Reisebericht: Singlereise Erholung an der Polnischen Ostsee

08.02. – 15.02.2020, 8 Tage Busreise für Singles an die polnische Ostsee mit gemeinsamen Ausflügen nach Kolberg, Köslin und Fahrt entlang der Steilküste

Die Ostsee im Februar erleben, dazu traditionsreiche Orte der Küste wie Kolobrzeg, Koszalin, Swinemünde oder Misdroy, die traumhafte Steilküste, lange Sandstrände und Zeit für die Seele...

Samstag, der 08.02.2020- im Reisebus an die polnische Ostsee


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Winter an der Ostsee- diese Vorstellung war für 30 reiselustige Singles wohl so verlockend, dass sie sich heute morgen aufmachten und gemeinsam im Bus gen Norden starteten. Unser Ziel hieß Dzwirzyno in der Nähe von Kolberg an der polnischen Ostseeküste. Auch wenn bei uns noch nicht viel Winter war, so zeigte er sich doch heute Morgen frostig und voller Raureif. Die Sonne hatte aber keine Mühe durchzubrechen und bald schon strahlte sie vom blauen Himmel herunter. Schöner kann ein Urlaub ja nicht beginnen. Zum Mittagsimbiss hatten wir bereits die deutsch-polnische Grenze überquert. Und am frühen Nachmittag endlich erreichten wir unser Ziel.

Dzwirzyno.


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Früher hieß dieser Ort Kolberger Deep. Er liegt direkt am Resco See. Es gibt einen kleinen Fischereihafen und wunderschöne Sandstrände. Die wollten wir natürlich unbedingt sehen, aber zuerst hieß es Einchecken in unser Hotel Bryza. Zu deutsch: Brise. Nach einer kleinen Erkundungstour durch das Hotel mit Maja war dann endlich Zeit, den Ort ein wenig näher kennenzulernen, wer wollte ging schon einmal an den

Strand


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oder sah sich nach Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe um. Wie im Flug verging die Zeit und schon rief das Abendessen. Ein tolles Buffet. Da war für jeden etwas dabei. Wir machten Bekanntschaft mit traditionellen polnischen Gerichten: "Zurek" zum Beispiel, eine saure Mehlsuppe oder "Golabki", geschmorte Kohlrouladen, gefüllt mit Reis und Buchweizen. So gestärkt trafen wir uns am Abend im Gemeinschaftsraum des Hotels. Eine kleine Vorstellungsrunde half beim gegenseitigen Kennenlernen und rasch wurden Gemeinsamkeiten entdeckt oder bereits bereiste Ziele. Dann aber forderte das zeitige Aufstehen doch bei einigen Tribut und wir verabschiedeten uns. Bis morgen.

Sonntag, der 09. Februar 2020- Wir besuchen Kolberg


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Mit einem leckeren Frühstück starten wir in den Tag. Einige waren vorher schon unterwegs und haben am Strand den Tag begrüßt. Wie auch immer, pünktlich um 9 traf unser Reiseleiter Sylwester ein und dann machten wir uns auf den Weg. Erst einmal lernten wir Dzwirzyno kennen. Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war hier Armee stationiert. Nach ihrem Abzug stand vieles leer und so baute man kleine Häuser, die an Fischerfamilen vergeben wurden. So kamen neue Bewohner in den Ort und auch die Fischerei wuchs. Heute zeugen davon nur noch einige der kleinen Häuschen und natürlich der Hafen. Kur- und Reha-Hotels sind die wichtigsten Wirtschaftszweige geworden. Dann machten wir uns auf den Weg nach Kolobrzeg/ Kolberg. Im Bus war es kuschelig, er hatte gerade so viele Sitzplätze wie wir Gäste waren, so fuhren wir zum

Hafen von Kolberg.


