Norwegen–Kreuzfahrt mit MS Finnmarken zum Nordkap
Reisebericht: 15.05. – 29.05.2026
„Sternenlichtregen“ – dieser Begriff steht in der Literatur häufig für das helle, klare Licht des Nordens, das die große Faszination Skandinaviens ausmacht. Wir gehen auf die Reise, es zu entdecken…
Ein Reisebericht von
Heike Wagner
1. Tag: 15.05.2026 – Bus–Anreise nach Hamburg – Einschiffung
Hamburg mit seinen historischen Vierteln, den berühmten Fleeten, die der Stadt den Namen „Venedig des Nordens“ bescherten, seiner Waterfront mit den eleganten Elbvororten Blankenese und Oevelgönne und den großzügigen Parkanlagen rund um die Alster gehört zu den schönsten Städten Deutschlands. Die Hansestadt empfängt uns mit strahlenden Sonnenschein und zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Doch wir haben heute nur ein Ziel vor Augen: Unser Hurtigruten-Schiff MS Finnmarken. Der Reisebus kommt pünktlich am Cruise-Terminal Altona an, unsere Reisebegleitung erwartet uns bereits und schnell ist das Gepäck entladen. Der Check-In verläuft reibungslos und so sind wir im Handumdrehen auf unseren Kabinen. Danach haben wir die obligatorische Sicherheitseinweisung und dann machen wir uns auf, um das schöne Schiff kennenzulernen. Um 18 Uhr heißt „Leinen los“ und wir fahren elbabwärts, unsere Kreuzfahrt Richtung Norwegen startet! Während wir im Abendlicht auf der Elbe entlang gleiten, genießen wir unser erstes gemeinsames Abendessen und lassen den Abend dann in der Panorama-Bar 1893 ausklingen.
2. Tag: 16.05.2026 Esbjerg
Als wir am Morgen das dänische Esbjerg ansteuern, erblicken wir zuerst vier weiße Riesenfiguren: Die „Menschen am Meer“, die sehnsüchtig in die Ferne blicken, gelten als das Wahrzeichen der Stadt. Der Hafen an der windgepeitschten Westküste Jütlands vereint maritime Tradition mit quirligem modernen Leben. Wir liegen ganz zentral und können zu Fuß in das Zentrum bummeln oder die weitverzweigten Hafenanlagen entdecken. Manche Gäste machen einen Ausflug nach Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks, andere nehmen an der geführten Stadtbesichtigung teil. Kleine Lokale bieten die Möglichkeit, den dänischen Klassiker Smørrebrød oder leckeres Gebäck zu kosten. Unmittelbar am Rand des UNESCO-geschützten Wattenmeer-Nationalparks gelegen – Dänemarks größtem Naturreservat – eröffnet sich hier in Esbjerg eine
Landschaft aus wechselnden Gezeiten, weiten Sandflächen und dem unendlich wirkenden nordischen Himmel.
Am Mittag nehmen wir Abschied von der dänischen Westküste und es geht nach Norden, Richtung Norwegen. Am Nachmittag stellt das legendäre Hurtigruten-Expeditionsteam die Ausflüge vor und wir erfahren vieles über die bevorstehende Reise und die Abenteuer, die vor uns liegen.
Ein spezieller zusätzlicher Vortrag erfolgt am Spätnachmittag: Morgen wird im ganzen Land der norwegische Nationalfeiertag begangen und die geplanten Ausflüge fallen aus. Aber dafür erwarten uns zahlreiche Aktionen, Konzerte und Paraden, sodass wir uns auf ein außergewöhnliches Erlebnis freuen können.
Der Abend klingt aus beim gemeinsamen Abendessen, wer danach noch nicht müde ist, besucht die Kapitänsvorstellung in der Panoramabar auf Deck 8.
