Rundreise auf Zypern im Frühling
Reisebericht: 13.04. – 22.04.2026
Im April präsentierte sich Zypern von seiner besten Seite mit angenehmen Temperaturen, blühende Natur und wenig Trubel. Die 10-tägige Reise bot Sonne, Meer und Kultur.
Ein Reisebericht von
Josephin Bauer
Anreisetag nach Zypern
Der Start in den Urlaub war bei manchen etwas früher, was zunächst ein bisschen überraschend war, sich aber als angenehmen Vorteil herausstellte. Nach einer entspannten Vorübernachtung in Frankfurt und einem gemeinsamen Frühstück im Hotel ging es zum Flughafen für unsere Dresdner und Leipziger. Der Check-in verlief reibungslos, und trotz einer kleinen Verzögerung beim Abflug startete das Flugzeug sicher in Richtung Larnaca. Schon während des Fluges konnte man einen ersten Blick auf die Insel erhaschen und die Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer wuchs. Am Flughafen wurden wir herzlich vom Reiseleiter Antonis empfangen, bevor es mit dem Bus zum Hotel ging, wo nach dem Einchecken noch Zeit blieb, die Umgebung zu erkunden und die ersten Eindrücke zu genießen. Das gemeinsame Abendessen rundete den Tag gemütlich ab.
Paphos und die Schätze der Vergangenheit
Der erste Ausflug führte nach Paphos, eine Region, die Geschichte und Natur auf wunderbare Weise verbindet. Schon in der Antike spielte Paphos eine bedeutende Rolle: Der Legende nach entstieg hier die Göttin Aphrodite dem Meer, was der Gegend bis heute eine fast mythische Aura verleiht.
In den antiken Königsgräbern von Nea Paphos, die trotz ihres Namens nie für Könige, sondern für hochrangige Beamte und Adlige der hellenistischen und römischen Zeit bestimmt waren. Und in den ruhigen Klosteranlagen spürte man die besondere Atmosphäre vergangener Zeiten. Die in den Fels gehauenen Grabkammern stammen aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. und beeindrucken bis heute durch ihre monumentale Architektur. Besonders die Mosaike im Archäologischen Park von Paphos, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, beeindruckten durch ihre Farbenpracht und die detailreichen Darstellungen aus der griechischen Mythologie, viele von ihnen erzählen Geschichten von Göttern wie Dionysos oder Theseus und stammen aus römischer Zeit.
Am Hafen von Paphos, der schon in der Antike ein wichtiger Handelsplatz war, bot sich Gelegenheit, das Meeresrauschen zu genießen und ein wenig durch die Gassen zu schlendern. Heute verbindet sich hier historisches Flair mit lebendigem Treiben. Fischerboote liegen neben kleinen Cafés und erinnern daran, wie eng das Leben der Stadt seit jeher mit dem Meer verknüpft ist. Mit einem ersten Spaziergang am Wasser hatten wir einen besonders angenehmen Einstieg in den Urlaub.
Da wir nun auch vollzählig waren, lernten wir uns mit einem Glas Sekt in der Hand, in einer lockeren und lustigen Kennenlernrunde besser kennen, wobei der ein oder andere Zufall ans Licht kam.
Küste, Mythologie und kulinarische Entdeckungen auf dem Boot und an Land
An diesem Tag führte die Reise uns an die Küste, wo ursprünglich eine Bootsfahrt entlang der malerischen Felsen auf dem Programm stand. Durch zu starke Winde auf der anderen Seite der Insel, legten wir stattdessen vom Hafen in Paphos ab und genossen die Küstenlandschaft, die schon in der Antike ein wichtiger Knotenpunkt für Handel und Seefahrt im östlichen Mittelmeer war. Auch wenn der Wind etwas frisch war, genossen alle die frische Brise und den weiten Blick über das Meer. Bei unserem Badestopp hatten wir zwei mutige Wassernixen, die sich bei 17,5 °C Wassertemperatur ins Mittelmeer getraut haben.
Wieder am Hafen in Paphos zurück, ging es weiter zum Bad der Aphrodite, einem Ort voller Legenden und Mythen, der besonders durch die urige Felsenlandschaft faszinierte. Der Überlieferung nach soll sich hier die Göttin Aphrodite oft aufgehalten haben. Auf dem Weg dahin erzählte uns Antonis auch viel über die Pflanzenvielfalt, für die Zypern mit zahlreichen endemischen Arten bekannt ist.
