Erlebnisreiche Silvestertage im das Berner Oberland
Reisebericht: 29.12. – 03.01.2026
Bergerlebnisse auf dem Schilthorn und dem Männlichen und gelebtes Brauchturm im Emmental und bei der Hader-Potschete prägen unsere Tage im Berner Oberland.
Ein Reisebericht von
Annette Probst-Weise
29.12.2025 Anreise nach Interlaken
Am Morgen beginnt unsere Reise mit gut gelaunten Gästen pünktlich in Dresden. Vorbei an Nürnberg und Ulm, ein Stück entlang des Bodensee und durch die Schweiz führt uns die Tour nach Interlaken. Es ist eine recht entspannte Fahrt, allerdings wird uns der Blick in die Bergwelt durch Nebel und tief hängende Wolken verwehrt. Im Hotel Carlton-Europe Vintage Erwachsenenhotel in Interlaken erwartet uns bereits das Team der Rezeption. Wir werden herzlich begrüßt. Schnell ist das Haus erklärt und wir können unsere Zimmer, die alle unterschiedlich sind, aber alle einen eigenen Charakter haben. Mit dem sehr schmackhaften Abendessen verwöhnt uns die Küchen-Crew.
30.12.2025 Ausflug ins Emmental – Ein Tag im Zeichen des Genusses
Heute der Besuch des Emmentals mit seiner lieblichen Landschaft auf unserem Programm.
Zunächst fahren wir vorbei am Thunersee und Thun, durch Burgdorf und weitere kleine Orte mit den typischen imposanten Bauernhöfen nach Affoltern. Im höheren Teil des Tales erleben wir ein Winterwunderland aus Eis und Raureif. Die Kälte und die Feuchtigkeit der Nacht und des Morgens haben bizarre Kunstwerke geschaffen. In der Emmentaler Schaukäserei erleben wir eine interessante Führung. Unsere beiden Führer erzählen uns viele Details der Entwicklung vom Käsen in der Holzhütte über dem offenen Feuer bis zur heutigen modernen Produktion. Sehr anschaulich erfahren wir, wie in den verschiedenen Jahrhunderten der Käse hergestellt wurde. Der Besuch des Königsweges ist ein Höhepunkt unseres Besuches. Auf herzerfrischende Weise berichten in einer Multimedia-Show eine Sennerin, eine Kuh und eine freche Maus, wie aus der Milch Käse wird. Für die kleine Maus sind die großen Löcher im Käse besonders wichtig. Jetzt wissen wir, wie die Löcher in den Emmentaler Käse kommen. Eine spezielle Säure, die der Milch zugesetzt wird und die dann Gasblasen im Käse bildet, ist der Auslöser für die Entstehung der Löscher.
Natürlich probieren wir den Käse und dabei lernen wir den Geschmack der verschiedenen Reifegrade kennen. Diese entstehen durch unterschiedliche Lagerzeiten des Käses. Anschließend reisen wir weiter nach Trubschachen. Bereits seit dem Jahr 1910 backen die Bäcker die wunderbaren Kambly-Kekse. In der Erlebniswelt sehen wir die wunderschöne Multimedia-Show über die Geschichte der Firma. Die dabei dargestellte Küche wünscht sich wohl jede Hausfrau. Wie von Geisterhand öffnen und schließen sich Schubladen, rührt der Quirl den Teig in der Schüssel und rollt das Nudelholz diesen alleine aus. Nach Herzenslust probieren wir die vielen Plätzchen, Kekse und Knabbergebäcke. Nur wenige widerstehen diesen Leckereien und so wandern eine Menge Kekstüten mit in den Bus.
Zum Abschluss des Tages erwartet uns noch eine weitere Genusswelt. Wir besuchen Rugenbräu in Interlaken. Hier wird das Rugenbräubier nach dem Reinheitsgebot und Whisky und Gin hergestellt. Zunächst dürfen wir das Bier oder Biermischgetränke probieren. Anschließend geht es in zwei Gruppen mit den Führern auf Entdeckungstour durch die Brauerei. Wir erleben, wie das Bier gebraut wird, und können in die Produktionsräume schauen. Besonders beeindrucken uns die blitzblanken und glänzenden Sudkessel aus Kupfer. Anschließend erreichen wir die Destillerie und die Whisky-Keller. Wir sehen die Brennhäfen, in denen die Destillate hergestellt werden und die vielen Fässer, in denen der Whisky über verschiedene Zeiten gelagert und damit ausgebaut wird. Einen interessanten Nachmittag beenden wir mit der Verkostung des edlen Getränkes.
Wir sind uns einig, der Ausflug war ein großartiges Erlebnis, denn er zeigt uns eine lange Handwerkstradition im Emmental und in Interlaken.
