Nordkap und Lofoten
Reisebericht: 09.06. – 22.06.2026
Gemeinsam reisen wir ans Ende Europas – durch die Weiten Lapplands, zum Nordkap, über die Lofoten und entlang majestätischer Fjorde. Eine Reise voller Naturwunder und besonderer Momente.
Ein Reisebericht von
Christin Kuschka
1. Tag, 09.06.2026: Aufbruch in den Norden
Endlich ist es so weit: Aus den verschiedensten Regionen Deutschlands machen wir uns auf den Weg zu unserem skandinavischen Abenteuer. Die Stimmung im Bus ist erwartungsvoll, schließlich liegen zwei abwechslungsreiche Wochen voller neuer Eindrücke vor uns.
Das Wetter zeigt sich zum Reisebeginn noch etwas wechselhaft. Rund um Berlin begleiten uns zeitweise Schauer, doch je weiter wir nach Norden fahren, desto freundlicher präsentiert sich der Himmel. So kommen wir bei zunehmend angenehmen Bedingungen unserem ersten Etappenziel näher: dem Ostseehafen Kiel.
Dort wartet bereits die Stena Germanica auf uns. Das Fährschiff wird uns über Nacht nach Göteborg bringen und damit den ersten Abschnitt unserer Reise durch Skandinavien einläuten. Pünktlich um 17:45 Uhr heißt es schließlich „Leinen los“. Langsam gleitet das Schiff aus dem Hafen hinaus auf die Ostsee, während an Bord die Vorfreude auf die kommenden Tage weiter wächst.
Beim gemeinsamen Abendessen lassen wir den ersten Reisetag entspannt ausklingen. Das reichhaltige Buffet bietet bereits einen kleinen Vorgeschmack auf den Norden Europas und lädt zum Genießen ein. Mit vielen Erwartungen und spannenden Plänen für die kommenden Tage ziehen wir uns schließlich in unsere Kabinen zurück. Unser skandinavisches Abenteuer hat begonnen.
2. Tag, 10.06.2026: Polkagris, Schleusen und der erste Elch
Nach einer ruhigen Nacht an Bord und einem reichhaltigen Frühstück erreichen wir am Morgen planmäßig Göteborg. Das schwedische Wetter zeigt sich heute von seiner launischen Seite: Immer wieder ziehen kräftige Regenschauer über das Land, nur um wenig später der Sonne Platz zu machen. Doch wir scheinen einen guten Draht zum Wettergott zu haben, denn immer dann, wenn wir den Bus verlassen möchten, hört der Regen rechtzeitig auf.
Von Göteborg aus führt uns der Weg quer durch die waldreichen Landschaften Südschwedens in Richtung Stockholm. Unterwegs begleiten uns dichte Wälder, zahlreiche Seen und immer wieder die typischen roten Holzhäuser, die für viele das Bild Schwedens prägen.
Unser erster längerer Halt erfolgt in der Nähe des idyllisch am Vätternsee gelegenen Städtchens Gränna. Hier besuchen wir eine traditionelle Zuckerstangenfabrik, in der die berühmten rot-weiß gestreiften Polkagris hergestellt werden. Mit geübten Handgriffen zieht, rollt und formt der Zuckerbäcker die noch warme Zuckermasse vor unseren Augen zu den bekannten Süßigkeiten. Es ist faszinierend zu beobachten, wie aus einfachen Zutaten in Handarbeit eine schwedische Spezialität entsteht, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden ist.
Anschließend fahren wir durch Gränna, dessen malerische Holzhäuser sich an den Hang über dem Vätternsee schmiegen. Die kleine Stadt zählt zweifellos zu den schönsten Orten entlang des Sees und vermittelt genau jene Bilder, die viele mit Schweden verbinden.
Wenig später erreichen wir eines der bedeutendsten technischen Bauwerke des Landes: den Göta-Kanal. Besonders beeindruckend ist die Schleusentreppe von Berg, die zu den bekanntesten Anlagen des gesamten Kanals gehört. Hier wird sichtbar, welche ingenieurtechnische Meisterleistung hinter dem Bau dieser Wasserstraße steckt, die seit dem 19. Jahrhundert Ost- und Westschweden miteinander verbindet. Während der Kanal heute vor allem von Freizeitschiffen genutzt wird, war er einst ein wichtiger Verkehrsweg für Handel und Transport.
Am Nachmittag setzen wir unsere Reise in Richtung Stockholm fort. Die Wälder scheinen kein Ende zu nehmen, und immer wieder schweifen die Blicke aus den Busfenstern auf der Suche nach Schwedens berühmtestem Wildtier über Lichtungen und Waldränder. Gut 140 Kilometer vor der Hauptstadt ist es dann tatsächlich so weit: Der erste Elch unserer Reise zeigt sich. Natürlich sorgt die unerwartete Begegnung sofort für Begeisterung und Gesprächsstoff im Bus.
Mit vielen neuen Eindrücken erreichen wir schließlich am Abend Stockholm. Nach einem abwechslungsreichen Tag zwischen traditionellem Handwerk, schwedischer Natur und technischer Geschichte beziehen wir unser Hotel und lassen den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen gemütlich ausklingen.
3. Tag, 11.06.2026: Stockholm und der Weg nach Norrland
Nach einem entspannten Frühstück starten wir in den Tag und fahren ins Zentrum von Stockholm. Die schwedische Hauptstadt zeigt sich dabei von ihrer freundlichen Seite: Während am Vormittag die Sonne scheint und angenehme Temperaturen herrschen, ziehen später zwar einige Wolken auf, doch es bleibt den ganzen Tag trocken – ideale Bedingungen für unsere Erkundungen.
