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Rundreise Schottland – Natur, Whisky und Loch Ness

Reisebericht: 20.06. – 28.06.2026

Neun Tage voller Begegnungen, grandioser Landschaften und unvergesslicher Erlebnisse – eine Reise durch Schottland, die noch lange in unseren Herzen nachklingen wird.

Carmen Kiefer

Ein Reisebericht von
Carmen Kiefer

Neue Kirchenfenster – © Carmen Kiefer (Eberhardt TRAVEL) Luss – © Carmen Kiefer (Eberhardt TRAVEL) Oban - Whisky Destillerie – © Carmen Kiefer (Eberhardt TRAVEL) Sterling Castle – © Carmen Kiefer (Eberhardt TRAVEL) Ben Nevis, der höchste Berg Großbritanniens – © Carmen Kiefer (Eberhardt TRAVEL) Exerzieren – © Carmen Kiefer (Eberhardt TRAVEL) Inverness: das Rathaus – © Carmen Kiefer (Eberhardt TRAVEL) Schottischer Wildlachs – © Carmen Kiefer (Eberhardt TRAVEL) Schottisches Nationalmuseum – © Carmen Kiefer (Eberhardt TRAVEL) Leckere Nachspeise – © Carmen Kiefer (Eberhardt TRAVEL) Melrose Abbey – © Carmen Kiefer (Eberhardt TRAVEL) Spontanes Konzert – © Carmen Kiefer (Eberhardt TRAVEL)

Anreise in die Niederlande – Fährüberfahrt nach Newcastle upon Tyne

Der Wecker klingelt für viele von uns heute zu einer ungewohnt frühen Stunde. Bereits um 3.00 Uhr beginnt unsere Reise in Dresden. Noch etwas verschlafen, aber voller Vorfreude auf die kommenden Tage, machen wir uns auf den Weg Richtung Schottland.
Unser erster Halt ist Erfurt, wo weitere Reisegäste zusteigen. Schnell füllt sich der Bus, erste Gespräche kommen in Gang und die gespannte Erwartung auf das gemeinsame Abenteuer ist deutlich zu spüren.
Weiter geht es westwärts über die ehemalige innerdeutsche Grenze. Während draußen die Landschaft vorbeizieht, passieren wir Kassel und Dortmund, bevor wir die Niederlande erreichen. Über Utrecht führt unser Weg schließlich nach IJmuiden, dem Fährhafen an der Nordseeküste nahe Amsterdam.
Am frühen Nachmittag heißt es dann: Boarding auf die King Seaways der Reederei DFDS. Unser schwimmendes Zuhause für die kommende Nacht liegt bereits am Kai. Nachdem die Kabinen bezogen sind, zieht es viele von uns an Deck oder in die Skybar.
Bei strahlendem Sonnenschein und bester Sicht auf die Nordsee genießen wir den ersten Drink der Reise. Langsam verschwindet die niederländische Küste am Horizont, während das Sonnenlicht auf den Wellen glitzert. Die entspannte Atmosphäre an Bord und die vielen angeregten Gespräche lassen keinen Zweifel: Unsere Schottlandreise hat nun wirklich begonnen.
Wie im Flug vergeht die Zeit auf See. Die King Seaways gleitet ruhig über die Nordsee und lädt dazu ein, den Blick über das endlose Wasser schweifen zu lassen und einfach den Moment zu genießen.
Am Abend erwartet uns ein ausgezeichnetes Buffet, das keine Wünsche offenlässt. Die große Auswahl und die Qualität der Speisen sorgen für einen gelungenen Auftakt. Bei einer unterhaltsamen Vorstellungsrunde lernen wir uns näher kennen und stellen schnell fest, dass sich in unserer Gruppe viele reiseerfahrene und neugierige Menschen zusammengefunden haben.
Auch für Unterhaltung ist bestens gesorgt. Livemusik, verschiedene Veranstaltungen und zahlreiche Freizeitangebote machen die Überfahrt zu einem Erlebnis. Besonders spannend ist die Möglichkeit, Meeressäuger zu beobachten. Mit etwas Glück entdecken einige von uns tatsächlich Schweinswale, die für wenige Augenblicke neben dem Schiff auftauchen, bevor sie wieder in den Wellen verschwinden – ein kleiner, aber ganz besonderer Moment mitten auf der Nordsee.
Nach dem langen Reisetag macht sich schließlich die Müdigkeit bemerkbar. Wir ziehen uns in unsere Kabinen zurück und schlafen, sanft begleitet vom leichten Schaukeln des Schiffes und dem beruhigenden Rauschen der Nordsee, mit der Vorfreude ein, am nächsten Morgen erstmals britischen Boden zu betreten.

Ankunft in Newcastle upon Tyne – Auf dem Weg nach Schottland – Stadtrundfahrt in Glasgow