3. Tag: 17.05.2026 Stavanger und Fahrt in den Lysefjord
Stavanger, die Ölhauptstadt am Lysefjord, lebt von seiner Fischerei- und Ölindustrie. Schön ist schon die Einfahrt durch die Schären - und heute gibt es noch ein besonderes Highlight: Wie ein Fels erhebt sich die riesige Queen Mary 2 an der Pier und nimmt die Aussicht auf Gamle Stavanger. Das romantische alte Stadtzentrum hat über 170 alte Holzhäuser, die zu den besterhaltendsten Europas gehören und trägt stolz den Titel UNESCO Welterbe. Schön ist auch die prächtige Kathedrale Stavanger Domkirk aus dem 12. Jahrhundert, außerdem lockt ein Besuch des Norwegischen Erdölmuseums. Unser Liegeplatz ist ganz zentral und so gelangen wir zu Fuß in das Zentrum, um durch die schmalen Gassen zu bummeln und auch die berühmte Straße Øvre Holmegate mit ihren bunten Häusern und den lebhaften Cafės zu genießen. Heute ist der 17. Mai, der norwegische Nationalfeiertag und die ganze Stadt steht Kopf. Alle Ausflüge sind abgesagt und wir machen einen gemeinsamen Spaziergang, um das lebhafte Treiben zu sehen. Alle Frauen tragen Trachten, die Männer elegante Anzüge, es gibt Kinderparaden, Musikumzüge, Konzerte und überall wird gefeiert. Häuser und Gaststätten sind mit der Nationalflagge geschmückt und es herrscht eine fröhliche Atmosphäre. Wir freuen uns sehr, dass wir bei diesem besonderen Ereignis dabei sein können. Es ist überwältigend zu sehen, mit welcher Liebe für ihr Heimatland die Norweger diesen feierlichen Tag begehen.
Doch heute erwartet uns noch ein weiterer Programmpunkt: nach dem Abendessen biegen wir in den 42 km langen Lysefjord, vorbei am „Predigerstuhl“, dem über 600 Meter hohen Aussichtspunkt Preikestolen. Atemberaubend ist der Anblick der steilen und senkrecht abfallenden Klippen, und das Expeditions-Team serviert uns auf Deck 5 leckeren Apfelpunsch, das macht das Erlebnis noch schöner!
4. Tag: 18.05.2026 Bergen mit Stadtrundgang
Obwohl Bergen als eine der regenreichsten Städte Norwegens gilt, empfängt es uns heute mit Sonnenschein. Wir machen gemeinsam einen Stadtrundgang mit dem örtlichen Reiseleiter Hans-Joachim und lernen dabei viel Wissenswertes über die alte Hansestadt und ihre Geschichte. Die ehemalige norwegische Hauptstadt mit ihren 300.000 Einwohnern ist eine der malerischsten Städte Norwegens. Berühmt ist das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Viertel Bryggen mit seinen bunten hölzernen Speicherhäusern aus dem 14. Jahrhundert, die heute zahlreiche Läden und Lokale beheimaten. Die Standseilbahn, deren Talstation mitten in der Stadt liegt, führt hinauf zum Berg Fløyen. Von hier oben bietet sich ein einzigartiges Panorama über die Stadt und umliegenden Bergzüge. Am Ende des Hafenbeckens erstreckt sich der legendäre Fischmarkt. Frisch gefangene Fische werden hier verarbeitet und verkauft und mehrere Restaurants bieten die Köstlichkeiten an.
Nach dem Abendessen freuen wir uns auf die Passage durch den Radfjord, sie beginnt an der Nordhordland-Brücke. Der Fjord ist mit einer Tiefe von über 210 Metern ein hervorragendes Gebiet für den Garnelenfang. Von Tjuvholmen im Süden bis zum Bongnestraumen im Norden gilt das Gewässer zudem als äußerst fischreich.
3. Tag: 19.05.2026 Fjordfahrt
Nach dem so reizvollen und lebhaften Bergen genießen wir heute einen Seetag entlang der norwegischen Küste. Das Wetter meint es gut mit uns und so erfreuen wir uns an den herrlichen Landschaften mit ihren kleinen Inseln, traumhaften Fjorden und malerischen Buchten im strahlenden Sonnenschein. Mit Glück erspähen wir sogar einen der majestätischen Seeadler, die hier in dieser geschützten Region, abseits der großen Kreuzfahrtlinien, ein beschauliches Leben führen. Die Reederei begann Ende des 19. Jahrhunderts, die Region nördlich von Trøndelag zu befahren, was damals noch als maritimes Neuland galt. Auch heute verkehren nur wenige Schiffe zwischen den nvielen Schären, Inselchen und engen Fjorde, was gerade die Faszination dieses Gebietes ausmacht. Die Fahrtstrecke Hustadvika ist ca. 10 Seemeilen lang, ein offenes Gebiet zwischen Molde und Kristiansund. Es gilt wegen seiner flachen Gewässer mit zahlreichen Riffen als sehr gefährlich und erfordert hohe Konzentration und Erfahrung von Kapitän und Offizieren.. Während der Passage sehen wir die zahlreichen Leuchttürme und Markierungen, die die Schiffe sicher durch dieses anspruchsvolle Fahrtgebiet führen sollen. Wir begegnen auch einem Schiff der Havila-Flotte, die seit einigen Jahren ebenfalls - zusätzlich zur klassischen Hurtigrute - die Postschifflinie betreibt. Obwohl es die Konkurrenz ist, begrüßen wir sie freundlich mit drei tiefen Typhon-Tönen und werden ebenso höflich zurückgegrüßt.
