Weihnachten und Silvester am anderen Ende der Welt
Reisebericht: 14.12. – 05.01.2026
Kia ora, gemeinsam als Gruppe erleben wir Weihnachten und Silvester in Neuseeland ganz anders. Fernab von Zuhause, zwischen Sommersonne und Natur, entstanden unvergessliche Momente.
Ein Reisebericht von
Geena Dutschmann
Reise nach Singapur
Zur Mittagszeit starte ich mit dem Zug von Dresden nach Frankfurt. Dort treffe ich später fünf Gäste am Check-In-Schalter von Singapore Airlines, denn unser erstes Reiseziel ist Singapur, wo ein kurzer Stopover geplant ist.
Nach den Check-In-Formalitäten und der Sicherheitskontrolle schließen sich sieben weitere Mitreisende an, die über Zubringerflüge aus Berlin und Dresden angereist sind.
Nach einer kurzen Wartezeit gehen wir an Bord unseres Flugzeugs – eines A380 – und starten mit leichter Verspätung gegen 22:00 Uhr. Die Stewardessen kümmern sich aufmerksam um uns, und nach einem leckeren Abendessen verbringt jeder die Zeit mit dem Bordprogramm oder gönnt sich etwas Schlaf.
Ankunft in Singapur & Lichterzauber an der Marina Bay
Gegen 17 Uhr Ortszeit setzen wir schließlich in Singapur auf, gut versorgt an Bord und mit einem letzten Frühstück hinter uns. Die Einreisekontrolle geht dank der bereits vorab erledigten elektronischen Formalitäten erfreulich schnell.
Sobald alle Koffer auf dem Band sind, treffen wir in der Ankunftshalle unseren lokalen Reiseleiter Alvin. Gemeinsam gehen wir zum Bus – spätestens beim Hinausgehen wird uns das schwüle Klima Singapurs deutlich bewusst.
Wir fahren direkt zum Hotel und stellen dort unser Gepäck ab. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt allerdings nicht, denn schon kurz darauf machen wir uns wieder auf den Weg zur Marina Bay Mall. Dort erleben wir die berühmte „Spectra Show“, eine beeindruckende Kombination aus Licht, Wasserfontänen und Musik.
Noch ganz erfüllt von den Eindrücken, spazieren wir weiter zu den Gardens by the Bay und sehen uns die Lichtershow der Supertrees an. Bei rund 30 Grad und tropischer Luft wirkt es ziemlich surreal, dabei Weihnachtsmusik zu hören.
Zum Abschluss suchen wir uns im Food Court der Marina Bay Mall etwas Leckeres zum Abendessen und laufen anschließend ganz entspannt zurück ins Hotel.
Natur, Skyline & Abschied von Singapur
Ausgeschlafen und zum Glück ohne Jetlag geht es früh los, denn wir wollen an diesem Tag so viel wie möglich von Singapur erkunden. Der Vormittag steht zur freien Verfügung.
Mit zehn Mitreisenden breche ich zu einem Ausflug in den Cloud Forest auf. Schon beim Eintritt in die gläserne Kuppel lassen wir das hektische Stadtleben hinter uns, und innerhalb weniger Augenblicke macht sich eine spürbare Ruhe breit. Am Fuß des Wasserfalls beginnen wir den Aufstieg auf den rund 35 Meter hohen Berg und bewundern die dichte Pflanzenwelt: Farne, Orchideen und Moose wachsen eng aneinander und vermitteln das Gefühl eines echten Nebelwaldes.
Aber Vorsicht – an jeder Ecke versteckt sich ein Dinosaurier! Momentan läuft im Cloud Forest die Sonderausstellung von Jurassic Park, und sofort fühlt man sich wie im Film.
Nach diesem gelungenen Vormittag treffen wir uns wieder im Hotel mit Alvin und starten unsere Stadtführung. Zuerst geht es zum Marina Bay Sands Hotel, wo wir in die 57. Etage fahren. Von dort oben hat man einen beeindruckenden Rundumblick auf die Stadt. Wir entdecken die Anlage der gestrigen Wassershow, die Lichterbäume der Gardens by the Bay und sogar die Formel-1-Strecke – bei klarem Wetter kann man sogar bis nach Indonesien sehen.
Zum Mittagessen geht es ins historische Hawker Centre, einen beliebten Food Court, wo wir uns mit traditionellem Essen stärken. Viele hören auf die Empfehlungen von Alvin. Aber auch die Mutigen finden etwas Leckeres und sind zufrieden mit ihrer Auwahl.
Danach geht unsere Rundfahrt weiter. Wegen des strömenden Regens entscheiden wir uns spontan für den Orchideen Garden, bevor Alvin uns zum Flughafen bringt. Nach der Gepäckabgabe bleibt noch ein kleiner Abstecher zum riesigen Indoor-Wasserfall „Jewel“ am Flughafen Singapur. Mit seinem Farbwechsel, den Pflanzen und dem leisen Rauschen vergisst man fast, dass man mitten im geschäftigen Flughafen ist.
Aber die Zeit drängt – wir müssen zum Gate, um unseren Flug nach Auckland zu erreichen. Im Flugzeug richten wir uns für eine entspannte Nacht ein.
Kia Ora Neuseeland
Gegen Mittag (Ortszeit) heißt es endlich: Kia Ora – willkommen am Ende der Welt! Nach der Landung und der strengen Einreisekontrolle treffen wir unsere Reiseleiterin Gisela am Flughafen.
Gemeinsam laufen wir zum Bus, der sogar für Weihnachten geschmückt ist. Gut gelaunt und voller Vorfreude starten wir unsere kleine Stadtrundfahrt durch Auckland und bekommen einen ersten Eindruck von der Stadt.