Neugierig treten wir am nächsten Morgen an Deck – und staunen. Die Nordsee liegt unter einer dichten Nebeldecke, von der Küste ist weit und breit nichts zu erkennen. Offenbar hat es in der Nacht kräftig geregnet, denn das Deck glänzt noch feucht im diffusen Morgenlicht.
Zum Glück bleibt ausreichend Zeit für ein gemütliches Frühstück. Das reichhaltige Buffet lässt keine Wünsche offen. Anschließend packen wir in aller Ruhe unsere Siebensachen, drehen noch eine letzte Runde über das Schiff und genießen die besondere Stimmung auf See.
Dann geschieht etwas beinahe Magisches: Fast wie auf Kommando reißt der Nebel auf. Plötzlich erscheint die englische Küste vor unseren Augen. Grüne Hügel und die ersten Häuser zeichnen sich immer deutlicher ab. Ein faszinierender Augenblick, der von vielen Kameras festgehalten wird. Kurz darauf legt die Fähre in Newcastle upon Tyne an. Nach einer unkomplizierten Einreise verlassen wir das Schiff.
Bereits am Hafen erwartet uns unser Busfahrer Heiko. Ruhig und souverän steuert er den Bus auf der für uns ungewohnten linken Straßenseite durch den Verkehr. Unser erster Halt führt uns zum Meilenkastell 42 am Hadrianswall.
Vor fast 1.900 Jahren ließ Kaiser Hadrian diesen gewaltigen Grenzwall errichten. Auf einer Länge von rund 117 Kilometern markierte er einst die nördliche Grenze des Römischen Reiches. Die gut erhaltenen Überreste lassen die Geschichte lebendig werden. Eingebettet in sanfte Hügel fällt es leicht, sich das Leben der römischen Soldaten vorzustellen. Gleichzeitig eröffnet sich ein weiter Blick über die Landschaft – ein erster Vorgeschmack auf die Natur Schottlands.
Unsere Reise führt weiter nach Gretna Green, einem Ort, der untrennbar mit romantischen Liebesgeschichten verbunden ist. Als in England strenge Heiratsgesetze galten, flohen viele junge Paare über die Grenze nach Schottland. Dort genügte einst die gegenseitige Zustimmung der Verliebten, um eine rechtsgültige Ehe zu schließen. So entwickelte sich Gretna Green zu einem der bekanntesten Hochzeitsorte Europas.
Über die Autobahn The North, die ihrem Namen alle Ehre macht, geht es weiter Richtung Norden. Unser Tagesziel ist Glasgow, die größte Stadt Schottlands.
Hier begrüßt uns unsere Stadtführerin Jutta. Gemeinsam mit zwei Gästen aus Berlin, die per Flugzeug angereist sind und nun unsere Reisegruppe vervollständigen, beginnen wir unsere Entdeckungstour.
Mit viel Charme, Humor und fundiertem Wissen erzählt Jutta von der bewegten Geschichte Glasgows. Aus einer kleinen religiösen Siedlung entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte eine bedeutende Handels- und Industriestadt. Eng verbunden ist Glasgow bis heute mit seinem Schutzpatron St. Mungo, der im 6. Jahrhundert hier die erste Kirche gründete. Sein Vermächtnis lebt besonders in der eindrucksvollen Kathedrale fort, die zu den bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerken Schottlands zählt.
Im Anschluss erleben wir eine abwechslungsreiche Stadtrundfahrt. Glasgow überrascht mit einer spannenden Mischung aus prachtvoller viktorianischer Architektur, modernen Bauwerken, weitläufigen Parkanlagen und kreativen Stadtvierteln. Mehrere Fotostopps geben uns Gelegenheit, die vielen Facetten dieser lebendigen Metropole festzuhalten.
Am späten Nachmittag beziehen wir unsere Zimmer im Ibis Styles Glasgow Centre. Lange bleibt die Erholung jedoch nicht aus, denn schon bald treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Abendessen.
Dieses genießen wir im eleganten The Corinthian Club. Das prachtvolle viktorianische Gebäude vermittelt mit seinen stilvollen Räumen einen Eindruck vom Glanz vergangener Zeiten und bildet den passenden Rahmen für einen genussvollen Abend.
Den Abschluss des Tages bildet ein gemeinsamer Spaziergang durch die Innenstadt. Ziel ist eines der neuesten Murals, für die Glasgow weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Die riesigen Wandgemälde verwandeln ganze Hausfassaden in beeindruckende Kunstwerke und erzählen auf eindrucksvolle Weise Geschichten über die Stadt und ihre Menschen.
Mit zahlreichen neuen Eindrücken, spannenden Geschichten und dem schönen Gefühl, nun endlich in Schottland angekommen zu sein, endet unser erster Reisetag auf britischem Boden.

