Single Reise nach Osttirol
Reisebericht: 20.06. – 27.06.2026
Schöne Bergwelt, ruhige Täler beeindrucken in Osttirol. Aber auch das Lesachtal und der Weissensee mit der Schifffahrt haben uns begeistert.
Ein Reisebericht von
Kerstin Hugel
Anreise nach Matrei in Osttirol
Die Anreise beginnt in Dresden und führt zunächst auf den Autobahnen durch Sachsen und Bayern in Richtung Regensburg. Von dort verläuft die Route weiter südwärts in Richtung Alpen. Bereits kurz vor Grenze rücken die ersten Gipfel der Alpen in den Blick. Über Kufstein, das von seiner markanten Festung überragt wird, erreichten wir Tirol. Von Kufstein führt die Strecke durch das Brixental nach Kitzbühel, einen der bekanntesten Wintersportorte Österreichs. Hinter Kitzbühel beginnt der landschaftlich besonders reizvolle Abschnitt der Reise. Über den Pass Thurn gelangt der Bus nach Mittersill und anschließend auf die Felbertauernstraße. Diese 36 Kilometer lange Panoramastraße führt mitten durch den Nationalpark Hohe Tauern und zählt zu den schönsten Alpenstraßen Österreichs. Vorbei an rauschenden Gebirgsbächen, Wasserfällen, Almen und imposanten Dreitausendern durchquerten wir den Felbertauerntunnel. In wenigen Kilometern erreichten wir Matrei in Osttirol das Hotel Goldried.
Dolomitenrundfahrt
Heute erwartete uns eine eindrucksvolle Fahrt durch die Alpen und die Dolomiten. Von Matrei fahren wir entlang der Isel nach Lienz, der Hauptstadt Osttirols. Während der Fahrt eröffnen sich immer wieder Ausblicke auf die Gipfel der Hohen Tauern sowie auf die markanten Bergketten der Lienzer Dolomiten. Lienz gilt als Tor zu den Dolomiten und verbindet alpines Flair mit südlichem Klima. Hinter Lienz verläuft die Strecke durch das Pustertal. Wir passierten die Ortschaften Sillian und Innichen und erreicht anschließend Toblach. Dieses Hochplateau bildet den Übergang zwischen Osttirol und Südtirol. Die Landschaft wird von weiten Almflächen, dichten Wäldern und den Felswänden der Dolomiten geprägt. Von dort begann einer der landschaftlich schönsten Abschnitte der Reise. Die Straße führt durch das Höhlensteintal vorbei am Toblacher See zum Misurinasee. Der auf etwa 1.756 Metern gelegene See zählt zu den schönsten Alpenseen Italiens. Schon auf dem Weg dahin hatten wir einen beeindruckenden Blick auf die weltberühmten Drei Zinnen. Am See sahen wir sie von der Rückseite. Nach unserem Aufenthalt erwartete uns kurvenreiche Strecke bietet zahlreiche Panoramablicke auf die alpine Landschaft. Nach wenigen Kilometern erreichten wir das weite Tal von Cortina d'Ampezzo. Bereits bei der Einfahrt bietet sich ein beeindruckendes Panorama auf die charakteristische Dolomitenlandschaft. Der traditionsreiche Bergort liegt auf rund 1.220 Metern Höhe und ist von den imposanten Gipfeln der Tofanen und des Cristallo-Massivs umgeben. Cortina d'Ampezzo zählt zu den bekanntesten Wintersport- und Ferienorten Italiens. Internationale Bekanntheit erlangte der Ort durch die Olympischen Winterspiele 1956 sowie als Mitgastgeber der Olympischen Winterspiele 2026. Neben seiner eleganten Fußgängerzone mit zahlreichen Geschäften, Cafés und Restaurants begeistert Cortina vor allem durch seine einzigartige Lage inmitten einer spektakulären Hochgebirgslandschaft. Auf dem Weg zurück legten wir noch einen Stopp in der Sennerei Drei Zinnen ein. In Liennz ging es noch einmal hoch hinauf zum Iselsbergpass. Von dort hatten wir einen schönen Blick auf die Osttiroler Dolomiten.
