Zum Hauptinhalt springen ... Alle Themen & Ziele
  (03 52 04) 92 112 / Mo – Fr: 07:00 – 19:00 Uhr + Sa: 10:00 – 15:00 Uhr
Eberhardt TRAVEL GmbH
Testsieger 2025
Banner-Hero

Große Rundreise Neuseeland – Nordinsel und Südinsel

Reisebericht: 09.01. – 31.01.2026

Dank Hobbits und Kiwis sowie seiner landschaftlichen Reize hat sich Neuseeland zu einem wahren Traumreiseziel enwickelt. Wir sind gespannt und freuen uns auf Fjorde, Vulkane, Schafe und Pavlova!

Dr. Andreas Wolfsteller

Ein Reisebericht von
Dr. Andreas Wolfsteller


1. Reisetag (Freitag, 09. Januar 2026): Flug nach Singapur

Sturmtief Elli macht die Anreise nach Frankfurt zu einem spannenden Ereignis. Vor allem in Norddeutschland gibt es Minusgrade, Sturm und Schnee. Entgegen aller Erwartungen und Unkenrufe komme ich mit der Bahn fast pünktlich in Frankfurt an. Hier sind es 7 Grad über Null und meine Anspannung weicht langsam der Vorfreude. Meinen Gästen geht es ähnlich. Zwar mussten sie ihre Pläne für die Anreise mitunter kurzfristig umstellen, doch letztendlich sind wir alle viel zu zeitig auf dem Flughafen und haben viel Zeit bis zum Boarding. Am Gate findet sich meine überschaubare Gruppe aus 13 Gästen dann zum ersten Mal vollständig zusammen. Neugierig beäugt man sich, denn schließlich werden wir 23 Tage zusammen verbringen. Alle scheinen jedoch sehr nett und umgänglich zu sein. Die Flugzeugcrews von Singapore Airlines sind auch stets nett und freundlich, sodass wir uns an Bord des A380 gut aufgehoben fühlen.

2. Reisetag (Samstag, 10. Januar 2026): Ankunft in Singapur – Lichter–Shows am Abend

Abgesehen von sehr leichten Turbulenzen in der ersten Flughälfte verläuft unser Flug sehr ruhig. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie ruhig das größte Passagierflugzeug der Welt in der Luft liegt und wie butterweich Start und Landung in der Regel verlaufen. Kurz vor Singapur müssen wir aufgrund eines Staus im Luftraum einige Ehrenrunden drehen, sodass wir mit leichter Verspätung landen. Dafür gehen Einreise und Kofferausgabe sehr schnell. Unser örtlicher Reiseleiter Achim und auch unser Bus warten bereits auf uns. Auf der kurzen Fahrt zum Hotel erhalten wir einen ersten Eindruck vom modernen Stadtstaat und von Achim bereits viele hilfreiche Informationen. Wir sind zwar leider nicht im Marina Bay Sands untergebracht, doch unser Hotel in der Nähe der historischen Feuerwache ist wirklich schön. Wer mag, kann mit mir gleich nochmal losziehen, um die beiden berühmten Lichtershows zu besuchen. Inzwischen ist es nämlich schnell dunkel geworden und die heraufziehende Nacht wird zum Tag gemacht. Mit der hochmodernen, fahrerlosen U-Bahn fahren wir bis zum Marina Bay Sands Hotel und schauen uns zuerst die Licht-und-Laser-Show Spectra vor dem Shopping Center an, bevor wir das Hotel durchqueren und in den Gardens by the Bay landen, wo heute Abend der Waltzer das übergreifende Thema ist. Ein bisschen surreal mutet es schon an, wenn im tropischen Singapur plötzlich im künstlich angelegten Wald der Radetzky-Marsch erklingt … Den meisten von uns knurrt nun doch ein bisschen der Magen, weshalb wir uns zurück ins Shopping Center begeben und uns vorbei an den Luxus-Geschäften wie Gucci und Prada zum Food Court durchkämpfen, wo die Preise allerdings normal und die Gerichte alle sehr lecker sind. Anschließend fahren wir mit der U-Bahn zurück in Richtung Hotel, wo uns nun langsam doch Jetlag und Müdigkeit übermannen. Aber immerhin haben wir den Abend gut genutzt, Singapur bereits ein bisschen erkundet und schon die ersten Höhepunkte unserer Reise erlebt.

3. Reisetag (Sonntag, 11. Januar 2026): Stadtrundfahrt in Singapur – Weiterflug nach Auckland

Der sonnige Vormittag steht uns in Singapur zur freien Verfügung. Wir können also nach dem ersten langen Flug und dem gestrigen Show-Abend ausschlafen (sofern es der Jetlag zulässt), ausgiebig frühstücken und die Umgebung auf eigene Faust erkunden. Um 13 Uhr beginnt dann unsere offizielle Stadtrundfahrt mit Achim. Erstes Ziel ist noch einmal das berühmte Marina Bay Sands Hotel. Fast alle Gäste haben die Auffahrt zur Aussichtsplattform gebucht. Ein guter Einstieg, um sich aus der Vogelperspektive einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Man merkt, dass touristisch gerade nicht viel los ist in Singapur. Wir müssen nicht anstehen und auch auf der Aussichtsplattform selbst herrscht wenig Betrieb. Gen Norden sehen wir das historische Stadtzentrum und das moderne Bankenviertel, gen Süden die Gardens by the Bay und hunderte Schiffe, die auf Reede liegen. Nur wenige Fahrminuten vom Hotel entfernt steigen wir schon wieder aus und laufen über die Jubilee Bridge zum Merlion, dem Wahrzeichen von Singapur. Hier herrscht schon etwas mehr Trubel, aber wir können alle unsere Erinnerungsfotos knipsen und dabei auch ein bisschen rumalbern (Wasser auf dem Kopf, Wasser in der Hand …). Gegenüber vom Fullerton Hotel werden wir dann wieder eingesammelt und fahren zum Botanischen Garten. Aus Zeitgründen beschränken wir unseren Besuch auf den Nationalen Orchideengarten, der zum Weltkulturerbe gehört. Wir saugen die farbenfrohe Blütenpracht regelrecht in uns auf, sind aber auch froh, als Achim das Gewächshaus ansteuert. Es beherbergt Orchideen, die in Bergregionen wachsen, weshalb wir uns im Gewächshaus tatsächlich abkühlen können. Farbenfroh geht es natürlich auch im Indischen Viertel zu, dass wir anschließend per Bus durchqueren. Und auch das Innere des Buddhistischen Tempels in Chinatown erschlägt uns regelrecht mit bunten Figuren und goldenen Statuen sowie dem gleichmäßigen Singsang der betenden Mönche. Achim gibt uns nun ein bisschen Freizeit in Chinatown, die wir für ein zeitiges Abendessen, ein erfrischendes Bierchen oder einen Bummel durch die quirligen Straßen nutzen. Letzter Programmpunkt ist ein Abstecher ins muslimische Viertel Kampong Glam. Es ist geprägt durch historische Shop Houses mit vielen kleinen Geschäften, große Wandmalereien, die die Geschichte erzählen, und natürlich von der Sultan-Moschee, deren goldene Kuppel über allem thront. Bei einem letzten Spaziergang mit Achim saugen wir nochmals so viele Eindrücke wie möglich auf. Dann geht es zurück zum Changi Airport. Ich muss festhalten, dass uns Achim nicht nur rundum gut geführt hat — zum ersten Mal überhaupt habe ich während des Zwischenstopps in Singapur keinen Regen erlebt. Auch das hat er logistisch sehr gut hinbekommen. Auf dem Flughafen hilft uns Achim noch beim Einchecken und bei der Kofferabgabe, bevor wir uns endgültig von ihm verabschieden und er per U-Bahn die Heimfahrt antritt. Die Ausreise erfolgt in Sekunden per Kamerascan. Wir könnten uns dann im Sicherheitsbereich noch die Nasen an den Schaufenstern der Luxusgeschäfte plattdrücken, doch Gucci, Prada und Co. üben wenig Anziehungskraft auf uns aus. Stattdessen nutzen wir die Wartezeit bis zum Boarding lieber zum Ausfüllen der Online-Einreiseerklärung, damit in Auckland alles schneller geht.

