Breslau und Krakau – die Königsstädte Südpolens
Reisebericht: 24.06. – 29.06.2026
Polen: So fern, aber auch sehr nah. Wir erkunden einen oft unbekannten Nachbarn im Süden des Landes.
Ein Reisebericht von
Falk Rätzer
1. Tag Mittwoch, 24.06.2026: Anreise nach Breslau mit Schloss Fürstenstein
Unsere Reise startete pünktlich in Chemnitz. Nach zügiger Fahrt in unserem klimatisierten Reisebus erreichten wir nach Zustiegen in Siebenlehn und Dresden, auf direktem Weg über die Via Regia, Polen. Der erste Stopp fand zum Geldwechsel in Zgorzelec ,der Partnerstadt von Görlitz, statt. Nach Fahrt durch Niederschlesien erreichten wir unser erstes Tagesziel, Schloss Fürstenstein (Ksiaz). Das drittgrößte Schloss Polens thront majestätisch inmitten eines 300 Hektar großen Parks im Eulengebirge. Die Führung durch das Schloss mit Audioguide und der Besuch der Schlossterrassen war trotz abnormal hoher Temperaturen ein Höhepunkt des Tages. Nach der Besichtigung setzten wir die Fahrt fort und erreichten am späteren Nachmittag Breslau, die schöne Stadt an der Oder. Nach dem Abendessen als 3-Gang-Menü im Hotel
unternahm ein großer Teil der Gruppe einen abendlichen Bummel durch die Altstadt.
2. Tag Donnerstag, 25.06.2026: Stadtbesichtigung in Breslau – Freizeit
Den Tag begannen wir mit einer Stadtrundfahrt durch das historische Breslau. An der Jahrhunderthalle hatten wir unseren ersten Stopp um diese zu besichtigen und punkt 10 Uhr die Fontänen im Park mit Musik zu erleben. Danach fuhren wir zur Dom- und Sandinsel. Im ältesten Teil der Stadt erhebt sich Breslaus höchstes Gebäude, die Kathedrale St. Johannes des Täufers. Das gewaltige Gotteshaus gehört zu den schönsten gotischen Baudenkmälern Europas. Nach der Besichtigung des Domes fuhren wir zur Universität und besichtigten die Aula Leopoldina. Trotz Hitze ging es zu Fuß in die Altstadt. Dort konnten wir die wundervoll restaurierten Bürgerhäuser rund um den Rynek, dem Herzstück der schachbrettartig angelegten Altstadt, bestaunen. Dabei entdeckten wir viele Zwerge. Das gotische Rathaus mit seinen markanten Giebeln, das zu den bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerken Europas zählt, ging leider im Trubel des Johannismarktes etwas unter. Auch Hänsel und Gretel entdeckten wir. In der anschließenden Freizeit folgte ein großer Teil der Gruppe meiner Empfehlung zu einer deftigen schlesischen Mahlzeit in das Restaurant Spiz zu gehen.
3. Tag Freitag, 26.06.2026: von Breslau nach Krakau
Wir nahmen Abschied von Breslau und reisen mit dem Bus vorbei der Piastenstadt Brieg in Richtung Oppeln. In der Hauptstadt der Wojewodschaft unterbrachen wir unsere Fahrt kurz, um außerhalb des offiziellen Programmes das Museum des Oppelner Dorfes zu besichtigen. Dort konnten wir in einem Freilichtmuseum 59 wiederaufgebaute Holzhäuser sehen und einen Einblick in das ländliche Leben am Ende des 19. Jahrhunderts in Oberschlesien erhalten. Unsere Fahrt setzten wir über Orte, in denen die deutsche Minderheit Polens lebt, vorbei an Gleiwitz und Kattowitz (Katowice) nach Krakau, der Königsstadt am Weichselufer, fort. Krakau erreichten wir gegen 17 Uhr. Nach dem Abendessen im Hotel hatte fast die gesamte Gruppe Lust auf einen Spaziergang zum Markt. Die Temperaturen waren auch am Abend noch sehr hoch und es musste der Durst zum Ausklang des Tages in einem Restaurant gestillt werden.