Lesachtal
Am Morgen fahren wir in das Lesachtal in Kärnten. Es gilt als eines der ursprünglichsten Täler der Alpen und wird wegen seiner jahrhundertealten Mühlentradition auch als „Tal der hundert Mühlen“ bezeichnet. Einst klapperten hier rund 200 wasserbetriebene Mühlen entlang der Gebirgsbäche und versorgten die Bergbauern mit Mehl. Heute sind in Maria Luggau noch fünf liebevoll restaurierte und voll funktionsfähige Wassermühlen erhalten. Herr Lugger führte uns entlang des Mühlenweges zu einem kleinen Mühlenmuseum und der traditionellen Brechelstube. In einer Wassermühle haben wir etwas über die historische Mahltechnik erfahren, wie früher mit Wasserkraft Getreide zu Mehl verarbeitet wurde.
Der Ort ist aber auch als Wallfahrtsort bekannt. So spazierten wir von den Mühlen zum Servitenkloster und besuchten die eindrucksvolle Wallfahrtsbasilika Maria Luggau. Der Spaziergang verband Natur, Geschichte und bäuerliche Handwerkskunst auf besonders anschauliche Weise. Im Bauernladen wurde natürlich auch eingekauft. Zum Mittag kehrten wir Cafe Weiler ein und ließen uns den Kaiserschmarrn schmecken. Nach einem kleinen Spaziergang durch den Ort Obertilliach besuchten wir das Vitalpinum. Während einer Führung besuchten wir die Schaubrennerei, die Einblicke in die Gewinnung reinster ätherischer Öle gewährte. Im Park, der die vitale Kraft des Alpinen mit zahlreichen Sinnesstationen wie Pflanzen-Barfußweg, Natur-Bad, Alpenkräuter-Dusche und Zirben-Kraftplatz spürbar macht.
Ausflug ins Villgratental mit Besuch am Wurzenhof
Das Villgratental in Osttirol zählt zu den ursprünglichsten und naturbelassensten Tälern Österreichs. Eingebettet zwischen den Villgrater Bergen und den Karnischen Alpen begeistert es mit einer eindrucksvollen Kulturlandschaft, traditionellen Bergbauernhöfen und einer besonderen Ruhe. Das Tal hat sich seinen ursprünglichen Charakter bewahrt und steht für gelebtes Brauchtum, nachhaltige Landwirtschaft und echtes Tiroler Handwerk. Ein besonderes Ausflugsziel ist der Wurzenhof in Außervillgraten. Der Bauernhof ist seit 1433 urkundlich festgelegt und wird heute von der Familie Leiter bereits in der siebten Generation bewirtschaftet. Das weitläufige Ensemble steht seit 2001 unter Denkmalschutz und vermittelt einen authentischen Einblick in das bäuerliche Leben vergangener Jahrhunderte.
Der rund 300 Jahre alte Hof besteht aus insgesamt 15 Gebäuden. Dazu gehören das traditionelle Bauernhaus, eine historische Schmiede, eine Machlkammer, eine wasserbetriebene Getreidemühle, eine Venezianer-Säge, eine Waschhütte mit Selche, eine Hofkapelle sowie mehrere Wirtschaftsgebäude und Almhütten. Viele der Anlagen sind noch heute funktionsfähig und zeigen anschaulich, wie sich die Bergbauern früher weitgehend selbst versorgten. Besonders beeindruckend sind die restaurierte Getreidemühle und das historische Sägewerk. Wir erlebten altes Handwerk in seiner ursprünglichen Form und erfuhren, wie Holz verarbeitet, Getreide gemahlen und Lebensmittel haltbar gemacht wurden. Auch die liebevoll restaurierte Hofkapelle und die ehemalige Waschküche mit Selche vermitteln ein lebendiges Bild des bäuerlichen Alltags. Nach dem Mittagessen in der Reiterstube kühlten wir uns im gegenüberliegenden Alp Kneipplatz ab. Auch die kleine Wallfahrtskirche Maria Schnee stand auch auf dem Programm.
Ausflug zum Weissensee in Kärnten
Der Weissensee zählt zu den schönsten Naturseen Österreichs und begeistert mit seinem kristallklaren, türkisgrünen Wasser inmitten der Gailtaler Alpen. Auf rund 930 Metern Seehöhe gelegen, ist er der höchstgelegene Badesee der Alpen und gilt als einer der saubersten Badeseen Europas mit Trinkwasserqualität. Rund zwei Drittel des Ufers stehen unter Naturschutz und machen den See zu einem Paradies für Erholungssuchende und Naturliebhaber. Ein besonderes Erlebnis war die Schifffahrt über den rund 11 Kilometer langen See. Von Bord aus eröffnen sich beeindruckende Ausblicke auf die bewaldeten Berghänge und die unberührte Uferlandschaft.
