Single Reise mit Hurtigruten MS Vesteralen vom 16.–28.04.26
Reisebericht: 16.04. – 28.04.2026
Die schönste Seereise der Welt bescherte uns erlebnisreiche Tage bei Sonnenschein, Sturm, Schneefall und mit starkem Wellengang. Jeder Tag brachte neue Überraschungen und wir genossen sie ........
Ein Reisebericht von
Ria Heilmann
Anreise nach Bergen am 16.04.2026
Der Streik der LH und der Ausfall unserer geplanten Flüge sorgte für Aufregung. Aber Eberhardt Travel löste das Problem souverän, buchte für alle Teilnehmer Ersatzflüge bei skandinavischen Fluggesellschaften und so erreichten alle 30 Singles mit ihrer Reiseleiterin die MS Vesteralen in Bergen planmässig zur Abfahrt. Das Einchecken im Hurtigruten Terminal war ganz entspannt und an Bord waren unsere Kabinen bezugsfertig. Nicht alle Koffer standen dort wo sie hingehörten, aber nach dem Abendessen war alles Gepäck "aufgespürt" und Erleichterung machte sich breit.
Die MS Vesteralen ist das älteste und kleinste Schiff der Hurtigruten Flotte und es wurde 1983 als Frachtschiff in Dienst gestellt. Es trägt den Namen des ersten Postschiffes DS Vesteraalen, mit welchem 1893 die Erfolgsgeschichte von Hurtigruten begann. Durch imfangreiche Umbauten 1988 und 1995 wurde das Schiff zu einem komfortablen Postschiff mit mehr Kabinen umgestaltet. Mit viel Holz, Messing und Glas in der Ausstattung hat es seinen klassischen Charme bewahrt und unterscheidet sich stark von den Schiffen, die zu Beginn der 2000er Jahre gebaut wurden.
Wir trafen uns nach dem Treffen beim Expeditionsteam auf Deck 5, um das Auslaufen in Bergen zu verfolgen und wir stiessen mit einem Glas Sail Away Champagner auf unsere bevorstehende Hurtigruten Reise an. Nun endlich konnte sich jeder in seiner Kabine einrichten und zu Bett gehen.
Alesund und der Hjorundfjorden am 17.04.2026
Der Morgen begann mit einem schmackhaften Frühstück und es hatte sich gleich ein Frühaufstehertisch organisiert. In Alesund machten wir einen kurzen Stopp und konnten diese wunderbare Stadt schon mal vom Schiff aus betrachten. Seit vorigem Jahr fahren die Hurtigrutenschiffe im April und Mai in den Hjorundfjorden zu einem erlebnisreichen Tagesausflug. Nach dem Mittagessen ankerte die MS Vesteralen vor dem kleinen Örtchen Urke im Hjorundfjorden und mit einem Tenderboot gelangten wir an Land. Es gab 2 Ausflüge - einen mit dem Bus und einen zu Fuss zu einer Sommeralm - und so konnten wir bei herrlichem Frühlingswetter die unberührte Natur geniessen. Zur Zeit leben 39 Personen in Urke und es gibt sogar einen kleinen Laden mit den Dingen des täglichen Bedarfs. Gegen 16 Uhr waren wir wieder alle an Bord und fuhren zurück nach Alesund. Von 18 bis 20 Uhr hatten wir Zeit, Alesund zu erkunden. Ein Grossteil unserer Gruppe erklomm mit mir den Hausberg Aksla mit 418 Stufen, andere gingen gleich ins Jugendstilviertel oder genossen einfach das Ambiente am Wasser. Alesund wurde nach einem Brand 1904 völlig zerstört und im Jugendstil wieder völlig neu aufgebaut. Kaiser Wilhelm II engagierte sich beim Wideraufbau und beschaffte das nötige Geld. Er wird deshalb noch heute in Alesund verehrt. Zurück an Bord stärkten wir uns beim leckeren Abendessen und genossen die Stunden an Deck in der Abendsonne.
