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Reisebericht: Rundreise in Polen: Danzig & Masuren

19.09. – 25.09.2020, 7 Tage Rundreise Masuren: Danzig - Oberlandkanal - Masuren - Nikolaiken - Marienburg

Es war für fast alle Gäste der erste Ausflug nach Danzig und die Masuren. Besonders hat uns neben der Natur die Herzlichkeit der Menschen beeindruckt.Wir waren uns einig, wir kommen wieder.

Die Anreise


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Pünktlich 6:00 Uhr, für einige Gäste mit Transfer schon eher, ging die Reise in Dresden los. Wir wählten die südliche Route vorbei an Posen, Bromberg. Zuerst ging es zügig, alle Gäste waren pünktlich am Zustiegsort. Nördlich von Bromberg (Bydgoszcs) wurden die Straßen kräftig ausgebaut, was uns etwas ausbremste. Gegen 16:30 Uhr hatten wir es geschaffte. Jazek unser örtlicher Reiseleiter, begrüßte uns mit den Zimmernschlüsseln. Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten erkundeten einige die Stadt bzw. erholten sich auf dem Zimmer. Beim Abendessen lernten wir uns dann untereinander etwas genauer kennen. Der Warmteil des Abendessen wechselte permanent und der Kaltanteil war liebevoll angerichtet.

Besichtigung von Danzig


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Früh brachen wir auf, um für drei Stunden zu Fuß die Stadt zu erkunden. Unser örtlicher Reiseleiter, ein ehemaliger Lehrer für Deutsch und Geschichte, brachte und nicht nur die Stadt und seine Gebäude nah, sondern erklärte uns auch viele politische Zusammenhänge der Vergangenheit. Gleich zu Beginn konnten wir die weltberühmte Ansicht auf das Krantor von Danzig bewundern. Von der Größe her ist die Stadt mit Dresden zu vergleichen, 500.000 Einwohner hat die Stadt und gilt noch heute als das Zentrum des weltweiten Bernsteinhandels. Uns haben die farbigen Häuser des Langen Marktes und der Langen Gasse, der Neptunbrunnen und das ehemalige Rathaus beeindruckt. Vielleicht der Höhepunkt war der Besuch der gotischen Marienkirche, die Basilika der Himmelfahrt der Allerheiligstein Jungfrau Maria. Diese stellt eine der größten Hallenkirchen weltweit dar und eine der größten Backsteinkirchen.
Nach etwas Freizeit ging es am Nachmittag in den Ortsteil Oliwa, wo wir ein Orgelkonzert erleben konnten. Zum Hotel zurück ging es Richtung Ostsee und wir konnten die Westernplatte bewundern und den historischen Bezug erkennen. Zurück zum Hotel ging es an der Werft vorbei und so war Solidarnosc und dann das entsprechende Denkmal nicht weit.
Den Abend rundete ein gemeinsames Abendessen in einer typisch regional/polnischen Gaststätte mit Pirogen (gekocht oder gebraten) ab. Zuvor erklommen noch einige Gäste den Turm der Marienkirche über 400 Treppenstufen.