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Sylwester erzählte uns, dass hier mehr als 60 % aller Fische der polnischen Fischereiflotte gefangen werden. Die Boote sind dafür in der Ost- und Nordsee unterwegs. Um den größten Fischereihafen der polnischen Küste siedelten sich entsprechend viele verarbeitende Betriebe an, die den Menschen hier Lohn und Brot garantieren. An der Promenade schließlich steigen wir aus und spazieren zum Leuchtturm. Die Sonne meinte es gut mit uns, sie verwöhnte uns und uns gelangen tolle Fotos. Gemeinsam spazierten wir zur Strandpromenade und von hier aus konnte jeder selber entscheiden, was er/sie sich ansehen wollte. Einige liefen weiter bis zur Seebrücke, immerhin mit 220 Metern die zweitlängste Betonseebrücke Polens. Andere bummelten an der Promenade entlang oder gönnten sich einen Espresso im Cafe. Am Bus trafen wir uns zur verabredeten Zeit. Unser Fahrer Marius hatte inzwischen den Bus getauscht, nun war mehr als genug Platz für jeden von uns. Nur auf der Straße nicht mehr. Ein ganz besonders "cleverer" Fahrer hatte sein Auto so geparkt, dass unser Bus nicht vorbei passte. Aber Marius meisterte das hervorragend und so ging es weiter zur

Altstadt von Kolberg.


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Vorbei an einer der 15 Solequellen der Stadt ging es durch den Kolberger Kurpark. Hotels reihen sich hier aneinander, aber auch Ausbildungsstätten für z.B. Physiotherapeuten und Freizeiteinrichtungen wie Konzertbühnen. Weiter ging es durch die Wohnsiedlung "Gärten". Sie erhielt ihren Namen, weil hier früher Kleingärten waren. In Alt-Kolberg zeigte uns Sylwester eine Kapelle. Sie ist aus dem 12. Jahrhundert und gehörte damals zur ersten Burg, die 880 errichtet wurde in Kolberg. Wir fahren weiter und wo heute Wiesen sind waren früher Schlachtfelder; des 30-jährigen Krieges ebenso wie die des zweiten Weltkrieges. Napoleon belagerte hier die Stadt 1806/1807 und hier fand auch die größte Panzerschlacht des Zweiten Weltkrieges statt- im März 1945 um die Festung Kolberg. Unsere Fahrt führt uns weiter, vorbei an der Salzinsel, ins alte Stadtzentrum. Hier steigen wir aus und sehen uns um. 90 % der Stadt war zerstört worden im Krieg und so baute man die Stadt nicht nach alten Plänen auf sondern entwarf eine neue Architektur, die alte und neue Elemente verband. Mit diesem Konzept gewann man sogar die Goldmedaille. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ein einziges Bürgerhaus hat die Wirren überstanden und zeugt heute noch von den damaligen Bauten hier. Das haben wir uns natürlich angesehen, bevor wir zum

Rathaus von Kolberg


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weiter spazieren. Ein Bau von Schinkel, so erzählt Sylwester. Monumental steht es da und ist beeindruckend. An der Rückseite sind noch einige der originalen Streben zu sehen. Die Vorderseite schmücken das Wappen der Stadt, die Uhr und der Adler. Im Wappen sind 2 Schwäne zu sehen, diese Wappentiere sind zahlreich in Kolberg und es gab sogar extra einen Beauftragten, der den "Schwanenpfennig" eintrieb und so den Unterhalt und die Versorgung der Tiere sicherstellte, seine eigene gleich noch mit. Wir spazierten weiter, die Marienkirche konnten wir noch nicht innen anschauen, an Sonntagen gibt es strenge Regeln für Führungen. Also verschoben wir das auf 14 Uhr. Erst einmal zeigte uns unser Stadtführer die Kirche selber mit dem Denkmal davor. Es wurde zum 1000-jährigen Bestehen des hiesigen Klosters im Jahre 2000 eingeweiht. Aber so schön die Sonne heute auch schien- das Orkantief "Sabine" schickte erste Ausläufer zu uns, der Wind war ziemlich kalt und so freuten wir uns, dass wir im 

Henkerhaus "Domek Kata"