Am frühen Abend nähern wir uns dann dem Leuchtturm Kjeungskjæret, dem markanten achteckigen Steinturm, der seit 1880 als maritimes Wahrzeichen gilt. Während wir den leuchtend roten Turm fotografieren, gibt es auf Deck 5 eine kurze Information, sodass wir mehr über das Leben der Leuchtturmwärter erfahren, die einst auf diesem einsamen Felsen lebten und arbeiteten.
Neben all den wunderschönen Landschaftserlebnissen dieses sonnigen Tages gibt es auch ein weites Programmangebot an Bord. So erwartet uns im Außenbereich aufmDeck 8 eine Verkostung von Fenalår, dem traditionellen gepökelten Lammfleisch, von dem sich die Küstenbewohner schon seit Jahrhunderten ernähren,und Aquavit, der Schnaps, der danach der Verdauung dient. In der Bar 1893 kann man regionale Biersorten probieren, Wir können an einem Wettspiel teilnehmen, bei dem jeder seinen Tipp abgibt, wann wir morgen den Polarkreis überqueren. Dem Sieger winkt ein kleines Geschenk. Der Vortragsraum lockt mit unterhaltsamen und interessanten Themen wie einem Fotoworkshop, typisch norwegischen Souvenirs und anschaulichen Erklärungen über das Licht der Mitternachtssonne und die Entstehung der Aurora Borealis.
Traumhaft schön sind auch die Abendstunden, wo wir in der goldenen Abendsonne durch die wunderschöne Landschaft gleiten. Was für ein Tag!
6. Tag: 20.05.2026 Traena–Archipel
Weit draußen auf dem Meer, rund 33 Seemeilen (65 km) vor der norwegischen Helgelandskysten liegen die 400 spektakulären Inseln, Felsen und Holme der Inselkommune Træna. Ein raues und scheinbar unzugängliches Paradies am Rande der Zivilisation, direkt auf dem Polarkreis. Lediglich die vier Inseln Husøy, Selvær, Sanna und Sandøy sind besiedelt, obwohl Træna zu den ältesten Fischersiedlungen von Norwegen zählt. Naturliebhaber und Abenteurer werden von der abgelegenen Region magisch angezogen, Wandern, Paddeln oder Vogelbeobachtung locken.
Schon die Einfahrt in den Hafen von Husøy ist bei dem herrlichen Wetter sehenswert, der blaue Himmel strahlt über den grünen Wiesen, die majestätischen Felsen und die bunten Holzhäuser spiegeln sich im Wasser. Im Hintergrund entdecken wir schneebedeckte Gipfel. Die heutigen Ausflüge bringen uns die Sehenswürdigkeiten und Traditionen der Insel näher. Im Dorf wird extra für uns die Kirche und das pittoreske Museum geöffnet, ein kleiner Spaziergang führt zur Petter-Dass-Kapelle oder wir trinken einen Kaffee im „Aloha“, der berühmten Dorfgaststätte. Gäste, die Ausflüge gebucht haben, machen eine Wanderung, einen kulturellen Spaziergang oder eine Bootstour durch die Inselwelt des Archipels. Wir anderen treffen uns an der Gangway und bummeln zur Kirche und durch den Ort, immer wieder bieten sich Blicke auf den malerischen Hafen und die niedlichen kleinen Häuser. MS Finnmarken überragt sie alle und so sehen wir von überall den Schornstein mit dem Hurtigruten-Logo.
Auf der Weiterfahrt geht es vorbei am alten Handelsposten Selsøyvik, der schon seit 1777 ununterbrochen in Betrieb ist. Er wurde 1942 unter Denkmalschutz gestellt, die ältesten Gebäude sind über 200 Jahre alt. Kurz nachdem wir Selsøyvik passiert haben, sehen wir auf den Schären um Rødøya einige Installationen moderner Kunst.
Am späten Abend kam noch die Durchsage, dass eine Schar Delfine unser Schiff begrüßt, aber da lagen wir schon im Bett…
Die Strecke Richtung Norden führt uns heute auch über den nördlichen Polarkreis. Wir freuen uns schon auf morgen früh, dann wird eine zünftige Polartaufe gefeiert!
7. Tag: 21.05.2026 Einfahrt Trollfjord und Insel Senja
Frühaufsteher werden heute mit einem Super-Erlebnis belohnt: morgens gegen 5.30 Uhr biegen wir ein in den engen Trollfjord, zum ersten Mal in diesem Jahr wagt der Kapitän die Einfahrt. Herrlicher Sonnenschein begleitet uns, mystisch schwebt der Morgennebel über dem Wasser und steigt langsam an den Hängen auf. Wir halten den Atem an, als wir an den gigantischen Felshängen vorbeigleiten, manchmal denken wir, man braucht nur die Hand auszustrecken über der Reling und kann die Felsen berühren. Die schneebedeckten Gipfel spiegeln sich im ruhigen Wasser und es ist ein einzigartiges Erlebnis, durch diese felsige Enge zu manövrieren.
