgen.
Ein sehr guter Kabeljau auf Kartoffelbrei mit Karotten zum Abendessen rundete den Tag ab.
Wir hofften, dass morgen Sturm und Regen etwas nach lassen würden.

Südostküste mit Gletscherlagune

Der erste Blick aus dem Fenster : Gott sei Dank, es war windig, aber es gab keinen peitschenden Regen mehr.
Die Mitarbeiter in der Gletscherlagune Jökulsárlón mussten ihre Touren mit den Amphibienfahrzeugen nicht canceln, so wie am Vortag geschehen. Mit der entsprechenden Sicherheit und ausgestattet mit Schutzwesten konnten wir das Abenteuer "Gletscherlagune" starten.
Der Guide Julian auf dem Amphibienfahrzeug erzählte uns, dass der Vatnajökull, von dem die Lagune ihre Eisstücke bekommt, 8% der ganzen Landesfläche einnimmt. Wir hatten eine Wassertemperatur von 2 Grad und fuhren durch durchschnittlich 18 m tiefes Wasser. Vor 900 Jahren gab es, so erzählte er, an dieser Stelle noch Wald. Seit 1890 ist der Gletscher um 200 m zurückgegangen. Heute leben zwischen Februar und November ca. 100 Robben in der Lagune.
Mehrere Male war Jökulsárlón Schauplatz von Filmen. James Bond wurde 2x dort gedreht, aber auch Teile von Batman und Lara Toft mit Angelina Jolie. Sie soll sogar mit unserem Boot gefahren sein. Nun ja, wir wollen es Julian mal glauben....
Nach ca. 30 Minuten waren wir wieder an Land und setzten unsere Fahrt entlang der Südostküste fort, immer den Blick zur linken auf das Meer und zur rechten auf kalbenden Gletscher, wie den
Lambatungajökull
Viðburðirjökull
Hoffellsjökull
Fláajökull
Heinabergsjökull
und den Skálafelljökull (in korrekter Reihenfolge von Ost nach West).
Den Mittagsimbiss konnte man alsbald wieder abtrainieren. In ca. 50 Minuten ging es stetig bergauf zum versteckt liegenden Svartifoss. Er ist nicht hoch, bekannt jedoch für seine Basaltformationen, die aussehen wie Orgelpfeiffen.
Nach Verlassen des Vatnajökull- Nationalparks, der mit einer Fläche von fast 14000qkm 14% der gesamten isländischen Landfläche einnimmt und damit zu den größten Europas gehört, waren es noch 139 km bis Vik.
Unterwegs gab es noch einen Abstecher nach Kirkjubæjarklaustur, von den Isländern einfach "Klaustur" genannt.
Es sollen sich dort irische Wandermönche einst niedergelassen haben.
In Klaustur hatten wir den Blick auf den "Sisters Rock" und "Sisters Wasserfall". 2 nebeneinanderliegende Wasserfälle stürzen zu Tale und der "Sisters Rock" soll die Grabstätte zweier Schwestern sein, die z.B. ihre Seelen an den Teufel verkauft und Brot aus der Kirche gestohlen haben sollen. Ob sie alles tatsächlich getan haben, bleibt offen. Jedoch wurden sie verbrannt. Ihr Denkmal findet man im Zentrum des kleinen Dorfes.
Am späten Nachmittag war Vík i Mýrdal erreicht.
2 Gäste hatten einen Reitausflug gebucht und wollten den Strand von Vík vom Pferderücken entdecken. Die anderen gingen shoppen, an den tollen schwarzen Strand, zur höhergelegenen Kirche oder erholten sich etwas im Hotel.
Am Abend trafen sich alle wieder zum Abendessen bei geräuchertem Lachs und Lammhaxe.