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einkehren konnten. Den Namen erhielt es, weil Kolberg selber keinen Henker hatte. Immer, wenn er benötigt wurde kam er aus anderen Städten hierher und wohnte dann für ein paar Tage- bis seine "Arbeit" getan war- hier in diesem Haus. Wir bekamen hier herrlichen warmen Apfelstrudel mit Sahne und Kaffee. Ein tolles Ambiente innen und leckerer Kuchen- was wollten wir mehr. Wer wollte ging dann noch einmal mit Sylwester zur Marienkirche, alle anderen später mit mir zum Bus zurück. Hier verabschiedeten wir uns von Sylwester für heute und Marius fuhr uns zurück zu unserem Hotel nach Dzwirzyno. Der Nachmittag war noch jung, also lud ich zu einem

Strandspaziergang zum Hafen


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ein. Hier lief es sich wunderbar, der Sturm schickte seine Ausläufer von Süden her und am Strand schützte uns der Kiefernwald davor. Wir genossen das Rauschen des Meeres und die Möwen. Im Hafen lagen gut vertäut Fischerboote, die Fahnen ihrer Fangbojen spielten mit den Windböen und einige Fisch-Räuchereien hatten noch geöffnet. Die waren aber auch zu verlockend. Zurück ging es für die meisten wieder am Strand entlang. Wie gut die Luft tat. Und sie machte Appetit. Auch wer im Haus geblieben war, hatte sich diesen geholt, Schwimmen und Relaxen im Whirlpool waren hier angesagt. Das Buffet zum Abendessen ließ wieder keine Wünsche offen- außer dass man viel mehr hätte kosten wollen. So reichhaltig und vielfältig war das Angebot. Wer danach wollte traf sich auf eine Partie Romme oder plauschte gemütlich in der Cafeteria über die Erlebnisse des Tages (und des Lebens). Bis morgen!

Montag, der 10. Februar 2020- ein Ausflug entlang der polnischen Ostseeküste


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In der Nacht zog das Orkantief "Sabine" über uns hinweg, gott sei dank erreichten uns nur noch Ausläufer davon. So konnten wir heute morgen ohne Behinderungen auf den Straßen zu unserem Ausflug starten. Beim Frühstück ließ sich sogar die Sonne blicken, aber pünktlich 10 Uhr verzog sie sich hinter dicken Regenwolken. Uns störte das nicht weiter, wir sitzen ja im Bus. Von fern grüßte wieder der 74 hohe Turm der Marienkirche Kolbergs, wir überquerten den Fluss Persante, passierten Alt-Kolberg mit der Johannis-Kapelle, die wir uns gestern kurz angesehen hatten. Am ehemaligen Militärgelände vorbei erreichen wir den Kolberger Stadtwald-ein Naturschutzgebiet, der Ökopark Ost. Das weitläufige Moorgebiet- der "Salzmorast" ist auch ornithologisches Schutzgebiet, in dem sich Reiher, Schwäne, Kormorane und und und tümmeln. Bald erreichen wir Henkenhagen, das kleine Seebad, es regnet immernoch und so schauen wir uns die Stadt vom Bus aus an. In Erinnerung wird uns das "Glücks-Reh" bleiben. Ein kleines Denkmal eines Rehs vor dem Hallenbad. Es erinnert an ein Reh, dass auf einer Eisscholle trieb und jämmerlich um Hilfe rief. Die hiesige Feuerwehr rettete es- seitdem ist es das Glücks-Reh. Unsere nächste Station heißt

Funkenhagen / Gaski


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Am Leuchtturm steigen wir aus, 52 Meter ist er hoch. Leider wird er gerade restauriert, deshalb konnten wir nicht hinaufsteigen. Also gehen wir hinunter an den Strand. Das Meer ist aufgewühlt und immernoch unruhig, liefert uns aber mit seinen Wellen ein einmalig schönes Schauspiel. Es hat auch aufgehört zu regnen und so genießen wir die Zeit hier. Viel zu früh geht es wieder weiter. Immer Richtung Osten. Sylwester erzählt uns, wenn es nicht so wolkenverhangen wäre, könnten wir jetzt die höchste Erhebung des Nordens sehen: den Gollenberg mit seinen beieindruckenden 137 Metern. Er ist einer von 3 heiligen Bergen, die einst Kultplätze slawischer Götter waren. Bald schon erreichen wir unser nächstes Ziel:

Mielno.