Bei der Weiterfahrt werden wir vom Nebel eingehüllt, aber das kann die Stimmung nicht trüben: Polartaufe ist angesagt auf Deck 7! Bei diesem Spektakel bleibt kein Auge trocken, grell sind die Schreie der Täuflinge, denen mit der Suppenkelle Eiswürfel in den Kragen gekippt werden. Da kann nur ein Schnaps helfen - und der wird zünftig ausgeschenkt vom eifrigen Servicepersonal.
Wir setzen die Fahrt fort Richtung Senja, sie ist die zweitgrößte Insel Norwegens und an landschaftlicher Schönheit kaum zu übertreffen. Ihre Nordwestküste ist durch eiszeitlichen Gletscherschliff außergewöhnlich stark zerklüftet, und ein Fjord drängt sich dicht an den nächsten.
Wer schroffe, nahezu vertikal ins Meer stürzende Felswände von schwindelerregender Höhen liebt, ist in Senja gut aufgehoben! Wir liegen im Hafen von Torsken an Senjas Nordküste, der kleine Ort hat nur ca. 210 Einwohner. Senja wird wegen seiner landschaftlichen Vielfalt auch oft „Norwegen im Miniaturformat“ genannt. Hier im Norden der Insel finden wir weite Sandstrände, kristallblaues Wasser und steile Berge, während das südliche Senja und der Ånderdalen-Nationalpark geprägt sind von felsigen Küsten und dichten Wäldern. Senja gilt in Norwegen noch als Geheimtipp und bietet grenzenlose Naturerlebnisse. Gäste, die einen Ausflug gebucht haben, gehen auf abenteuerliche E-Bike-Tour oder machen eine gemütliche Rundfahrt mit dem Bus, auf der man die berühmte Goldene Toilette am Ende des Ersfjords sehen kann, noch schneebedeckte Berge und sogar Rentieren begegnet. Wir anderen treffen uns an der Gangway und bummeln gemeinsam durch den kleinen Ort, vorbei an der Kirche und der Fischfabrik Wilsgārd bis zum Aussichtspunkt, von dem sich heute leider kein weites Panorama bietet. Aber als wir gemeinsam beim Abendessen sitzen und unser Schiff wieder durch die Wellen gleitet blinzelt die Sonne zwischen den Wolken hindurch - wir hoffen auf gutes Wetter für unseren morgigen Nordkap-Tag!
8. Tag: 22.05.2026 Das Nordkap
Vormittags ist wieder die Sonne unser Begleiter und wir genießen die Panoramafahrt entlang der Küste. Wir passieren Gjesværstappene, eine dramatische Vogelfelseninsel mit Papageientauchern, Basstölpeln und tausenden Seevögeln.
Ist es der Höhepunkt unserer Reise, die doch zahlreiche Highlights zu bieten hat? Ja, es ist ein schöner Moment voller Vorfreude, das Nordkap zu erleben. Wir legen in Honningsvåg an, der kleine Ort hat nur 2.500 Einwohner. Trotzdem finden sich hier Shops, Restaurants und Galerien, denn es ist für zahlreichen Touristen der Startpunkt zum legendären Nordkap - wenn es das Wetter erlaubt. Nicht jeder hat soviel Glück wie wir, bei strahlendem Sonnenschein die Fahrt unternehmen zu können.
Am Nordkap, dem nördlichsten Punkt Europas, kann man schon den nur noch 2.000 Kilometer entfernten Nordpol erahnen, lediglich die einsamen Inseln von Spitzbergen liegen noch dazwischen. Das Felsplateau auf der norwegischen Insel Magerøya, die nur durch den 7 km langen Nordkaptunnel zu erreichen ist., ragt 307 Meter steil aus dem Nordpolarmeer. Das Globus-Denkmal ist als Symbol für das Nordkap eines der beliebtesten Fotomotive unserer Kreuzfahrt. Wir genießen das Gefühl, hier „am Ende der Welt“ zu stehen. Viele Gäste besuchen während des Aufenthalts auch das Besucherzentrum, die Nordkaphalle, mit ihrer interessanten und interaktiven Ausstellung zur Geschichte der Region. Auf der Busfahrt zum Kap erleben wir auch die arktische Natur der Insel Mageröy und sehen auf den Hängen die Rentiere friedlich grasen.