Trondheim und Polarlichter am 18.04.2026
Nach dem Frühstück trafen wir uns auf Deck 5 zu einem Interessenpunkt. Das Expeditionsteam informierte über die Geschichte der Insel Munkholmen und dann kam auch schon die MS Nordkapp - sie hatte unseren Liegeplatz in Trondheim frei gemacht - und die Schiffe begrüßten sich mit lautem Hupen und die Passagiere mit Fahnen zu stimmungsvoller Musik. Danach legte MS Vesteralen in Trondheim an und wir begaben uns sogleich an Land für unseren Stadtrundgang durch Trondheim. Annike empfing uns mit einem Lächeln und führte uns sogleich ins Stadtzentrum, wo wir Stiftsgarden, die königliche Sommerresidenz, und den Marktplatz, der im Winter beheizt wird, erkundeten. Dann ging es weiter zum Nidarosdom und da führte uns Ingrid in das Innere des gewaltigen Kirchenbaus. Sie erzählte sehr anschaulich über die wechselhafte Geschichte, seine Zerstörung, den Wiederaufbau und den Neubau der großen Orgel. Wir waren alle beeindruckt vom Nidarosdom und machten viel zu viele Fotos. Auf dem Weg zurück zum Schiff besuchten wir die alte Stadtbrücke, schauten zu den Speicherhäusern an der Nidelven, erhaschten einen Blick auf den einzigartigen Fahrradlift und spazierten hinter den Speicherhäusern bis zu einer Brücke, die in den Fluss ragte. Auf der Nidelven waren viele Ruderboote zum Training unterwegs. Kurz vor dem Ablegen waren wir zurück auf dem Schiff und freuten uns schon auf das Mittagessen. Am Nachmittag gab es auf Deck 5 Miesmuscheln zu verkosten und das Expeditionsteam informierte über den vielleicht berühmtesten Leuchtturm Kjeungskjaer. Immer am Nachmittag trafen wir uns beim Expeditionsteam auf Deck 4 ganz hinten und da gab es Informationen zum Folgetag, eine kleine Auswertung mit Fotos vom aktuellen Tag, norwegische Musik und Kunst. Unser Abendessen nahmen wir heute zum ersten Mal an unseren reservierten Tischen als Wahlmenue ein. Bis 20.30 Uhr konnten wir unsere Tipps zur Uhrzeit für die Polarkreisüberquerung am folgenden Tag abgeben. Voller Eindrücke legten wir uns schlafen und ahnten noch nicht, dass es in der Nacht zweimal "Polarlichtalarm" geben würde. Wenn man gerade eingeschlafen ist, plötzlich ein Radio mit Musik angeht und eine zarte Stimme vermeldet, dass es Polarlichter gibt, ist man plötzlich hellwach, schnappt irgendwelche Kleidung und begibt sich mit dem Smartphone oder Fotoapparat an Deck . Das alles braucht eine gewisse Zeit und solange können die Nordlichter nicht immer warten ! Also bekamen wir nur die letzten grünen Schleier zu sehen und zu fotografieren. Später in der Nacht ertönte das Signal noch einmal, aber da gingen nur noch wenige an Deck. Besser hatte es eine Teilnehmerin unserer Gruppe erwischt - sie konnte nicht schlafen und ging an Deck spazieren. Nachts in Broynnesund bekam sie dann ein wunderbares Nordlichtspektakel zu sehen und zu fotografieren.