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Es wird auch das polnische Ibiza genannt. Sylwester meinte, hier wäre im Sommer nachts um 2 mehr los als auf dem Kolberger Marktplatz zum Mittag. Mielno ist auch das Zentrum der "Eisbader". Sie werden nach dem Maskottchen der Stadt- einem Seelöwen (Mors)- Mors genannt. Der Rekord liegt wohl bei mehr als 2000 Eisbadenden gleichzeitig hier. Wir bummeln die Promenade entlang und dann zeigt sich endlich auch die Sonne wieder. Wir haben Zeit für eine Mittagspause, spazieren am Strand entlang, die Promenade weiter oder genießen im Cafe einen Espresso. Am Mors, am Seelöwen an der Promenade, treffen wir uns wieder und machen uns auf den Weg zum Bus. Kurz vor dem Bus erwischt uns noch ein ordentlicher Graupelschauer. Wir hätten keine Minute später losgehen dürfen...Am Jamunder See entlang geht es dann zum letzten Ziel für heute:

Koszalin/ Köslin.


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1214 wurde diese Siedlung erstmals erwähnt, das Lübecker Stadtrecht erhielt sie bereits 1266. Heute hat Köslin ca. 100.000 Einwohner und ist eine Universitätsstadt. Eine Stadtrundfahrt führt uns vorbei an den Uni-Gebäuden, am Rathaus, den Schulen und Hochschulen, der Philharmonie und dem Amphitheater. Wir queren den Mühlenbach, hier wurden auch Reste der alten Stadtmauer gefunden. Vorbei am Park der pommerschen Herzöge geht es schließlich zur Marienkirche. Hier steigen wir aus und schauen uns die imposante Kirche an. Im Innern wollen wir die Gebete nicht stören, deshalb erzählt uns Sylwester im abgegrenzten Raum etwas zur Geschichte der Kirche. Von hier aus geht es zur

Kowal-Brauerei.


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In der alten Mälzerei befindet sich heute ein Restaurant, eine Art Brauhaus. Wir verkosten das hauseigene Bier, wer wollte auch Honigbier. Dazu gab es Schmalz, Brot und Salzgurken- hmmm. So gestärkt schauten wir uns im kleinen Museum zur Geschichte der Brauerei um. Viel erfuhren wir von der wechselvollen Geschichte, den verschiedenen Besitzern und anschaulich standen in den Vitrinen die gläsernen Zeugen der Vergangenheit. Schließlich verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Weg zum Bus. Marius brachte uns sicher zurück zum Hotel, was für ein schöner Tag! Das leckere Abendbuffet lud dann ein, ausgiebig den Tag Revue passieren zu lassen und wer wollte, setzte das am Abend in der Cafeteria fort.

Dienstag, der 11. Februar 2020 - unser Ausflug nach Stettin/ Szczecin


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Wolkenverhangen begrüßte uns der neue Tag. Doch das leckere Frühstückbuffet entschädigte uns. Pünktlich zur Abfahrt kam dann auch die Sonne heraus. Allerdings nicht lange und auf unserem Weg nach Stettin regnete es ohne Unterbrechung. Unterwegs erfuhren wir viel Interessantes von Sylwester. 16 Woiwodschaften hat Polen, Westpommern ist eine davon und Stettin seine Hauptstadt. Pommern oder Pomorskie, lateinisch Pomerania, bedeutet soviel wie Land am Meer. Stettin bekam bereits 1243 Stadtrecht und ist heute mit ca. 400.000 Einwohnern die siebtgrößte Stadt Polens. Flächenmäßig allerdings liegt sie nach Warschau auf Platz 2, so weitläufig ist die Stadt durch die Eingemeindungen der umliegenden Dörfer geworden. Die Stettiner sagen auch: wir leben in einem Dorf mit Straßenbahn. Mit einem kleinen Zwischenstopp erreichen wir schließlich die Stadt und genießen bei der Fahrt über die Oder-Brücke den ersten Blick auf die Jakobi-Kirche, die Dreifaltigkeitskirche, das Stettiner Herzogsschloß...An der