Am Hotel angekommen sind alle geschafft, aber zufrieden. Wir gönnen uns eine kurze Pause, bevor es abends schon weiter zum Abendessen geht.
Kauri–Riesen & Weihnachtsbäume Neuseelands
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Paihia. Die Fahrt führt uns durch eine wunderschöne Landschaft, die besonders von den rot leuchtenden Pohutukawa-Bäumen geprägt ist. Diese gelten als die Weihnachtsbäume Neuseelands, da sie nur im November und Dezember in voller Blüte stehen und mit ihren kräftigen Farben leuchtende Akzente in die Natur zaubern.
Unser erster Stop heute ist das Kauri Museum. Hier lernen wir etwas über die Geschichte der riesigen Kauri-Bäume, die einst weite Teile Nordneuseelands prägten. In liebevoll gestalteten Ausstellungen erfährt man viel über die Kauri-Holz- und Harzgewinnung, sowie das Leben der frühen Siedler. Besonders eindrucksvoll sind die gewaltigen Baumquerschnitte und historischen Werkzeuge. Jetzt wollen wir aber auch die Kauri Bäume in der Natur erleben und fahren weiter in den Waipoua-Wald, wo wir erst beim Tahne Mahuta (Herr des Waldes) Halt machen. Mit seiner Höhe von rund 51 Metern, einem Umfang von über 13 Metern und einem geschätzten Alter von etwa 1.500 bis 2.000 Jahren gilt er als der größte noch lebende Kauri-Baum Neuseelands. Für die Māori besitzt Tāne Mahuta eine besondere spirituelle Bedeutung und steht symbolisch für Kraft, Leben und die enge Verbindung zwischen Erde und Himmel.
Danach geht es zum kleinen Bruder, Te Matua Ngahere ( Vater des Waldes). Den erfolgreichen Tag lassen wir beim Abendessen im Hotel ausklingen, mit einem fantastischen Ausblick auf den See. Welchen See?
Cape Reinga, endlose Strände & Freizeittag
Heute ist unser erster Freizeittag. Der Großteil unserer Gruppe (10 Personen) entscheidet sich für den Zusatzausflug zum Cape Reinga. Früh am Morgen werden wir von unserem Tagesguide Berry abgeholt. Während der langen Fahrt erzählt er uns viel über die Geschichte Neuseelands – zum Beispiel, wie Captain James Cook die Inseln damals fast erstaunlich genau gezeichnet hat oder was es mit den verschiedenen Flaggen und ihren Bedeutungen auf sich hat.
Am Cape Reinga angekommen, sind wir erst einmal beeindruckt von der Weite und der besonderen Atmosphäre. Hier, am nördlichsten Punkt Neuseelands, treffen die Tasmanische See und der Pazifische Ozean aufeinander. Natürlich spazieren wir auch zum Leuchtturm und genießen den Blick über das endlose Meer.
Anschließend geht es weiter zur Tapotupotu Bay, wo wir unsere Mittagspause direkt am Strand verbringen.
Frisch gestärkt fahren wir danach zum berühmten Ninety Mile Beach. Der Name ist übrigens etwas irreführend: Statt 90 Meilen ist der Strand „nur“ 55 Meilen bzw. etwa 88 Kilometer lang – fühlt sich aber trotzdem endlos an. Bei Ebbe wird er sogar als eine Art Autobahn genutzt, und so fahren auch wir ein Stück direkt am Strand entlang.
Am Ninety Mile Beach legen wir einen längeren Stopp ein. Zwar besteht die Möglichkeit zum Sandboarding, doch wir begnügen uns damit, den anderen zuzusehen. Viel lieber genießen wir den endlosen Strand, das Meer und die beeindruckende Weite, lassen die Landschaft auf uns wirken und lauschen einfach dem beruhigenden Rauschen der Wellen.
Zurück im Hotel tauschen wir uns mit den anderen aus, die dort geblieben sind. Sie waren auf einem Bootsausflug und hatten ebenfalls einen wunderschönen Tag. Am Ende sind wir uns alle einig: Es war ein richtig gelungener Freizeittag.
Weiterreise zur Coromandel–Halbinsel
Unsere Rundreise geht weiter und wir verlassen die Bay of Islands in Richtung Coromandel-Halbinsel. Auf der Fahrt durch Auckland legen wir einen kurzen Fotostopp unter der Harbour Bridge ein – ein schöner Blick auf die Skyline, bevor es wieder zurück in den Bus geht.
Da noch eine längere Strecke vor uns liegt, fahren wir anschließend direkt weiter. Zwischendurch nutzen wir die Gelegenheit für einen kurzen Supermarktstopp, da unser Hotel nur ein einfaches Frühstück auf dem Zimmer mit Toast, Butter und Marmelade anbietet. Dabei werden natürlich auch einige typisch neuseeländische Süßigkeiten entdeckt und probiert.
Am Ziel angekommen, werden wir persönlich von Carol, der Besitzerin der Anlage, begrüßt und herumgeführt. Jeder hat hier sein eigenes kleines Häuschen, was nach der langen Fahrt sehr angenehm ist.
Zum Abendessen geht es gemeinsam ins Restaurant „The Local“, sodass niemand selbst kochen muss. Bei gutem Essen und einem schönen Sonnenuntergang lassen wir den Tag ruhig ausklingen und bereiten uns auf das morgige Programm vor.
Ein Strandtag voller Naturwunder
Wenn man an Neuseeland denkt und sich ein paar Bilder anschaut, kommt man an der Cathedral Cove kaum vorbei. Der riesige Felsbogen, der feine Sandstrand und das leuchtend blaue Wasser sehen fast schon unrealistisch aus. Genau dort zog es uns heute für einen Tagesausflug hin.