Am Stadthaus werden wir bereits von unserer Stadtführerin Alexa erwartet. Gemeinsam entdecken wir in den kommenden Stunden die vielen Facetten Stockholms. Die auf vierzehn Inseln errichtete Hauptstadt begeistert mit ihrer besonderen Lage zwischen Mälarsee und Ostsee, mit großzügigen Parkanlagen, historischer Architektur und dem allgegenwärtigen Wasser, das das Stadtbild prägt.
Im Rahmen unserer Rundfahrt besuchen wir auch das berühmte Vasa-Museum. Dort bestaunen wir das nahezu vollständig erhaltene Kriegsschiff Vasa, das nach seinem Untergang im Jahr 1628 mehr als drei Jahrhunderte auf dem Meeresgrund ruhte und heute zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Schwedens zählt.
Anschließend führt uns Alexa in die Altstadt Gamla Stan. Bei einem kleinen Rundgang durch die engen Gassen, vorbei an farbenfrohen Häusern, kleinen Geschäften und historischen Plätzen, erhalten wir einen Eindruck vom mittelalterlichen Ursprung der Stadt. Hier verabschieden wir uns schließlich von unserer Stadtführerin, die uns Stockholm mit viel Wissen und Begeisterung nähergebracht hat.
Einige von uns nutzen die verbleibende Zeit noch, um die große Wachablösung am Königlichen Schloss zu verfolgen. Die präzise ausgeführte Zeremonie zieht zahlreiche Besucher an und bildet einen gelungenen Abschluss unseres Aufenthalts in der schwedischen Hauptstadt.
Bei unserer Abfahrt aus Stockholm sorgen die zahlreichen festlich geschmückten Lastwagen mit den schwedischen Abschlussklassen auch für Stimmung bei uns im Bus. Mit Musik, Fahnen und guter Laune feiern die Jugendlichen ihren Schulabschluss und verwandeln die Straßen Stockholms in ein buntes Spektakel.
Bevor wir unsere Reise nach Norden fortsetzen, steht noch ein besonderer Abschied an. Wir bringen unseren Busfahrer Jörg zum Flughafen, von wo aus er die Heimreise antritt. Für die vergangenen Tage bedanken wir uns herzlich bei ihm. Von nun an übernimmt Uwe das Steuer unseres Busses und begleitet uns auf den weiteren Etappen durch den Norden Skandinaviens.
Schon bald lassen wir die Metropolregion Stockholm hinter uns. Die Landschaft wird weiter, die Wälder dichter und die Besiedlung spürbar lockerer. Auf unserem Weg passieren wir die traditionsreiche Universitätsstadt Uppsala. Aus der Ferne sind sogar die markanten Türme des Doms zu erkennen, die weithin über die Ebene hinausragen und von der Bedeutung der Stadt zeugen.
Während der Fahrt legen wir eine Pause an einem idyllisch gelegenen See ein. Die Ruhe des Wassers, die umgebenden Wälder und die klare Luft vermitteln bereits einen ersten Eindruck von jener nordischen Natur, die uns auf den kommenden Reisetagen noch häufig begleiten wird.
Am Abend erreichen wir schließlich unser Hotel im Raum Sundsvall. Beim gemeinsamen Abendessen lassen wir einen abwechslungsreichen Tag ausklingen, der uns von den Sehenswürdigkeiten Stockholms hinein in die weiten Landschaften Norrlands geführt hat.
4. Tag, 12.06.2026: Entlang der Hohen Küste nach Lappland
Der Tag beginnt mit einem bewölkten Himmel über Sundsvall. Kurz nach der Abfahrt legen wir bereits unseren ersten Halt ein. Vom Aussichtsturm Norra Berget genießen wir einen herrlichen Blick über die Stadt, den Bottnischen Meerbusen und die bewaldete Umgebung. Von hier oben zeigt sich noch einmal eindrucksvoll, wie eng Küste, Wasser und Wald in Nordschweden miteinander verbunden sind.
Anschließend setzen wir unsere Fahrt auf der E4 in Richtung Norden fort. Die Landschaft wird zunehmend weitläufiger und einsamer. Wälder, Seen und Flüsse prägen das Bild, während die Orte entlang der Strecke immer kleiner werden.
Einer der Höhepunkte des Tages erwartet uns an der Höga Kusten, der Hohen Küste. An der Aussichtsstelle Hornöberget bietet sich ein beeindruckender Blick auf die berühmte Höga-Kusten-Brücke, die den mächtigen Ångermanälven überspannt. Die gesamte Region gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe und verdankt ihre besondere Form den gewaltigen Kräften der letzten Eiszeit. Bis heute hebt sich das Land hier weiter aus dem Meer empor.
Kaum haben wir die Hohe Küste hinter uns gelassen, zieht sich der Himmel zu. Aus den ersten Tropfen wird bald anhaltender Regen, der uns von nun an den restlichen Tag begleitet. Die Stimmung an Bord kann das jedoch nicht trüben, denn die abwechslungsreiche Landschaft bietet auch bei grauem Wetter zahlreiche Eindrücke.
Zur Mittagszeit erreichen wir Olofsfors Bruk, eines der am besten erhaltenen Eisenwerke Schwedens. Zwischen historischen Gebäuden, alten Werkstätten und den Spuren der Industriekultur wird ein Stück schwedischer Geschichte lebendig. Der kleine Rundgang vermittelt einen Eindruck davon, welche Bedeutung die Eisenverarbeitung einst für die Entwicklung des Landes hatte.