Magische Momente am Loch Lomond – Oban und die Kunst des Whiskys

Nach dem Frühstück verlassen wir Glasgow in nördlicher Richtung. Über die Erskine Bridge überqueren wir den River Clyde und lassen die größte Stadt Schottlands hinter uns. Schon nach wenigen Kilometern verändert sich das Landschaftsbild: Die Straßen werden ruhiger, die Hügel sanfter und die Natur immer ursprünglicher. Die Highlands heißen uns willkommen.
Unser erster Halt führt uns nach Luss am Ufer des Loch Lomond. Bereits während der Fahrt haben wir uns mit dem stimmungsvollen Lied The Bonnie Banks o’ Loch Lomond auf diesen besonderen Ort eingestimmt und gemeinsam gesungen. Nun stehen wir selbst an den berühmten Ufern des größten Sees Großbritanniens.
Der Loch Lomond zeigt sich von seiner schönsten Seite. Fast spiegelglatt liegt das Wasser vor uns, eingerahmt von den Hügeln und Bergen der Highlands. Nur der markante Ben Lomond bleibt seinem Ruf als launischer Berg treu und verbirgt seinen Gipfel hinter dichten Wolken. Der besonderen Atmosphäre tut das keinen Abbruch. Durch die gepflegten Gassen des idyllischen Dorfes Luss schlendern wir bis ans Seeufer und genießen die Ruhe dieses beinahe märchenhaft wirkenden Ortes.
Weiter geht die Fahrt in Richtung Oban. Unterwegs legen wir einen Fotostopp am Loch Awe ein. Ein kurzer Spaziergang bringt uns zum Kilchurn Castle. Verlassen erhebt sich die Burgruine am Ufer des Sees, umgeben von Bergen und Wasser. Die friedliche Stille verleiht diesem geschichtsträchtigen Ort eine beinahe mystische Ausstrahlung. Unwillkürlich entstehen Bilder von Clans, Burgherren und längst vergangenen Jahrhunderten.
Am frühen Nachmittag erreichen wir Oban, das nicht ohne Grund als „Tor zu den Inseln“ bezeichnet wird. Hier erwartet uns einer der Höhepunkte des Tages: der Besuch einer traditionellen Whiskybrennerei.
Während einer informativen Führung tauchen wir in die Kunst der Whiskyherstellung ein. Vom gemälzten Getreide über das reine Quellwasser bis zur jahrelangen Reifung in Eichenfässern erfahren wir Schritt für Schritt, wie aus wenigen Zutaten das schottische „Wasser des Lebens“ entsteht. Natürlich darf auch eine Verkostung nicht fehlen. Drei ausgewählte Whiskys laden dazu ein, ihre ganz unterschiedlichen Aromen zu entdecken – von mild und fruchtig bis kräftig und rauchig. Als schöne Erinnerung erhält jeder von uns ein originales Verkostungsglas.
Im Anschluss bleibt Zeit, Oban auf eigene Faust zu erkunden. Während einige am Hafen traditionelle Fish and Chips genießen, machen sich andere auf den Weg zum McCaig’s Tower. Das markante Bauwerk thront hoch über der Stadt und belohnt den Aufstieg mit einem herrlichen Ausblick über die Bucht und die vorgelagerten Inseln.
Gut gestärkt setzen wir unsere Reise fort. Heiko steuert den Bus gewohnt souverän über die schmalen, kurvenreichen Straßen der westlichen Highlands. Hinter nahezu jeder Kurve eröffnet sich ein neues Panorama: glitzernde Seen, sanfte Täler, schroffe Berghänge und sattgrüne Wiesen wechseln sich in ständig neuen Bildern ab.
Am späten Nachmittag erreichen wir Inveraray am Ufer des Loch Fyne. Anders als die meisten schottischen Lochs handelt es sich hier nicht um einen See, sondern um einen tief ins Landesinnere reichenden Meeresfjord.
Zunächst besuchen wir die bekannte Wollmühle. Hochwertige Schals, Pullover, Decken und viele weitere Produkte aus feinster schottischer Wolle laden zum Stöbern ein. Nicht wenige von uns finden hier ein schönes Andenken an diese Reise.
Anschließend erkunden wir das charmante Städtchen. Mit seinen weiß getünchten Häusern, der kleinen Kirche, dem markanten Glockenturm und dem historischen Gefängnis wirkt Inveraray fast wie eine Filmkulisse. Hoch über dem Ort erhebt sich Inveraray Castle, der prachtvolle Stammsitz des Campbell-Clans. Mit seinen eleganten Türmen und der eindrucksvollen Lage zählt das Schloss zweifellos zu den schönsten Adelssitzen Schottlands.
Doch der Tag hält noch einen letzten landschaftlichen Höhepunkt bereit. Am berühmten Rest and Be Thankful Viewpoint legen wir einen Fotostopp ein. Seinen ungewöhnlichen Namen verdankt der Pass den Soldaten, die Anfang des 19. Jahrhunderts die Militärstraße durch die Highlands errichteten und hier nach der mühevollen Arbeit erstmals verschnaufen konnten.
Vor uns öffnet sich ein weites Tal, eingerahmt von wolkenverhangenen Bergen. Das wechselnde Licht taucht die Landschaft in immer neue Farben und verleiht ihr eine beinahe dramatische Wirkung. Einen Moment lang wird es still. Jeder genießt diesen großartigen Ausblick auf seine eigene Weise und nimmt die Schönheit der Highlands noch einmal ganz bewusst in sich auf.
Schließlich machen wir uns auf den Rückweg nach Glasgow. Nach einer kurzen Pause im Hotel treffen wir uns erneut und spazieren gemeinsam zum schottischen Restaurant Mharsanta. In gemütlicher Atmosphäre genießen wir ein ausgezeichnetes Drei-Gänge-Menü, tauschen die schönsten Fotos des Tages aus und lassen die vielen Erlebnisse noch einmal Revue passieren.
Zufrieden kehren wir am Abend ins Hotel zurück. Hinter uns liegt ein Tag voller eindrucksvoller Landschaften, geschichtsträchtiger Orte und typisch schottischer Genüsse. Mit großer Vorfreude blicken wir bereits auf den nächsten Reisetag, an dem uns eines der bedeutendsten Wahrzeichen Schottlands erwartet: das majestätisch über der Landschaft thronende Stirling Castle.