31.012.2025 Schifffahrt von Thun nach Interlaken – Silvesterfeier
Uns begrüßt am Morgen wieder strahlender Sonnenschein in Interlaken. Nach dem Frühstück erwartet uns Nic mit dem Bus. Unser Ziel ist heute Thun. Unsere Route führt uns über die alte Straße am Nordufer des Thunersees entlang. Dabei fahren wir durch kleine Orte und oft direkt am Ufer des Sees, der in der Sonne glitzert, entlang. In Thun bleibt nur wenig Zeit, um einen kurzen Spaziergang zur Aare zu unternehmen und das Panorama der Altstadt mit dem imposanten Schloss zu betrachten. Anschließend erwartet uns das Motorschiff „Schilthorn“. Wir gehen an Bord und nehmen unsere reservierten Plätze ein. Während der zweistündigen Fahrt genießen wir die herrlichen Ausblicke über den See in die Bergwelt der Berner Alpen. Eiger, Mönch und Jungfrau zeigen sich in ihrer ganzen Schönheit. Wir sehen den Niesen, der wegen seiner Form auch Swiss Pyramide genannt wird. Die Schlösser am Ufer des Sees kommen in unser Blickfeld. Die Fahrt ist sehr kurzweilig und schnell vergeht die Zeit. Wir kommen in Interlaken West an. Die meisten Gäste spazieren durch Interlaken über den Höheweg – der die Hauptstraße des Ortes ist – zurück zum Hotel. Einige nutzen die Zeit für einen Besuch des Cafés in der 18. Etage. Hier eröffnet sich ein toller Blick auf Interlaken, den Brienzersee und Thunersee und die Berge Eiger, Mönch und Jungfrau.
Jetzt bleibt noch Zeit sich etwas auszuruhen und sich auf die lange Silvesternacht vorzubereiten.
Wir werden von der freundlichen Service-Crew des Hotels mit einem Apéro, wie es in der Schweiz üblich ist, begrüßt. In dem wunderschön festlich geschmückten Saal nehmen wir unsere Plätze ein. Das Küchenteam des Hotels zeigt uns sein ganzes Können. Wir werden mit einem ausgezeichnetem 7-Gang-Menü verwöhnt und wir sind begeistert. Die Zeit bis Mitternacht vergeht bei netten Gesprächen wie im Fluge. Zum Jahreswechsel stoßen wir auf das neue Jahr 2026 an. Wir wünschen uns vor allem Gesundheit und Frieden und schauen hoffnungsvoll in das Neuen Jahr.
01.01.2026 Ausflug zum Schilthorn – Neujahrsfeuerwerk
Heute erwartet uns das Schilthorn. Schon in den Panoramabildern sehen wir, dass in den Bergen bestes Wetter herrscht. Der Bus bringt uns nach Stechelberg. Die Tickets sind schnell geholt und die 2024 und 2025 eröffneten Seilbahnen Richtung Schilthorn erwarten uns. Zuerst besteigen wir die steilste Seilbahn der Welt, welche im Dezember 2024 eröffnet wurde. Mit einer Steigung von 159,4 % bringt uns die Bahn nach Mürren in 1.630 Metern Höhe. Dabei überwinden wir auf einer Streckenlänge von 1194 Metern eine Höhe von 775 Metern in nur 4 Minuten Fahrt. Mit der nächsten Bahn erreichen wir gemeinsam mit vielen Skifahrern Birg in 2.677 Metern Höhe. Wir sehen das herrliche Panorama. Ich bin nicht sicher, strahlt nun die Sonne mit uns um die Wette oder strahlen unsere Gäste mit der Sonne um die Wette…;-). Wir haben Zeit für Fotos. Natürlich genießen wir die Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Es geht weiter mit der nächsten spektakulären Bahn auf dieser Strecke. Sie schwebt ohne Stütze bis auf 2.970 Meter Höhe auf das Schilthorn. Auf der Aussichtsplattform neben dem Drehrestaurant bietet sich uns ein fantastisches 360-Grad-Panorama. Wir entdecken den Schwarzwald, das Breithorn, die Kette der Berner Alpen und natürlich das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau und den Mont Blanc. Wir können uns kaum losreisen von diesem herrlichen Bild. Im Drehrestaurant gibt es ein leckeres Hauptgericht zur Stärkung. Ohne uns selbst zu bewegen, erleben wir während des Essens das 360° Panorama. Es gibt noch viel zu entdecken. Auf dem Schilthorn wurde 1968 der James-Bond-Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ gedreht. Seit dieser Zeit wird der Berg auch „Piz Gloria“ genannt. In der Spy World können wir in die Filmwelt eintauchen. Im kleinen Kino sehen wir Ausschnitte aus dem Film und in der Ausstellung erfahren wir viele Details zu den Dreharbeiten des Filmes. Am frühen Nachmittag erreichen wir mit der Seilbahn wieder Stechelberg im Tal. Mit dem Bus geht es nach Interlaken zurück.
Den Nachmittag gestalten alle Gäste ganz individuell in Interlaken. Es findet „Touch The Mountain“ statt. Auf diesem Open-Air-Konzert treten namhafte Schweizer Künstler auf. Sie sorgen für tolle Stimmung. Auch eine Guggemusi-Gruppe ist unterwegs.