Während wir weiter nordwärts fahren, wird die Aufmerksamkeit im Bus immer wieder auf die Waldränder gelenkt. Tatsächlich haben wir heute besonderes Glück: Gleich zwei Elche zeigen sich entlang der Strecke. Die kurzen Begegnungen sorgen für Begeisterung und bestätigen einmal mehr, dass wir uns mitten in der großen Wildnis Nordeuropas befinden.
Am Nachmittag erreichen wir schließlich die historische Kirchstadt Bonnstan bei Skellefteå. Die kleinen Holzhäuser erinnern an eine Zeit, in der viele Menschen weite Wege zur Kirche zurücklegen mussten und deshalb für die Gottesdienstbesuche einfache Unterkünfte nahe der Kirche errichteten. Bei einem Spaziergang durch die engen Gassen fühlt man sich beinahe in vergangene Jahrhunderte zurückversetzt.
Am Abend erreichen wir schließlich Luleå am Bottnischen Meerbusen. Damit verbringen wir unsere letzte Nacht auf schwedischem Boden, bevor uns die Reise noch weiter nach Norden führen wird. Beim gemeinsamen Abendessen lassen wir die Erlebnisse eines abwechslungsreichen Tages Revue passieren – von grandiosen Aussichtspunkten über technische und historische Zeugnisse bis hin zu den ersten echten Begegnungen mit der Tierwelt des Nordens.
5. Tag, 13.06.2026: Über den Polarkreis nach Finnisch–Lappland
Der Morgen begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein und einem tiefblauen Himmel. Beste Voraussetzungen also für einen weiteren spannenden Reisetag auf unserem Weg in den hohen Norden. Kaum haben wir Luleå verlassen, wartet bereits die erste Überraschung auf uns: Am Waldrand zeigt sich ein Elch. Die kurze Begegnung sorgt für Begeisterung und ist ein weiterer Beweis dafür, dass wir uns immer tiefer in die nordische Wildnis vorarbeiten.
Unsere Route führt uns zunächst weiter entlang des Bottnischen Meerbusens bis nach Kalix. Hier legen wir einen kurzen Halt an der sehenswerten Kirche des Ortes ein, bevor wir unsere Fahrt fortsetzen. Wenig später erreichen wir die schwedisch-finnische Grenze und wechseln nach Finnland. Mit jedem Kilometer wird die Landschaft weiter, die Wälder endloser und die Besiedlung spärlicher.
Gegen Mittag erreichen wir schließlich einen besonderen Meilenstein unserer Reise: den nördlichen Polarkreis bei Rovaniemi. Bei sommerlichen Temperaturen von rund 20 Grad versammelt sich unsere Gruppe zur traditionellen Polarkreistaufe. Dass wir diesen berühmten Breitengrad bei Sonnenschein und angenehmer Wärme überschreiten würden, hätten sich wohl die wenigsten vorgestellt. Umso größer ist die Freude über diesen besonderen Moment.
Im Weihnachtsmanndorf bleibt anschließend Zeit für eigene Entdeckungen. Einige nutzen die Gelegenheit und statten dem Weihnachtsmann persönlich einen Besuch ab, andere stöbern durch die Geschäfte oder versenden Postkarten mit dem begehrten Polarkreisstempel.
Nach dem Aufenthalt setzen wir unsere Reise weiter nach Norden fort. Schon bald tauchen die ersten Rentiere am Straßenrand auf. Mal stehen sie gelassen auf einer Lichtung, mal ziehen sie gemächlich über die Straße. Für viele gehört dieser Anblick zu den schönsten Erlebnissen Lapplands und macht deutlich, dass wir nun endgültig im hohen Norden angekommen sind.
Am Abend erreichen wir unser Hotel in Finnisch-Lappland. Die Sonne steht noch immer hoch am Himmel und erinnert daran, dass die Nächte hier oben inzwischen nicht mehr dunkel werden. Beim gemeinsamen Abendessen lassen wir einen Tag ausklingen, der uns über Ländergrenzen hinweg bis an den Polarkreis geführt hat und uns die ersten Eindrücke der faszinierenden Welt Lapplands geschenkt hat.
6. Tag, 14.06.2026: Zum Nordkap – ans Ende Europas
Der Morgen in Finnisch-Lappland beginnt deutlich kühler als die vergangenen Tage. Die frische Luft sorgt jedoch für einen angenehmen Start in den Tag. Schon beim Frühstück wartet die erste Überraschung auf uns: Direkt vor den Fenstern des Frühstücksraums entdecken wir mehrere Rentiere. Schnell eilen einige von uns, mit Kamera und Handy ausgestattet, nach draußen, um die Tiere aus nächster Nähe zu fotografieren. Ein schöner Auftakt für einen Tag, auf den sich viele schon lange gefreut haben.
Anschließend setzen wir unsere Reise weiter nach Norden fort. Die Landschaft wird zunehmend weiter und offener, die Wälder lichter und die Besiedlung spärlicher. Unser erster Halt führt uns zur sogenannten Bärenhöhle, bevor wir wenig später Inari erreichen. Der kleine Ort gilt als kulturelles Zentrum der Sami in Finnland und liegt malerisch am gleichnamigen Inarisee. Hier nehmen wir uns Zeit für einen kurzen Aufenthalt und genießen die besondere Atmosphäre dieser nordischen Landschaft.
Je weiter wir nach Norden fahren, desto deutlicher verändert sich die Natur. Die ausgedehnten Wälder gehen allmählich in die offene Tundra über. Schließlich erreichen wir die Grenze nach Norwegen. Fast schlagartig verändert sich das Landschaftsbild. Vor uns erheben sich Berge, Flüsse durchziehen die Täler und die ersten Wasserfälle begleiten unseren Weg.