Es gibt verschiedene Nordkap-Touren, sogar eine Fahrt inklusive Königskrabbenbuffet in einem urigen Bootshaus am Fjord. Andere Gäste starten zur Nordkaptour mit Vogelbeobachtung.
Als wir uns am Abend treffen, sind alle müde, aber glücklich über diesen eindrucksvollen Tag mit all seinen Erlebnissen. Wir genießen die Abendsonne, die den Hafen und den Ort beleuchtet und die bunten Farben zum Strahlen bringt. Die Fischerboote spiegeln sich im glatten Wasser und der Schnee auf den Berggipeln glänzt, als wir gegen 21 Uhr Honningsvåg verlassen - ein wunderschöner Tag geht zu Ende.
9. Tag: 23.05.2026 Tromsö und das arktische Meer
Nach dem aufregenden Nordkap-Besuch genießen wir heute Vormittag Ruhe und Entspannung, während wir gemächlich an den Lyngen-Alpen vorbeifahren, wo schroffe, schneebedeckte Gipfel aus dem Meer aufragen und malerische kleine Häuser die Ufer säumen. Nachdem wir gestern den nördlichsten Punkt unserer Seereise passiert haben, geht es in südlicher Richtung zurück. Doch wir befinden uns immer noch oberhalb des Polarkreises, und so heißt die Kathedrale mit den prachtvollen Glasmalereien, die den Hafen Tromsö stolz überragt, auch passenderweise „Eismeerkathedrale“. Tromsö mit seinen 80.000 Einwohnern ist flächenmäßig die größte Stadt nördlich des Polarkreises, sie bildet das Tor zum arktischen Meer. Einzigartig gelegen in der grandiosen Landschaft, bietet die lebhafte Stadt, liebevoll„Paris des Nordens“ genannt, viele faszinierende Sehenswürdigkeiten. In der Ølhallen, dem ältesten Lokal, kann man heimische Biere kosten oder einen Spaziergang über die atemberaubende Brücke Tromsöbrua hinüber zur Kathedrale machen. Die Fjellheisen-Seilbahn bringt Fahrgäste in nur 4 Minuten auf 421 Meter Höhe zum Gipfel des Storsteinen, von wo sich eine spektakuläre Aussicht über die Stadt und die arktische Fjordlandschaft bietet. Leider ist sie aktuell wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb. Doch unsere Stadtrundfahrt im Bus ist trotzdem höchst interessant, wir besuchen unter anderem die wunderschöne Eismeerkathedrale. Ihre Silhouette gleicht einem Eisberg oder einer Gletscherspalte, Symbol für die eisige Natur der Arktis. Wir besichtigen auch das interaktive Museumscenter Polaria, ein Erlebnis- und Informationszentrum mit Ausstellungen über die Polarregion und ihre Tier- und Pflanzenwelt. Nach dem Ausflug bleibt noch Zeit für einen Bummel,durch die Storgata, Tromsös lebhafte Shopping- und Flaniermeile mit zahlreichen attraktiven Geschäften. Am Spätnachmittag fahren wir weiter und können wir noch noch ein Vortrag über die lange Geschichte der Reederei Hurtigruten besuchen und abends fahren wir durch die Meerenge Gisundet zwischen Gibostad und Finnsnes, die die Insel Senja vom norwegischen Festland trennt.
Später geht es unter der 1147 Meter langen Gisundbrücke hindurch - ein
Wunderwerk der Technik, bis zu 41 Meter hoch.
10. Tag: 24.05.2026 Reine – Lofoten
Auf dieser Kreuzfahrt jagt ein Highlight das andere - heute stehen die weltberühmten Lofoten auf dem Fahrplan. Mit ihren pittoresken Fischerdörfern, steilen Bergen, wunderschönen Stränden und malerischen Buchten bilden sie eine Welt für sich, geradezu magisch. In dem idyllischen Dorf Reine, das wir heute besuchen, stehen die legendären roten Fischerhütten, Rorbuer genannt, vor der Kulisse der schroffen Granitberge – Fotografen kommen voll auf ihre Kosten!
Kaum sind wir beim Landgang die Gangway heruntergegangen, steigt uns ein sehr intensiver Fischgeruch in die Nase. Kein Wunder, denn neben unserem Liegeplatz erstrecken sich Trockenfischgestelle, soweit das Auge reicht. Wieviel Tausend Fische hier hängen, wieviele Möwen und Austernfischer darüber kreisen - wir können es nur schätzen. Die Ausflugsbusse warten bereits und viele Gäste starten zur Landschaftsfahrt. Es geht in das pittoreske Dörfchen Å zum Besuch des Fischereimuseums und weiter zur Flakstad-Kirche, der zweitältesten Kirche der Lofoten. Am 1,3 km langen unberührten weißen Sandstrand von Ramberg gibt es Mittagessen.