Zum Mittag besuchten wir das kleine Dorf Kathikas, wo wir in der Taverne von Yannis mit einem traditionellen und vielfältigen Meze-Essen empfangen wurden – eine Esskultur, die ihre Wurzeln in der langen Geschichte der Insel hat und Einflüsse aus Griechenland, dem Nahen Osten und der Zeit unter venezianischer und osmanischer Herrschaft vereint. Zwischen frischem Olivenöl, würzigem Käse und süßem Dessert konnte man die Kultur der Insel förmlich schmecken.
Als kleines Andenken bekamen wir zur Verabschiedung vom Busfahrer einen schönen Magneten von Zypern. Und im Anschluss nach dem Meze-Essen ging es als Verdauungsspaziergang noch durchs ruhige Dorf Kathikas, dessen traditionelle Steinhäuser und enge Gassen bis heute die lange Geschichte und das ländliche Leben der Insel widerspiegeln.
Besuch von authentischen Bergdörfern und des Felsens der Aphrodite
Die Fahrt in die Berge eröffnete eine ganz neue Perspektive auf Zypern. Zwischen Weinbergen, Olivenhaine, kleinen Dörfern und ursprünglichen Landschaften ergaben sich viele authentische Eindrücke, welche wir auf der Fahrt zum Felsen der Aphrodite auf uns wirken lassen konnten - einem Ort, der eng mit der Legende der Göttin Aphrodite verbunden ist und seit der Antike als symbolischer Geburtsort der Göttin gilt, die aus den Wellen des Meeres entstieg.
Die ländlichen Regionen, durch die wir fuhren, sind seit Jahrhunderten landwirtschaftlich geprägt. Besonders der Weinbau hat auf Zypern eine der ältesten Traditionen der Welt und reicht über 5.000 Jahre zurück. Schon in der Antike war die Insel für ihre Weine im gesamten Mittelmeerraum bekannt.
Als Highlight haben wir uns danach durch die verschiedenen Weine der Region in der Winzerei Gerolemos probiert, die diese lange Tradition bis heute weiterführt und moderne Herstellung mit historischem Wissen verbindet.
Im traditionsreichen Weindorf Arsos, gewannen wir im Volksmuseum Einblick in alte Handwerkskunst und Alltagskultur, welche wir mit einer Tasse Kaffee im Dorf ausklingen lassen haben.
Der Tag endete in einem charmanten Familienhotel, wo wir herzlich mit Kaffee und Kuchen begrüßt wurden – eine Gastfreundschaft, die auf Zypern tief verwurzelt ist und ihre Ursprünge in alten Dorftraditionen hat, bei denen Gäste seit jeher mit großer Herzlichkeit empfangen werden.
Erkundung kulinarische Schätze mit dem Bedford– Bus
Unser heutiger Begleiter war ein nostalgischer Bedford-Bus, mit dem wir die schönsten Dörfer erkundeten. Fahrzeuge dieser Art waren vor allem in der Mitte des 20. Jahrhunderts weit verbreitet und sind heute ein Stück lebendige Verkehrsgeschichte.
Als erstes Ziel besuchten wir das Apfeldorf Kyperounta, das in den Troodos-Bergen liegt und für seinen Obstanbau bekannt ist. Eine Tradition, die sich durch das besondere Klima der Region über viele Generationen entwickelt hat. Dort besichtigten wir die traditionelle Dorfkirche, die unser Reiseleiter Antonis zunächst erst aufschließen musste – nicht ohne kleine Verzögerung, da der Schlüssel erst gefunden werden wollte. Kaum war die Tür geöffnet, machte sich jedoch prompt die Alarmanlage bemerkbar, was für einen unerwarteten, aber amüsanten Moment sorgte. Kirchen wie diese sind oft mehrere Jahrhunderte alt und spiegeln die lange religiöse Tradition der Insel wider, die stark vom orthodoxen Christentum geprägt ist.
In Agros erkundeten wir zuerst einen Familienbetrieb. Dieser zeigte uns die einzelnen Schritte der Herstellung von verschiedenen Marmeladen - vom schälen der Früchte bis hin zum Endprodukt im eigenen Hausladen. Solche familiengeführten Betriebe sind typisch für die Region und stehen für eine lange Tradition der Selbstversorgung und Handwerkskunst auf Zypern.