Das Abendessen wird heute etwas früher als sonst als leckeres Käse-Fondue serviert. Wir spazieren zur Höhematte im Zentrum von Interlaken. Auch 2026 erfreut uns ein fantastisches Kunstfeuerwerk. Einzigartige Farbenspiele steigen in den Neujahrshimmel auf. Mit diesem Spektakel begrüßen Interlaken-Tourismus und weitere Partner ihre Gäste im Neuen Jahr. Dieser Tag war der perfekte Start ins neue Jahr.
02.01.2026 Ausflug auf den Männlichen und gelebtes Brautum: Haderpotschete
Nach dem Frühstück fahren nach Grindelwald. Am Grindelwald-Terminal, der Bahnstation des Eiger-Express, der Berner Oberlandbahn und der Männlichenbahn verlassen wir den Bus.
Der Bau der Station wurde von einem Flughafen-Terminal inspiriert. Die Gondeln für zehn Personen der 2019 eröffneten Bahn bringen uns auf den Männlichen in 2.230 Metern Höhe. Während der 19-minütigen Bahnfahrt in die Berge. Die Eigernordwand erhebt sich in ihrer imposanten Größe direkt vor uns. Auf dem Männlichen ist es etwas bewölkt und es bläst ein scharfer Wind. Wir sehen die Berge der Berner Alpen dennoch. Natürlich beeindrucken uns der Eiger mit seiner imposanten Nordwand, die Jungfrau, der Mönch, das Schilthorn und viele weitere der einmaligen Berge. Allerdings halten wir uns nicht ganz so lange auf dem Berg auf, denn es ist wirklich sehr frisch.
Am frühen Nachmittag bringt uns die Gondelbahn nach Grindelwald zurück. Unser Chauffeur Nic hat Kaffee- und Glühwein vorbereitet. Anschließend fahren wir nach Interlaken zurück.
In Interlaken erleben wir gelebtes Brauchtum: die Harder-Potschete. Dieser alte Brauch ist inspiriert von der Sage vom Hadermannl. Ein Mönch aus dem Kloster in Interlaken hat einem jungen Mädchen, welches auf dem Hader Kulm Holz sammelte, nachgestellt. Das Mädchen sprang aus Angst über den Abgrund in die Tiefe. Der Mönch wurde zu Stein und muss nun für alle Zeiten auf den Ort seiner Schandtat hinabschauen. In der Felswand am Hader, dem Hausberg von Interlaken, ist das Gesicht des Hadermannl sichtbar. Diese Sage und heidnische Winterbräuche zum Neuen Jahr sind der Ursprung für die heutige Harder-Potschete. Mit kunstvoll geschnitzten Masken und Kostümen aus Fellen und Naturmaterialien zieht das Hardermannl mit seinem Wybl, begleitet von Kindern mit selbst gebastelten Masken und Kostümen, durch Interlaken. Trychler-Gruppen mit ihren großen Trychlern – Glocken – und Gugge-Musi-Kapellen begleiten den Umzug. Auf dem Marktplatz wurden die Gruppen noch einmal präsentiert. Wir können Brauchtum und die Begeisterung dafür, mit welcher die Tradition heute noch von Jung und Alt gepflegt wird, hautnah erleben.
Am Abend treffen wir uns auf der Terrasse des Hotels zu einem kleinen Abschiedsumtrunk an der Feuerschale mit hausgemachtem Punsch vom Hotel. Ein schöner Abschluss für wunderbare Tage.
03.01.2026 Heimreise
Heute frühstücken wir zeitig und müssen Abschied nehmen von den herzlichen Hotelangestellten, die uns so wunderbar betreut haben. Eigentlich würden wir alle gern noch einige Tage bleiben… Aber wir müssen unsere Heimreise antreten. Auf den Straßen in der Schweiz kommen wir gut voran, doch ab Memminger Kreuz sind Staus angesagt. Wir entscheiden uns für eine etwas längere, aber schnellere Route vorbei an Augsburg. Die Fahrt ist dann einigermaßen entspannt, wenn auch auf den letzten Kilometern der Winter mit Schneefall unterwegs ist. Mit etwas Verspätung erreichen wir unsere Heimatorte.
Wir sind uns wohl alle einig: Die Tage in der Schweiz waren der perfekte Start ins Jahr 2026. Wir wünschen uns, dass wir alle in diesem Jahr viele solcher wunderbaren Momente erleben dürfen.
Ihnen, unseren lieben Reisegästen, sagen wir nochmals ganz herzlich Danke für die einzigartigen Tage, die wir mit Ihnen erleben durften! Es hat uns riesigen Spaß gemacht, mit Ihnen gemeinsam auf unterwegs zu sein! Vielleicht bis bald – Uf wiederlurge in der Schweiz! Ihre Annette Probst-Weise und Nicolas Beier – unser Chauffeur
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