Hakenterrasse


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dann unser erster Stopp. Es hörte in eben diesem Moment auf zu regnen und so konnten wir uns in Ruhe umsehen. Den Namen hat sie vom langjährigen Bürgermeister der Stadt: Hermann Haken. Ein toller Blick auf die Oder von hier oben! Sylwester erzählt uns von einem ambitionierten Projekt: Bis 2050 sollen hier die "schwimmenden Gärten" entstehen. Im Oderdelta entsteht der größte Yachthafen der Ostsee und überall werden die Oderarme mit Gärten etc. verbunden. Dann geht unsere Fahrt weiter, vorbei an der Heilig-Geist-Kirche, dem Roten Rathaus, dem Hauptbahnhof, dem Hafentor (früher Berliner Tor) geht es Richtung Zentrum. Der 126 Meter hohe PZM-Turm ist unser Ziel. Hier steigen wir aus und fahren in den 22. Stock hinauf. Hier oben in 98 Metern Höhe ist das

Cafe 22.


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Wir genießen den traumhaften Ausblick. Ein Rundblick lohnt, zumal zu den Aussichten immer kleine Infotafeln mit allem Wissenwerten angebracht sind. Eberhardt Travel lud zu einem Kaffee oder Espresso und wer wollte aß noch eine Kleinigkeit bevor wir weiterfuhren. Es geht durch das Viertel, das vor allem von Franzosen nach den Zerstörungen im Napoleonischen Krieg wieder aufgebaut wurde- daher der Name französisches Viertel. Am Sitz des Stadtrates und des Stadtpräsidenten vorbei geht es durch das ehemalige jüdische Viertel, das Villenviertel und den Park mit seinem Sommertheater, am Rosengarten vorbei. An derRückseite des Stadtratsgebäudes bewundern wir die Platanenalleen und gegenüber das Denkmal der Polen, die 3 Adler. An der Springsbrunnen-Allee entlang geht es schließlich zu unserem letzten Ziel für heute: dem

Schloß der pommerschen Herzöge.


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Gegenüber grüßt die Peter-und Paul-Kirche, die älteste Kirche der Stadt. Mit Sylwester spazieren wir zum Schloss und er erzählt uns von der Geschichte, wie Bogislaw X. das Schloß anläßlich seiner Hochzeit mit Anna von Polen 1490 neu bauen ließ, es mit dem Aussterben des Greifen-Geschlechtes schließlich als Regierungssitz, Münzprägestätte, Gericht und Arsenal diente. Im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde es zwischen 1958 und 1980 wieder aufgebaut. Heute ist es ein Kulturzentrum, finden Theateraufführungen, Opern und Konzerte statt. Wir haben Gelegenheit, uns umzusehen, der scharfe Wind allerdings sorgt bald dafür, dass wir wieder im Bus sitzen. Und so starten wir die Rückfahrt nach Dzwirzyno, die uns Sylwester mit kleinen Sprachkursen und Erzählungen, welch schmackhaften Gerichte man aus den Pilzen der heimischen Wälder hier zubereiten kann, verkürzt. Im Hotel wartet bereits das Abendessen und wer möchte kann dann das Tanzbein schwingen, Live-Musik ist heute angesagt.

Mittwoch, der 12. Februar 2020- Unser Ausflug an die Steilküste


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Nach unserem gewohnt guten Frühstück starten wir heute gen Westen. Die Steilküste Westpommerns wollen wir kennenlernen. Also überqueren wir die neue Brücke über die Mündung des Resko- Kamper-Sees in die Ostsee und stoppen kurz an einem Gedenkstein. Er erinnert an einen Abschuss eines Flugzeuges am 08. März 1945 über diesem See. 80 Kinder und die Besatzung kamen damals ums Leben, sie sollten von der sogenannten "Kinderland-Verschickung" nach Hause evakuiert werden. Unser erster Stopp heute ist am Hafen, an der

Mündung der Rega in die Ostsee.


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Zu unserem großen Glück kam sogar die Sonne kurz ´raus und so genossen wir den Sturm, die Wellen und dieses einmalige Schauspiel, auch wenn manch einer dies mit nassen Füssen "bezahlte". Gern wären wir länger geblieben, aber wir haben einen Termin- also weiter.Wir passieren Trebs mit seiner wunderschönen Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die Marienkirche in Treptow, von wo aus 1534 die Reformation in Polen begann. Dann erreichen wir

Kamien Pomorski- Camin.