4. Reisetag (Montag, 12. Januar 2026): Ankunft in Neuseeland – Stadtrundfahrt in Auckland

Die reine Flugzeit nach Auckland fällt kürzer aus als erwartet. Wir haben versucht, im Flugzeug ein bisschen zu schlafen, damit wir bei der Einreise möglichst fit sind und auch von der Stadtrundfahrt etwas haben. Von Singapur nach Auckland kommen noch einmal fünf Stunden Zeitverschiebung hinzu, sodass es jetzt 12 Stunden Differenz zu Deutschland sind. Zumindest zeitzonentechnisch könnten wir von der Heimat nicht weiter entfernt sein. Da wir uns alle schon online angemeldet haben, können wir die Einreiseformalitäten schnell hinter uns bringen. Unser örtlicher Reiseleiter Rayner erwartet uns neugierig und brennt begierig darauf, uns seine Wahlheimat zu zeigen, vor allem die wunderschöne Natur. Nachdem wir alle Koffer im Anhänger verstaut und uns im Bus häuslich eingerichtet haben, geht es auch schon los. Bei sonnigem Wetter und angenehm warmen Temperaturen zeigt uns Rayner die schönsten Ecken der größten Stadt Neuseelands. Neben einigen alten Häusern im Stadtviertel Parnell zählen dazu vor allem die Parks und Grünflächen, wie z. B. die Auckland Domain. Am Bastion Point steigen wir aus und lassen die Aussicht auf das Hafenbecken und die Skyline auf uns wirken. Natürlich sticht der Sky Tower besonders hervor. Einige Gäste nutzen die Freizeit bis zum Abendessen sogar, um auf den Aussichtsturm zu fahren. Er liegt nur wenige Minuten von unserem zentralen Hotel entfernt, das wir schließlich nach einer kurzen Fahrt entlang der schönen Waterfront erreichen. Beim ersten gemeinsamen Abendessen haben wir dann endlich die Gelegenheit, unsere Mitreisenden näher kennenzulernen.

5. Reisetag (Dienstag, 13. Januar 2026): Kauri–Museum in Matakohe – Waipoua Kauri Forest – Weiterfahrt nach Paihia an der Bay of Islands

Nach der ersten Nacht in Neuseeland und dem ersten Frühstück verlassen wir Auckland bei sonnigem Wetter pünktlich um 8 Uhr in Richtung Norden. Während Deutschland immer noch friert, verspricht die Wettervorhersage für uns heute mehr als 25 Grad. Schon unser erster voller Tag steht ganz im Zeichen der abwechslungsreichen Natur. Leider ist diese durch menschliche Aktivitäten sehr bedroht. Dies betrifft vor allem die endemischen Arten. Neben den Kiwi-Vögeln sind die riesigen Kauri-Bäume ein Wahrzeichen von Neuseeland. Doch Holz und Harz waren in der Vergangenheit sehr begehrt, sodass es nicht mehr viele dieser Baumriesen gibt. Zudem sind sie durch eine Krankheit bedroht. Ein Besuch im Kauri-Museum in Matakohe gewährt uns Einblicke in jene vergangene Zeit, in der Kauri-Holz und -Harz ein wertvolles Exportgut war. Auch wenn die ökologischen Auswirkungen am Ende dramatisch waren, so muss man doch den Mut und das handwerkliche Geschick der einfachen Arbeiter bewundern, die uns wunderschöne Möbelstücke, gemütliche traditionelle Häuser und elegante Boote hinterlassen haben. Wäre da nur nicht der unstillbare Hunger nach günstigem Holz auf dem Weltmarkt gewesen … Nach einem Einkaufsstopp in Dargaville fahren wir auf kurvenreichen Straßen weiter in den Waipoua Kauri Forest, wo wir einige der Baumriesen bewundern dürfen, darunter den ehrwürdigen Gott des Waldes — nachdem wir uns ganz vorbildlich die Schuhe geputzt und desinfiziert haben. In der mächtigen Krone des mehr als 2.000 Jahre alten Baumes wachsen sogar andere Pflanzen und Bäume. Im weiteren Verlauf des Nachmittags verlagert sich unser Fokus vom Wald aufs Meer. Zunächst erreichen wir den Hokianga Harbour und machen einen Fotostopp, später gelangen wir nach Paihia an der malerischen Bay of Islands. In der Nähe der historisch bedeutsamen Waitangi Treaty Grounds beziehen wir unser nächstes Hotel und bleiben auch zwei Nächte, sodass wir nach der mehrtägigen Anreise ein bisschen zur Ruhe kommen können. Vom Speiseraum aus können wir direkt aufs Wasser blicken. Für einige von uns geht es morgen sogar per Boot hinaus in die Bucht mit ihren vielen Inseln.

6. Reisetag (Mittwoch, 14. Januar 2026): Tagesausflug zum Cape Reinga oder Hole in the Rock (fakultativ)

Heute ist der erste Tag der Reise mit wechselhaftem Wetter — und der erste Tag, an dem wir uns aufteilen und unterschiedliche Ausflüge machen. Etwa die Hälfte der Gruppe darf etwas länger schlafen als ich und unternimmt dann am Vormittag eine Bootstour durch die Bay of Islands zum Hole in the Rock (Spoiler-Alarm: Das Boot fährt da hindurch!), während ich mit vier Gästen schon kurz nach sieben eine Bustour zum Cape Reinga antrete. Wir sind jedoch nicht allein, sondern sitzen mit Gästen aus ganz unterschiedlichen Herkunftsländern in einem speziellen Bus. Speziell deshalb, weil er nicht nur auf der Straße, sondern auch auf dem 90 Mile Beach fahren kann. Der schöne lange Sandstrand ist — nach einer ersten technischen Pause im Awanui Café bei einer Kauri-Werkstatt — auch unser erstes Ziel. Ganz im Norden Neuseelands schüttet es heute viel Wasser vom Himmel. Glücklicherweise aber immer dann, wenn wir im Bus sitzen. Dieses seltsame Phänomen soll in der zweiten Hälfte unserer Reise noch mehrmals auftauchen … Wir haben also am Strand großes Glück und können sogar an den Dünen auf die Bretter steigen und hinabsausen! Natürlich können wir auch die Füße ins Meer tauchen, müssen dann allerdings aufpassen, dass unsere Hosen nicht von der nächsten Welle „gewaschen“ werden. Zurück im Bus geht es dann noch ein paar Kilometer den Strand entlang, bevor unser Fahrer wieder zur Hauptstraße gen Norden abbiegt. Die Mittagspause machen wir kurz vor dem Ziel: Nur wenige Minuten vor dem Cape Reinga gibt es einen schönen Campingplatz am Tapotupotu Beach. Und wieder kein Regen! Wir bekommen Lunchboxen mit Wraps, Obst und Kuchen und können an Tischen und Bänken Platz nehmen. Auch am Cape Reinga bleibt es trocken, wird sogar noch etwas freundlicher. Den berühmten Leuchtturm am Zusammenfluss von Pazifik und Tasmanischer See erreichen wir nach einem kurzen Spaziergang von etwa 10–15 Minuten. Insgesamt haben wir hier eine Stunde Aufenthalt, bevor wir die lange Rückfahrt nach Pahia antreten. Diese wird unterbrochen durch eine Eispause und einen weiteren, etwas längeren Aufenthalten beim Awanui Café in der Kauri-Werkstatt. Kurz nach 18 Uhr sind wir dann zurück im Hotel. Die deutsche Motorradgruppe scheint schon weitergezogen zu sein, weshalb es heute Abend kein Buffet gibt, sondern wir (als kleine Gruppe) à la Carte verköstigt werden. Nach einem langen Tag im Bus nehme ich anschließend bei einem kleinen Abendspaziergang zum Steg Abschied von der schönen Bay of Islands. Während es langsam dunkel wird, gehen in den Häusern auf den grünen Hügeln nach und nach die Lichter an und das warme Licht spiegelt sich im Wasser der Bucht.