Stirling Castle – Glen Coe, das „Tal der Tränen“

Nach dem Frühstück verlassen wir Glasgow und machen uns auf den Weg nach Stirling. Schon am frühen Morgen erreichen wir das majestätische Stirling Castle und gehören zu den ersten Besuchergruppen des Tages. Hoch oben auf einem vulkanischen Felsen erhebt sich die mächtige Festung, die über Jahrhunderte hinweg eine Schlüsselrolle in der Geschichte Schottlands spielte.
Bereits während der Fahrt hat uns unsere Reiseleiterin Carmen mit spannenden Geschichten über die bewegte Vergangenheit des Schlosses, seine berühmten Bewohner sowie die schottischen Könige und Königinnen auf den Besuch eingestimmt. Nun freuen wir uns darauf, die historischen Gemäuer selbst zu erkunden.
Nach einer kurzen Orientierung entdecken wir die weitläufige Anlage auf eigene Faust. Wir bewundern die prachtvollen Gemächer des Königspalastes, die imposante Great Hall und den liebevoll angelegten Garten von Queen Anne. Immer wieder schweift unser Blick über die mächtigen Festungsmauern hinaus in die weite Landschaft. Von hier oben wird eindrucksvoll deutlich, weshalb Stirling einst als „Schlüssel zu Schottland“ galt.
Mit vielen neuen Eindrücken setzen wir unsere Reise in Richtung Norden fort. Die Landschaft verändert sich spürbar: Die Berge werden höher, die Täler weiter und die Natur immer ursprünglicher. Am Loch Tulla Viewpoint legen wir einen kurzen Fotostopp ein. Das wechselnde Spiel von Sonne und Wolken taucht die Highlands in ein faszinierendes Licht und lässt die Landschaft beinahe unwirklich erscheinen.
Auf dem Weg nach Glen Coe begleitet uns eines der bewegendsten Kapitel der schottischen Geschichte. Carmen erzählt vom Massaker von Glen Coe und hat für uns die berührende Ballade über diese Tragödie vorbereitet. Gemeinsam singen wir das Lied im Bus und erfahren dabei die Geschichte des Clan MacDonald, dessen Mitglieder im Jahr 1692 einem grausamen Verrat zum Opfer fielen.
Wenig später erreichen wir Glen Coe – das berühmte „Tal der Tränen“. Die schroffen Berghänge, die weiten Täler und die nahezu majestätische Stille verleihen diesem geschichtsträchtigen Ort eine ganz besondere Atmosphäre. Hier verschmelzen Natur und Geschichte auf eindrucksvolle Weise und machen das Geschehen von damals beinahe greifbar.
Im Besucherzentrum erhalten wir weitere Einblicke in die Geologie, Tierwelt und Vergangenheit dieser einzigartigen Region. Besonders interessant ist die Nachbildung eines traditionellen Torfhauses, die eindrucksvoll zeigt, unter welch einfachen Bedingungen die Menschen in den Highlands einst lebten.
Anschließend führt uns unsere Reise weiter nach Fort William, malerisch gelegen am Fuße des Ben Nevis. Mit seinen 1.345 Metern ist er der höchste Berg des Vereinigten Königreichs. Bei einem kurzen Stadtbummel bleibt Zeit, den lebhaften Ort zu erkunden, bevor Heiko uns wieder zum Bus bittet.
Doch damit ist der Tag noch längst nicht beendet. Wenig später erreichen wir das Commando Memorial. Das Denkmal erinnert an die britischen Kommandotruppen des Zweiten Weltkriegs, doch zunächst zieht uns die Aussicht in ihren Bann. Vor uns breitet sich die beeindruckende Bergwelt der Highlands aus, und sogar der Ben Nevis zeigt sich heute wolkenfrei – ein Anblick, den selbst viele Einheimische nicht allzu oft erleben.
Natürlich nutzen wir diesen besonderen Ort für ein gemeinsames Gruppenfoto. Anschließend überrascht uns Carmen mit einem kleinen Genussmoment: Vor dieser großartigen Kulisse serviert sie schottischen Whisky und traditionelles Shortbread. Gemeinsam stoßen wir auf unsere Reise an und genießen diesen Augenblick, der sich tief ins Gedächtnis einprägt.
Gut gelaunt setzen wir unsere Fahrt durch die Highlands fort. Vorbei an weiten Moorlandschaften, glitzernden Seen und dichten Wäldern zieht eine Landschaft an uns vorbei, die mit ihrer Ursprünglichkeit immer wieder aufs Neue begeistert.
Am Abend erreichen wir Aviemore, unseren Übernachtungsort im Herzen des Cairngorms-Nationalparks. Eingebettet in die Natur empfängt uns das Hotel mit einem reichhaltigen Buffet. Während wir gemeinsam zu Abend essen, werden die Erlebnisse des Tages noch einmal lebendig.
Langsam kehrt Ruhe ein. Die Abendsonne taucht die Highlands in warmes Licht und lässt einen ereignisreichen Tag stimmungsvoll ausklingen. Geschichte, atemberaubende Landschaften und viele besondere gemeinsame Momente haben diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