Die Gäste, die nicht auf Ausflug gehen, treffen sich zu einem gemeinsamen Bummel durch den Ort. Wir fotografieren ausgiebig die Trockenfischgestelle, spazieren zur Kirche und sehen im Besucherzentrum des Nationalparks einen schönen Film über die faszinierende Landschaft der Inselwelt. Am kleinen Hafen spiegeln sich die roten Hütten im Wasser und die steilen Hänge, die über das Dorf ragen, haben noch breite weiße Schneestreifen.
Das Wetter ist heute leider eher launisch, 9 Grad und immer wieder Nieselregen. Aber die Schönheit der Landschaft, die steilen, teilweise in Wolken gehüllten Berge, die strahlend roten Fischerhütten und die rustikalen Trockengestelle mit ihrer wertvollen Last sind trotzdem ein beeindruckendes Erlebnis.
Der Nachmittag klingt aus mit einem interessanten Vortrag über die Lofoten und ihre alte Tradition der Lofotfiske, dem saisonalen Kabeljaufischfang. Die Lofoten sind gewiss eine der dramatischsten Küstenlandschaften der Welt und wir sind alle glücklich darüber, dies heute erlebt zu haben.
11. Tag: 25.05.2026 Norwegens Inside Passage – Bessaker
Heute kann die Schiffsführung ihre Erfahrung demonstrieren, denn wir steuern entlang der norwegischen Inside Passage. Wir fahren durch malerische, schmale Meerengen und unter mehreren Brücken hindurch. Auf unserer Strecke liegt die Stadt Rørvik, ein Zentrum für Fischerei, Aquakultur und maritime Industrie. Dann geht es unter der Nærøysundbrücke hindurch, 701 Meter lang mit 17 Spannweiten. Sie verbindet seit 1980 die Inseln Inner Vikna im Westen und Marøya im Osten. Es folgt der 20 km lange und sehr enge Kanal des Nærøysundet dessen Tausende von Inseln ein schönes Segelerlebnis bieten. Am Vormittag feiern wir noch nachträglich unsere Überquerung des Polarkreises in Richtung Süden mit einer traditionellen Zeremonie an Deck. Dieses Mal gibt es keine Eiswürfel in den Kragen, sondern ein kleines Geschenk. Wir passieren den Leuchtturm Buholmråsa
am südlichen Ende der rauen Folda-See., ein beeindruckendes Bauwerk!
Dann nähern wir uns langsam unserem heutigen Ziel, dem Ort Bessaker in der Provinz Trøndelag. Der Ort, in dem wir den Nachmittag verbringen, hat nur etwa 200 Einwohner und alle lieben die Hurtigruten von ganzem Herzen! Sie winken und jubeln, wenn die Schiffe der Reederei kommen und denken sich eine Vielzahl an Aktivitäten und Überraschungen aus, empfangen die Passagiere wie alte Freunde. Der Ort ist auch bei Sportfischern beliebt wegen seiner ausgezeichneten Angelmöglichkeiten, das Meer hier ist voll von Skrei und Seelachs. Deshalb wird auch seit fast 50 Jahren im Juli ein Fischerfest gefeiert, das Tausende von Besuchern anlockt.
Aber auch für uns organisieren die Dorfbewohner Aktivitäten: Die StokkBakery bietet köstliches Gebäck, Kaffee und Suppe und in der Aqua Bar wird die weltweit erste „After-Sea-Party" veranstaltet, ein Nachmittag voller Geschichten, Musik, anregender Gespräche und Erzählungen. Es gibt Verkaufsstände mit lokale Handarbeiten, Kutschfahrten und Musik. Skurriler „Programm-Höhepunkt“ ist sicherlich das Schafscheiß-Bingo, bei dem man Tipps abgibt, wo das Schaf sein Geschäft verrichten wird.
Mit Vorfreude begrüßen wir die Bewohner von Bessaker schon beim Einlaufen von Deck 5 mit norwegischen Fahnen und fröhlichem Winken. Nachdem wir angelegt haben, machen wir uns zu Fuß auf, Dorf und Einwohner kennenzulernen.
Gäste, die Landausflüge gebucht haben, machen u.a. eine Reise nach Roan, besuchen einen Bio-Bauernhofes und genießen ein Konzert in der eine Fischkutterfahrt nach Skjervøya inkl. Garnelen- und Krabben-Snack oder eine Wanderung zum Berg Storskardheia. Wir anderen bummeln in den Ort und genießen das originelle Programm, die authentische Atmosphäre und die großartige Stimmung. Der Abend klingt aus bei einem köstlichen Fisch-Buffet im Restaurant Flora.