Der Weg zum Strand führte an grünen Kuhweiden vorbei und schlängelte sich entlang der Küste. Immer wieder blieben wir stehen, um den Ausblick zu genießen, bis wir schließlich unten am Strand ankamen. Durch den berühmten Felsbogen zu laufen und das Meer dahinter zu sehen, war schon ziemlich beeindruckend – fast so, als würde man direkt in ein Postkartenmotiv hineinlaufen.
Da gerade Ebbe war, nutzten wir die Gelegenheit und fuhren weiter zum Hot Water Beach. Der Strand ist bekannt dafür, dass bei Ebbe geothermisch erhitztes Wasser aus dem Sand austritt. Mit etwas Glück – und einer Schaufel – kann man dort tatsächlich warmes Wasser finden.
Also schnappten wir uns Schaufeln und machten uns auf den Weg zum Strand. Überall wurde gebuddelt, ausprobiert und gelacht. Nach mehreren Versuchen fanden wir schließlich eine Stelle, an der man deutlich spüren konnte, dass das Wasser warm war. Kein richtiger Pool, aber trotzdem ziemlich cool, die Wärme direkt aus dem Sand kommen zu fühlen.
Nach diesem gelungenen Strandtag ging es zurück ins Hotel. Am Abend trafen wir uns alle in einem lokalen Restaurant, genossen das Essen und ließen den Tag ganz entspannt ausklingen.
Von Mittelerde zu den Maori – Ein Tag voller Magie und Kultur
Wer Fantasyfilme mag, kennt natürlich die Hobbit-Filme und weiß, dass sie in Neuseeland gedreht wurden. In unserer Gruppe befanden sich einige begeisterte Fans, die sich einen Traum erfüllten und die originalen Drehorte besuchten. Bei einer geführten Tour erhielten sie zahlreiche spannende Einblicke in die Entstehung der Filme: Sie erfuhren, wie einzelne Szenen gedreht worden waren und welche raffinierten Tricks hinter den Kulissen zum Einsatz kamen. Besonders beeindruckend war der Besuch der liebevoll gestalteten Filmsets und der kleinen Hobbit-Häuschen, die man aus den Filmen kennt – für jeden Fan ein unvergessliches Highlight unserer Reise.
Der Rest der Gruppe machte sich währenddessen bereits auf den Weg nach Rotorua, unserem nächsten Übernachtungsort. Schon unterwegs lag der unverkennbare Geruch von Schwefel in der Luft und kündigte an, was uns erwartete: Rotorua ist bekannt für seine zahlreichen geothermischen Quellen und sprudelnden Geysire, die der Stadt ihre ganz besondere Atmosphäre verleihen.
Einige aus der Gruppe nutzten die Gelegenheit zu einem spektakulären Helikopterflug über den nahegelegenen Vulkan und genossen die beeindruckende Landschaft aus der Vogelperspektive. Für alle anderen führte der Weg in den Redwood-Wald. Dort erlebten wir den Treewalk – einen faszinierenden Baumwipfelpfad, der sich über schmale Hängebrücken und Plattformen hoch oben durch die Kronen der riesigen Mammutbäume schlängelte. Von dort oben eröffnete sich uns eine völlig neue und eindrucksvolle Sicht auf den Wald.
Wer es etwas entspannter mochte, konnte stattdessen einen gemütlichen Spaziergang durch den Wald unternehmen und die gewaltigen Bäume in aller Ruhe auf sich wirken lassen – so kam wirklich jeder auf seine Kosten.
Den Abschluss bildete der Besuch einer kleinen Höhle, in der wir die geheimnisvoll leuchtenden Glühwürmchen bestaunten.
Sobald alle wieder im Hotel angekommen waren, trafen wir uns und verbrachten den Abend nicht bei einem entspannten Essen, sondern mit dem Besuch eines Maori-Dorfes. Dort erhielten wir viele spannende Einblicke in die Kultur, Bräuche und Traditionen der Maori. Wir sahen die Krieger in einem Waka Taua, einem traditionellen Kriegsschiff, den Fluss entlangfahren – ein eindrucksvoller Anblick, der die Stärke und Geschicklichkeit der Maori deutlich zeigt.
Anschließend genossen wir ein Hangi-Abendessen. Hangi ist eine traditionelle Kochmethode der Maori: Fleisch, Fisch und Gemüse werden in Erdlöchern über heißen Steinen gegart, wodurch das Essen ein ganz besonderes, rauchiges Aroma erhält. Es handelte sich um eine echte Spezialität, die man in Neuseeland unbedingt probieren sollte.
Nach dem Essen wurde uns der Haka vorgeführt – der berühmte Tanz der Maori. Der Haka wird traditionell von Kriegern vor Schlachten oder zu besonderen Anlässen getanzt und ist geprägt von stampfenden Füßen, rhythmischen Bewegungen, lauten Rufen und ausdrucksstarken Gesichtern. Er symbolisiert Stärke, Zusammenhalt und Respekt und vermittelt zugleich eine gewaltige Präsenz aus. Die Darbietung live zu erleben, ist wirklich faszinierend und lässt die Energie und Kultur der Maori hautnah spürbar werden.
Ein perfekter Tag voller Erlebnisse, Eindrücke und unvergesslicher Momente.
Geothermische Wunder und lebendige Maori–Kultur
Die Eindrücke vom gestrigen Tag haben uns neugierig gemacht, deshalb starteten wir früh und fuhren in den geothermischen Park Te Puia. Schon beim Ankommen merkten wir, dass dieser Ort etwas Besonderes sein muss. Überall stieg Dampf aus dem Boden auf und man spürte, dass die Erde hier ständig in Bewegung ist.