Gewaltiges Fort George – Bootsfahrt auf dem Loch Ness – Urquhart Castle

Bei strahlend blauem Himmel und angenehmen Temperaturen brechen wir nach dem Frühstück erneut auf. Heute führt uns unsere Reise noch weiter in den Norden der schottischen Highlands.
Unser erster Halt gilt der Old Pack Horse Bridge. Die historische Steinbrücke wirkt, als sei sie einem Märchen entsprungen. Eingebettet in die stille Landschaft erinnert sie an die Zeit, als Packpferde Waren über die oft beschwerlichen Wege der Highlands transportierten. Das leise Plätschern des Wassers, die klare Morgenluft und die friedliche Atmosphäre machen diesen Ort zu einem stimmungsvollen Auftakt des Tages.
Anschließend fahren wir weiter nach Fort George. Schon beim ersten Anblick beeindruckt die gewaltige Festungsanlage mit ihren mächtigen Bastionen und außergewöhnlich gut erhaltenen Verteidigungsanlagen. Besonders die Garnisonskapelle zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Staunend betrachten wir das berühmte Glasfenster mit dem Dudelsack spielenden Engel – eine wohl einzigartige Darstellung, die kaum besser zu Schottland passen könnte.
Auch die Natur hält heute eine Überraschung für uns bereit. Vor der Küste tauchen tatsächlich mehrere Delfine aus den Wellen auf und ziehen alle Aufmerksamkeit auf sich. Kaum haben wir dieses Erlebnis verarbeitet, folgt bereits das nächste: Auf dem Exerzierplatz beobachten wir die Übungen eines Bataillons der Highlander. Sofort werden Kameras und Handys gezückt. Fasziniert verfolgen wir die präzisen Bewegungen und die beeindruckende Disziplin der Soldaten.
Mit vielen neuen Eindrücken setzen wir unsere Reise nach Inverness fort, der Hauptstadt der Highlands. Bei einem gemütlichen Stadtbummel entdecken wir den viktorianischen Markt mit seinen kleinen Geschäften, überqueren die elegante Hängebrücke über den River Ness und gelangen bis zum Rathaus. Den Abschluss bildet der Aussichtspunkt am Inverness Castle. Von hier genießen wir einen herrlichen Blick über die Stadt und den Fluss, der gemächlich seinem berühmten Nachbarn, dem Loch Ness, entgegenfließt.
Lange verweilen können wir jedoch nicht, denn schon wartet das nächste Erlebnis. Pünktlich erreichen wir den Anleger, von dem unser Schiff zur Burgruine Urquhart Castle ablegt.
Bei strahlendem Sonnenschein und einer frischen Brise gleiten wir über den wohl berühmtesten See Schottlands. Das Wasser erscheint tiefdunkel, fast schwarz, während die Sonne silberne Reflexe auf die Oberfläche zaubert. Ringsum spiegeln sich bewaldete Hänge im ruhigen Wasser. Die besondere Stimmung dieses Ortes lässt die Zeit für einen Moment stillzustehen scheinen. Fast unwillkürlich wandert der Blick immer wieder über den See – vielleicht in der Hoffnung, doch noch einen Blick auf das sagenumwobene Ungeheuer von Loch Ness zu erhaschen.
Schon bald taucht unser Ziel am Ufer auf. Malerisch auf einer Landzunge gelegen, erhebt sich die Ruine von Urquhart Castle über dem See. Neugierig erkunden wir die Überreste der einst mächtigen Burg, die über Jahrhunderte hinweg eine bedeutende Rolle in den Auseinandersetzungen zwischen Clans und schottischen Königen spielte. Ein eindrucksvoller Film im Besucherzentrum lässt ihre wechselvolle Geschichte noch einmal lebendig werden.
Nach den vielen Eindrücken genießen wir die Rückfahrt im Bus. Mit ruhiger Hand lenkt Heiko unseren Bus über die schmalen, kurvenreichen Straßen entlang des Loch Ness. Hinter nahezu jeder Biegung eröffnet sich ein neuer Blick auf den geheimnisvollen See, dessen dunkles Wasser uns noch lange begleitet.
Schließlich erreichen wir Fort Augustus. Hier erwartet uns die berühmte Schleusentreppe des Kaledonischen Kanals. Fünf Schleusenkammern überwinden auf engstem Raum einen Höhenunterschied von zwölf Metern. Genau zum richtigen Zeitpunkt treffen wir ein und beobachten fasziniert, wie die Boote langsam angehoben und wieder abgesenkt werden. Das harmonische Zusammenspiel von Wasser, Technik und jahrhundertealter Ingenieurskunst zieht viele von uns länger in seinen Bann, als ursprünglich geplant.
Als wir unsere Fahrt fortsetzen, taucht die tief stehende Abendsonne die Highlands in ein warmes, goldenes Licht. Während die Landschaft an uns vorbeizieht, lassen wir die Erlebnisse dieses außergewöhnlichen Tages noch einmal Revue passieren.
Am Abend erreichen wir wieder unser Hotel in Aviemore. Das reichhaltige Buffet wartet bereits auf uns. Bei einem gemeinsamen Abendessen werden Erinnerungen ausgetauscht, Fotos gezeigt und die schönsten Momente des Tages noch einmal lebendig.
Zufrieden und erfüllt von den vielen Eindrücken ziehen wir uns schließlich auf unsere Zimmer zurück. Langsam kehrt Ruhe über den Highlands ein. Während draußen der Abend hereinbricht, freuen wir uns bereits auf den nächsten Reisetag, der uns aus den Highlands zurück in Richtung Süden führen wird.