12. Tag: 26.05.2026 – Ålesund
Eigentlich sollten wir heute den Hjørundfjord besuchen, sollten vor dem Fischerdorf Sæbø ankern und mit unseren Tenderbooten an Land fahren. Sollten… Da aber der Wind so stark war und der Wetterbericht keine Besserung versprach, entschied die Schiffsleitung, für die die Sicherheit der Passagiere das Allerwichtigste ist, den Anlauf in Sæbø zu stornieren und dafür heute Ålesund anzulaufen. Es liegt mit ca. 60.000 Einwohnern an der Westküste Norwegens und gilt als eine der schönsten Städte des Landes. Somit waren wir gar nicht traurig über die Fahrplanänderung, sondern freuten uns, Ålesund, die Perle der Jugendstil-Architektur kennenzulernen. Die Stadt wurde am 23. Januar 1904 von einem verheerenden Feuer zerstört, als der Wind den Brand einer Fabrik in die Stadt trieb und die Flammen große Teile des Zentrums zerstörten.
Hilfe kam aus Deutschland: Kaiser Wilhelm schickte Baumaterial und Fachleute, um Ålesund wieder aufzubauen, denn er liebte diese Region Norwegens. Zu jener Zeit war in Deutschland die Jugendstil-Architektur sehr beliebt und so übertrug man diesen Baustil auf Norwegen.
Kleine Türmchen, filigrane Blütenmuster, farbenfrohe Fassaden mit Ornamenten prägen das Stadtbild. Schmale Wasserwege mit zierlichen Brücken durchziehen die Stadt und Boote liegen direkt im Zentrum.
In den 1950er- und 60er-Jahren entwickelte sich Ålesund zum Zentrum der Heringsfischerei und des Schiffbaus. Heute ist es einer der beliebtesten Kreuzfahrthäfen Norwegens, neben den Postschiffen der Hurtigruten laufen zahlreiche internationale Reedereien das lebhafte Städtchen an.
Wir treffen uns an der Gangway und bummeln - unterbrochen von unzähligen Fotostops - gemeinsam in Richtung Hauptkirche Ålesund Kirk. Leider ragt nur der Turm des imposanten Jugendstil-Steinbaus in den Himmel, das gesamte Gebäude ist eingerüstet und wird intensiv restauriert. So laufen wir weiter durch die Straßen mit den schönen Häusern und bummeln durch die Hauptgeschäftsstraße, die Kongens Gate. Ganz Sportliche wagen den Aufstieg auf den 189 Meter hohen Hausberg Aksla, der die Stadt überragt. Im Stadtpark am Fuße des Berges startet ein Treppenaufstieg mit 418 Stufen, auf dem Gipfel wird man mit einem herrlichen Blick auf die Stadt und die umgebende Küste belohnt. Das Ausflugslokal „Fjellstua 418“ bietet neben erfrischenden Getränke und leckeren Snacks, eine große Aussichtsplattform, auf der man über der Stadt zu schweben scheint. Es trüben zwar einige Regenschauer die Freude, sie wechseln sich aber ab mit sonnigen Phasen, so kommen auch die Fotofreunde auf ihre Kosten.
Der Abend klingt aus beim gemeinsamen Abendessen im Flora-Restaurant, wo unsere reservierten Tische direkt an dem Panoramafenstern stehen.
13. Tag: 27.05.2026 Haugesund – Kopervik
Heute ist schon unser letzter Anlauf in Norwegen, wie schnell die Zeit doch vergeht! Zum Abschied besuchen wir das alte Machtzentrum der Wikinger, wo Harald Schönhaar einst Norwegen zum Königreich wandelte und selbst zum ersten Monarchen aufstieg. Am Vormittag genießen wir die Panoramafahrt durch den Haugesund und den Karmsund, sie gehören zum südlichsten Schifffahrtsweg der norwegischen Küste. Diese Passage nannte man auch „Nordvegen“ und vermutlich erhielt die Nation daher ihren heutigen Namen.
Der Karmsundet ist ein stark befahrener Seeweg entlang der norwegischen Küste, ihm verdanken die Städte Haugesund und Kopervik ihren wirtschaftlichen Erfolg. Mittags erreichen wir Kopervik, mit seinen weiß gestrichenen Holzhäusern, Geschäften und gemütlichen Cafés eine liebenswerte Stadt auf der Insel Karmøy.