7. Reisetag (Donnerstag, 15. Januar 2026): Fahrt von Paihia nach Pauanui auf der Coromandel–Halbinsel

Nach zwei Nächten an der malerischen Bay of Islands sind wir inzwischen geistig und körperlich ganz gut in Neuseeland angekommen. Leider müssen wir heute weiterziehen, aber auch auf der Coromandel-Halbinsel wird es wunderschön werden, versichert uns Rayner, „nur eben anders“. Anders soll heute auch das Wetter werden — nämlich sehr verregnet. Doch obwohl uns im Bus ab und zu ein Schauer erwischt, wird es zum Glück weniger schlimm als vorhergesagt. Auf dem Highway 1 geht es also erstmal zurück nach Süden, nach Auckland. Unterwegs halten wir in Kawakawa und Whangarei, wo wir mit der ikonischen Architektur von Friedensreich Hundertwasser in Kontakt kommen, der sich Neuseeland als Wahlheimat auserkoren hatte. Ein bisschen können wir auch schon nachvollziehen warum. Gerade in Whangarei ist es am Wasser sehr gemütlich. Nach einigen Stunden Fahrt durch die abwechslungsreichen Landschaften der Hibiskusküste — einschließlich eines Stopps am „Autobahn-Café“ (!) — liegt der „Moloch Auckland“ hinter uns. Wir legen eine späte Mittagspause in Thames ein, die Rayner für einen Großeinkauf nutzt. Er möchte nämlich am Abend in Pauanui mit uns grillen, denn unsere Unterkunft hat einen schönen BBQ-Platz. Für teambildende Maßnahmen ist Andreas immer zu haben und auch alle Gäste sind sehr einverstanden. Am Nachmittag wird der Blick durch die Busscheiben durch bewaldete Hügel und erlosche Vulkankegel geprägt. Wir haben die Coromandel-Halbinsel erreicht und sind alsbald auch in Pauanui in unserem Motel mit seinen gemütlichen Doppelbungalows. Während unsere Gäste einen Spaziergang zum Supermarkt oder Strand unternehmen oder den Pool ausprobieren, beginnen Rayner und ich mit den Vorbereitungen für das BBQ. Wir freuen uns sehr über die vielen helfenden Hände, denn später packen alle mit an und wir kochen, schnippeln, marinieren und grillen fröhlich vor uns hin, feiern einen Geburtstag nach und lassen uns unter den großen Schirmen auch von vereinzelten Regenschauern die gute Stimmung nicht verderben. Nur eine Sache stellen wir schnell fest: Rayner hat viel zu viel Essen eingekauft. Auch nicht schlimm, dann gibt es die Rouladen eben morgen und die Versorgung ist für einen weiteren Abend gesichert!

8. Reisetag (Freitag, 16. Januar 2026): Strandtag auf der Coromandel–Halbinsel – Cathedral Cove – Hot Water Beach

Strandtag in Neuseeland! Wir bleiben den ganzen Tag auf der Coromandel-Halbinsel und erkunden die schönsten Strände in der Umgebung. Auch das Wetter spielt mit: Bei Temperaturen knapp unter 30 Grad ist es warm, aber noch aushaltbar, dazu trocken und nur leicht bewölkt. Im Laufe des Tages wird es sogar eher noch wärmer und sonniger. Nach etwa einer Stunde Fahrt erreichen wir Hahei und sehen den ersten schönen Sandstrand. Für den erfrischenden Gang ins Wasser müssen wir uns allerdings noch etwas gedulden. Ein Fotostopp auf den Klippen und ein halbstündiger Spaziergang trennen uns noch von der berühmten Cathedral Cove, die seit kurzem endlich wieder zugänglich ist. Das Warten lohnt sich aber, denn uns erwartet ein traumhaft schöner Strand in herrlicher Kulisse. Eigentlich sind es zwei schmale Strände zwischen Felsen und Meer, die durch einen kathedralenartigen Tunnel im Felsen miteinander verbunden sind. In der Bucht bilden weitere Felsen und Inseln abwechslungsreiche Fotomotive. Wer angesichts dieses herrlichen Panoramas keinen Glücksmoment verspürt … Zurück in Hahei lässt sich Rayner zu einer Eispause überreden. Es gibt leckeres Gelato und Erdbeersorbet. Genau das Richtige nach dem Strandbesuch! Am Nachmittag steht dann noch ein Besuch am Hot Water Beach auf dem Programm. Im Meer Baden darf man hier allerdings aufgrund gefährlicher Strömungen nur sehr eingeschränkt und der kleine Bereich, an dem unter dem Sand heißes Wasser noch oben drückt, ist bereits sehr stark besetzt und frequentiert. Aber wir haben es mal gesehen und nutzen die Zeit für einen kleinen Strandspaziergang – und das ist ja auch sehr schön. Wer dann noch Kraft in den Beinen hat, kann mit mir den Paku Hill besteigen, einen erloschenen Vulkankegel, und die herrliche Aussicht auf die Halbinsel von Pauanui genießen. Als Alternative bietet Rayner ein kühles Bier in Tairua an. Nachdem unser BBQ gestern so ein großer Erfolg war, verwerten wir heute die Reste. Rayner hat köstliche Rouladen und leckeren Kartoffelsalat kredenzt, dazu gibt es Käsewürstchen, Salat und Knoblauchbrot. Mehr als genug für alle und wr können zudem alle gemütlich zusammensitzen. Nur schade, dass wir diese schöne Halbinsel morgen wieder verlassen müssen.

9. Reisetag (Samstag, 17. Januar 2026): Hobbiton (fakultativ) – Rotorua – Hangi–Abendessen bei den Maori (fakultativ)

Es geht mal wieder zeitig los, woran wir inzwischen aber schon gewöhnt sind. Samstagmorgen herrscht wenig Verkehr und wir kommen gut voran. Linkerhand erstreckt sich eine kleine Bergkette, rechterhand eine Landschaft aus sanft geschwungenen Hügeln mit weißen Punkten, die sich bei genauerem Hinsehen als Schafe entpuppen. Ein untrügliches Zeichen, das wir uns Hobbiton nähern. Genau so muss sich Tolkien das Auenland vorgestellt haben. Im Shop erwartet uns ein fast lebensgroßer Gandalf. Wir checken die beiden Gäste ein, die die Hobbiton-Tour gebucht haben, und ziehen dann mit der Gruppe nach Rotorua weiter. Hier liegt der Duft von Schwefel in der Luft und es dampft und blubbert an fast jeder Ecke. Rayner macht mit uns eine Orientierungstour und gibt uns dann etwas Zeit in der Parkanlage „Government Gardens“, wo gerade ein kleines philipinisches Festival stattfindet. Danach machen wir bei weiterhin heiterem Wetter eine ausgedehnte Mittagspause in der Innenstadt. Als wir gegen 15 Uhr unser Hotel erreichen, treffen auch gerade die beiden Hobbiton-Besucher ein. Den weiteren Nachmittag nutzen wir alle zur Entspannung. Schließlich wartet auf uns alle am Abend noch das Hangi-Essen bei den Maori … sofern wir nicht vergessen wurden, denn wir warten in der Lobby unseres Hotels und warten und warten und niemand holt uns ab. Wir wurden tatsächlich vergessen, wie Rayner telefonisch herausfindet, doch sie schicken uns schnell einen Bus, der uns noch abholt. Letztendlich verpassen wir nur den Anfang der einleitenden Worte unseres Gastgebers, doch den Ablauf haben wir ja zuvor schon ausführlich erklärt. Also am Ende alles halb so schlimm. Das Essen ist reichlich, die Maori-Krieger im Kanu sind laut und zahlreich, die Bühnenshow ist interessant und abwechslungsreich – und der Haka laut und einschüchternd. Da überlegt es sich der Häuptling unseres bunt gemischten Häufleins (auch ein Deutscher) zweimal, ob er den Mitai den Krieg erklärt. Wir ziehen lieber friedlich von dannen, lauschen den abschließenden Worten im Wald und kehren dann zum Hotel zurück. Morgen erwarten uns weitere – definitiv friedliche – Maori-Begegnungen sowie die Weiterfahrt in den Tongariro-Nationalpark.