Am Porsangerfjord legen wir eine Pause ein und genießen den Blick auf unseren ersten Fjord dieser Reise. Die Kombination aus Wasser, Bergen und der weiten nordnorwegischen Landschaft sorgt für beeindruckende Ausblicke. Wenig später machen wir Halt bei einem traditionellen Silberschmied. Hier erfahren wir nicht nur Interessantes über das Handwerk der Region, sondern auch über den Stockfisch, der über Jahrhunderte hinweg eine wichtige Lebensgrundlage für die Menschen im Norden Norwegens war.
Danach führt uns die Straße zur Insel Magerøya, der Nordkap-Insel. Durch den fast sieben Kilometer langen Nordkaptunnel tauchen wir mehr als 200 Meter unter den Meeresspiegel hinab und gelangen schließlich auf die Insel. Kurz nach dem Tunnel legen wir noch einen letzten gemütlichen Stopp bei Kaffee und Kuchen ein, bevor wir unser Tagesziel erreichen.
Am Nachmittag kommen wir im Scandic Nordkapp an, das mitten in der rauen Natur der Nordkap-Insel liegt. Nach dem Bezug der Zimmer bleibt etwas Zeit zum Ausruhen und Frischmachen. Beim gemeinsamen Abendessen steigt die Vorfreude auf den Höhepunkt des Tages immer weiter.
Um 21 Uhr ist es schließlich so weit. Mit Julian, unserem spanischsprexhendem Fahrer aus Norwegen, machen wir uns in unserem Bus auf den Weg zum Nordkap. Die etwa 30 Kilometer lange Strecke führt durch die karge und zugleich faszinierende Landschaft der Insel. Als wir das Nordkap erreichen, zeigt sich sogar für kurze Zeit die Sonne. Dieser unerwartete Moment sorgt für große Freude, denn so gelingt allen ein schönes Erinnerungsfoto an der berühmten Nordkap-Kugel.
Anschließend bleibt ausreichend Zeit, um diesen besonderen Ort auf eigene Faust zu erkunden. Der Blick schweift über die Barentssee, während das einzigartige Licht des hohen Nordens die Landschaft in eine besondere Stimmung taucht. Viele nutzen die Gelegenheit für weitere Fotos oder genießen einfach den Moment am nördlichsten mit dem Bus erreichbaren Punkt Europas.
Erst spät am Abend treten wir die Rückfahrt an. Obwohl es inzwischen längst Mitternacht geworden ist, bleibt es erstaunlich hell. Zurück im Hotel lassen wir einen Tag ausklingen, der für viele sicherlich zu den unvergesslichen Höhepunkten dieser Reise gehören wird.
7. Tag, 15.06.2026: Wieder südwärts durch Nordnorwegen
Nach dem besonderen Abend am Nordkap und einer entsprechend kurzen Nacht beginnt für uns heute die Reise zurück Richtung Süden. Zwar liegt der nördlichste Punkt unserer Tour nun hinter uns, doch noch immer warten zahlreiche landschaftliche Höhepunkte auf unserem Weg durch Nordnorwegen.
Der Tag präsentiert sich zunächst von seiner nassen Seite. Tiefe Wolken hängen über der Landschaft, immer wieder zieht Regen über die Hochebenen hinweg. Die raue Witterung gehört hier oben jedoch ebenso zur Natur wie die weiten Ausblicke, und so lassen wir uns die gute Stimmung nicht verderben.
Unsere Route führt zunächst zurück über die Nordkap-Insel und durch die beeindruckenden Landschaften der Finnmark. Gegen Mittag erreichen wir Alta. Hier besuchen wir das bekannte Freilichtmuseum mit seinen berühmten Felszeichnungen. Ausgestattet mit Audioguides erkunden wir das Gelände auf eigene Faust. Die jahrtausendealten Darstellungen geben spannende Einblicke in das Leben der Menschen, die hier lange vor unserer Zeit lebten. Gleichzeitig eröffnet der Rundweg immer wieder schöne Ausblicke auf den Altafjord und die umliegende Küstenlandschaft.
Anschließend setzen wir unsere Fahrt weiter nach Süden fort. Die Straße folgt dabei über weite Strecken den Fjorden Nordnorwegens. Immer wieder wechseln sich Wasserflächen, steile Berghänge und kleine Siedlungen ab. Trotz des wechselhaften Wetters bietet die Landschaft zahlreiche eindrucksvolle Motive.
Im Laufe des Nachmittags lockert der Himmel schließlich auf. Die Wolken reißen mehr und mehr auf und geben den Blick auf die umliegenden Berge frei. Besonders beeindruckend zeigen sich die Lyngenalpen, deren markante Gipfel über den Fjorden aufragen. Die Kombination aus Bergen, Wasser und dem nun deutlich freundlicheren Wetter sorgt noch einmal für einige besonders schöne Ausblicke.
Am Abend erreichen wir schließlich Skibotn am Lyngenfjord. Unser Hotel liegt inmitten einer beeindruckenden Naturkulisse und bietet den idealen Rahmen, um die Erlebnisse des Tages entspannt ausklingen zu lassen. Beim gemeinsamen Abendessen lassen wir die Eindrücke der vergangenen Stunden Revue passieren, bevor wir im Lyngenfjord Hotel eine erholsame Nacht verbringen und Kraft für die nächsten Etappen unserer Reise sammeln.
8. Tag, 16.06.2026: Über die Vesterålen zu den Lofoten
Der Tag beginnt mit Bilderbuchwetter. Über Skibotn spannt sich ein wolkenloser Himmel, und die ersten Sonnenstrahlen lassen die umliegenden Berge in warmem Licht erstrahlen. Die Fjorde präsentieren sich nahezu spiegelglatt und reflektieren die Landschaft wie ein riesiger Spiegel. Besser könnten die Bedingungen für unsere Weiterreise kaum sein.