Durch den Cairngorms–Nationalpark – Pitlochry – Dundee – Falkirk Wheel – Edinburgh

Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Aviemore und nehmen Kurs auf den Süden Schottlands. Noch einmal führt uns die Route durch den Cairngorms-Nationalpark. Weite Heidelandschaften, dichte Wälder und sanfte Bergzüge begleiten uns auf unserem Weg und verabschieden uns mit eindrucksvollen Ausblicken aus den Highlands. Das sonnige Wetter zeigt die Landschaft noch einmal von ihrer schönsten Seite.
Unser erster Halt ist Pitlochry, ein malerischer Ferienort, der bereits im viktorianischen Zeitalter als beliebte Sommerfrische galt. Hier besichtigen wir den Staudamm am River Tummel und die berühmte Lachstreppe. Staunend beobachten wir die ausgeklügelte Anlage, die den Lachsen den Weg zu ihren Laichgebieten ermöglicht. Besonders interessant ist das Zählwerk, das jede Wanderung der Fische registriert. Bis zu unserem Besuch haben erst 1.347 Lachse die Treppe passiert. Die große Wanderung beginnt traditionell erst im Herbst, wenn die Tiere aus dem Meer in ihre Geburtsgewässer zurückkehren.
Während der Weiterfahrt erzählt Carmen Wissenswertes über Dundee. Die einstige Industriestadt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem modernen Kulturzentrum entwickelt und trägt heute den Titel „UNESCO City of Design“. Wahrzeichen dieses Wandels ist das futuristische V&A Dundee, das sich direkt am Ufer des River Tay erhebt. Gleich daneben liegt die RRS Discovery, jenes berühmte Forschungsschiff, mit dem Kapitän Robert Falcon Scott zu Beginn des 20. Jahrhunderts seine Antarktisexpedition unternahm.
Zur Mittagszeit erreichen wir Dundee. Bei herrlichem Wetter genießen wir unsere Pause an der Uferpromenade. Die frische Seeluft, das glitzernde Wasser und die entspannte Atmosphäre laden dazu ein, einen Moment innezuhalten und die Eindrücke der vergangenen Tage auf sich wirken zu lassen.
Schon bald erwartet uns ein technisches Meisterwerk: das Falkirk Wheel. Auf den ersten Blick wirkt die futuristische Konstruktion beinahe wie eine riesige Skulptur. Erst als sich die gewaltige Schiffsschleuse lautlos in Bewegung setzt, wird ihre geniale Funktionsweise sichtbar. Langsam hebt und senkt sie ein Boot und überwindet dabei einen Höhenunterschied von 34 Metern zwischen zwei Kanälen. Mit großer Begeisterung verfolgen wir dieses eindrucksvolle Zusammenspiel aus Ingenieurskunst und Präzision.
Auf dem Weg nach Edinburgh möchten wir einen Blick auf die berühmten Brücken über den Firth of Forth werfen. Die drei Bauwerke aus unterschiedlichen Epochen verbinden die Lowlands mit dem Norden Schottlands und zählen zu den markantesten Wahrzeichen des Landes. Doch kurz vor unserer Ankunft zieht dichter Nebel auf. Zeitweise verschwinden die Brücken fast vollständig im Dunst und sind nur noch schemenhaft zu erkennen.
Unsere gute Stimmung kann das jedoch nicht trüben. Carmen überrascht uns erneut mit einer liebevoll vorbereiteten Pause. An diesem Aussichtspunkt erwartet uns ein kleines Picknick mit einer Whiskyverkostung. Während wir auf die geheimnisvolle Nebellandschaft blicken, stoßen wir gemeinsam auf unsere Reise an. Dazu werden frische schottische Erdbeeren gereicht, deren fruchtige Süße erstaunlich gut mit den feinen Aromen des Whiskys harmoniert. So wird aus der fehlenden Fernsicht ein ganz eigener, unvergesslicher Moment.
Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich Edinburgh, die schottische Hauptstadt. Nach dem Einchecken im Hotel bleibt heute etwas mehr Zeit zur freien Verfügung als an den vergangenen Tagen. Einige nutzen die Gelegenheit, sich kurz auszuruhen, andere unternehmen bereits einen ersten Spaziergang durch die Umgebung und freuen sich auf den morgigen Tag in einer der schönsten Städte Europas.
Am Abend treffen wir uns wieder und machen uns gemeinsam auf den Weg zum traditionsreichen Ghillie Dhu. In stilvollem Ambiente genießen wir ein ausgezeichnetes Drei-Gänge-Menü. Gute Gespräche, herzhaftes Lachen und die vielen gemeinsamen Erinnerungen begleiten uns durch den Abend.
Als schließlich Livemusik erklingt, ist die Stimmung vollkommen. Noch lange sitzen wir zusammen und genießen diesen besonderen Abend. Langsam wird uns bewusst, dass sich unsere Rundreise ihrem Ende nähert.
Morgen wartet unser letzter Tag in Schottland auf uns. Welche Eindrücke und Überraschungen er noch bereithält, wissen wir noch nicht. Eines aber steht schon jetzt fest: Dieses faszinierende Land hat uns mit seiner Natur, seiner Geschichte und der Herzlichkeit seiner Menschen tief beeindruckt und längst in seinen Bann gezogen.