Nach kurzem Weg errichten wir die Rosenfabrik in der wir verschiedene Produkte aus Rosen getestet und erklärt bekommen haben.
Am Nachmittag gab es wieder ein leckeres und reichliches Meze- Essen in der Taverne in Agros.
Und da aller guten Dinge drei sind, fuhren wir mit dem Bedford-Bus noch zu einer familiengeführten Fleischerei, bei der die Herstellung der Spezialitäten gezeigt wurde und verkostet werden konnte.
Und da wir soo großen Hunger hatten, gab es am Abend wieder leckeres Abendbrot vom Buffet im Hotel.
Kultur im Troodos–Gebirge – mit Scheunenkirchen, Kyykos–Kloster und dem Dorf Kakopetria
Das Troodos-Gebirge präsentierte sich eindrucksvoll mit seinen historischen Kirchen und den darin enthaltenen eindrucksvollen Wandmalereien. Viele dieser sogenannten Scheunendachkirchen stammen aus byzantinischer Zeit und gehören heute sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die ruhige Atmosphäre dieser Orte machte den Besuch der Scheunendachkirchen besonders eindrücklich.
Das Wetter war auch gnädig zu uns, sodass es nur geregnet hat, als wir drinnen waren, und als wir rauskamen, lachte uns die Sonne durch die Wolken an.
In einem Café in den Bergen hatten wir auch alle eine amüsante Begegnung mit dem Ladenbesitzer, welcher viele echte oder auch ein bisschen „erfundene“ Geschichten uns erzählt hat – ganz in der Tradition der mündlichen Erzählkultur, die in den Bergdörfern Zyperns bis heute gepflegt wird.
Ein weiterer Höhepunkt war das bekannte Kykkos-Kloster in den Bergen, eines der reichsten und bedeutendsten Klöster der Insel, das im 11. Jahrhundert gegründet wurde und eng mit der orthodoxen Geschichte Zyperns verbunden ist. Besonders verehrt wird dort eine Ikone der Jungfrau Maria, die der Überlieferung nach vom Evangelisten Lukas gemalt worden sein soll.
Abgerundet wurde der Tag durch den Aufenthalt in einem traditionellen Dorf namens Kakopetria, das mit seinem besonderen Charme in Erinnerung bleibt. Mit seinen engen Gassen, alten Steinhäusern und seiner Lage am Fluss vermittelt es einen authentischen Einblick in das ländliche Leben vergangener Jahrhunderte.
Zwischen zwei Welten: Nikosia
Mit dem Besuch der geteilten Hauptstadt stand ein besonders spannender Abschnitt der Reise auf dem Programm. Die Kombination aus Geschichte, Kultur und aktueller politischer Situation machte diesen Tag besonders vielseitig – Nikosia ist bis heute die letzte geteilte Hauptstadt Europas, geprägt durch die Teilung der Insel seit 1974.
Nach kulturellen Eindrücken, beim Gottesdienst in der Nikosia Kirche und einem Museumsbesuch mit antiken Stücken – die die lange Geschichte der Insel von der Antike bis zur byzantinischen Zeit widerspiegeln – führte der Weg auch in den nördlichen Teil der Stadt. Dort erkunden wir die Selimiye-Moschee, die ursprünglich im 13. Jahrhundert als gotische Kathedrale erbaut und während der osmanischen Herrschaft im 16. Jahrhundert in eine Moschee umgewandelt wurde. Die Architektur vereint bis heute Elemente beider Epochen und macht die bewegte Geschichte der Stadt eindrucksvoll sichtbar.
Am Nachmittag blieb dann Zeit für eigene Erkundungen, bei denen man die besondere Atmosphäre der Stadt zwischen zwei Kulturen spüren konnte. Anschließend ging es weiter zum Hotel am Meer, wo Gelegenheit für Schwimmen oder einen entspannten Saunabesuch bestand – ein ruhiger Ausklang nach einem Tag voller Eindrücke.
