Reisebericht: Alpenüberquerung Österreich - Italien - vom Ötztal nach Meran

29.08. – 05.09.2020, 8 Tage Wanderreise Ötztal - Obergurgl - Gaisbergtal - Similaunhütte - Vernagt - Texelgruppe - Schnalstal - Meran in Südtirol (Italien) (ca. 56 Wanderkilometer)

Einmal die Komfortzone verlassen, um in der Similaun Hütte auf 3.019 Höhenmetern zu übernachten. Es ist der Reiz der umliegenden Berggipfel, die uns alle in ihren Bann zogen.

Alpenüberquerung  29.08. - 05.09.2020


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1.Tag: Anreise ins Ötztal


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Am frühen Morgen reisten wir an Bayreuth, Nürnberg und Ingolstadt vorbei, bis wir München erreichten. Über die A 99 und ohne Stau gelangten wir zügig auf die A 8 in Richtung Innsbruck. Es dauerte nicht lange und wir erreichten Innsbruck Süd. Dort stiegen wir in den Transferbus, der uns dirket nach Sölden brachte. Am frühen Nachmittag erreichten wir das Hotel „Grüner", unseren Ausgangsort für die nächsten 5 Tage. Herzlich wurden wir empfangen. Während unserer Vorstellungsrunde tranken wir genüsslich einen Prosecco im Restaurant und freuten uns auf die Ötztaler Köstlichkeiten.

2.Tag: 30.08.2020 Rotkogel – Giggijochbahn
                +466     -600 Höhenmeter ca. 8km 4,5 Std.


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Unsere erste Tour startete mit der Giggijochbahn und wir schwebten auf 2.283 Höhenmeter. Leider versperrte uns Nebel und leichter Regen die Sicht auf den Rotkogel und Schwarzkogel. Je höher wir gelangten, umso freundlicher wurde das Wetter und stellenweise erhaschten wir etwas Sonne. Ein kleiner Gletschersee fügte sich harmonisch ins Landschaftsbild ein und ermöglichte die Sicht auf den Rettenbachferner. Dort konnten wir deutlich Gletscherabschnitte erkennen. Nach einem weiteren Anstieg erreichten wir den Seekogel und die Rotkogelhütte auf 2.666 Höhenmeter. Nach einer kurzen Rast brachte uns die Langeggbahn hinunter zur Stabele Bahn. Diese ist jedoch nur während der Ski Saison in Betrieb. Ein kurzer Wanderweg führte uns zur Alm „Gampe Thaya". Ein uriges Anwesen mit leckeren, lokalen Köstlichkeiten, denen wir nicht widerstehen konnten. So schafften wir den letzten Anstieg, der uns nach Hochsölden brachte. Leider setzte wieder der Nieselregen ein und der Abstieg erfolgte ab dem Restaurant „Sonnblick" bis nach Sölden zu unserem Hotel „Grüner".

3.Tag: 31.08.2020 Freier Tag – AQUA DOME in Längefeld oder Stuibenfall in Umhausen


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Da uns die Wetterprognose nicht mit Sonne verwöhnte, entschieden sich einige
Wanderer für die Therme AQUA DOME in Längefeld. Das wohltemperierte Thermalwasser mit Blick auf die umliegende Bergkulisse hatte auch seinen besonderen Reiz.
Ein anderer Teil der Gruppe entschied sich für den Stuibenfall in Umhausen, es ist der
zweithöchste Wasserfall Tirols mit einer 80 Meter langen Hängebrücke. Eine
Stahlkonstruktion mit Aussichtsplattformen und 728 Stufen
ermöglichten verschiedene Einblicke auf die imposanten Kaskaden.

4.Tag: 01.09.2020   Gaislachkogel
             +150 Höhenmeter -774 Höhenmeter ca. 9 km 4,5 Std.


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Mit der Gaislachkoglbahn gelangten wir fix auf den Gaislachkogel  3.058 Höhenmeter. Dort erwartet uns das „IceQ" aus Stahl und Glas. Eine moderne Attraktion mit atemberaubender Dachterrasse. Das Gipfelkreuz ist die Krönung des „IceQ", da an dieser Stelle auch Szenen von James Bond "007 – Spectre" gedreht wurden. Wir schwebten zur Mittelstation hinunter und ein beschaulicher Wanderweg führt uns zum Hühnersteig'n. Auch dieses liebevoll gestaltete Restaurant bot uns eine Vielzahl an Tiroler Spezialitäten. Nach der Mittagspause begann der Abstieg auf bequemen und markanten Wanderwegen durch Laub- und Nadelwald bis zum Hotel „Grüner" in Sölden.

5.Tag: 02.09.2020 Tiefenbachgletscher – Vent
          +120 m    -1.010 m 9,5 km 5 Std.