Stadtrundfahrt in Edinburgh – Edinburgh Castle – Freizeit – Schottischer Abend

Heute zeigt sich Edinburgh von seiner typisch schottischen Seite: Regenschauer wechseln sich mit sonnigen Abschnitten ab. Endlich erleben wir das Wetter, für das die Stadt ebenso bekannt ist wie für ihre beeindruckende Geschichte. Unsere gute Laune kann das jedoch nicht trüben.
Bereits am Morgen begrüßt uns Victoria, unsere sympathische Stadtführerin. Mit ihrem charmanten schottischen Akzent nimmt sie uns mit auf eine abwechslungsreiche Entdeckungstour durch ihre Heimatstadt. Begeistert erzählt sie von Edinburghs bewegter Geschichte, seinen Traditionen und den Besonderheiten der schottischen Hauptstadt.
Immer wieder eröffnen sich herrliche Ausblicke auf die bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Unser erster Fotostopp gilt dem Fettes College. Mit seinen Türmen und der prachtvollen Architektur erinnert das imposante Gebäude eher an ein Schloss als an eine Schule. Hier erhalten die Kinder wohlhabender Familien ihre Ausbildung, und nicht wenige erkennen darin die Inspiration für die Zauberschule Hogwarts aus den Harry-Potter-Filmen.
Nicht weniger eindrucksvoll präsentiert sich der Palace of Holyroodhouse, die offizielle Residenz der britischen Königsfamilie in Schottland. Rund um das Gelände herrscht geschäftiges Treiben. Absperrungen werden aufgebaut, Sicherheitskräfte sind im Einsatz – schließlich wird bereits am nächsten Tag der König erwartet.
Direkt gegenüber erhebt sich das moderne schottische Parlament. Hier werden die Gesetze beraten und beschlossen, die das Leben in Schottland prägen. Der Gegensatz zwischen königlicher Tradition und moderner Demokratie wird an kaum einem anderen Ort so anschaulich sichtbar.
Anschließend besuchen wir das Schottische Nationalmuseum. Genau im richtigen Moment betreten wir die große Eingangshalle, denn die berühmte Millennium Clock setzt sich gerade in Bewegung. Zahnräder greifen ineinander, Figuren erwachen zum Leben und ziehen sofort die Aufmerksamkeit aller Besucher auf sich.
Obwohl man problemlos einen ganzen Tag in diesem Museum verbringen könnte, konzentrieren wir uns auf einige besondere Exponate. Natürlich darf ein Blick auf Dolly, das weltweit erste geklonte Schaf, nicht fehlen. Ebenso beeindruckend ist eine der frühen Dampflokomotiven, deren Entwicklung eng mit den technischen Verbesserungen des schottischen Ingenieurs James Watt verbunden ist.
Viel zu schnell vergeht die Zeit, und schon ist es Mittag. Victoria verabschiedet sich von uns, während wir unseren Weg entlang der Royal Mile fortsetzen. Langsam steigen wir hinauf zum Edinburgh Castle, das majestätisch auf seinem Basaltfelsen über der Stadt thront.
Während Carmen die Eintrittskarten organisiert, suchen wir uns einen guten Platz auf der Aussichtsterrasse. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Besuchern warten wir auf einen der traditionsreichsten Momente Edinburghs. Punkt 13 Uhr zerreißt der gewaltige Knall der One O’Clock Gun die Stille. Seit mehr als 150 Jahren dient dieser tägliche Salutschuss dazu, den Einwohnern und früher vor allem den Seeleuten im Hafen die genaue Uhrzeit anzuzeigen.
Anschließend erkunden wir die weitläufige Festungsanlage. Besonders beeindruckend sind die schottischen Kronjuwelen, die in einem gesicherten Tresorraum aufbewahrt werden. Fotografieren ist hier streng untersagt, sodass diese Eindrücke allein in unserer Erinnerung bleiben.
Das Schloss bietet noch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten, sodass jeder seinen Rundgang ganz nach den eigenen Interessen fortsetzen kann. Danach steht der Nachmittag zur freien Verfügung. Einige schlendern durch die verwinkelten Gassen der Altstadt, andere genießen einen Kaffee oder stöbern in den zahlreichen Geschäften entlang der Royal Mile.
Am Abend erwartet uns ein weiterer Höhepunkt unserer Reise. Heiko bringt uns zur Veranstaltung „The Spirit of Scotland“.
In stimmungsvollem Ambiente genießen wir zunächst ein ausgezeichnetes Menü. Haggis-Pralinen, geräucherter Lachs, Fischpastete oder Hähnchenbrust sowie eine feine Waldbeercreme sorgen für kulinarische Genüsse.
Anschließend entführt uns die mitreißende Show mitten hinein in die schottische Kultur. Temperamentvolle Highland-Tänze, traditionelle Volkslieder und ein virtuoser Dudelsackspieler sorgen für beste Unterhaltung. Begleitet vom Akkordeon stimmen schließlich auch wir in „The Bonnie Banks of Loch Lomond“ ein – jenes Lied, das uns während der gesamten Reise begleitet hat. Sofort werden Erinnerungen an die vielen gemeinsamen Erlebnisse der vergangenen Tage wach.
Mit lang anhaltendem Applaus bedanken wir uns bei den Künstlern für diesen unvergesslichen Abend.
Als wir das Veranstaltungsgebäude verlassen, hat sich dichter Nebel über Edinburgh gelegt. Heiko wartet bereits auf uns und bringt uns sicher zurück zum Hotel.
Doch der Tag ist noch nicht ganz vorbei. Schließlich ist dies unser letzter gemeinsamer Abend in Schottland. In der Skybar lassen wir bei einem Absacker die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren. Wir sprechen über Burgen und Schlösser, geheimnisvolle Seen, beeindruckende Berglandschaften und die vielen Begegnungen, die diese Reise so besonders gemacht haben. Schnell wird deutlich: Unsere Erwartungen wurden nicht nur erfüllt – sie wurden weit übertroffen.
Für zwei Mitreisende endet das Abenteuer bereits am nächsten Morgen mit dem Rückflug nach Berlin. Deshalb steht heute schon der erste Abschied bevor. Carmen überrascht uns mit einem kleinen Erinnerungsgeschenk. Jeder erhält einen Wimpel mit der schottischen Flagge, und jedes Paar bekommt eine Half-Penny-Münze als traditionellen Glücksbringer. Sie soll uns auch auf zukünftigen Reisen begleiten und stets an diese gemeinsame Zeit erinnern.
Gerührt nehmen wir die kleinen Geschenke entgegen. Noch einmal wird uns bewusst, wie viele besondere Momente wir in den vergangenen Tagen miteinander teilen durften.
Erfüllt von den Eindrücken dieses letzten Tages in Schottland ziehen wir uns schließlich auf unsere Zimmer zurück. Während draußen dichter Nebel über Edinburgh liegt, lassen wir die vergangenen Tage noch einmal vor unserem inneren Auge vorbeiziehen. Zufrieden und voller Dankbarkeit schlafen wir ein – in dem Wissen, dass morgen der Abschied von diesem faszinierenden Land bevorsteht.