Oberlandkanal und Masuren


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Wir freuten uns alle auf die Weiterfahrt. Die Masuren rufen und es werden heute für uns 250 km.  Über Elbing, dem Wohnort von Jazek, der uns die ganze Reise begleitete und uns mit ganz viel Informationen versorgte, geht es nach Osterode(Ostroda) zum Oberlandkanal. Dies ist eine 130 km lange Schiffsverbindung, die Mitte des vorvorigen Jahrhunderts erbaut wurde um u.a. Osterode mit Elbing zu verbinden. Er diente überwiegend dem Transport von Holz und Getreide. Man verzichtete auf die vielen notwendig gewesenen teuren und zeitraubenden Schleusen und überwand den Höhenunterschied mittels fünf Rollberge. Diese sind mit wassergetriebenen Standseilbahnen ausgerüstet und überwinden insgesamt 99 Meter.  Nach Fertigsetellung erreichte man lediglich eine Auslastung von 50%, da inzwischen andere Transportmittel (vor allem Eisenbahn) sich weiterentwickelt hatten. Vor etwa 40 Jahren übernahm die Stadt Osterode den Betrieb und entwickelt es zu einer sehr interessanten Attraktion.
Auf der Weiterfahrt besuchten wir Allenstein (Olsztyn). Das Kopernikusdenkmal, die Burg, die St. Jakobus Kirche, die Evangelische Erlöserkirche, die Herz Jesu Kirche und das leckere Eis bleiben in Erinnerung.
Am Hotel angekommen, erfreute sich jeder am Seeblick vom Balkon seines Zimmers und später am wunderschönen Sonnenuntergang über dem See. Zuvor waren die Mutigsten von uns noch bei 18 Grad(?) im See schwimmen. Auch machten wir noch Bekanntschaft mit Bärenfang. Dies ist ein Wodka mit Honignote und geht auf einen gefährlichen Bären zurück, der sich nicht fangen lassen wollte. So kam man auf die Idee, Honig mit Wodka zu mischen. Der Bär ging in diese "Falle", schleckte den Honig, schlief ein und wurde gefangen.

Rundfahrt durch die Nordmasuren, ein Tag mit vielen Höhepunkten


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Es sollte der Tag mit dem am dichtesten gedrängten Terminablauf werden. Wir starteten früh Richtung Heilige Linde (Swieta Lipka) um als erstes die von Jesuiten erbaute bekannte Wallfahrtskirche zu besichtigen und eine beeindruckende Orgelpräzisierung zu erleben. Neben der Orgel ( viertausend Pfeifen, 42 Reguister) war der Hochaltar und Deckenmalerei besonders imposant.
Weiter ging es durch schöne Wälder Richtung Rastenburg(Ketrzyn) zur Wolfsschanze, bei einigen mit gemischten Gefühlen. Es war interessant, an der Stelle zu stehen, an der Claus Schenk Graf von Staufenberg am 20.7.1944 das mißglückte Attentat auf Hitler verübt hatte. 
Weiter ging es ins Ostpreußenmuseum von Christel in Sandry (Zondern), welches jetzt von ihrem Sohn geführt wird. Hier wird sehr deutlich, wie eine Geschäftsidee mit ganz viel Engagement und Fleiß zum Erfolg führt. Viele historische Sammlungsstücke wurden gezeigt, zuvor gab es hausgebackenes zu Kaffee und Tee.
Dann erwarte uns der emotionale Höhepunkt der Reise. Wir besuchten den Gnadenhof von Eulalia. Empfangen wurden wir von ihrer Tochter. Auf ihrem Wallach begleitete sie die letzten Meter des Busses und führte mit ihrem Pferd gemeinsam einige Kunststück vor. Von der Chefin begrüßt ging es auf zwei Planenwagen durch den Wald. Wir hätten während der Fahrt keine Blumen, aber Pilze in Mengen ernten können. Auf dem 1998 gegründeten Hof angekommen, wurden wir von der Mannschaft und einer Reisegruppe aus dem Erzgebirge begrüßt. Ziel des Hofes war es ursprünglich Pferde vor dem Schlächter zu bewahren. Heute sind nicht nur Pferde auf dem Hof vorhanden und man hat sich zunehmend dem Tourismus verschrieben, auch um eine finanzielle Grundlage für den eigentlichen Zweck des Hofes zu schaffen. Masurische Bauernhochzeit sollte gefeiert werden und es wurde ein Paar aus unseren Reihen ausgewählt, was nach 41 Jahren eben schnell noch einmal heiraten durften. Lustige Spiele, Tanz, Polonaise und gutes Essen lies die Zeit wie im Fluge vergehen und 21:00 Uhr mussten wir dann leider aufbrechen.