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Bei unserer dritten Wanderung tauchten wir in die spektakuläre Gletscherwelt des Tiefenbachgletschers ein. Mit dem Linienbus fuhren wir durch einen Tunnel vom Rettenbachgletscher zum Tiefenbachgletscher. Der Übergang war fließend, vom sattgrünen Nadelwald zu der kargen Gipfelwelt in die hochalpine Gletscherwelt auf 2.800m. Der facettenreiche Panoramaweg verläuft vom Gletscher über die Hänge des Mutbodens, Weisskar und Sonnenberg. Auf Schritt und Tritt lädt die grandiose Aussicht zum Innehalten ein. Immer im Blick der Weisskamm und die gegenüberliegenden Gipfel vom Nederkogel bis zum Großen Ramolkogel.
Ein besonders schönes Plätzchen bestaunen wir am Weisseskar (2.656 m), wo sich ein Bergsee in eine Mulde schmiegt. Typisches Wollgras setzte Akzente in dieser kargen Gebirgswelt. Nach rund 4,5 Stunden Gehzeit kamen die Hotels im urigen Bergsteigerdorf Vent 1.900 m gerade recht, um den Energiehaushalt zu sanieren.
Einige bestellten einen Kaiserschmarren und liessen den Tag Revue passieren. Mit dem Linienbus fuhren wir zurück nach Sölden.

6. Tag: 03.09.2020 Aufstieg zur Similaun Hütte
              +1.120 m ca. 19 km ca. 5,5 Std.


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Mit dem Linienbus erreichten wir das verträumte Bergführer Dörfchen Vent.
Die Sonne strahlte und somit stand unserem Abendteuer nichts mehr im Wege.
Der erste Aufstieg war steil und heftig, brachte die ersten Schweißperlen auf die Stirn.
Dann entspannte sich die Lage, der Weg wurde breit und stetig ging es langsam bergauf. Durch einen Berg Rutsch konnten wir nur auf der gegenüber liegenden Talseite wandern, wodurch sich unser Weg um 1,5 km verlängerte.
An der Martin Busch Hütte angekommen, schmeckte unser Essen vorzüglich.
Weitere 3 Std. über teilweise schmelzende Gletscher ging es zur Similaun Hütte auf 3.019 m. Das war schon anstrengend! Jedoch zur Belohnung gab es einen Gipfel Schnaps und der Blick auf den 3.599 m vergletscherten Similaun war beeindruckend.
Vor 120 Jahren wurde die Similaun Hütte errichtet, die sich jetzt in Privatbesitz der Familie Pirpamer befindet. Sie wird wie eine Alpenvereinshütte betrieben. Hier haben wir im Matratzenlager übernachtet, für viele von uns war es ein einmaliges Erlebis!
Es ist der höchste Punkt der Alpenüberquerung am Schnalskamm in den Ötztaler Alpen und grenzt an die Texel Gruppe in Südtirol.

7.Tag: 04.09.2020 Abstieg nach Vernagt
                     -1.205 Höhenmeter ca. 13 km ca. 4 Std.


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Bei strahlend blauem Himmel erblickten wir am folgenden Morgen, nach mehr oder weniger gutem Schlaf, den majestätischen Similaun. Eine Gletscherzunge war noch deutlich erkennbar. Auf alten Passwegen kamen wir ins Südtiroler Schnalstal bis zum Tisenhof auf 1.814 Höhenmeter. Dieser Bergbauernhof "Tisenhof" (von 1306) besteht aus 3 Gebäuden, diente auch als Jausenstation und wurde 1981 unter Denkmalschutz gestellt.
Der Vernagt- Stausee liegt auf 1.689 Höhenmeter und hat eine Fläche von ca. 100 ha.
Im Stausee versanken acht Höfe des Dorfes Vernagt. Die Spitze des Kirchturms ragt bei Niedrigwasser aus dem See. Der Stausee erstand erst in den 1950 /1960iger Jahren mit einer 65 Meter hohen Staumauer.
Mit dem Bus ging es von Vernagt nach Naturns zum Bahnhof und von dort war es nur ½ Stunde mit dem Zug nach Meran. Im Hotel Kolping standen unsere Koffer bereit und somit war unser Gepäck wieder komplett. Einige Gäste nutzten auch den schönen Pool im Hotel zum Relaxen.
Am Nachmittag war Zeit für einen Spaziergang durch die charmante Altstadt von
Meran. Als Erinnerung an den Auf- und Abstieg zur Similaun Hütte gab es für alle Teilnehmer eine Medaille. Mit einem Lächeln im Gesicht und einem Gläschen Wein
schauten wir zurück zu der Herausforderung, die uns die Grenzen unseres Körpers
zeigten.

8. Tag 05.09.20120 Abreise


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Mit dem Italien Bus-Pendel ging es von Meran über Bozen und weiter bis Steinach
am Brenner, in Österreich.
Dort erfolgte unsere Pause der Umstieg am Hotel „Wipptaler Hof".
Sicher brachte uns der Chauffeur über die Alpen und zurück nach Sachsen.
Jeder von uns trägt in seinem Herzen ein Stückchen von den unbeschreiblich schönen Bergen mit nach Hause. Die Faszination der Alpen ist unglaublich!
Sie strahlen so viel Kraft und Energie aus, die noch sehr lange anhalten wird.

Bestimmt sehen wir uns bei der einen oder anderen Tour wieder,
mit den herzlichsten Grüßen,

Eure Betina

 

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