Nach dem Frühstück verlassen wir den Lyngenfjord und setzen unsere Fahrt in Richtung Westen fort. Die Straße führt uns durch einige der schönsten Landschaften Nordnorwegens. Fjorde, Berge und kleine Ortschaften wechseln sich ab und sorgen immer wieder für beeindruckende Ausblicke. Erst hinter Bardufoss ziehen nach und nach einige Wolken auf und lassen den Himmel etwas grauer erscheinen.
Im Laufe des Tages erreichen wir schließlich die Inselwelt der Vesterålen. Kaum haben wir das norwegische Festland hinter uns gelassen, wartet bereits die nächste Überraschung auf uns: Am Straßenrand entdecken wir unseren mittlerweile fünften Elch auf dieser Reise. Die kurze Begegnung sorgt erneut für Begeisterung und liefert reichlich Gesprächsstoff für die Weiterfahrt.
Leider verläuft der Tag anschließend nicht ganz wie geplant. Ein unerwarteter Zwischenstopp beim Statens Vegvesen nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch als vorgesehen und kostet uns rund zwei Stunden. Solche unvorhersehbaren Situationen gehören gelegentlich zum Reisen dazu, auch wenn sie manche Programmpunkte etwas durcheinanderbringen.
Als wir unsere Fahrt fortsetzen, zeigt sich das Wetter jedoch wieder von seiner freundlichen Seite. Über den Vesterålen lässt sich die Sonne erneut blicken und begleitet uns auf unserem Weg in Richtung Lofoten. Die Landschaft wird dabei immer spektakulärer. Schroffe Berge steigen direkt aus dem Meer auf, kleine Buchten wechseln sich mit Fischerdörfern ab, und hinter jeder Kurve scheint ein neues Postkartenmotiv auf uns zu warten.
Aufgrund der Verzögerung bleibt am Nachmittag nur noch Zeit für einen kurzen Zwischenstopp, bevor wir unser heutiges Ziel erreichen. Die Fahrt über die Lofoten bietet jedoch bereits zahlreiche unvergessliche Eindrücke und macht Lust auf den kommenden Tag, an dem wir die Inselwelt noch ausführlicher erkunden werden.
Am Abend beziehen wir unsere Unterkünfte in den für die Lofoten typischen Rorbuer. Die ehemaligen Fischerhütten wurden liebevoll restauriert und bieten eine ganz besondere Atmosphäre. Hier, umgeben von Bergen, Meer und der einzigartigen Landschaft der Inseln, lassen wir den Tag entspannt ausklingen. Gleichzeitig steigt die Vorfreude auf morgen, denn dann bleibt uns ein ganzer Tag, um die faszinierende Welt der Lofoten in Ruhe zu entdecken.
9. Tag, 17.06.26: Wunderwelt Lofoten
Nach einer ruhigen Nacht in unseren gemütlichen Rorbuer beginnt der Tag zunächst mit einem bedeckten Himmel über den Lofoten. Wind ist kaum zu spüren – beste Voraussetzungen für die Ausflüge, die heute auf dem Programm stehen. Während wir nach dem Frühstück aufbrechen, zeigen sich bereits erste hellere Stellen am Himmel, und im Laufe des Tages lockert die Bewölkung zunehmend auf.
Unser erstes Ziel ist der berühmte Hauklandstrand. Schon bei der Anfahrt eröffnen sich beeindruckende Ausblicke auf die schroffen Berge der Inselwelt. Am Strand angekommen bietet sich ein Bild, das man in dieser Umgebung kaum erwarten würde: heller Sand, türkis schimmerndes Wasser und dahinter die steil aufragenden Gipfel der Lofoten. Trotz der nordischen Temperaturen erinnert die Kulisse beinahe an südlichere Regionen. Viele nutzen die Gelegenheit für einen Spaziergang am Wasser oder genießen einfach die besondere Ruhe dieses außergewöhnlichen Ortes.
Anschließend setzen wir unsere Fahrt nach Borg fort, wo sich das bekannte Wikingermuseum befindet. Schließlich gehört die Geschichte der Wikinger untrennbar zu Norwegen – und auf den Lofoten befand sich tatsächlich einer der bedeutenden Häuptlingssitze Nordnorwegens. Zunächst bleibt Zeit, das Museum individuell zu erkunden und einen ersten Eindruck vom Leben der Wikinger zu gewinnen. Danach erfahren wir bei einer Führung mehr über die Geschichte der Siedlung und über die Menschen, die hier vor über tausend Jahren lebten. Dabei wird schnell deutlich, dass viele Vorstellungen aus Filmen und Legenden mit der historischen Realität nur wenig gemeinsam haben. Zum Abschluss genießen wir eine traditionelle Wikinger-Suppe, die nach dem Museumsbesuch besonders gut schmeckt.
Am frühen Nachmittag führt uns die Fahrt weiter nach Svolvær. Von hier aus starten wir zu einem der landschaftlichen Höhepunkte unseres Aufenthalts auf den Lofoten. An Bord der modernen Brim Explorer verlassen wir den Hafen und gleiten hinaus in die faszinierende Inselwelt Nordnorwegens.
Schon kurz nach dem Ablegen beginnt die Suche nach den Königen der Lüfte. Tatsächlich entdecken wir mehrere Seeadler, die über den Inseln und Felsen kreisen. Die mächtigen Greifvögel gehören zu den eindrucksvollsten Tieren der norwegischen Küstenlandschaft und sorgen an Bord für große Begeisterung.