Antike Stätten und lebendige Küstenstädte – Kurion und Limassol
An diesem Tag stand mit den antiken Ausgrabungen von Kurion ein bedeutendes Zeugnis der zypriotischen Geschichte auf dem Programm. Die Stadt zählt zu den wichtigsten archäologischen Stätten der Insel und reicht bis in die griechisch-römische Antike zurück. Besonders eindrucksvoll sind die hervorragend erhaltenen Mosaike in den ehemaligen Wohnhäusern, die Szenen aus dem Alltag und der Mythologie zeigen. Das große, halbkreisförmige Theater, das ursprünglich im 2. Jahrhundert v. Chr. erbaut und später von den Römern erweitert wurde, bot uns einen lebendigen Einblick in die damalige Kultur – umso mehr, als wir dort eine Aufführung einer örtlichen Schule erleben durften, die die Atmosphäre vergangener Zeiten eindrucksvoll widerspiegelte.
Im Anschluss führte uns die Reise zur mittelalterlichen Festung Kolossi Burg, die im 13. Jahrhundert von den Johannitern errichtet wurde. Die Burg spielte eine zentrale Rolle im Anbau und Handel des berühmten süßen Weins Commandaria, der als einer der ältesten namentlich bekannten Weine der Welt gilt. Bei einer Verkostung konnten wir uns selbst von seinem besonderen Geschmack überzeugen.
Weiter ging es in die Altstadt von Limassol, die mit ihren verwinkelten Gassen, lebhaften Märkten und dem historischen Hafen einen spannenden Kontrast zwischen Vergangenheit und Gegenwart bietet. Die Mischung aus venezianischen, osmanischen und britischen Einflüssen ist hier bis heute spürbar. Beim Erkunden blieb genügend Zeit, das lokale Leben zu beobachten und die besondere Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.
Die gelungene Verbindung aus archäologischen Highlights, mittelalterlicher Geschichte und lebendigem Stadtleben machte diesen Tag zu einem besonders abwechslungsreichen und eindrucksvollen Erlebnis.
Larnaca und die zypriotischen Spezialitäten
Der vorletzte Tag führte uns zurück nach Larnaca. Auf dem Weg passierten wir den bekannten Salzsee, der seit Jahrhunderten ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel wie Flamingos ist – doch leider zeigte sich uns keiner der eleganten Vögel.
Anschließend besichtigten wir die Lazarus-Kirche, ein bedeutendes orthodoxes Bauwerk aus dem 9. Jahrhundert, das dem biblischen Lazarus gewidmet ist und bis heute ein wichtiges religiöses Zentrum der Insel darstellt.
Im Mittelpunkt des Tages stand jedoch das Dorf Athienou, Heimat unseres Reiseleiters Antonis. Die Region ist seit jeher landwirtschaftlich geprägt und bekannt für ihre Käsetradition. Bei einer Vorführung erhielten wir Einblicke in die Herstellung von Halloumi, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Den frisch zubereiteten Käse konnten wir anschließend in gemütlicher Atmosphäre im Garten genießen.
Auch die Besichtigung der alten Getreidemühle sowie des Rathauses mit integriertem Museum vermittelte anschaulich das frühere Alltagsleben und die Entwicklung der Gemeinde.
Am Nachmittag ließen wir die Reise bei einem letzten traditionellen Meze-Essen in einer Taverne ausklingen.
Und dann hieß es leider schon wieder Kofferpacken, mit vielen Eindrücken aus Geschichte, Kultur und Alltag der Insel im Gepäck und einen schönen letzten Abend in und um das Hotel zu haben.
Heimreise
Am letzten Tag blieb noch Zeit für einen kleinen Spaziergang am Meer und letzte Einkäufe für Souvenirs, bevor es für unsere Berliner zuerst zum Flughafen ging. Am Nachmittag hieß es dann auch für die Leipziger und Dresden Αντίο. Zusammen verabschieden wir uns vom Hotelpersonal und zwei Gästen, die noch eine Nacht in Zypern länger verbrachten. Mit vielen schönen Erinnerungen, neuen Eindrücken und einer guten Portion Urlaubsstimmung wurde der Heimflug angetreten. Spät abends landeten alle wieder in Deutschland, zufrieden und voller Geschichten, die die Reise zu einem besonderen Erlebnis machten.
Vielen Dank für diese 10-Tage voller Lachen und gemeinsamen Eindrücken und hoffentlich bis bald!
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