Polarkreisüberquerung, Bodö und Lofoten am 19.04.2026
Ein sehr langer und erlebnisreicher Tag stand uns heute bevor. Mit Spannung wurde die Überquerung des Polarkreises erwartet. Und 7:42:33 Uhr war es dann soweit. Mit einem lauten Signal fuhren wir an der Polarkreiskugel, die auf einer kleinen Insel steht, vorbei. Meine Schätzung der Uhrzeit lag wieder weit entfernt, aber einige Gäste unserer Eberhardt Gruppe lagen recht dicht an der tatsächlichen Uhrzeit. 10.30 Uhr trafen wir uns auf Deck 5 und begrüssten zunächst Njörd, den nordischen Meeresgott. Dann kam der Kapitän und verkündete den Sieger des Schätzwettbewerbes und zum 3. Mal hintereinander kam der Sieger im April wieder aus unserer Eberhardt Single Gruppe. Ihm wurde die vom Kapitän unterzeichnete Hurtigruten Fahne überreicht und er war danach der erste Täufling, der eine Kelle Eiswürfel in den Kragen geschüttet bekam. Danach liessen sich fast alle Passagiere taufen und nun konnte mit unserer Reise in den arktischen Gewässern nichts mehr schief gehen - so dachten wir zumindest. Nach dem Mittagessen hatten wir reichlich 2 Stunden Zeit für Bodö, die einstige Kulturhauptstadt Europas, die inzwischen auch im europäischen Fussball für Schlagzeilen gesorgt hatte. Einige Gäste nahmen an einer Küstenwanderung teil, andere fuhren mit dem Bus zum stärksten Gezeitenstrom, ein Grossteil erkundete Bodö mit mir zu Fuss, aber das absolute Highligth war die RIB Bootsfahrt zum Gezeitenstrom. Nach dem Ablegen in Bodö folgte die offene Seestrecke über den Westfjord hinüber zu den Lofoten. Das Meer war spiegelglatt und so erreichten wir ganz entspannt den Lofotenhafen Stamsund an der Lofotenwand. Beim Einlaufen in den nächsten Lofotenhafen Svolväer tummelten sich 3 Schwertwale dicht neben unserem Schiff. In Svolväer hatten wir ca. eine Stunde Zeit und die reichte gut für den Besuch der Magic Ice Bar gleich neben der Anlegestelle. Wunderschöne Eisskulpturen sind dort zu bewundern, aber auch eine Eisrutschbahn kann getestet werden und dazu gibt es einen Drink in einem Eisglas. Nach Svolvaer befuhr unser Schiff eine enge Passage bis hin zum Eingang des Trollfjordes. An Deck gab es den legendären Trollknäert in einer Trolltasse und gegen 23.30 Uhr verharrte unser Schiff, der Eingang zum Trollfjort wurde angeleuchtet von der Brücke und wir genossen die absolute Stille. Dann endlich war es Zeit, schlafen zu gehen.
Tromsö am 20.04.2026
Heute konnten wir ausschlafen. Das Treffen mit dem Expeditionsteam war schon am Vormittag und nach dem Mittagessen befuhren wir Rysströmen, den stärksten Gezeitenstrom, der von großen Schiffen passiert werden kann. Dann kam schon bald in der Ferne die arktische Hauptstadt Tromsö in Sicht und wir legten am Hurtigruten Terminal an. Fast alle Gäste unserer Gruppe nahmen am Eberhardt Ausflug teil und der begann direkt am Terminal mit dem Bus. Zwei waschechte Tromsöer - Fahrer Rude und Reiseleiter Jorgen - waren unsere fachkundigen Begleiter. Das Festland mit der Eismeerkathedrale erreichten wir durch den 4 km langen Tunnel, da die Brücke saniert wird und für den Verkehr gesperrt war. Der Besuch der Eismeerkathedrale ist immer ein Erlebnis und ganz besonderns für die Gäste, die dieses Bauwerk zum ersten Mal sehen. Diese evangelisch-lutherische Parrkirche wurde 1965 am Festland gebaut und wurde schnell zum Wahrzeichen Tromsös. Sie ist aber keine Kathedrale - diese steht im Zentrum der Stadt auf der Troms Insel.
Zurück auf die Insel mussten wir wieder durch den Tunnel fahren und dann ging es weiter bis zur äussersten Spitze der Insel, wo sich der Flughafen Tromsös befindet. Auch das große Universitätsklinikum, die Seefahrtsschule und die längste Strasse der Stadt lernten wir kennen auf der Rundfahrt. Im kleinen Stadtzentrum sahen wir die neue Bibliothek, das Rathaus, Polaria und viele Skulpturen in Parks und auf Plätzen. Danach besuchten wir das Polarmuseum mit einer sehr anschaulichen Präsentation zum Leben in Svalbord (Spitzbergen) und zum Wirken der berühmten Polarforscher Roald Amundsen und Fridtjov Nansen. Nach einer kleinen Rundfahrt durch das Stadtzentrum endete unsere Besichtigung am Hurtigruten Terminal und da hatten wir noch Freizeit bis zum Ablegen unseres Schiffes. Am Abend nahm der Wellengang spürbar zu und kündete die Wetteränderung an.