Unsere Route führt zunächst durch den Raftsund, die schmale Wasserstraße zwischen den Lofoten und den Vesterålen. Von hier aus erreichen wir schließlich den berühmten Trollfjord. Bereits die Einfahrt ist spektakulär: Gerade einmal rund hundert Meter breit öffnet sich der Fjord zwischen steilen Felswänden. Die Berge steigen nahezu senkrecht aus dem Wasser auf und verleihen dem Fjord eine beinahe dramatische Kulisse. Bei ruhiger See kann das Schiff tief in den Fjord hineinfahren und ermöglicht einzigartige Ausblicke auf eine Landschaft, die zu den bekanntesten Naturwundern Norwegens zählt.
Nach mehreren eindrucksvollen Stunden auf dem Wasser kehren wir am späten Nachmittag nach Svolvær zurück. Inzwischen zeigt sich immer häufiger die Sonne, die die Berggipfel und Fjorde in ein besonders schönes Licht taucht.
Am Abend fahren wir zurück zu unseren Rorbuer, wo wir eine weitere Nacht inmitten der einzigartigen Inselwelt verbringen. Hinter uns liegt ein Tag voller landschaftlicher Höhepunkte – von karibisch wirkenden Stränden über die Welt der Wikinger bis hin zu den schmalen Fjorden und Seeadlern der nordnorwegischen Küste.
10. Tag, 18.06.2026: Abschied von den Lofoten
Auch an diesem Morgen zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite. Die Sonne scheint über den Lofoten, die Berge spiegeln sich in den ruhigen Buchten, und man fragt sich unweigerlich, wie viel Glück man mit dem Wetter eigentlich haben kann. Nach mehreren unvergesslichen Tagen in dieser einzigartigen Inselwelt heißt es heute jedoch Abschied nehmen.
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg in Richtung Süden. Unser erster Halt führt uns zum Rambergstrand, einem der bekanntesten Strände der Lofoten. Der helle Sand, das klare Wasser und die imposante Bergkulisse bieten noch einmal eine jener Ansichten, die man wohl lange in Erinnerung behalten wird.
Eigentlich ist der weitere Tagesablauf klar geplant: Mit der Fähre wollen wir von Moskenes zurück aufs norwegische Festland übersetzen. Doch unterwegs erreicht uns ein Anruf von Eberhardt Travel mit einer unerwarteten Nachricht – unsere ursprünglich gebuchte Fähre wurde kurzfristig abgesagt.
Zum Glück folgt kurz darauf die Entwarnung. Wir erhalten Plätze auf einer späteren Verbindung am Nachmittag. Was zunächst wie eine kleine Unannehmlichkeit wirkt, entpuppt sich schnell als Glücksfall. Statt Zeit im Hafen zu verbringen, gewinnen wir einige zusätzliche Stunden auf den Lofoten.
So nutzen wir die Gelegenheit für einen längeren Aufenthalt in Reine. Das kleine Fischerdorf gilt für viele als das schönste der gesamten Inselgruppe. Zwischen den roten Fischerhütten, den steil aufragenden Bergflanken und dem glitzernden Wasser bieten sich immer wieder neue Fotomotive. Anschließend fahren wir weiter nach Å, dem letzten Ort am Ende der Lofotenstraße. Hier scheint die Zeit ein wenig langsamer zu vergehen. Viele genießen die besondere Atmosphäre des kleinen Fischerdorfes und nutzen die Gelegenheit für einen letzten Spaziergang durch die charakteristische Landschaft der Inseln.
Um die Mittagszeit erreichen wir schließlich Moskenes. Pünktlich um 14 Uhr legt unsere Fähre ab und nimmt Kurs auf Bodø. Vor uns liegt die Überfahrt über den Vestfjord, jene Meerespassage, die die Lofoten vom norwegischen Festland trennt. Während die Inselberge langsam am Horizont zurückbleiben, bleibt genügend Zeit, die Eindrücke der vergangenen Tage noch einmal Revue passieren zu lassen.
Nach der Ankunft in Bodø setzen wir unsere Reise weiter in Richtung Süden fort. Die Landschaft verändert sich erneut. Fjorde, Berge und weite Hochebenen begleiten unseren Weg, während wir uns langsam dem Saltfjellet-Gebirge nähern. Hier erreichen wir zum zweiten Mal auf dieser Reise den Polarkreis – diesmal auf norwegischem Boden. Natürlich wird auch dieser besondere Moment gebührend gefeiert.
Am Abend erreichen wir schließlich Mo i Rana. Nach einem abwechslungsreichen Tag zwischen Inselwelt, Fährüberfahrt und Polarkreis wartet bereits das Abendessen auf uns. Damit endet ein weiterer Reisetag, an dem wir zwar die Lofoten hinter uns gelassen haben, die Erinnerungen an diese außergewöhnliche Landschaft jedoch noch lange mit uns tragen werden.
11. Tag, 19.06.2026: Trondheim – Norwegens erste Hauptstadt
Der Tag beginnt mit feinem Regen, der auf die Landschaft rund um Mo i Rana fällt. Doch das nordische Wetter zeigt sich einmal mehr von seiner wechselhaften Seite. Bereits bei unserer ersten Pause hört der Regen auf, die Wolken lockern auf, und die Temperaturen steigen spürbar an. So lässt es sich deutlich angenehmer reisen, während wir unsere Fahrt weiter in Richtung Süden fortsetzen.
Vor uns liegt eine der längeren Etappen dieser Reise. Die Strecke führt durch die abwechslungsreichen Landschaften Mittelnorwegens, vorbei an Wäldern, Seen, Flüssen und immer wieder kleinen Ortschaften, die sich zwischen Bergen und Tälern schmiegen. Auch nach vielen Tagen im Land beeindruckt die Vielfalt der norwegischen Natur noch immer aufs Neue.