Auf einem Ausflug kann man Åkrasanden besuchen, einen Strand, der schon mehrmals die Auszeichnung „schönster Strand Norwegens“erhielt. Auch Skudeneshavn und Norwegens ältester Königssitz, Avaldsnes,, der etwas weiter nördlich liegt, werden besucht. So können wir heute hier in der Region ganz wunderbar das norwegische Erbe der Wikinger erkunden und die landschaftliche Schönheit der Insel Karmoy entdecken. Wer nicht auf Ausflug geht, nutzt den Nachmittag, um gemütlich durch das Städtchen zu bummeln. In der Altstadt mit ihren hübschen weißen Holzhäusern laden kleine Cafés zum Verweilen ein und die moderne Kirche Kopervik kirke ist extra für uns geöffnet. Sie wurde 2016 erbaut, nachdem 2010 ihre Vorgängerin aus dem Jahre 1861 abgebrannt war.
Voller Eindrücke kehren wir am späten Nachmittag wieder zurück an Bord, der letzte Hafentag bei strahlendem Sonnenschein war ein schöner Ausklang der Reise.
14. Tag: 28.05.2026 Seetag – Fahrt Richtung Hamburg
Nun sind wir auf dem Rückweg und genießen einen sonnigen Tag auf der Nordsee. Koffer packen, sich freuen auf die letzten köstlichen Mahlzeiten, relaxen an Deck. Aber Langeweile kommt nicht auf, denn am Vormittag treffen wir uns alle auf Deck 7 und dürfen die Brücke besichtigen und den Kapitän besuchen. Wir habe großes Glück, denn aus Kapazitätsgründen können nur wenige Gäste eine Brückenführung machen. Wie gut, dass wir gleich am Anfang der Kreuzfahrt für diese Besichtigung angemeldet wurden! Es ist sehr interessant, all die nautischen und technischen Geräte kennenzulernen und der Kapitän gibt ausführliche navigatorische Erklärungen. Herrlich ist auch der Blick über die weite Nordsee, in der Ferne ziehen Frachtschiffe vorbei auf ihrem Weg in den Nord-Ostsee-Kanal und nach Hamburg.
Einen schönen Rückblick über die Reise, all unsere Erlebnisse und Impressionen bietet ein letzter Vortrag des Bordfotografen, wir können die Höhepunkte dieser unvergesslichen Seereise noch einmal Revue passieren lassen. Außerdem werden an diesem Tag die Postflagge und die Seekarte, beides vom Kapitän signiert, versteigert und beim Hurtigruten-Quizz können wir unsere Kenntnisse unter Beweis stellen.
Nach dem Abendessen lädt der Kapitän mit der Crew noch zu einem Abschiedsgetränk auf Deck 8 und dann heißt es: Koffer vor die Tür! Unsere letzte Nacht an Bord beginnt, beim Aufwachen werden wir schon die Elbe hinauffahren, Hamburg wartet…
15. Tag: 29.05.2026 Hamburg – Ausschiffung
In den frühen Morgenstunden biegen wir ab in die Elbe und fahren flußaufwärts Richtung Cruise-Terminal Steinwerder. Der Fluß leuchtet im Morgenlicht, an einigen Stellen schwebt noch Nebel über dem Wasser, er herrscht eine friedliche Stimmung.
Wir können genüsslich und entspannt frühstücken, denn das Restaurant ist heute bereits ab 6 Uhr geöffnet. Danach lässt sich das Einlaufen in der Hansestadt von Deck aus gut beobachten, wir sehen, wie der Hafenlotse an Bord kommt. Im Terminal werden die Koffer von Bord gebracht und übersichtlich aufgereiht, unser Busfahrer Lutz wartet bereits auf dem Parkplatz. Nun heißt es „Abschied nehmen“ von dem schönen Schiff, das zwei Wochen lang unser schwimmendes Zuhause war.
Wir sind zurück in Deutschland, die Heimat empfängt uns mit hohen Temperaturen und vollen Straßen. Unsere Gedanken kehren zurück nach Norwegen: klare kühle Luft, einsame Fjorde, unberührte Landschaften. Das Licht der Mitternachtssonne, die kleine Häfen, in deren Wasser sich die bunten Fischerboote und die roten Hütten spiegeln. Die steilen Hänge des Trollfjordes, die friedlich grasenden Rentiere. Das meist wolkenverhangene Nordkap und sogar das als „Norwegens Regenstadt“ berüchtigte Bergen durften wir bei strahlendem Sonnenschein erleben und all diese Eindrücke werden wir niemals vergessen. Wir sind dankbar für diese wunderschöne Reise, MS Finnmarken und das zauberhafte helle Licht des Nordens bleibt für immer in unseren Herzen.
Heike Wagner, 30. Mai 2026
Europa
Asien
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Nordamerika
Südamerika
Afrika
Ozeanien