Ungeplanter Seetag am 21.04.2026
Heute stand einer der Höhepunkte unserer Reise auf dem Programm - der Besuch des Nordkaps. Frühstück gab es deshalb von 7 bis 9.30 Uhr und von 10 bis 13 Uhr war ein Brunch geplant. An Deck war es sehr ungemütlich, hohe Wellen und Sturm begleiteten die MS Vesteralen. Lange war unklar ob die Busse zum Nordkap fahren können wegen des Sturmes. 10.50 Uhr kam dann die Nachricht, dass wegen des starken Westwindes in Honningsvag nicht angelegt werden kann und so platzte unser Traum vom Nordkap !!
Das Expeditionsteam organisierte kurzerhand einen Vortrag über die Samen in deutsch und Mittagessen gab es nun von 12 bis 13 Uhr.
Aber der starke Wellengang liess keinen großen Appetit zu. 15 Uhr wurde kostenlos Apfelkuchen und heisse Schokolade im Bistro angeboten und anschliessend lief der interessante Film über den Pomorenhandel. 16.30 Uhr trafen wir uns zur Info beim Expeditionsteam und da gab es auch eine Information zum erwarteten Seegang in der Nacht. Beim Abendessen waren schon nicht mehr alle Gäste unserer Gruppe anwesend und in der Nacht gab es Schneefall und der Wellengang wurde noch stärker.
Kirkenes und Wendepunkt der Reise am 22.04.2026
Pünktlich 9 Uhr erreichten wir Kirkenes bei starkem Wind und Schneefall. Es wurden verschiedene Ausflüge angeboten und ich nahm mit einem Großteil unserer Eberhardt Gruppe am Ausflug zum Schneehotel teil. Reiseleiterin Svenja aus Franken begleitete uns und von ihr erfuhren wir vieles zum Leben im Dreiländereck Norwegen, Finnland und Russland. Zum Areal des Schneehotels gehören das alte Schneehotel, ein neues kleines Übergangsschneehotel, ein Rentiergehege und die Schlittenhundestation. Das alte Schneehotel lässt man schmelzen und baut es tiefer liegend wieder neu auf im nächsten Winter und so durften wir uns auch in die noch vorhandenen Betten legen. Im Restaurant gab es dann einen heissen Beerensaft und eine Wurst. Danach besuchten wir die Schlittenhunde, die nun bis zum nächsten Winter "Pause" haben, denn es gab nicht mehr genügend Schnee. Die Hunde freuten sich aber über Kuscheleinheiten von uns Besuchern. Bei den Rentieren konnten wir beim Füttern helfen und Svenja erzählte über das Leben der Rentiere in den samischgen Familien. Auf der Rückfahrt gab es einen Fotostopp mit Blick auf Kirkenes und zu einem ehemaligen Grenzhäuschen mit einem norwegischen und einem russischen Grenzpfosten. Als wir an Bord zum Mittagessen ins Restaurant kamen, waren die Schotten schon dicht gemacht und das liess uns erahnen, was uns in den nächsten Stunden und der Nacht bevorstand.
Nach dem Mittagessen trafen wir uns beim Expeditionsteam, es wurden die Ausflüge für die nächsten beiden Tage vorgestellt und es gab eine Warnung vor starkem Seegang. Viele Gäste zogen sich in ihre Kabinen zurück. Die Häfen in der Barentsee konnten nicht angelaufen werden. Das Abendessen wurde auf 19 Uhr verschoben, aber da war noch immer sehr starker Wellengang und nur wenige Gäste trauten sich ins Restaurant. Die Crew bot alle erdenkliche Hilfe an und begleitete die Passagiere auf Wunsch von der Kabine ins Restaurant. Aber nur wenige Gäste hatten Freude am Essen und genossen die russischen Spezialitäten.
Hammerfest und Tromsö um Mitternacht am 23./24.04.2026
Am Morgen legte MS Vesteralen planmässig 6 Uhr in Honningsvag an und war so wieder im Fahrplan südgehend. Zum Frühstück erschienen nach und nach unsere Gäste wieder, aber das Meer war noch immer aufgewühlt. Martin vom Expeditionsteam informierte uns, dass in der vergangenen Nacht in der Spitze 9 Meter hohe Wellen und ein Seegang mit Windstärke 10 gemessen wurden. Heute waren 114 Passagiere und 50 Besatzungsmitglieder an Bord. Die genaue Passagierzahl konnte man immer auf dem Display am Ausgang ablesen. Der Interessenpunkt an Deck 5 zum norwegischen Erdöl und Gas musste leider wegen zu starkem Wind ausfallen.