10. Reisetag (Sonntag, 18. Januar 2026): Te Puia – Kiwi–Aufzuchtstation – Wairakei Terrassen mit Maori Begegnung – Fahrt in den Tongariro–Nationalpark

Der heutige Tag steht ebenfalls ganz im Zeichen der Maori-Kultur. Außerdem widmen wir uns dem bedrohten Nationalvogel, dem Kiwi. Te Puia ist der Name eines Maori-Geländes am Rand von Rotorua das viele verschiedene Sehenswürdigkeiten umfasst: einen Geysir, eine heiße Schlammgrube, die vor sich hin blubbert, ein kleines Kiwi-Haus und eine große Holzschnitzwerkstatt, die gleichzeitig wichtiges Ausbildungszentrum ist. Anfangs sitzen wir im Nieselregen auf einer Steintreppe und müssen aufpassen, dass wir uns nicht die Hintern verbrennen. Gebannt warten wir und schauen zum Geysir, doch mehr als eine Mini-Fontäne bringt er heute nicht zustande. So ziehen wir denn mit der Parkeisenbahn schrittweise weiter zur Schlammgrube, zum Kiwi-Haus und zur Werkstatt. Hier haben wir wieder mehr Glück: Die beiden erwachsenen Kiwis sind gerade erwacht und beginnen mit der täglichen Erkundung ihres Geheges. Unsere Augen müssen sich erst an die Dunkelheit gewöhnen, denn da Kiwis nachtaktive Tiere sind, ist der Tagesablauf in den Kiwi-Aufzuchtstationen um 12 Stunden verschoben. Unser Besuch in Te Puia endet mit dem Besuch der Schnitzwerkstatt mit beeindruckenden Exponaten (aber auch ein bisschen gruselig). Die Wartezeit bis zum Besuch der Kiwi Hatchery überbrücken wir mit einem Abstecher in den Redwoods Forest und einem Stopp am Supermarkt. Die Tour durch die National Kiwi Hatchery ist dank unserer engagierten Führerin Nico sehr interessant – und zudem sehen wir ein frisch geschlüpftes Kiwi-Küken. Süß! Von unserem gesammelten Trinkgeld lassen wir spontan eine Spende da, um die wichtige Arbeit der Aufzuchtstation zu unterstützen. Ein paar Minuten bekommen wir noch, um uns im Shop und auf dem Gelände umzuschauen, dann setzen wir die Fahrt fort. Aufgrund des Timings und der Logistik (Zitat Rayner) muss die Mittagspause heute im Bus erfolgen – aus diesem Grund waren wir zuvor beim Supermarkt. In Wairakei findet dann unsere vorerst letzte Maori-Begegnung statt. Wir erleben noch einmal eine Führung vorbei an reich verzierten Häusern, Säulen und Statuen, die von Helden, Göttern und Legenden erzählen. Unter uns befindet sich eine heiße Quelle, die über einen künstlichen Geysir angezapft wird, der wiederum für reichlich Dampf und Nebel sorgt. Das passt sehr gut zur geheimnisvollen Sagenwelt. Am Ende der Führung werden wir von einer Ältesten zu Kaffee, Tee und Kuchen erwartet, die uns etwas mehr aus dem aktuellen Lebensalltag der Maori erzählt und unsere Fragen beantwortet — bis Rayner schweren Herzens das Zeichen zum Aufbruch gibt. Bis zum Nationalpark liegt noch eine lange Strecke vor uns und außerdem hat er uns ja noch Zeit zum Baden in den Wairakei Terraces versprochen, einer Kaskade künstlich angelegter Becken unterschiedlicher Wassertemperaturen, die wir während des Rundgangs schon gesehen haben. Ein Bad im mineralreichen Wasser soll sehr gut für Haut und Knochen sein … Nicht weit entfernt von den Terrassen befinden sich die Huka Falls, an denen wir einen letzten Fotostopp machen, bevor wir bis zum Hotel im Nationalpark durchfahren. Dabei passieren wir mit dem Lake Taupo den größten See Neuseelands sowie später die Vulkane im Nationalpark, deren Spitzen leider von Wolken umhüllt sind. Davon abgesehen können wir über das Wetter heute nicht klagen, bis zum Abend hat es sich stetig verbessert. Auch vom HP-Abendessen im Hotel sind wir sehr angetan: Die Portionen sind groß und das Essen ist schmackhaft. Damit sollten wir gut gestärkt sein für den sportlichen Wettkampf, der am nächsten Tag auf uns wartet (von dem meine Gäste aber noch nichts wissen …)

11. Reisetag (Montag, 19. Januar 2026): Fahrt nach Wellington – Stadtrundfahrt durch Neuseelands Hauptstadt

Wir sind heute ein bisschen rebellisch und starten den Tag mit einem Abstecher in den Nationalpark zum Mount Ruapehu, obwohl er eigentlich nicht auf dem Programm steht. Aber wenn wir schon mal hier sind … Und auch das Wetter spielt ja halbwegs mit. Nur der Bus muss überzeugt werden, sich den Berg hinaufzuquälen. Vielleicht hätten wir doch den Hänger unten parken sollen … An einem Parkplatz mit toller Aussicht brechen wir lieber ab und genießen den Blick über die Nordinsel bis fast zur Küste. Es ist schon sehr karg und frisch hier oben und der Vulkan versteckt wie schon gestern seinen Gipfel in den Wolken. Wir fahren wieder hinab und unternehmen einen herrlichen Waldsapziergang auf dem „Rimu Walk“. Über Waiouro, Bulls und Levin führt unsere Route dann in die Hauptstadt Wellington. Allerdings wartet unterwegs noch der angekündigte sportliche Höhepunkt: die Eberhardt-Meisterschaft im Gummistiefel-Weitwurf in Taihape! Den Weltrekord brechen wir zwar nicht, aber ich finde, wir schlagen uns sehr, sehr gut! Ihre Schokoladentafeln haben sich die beiden Gewinner (Gleichstand!) absolut verdient! Der nächste Stopp und die Mittagspause erfolgen im Ort Bulls, wo der Name Progamm ist. Alles dreht sich um Bullen und Kühe. Auch das Café, in dem wir einkehren, heißt natürlich La Bull. Nach der Mittagspause fahren wir durch bis Wellington. Mit einer technischen Pause am Nationalmuseum Te Papa läuten wir die Stadtrundfahrt durch die neuseeländische Hauptstadt ein. Der Fotostopp auf dem Mount Victoria verschafft uns einen guten Überblick über die Windy City, die zwischen grünen Berghängen und Meer „eingeklemmt“ ist. Ferner zeigt uns Rayner natürlich den schönen Rosengarten im Botanischen Garten, das ikonische Parlamentsgebäude, den Beehive, sowie die – leider schon geschlossene – Kirche Old St Pauls. Unser modernes Hotel liegt sehr zentral in der Innenstadt. Zwei Nächte bleiben wir in der Hauptstadt, ehe wir die Insel wechseln. Morgen steht als willkommene Abwechslung mal wieder Freizeit auf dem Programm (d. h. wir können ausschlafen!).

12. Reisetag (Dienstag, 20. Januar 2026): Freizeit in Wellington – Botanischer Garten und Nationalmuseum

Mit einem Tag Freizeit in Wellington beenden wir unsere Erkundung der Nordinsel. Schön, zur Abwechslung mal ein bisschen länger schlafen zu können. Auch das Frühstücksbuffet ist sehr gut. Wer mag, kann am Vormittag mit mir zur berühmten roten Cable Car spazieren und den Botanischen Garten erkunden. Acht Gäste nehmen das Angebot gerne an. Die Innenstadt wirkt noch ziemlich verschlafen. Viele Geschäfte öffnen erst um 10 Uhr. Die Fahrt mit der Cable Car ist ein kleines Highlight und führt durch einige Tunnel mit bunter LED-Beleuchtung. Von der Bergstation haben wir eine schöne Aussicht über die Stadt. Nun beginnt der Spaziergang durch den Botanischen Garten hinab zum Rosengarten, den wir bereits gestern während der Stadtrundfahrt kurz gesehen haben. Selbst mich Gartenmuffel erfreut die Blütenpracht. Im Picnic Café am Rosengarten können wir eine Erfrischungspause einlegen. Jetzt schickt auch die Sonne ihre wärmenden Strahlen durch die Wolkendecke. Den Nachmittag verbringen die meisten meiner Gäste im Nationalmuseum Te Papa, wo sie die verschiedenen Austellungen zur Natur und Geschichte Neuseelands besuchen, oder mit weiteren Spaziergängen. Für eine Hauptstadt werden die Bürgersteige ganz schön zeitig hochgeklappt, aber wir sind ja nicht zum Shoppen hier! Morgen geht es dann auf die Südinsel. Wir freuen uns schon auf die Überfahrt und viel abwechslungsreiche Natur mit Fjorden und Gletschern.