4. Tag Samstag, 27.06.2026 Krakau Kazimierz, Wawel und Altstadt – Chopin Konzert
Wegen der großen Hitze starteten wir mit Guide Ewa früher als geplant mit der Busfahrt nach Kazimierz. Ende des 15. Jahrhunderts siedelte sich die jüdische Bevölkerung in Kazimierz an. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs war es ein kulturell blühendes Viertel. Dort besichtigten wir das alte jüdische Viertel, warfen einen Blick auf den jüdischen Friedhof und besichtigten die Alte Synagoge.
Anschließend fuhren wir mit dem Bus zur Altstadt und Ewa führte uns bei schon hohen Temperaturen den Wawelberg. Der Wawel (Burgberg) mit seinem Königsschloss stand lange Zeit im Mittelpunkt des kulturellen und politischen Lebens Krakaus. Wir besichtigen die Außenanlagen und die Wawel-Kathedrale und hatten auch Gelegenheit das Grab des Sächsischen Königs August des Starken zu erblicken. Unter dem Schutz der Bäume der Parks um die Altstadt spazierten wir in Richtung der engen Gassen der Altstadt zumRynek, einem der schönsten und ältesten Marktplätze Europas. Dieser Platz, auf in den elf verschiedeneStraßen münden und in dessen Mitte sich die berühmten Tuchhallen befinden, ist umrahmt von restaurierten Bürgerhäusern und Adelspalästen. Besonders die imposante Marienkirche hat uns beeindruckt. Bei der Besichtigung der Kirche wurde uns der Altar des Nürnberger Meisters Veit Stoß erklärt. Natürlich lauschten wir vor der Kirche dem stündlich vom Kirchturm ertönenden Trompetensignal, das stets abrupt abbricht. Wir stärkten uns im Anschluss im Restaurant Stodolka mit guter altpolnische Küche, Abend besuchen wir ein klassisches Chopin-Konzert im Chopin-Konzertsaal in der Altstadt von Krakau.
5. Tag Sonntag, 28.06.2026: Freizeit oder optional Salzbergwerk – Klezmer Abend
Der größte Teil der Gruppe nahm an einem Ausflug nach Wieliczka teil. Hier befindet sichdas weltweit bekannte Salzbergwerk, das durch gesalzene Preise Krakau und Polen zu Reichtum brachte. Mit einem deutschsprachigem Bergführer steigen wir über 380 Stufen auf die erste
Ebene in 64 Metern Tiefe hinab. Der etwa dreistündige Spazierweg führt uns durch eine fantastische Welt
aus Salz. Die Kapelle der Heiligen Kinga zu sehen, war ein besonderes Erlebnis. Auf der dritten Ebene in 135 Metern unter der Erde endet der Rundgang. Mit schnellen Aufzügen kehren aus Temperaturen von 14 ° C in die brütende Sommerhitze ans Tageslicht zurück und schlenderten zurück zum Bus. Am Abend erlebten wir einen Höhepunkt unserer Reise. Im Restaurant Klezmer Hois, wo uns typisch jüdische Speisen serviert
wurden, lauschten wir den Klängen traditioneller Klezmer-Musik.
6. Tag Montag, 29.06.2026 Rückreise nach Deutschland
Während der Reise mit unserem Bus auf der polnischen Autobahn zwischen vielen Trucks, die Waren nach Westeuropa liefern, erblicken wir Gewerbegebiete der polnischen Industrie, die in den letzten Jahren aufgeblüht ist. Wegen der mit den Grenzkontrollen, verbundenen Wartezeiten an der Grenze, wählten wir einen interessanten Weg durch Görlitz und passierten die Grenze über die Stadtbrücke zwischen Zgorzelec und Görlitz.
Eine Reise nach Polen, einem sich sehr dynamisch entwickelnden europäische Land, in dem positive Energie zu spüren ist, einem Land mit alter, aber auch mit wechselvoller, komplizierter Geschichte, erweitert unseren Horizont.
Europa
Asien
Orient
Nordamerika
Südamerika
Afrika
Ozeanien