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Am Haff steigen wir aus, spazieren am Hafen entlang und an der alten Stadtmauer, erreichen schließlich das Rathaus. Anschaulich zeigt uns Sylwester, wie man hier Verurteilte ankettete und erzählte uns zur Geschichte. Dann ging es weiter zur Kathedrale, zum alten Bischofssitz. In dieser befindet sich die zweitgrößte Orgel Polens mit mehr als 6000 Pfeifen. Jedes Jahr im Sommer findet hier das Orgel-Festival statt und berühmte Kantore kommen hierher, um auf dieser Orgel spielen zu können. Extra für uns erklingt ein Orgelkonzert, natürlich mit Bach´scher Musik aber auch mit dem berühmten "Hallelujah" von Leonhard Cohn. Ein tolles Erlebnis. Da waren wir uns alle einig. Wer wollte, konnte sich noch etwas umschauen, bevor wir uns am Bus wiedertrafen. Weiter ging unsere Fahrt. Das

Ostseebad Hoff- Trzesacz


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wollten wir kennenlernen. Hier steht die Ruine einer Kirche, die vor den Fluten der Ostsee gerettet wurde. Sylwester erzählte uns dazu eine schöne Legende: Fischer des Ortes hatten eine Meerjungfrau gefangen. Sie war eine Tochter Neptuns und so schön, dass sie sie unbedingt behalten wollten. Sie weinte und schrie, sie könne ohne ihr klares Wasser der Ostsee nicht leben- die Fischer verstanden sie aber nicht und meinten, sie sänge. Sie bemerkten aber, dass es ihr immer schlechter ging. Also fragten sie den Pfarrer, was sie tun könnten. Er meinte, sie müsse getauft werden, dann führe der böse Geist aus ihr. Sie wurde also getauft, aber es half nicht. Bald darauf starb sie. Da sie getauft war, wurde sie in geweihter Erde an der Kirche beigesetzt. Als Neptun bemerkte, dass seine Tochter gefangen war und schließlcih gestorben war wurde er wütend und befahl der Ostsee, so lange gegen die Küste zu peitschen, bis der Körper seiner Tochter wieder im Meer geborgen war. Und so kam es, dass auch die Kirche am Friedhof Stück für Stück in den Fluten versank. Nur die Südwand konnte noch gerettet werden. Dann konnten wir diesen Ort auch selber besuchen. Die Kirchenwand steht heute hoch über der Steilküste, auf einer Aussichts-Plattform hat man einen phantastischen Blick auf die Küste und den Strand und mit den Wellen heute hatten wir tolle Motive zum Fotografieren. Der Sturm war ordentlich und wir waren froh, ins Cafe am Ort gehen zu können. Hier war für uns Kaffee und Kuchen vorbereitet. Das tat gut. Ein wenig Freizeit, dann trafen wir uns am Bus wieder.

Horst-Seebad- Niechorze


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war unser nächstes Ziel. Auch hier wollten wir uns einen Leuchtturm ansehen. Einen von den 16 Türmen an der polnischen Ostseeküste. Die Steilküste ist hier 16 Meter hoch, der Leuchtturm 60. Leider ist er geschlossen und so kann man nicht hinaufsteigen. Also machen wir nur einen Fotostopp, werfen einen Blick von der Steilküste und dann flüchten wir vor dem Sturm und Regen, der wieder einsetzt, in den Bus. Nun geht es wieder "nach Hause". Es ist ungemütlich draußen, also sind wir froh, als wir wieder im Hotel sind und die Zeit bis zum Abendessen in aller Ruhe drinnen verbringen können. Das Abendessen ist wieder Spitze und dann sitzen wir noch beisammen, wer möchte spielt Romme oder Scrabble, andere sitzen zusammen in der Cafeteria. So geht wieder ein schöner Tag zu Ende. Bis morgen.