13. Reisetag (Mittwoch, 21. Januar 2026): Fährüberfahrt zur Südinsel – Fahrt nach Kaikoura

Wir genießen noch einmal das sehr gute Frühstücksbuffet im Oaks Hotel, dann brechen wir auf in Richtung Hafen. Erst soll unsere Fähre zur Südinsel 30 Minuten Verspätung haben, aber plötzlich steht jemand in der Bustür und mahnt zur Eile. An Bord suchen wir uns ein ruhiges Plätzchen, entweder im „Wintergarten“ am Heck oder in einem der anderen Aufenthaltsbereiche. Die Überfahrt verläuft ruhig. Der starke Wind der letzten Tage hat sich gelegt, das Meer möchte uns nicht ärgern. Sobald wir die Cook Strait überquert haben und in die Marlborough Sounds einlaufen, ist es dann sowieso immer schön ruhig. Außerdem lädt die vorbeiziehende Landschaft uns nun ein, an Deck zu kommen und fließig zu fotografieren. Für unser leibliches Wohl ist an Bord ebenfalls gesorgt, weshalb wir bei der Ankunft in Picton ohne Hungergefühl zum Bus zurückkehren. Allein der einsetzende Regen trübt die Stimmung merklich. Er passt überhaupt nicht zu einer Fahrt durch die Weinberge der Marlborough-Region. Über Blenheim und Seddon fahren wir erstmal durch bis zum Kekerengu Beach und machen dort eine gemütliche Kaffeepause im „Store“. Bei den Pelzrobben am Ohau Point Lookout könnten wir stundenlang verweilen. Die tapsigen Robbenbabys schnurren sich direkt in mein Herz, während sie unbeholfen zwischen und auf den Felsen herumklettern. Als wir wenig später in Kaikoura ankommen und unsere Zimmer mit Meerblick beziehen, sind wir für den heutigen Tag erstmal (weitestgehend) vom Regen erlöst. Zwischen den Wolken ist sogar wieder blauer Himmel zu erkennen. Vom zeitigen Abendessen im nahegelegenen Pub gelangen wir trockenen Fußes zurück zum Motel. In der Bucht schaukeln die Fischerboote gemütlich auf dem Wasser, umkreist von aufgeregten Möwen. Am Horizont lassen sich die Bergketten der Südalpen erahnen, obgleich noch eine Decke aus Wolken auf ihnen liegt. Wer möchte kann noch ein bisschen am Meer spazieren gehen – oder ganz zeitig ins Bett. Im Traum hoffen wir später jedenfalls alle, dass sich die Wettervorhersage für die nächsten Tage nicht bewahrheitet.

14. Reisetag (Donnerstag, 22. Januar 2026): Christchurch – Lake Tekapo

Am Morgen ist der Regen zurück. Noch dazu fällt in Kaikoura der Strom aus und es scheint, als ob wir hier noch eine Weile festsitzen, weil der Bus nicht anspringt. Doch zumindest die letzten beiden Punkte klären sich schnell. Nach etwa 15 Minuten ist der Strom wieder da und Rayner schafft es zudem, den Bus mit einer Art „Mega-Powerbank“ zu starten. Somit können wir Kaikoura mit nur etwa 10 Minuten Verspätung in Richtung Christchurch verlassen. Die größte Stadt der Südinsel erreichen wir dann gegen 11 Uhr und Rayner zeigt uns auch gleich die wichtigsten und schönesten Ecken, wie z. B. den riesigen Hagley Park oder die Kathedrale in der Innenstadt. Christchurch ist eine Stadt, die sich nach dem verheerenden Erdbeben neu erfindet und als Gemeinschaft neu zusammenfindet. Zwar gibt es immer noch einige Freiflächen und Baulücken, doch es hat sich auch viel getan. Leider bleibt es bei einer Rundfahrt mit dem Bus, denn der Regen bleibt uns vorerst treu. Ein geplanter Spaziergang durch den Botanischen Garten fällt buchstäblich ins Wasser. Stattdessen machen wir eine Mittagspause auf dem ehemaligen Unigelände – jetzt Kunstzentrum, wo es ein nettes Café gibt. Die Große Halle können wir besichtigen – sie ist sehr eindrucksvoll und erinnert uns an Hogwarts. Fehlen nur die schwebenden Kerzen. Die Weiterfahrt zum Lake Tekapo führt dann zunächst weiter durch die große Schwemmlandebene an der Ostküste. Wir überqueren mehrere große Flüsse, teils auf einspurigen Brücken. Nach einer Pause in Geraldine folgt dann der letzte Abschnitt der heutigen Fahrt, der uns in das sog. MacKenzie Country führt. Wie angekündigt ändert sich mit Erreichen der Berge das Wetter. Schon seit Geraldine regnet es nicht mehr, aber nun reißt die Wolkendecke merklich auf, blauer Himmel kommt zum Vorschein – und wir können am türkisblauen Lake Tekapo einen sehr schönen Nachmittag und Abend verbringen. Fast alle machen vor oder nach dem inkludierten Buffet-Abendessen im Hotel einen Spaziergang durch den Ort, hinunter zum Wasser und zur Kirche des guten Hirten (Church of the Good Shepherd).

15. Reisetag (Freitag, 23. Januar 2026): Lake Pukaki – Oamaru – Moeraki Boulders – Dunedin – Albatros–Beobachtung

Der nächste Tag beginnt ähnlich, wie der gestrige geendet hat. Am Morgen bleiben wir zunächst vom Regen verschont, der die Ostküste der Südinsel derzeit fest im Griff hat. So können wir bei unserem ersten Fotostopp am Lake Pukaki tolle Fotos machen. Die Oberfläche des Sees ist fast spiegelglatt. Auch beim nächsten Stopp in Twizel bleibt es sonnig bis leicht bewölkt. Ab Omarama nähern wir uns dann entlang mehrerer Stauseen wieder der Küste und fahren somit erneut in das Regengebiet hinein. Gleichwohl sollten wir dem Wettergott danken, denn immer wenn wir aus dem Bus aussteigen, erwischen wir eine Regenpause. So bei unserem Aufenthalt in Oamaru, der Steampunk-Hauptstadt Neuseelands mit einer beeindruckenden viktorianischen Innenstadt, deren Gebäude fast alle aus örtlichem Kalkstein gebaut wurden. Oder auch später beim Strandspaziergang zu den geheimnisvollen Moeraki Boulders, deren genaue Entstehung nach wie vor ein Mysterium ist. Und auch den großartigen Bahnhof von Dunedin im flämischen Stil können wir anfangs ohne Regenschirm erkunden. Dann setzt der Regen zwar wieder ein, als wir auf die Otago-Halbinsel fahren; beim kurzen Stopp am Royal Albatross Centre sind die Regenwolken jedoch schon wieder hinter uns. Und bei unserer Bootstour zur Albatrosbeobachtung mit der Monarch sollten wir uns eher um das Wasser sorgen, dass von vorn und unten kommten. Das Meer ist nämlich ein kleines bisschen aufgebracht, weshalb der Kapitän unserer kleinen Nussschale schön Abstand zur felsigen Küste hält und insgesamt sehr rücksichtsvoll navigiert. Ein kleiner Hector-Delfin hat jedoch seinen Spaß und reitet auf den Wellen in die Bucht und schwimmt dann wieder neben uns hinaus. Doch die eigentlichen Stars auf unserer Tour sind die Königsalbatrosse, die mit ihrer riesigen Spannweite ahnmutig ihre Kreise ziehen und majestätisch über unseren Köpfen durch die Luft segeln. Ein Albatros kommt sogar sehr nah an das Boot heran, doch diesen Moment auf einem Foto festzuhalten gestaltet sich sehr schwierig. Nach einer Stunde sind wir zurück an Land und müssen uns von der netten Crew verabschieden. Zum Abschluss des vollgepackten Tagesprogramms schauen wir noch bei der steilsten Straße der Welt vorbei. Obgleich der Anhänger schon beim Hotel steht, wagen wir mit dem Bus lieber keine Experimente und machen nur ein paar Fotos von unten. Dann geht es in unser Hotel neben dem Botanischen Garten, wo uns ein sehr gutes HP-Abendessen erwartet. Regnen tut es zwar auch wieder, aber das ist uns jetzt egal. Bei spannenden Gesprächen über Afrika lassen wir den Tag gemütlich im Restaurant ausklingen.