Rundfahrt durch die Südmasuren mit zwei Schifffsfahrten


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Gewählt werden konnte zwischen Freizeit oder Fahrt durch den südlichen Teil der Masuren. Letzteres wählten 100% der Gäste und so war wieder Robert, unser geübter Busfahrer, gefragt. Es ging durch die Johannisburger Heide, viele Seen reihen sich aneinander. Der größte See der Masuren, der Spirdingsee mit 114 qkm (gleichgroß wie die Müritz), ist unser Ziel. Nach einem kurzen Stadtrundgang ging es aufs Schiff und wir schipperten 1 1/2 h über den See. Weiter ging es zum Fluß Kruttinna um eine Fahrt mit einem Staakenboot zu unternehmen. Vorher stand Fischessen im Restaurant Mazurska auf der Tagesordnung. Hier hatte man den Eindruck, der Tourismus ist wieder auf Normalmaß angekommen. Das Restaurant war fast bis auf den letzten Platz belegt und die Boote schienen auch alle grad gebucht gewesen zu sein. Aber Wartezeiten gab es nicht. Unser Bootsführer erzählte uns viel über den Fluß und seiner Bewohner. Bemerkenswert war die Revierbehauptung eines Schwanenpapas gegen die heranwachsenden halbstarken Jungschwäne.
Auf der Heimfahrt verweilten wir noch kurz in dem schöne Örtchen Nikolaiken(Mikolajki-3.800 Einwohner). In Sensburg stiegen einige der Gäste etwas vor dem Hotel aus. Sie erwartete ein schöner einstündiger Spaziergang am See entlang zum Hotel. Der Reisebegleiter musste dann noch mit dem Busfahrer lecker polnische Würste nachkaufen, die viele frische Luft hatte dem Appettit der Gäste gut getan. Am Abend kam es noch zu einer anderen schönen Begegnung. Ein weiterer Eberhardtreisebus war im Nachbarhotel eingetroffen.

Marienburg, die größte Burg ihrer Art in Europa am Fluß Nogat


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Leider hies es heute: Abschied nehmen von den schönen Masuren.
Zuvor wurde es nicht versäumt, ein gemeinsames Foto (siehe Fotogalerie) mit Thomas Birk, dem mit 217 cm längstem Sachsen zu machen. Unser heutiges Ziel war die Marienburg, der ehemaligen Herberge des Deutschen Ritterordens. Heute gehört die Burg zum UNESCO Weltkulturerbe. In zwei Stunden wurden wir von einer sehr guten Fremdenführerin durch die Vorburg, den Innenhof und verschiedenste Innenräumen und natürlich die Marienkirche geführt. Besonders beeindruckt hat die Küche, das Heizsystem und das Refektorium im Hochschloss. Ursprünglich war die Burg im Baustiel der Backsteingotik erbaut und später in Backsteinrenaissance erweitert. Die Burg sollte ein ausgeklügeltes Mauer - Graben System schützen, welches aus einem teilweise vierfachen Mauerring besteht. 
Weiter ging durch Elbing inklusiver kurzer Stadtrundfahrt, schließlich ist es die Heimatstadt von Jazek, Richtung Danzig. Hier verlebten wir noch einen gemeinsamen Abend und es galt Abschied zu nehmen vom ersten Reisegast, einer Dame, die aus Wien mit dem Zug angereist war.

Heimreise


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Ja es ist soweit, es geht heim. Viele schöne Eindrücke und neue Bekanntschaften nehmen wir mit nach Thüringen, Brandenburg und Sachsen. Wir waren eine harmonisch immer pünktliche Gruppe und wurden von unserer liebenswerten Wienerin auch ein klein wenig aufgezogen. Whats App von heute 12:42: "Ich wünsche euch eine schöne Heimreise. Hab Euch heute früh noch wie eine Verrückte aus dem 4. Stock gewunken. wie ihr - typisch Deutsche - 2 Minuten vor 8 Uhr los gefahren seit...."
Unser Dank gilt neben Petrus für die 5 Tage Sonne vor allem Robert Smoktun, der uns sicher die über 2000 km chauffiert hatte. Dieses mal wählten wir die nördliche Route vorbei an Lauenburg, Kohlberg und Stettin. Dabei lernten wir noch, dass Hans Joachim Preil und Dieter Birr den gleichen Geburtsort : Köslin(Koszalin) haben. Mit dem Wunsch Gesund zu bleiben und bald wieder mit Eberhardt zu verreisen, vielleicht ja mit Mathias im April nach Sizilien mit Besuch der Liparischen Inseln oder im Mai nach Rußland.

Bildergalerie zur Reise

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