Für besondere Unterhaltung sorgt unsere zweite Pause des Tages. Hier wartet eine kleine nordische Überraschung auf die Gruppe. Wer mutig genug ist, kann sich an einigen typisch skandinavischen Spezialitäten versuchen. Neben Lebertran und einem Schluck Aquavit steht auch Surströmming auf dem Programm – der berühmt-berüchtigte fermentierte Hering aus Schweden. Die Reaktionen reichen von neugieriger Begeisterung bis zu skeptischen Blicken, sorgen aber auf jeden Fall für viel Gelächter und Gesprächsstoff im Bus.
Während wir weiter nach Süden fahren, nähern wir uns zunehmend der historischen Region Trøndelag. Unterwegs passieren wir auch Stiklestad, einen der bedeutendsten Orte der norwegischen Geschichte. Hier fiel im Jahr 1030 König Olaf II. in einer Schlacht. Sein Tod markierte einen Wendepunkt für das Land, denn erst danach setzte sich das Christentum endgültig in Norwegen durch. Nach seiner Heiligsprechung wurde sein Grab in Trondheim zu einem wichtigen Pilgerziel des mittelalterlichen Europas.
Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich Trondheim, die erste Hauptstadt Norwegens und bis heute eine der geschichtsträchtigsten Städte des Landes. Nach dem Bezug unserer Zimmer bleibt noch Zeit für einen gemeinsamen Spaziergang durch das Zentrum. Dabei gewinnen wir erste Eindrücke der Stadt und erreichen schließlich ihr bekanntestes Wahrzeichen: den mächtigen Nidarosdom. Die beeindruckende Kathedrale wurde über dem Grab des heiligen Olaf errichtet und gilt bis heute als das nationale Heiligtum Norwegens.
Von dort führt unser Weg weiter durch die Altstadtgassen und entlang des Flusses Nidelva. Die bunten Speicherhäuser, die historische Alte Stadtbrücke und der charmante Stadtteil Bakklandet verleihen Trondheim eine ganz besondere Atmosphäre und zeigen eindrucksvoll die Verbindung von Geschichte und modernem Stadtleben.
Nach einem langen, aber abwechslungsreichen Reisetag kehren wir schließlich in unser Hotel zurück und treffen uns anschließend zum gemeinsamen Abendessen wieder. In gemütlicher Runde lassen wir die Erlebnisse des Tages Revue passieren und genießen die besondere Stimmung dieser traditionsreichen Stadt.
12. Tag, 20.06.2026: Trondheim, Stabkirchen und Olympische Spuren
Nach einem reichhaltigen Frühstück heißt es zunächst Koffer verladen, bevor wir uns ein letztes Mal auf den Weg durch Trondheim machen. Unser erster Halt führt uns zum nahegelegenen Hafen. Hier erleben wir ein typisch norwegisches Schauspiel, als dich die Hurtigrutenschiffe MS Vesterålen und MS Nordnorge im Hafen von Trondheim treffen und sich mit lautstarken Signalen begrüßen.
Anschließend fahren wir zum Nidarosdom, dem bedeutendsten Kirchenbau Norwegens. Hier gestaltet jeder den Aufenthalt nach seinen eigenen Interessen. Einige nutzen die Gelegenheit, das imposante Nationalheiligtum auch von innen zu besichtigen und die eindrucksvolle Architektur auf sich wirken zu lassen. Andere genießen die freie Zeit für einen kleinen Bummel durch die Altstadt von Trondheim, bevor wir unsere Reise in Richtung Süden fortsetzen.
Schon bald lassen wir die erste Hauptstadt Norwegens hinter uns und folgen dem Tal der Driva ins Landesinnere. Die Landschaft verändert sich dabei erneut. Dichte Wälder, breite Flusstäler und immer wieder kleine Bauernhöfe begleiten unseren Weg. Je höher wir kommen, desto offener wird die Umgebung. Schließlich erreichen wir das Dovrefjell, eine der bekanntesten Gebirgslandschaften Norwegens. Die weiten Hochflächen mit ihrer kargen Vegetation wirken beinahe arktisch und zeigen einmal mehr, wie unterschiedlich die Natur des Landes sein kann.
Auf der Weiterfahrt öffnet sich schließlich das langgestreckte Gudbrandsdal, eines der bedeutendsten Täler Norwegens. Seit Jahrhunderten verläuft hier eine wichtige Nord-Süd-Verbindung, und noch heute prägen traditionelle Höfe und kleine Ortschaften das Landschaftsbild.
Am Nachmittag erreichen wir die berühmte Stabkirche von Ringebu. Der dunkelrote Holzturm ragt eindrucksvoll über den Friedhof hinaus und macht deutlich, weshalb die norwegischen Stabkirchen zu den bedeutendsten Bauwerken des Landes zählen. Bei einem kurzen Halt bleibt genügend Zeit, die Kirche von außen und innen zu betrachten und einige Erinnerungsfotos aufzunehmen.
Nicht weit davon entfernt wartet bereits der nächste Höhepunkt. In Lillehammer legen wir einen Stopp an den olympischen Skisprungschanzen ein. Hoch über der Stadt eröffnet sich ein weiter Blick über das Gudbrandsdal und den Mjøsa-See. Gleichzeitig werden Erinnerungen an die Olympischen Winterspiele von 1994 wach, die Lillehammer weit über die Grenzen Norwegens hinaus bekannt gemacht haben.
Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich Hamar am Ufer des Mjøsa, des größten Sees Norwegens. Hier beziehen wir unser Hotel und lassen einen abwechslungsreichen Tag zwischen mittelalterlicher Geschichte, beeindruckenden Landschaften und olympischen Schauplätzen gemütlich ausklingen.
13. Tag, 21.06.2026: Oslo und der Abschied von Norwegen
Noch einmal begrüßt uns Norwegen mit Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen. Nach dem Frühstück verlassen wir Hamar und machen uns auf den Weg nach Oslo. Während die Landschaft langsam städtischer wird, fällt es schwer zu glauben, dass die letzten Tage zwischen Fjorden, Bergen, Tundren und Inseln nun bereits hinter uns liegen.
In Oslo erwartet uns bereits unser Stadtführer Daniel, der uns in den kommenden Stunden seine Wahlheimat näherbringt. Gemeinsam entdecken wir die norwegische Hauptstadt, die sich in den vergangenen Jahren zu einer modernen und zugleich sehr lebenswerten Metropole entwickelt hat. Zwischen neuer Architektur, großzügigen Grünflächen und historischen Gebäuden zeigt sich Oslo von seiner vielfältigen Seite.
Ein erster Halt führt uns zur Oper. Das markante Gebäude aus weißem Marmor scheint direkt aus dem Oslofjord emporzuwachsen und lädt dazu ein, auf seinem begehbaren Dach spazieren zu gehen. Von hier aus bieten sich schöne Ausblicke auf die Stadt und das Wasser.
Anschließend fahren wir weiter zum Vigelandpark. Zwischen alten Bäumen und gepflegten Anlagen stehen die weltberühmten Skulpturen Gustav Vigelands, die Menschen in allen Lebensphasen zeigen. Bei einem Spaziergang durch den Park bleibt Zeit, die besondere Atmosphäre dieses außergewöhnlichen Ortes auf sich wirken zu lassen.
Unsere Stadtrundfahrt endet schließlich am Hauptbahnhof von Oslo. Hier heißt es Abschied nehmen von unseren drei Fluggästen, die ihre Heimreise bereits von Norwegen aus antreten. Nach vielen gemeinsamen Erlebnissen fällt dieser erste Abschied nicht ganz leicht.
Für den Rest der Gruppe geht die Reise weiter in Richtung Schweden. Noch einmal ziehen Wälder, Seen und die vertraute skandinavische Landschaft an uns vorbei, bevor wir am späten Nachmittag Göteborg erreichen. Im Hafen liegt bereits die Stena Scandinavica, die uns über Nacht zurück nach Deutschland bringen wird.
Nach dem Einschiffen heißt es schließlich Leinen los. Langsam gleitet die Fähre durch den Hafen von Göteborg hinaus auf das Kattegat. Viele von uns genießen die Ausfahrt an Deck und lassen dabei die vergangenen zwei Wochen noch einmal Revue passieren. Aus Fremden ist längst eine Reisegemeinschaft geworden, und so mischt sich zur Freude über die vielen Erlebnisse auch ein wenig Wehmut.
Später treffen wir uns noch einmal zum gemeinsamen Abendessen am reichhaltigen Buffet. In entspannter Atmosphäre wird erzählt, gelacht und an die zahlreichen Höhepunkte der Reise erinnert – an Elche und Rentiere, Mitternachtssonne und Nordkap, die Lofoten, Fjorde, Städte und all die kleinen Momente unterwegs.
Während die Fähre langsam Kurs auf Kiel nimmt, verbringen wir unseren letzten gemeinsamen Abend an Bord und genießen noch einmal das Gefühl, gemeinsam unterwegs zu sein.
14. Tag, 22.06.2026: Es heißt Abschied nehmen…
Auch unser letzter Reisetag beginnt noch einmal mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Während die Stena Scandinavica langsam der deutschen Küste näherkommt, genießen wir noch ein letztes Frühstück an Bord und blicken auf die vergangenen zwei Wochen zurück.
Pünktlich erreichen wir am Vormittag den Hafen von Kiel. Nach dem Ausschiffen besteigen wir ein letztes Mal gemeinsam unseren Bus, doch allen ist inzwischen bewusst, dass unsere Reise nun tatsächlich ihrem Ende entgegengeht.
Zunächst bringen wir die ersten Gäste noch zum Kieler Hauptbahnhof. Dort heißt es Abschied nehmen. Nach vielen gemeinsamen Kilometern, unzähligen Erlebnissen und vielen schönen Gesprächen fällt dieser Moment nicht ganz leicht. Aus einer Reisegruppe ist längst eine kleine Gemeinschaft geworden.
Anschließend setzen wir unsere Fahrt fort. Mit jedem weiteren Halt werden die Reihen im Bus etwas leerer. Plätze, die noch vor wenigen Tagen besetzt waren, bleiben nun frei, und langsam kehrt Ruhe ein. Noch einmal ziehen die vergangenen Tage vor unserem inneren Auge vorbei: die Weite Lapplands, die Mitternachtssonne ganz oben im Norden Europas , das legendäre Nordkap, die Lofoten, die Fjorde Norwegens, die Städte Skandinaviens und die vielen kleinen Momente unterwegs.
Nach rund zwei gemeinsamen Wochen endet schließlich unsere Reise durch Schweden, Finnland und Norwegen. Im Gepäck nehmen wir nicht nur Souvenirs und Fotos mit nach Hause, sondern vor allem zahlreiche Erinnerungen an beeindruckende Landschaften, besondere Begegnungen und eine Reise, die uns bis an das Ende Europas geführt hat.
Vielen Dank für die gemeinsame Zeit und die vielen schönen Erlebnisse unterwegs. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja irgendwann wieder – irgendwo im Norden.
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