16. Reisetag (Samstag, 24. Januar 2026): Fahrt zum Milford Sound über Te Anau – Übernachtung auf der Milford Mariner

Auf den heutigen Tag – besser gesagt: Nachmittag und Abend – freue ich mich ganz besonders: Mit dem Milford Sound erwartet uns einer der absoluten Höhepunkte unserer Reise. Am Vormittag müssen wir aber zunächst etwa 300 Kilometer bis Te Anau hinter uns bringen. Und erstmal erwartet uns am Morgen noch einmal viel Regen. Besserung ist aber bereits in Sicht. Die erste kleine Pause erfolgt in Balclutha am i-Site Centre, einem sehr modernen, schicken, sauberen und für den kleinen Ort fast schon überdimensionierten Besucher- und Veranstaltungszentrum. Weiter geht es auf dem „Presidential Highway“ von (Bill) Clinton nach (Al) Gore — die Neuseeländer haben wirklich Spaß daran, sich Besonderheiten auszudenken, um ihre Heimatorte auf die Landkarte zu setzen. Pünktlich zur Mittagszeit erreichen wir Te Anau am gleichnamigen See. Auch das Wetter ist inzwischen ein bisschen freundlicher geworden. Während wir im Café eine Kleinigkeit essen, den Souvenirshop erkunden oder entlang der kleinen Hauptstraße zum Seeufer spazieren, stellt Rayner den Anhänger mit den Koffern bei einem Hotel ab, denn für unsere Mini-Kreuzfahrt im Fjord werden wir sie nicht brauchen. Bereits die Anfahrt zum Milford Sound ist landschaftlich sehr reizvoll. Wir fahren hauptsächlich durch dichten Urwald und sehen ringsum schon die Berge. Am Mirror Lake machen wir einen kleinen Spaziergang und erleben dann vor dem Homer-Tunnel die berüchtigte Kea-Polizei bei der Arbeit — inklusive Lkw-Inspektion und allgemeiner Verkehrskontrolle. Die Bergpapageien setzen sich bevorzugt auf Außenspiegel und knabbern Gummidichtungen an. Zum Glück schaltet die Ampel auf Grün bevor sie unseren Bus zerlegen können. Auf der anderen Seite des Tunnels lässt der Regen, der vor dem Tunnel wieder eingesetzt hatte, schnell nach. Ein Fotostopp an einer alten Brücke trennt uns jetzt noch vom Hafen. Dort liegt das blaue Segelschiff und wartet auf seine Gäste. Mit uns gehen noch einige andere Reisende an Bord, hauptsächlich Amerikaner, aber es bleibt im überschaubaren Rahmen. Nach der obligatorischen Vorstellung der Crew und Sicherheitseinweisung sticht die Milford Mariner in See. Wir schnappen uns einen Kaffee und ein Stück Kuchen und erkunden unsere Kabinen sowie das Schiff. Inzwischen hat der Kapitän ein paar Seelöwen aufgespürt, die sich auf den Felsen am Ufer rekeln. Nun steuern wir auch schon unseren Ankerpunkt für die Nacht in der Harrison Cove an. Nachdem die Milford Mariner an einer Boje festgemacht hat, geht das Programm aber erst so richtig los: Wir können die Bucht entweder per Rundfahrt mit dem Tenderboot oder ganz sportlich im Kajak erkunden. Derweil legen sich die Damen in der Bordküche mächtig ins Zeug und bereiten das abwechslungsreiche Buffet vor. Tischweise werden wir aufgerufen, sodass alles ganz geordnet zugeht. Das Dessert wird hingegen vornehm am Tisch serviert. Nach dem Abendessen gibt es in der Lounge nach einen Vortrag über die lokale Tierwelt (auf Englisch) durch einen fachkundigen Nature Guide. Während die Sonne (ja, Sonne!) langsam hinter den Bergen im Meer versinkt und die verbliebenen Wolken zum Glühen bringt (wunderschön!), wird es auf dem Schiff nach und nach ruhiger. Alle Passagiere ziehen sich in ihre Kabinen zurück und werden vom leichten Gang in einen hoffentlich erholsamen Schlaf geschaukelt.

17. Reisetag (Sonntag, 25. Januar 2026): Milford Sound, Teil 2 – Fahrt nach Queenstown

Es ist ein herrlicher und ruhiger Morgen im Milford Sound – nur vielleicht noch ein bisschen kalt. Aber die Sonne müht sich langsam über die Berge, um uns ein paar wärmende Strahlen zu schenken. Während wir uns das Frühstück schmecken lassen, setzt sich die Milford Mariner in Bewegung und nimmt Kurs auf die Tasmanische See. Die Vorgabe lautet eigentlich, das Frühstück zu beenden, bis die Mündung des Fjords erreicht ist, da es mit Erreichen des offenen Meeres erfahrungsgemäß sehr unruhig wird. Heute geschieht jedoch … nichts. Kaum Wind, kaum Wellen. Fast wie eine gemütliche Fahrt über den Bodensee. Bei einigen macht sich Enttäuschung breit, bei den meisten allerdings große Erleichterung. Der Kapitän dreht das Boot um und fährt wieder hinein in den Milford Sound. Auf dem Rückweg zum Hafen steuern wir einige Wasserfälle an und halten weiterhin Ausschau nach Robben. Schließlich dockt das Schiff wieder am Hafen an und unsere Mini-Kreuzfahrt auf dem Fjord geht (leider) zuende. Mit unserem leichten Handgepäck gehen wir von Bord und zum Parkplatz, wo unser Bus geduldig auf uns wartet. Über die Stichstraße und den Homer Tunnel geht es zurück auf die andere Seite der Berge, wo das Wetter leider nach wie vor schlechter aussieht. Die Wolkendecke hält uns aber nicht von einem sehr schönen Spaziergang durch den Märchenwald am Lake Gunn ab. Stehende und umgestürzte Baumriesen, die ganz von Moos und Flechten bedeckt sind, lassen unsere Naturliebhaberherzen höher schlagen. Die Vogelwelt begleitet uns dazu hüpfend, flatternd und mit Gesang, lässt sich aber ungern fotografieren, sondern fliegt rasch zum nächsten Ast weiter. Wie schon auf der Herfahrt machen wir wieder die Mittagspause in Te Anau, während Rayner den Anhänger mit unseren Koffern abholt. Dann setzen wir die Fahrt in Richtung Queenstown fort. Nun setzt auch wieder der Regen ein. Doch laut Wettervorhersage soll es ab morgen östlich der Südalpen deutlich freundlicher werden, sodass wir unserem freien Tag optimistisch entgegenblicken. Bei Fairlight haben wir wieder Glück und treffen auf den historischen Dampfzug „Kingston Flyer“, der sich zur nächsten Fahrt bereitmacht. Und dann sind wir auch schon am Lake Wakatipu und erfahren von Rayner, was es mit dem pochenden Herz des schlafenden Riesen auf sich hat. Unser Hotel liegt in der Nähe des Zentrums und der Queenstown Gardens. Es dauert keine zehn Minuten, bis wir unten am Seeufer stehen und ich meinen Gästen bei Patagonia endlich das schon lange versprochene Eis spendiere. Und ja, wir können sogar mit der Eistüte draußen spazieren gehen, denn wir sind (vorerst) vom Regen erlöst! Bis zum HP-Abendessen haben wir noch fast zwei Stunden für einen Bummel durch das quirlige Queenstown.