Durch den Park begleitete uns Kaia, eine Maori, die uns ruhig und offen durch ihre Heimat führte. Sie erzählte viel über ihre Kultur und ihre Traditionen und nahm sich Zeit, unsere Fragen zu beantworten. Dabei sprach sie auch über die Tätowierungen der Maori, die weit mehr sind als „nur“ Körperschmuck. Die traditionellen Tattoos heißen Tamoko und erzählen die Lebensgeschichte eines Menschen. Besonders beeindruckend sind die Moko Kauae, die Gesichtstattoos der Frauen, die für Herkunft, Wissen und Verantwortung stehen. Die Körpertattoos, ebenfalls Tamoko genannt, zeigen unter anderem familiäre Zugehörigkeit und persönliche Erfahrungen. Jedes Tattoo ist einzigartig und tief mit der Identität der Person verbunden.
Die Führung fühlte sich persönlich an, ohne aufdringlich zu sein, und wir bekamen einen noch besseren Einblick in das Leben der Maori.
Gleich zu Beginn unserer Tour wurden wir Zeugen eines besonderen Naturschauspiels: Der Pohutu-Geysir brach genau in diesem Moment aus. Wir blieben wie gebannt stehen und sahen zu, wie das Wasser mit gewaltiger Kraft in den Himmel schoss. Kurz darauf führte uns der Weg zu brodelnden Schlammpools, die unaufhörlich blubberten, sowie zu einem intensiv leuchtenden, blauen Thermalpool. Hier gehen die Kinder nach der Schule baden – kaum vorstellbar, wenn man bedenkt, wie nah der heiße Geysir ist, das Wasser im Pool ist aber angenehm.
Ein weiteres besonderes Erlebnis ist der Besuch der Kiwi-Station. In der abgedunkelten Anlage wird der Tag zur Nacht gemacht, da Kiwis nachtaktiv sind. Wir bewegten uns leise durch den Raum und hatte Glück: Zwei kleine Kiwis, die sich langsam durch ihr Gehege bewegten. Diese Begegnung bleibt uns besonders im Gedächtnis.
Danach besuchen wir die Holzwerkstatt, in der die traditionellen Whakairo R?kau geschnitzt werden. Kaia erklärte uns, dass hier jedes Jahr nur fünf Personen ausgebildet werden, um dieses alte Handwerkskunst weiterzugeben. Neben Holz wird auch Pounamu (Jade) bearbeitet. Außerdem erfuhren wir, man solle diesen Stein niemals für sich selbst erwerben, sondern ihn verschenken, damit er Schutz und Glück schenke.
Da wir einfach nicht genug von den Kiwis bekommen konnten, fuhren wir anschließend zu einer Kiwi-Hatchery, einer Aufzuchtstation. Dort werden die Eier geschützt und die Küken so lange betreut, bis sie stark genug für die freie Natur sind. Auch hier hatten wir wieder Glück und sahen mehrere Kiwis sowie drei Eier, die gerade ausgebrütet wurden.
Weiter geht es zu den Wairakei Terrassen. Die hellen Terrassen mit ihrem sanft fließenden, blau schimmernden Wasser wirkten, eingehüllt im leichten Dampf, besonders still und unwirklich. Wir hielten inne und ließen die magische Atmosphäre dieses Ortes ganz auf uns wirken.
Zum Abschluss des Tages hatten wir noch eine kleine private Fragerunde mit einer Maori, die offen über ihren Alltag und ihre Kultur sprach. Danach setzten wir unsere Fahrt fort und machten einen kurzen Halt am Huka-Wasserfall, wo sich das Wasser mit großer Kraft durch die enge Schlucht drängte.
Unser Hotel lag mitten in einer beeindruckenden Berglandschaft. Hier ließen wir den Tag ruhig ausklingen und nahmen uns Zeit, die vielen Eindrücke zu verarbeiten.
Weihnachten in Wellington
Und schon war der Weihnachtstag angebrochen, und wir brachen auf nach Wellington, wo wir die nächsten zwei Tage verbringen würden. Zuerst zeigte uns Gisela die wunderschöne Stadt und fuhr mit uns hoch auf den Mount Victoria. Von hier oben hatte man einen fantastischen Rundumblick über die ganze Stadt, den Hafen und die umliegenden Hügel – perfekt für Fotos und erste Eindrücke.
Danach wollten alle mit der berühmten Cable Car - von der Innenstadt hinauf zur Aussichtsplattform und zum Botanischen Garten - fahren. Die Cable Car ist eine historische Standseilbahn die, seit über 100 Jahren, Besucher sicher den steilen Hügel hinaufbringt. Während der Fahrt konnte man die Stadt aus einer ganz besonderen Perspektive sehen, bevor man oben ausstieg und die grüne Oase des Gartens erkundete.
Den Nachmittag verbrachten wir entspannt mit Bummeln durch die Stadt. Mitten im Einkaufszentrum fiel uns die Old Bank Clock ins Auge – eine historische Uhr, die einst zur alten Bank of New Zealand gehörte und heute ein beliebtes Wahrzeichen ist. Besonders spannend: An der Uhr wird eine kleine Geschichte über ihre Entstehung und ihre Bedeutung für die Stadt gezeigt. Wir blieben stehen, lauschten den Erzählungen und stellten uns vor, wie Wellington sich hier vor über 100 Jahren entwickelt hatte – ein schöner Moment, in dem Geschichte und Gegenwart auf besondere Weise zusammenkamen.