Donnerstag, der 13. Februar 2020- Unser Ausflug nach Swinemünde


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Heute Nacht hat es wieder ordentlich gestürmt. Pünktlich zum Frühstück kam jedoch die Sonne und verwöhnte uns heute. Fast alle Gäste hatten sich für den fakultativen Ausflug nach Swinemünde entschieden und so starteten wir bei strahlendem Sonnenschein. Vieles unterwegs war bereits bekannt, die Marienkirche in Treptow an der Rega zum Beispiel, aber da gab es ja noch diesen "Grütze-Turm". Der hat seinen Namen tatsächlich davon, dass die Bewohner der Stadt von diesem Turm heiße Grütze auf die Angreifenden Greifen gekippt hatten. Weiter geht unsere Fahrt, vorbei an der Fachwerkkirche, die damals von der Familie von Fläming gestiftet wurde, einst Großgrundbesitzer und die reichste Familie hier. Dann erreichen wir die Insel Wolin. Und wir sind erstaunt: Niemand von uns hätte diese mit dem sagenumwobenen Vineta in Verbindung gebracht. Aber es soll sich tatsächlich um Vineta handeln. Man weiß, dass es hier Handelszentren gab, schon vor mehr als 1000 Jahren. Slawische Völker trieben Handel mit Wikingern, Arabern...es ging um Bernstein, Salz, Pferde, aber auch Sklaven. Otto von Bamberg christianisierte hier die Slawen im 12. Jahrhundert und nach einem Überfall der Wikinger 1157 wurde alles komplett zerstört. So soll Vineta untergegangen sein. Dann erreichen wir die

Fähre über die Swine


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- noch die einzige Möglichkeit, die Insel Usedom mit unserem Ziel Swinemünde von hier aus zu erreichen. Sylwester erzählt uns, dass es ein Tunnelprojekt gibt, dass die Swine unterqueren will und schon 2025 soll der Verkehr durch diesen Tunnel rollen. Wir haben Glück, ohne größere Wartezeiten gehen wir an Bord und passieren den Kaiserkanal, der 1873-75 erbaut worden war. An der anderen Seite steigen wir wieder in den Bus und erreichen bald

Swinemünde.


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Große Namen sind mit dieser Stadt verbunden. Theodor Fontane wohnte z.B. hier. Vorbei an der Fischerkirche fahren wir Richtung Kurviertel. Die Fischerkirche erhielt ihren Namen, weil sie ein Dankesbau der Fischer war, die auf Meer in schweren Sturm gerieten, ihre Gebete um Rettung wurden erhört, das Meer beruhigte sich und sie kamen sicher heim. Während wir durch das Kurviertel fahren erzählt uns Sylwester von der Seebrücke. In Kürze soll hier nämlich die längste Seebrücke gebaut werden. Derzeit steht die längste in Heringsdorf mit ca. 600 Metern. Die in Swinemünde soll 700 Meter lang werden. Nun wollen wir uns aber selber umsehen. An der Promenade steigen wir aus und haben genügend Zeit zum Bummeln, Genießen und auch für einen Mittagsimbiß. Dem leckeren Fisch konnte kaum jemand widerstehen. Aufgetankt mit Sonne und jeder Menge Meeresbrise steigen wir wieder in den Bus und starten zu unserem nächsten Ziel:

das Seebad Misdroy auf der Insel Wolin.


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Mit der Fähre geht es retour, auch hier haben wir Glück und müssen kaum warten. Quer durch die Insel Wolin geht es dann nach Misdroy. Wir erfahren, dass Wolin die größte Insel Polens ist und dass mit dem Woliner Nationalpark hier einer von 2 Nationalparks an der polnischen Ostsee liegt. Sein Wahrzeichen ist der Seeadler. Ca. 200 Paare sollen hier brüten. In Misdroy angekommen ist wieder Zeit, sich individuell umzusehen. Die Seebrücke lädt ein und sofort ziehen uns die phantastischen Torten und Kuchen in den Auslagen in ihren Bann. Die/der eine oder andere gönnt sich sogar ein Eis und so genießen wir die Zeit hier. Viel zu schnell heißt es: Aufbruch. Es geht zurück Richtung Hotel. Unterwegs hatten Sylwester und ich jedoch noch eine kleine Überraschung eingebaut: Wir fuhren noch einmal zur