18. Reisetag (Montag, 26. Januar 2026): Freizeit in Queenstown – Ausflüge in den Skippers Canyon und mit der TSS Earnslaw

Der Freizeittag in Queenstown bietet die Möglichkeit, so richtig lange auszuschlafen (Frühstück gibt es bis 10) und einfach mal zu entspannen, am See spazieren zu gehen (und dabei noch eine Kugel Eis zu essen) — oder an optionalen Aktivitäten teilzunehmen. So haben sich z. B. acht Gäste für einen halbtägigen Ausflug mit Rayners Kumpel Wolfgang in den Skippers Canyon entschieden. Während es in Queenstown am Morgen doch wieder ein bisschen regnet, fahren sie mit dem Allrad-Minibus in schönes Wetter, wandeln auf den Spuren der Goldgräber und besuchen Drehorte von Herr der Ringe. Gut gelaunt und mit vielen schönen Fotos kehren sie zurück. Andere Gäste fahren mit der Seilbahn hinauf auf den Bob‘s Peak und genießen die Aussicht auf den Lake Wakatipu. Apropos Genuss: Das ist auch das perfekte Stichwort für den Ausflug mit der TSS Earnslaw zur Walter Peak Station, den ich mit ebenfalls acht Gästen am Abend unternehme. Das altehrwürdige Dampfschiff bringt uns in schnellem Tempo zur Schaffarm am anderen Ende des Sees. Dort winkt uns das Personal bei der Ankunft zu und führt uns zu einem großen alten runden Tisch, an dem wir wie Ehrengäste platznehmen. In der Mitte steht das Tafelsilber — leider ist unter der großen Haube aber nur Luft. So müssen wir warten, bis wir zum Buffet gebeten werden, wo die Teller viel zu klein für die große Auswahl an Speisen sind. Es gibt ein Salatbuffet, ein Buffet für kalte Speisen, ein Buffet für warme Speisen, ein Grillbuffet — und ein extra Buffet nur für Desserts! Hallelujah! Ich bin im Paradies. Nur leider erfolgt die Vertreibung aus demselben durch den Schäfer Sam und seine Border-Collie-Hündin Kip viiiiiieeeel zu schnell. Aber zum Besuch einer Schaffarm gehört natürlich auch eine Schaf-Show mit Schafschur. Nach Zähmung der widerspenstigen Schafdame wird ihr ein modischer Kurzhaarschnitt verpasst, der zudem noch gesundheitsfördernd ist. Dann darf Kip zeigen, was sie drauf hat, und eine Gruppe Schafe vom Hügel herab ins Tal treiben. Anschließend bekommen wir noch etwas Zeit für einen Bummel durch den wunderschönen Garten und/oder die Farm, bevor die Earnslaw uns zur Rückfahrt herbeipfeift. Während am Heck um das Klavier Lieder gesungen werden, kommt Queenstown näher und näher. Auch wettertechnisch ist es noch ein schöner Abend geworden; die Berge um den Lake Wakapitu werden von der Abendsonne schön beleuchtet. Der Weg zum Hotel führt zwar direkt an meiner neuseeländischen Lieblingseisdiele vorbei, doch nach dem ausschweifenden BBQ Dinner geht einfach wirklich nichts mehr in meinen Magen rein. Nicht mal eine klitzekleine, faustgroße Kugel Eis.

19. Reisetag (Dienstag, 27. Januar 2026): Fahrt über den Haast–Pass an die Westküste – Helikopterflug

Mit Fotostopps in der verschlafenen ehemaligen Goldgräberstadt Arrowtown, am Lake Wanaka und am Lake Hawea verabschieden wir uns aus der Region Otago östlich des Hauptkamms der Südalpen. Die Riesenaale im Lake Wanaka müssen wir erst ein bisschen suchen, denn sie verstecken sich direkt unter dem Steg. Nicht zu suchen brauchen wir am 19. Tag unserer Reise hingegen die Sonne. Ab jetzt meint es das Wetter wieder gut mit uns. Im Makarora Country machen wir eine zeitige Mittagspause bei einem urigen Gasthof und treffen dort im hinteren Teil auf ganz viele Freunde von Max, auf einen riesigen Hund und kurz vor der Abfahrt auf die örtliche Feuerwehr, die aus der Gegenrichtung kommt und nun ebenfalls eine Pause einlegt. Der Haast-Pass ist dann unser Tor zur wilden und wenig bevölkerten Westküste der Südinsel. Kurz hinter dem Pass bietet sich die Möglichkeit für einen kleinen Spaziergang zu den Thunder Creek Falls. Einen etwas längeren und sehr abwechslungsreichen Spaziergang unternehmen wir dann alle zusammen am Ship Creek: Wald, Orchideen, laute Zikaden, Sandstrand und die Tasmanische See stehen auf dem Programm. Ausgerechnet heute habe ich keine Sonnencreme aufgetragen, was am Ende des Tages in meinem Nacken zu unschönen Verfärbungen sorgen wird. Nach einem weiteren Fotostopp am Knights Point Lookout erreichen wir dann alsbald schon das kleine Nest Fox Glacier. Sechs Gäste haben sich für einen Helikopterflug zu den Gletschern angemeldet und haben richtig großes Glück! Obwohl die Wolken recht tief im Tal hängen, erlaubt eine Lücke den Flug in die Berge. Die Alternative – ein Spaziergang um den Lake Matheson – wird von vier Gästen angenommen und von mir begleitet. Es tut gut, sich bei der kleinen Waldwanderung um den See die Beine zu vertreten. Gerade gegen Ende eröffnet sich uns dann auch ein schöner Blick in Richtung Berge. Beim gemeinsamen Abendessen lasse ich mir dann von den Heli-Fliegern ausführlich Bericht erstatten und höre nur Positives!

20. Reisetag (Mittwoch, 28. Januar 2026): Franz–Josef–Gletscher – Hokitika – Greymouth

Gleich um die Ecke vom Hotel entführt uns Rayner auf einen weiteren schönen Spaziergang durch einen Märchenwald. Die moosbewachsenen Bäume und Baumstümpfe sehen teils wie geheimnisvolle Skulpturen und teils wie märchenhafte Lebenwesen aus. Ein grüner Mooshund hat es uns besonders angetan. Das weitere Programm bis Greymouth wird ziemlich entspannt werden. Wir fahren nur eine halbe Stunde bis zum Franz-Josef-Gletscher, wo wir den nächsten Spaziergang unternehmen. Der Gletscher hat sich schon stark zurückgezogen, weshalb wir seine Zunge nur ganz entfernt am Ende des Tals sehen können. Aber die Hälfte meiner Gäste konnte die Gletscher ja gestern aus der Vogelperspektive bewundern. Ein kleines Stück vor Hokitika machen wir beim Mananui Bush and Beach Walk einen weiteren Abstecher zu Fuß durch ein Waldstück voller Zikaden, das schließlich an einem weiteren einsamen Strand endet. Passenderweise haben wir heute auch überwiegend sonniges Strandwetter. Zwar zieht auch mal ein Schauer durch, als wir im Bus sitzen, aber das stört uns heute gar nicht. Auch in Hokitika steuern wir den Strand an, wo wir glücklicherweise noch die Ergebnisse eines Wettbewerbs begutachten dürfen: Aus Strandgut sollten Skulpturen erschaffen werden. Die Ergebnisse reichen von kleinen Kiwis bis hin zu einem großen herzförmigen Fenster und können sich alle sehen lassen. Hokitika ist jedoch vor allem als Hauptstadt der Jade-Industrie bekannt, weshalb Rayner den Bus auch vor einer kleinen Jade-Fabrik parkt und uns dort aussteigen lässt. Wer mag, kann mehrere entsprechende Geschäfte erkunden und auch einen Blick in die jeweilige Werkstatt werfen. Hokitika ist aber auch zur Abwechslung mal wieder etwas größerer Ort mit mehreren Restaurants und einem großen Supermarkt. So bietet es sich an, hier eine ausgedehnte Mittagspause zu machen. Auch die letzte halbe Stunde Fahrt bis Greymouth geht schnell vorbei. Wer mag, hat nun den Rest des Nachmittags bis zum HP-Abendessen Freizeit. Rayner hat uns aber durch seine Erzählungen von der Brauerei in Greymouth schon den Mund wässrig gemacht. Deshalb lassen wir uns zu acht von ihm zur Monteith’s Brewery chauffieren und später wieder abholen und verkosten dort in lockerer Atmosphäre fast alle Sorten, die im Angebot sind. Gleichzeitig gehen uns fast die Augen über, als große Teller und Platten mit Essen für andere Besucher an uns vorbeigetragen werden. Mein Magen fängt an zu knurren und ich bestelle eine Portion Pommes im Bierteig, die wir uns teilen — sehr, sehr lecker! Zumindest bei den Herren wird zudem auch die Toiletteneinrichtung in Erinnerung bleiben!