Gegen Mittag erreichten wir Hammerfest und wir konnten wieder in der Stadtmitte am Hurtigrutenkai anlegen. Wir gingen gleich von Bord und machten einen kleinen Rundgang zur Kirche, die heute geöffnete hatte, und dann weiter zum Eisbärenclub. Leider regnete es sehr stark und so reichte die eine Stunde Aufenthalt gerade für das Stadtzentrum. 14 Uhr gab es einen interessanten Vortrag in deutsch zur Geschichte der Hurtigruten. Derweil nahm der Wellengang wieder zu und so wurde das Treffen mit dem Expeditionsteam verkürzt.
Beim Abendessen wurden wir mit samischen Speisen verwöhnt und dazu passte eine Hörstunde samische Musik um 22 Uhr. So konnte die Zeit bis zum Anlegen in Tromsö um Mitternacht gut überbrückt werden. Gleich nach dem Anlegen begaben wir uns zu Fuss in die Domkirche von Tromsö und dort verzauberten uns 3 Musiker mit norwegischen Weisen. Es war ein Ohren- und Augenschmaus und gegen 1 Uhr morgens spazierten wir durch das festlich beleuchtete Tromsö zurück zum Schiff.
Vesteralen und Lofoten am 24.04.2026
Heute morgen erreichten wir den Hafen von Harstad auf den Vesteralen. Hier konnte man von Bord gehen und mit dem Bus das Vesteralen Archipel erkunden. In Sortland kamen die Ausflügler wieder an Bord und kurz vor Sortland auf einer Brücke konnte man die MS Vestalen sehen. Beim nächsten Halt in Stokmarknes war Zeit, das private Hurtigrutenmuseum mit der alten Finnmarken zu besichtigen. Nach dem Ablegen in Stokmarknes erreichte unser Schiff die schmale Passage des Raftsundes. Bei herrlichem Sonnenschein konnten wir die Fahrt an Deck geniessen und die unterschiedlichen Felsformationen ganz aus der Nähe betrachten. Im Raftsund begann auch der Ausflug zur Seeadlersafarie. Ein kleines Boot legte steuerbord an und die Ausflügler gingen an Bord. Sogleich kam der erste Schwarm Möven und auch die ersten Seeadler begleiteten das Boot. Wir fuhren weiter Richtung Eingang zum Trollfjord und warteten dort auf die Rückkehr des Ausflugsbootes, das immer noch von den Seevögeln begleitet wurde. An Bord der MS Vesteralen gab es dann das Abendessen etwas früher, damit wir gleich nach dem Anlegen zu unserem Ausflugsbus gehen konnten. Der Eberhardt Ausflug über die Lofoten vom Hafen Svolväer zum Hafen Stamsund wurde von der jungen Französin Isoe und Fahrer Ingwe begleitet und wir lernten unterwegs die so typischen Wetterkapriolen der Lofoten kennen. Die Rundfahrt begann bei schönem Wetter mit guter Aussicht auf die abwechslungsreiche Landschaft der Lofoten auf der grossen Insel Austvagoya, dann streiften wir kurz die Insel Gimsoya und erreichten schliesslich Vestvagoya. Wir machten einen Fotostopp und sahen schon in der Ferne die imposante Kirche von Borg. In Borg war unser Ziel das Wikinger Museum mit seinem rekonstruierten Langhaus. Wir wurden von Vanessa zur Führung empfangen und begaben uns sogleich wieder hinaus in den Schneesturm, um hinauf zum Langhaus zu gelangen. Im Festsaal nahmen wir Platz und bei einem Glas Med und Trockenfisch Snacks erzählte uns Vanessa die Geschichte der Entdeckung der Wikinger Siedlung und über das bislang erforschte Leben der Wikinger von 500 bis ca. 1000 unserer Zeitrechnung. Anschliessend konnten wir die Ausstellungen im Langhaus selbst erkunden und später unten im Museum einen interessanten Film sowie die vielen Artifakte uns anschauen. Man hatte eigens für unsere Gruppe das Museum geöffnet und auch im Museums Shop konnten wir noch einkaufen. Draussen war während unseres Museumsbesuches der Winter zurück gekehrt und so führte unsere Fahrt zum Hafen Stamsund durch eine zauberhafte Winterlandschaft. Pünktlich 22.30 Uhr gingen wir wieder an Bord der MS Vesteralen.