Vik – Reykjavik

Nach einem sehr guten Frühstück trafen wir uns wieder pünktlich 8.00 Uhr zur Abfahrt.
An dieser Stelle vielen Dank für Ihre/eure Pünktlichkeit !
Anna Lára steuerte Küstenabschnitte und Felsen der Südküste an, in der Hoffnung noch einmal Papageientaucher zu sehen. Wir sahen zwar nicht die süßen tapsigen Vögel mit ihrem knall roten Schnabel und ihren roten Füßchen, aber genossen die bizarre Küste mit ihren in vielen Jahren geformten Felsen.
2 Wasserfälle, Skógafoss und und Kverdufoss, zwischen ihnen ein bedeutendes Volkskundemuseum waren unsere nächsten Ziele.
Der Skógafoss stürzt ca. 60 m in die Tiefe.
Man erzählt dass Þrasi sich als erster Siedler in Skógar im 9. Jahrhundert niederließ.
Er soll unter dem Wasserfall eine Schatztruhe mit Gold versenkt haben. Einmal soll es 3 Brüder in Skógar gegeben haben. Sie "hatten sich vorgenommen, die Kiste von Þrasi aus dem Wasserfall zu hohen. Doch als sie die Kiste ans Ufer ziehen wollten, fiel ihr Blick auf den Hof und es schien ihnen, als würde dieser lichterloh brennen. Sie liefen zurück, um zu retten was zu retten war, doch war das Feuer nur eine Täuschung gewesen. Sie unternahmen später einen 2. Versuch und wollten sich nicht mehr täuschen lassen. Sie gelangten zur Kiste und konnten einen Haken am Eisenring auf dem Deckel befestigen. Doch als sie die Kiste ans Ufer ziehen wollten, löste sich der Ring vom Deckel und die Kiste verschwand für immer unter dem Wasserfall. "
(Quelle: Skógar Museum)
Den Ring und noch viel mehr der insgesamt 18000 Ausstellungsstücke kann man heute sich anschauen. So wurde es uns von Hendrik in perfektem Deutsch erzählt. Zu verdanken haben wir heute das Museum der Sammelleidenschaft des Herrn Þórður Tómasson . Das Museum wurde 1949 gegründet und später um eine Halle mit Fahrzeugen und einem Restaurant erweitert.
Nach diesem Besuch fuhren wir zum Seljalandsfoss, der eine Besonderheit darstellt, kann man nämlich hinter dem 65 m hohen Wasserfall entlang laufen. Es waren zwar Regensachen notwendig, aber mit etwas Sonne und einem Regenbogen war er sehr schön anzuschauen .
Wir erreichten die isländische Hauptstadt und das bedeutete, wir schlossen den Ring. Genauer gesagt die 1300 km lange Ringstraße . Natürlich gab es für uns aufgrund der zusätzlichen Abstecher mehr Kilometer. Insgesamt sollten es am Ende 2601 km werden.
So ging unser "TAKK" , unser großer Dank an Anna Lára. Nicht immer war es für sie einfach, mit Kofferanhänger, auf den engen Straßen zu fahren und vor allem im Osten gab es zudem gefährlichen Seitenwind.
Aber bevor wir Abschiedsworte an sie richteten, gab es eine orientierende Stadtrundfahrt und wir kamen an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie der Hallgrimskirche mit ihrem hohen Turm, dem Rathaus, dem Parlament und der Harpa vorbei.

Während unseres Ausfluges nach þingvellir hörten wir, dass nach einem Erdbeben 1751 13 Isländer, angeführt von Skúli Magnússon, nach Reykjavik gingen, um dort auf dem damaligen königlich dänischen Anwesen einen Handwerksbetrieb zu errichten. Daraus wurde die 1. städtische Siedlung mit vielen Holzhäusern. Zur Stadt wurde sie 1786 erklärt. Der Handel mit Wolle, aber auch die Produktion von Seilen war bedeutend .
Zudem wurde der Bischofssitz von Skálholt, wir besichtigten die Kirche, nach dem dortigen Erdbeben auch nach Reykjavik verlegt. Dies sind Ereignisse, die uns verdeutlichen, warum Reykjavik heute die wichtigste und größte Stadt der Insel ist.

Das "Abschiedsabendessen" nahmen wir im "Loa" ein.

Heimflug

Die Zeit verging schnell.
8 Tage voller aussergewöhnlicher Naturschönheiten, bespickt mit Geschichte, Kultur und Sagen lagen hinter uns.
Sehr früh wurden wir zum Flughafen chauffiert.
Die Flüge nach Berlin und Frankfurt starteten fast zeitgleich.
Goodbye Iceland !


Feuer und Eis, saftiges Grün und lebensfeindliche Einöde, Schluchten und Wasserfälle, Elfen und Trolle, Pferde, Rentiere, Schafe, Wale und Papageientaucher, Sonne, Seen und das Meer in den verschiedensten Farben machten diese Reise zu einem Erlebnis.

Allen danke ich für die schöne gemeinsame Zeit !
Bleibt gesund und vielleicht auf ein nächstes Mal.
Herzlichst
Heike


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