Am Abend genossen wir unser persönliches Weihnachtsessen. Vielleicht hatte der Weihnachtsmann auch schon eine kleine Überraschung für uns hinterlassen – so fühlte sich Weihnachten fern der Heimat doch gleich viel vertrauter an. Danach ließen wir den Abend in der Rooftop Bar nebenan ausklingen. Von hier oben eröffnete sich ein ganz neues Bild von Wellington: Die Lichter der Stadt spiegelten sich im Hafen, die Straßen leuchteten wie kleine Adern voller Leben, und wir saßen entspannt, genossen den Ausblick und ließen die Eindrücke dieses besonderen Weihnachtstages noch einmal Revue passieren.
Freizeittag in Wellington
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von Erholung und individuellem Entdecken. Genau zur Mitte unserer Neuseeland-Reise legten wir einen freien Tag ein – und der fiel ausgerechnet auf den 25. Dezember, den Weihnachtstag in Neuseeland. Entsprechend ruhig zeigte sich Wellington, denn an diesem Feiertag steht das öffentliche Leben fast komplett still.
Ein Teil der Gruppe machte sich schon früh am Morgen auf den Weg zu Wanderungen rund um Wellington und genoss die Natur. Ich selbst verbrachte den Tag gemeinsam mit einigen Gästen bei einem entspannten Spaziergang durch die Stadt. Wir schlenderten gemütlich entlang der Waterfront und schauten uns das Parlamentsgebäude an, den sogenannten „Beehive“. Das auffällige, bienenkorbähnliche Gebäude ist Sitz der neuseeländischen Regierung und eines der bekanntesten Wahrzeichen der Hauptstadt. Direkt daneben steht das historische Parlamentshaus, in dem seit über 100 Jahren politische Entscheidungen für das Land getroffen werden.
Da Feiertag war, hatten die meisten Geschäfte und Attraktionen leider geschlossen. Das nahm dem Tag aber nichts – im Gegenteil, alles fühlte sich entschleunigt und angenehm ruhig an, fast ein bisschen wie eine Pause vom Reisen.
Am Abend trafen wir uns wieder im Hotel zum gemeinsamen Abendessen. In gemütlicher Runde tauschten wir unsere Erlebnisse aus und ließen den Weihnachtstag entspannt gemeinsam ausklingen.
Von Wellington nach Picton – Willkommen auf der Südinsel
Nachdem wir die Highlights der Nordinsel kennengelernt hatten, ging es nun weiter zur Südinsel. Mit der Fähre fuhren wir von Wellington nach Picton. Schon während der Überfahrt konnten wir die beeindruckende Landschaft bewundern, die teilweise geheimnisvoll im Nebel lag.
In Picton angekommen, ging es weiter über kurvige Serpentinenstraßen. Schnell wurde klar, wie vielfältig die Natur der Südinsel ist: Berge, Wälder, Regenwälder und weite Landschaften wechseln sich ständig ab. Entlang der Ostküste begleitete uns dann wieder strahlender Sonnenschein.
Unterwegs legten wir einen Stopp bei einer Seehundkolonie ein. Besonders schön: Es gab viele Babys zu sehen, die neugierig herumkletterten oder dicht bei ihren Müttern lagen. Man hätte dort problemlos noch viel länger bleiben können, doch wir mussten weiter, denn vier aus unserer Gruppe hatten einen Rundflug zur Walbeobachtung gebucht.
Wir Anderen fuhren bereits zu unserem Hotel, stellten unsere Sachen ab und machten uns anschließend auf den Weg ins Restaurant. Dort genossen wir unser Abendessen mit einem traumhaften Blick auf den See. Später stießen auch die vier Walbeobachter zu uns und erzählten begeistert von ihren Sichtungen Wale, Delfine und vieles mehr.
Nach dem Essen spazierten wir gemeinsam zurück zum Hotel und wurden dabei noch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt – ein perfekter Abschluss für diesen ereignisreichen Tag.
Von Christchurchs Geschichte zum Lake Tekapo
Der Tag begann etwas anders als geplant. Unser Bus hatte am Morgen ein kleines technisches Problem, weshalb wir ihn zunächst austauschen lassen mussten. Mit dem neuen Bus setzten wir unsere Reise schließlich fort und fuhren Richtung Christchurch.
Dort angekommen, machten wir eine Stadtrundfahrt mit Gisela. Während der Fahrt erzählte sie uns viel über die Stadt und ihre Geschichte. Besonders bewegte uns dabei das Erdbeben von 2010, das Christchurch schwer getroffen hatte. Sie erzählte uns, wie viele Menschen damals ihr Zuhause verloren und wie sich die Stadt in nur wenigen Minuten komplett verändert hatte. Man spürte, dass dieses Ereignis bis heute tief in der Erinnerung der Menschen verankert ist.
Beim Besuch des Erdbebenmuseums bekamen wir einen noch intensiveren Eindruck davon, was damals passiert war. Die Berichte und Bilder zeigten nicht nur zerstörte Gebäude, sondern vor allem die Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Viele Ausstellungsstücke erzählten von Verlust, aber auch von Zusammenhalt und dem Wiederaufbau danach. Der Besuch machte nachdenklich und ließ uns Christchurch mit ganz anderen Augen sehen.
Anschließend fuhren wir weiter zum Arts Centre, dem historischen Gebäudekomplex mit wunderschöner Architektur. Besonders das große, bunte Fenster fiel uns sofort ins Auge. Die Farben wirkten lebendig und freundlich, fast wie ein Lichtblick nach all den ernsten Eindrücken.
Da sich jedoch ein Sturm zusammenbraute, hielten wir uns nicht lange auf und setzten unsere Fahrt, Richtung Lake Tekapo, fort.