21. Reisetag (Donnerstag, 29. Januar 2026): Pancake Rocks – Fahrt über den Arthur’s Pass – Abschiedsabend in Christchurch

Gegen Ende unserer Reise wird das Wetter wieder so, wie man es in Neuseeland um diese Jahreszeit und von der Geografie her erwartet: leicht regnerisch in den Regenwäldern (!) an der Westküste, sonnig, warm und trocken im Osten. Mit Geduld und etwas Improvisation machen wir das beste aus unserem Vormittag. Beim ersten Fotostopp können wir die Aussicht mehr erahnen als sehen, aber beim kurzen Spaziergang auf dem Truman Track haben wir wieder klare Sicht auf die sichelförmige Bucht am Ende des Weges. Und an den Pancake Rocks gehen wir eben spontan erst in das Café und in den Souvenirshop, warten dort den Regenguss ab, lernen eine von Rayners vielen deutschen Freund(inn)en kennen, und erkunden anschließend die vielen Felsentürme aus aufgeschichteten Pfannkuchen. Statt Moosbewuchs wäre mir allerdings Ahornsirup lieber. Jetzt kriege ich beim Schreiben dieser Zeilen gleich wieder Hunger … Zurück in Greymouth teilt sich die Gruppe dann ein letztes Mal auf. Sieben Gäste freuen sich mit mir auf die Zugfahrt mit dem TranzAlpine über und durch die Berge, während sechs Gäste quasi sofort mit Rayner (aus Gründen des Zeitmanagements und der Logistik) mit dem Bus in Richtung Christchurch weiterfahren. Für meine Zuggruppe ergibt sich damit zunächst die Möglichkeit zu einem kleinen Bummel durch die Innenstadt von Greymouth und die Gelegenheit für eine Mittagspause in einem Café oder im schönen Ale House direkt gegenüber des Bahnhofs. Auch wenn der TranzAlpine nicht zum DB-Konzern gehört, verspätet sich auch diesmal die Abfahrt um etwa 20 Minuten. Dafür sitzen wir in modernen, sauberen Waggons mit großen Panorama-Fenstern und werden von freundlichem Personal betreut. Es gibt ein Bistro und zwei Waggons ohne Fenster zum Fotografieren. Ähnlich wie am Milford Sound durchsticht ein langer Tunnel den Hauptkamm der Südalpen. Der acht Kilometer lange Otira-Tunnel scheint uns allerdings fast in eine andere Welt zu entführen, denn östlich vom Arthur’s Pass weichen die grauen Wolken blauem Himmel und die Außentemperaturen steigen auf fast 30 Grad. Wir haben den Sommer zurück! Nun schlängelt sich die Bahnstrecke entlang mehrerer schöner grüner Canyons in denen von Gletscherwasser gespeiste Flüsse fließen. Je mehr wir uns Christchurch nähern, umso flacher und trockener wird die Landschaft. Am modernen Bahnhof werden wir bereits von Rayner erwartet. Die anderen haben es ebenfalls sicher nach Christchurch geschafft und warten im Hotel auf uns – zum großen Abschiedsabendessen. Rayner hat ein kleines Quiz vorbereitet und es gibt eine Flasche Sekt für den/die Sieger/in. Die Flasche Sekt hätte sich auch Rayner verdient, der auf dieser Reise nicht nur die Logistik und das Zeitmanagement jederzeit gut im Griff hatte. Wir danken ihm für seine gute Arbeit mit einem prall gefüllten Umschlag und werden in Kontakt bleiben – schließlich wollen wir alle die geheimnisvolle Mrs. Columbo irgendwann mal kennenlernen!

22. Reisetag (Freitag, 30. Januar 2026): Abschied von Neuseeland – Beginn der Rückreise – Zwischenstopp in Singapur

Nun ist wirklich der letzte Morgen in Neuseeland angebrochen. Den Sekt von gestern hab ich gut vertragen, der Koffer ist gepackt. Nur der Fahrstuhl streikt schon wieder. Ein Zeichen, dass wir doch lieber bleiben sollen? Die eisigen Temperaturen in Deutschland sollen ja noch eine Weile andauern. Andererseits glaube ich nicht mehr daran, hier in Neuseeland noch vernünftige Würstchen zu finden. Und mal wieder Brötchen zum Frühstück statt Rührei und Hash Browns wäre auch eine willkommene Abwechslung. Mein Frühsport ist heute das Treppensteigen — hinunter zur Rezeption, um eine Abholung der Koffer für meine Gäste zu organisieren, dann hoch zum Frühstück, dann zum Zimmer, dann mit Koffer wieder runter. Zwei moderne, saubere Kleinbusse/Vans sowie die zugehörigen freundlichen älteren Herren stehen schon bereit, um uns zum Flughafen zu chauffieren. Das klappt also alles sehr gut. Zwanzig Minuten später stehen wir auf dem kleinen aber feinen Flughafen, wo alles ganz schnell geht, sogar die Sicherheitskontrolle und automatische Ausreise. Bleibt also noch genug Zeit für ein Käffchen oder Nickerchen, denn der Flieger verspätet sich auch um 30 Minuten. Den Flug selbst nutzen einige Gäste, um den ersten Teil von Herr der Ringe nachzuholen und damit quasi noch einmal kreuz und quer durch die schönen Landschaften Neuseelands zu reisen. Einige Drehorte haben wir ja en passant auf unserer Reise besucht (oder waren zumindest nahe dran). In Singapur verabschieden wir uns dann schon von einem Ehepaar, die noch eine kleine Verlängerung gebucht haben. Die sechs Stunden Aufenthalt auf dem Changi Airport bis zum Anschlussflug verbringen wir anderen dann entweder in der Lounge, im Schmetterlingsgarten oder im Skytrain, der zwischen Terminal 3 und Terminal 2 zumindest am großen Wasserfall vorbeifährt. Bis zum Boarding halten wir uns irgendwie wach, aber auf dem Flug nach Frankfurt brauchen wir dann spätestens ein bisschen Schlaf.

23. Reisetag (Samstag, 31. Januar 2026): Landung in Frankfurt – Heimreise

Ein bisschen zeitiger als geplant landen wir nach einem langen, aber weitgehend ruhigen Flug in Frankfurt — und müssen uns bei der Einreise erst einmal in einer sehr langen Schlange einreihen. Uff. Das sind wir aus Singapur und Neuseeland anders gewohnt. Wir dürfen aber alle wieder rein und auch die Koffer sind alle gut angekommen. Drei Gäste fliegen später noch nach Leipzig bzw. Berlin weiter. Auch hier scheint alles gut zu gehen. Nun müssen wir uns schnell an die kalten Temperaturen in Deutschland und den Zeitunterschied gewöhnen. Bei den anhaltenden Minusgrade könnte man glatt auf die Idee kommen, wieder nach Neuseeland zurückzufliegen. Gerade am Anfang und Ende unserer Reise hatten wir es da schön warm und sonnig. Leckeres Eis haben wir auch gefunden. Nur gute Würstchen und gescheites Brot konnten wir im Land der langen weißen Wolke vergeblich suchen. Ach, es wird noch eine Weile dauern, bis wir alle Erlebnisse und Eindrücke verarbeitet haben: die Coromandel-Halbinsel, die Maori-Kultur, den Milford Sound …


Liebe Gäste,

an dieser Stelle möchte ich mich von ganzem Herzen für die schönen gemeinsamen Wochen in Neuseeland bedanken. Bis auf drei Regentage auf der Südinsel hat das Wetter gepasst – am Ende kam der Sommer nochmal mit Macht zurück.
Mit Achim und Rayner hatten wir zwei kompetente und sympathische örtliche Reiseleiter, die mit viel Wissen zu Land und Leuten glänzen konnten. Gerade vor Rayners bravourösem Meistern der Doppelbelastung als Busfahrer UND Reiseleiter ziehe ich meinen Hut. Und dann hat er uns beim BBQ-Abendessen in Pauanui auch noch sein kulinarisches Können gezeigt!
Wenn euch die Reise ebenso viel Spaß gemacht hat wie mir, würde ich mich sehr freuen, wenn ich euch bald wieder als Gäste auf einer Eberhardt-Reise begrüßen darf.

Herzlichst

Euer Andreas


Kommentare zum Reisebericht