Nationalparkhaus Hohe Tauern – Innergschlössl
Am Vormittag hatten wir Zeit für einen Bummel durch Matrei bevor wir das Nationalparkhaus Hohe Tauern in Matrei in Osttirol besuchten. Während einer Führung durch die Ausstellung wurden uns die vielfältigen Lebensräume des Nationalparks nähergebracht. In sechs Erlebnisräumen werden Gletscher, Bergwälder, Almen, Gebirgsbäche sowie die Tier- und Pflanzenwelt der Hohen Tauern anschaulich präsentiert. Wir erfuhren außerdem etwas über die Entstehung des Nationalparks, die Bedeutung des Naturschutzes sowie das harmonische Zusammenspiel von ursprünglicher Wildnis und jahrhundertealter Bergbauernkultur. Besonders schön waren die spektakulären Panoramafilme, in denen Nationalpark-Ranger die schönsten Naturplätze Osttirols vorstellen – darunter die Umbalfälle, die Jagdhausalmen, Gletscherlandschaften und die Gipfelregionen rund um Großglockner und Großvenediger.
Mit dem Bus erreichten wir das Matreier Tauernhaus ein traditionsreicher Alpengasthof auf 1.512 Metern Seehöhe. Von dort fuhren wir mit dem Panoramazug hinein in das Innergschlössl. Dieser wird auch als „schönste Talschluss der Ostalpen“ bezeichnet. Bereits die Fahrt durch das Tal bietet herrliche Ausblicke auf die umliegenden Dreitausender, blühende Almwiesen und die imposante Gletscherwelt der Venedigergruppe. Das kleine Almdorf besteht aus liebevoll erhaltenen Holzhäusern, Almhütten und dem traditionsreichen Venedigerhaus. Im Sommer verbringen die Almbauern hier die Weidezeit mit ihrem Vieh und pflegen die jahrhundertealte Kulturlandschaft. Die ursprüngliche Bauweise und die ruhige Atmosphäre verleihen dem Innergschlöss einen besonderen Charme.
Kals am Großglockner – Defereggental
Am letzten Tag ging es hoch hinaus. Die Auffahrt von Kals am Großglockner ins Großglockner Resort zählt zu den schönsten Bergerlebnissen in Osttirol. Mit der modernen Gondelbahn gelangten wir bequem von der Talstation in Großdorf auf über 2.400 Meter Seehöhe. Bereits während der Fahrt eröffnen sich beeindruckende Ausblicke auf die Gipfel des Nationalparks Hohe Tauern und den Großglockner, den höchsten Berg Österreichs. An der Bergstation befindet sich die Adler Lounge mit der spektakulären Aussichtsplattform Adlerhorst auf 2.421 Metern. Von hier reicht der Blick über mehr als 60 Dreitausender, darunter Großglockner und Großvenediger. Die Sonnenterrasse lud zum Verweilen ein und bot ein einzigartiges Panorama.
Anschließend fuhren wir in das Defereggental durch eine der ursprünglichsten Naturlandschaften Osttirols bis hinauf zum Staller Sattel auf 2.052 Metern Seehöhe. Der Gebirgspass bildet die Grenze zwischen Österreich und Italien und verbindet das Defereggental mit dem Antholzertal in Südtirol. Schon die Fahrt zum Staller Sattel beeindruckt mit einer abwechslungsreichen Bergkulisse, saftigen Almwiesen, dichte Wälder und kristallklaren Gebirgsbächen. Direkt an der Passhöhe befindet sich der Obersee der nach unserer Einkehr zu einem Spaziergang lockte. Dabei eröffnete sich herrliche Panoramablicke auf die umliegenden Gipfel des Nationalparks Hohe Tauern und die Südtiroler Bergwelt und auf die blühenden Alpenrosen.
Rückreise
Mir vielen neuen Eindrücken und Naturerlebnissen verließen wir Osttirol und traten die Heimreise an.
Europa
Asien
Orient
Nordamerika
Südamerika
Afrika
Ozeanien