Auf dem Weg überraschte uns ein kräftiger Hagelsturm. Für einen kurzen Moment fühlte es sich an, als würden wir ein kleines weißes Weihnachten erleben. Genauso schnell wie der Hagel gekommen war, verschwand er auch wieder, und wir konnten unsere Fahrt ohne Probleme fortsetzen.
Am Abend erreichten wir unser Hotel, und nach einem leckeren Abendessen machten wir noch einen kleinen Spaziergang zum Lake Tekapo. Hier stand die Church of the Good Shepherd (Kirche des Guten Hirten), die meistfotografierte Kirche Neuseelands. Ruhig am Ufer des Sees gelegen, wirkte sie in der Abendstimmung besonders friedlich. Wir genossen den Blick auf den See und schauten dem Sonne beim untergehen zu.
Kugeln am Strand und die steilste Straße der Welt
An diesem Tag starteten wir schon früh, denn eine längere Strecke lag vor uns. Unser erster Halt führte uns zu den Moeraki Boulders – riesigen, nahezu perfekt runden Steinkugeln, die geheimnisvoll am Strand liegen. Der Legende nach stammen sie aus den Überresten eines gestrandeten Maori-Kanus, während die Wissenschaft sie als über Millionen von Jahren entstandene Kalkkonkretionen erklärte. Beim Spaziergang am Strand ließen wir uns Zeit, bewunderten das faszinierende Naturphänomen aus nächster Nähe und hielten die beeindruckenden Kugeln immer wieder mit unseren Kameras fest.
Weiter ging es nach Dunedin, eine kleine, entspannte Stadt mit viel schottischem Charme. Ein echtes Highlight war hier die Baldwin Street - die steilste Straße Neuseelands. Mit einer Steigung von rund 35 %, bringt sie nicht nur die Waden, sondern auch das Gleichgewicht ordentlich zum Arbeiten. Viele von uns wagten sich nach oben und kämpften sich keuchend den Berg hoch – der Ausblick von oben war die Mühe jedoch absolut wert.
Direkt in der Nähe erkundeten wir die Stadt weiter, und sofort fiel uns der historische Bahnhof ins Auge: ein prachtvoll erhaltenes Gebäude mit beeindruckender Architektur, das die Geschichte der Stadt lebendig werden ließ.
Doch damit war unser Tag noch lange nicht vorbei. Es ging weiter zum Wellers Rock, wo wir eine Bootsfahrt unternahmen. Vom Wasser aus beobachteten wir neugierige Seehunde und entdeckten mehrere majestätische Albatrosse, die scheinbar mühelos über das Meer glitten – ein absolut spektakulärer Anblick.
Wie im Flug verging die Zeit, und ehe wir uns versahen, war auch dieser erlebnisreiche Tag schon wieder vorbei. Wir waren erschöpft, aber voller neuer Eindrücke und wunderschöner Erinnerungen.
Naturhighlight Milford Sound
Weiter ging es von Dunedin aus über kurvige Serpentinenstraßen, vorbei an Wasserfällen und imposanten Berglandschaften, immer tiefer hinein in den Süden der Südinsel. Die Fahrt allein war schon ein Erlebnis, bis wir schließlich den Milford Sound erreichten.
Hier bezogen wir unsere ganz besondere Unterkunft: die „Milford Mariner“. Für diese Nacht tauschten wir das Hotelzimmer gegen eine Koje, denn wir schliefen direkt auf dem Schiff – umgeben von steilen Felswänden und stiller Natur.
Nach dem Ablegen bot die Crew verschiedene Aktivitäten an, darunter Kajakfahren oder eine Fahrt mit dem Speedboot. Als Gruppe entschieden wir uns gemeinsam für die Speedboot-Fahrt. Auf dem schnellen Boot erkundeten wir abgelegene Ecken des Fjords, glitten nah an die Felsen heran und zogen weite Kreise über das dunkle Wasser. Der Wind, das Spritzwasser und die Weite des Fjords ließ uns besonders lebendig fühlen.
Außerdem erfuhren wir, warum der Milford Sound eigentlich so heißt: Der Begriff stammt von den ersten europäischen Entdeckern, die ihn für eine Meeresbucht hielten. Tatsächlich war Milford Sound geologisch gesehen ein Fjord, der durch Gletscher geformt worden war – der Name blieb jedoch bis heute.
Zurück an Bord wartete bereits das Abendessen, welches von der Crew liebevoll angerichtet worden war. Nach dem Essen gingen wir noch einmal an Deck und beobachteten die Sonne, wie sie langsam hinter den Bergen verschwand, während sich die nach ausbreitete und einen klaren Sternenhimmel über uns spannte. In dieser stillen Kulisse fühlte sich der Tag vollkommen an.
Vom Fjord ins Getümmel – Abenteuer Queenstown
Die Sonne glitzerte auf dem Wasser, und wir genossen die Ruhe und die Landschaft, bevor wir wieder an Land gehen mussten.
Dort stiegen wir in unseren Bus und setzten unsere Reise fort. Auf der Strecke machten wir viele Fotostopps – sei es an rauschenden Wasserfällen oder am ruhigen Spiegelsee. Immer wieder hielten wir inne, um die Aussicht auf uns wirken zu lassen und besondere Momente festzuhalten.
Am frühen Nachmittag erreichten wir endlich Queenstown. Die lebendige Stadt empfing uns freundlich und herzlich. Nach der ruhigen Natur der letzten Tage wirkte sie wie ein lebendiges Gegenstück zum Fjord. Überall wurden Vorbereitungen für den morgigen Silvesterabend getroffen.Wir schlenderten durch die Straßen, genossen die Atmosphäre und suchten uns ein gutes Restaurant, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen.