Melrose Abbey – Jedburgh Abbey – Newcastle – Fährüberfahrt nach IJmuiden

Heute heißt es Abschied nehmen von Schottland. Die Koffer sind gepackt, auch die kleine Reisetasche für die Überfahrt mit der Fähre steht bereit. Während die Morgenluft in Edinburgh noch angenehm frisch ist, wissen wir: Je weiter unsere Reise nach Süden führt, desto näher rückt die Heimat.
Gut gelaunt, aber auch mit einer leisen Wehmut, nehmen wir unsere Plätze im Bus ein. Von den beiden Mitreisenden, die ihre Heimreise per Flugzeug nach Berlin antreten, haben wir uns bereits herzlich verabschiedet. Ein letztes Winken – dann setzt sich unser Bus in Bewegung. Langsam verschwindet Edinburgh hinter uns.
Sicher und gewohnt souverän steuert Heiko den Bus in Richtung Süden. Unser erster Halt führt uns zur Melrose Abbey. Schon von Weitem beeindrucken die gewaltigen Ruinen der ehemaligen Zisterzienserabtei. Zwischen kunstvoll verzierten Mauern und filigranen Steinmetzarbeiten scheint die Geschichte wieder lebendig zu werden.
Bevor wir die Anlage in Ruhe erkunden, stellt uns Carmen eine besondere Aufgabe: Wir sollen das berühmte Dudelsack spielende Schwein finden. Gar nicht so einfach! Eine Nachbildung dieses außergewöhnlichen Wasserspeiers entdecken wir zwar schnell auf einer Bank im Klostergarten, doch das Original verbirgt sich hoch oben an der Abtei. Wer den kleinen Dudelsackspieler entdecken möchte, muss den Blick aufmerksam über das alte Gemäuer schweifen lassen. Die gemeinsame Suche sorgt für viel Gelächter und macht den Besuch zu einem besonderen Erlebnis.
Nur wenig später erreichen wir bereits unser nächstes Ziel: die Jedburgh Abbey. Auch die eindrucksvollen Ruinen dieses ehemaligen Augustinerklosters faszinieren auf den ersten Blick. Die harmonischen Formen der romanischen Architektur, die bereits fließend in die Frühgotik übergehen, verleihen der Abtei eine außergewöhnliche Eleganz. Selbst als Ruine strahlt sie noch immer Größe und Würde aus.
Im idyllischen Klostergarten überrascht uns Carmen ein letzztes Mal mit einer kleinen Whiskyverkostung. Zwischen den historischen Mauern, bei strahlendem Sonnenschein und in herrlicher Atmosphäre stoßen wir gemeinsam auf unsere gelungene Reise an. Dabei werden Erinnerungen ausgetauscht, Lieblingsorte genannt und die vielen besonderen Erlebnisse der vergangenen Woche noch einmal lebendig.
Schon bald erreichen wir die schottisch-englische Grenze. Dort verabschiedet uns ein Dudelsackspieler mit den markanten, manchmal beinahe wehmütig klingenden Tönen seines Instruments. Es ist ein bewegender Moment. Die Musik scheint unserem Abschied von Schottland einen würdigen Klang zu verleihen.
Auch im Bus bleibt die Stimmung fröhlich. Noch einmal singen wir gemeinsam die Lieder, die uns während der Reise begleitet haben. Vor allem „The Bonnie Banks of Loch Lomond“ ist uns allen ans Herz gewachsen. Die vertraute Melodie lässt die Bilder der vergangenen Tage noch einmal lebendig werden – die Highlands, die Burgen, die Seen und die vielen gemeinsamen Erlebnisse ziehen wie ein Film an uns vorbei.
Am Nachmittag erreichen wir Newcastle. Das Boarding verläuft diesmal etwas anders als auf der Hinfahrt, und auch die Zollkontrollen sind spürbar strenger. Wenig später beziehen wir jedoch erneut unsere Kabinen auf der King Seaways. Fast fühlt es sich an, als würden wir nach Hause kommen – schließlich ist uns das Schiff inzwischen bestens vertraut.
Natürlich darf auch ein letzter Besuch auf dem Sonnendeck nicht fehlen. Bei einem Drink genießen wir die letzten Blicke auf die englische Küste. Dann heißt es ein letztes Mal auf dieser Reise: Leinen los!
Während die King Seaways ruhig über die Nordsee gleitet, vergeht die Zeit bis zum Abendessen wie im Flug. Noch einmal erwartet uns das reichhaltige Buffet, das bereits auf der Hinfahrt keine Wünsche offenließ. In geselliger Runde lassen wir den Abend ausklingen und erinnern uns an die vielen Höhepunkte unserer gemeinsamen Reise.
Mit der Gewissheit, am nächsten Morgen wieder das europäische Festland zu erreichen, ziehen wir uns schließlich in unsere Kabinen zurück. Zufrieden, dankbar und erfüllt von unvergesslichen Eindrücken schlafen wir ein – im Gepäck unzählige Erinnerungen und vielleicht schon ein wenig Sehnsucht nach Schottland.

Heimreise nach Deutschland

Ein letztes Mal genießen wir das reichhaltige Frühstücksbuffet an Bord der King Seaways. Während sich die Fähre langsam ihrem Ziel nähert, lassen viele von uns den Blick über die Nordsee schweifen. Fast unbemerkt ziehen die Erlebnisse der vergangenen Tage noch einmal vor unserem inneren Auge vorbei.
Pünktlich legt das Schiff im Hafen von IJmuiden an. Die Einreise in die Europäische Union verläuft zügig und problemlos, sodass wir schon bald wieder in unserem Bus Platz nehmen können.
Konzentriert und gewohnt sicher lenkt Heiko den Bus in Richtung Heimat. Kilometer um Kilometer führt uns die Strecke von der niederländischen Nordseeküste quer durch Deutschland. Erst jetzt wird uns bewusst, welche Entfernungen wir auf dieser Reise tatsächlich zurückgelegt haben. Über Utrecht, das Ruhrgebiet, Kassel und Erfurt geht es schließlich zurück nach Dresden.
Am Ende unserer Rundreise stehen beeindruckende Zahlen: Rund 3.300 Kilometer liegen hinter uns. Doch weit bedeutender als die zurückgelegte Strecke sind die unzähligen Eindrücke, die wir mit nach Hause nehmen – majestätische Burgen, geheimnisvolle Seen, die Weite der Highlands, lebendige Städte, die herzliche Gastfreundschaft der Schotten und vor allem viele schöne gemeinsame Erlebnisse.
Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich Dresden. Nachdem die Koffer ausgeladen sind, heißt es endgültig Abschied nehmen. Ein wenig Wehmut schwingt mit, denn aus einer Reisegruppe ist in den vergangenen neun Tagen eine fröhliche Gemeinschaft geworden. Hände werden geschüttelt, Umarmungen ausgetauscht und gute Wünsche mit auf den Heimweg gegeben.
So endet eine Reise, die uns nicht nur durch einige der schönsten Landschaften Schottlands geführt hat, sondern uns auch viele unvergessliche Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse geschenkt hat. Die Erinnerungen an majestätische Burgen, geheimnisvolle Lochs, beeindruckende Highlands, herzliche Gastfreundschaft und viele fröhliche Stunden werden uns noch lange begleiten.


Neun Tage voller unvergesslicher Eindrücke liegen hinter uns. Schottland hat uns mit seiner beeindruckenden Natur, seiner bewegten Geschichte und seiner herzlichen Gastfreundschaft begeistert.
Eine Reise lebt jedoch nicht allein von den Orten, die man besucht, sondern vor allem von den Menschen, mit denen man sie erlebt. Deshalb danke ich allen Mitreisenden ganz herzlich für die angenehme Gemeinschaft, die vielen schönen Gespräche und die zahlreichen gemeinsamen Momente, die diese Reise so besonders gemacht haben.
Ich hoffe, dieser Reisebericht lässt die schönsten Erinnerungen noch einmal aufleben und begleitet euch noch lange als kleine Erinnerung an unsere gemeinsame Zeit in Schottland.
Vielleicht führt uns ja eine der nächsten Reisen wieder zusammen.
Herzlichst
Carmen Kiefer


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