Polarkreisüberquerung südwärts und die Helgelandküste mit dem Torghatten am 25.04.2026
Am Vormittag verliessen wir die Arktis und überquerten den Polarkreis südwärts. Dazu gab es vom Kapitän an Deck 5 einen Löffel Lebertran mit den wichtigen Omega 3 Fettsäuren. Den Löffel gab es als Souvenir dazu. Unsere Fahrt ging vorbei an der berühmten Bergkette der 7 Schwestern, aber die ziehrten sich heute und nur eine schaute schüchtern durch die Wolkendecke. Am Nachmittag erreichten wir Broynnesund in der Mitte Norwegens. Dort befindet sich das Register Norwegens, der größte Arbeitgeber der Stadt. Ganz in der Nähe ist der berühmte Torghatten, der eng mit der Geschichte der 7 Schwestern und dem Hestman verbunden ist. Wir nahmen am Ausflug zum Torghatten teil und stiegen die ca. 1000 von nepalesischen Sherpas gebauten Stufen hinauf zum gewaltigen Loch im Torghatten. Das Felsloch ist 160 m lang und 35 Meter hoch, sodass unsere MS Vesteralen darin Platz hätte. Unsere Wanderung wurde von einem Graupelschauer und später Sonnenschein begleitet und so konnten wir die Aussicht auf die vielen Inseln der Helgelandküste geniessen. Zurück an Bord gab es gleich den Abschiedsempfang des Kapitäns in der Bar auf Deck 7 und anschliessend das festliche Abschiedsabendessen. Danach wurden 2 Führungen über das Schiff angeboten, bei denen man die verschiedenen Räume besuchen konnte, die sonst für Passagiere nicht zugänglich sind.
Trondheim und Kristiansund am 26.04.2026
Bereits 6.30 Uhr legten wir heute morgen in Trondheim an. Nach einem kurzen Frühstück gingen viele Gäste mit mir auf eine morgentliche Erkundungstour durch Trondheim. Wir besuchten das Denkmal für Leif Eriksson. Er war der erste Wikinger, der eine Handelsverbindung zwischen Island, Schottland und Norwegen schuf. Um das Jahr 1000 erreichte er als erster Europäer Neufundland und nannte es Vinland und er ist somit der Entdecker Amerikas. Weiter ging unser Spaziergang zur Marina, wo u.a. ein interessantes U-Boot zur Erforschung des Trondheim Fjordes lag. Beim Einergiehaus konnten wir dem "Betanken" eines Stadtbusses zuschauen und über die grosse Bahnbrücke gelangten wir in die Altstadt. Unterwegs kam der Wunsch nach frischen Zimtschnecken auf, aber so früh am Sonntagmorgen hatte leider noch kein Bäcker geöffnet. Unsere Runde führte noch einmal über den Marktplatz, zum Nidarosdom, zur alten Stadtbrücke und dann wieder zurück zum Schiff. In Trondheim waren viele Passagiere von Bord gegangen und so waren wir nur noch 77 !! Wir gönnten uns ein zweites Frühstück und beim Auslaufen kam uns die MS Nordnorge entgegen. Am Vormittag gab es dann beim Expeditionsteam die Informationen zur Ausschiffung in Bergen und anschliessend noch einmal 2 Termine zur Brückenbesichtigung mit dem Kapitän. Das geht wirklich nur bei so wenigen Passagieren an Bord und ist ein echter Mehrwert für die MS Vesteralen. 14 Uhr beim Treffen mit dem Expeditionsteam kam schon echte Abschiedsstimmung auf. In Kristiansund nutzten wir die eine Stunde Liegezeit für einen Spaziergang um das Hafenbecken zur Klippfischfrau und zu Heringsjungen. Zum Abendessen um 19 Uhr gab es nur noch eine Sitzung bei den wenigen Passagieren und wir genossen ein letztes Mal den ausgezeichneten Service und das fantastische Essen. Wir bedankten uns ganz persönlich als Gruppe beim Küchenteam und dem Service mit einem Trinkgeld.