Silvester in Queenstown
Den letzten Tag des Jahres konnten wir ganz entspannt angehen. Einige schliefen erst einmal aus und bummelten gemütlich durch die Stadt. Mit einem unternehmungslustigen Grüppchen machte ich mich auf den Weg zur Gondel, und bald saßen wir schon oben. Von dort aus eröffneten sich uns atemberaubende Ausblicke auf Queenstown und den Lake Wakatipu. Wir blieben eine Weile stehen, schauten den Speedbooten auf dem See zu und beobachteten die Leute, die mit der Sommerrodelbahn den Berg hinuntersausten.
Wieder unten angekommen ließen wir uns noch ein bisschen durch die Innenstadt treiben, kauften ein paar Souvenirs und gönnten uns ein Eis.
Am Nachmittag trafen wir uns um 16 Uhr alle im Hotel wieder und liefen gemeinsam den Berg hinunter, Richtung Hafen. Dort wartete bereits unser Schiff, die TSS Earnslaw – eines der ältesten noch in Betrieb befindlichen Dampfschiffe der Welt, liebevoll auch „Lady of the Lake“ genannt. Seit über 100 Jahren bringt sie Gäste über den Lake Wakatipu. Schon beim Einsteigen fühlte man sich ein bisschen in eine andere Zeit zurückversetzt.
Nach der Fahrt über den See kamen wir auf der Walter Peak Farm an. Im Herrenhaus wurde unser ein Silvesterdinner serviert und danach noch eine kleine Farmshow. Wir schauten zu, wie ein Schaf geschoren wurde, und wie die Hündin Echo die Schafe ganz ruhig, aber unglaublich geschickt zusammentrieb. Kaum zu glauben, dass der Rekord fürs schnellste Schafscheren gerade einmal 37 Sekunden beträgt.
Dann ertönte das Dampfhorn – unser Zeichen für die Rückfahrt in die Stadt, denn dort wollten wir oden verbleibenden Abend verbringen.
Da bis Mitternacht noch etwas Zeit war, machten wir einen Abstecher in eine Ice Bar. Dort war wirklich aus Eis – die Wände, die Möbel, sogar die Gläser – und es wirkte wie ein kleiner, funkelnder Wintertraum mitten in der Stadt. Wir stießen schon einmal gemeinsam auf das neue Jahr an und genossen den außergewöhnlichen Moment.
Gegen 23 Uhr traten wir wieder hinaus in die Nacht, zurück in die warme Winterluft, und mischten uns unter die Menschenmassen am Seeufer. Überall herrschte reges Treiben: Familien, Freunde, Reisende – alle warteten gespannt auf das Feuerwerk. Wir suchten uns einen guten Platz, tauschten letzte Geschichten des Tages/der Reise aus und spürten die Vorfreude, die in der Luft lag. Einige von uns waren inzwischen jedoch schon müde oder ein wenig angeschlagen und zogen es vor, früher zurück ins Hotel zu gehen.
Dann schlug die Stunde: Punkt Mitternacht explodierte der Himmel über dem Lake Wakatipu in einem Farbenmeer. Raketen spiegelten sich im Wasser, bunte Lichter tanzten über die Berge, und Jubelrufe erfüllten die Luft. Überall wurde gelacht, umarmt und ein frohes neues Jahr gewünscht. Für uns war es ein magischer Moment – still und doch voller Energie –, der den perfekten Abschluss dieses unvergesslichen Jahres bildete.
Nach den Inseln Kiribati und Samoa waren wir das erste Land, das ins Jahr 2026 startete.
Nach all dem Trubel zogen wir uns bald zurück ins Bett, denn am nächsten Morgen stand wieder ein früher Start an.
Arrowtown, Cardrona und der Zaun, der Aufmerksamkeit trägt
Nachdem wir gut ins neue Jahr gestartet waren, hieß es Abschied nehmen von Queenstown. Unsere Reise führte uns zunächst nach Arrowtown, einem kleinen, historischen Ort mit viel Charme. Die ehemalige Goldgräberstadt erzählt noch heute von ihrer Vergangenheit: liebevoll erhaltene Holzhäuser, schmale Gassen und der Arrow River, in dem früher nach Gold geschürft wurde. Bei einem kurzen Spaziergang durch den Ort spürte man die besondere Atmosphäre vergangener Zeiten.
Anschließend ging es weiter durch die beeindruckende Landschaft zum Cardrona Hotel, eines der ältesten Hotels Neuseelands. Seit dem 19. Jahrhundert ist es ein beliebter Treffpunkt für Reisende und gilt als echtes Wahrzeichen der Region. Gleich in der Nähe kamen wir auch am berühmten Cardrona Bra Fence vorbei. An dem Zaun hingen hunderte BHs – ursprünglich als scherzhafte Aktion begonnen, hat sich der Ort inzwischen zu einem Symbol entwickelt, das Aufmerksamkeit für Brustkrebs und entsprechende Spendenaktionen schafft.
Unsere Fahrt führte uns weiter bis zum Tauparikaka Marine Reserve, wo wir den Blick über die Tasmanische See schweifen ließen und nach Delfinen Ausschau hielten. Leider ließen sich an diesem Tag keine blicken, doch allein die Weite des Meeres und die frische Seeluft machten den Stopp lohnenswert.
Unser weiterer Weg führte uns anschließend durch einen Sumpfwald, der mit seinen moosbewachsenen Bäumen und verwunschenen Pfaden wie aus einem Märchen wirkte. Still und geheimnisvoll begleitete uns diese besondere Landschaft ein Stück des Weges.
Am Abend erreichten wir schließlich unser Hotel. Müde, von den vielen Eindrücken, holten wir hier den verpassten Silvesterschlaf nach und ließen den Tag ruhig ausklingen.