Mündung der Rega,


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die uns gestern so stürmisch empfangen hatte. Heute ist das Meer ruhig und wir genießen die Brise. Dazu gibt es für jeden Sekt und eine Kleinigkeit zum Naschen. Gemeinsam stoßen wir an auf die tolle Zeit, die wir bisher an der polnischen Ostseeküste hatten. Der Tag morgen ist frei, jeder kann ihn verbringen wie er möchte, also verabschieden wir uns heute von Sylwester mit einem großen Dankeschön für die vielen tollen Erlebnisse. Auch von Adam, unseren Busfahrer verabschieden wir uns mit einem großen Dankeschön. Er bringt uns aber noch sicher ins Hotel zurück. Hier wartet heute ein polnischer Abend- Spezialitäten der polnischen Küche werden zum Abendessen serviert. Hmmm. Dann ist wieder Tanz angesagt. Wer das nicht mochte, der spielte wieder Romme oder saß einfach bei etwas mehr Ruhe in geselliger Runde beisammen.

Freitag, der 14. Februar 2020- Valentinstag


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Heute ist ein freier Tag. Und das wird gleich mehrfach gekrönt. Zum einen strahlt seit dem Morgen die Sonne und dann ist auch noch Valentinstag. Also überrasche ich unsere Gäste mit einem Schokoladenpräsent zum Frühstück. Eberhardt Travel macht´s möglich. Sichtlich erfreut genießen dann alle ihr Frühstück. Danach gestaltet jeder den Tag, wie er / sie gerne möchten. Eine Gruppe hat sich verabredet, bis Kolberg am Strand entlang zu spazieren. Das sind mehr als 10 Kilometer- also Respekt. Andere spazieren mit mir zum Hafen und genießen zum Mittag in der

Fischgaststätte "U Lecha"


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phantastische Fischsuppe, Dorsch oder Zander. Die gute Küche hier hat sich herumgesprochen und bald schon trudeln die nächsten Gäste unserer Gruppe hier ein. Wer wollte fuhr am Nachmittag mit dem Express-Bus nach

Kolberg.


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Vom Busbahnhof ist es nur ein Katzensprung bis zur Seebrücke. Bei diesem schönen Wetter einfach ein "Muss". Auch unsere Wanderer nutzen den Nachmittag hier zum Bummeln und genießen. Das eine oder andere Souvenir wird noch erstanden, die Lieben daheim sollen ja auch etwas von unserer Reise haben. Wer im

Hotel "Bryza"


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geblieben ist gönnt sich heute die lang ersehnte Massage, für die immer keine Zeit war, nutzt das Schwimmbecken oder die Sauna. So vergeht der Tag wie im Flug. Schon ist wieder Zeit zum Abendessen und danach wollen wir uns noch einmal in der Cafeteria treffen, um unsere Reise Revue passieren zu lassen. Morgen geht es nach Hause. Schade, dass die schöne Zeit immer so schnell vorbei geht. Also dann: auf einen schönen Abend und bis morgen!

Samstag, der 15. Februar 2020- es geht nach Hause


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Unser Bus für die Rückreise wird am späten Vormittag kommen, das heißt für uns, ganz entspanntes Frühstücken und Koffer packen. Die meisten nutzten die Zeit noch für einen herrlichen Spaziergang durch den Ort oder am Strand entlang. Dann aber hieß es endgültig: Abschied nehmen. Der Bus der Usedomer Bäderbahn brachte uns sicher wieder zu unseren Ausstiegsorten. Pünktlich waren alle Transfers vor Ort und so erreichten alle sicher und wohlbehalten ihr Zuhause. Und damit auch von mir ein herzliches

"Auf Wiedersehen, liebe Gäste".


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Es hat mir viel Spaß gemacht, Euch zu begleiten und mit Euch diesen Landstrich zu erkunden. Bleibt gesund und reiselustig, vielleicht sehen wir uns dann bei einer Eurer nächsten Reisen mit Eberhardt Travel wieder. Ich würde mich freuen. Bis dahin also 
herzliche Grüße
Eure

Marlies Thrum


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