Nach 21 Uhr trafen wir uns in der Bar auf Deck 7 zur Versteigerung zu Gunsten des Hurtigruten Fonds. Die Original Postschiff Flagge, eine Origalzeichnung eines norwegischen Künstlers, eine Seekarte von der Brücke und klassische Serviettenringe wechselten die Besitzer und es wurde eine stattliche Summe gespendet.
Ankommen in Bergen und Stadtrundgang am 27.04.2026
Nun war er gekommen, unser letztes Tag an Bord. Wir genossen noch einmal das Frühstück und verliessen unsere Kabinen bis 10 Uhr. Die Koffer stellten wir vor die Kabinentür und fleissige Matrosen brachten sie später von Bord. Am Vormittag wurden die Rückflüge online eingecheckt und die Tax Free Formulare ausgefüllt. Das Expeditionsteam lud zu einer Hörstunde norwegischer klassischer Musik ein. Nach dem Mittagessen kam der Kapitän mit den Offizieren zu einer Fragestunde zum Expeditionsteam und da wurden alle noch offenen Fragen besprochen und die Reise ausgewertet. Bei der Einfahrt nach Bergen tauchte neben unserem Schiff ein U-Boot auf und dann legte die MS Vesteralen ganz pünktlich 14.45 Uhr am Hurtigruten Terminal in Bergen an. Viele Mitarbeiter gingen mit uns von Bord und die neuen Mitarbeiter standen schon zum Einsteigen bereit. Ein letztes Mal erklang "Good Bye" beim Auschecken und nun war unsere Kabinenkarte ungültig gemacht - schade !
Unten am Kofferband nahmen wir unser Gepäck entgegen und brachten es zum Bus. Zuvor gab es aber noch eine herzliche Verabschiedung von Martin, dem Chef des Expeditionsteams.
Nach kurzer Fahrt erreichten wir das Zander K Hotel gleich neben dem Bahnhof in Bergen. Wir checkten ein, brachten unsere Koffer auf die Zimmer und trafen uns sogleich wieder zur Stadtbesichtigung. Angela starte mit der ersten Gruppe, aber die zweite Stadtführerin hatte den Termin verbummelt. Nach einigem Warten schlossen wir uns der ersten Gruppe an und machten die Stadtbesichtigung gemeinsam. Angela , eine ausgewanderte Deutsche, zeigte uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum und berichtete sehr anschaulich über das tägliche Leben und das Miteinander in Norwegen. In Bryggen standen wir vor 2 berühmten Bäckereien und da war endlich Zeit für die legendären norwegischen ZImtschnecken. Ich kaufte alle Vorräte an Zimtschnecken der einen Bäckerei auf und wir nahmen sie mit hinauf auf den Floyen. An der Talstation der Floyenbahn verabschiedeten wir uns von Angela und jeder löste sein Ticket. Oben auf dem Floyen in der Abendsonne schauten wir noch einmal zu unserer MS Vesteralen und über die Stadt Bergen. Wir setzten uns auf die Stufen und genossen jeder eine Zimtschnecke. Danach nutzte jeder die Zeit am Berg nach seinen Vorstellungen und ein Gast ging mit mir zu Fuss hinunter in die Stadt und zurück ins Hotel. Im Foyer des Zander K Hotels konnte man kostenlos Kaffee, Tee und Wasser bekommen. Wir trafen uns nach und nach an einem langen Holztisch und liessen diesen schönen Tag gemeinsam ausklingen.
Heimflug am 28.04.2026
Heute konnte jeder nochmal ausschlafen, das Frühstück im Hotel geniessen und die Zeit bis z7ur Abfahrt individuell gestalten. Viele gingen nocheinmal durch Bergen zu Fuss und machten Fotos in der Morgensonne. Dann brachte uns der Bus zum Flughafen. Dort konnten wir nach einigen Hin und Her doch am Schalter der Lufthansa unser Gepäck aufgeben. Unser Flug nach Frankfurt war ganz pünktlich und dort verabschiedeten wir uns in Etappen von einander. Unser Flug nach Dresden ware ebenfalls ganz pünktlich es gab anlässlich 100 Jahre Lufthansa für jeden Passagier einen Kugelschreiber und einen Minikuchen. Privat oder mit dem Haustürtransfer erreichten wir unsere Wohnorte am Dienstagabend ganz planmässig.
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