Baumwipfel, Strand & Abendruhe
Nach einer erholsamen Nacht fuhren wir weiter zum Franz-Josef-Gletscher. Das Wetter war auf unserer Seite, und wir hatten freie Sicht auf die Spitze des Gletschers. Vor dem Gletscher stehend, schaute man hinauf und spürte die eigene Winzigkeit – ein Moment voller Ruhe und Ehrfurcht.
Unterwegs entdeckten wir einen Baumwipfelpfad und legten dort eine Pause ein. Wir aßen zu Mittag, liefen ein Stück über die Stege und genossen die Ruhe zwischen den hohen Bäumen. Es war genau die richtige Mischung aus Bewegung und Durchatmen.
Später kamen wir in Hokitika an. Die kleine Küstenstadt strahlte sofort Gelassenheit aus, das Meer war ganz nah, und alles fühlte sich entspannt an.
Nach dem Abendessen zog es uns noch einmal an den Strand. Dort entfachten wir ein kleines Lagerfeuer und ließen den Tag gemütlich ausklingen. Mit Marshmallows, Snacks und einem Glas Wein saßen wir beisammen, tauschten Erinnerungen über die Reise aus und beobachteten, wie die Sonne langsam hinter dem Horizont versank.
So konnte eine Reise gerne zu Ende gehen.
Von gestapelten Steinen zu Panoramawagen
An diesem Tag begann bereits unser letzter voller Tag in Neuseeland – kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergangen war. Am Morgen brachen wir auf zu den Pancake Rocks und Blowholes bei Punakaiki an der Westküste.
Die Pancake Rocks waren eine beeindruckende Felsformation, die aussah, als hätte jemand unzählige Pfannkuchen übereinandergestapelt. Entstanden waren sie über Millionen von Jahren durch Ablagerungen von Kalkstein sowie durch die ständige Arbeit von Wind und Wasser. Besonders bei starkem Wellengang schießen an den sogenannten Blowholes die Wassersäulen meterhoch in die Luft – ein echtes Naturschauspiel.
In einer kleinen Ausstellung vor Ort erfuhren wir mehr über die Entstehung der Felsen und lernten noch einiges über die Tierwelt Neuseelands.
Anschließend ging es entspannt zurück nach Greymouth. Dort verabschiedeten wir uns noch einmal am Strand vom Meer, denn für neun Gäste und mich ging es weiter mit dem TranzAlpine-Zug von Greymouth nach Christchurch.
Die Zugfahrt über den Arthur’s Pass zählt zu den schönsten Bahnstrecken der Welt. Sie führt vom wilden Westen der Südinsel durch Regenwälder, tiefe Schluchten und alpine Berglandschaften bis hin zu den weiten Ebenen rund um Christchurch. Wir genossen die Fahrt entweder im Panoramawagen oder ganz gemütlich im Zugabteil und ließen die eindrucksvolle Landschaft an uns vorbeiziehen.
Die restlichen fünf Gäste fuhren gemeinsam mit Gisela, unserem Bus und dem Gepäck ebenfalls über den Arthur’s Pass nach Christchurch – auf einer ähnlichen Strecke, nur eben auf der Straße. Unterwegs hatten sie sogar das Glück, Keas, die frechen neuseeländischen Bergpapageien, zu beobachten. Wir, im Zug, waren darauf natürlich ein bisschen neidisch und hätten die schlauen Vögel nur zu gerne selbst gesehen.
Am Bahnhof wurden wir wieder von Gisela abgeholt und in unser letztes Hotel gebracht. Dort kamen wir am Abend noch einmal alle zusammen, genossen unser Abschiedsessen und tauschten uns über unsere persönlichen Highlights der Reise aus. Ein schöner, gemeinsamer Abschluss für eine unvergessliche Zeit in Neuseeland.
Kia ora Aotearoa – Tschüss Neuseeland
Jetzt hieß es langsam Abschied von Neuseeland zu nehmen und die Koffer zu packen. Nach einem letzten Frühstück im Hotel wurden wir abgeholt und zum Flughafen gebracht. Dort gaben wir unsere Koffer auf, passierten die Sicherheitskontrolle und machten uns auf den Weg zum Flieger.
Pünktlich um 12 Uhr startete unser Flug, und wir flogen zunächst zehn Stunden nach Singapur. Diesmal hatten wir keine Zwischenübernachtung, sondern einen längeren Aufenthalt von etwa sechs Stunden. Zwischen dem Schlendern durch die Terminals und einem entspannten Kaffee verging die Zeit wie im Nu.
Schließlich startete um 23:55 Uhr unser Flieger Richtung Heimat. Die meisten von uns nutzten die Zeit, um ein wenig zu schlafen oder ein paar Filme zu schauen – die letzten Stunden vergingen so ganz entspannt.
Zurück im kaltem Deutschland
Früh gegen halb sieben landeten wir im kalten Deutschland. Einige flogen direkt weiter nach Dresden oder Berlin, während die übrigen von uns die Heimreise mit dem Zug antraten.
Kaum zu glauben, wie schnell die drei Wochen vergangen waren! Vollgepackt mit unvergesslichen Eindrücken der atemberaubenden Landschaften und vielen besonderen Momenten traten wir den Heimweg an – und nehmen Erinnerungen mit, die uns noch lange begleiten sollen.
Am Ende unserer Reise bleiben viele schöne Erinnerungen, gemeinsame Erlebnisse und Eindrücke, die wir nicht so schnell vergessen werden. Wir haben viel gesehen, gelacht und Neues kennengelernt. Auch wenn die Reise jetzt vorbei ist, nehmen wir einiges davon mit nach Hause.
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