Silvesterreise Schweiz – Jahreswechsel im Bahnland mit Bahnfahrten
Reisebericht: 29.12. – 02.01.2026
Auf den Gleisen der Rhätischen Bahn in ein strahlendes neues Jahr 2026.
Ein Reisebericht von
Sinah Witzig
29.12.2025 Anreise nach Tiefencastel
Früh am Morgen startet in Dresden unsere Silvesterreise in die Schweiz. Entlang der Autobahn füllt sich unser Bus noch weiter, während wir über A4, A72 und A9 Richtung Süden reisen. Unsere Gruppe soll - zumindest vorerst - am Mittag bei Ellwangen vollständig werden, denn auch auf dieser Reise sind wir eine bunt zusammengewürfelte Truppe aus verschiedenen Regionen Deutschlands.
Am Nachmittag überfahren wir bei Bregenz am Bodensee zunächst die Grenze nach Österreich, um wenig später in der Schweiz anzukommen. Vorbei an Chur, der Hauptstadt Graubündens, fahren wir durch das Rheintal und kommen am frühen Abend in Tiefelcastel an, wo uns das Personal des Hotels Albula & Julier schon freundlich erwartet. Auch die letzten Mitreisenden, die selbst mit dem PKW angereist sind, lernen wir hier kennen.
Den Tag lassen wir bei einem reichhaltigen 3-Gänge Menü ausklingen und freuen uns auf die kommenden Tage in der Schweiz.
30.12.2025 Fahrt mit dem Bernina Express von Tirano nach Tiefencastel
Nach einem leckeren Frühstück treffen wir uns am nächsten Morgen vor dem Hotel und stellen fest, dass vom angekündigten Sonnenschein noch nichts zu sehen ist. Tief hängt der Nebel im Albulatal. Wir lassen uns davon jedoch nicht entmutigen und starten gut gelaunt in den Tag. Mit dem Bus fahren wir zunächst in Richtung der Julier-Passstraße. Wenig später durchfahren wir dann die Nebelgrenze und werden von dem erwarteten Sonnenschein begrüßt. Wir fahren durch kleine Dörfer, die während der letzten Jahrzehnte stark unter dem demografischen Wandel leiden mussten. So beispielsweise die Ortschaft Mulengs, welche zeitweilig nur noch zwölf Einwohner hatte. Um der Abwanderung entgegen zu wirken arbeitet man nun mit der ETH Zürich an einem spannenden Projekt: der weiße Turm von Mulengs soll das größte 3D-gedruckte Gebäude der Welt werden und ein kleines Theater beherbergen. Nur einige Kilometer weiter erreichen wir den Marmorerastausee, welcher in den 1950er Jahren zur Stromgewinnung angelegt wurde. Über Surses erreichen wir dann schließlich die Julier-Passhöhe auf 2284 Metern über dem Meer. Hier genießen wir ein wenig die Winterlandschaft bevor uns unser Weg dann weiter über Silvaplana ins mondäne Sankt Moritz führt.
Nach einer kurzen Pause am Sankt Moritzer See fahren wir weiter durch das Engadin, vorbei am Morteratschgletscher und weiter hinauf bis zum Bernina-Pass. Hier oben auf 2330 Metern weht ein ordentlich kalter Wind und wir sind umgeben von Eis und Schnee. Von der Straße aus können wir nun auch immer wieder die Bahnstrecke sehen, der wir bis zur italienischen Grenze folgen. Schon als wir die Passstraße gen Valposchiavo weiterfahren steigen die Temperaturen kontinuierlich. Bevor wir jedoch unser Ziel, Tirano, erreichen, legen wir einen Stopp ein am berühmten Kreisviadukt in Brusio. Um im steilen Gelände Höhe zu überwinden, schlängelt sich der Zug hier in einer 360-Grad-Schleife über neun Bögen zu Tal. Unter einem der Viaduktbögen hindurch fädelt sich der Zug wieder aus - und wir sind natürlich hier um das aus nächster Nähe zu betrachten. Gerade als wir ankommen, kündigt sich die Regionalbahn an und wir können uns das Schauspiel ansehen. Nach ein wenig Wartezeit, sehen wir dann auch noch den Panoramazug des Bernina Express. Nach einer kurzen Fahrt passieren wir dann kurz darauf die italienische Grenze und erreichen Tirano in der Lombardei.
Wir haben nun Zeit für eine Mittagspause bei beinahe frühlingshaften Temperaturen bevor wir zum eigentlichen Highlight des Tages aufbrechen: die Fahrt mit dem Bernina Express. Die 144 Kilometer lange Strecke der Rhätischen Bahn, die Tirano mit Chur verbindet, wurde 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt und gilt als eine der schönsten Bahnstrecken der Welt. Insgesamt fährt man von auf der Strecke durch 55 Tunnels und über 196 Brücken, welche fast alle zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut wurden. Kurz nach unserer Abfahrt fahren wir dann selbst über das berühmte Kreisviadukt, dann liefern wir uns eine Wettfahrt mit unserem Bus, bevor der Zug sich in Richtung Bernina-Pass hinaufschlängelt. Auf dem Hochplateau können wir die Nachmittagssonne noch genießen, bevor es dann langsam dämmert. Am Abend erreichen wir nach einem ereignisreichen Tag Tiefencastel und freuen uns auf ein leckeres Abendessen.
31.12.2025 Die älteste Stadt der Schweiz und auf den Spuren des Glacier Express nach Disentis
Der letzte Tag des Jahres startet heute blendend - die Sonne strahlt und wir machen uns auf den Weg in die naheliegende Kantonshauptstadt. Wir erreichen Chur noch bevor unsere drei Stadtführerinnen Karin, Barbara und Leonie auf uns warten müssen. In keinen Gruppen machen wir uns auf verschiedenen Wegen auf in die historische Altstadt und haben somit die Gelegenheit, uns auf die verschiedenen Bedürfnisse aller Mitreisenden anzupassen. In den folgenden eineinhalb Stunde erfahren wir allerhand Interessantes über die älteste Stadt der Schweiz, den Kanton Graubünden und über die Schweiz im Allgemeinen und spazieren gemeinsam durch die mittelalterlichen Gassen.
Nach der Stadtführung bleibt noch etwas Zeit, um das ein oder andere Souvenir oder ein wenig Proviant für die bevorstehende Bahnfahrt nach Disentis einzukaufen.
Die etwa einstündige Bahnfahrt auf den Spuren des berühmten Glacier-Express eröffnet uns wunderbare Blicke auf das Vorderrheintal und die umliegenden Berge bei herrlichem Sonnenschein. Fast ein wenig zu kitschig, diese perfekte Postkartenansicht.
In Disentis angekommen treffen wir dann tatsächlich noch kurz auf den richtigen Glacier Express und es bietet sich die Möglichkeit ein wenig durch den Ort zu schlendern oder aber einige Treppenstufen in Kauf zu nehmen um die Kirche des berühmten Benediktinierklosters zu besichtigen.
Auf dem Weg zurück nach Tiefencastel machen wir nun noch einmal Halt und zwar am berühmten Soliser Viadukt. Die den Fluss Albula überspannende Brücke ist 85 m hoch und 164 m lang. Nach dem Wiesener Viadukt auf der Arosa-Strecke ist sie die zweithöchste Brücke der Rhätischen Bahn und die dritthöchste Eisenbahnbrücke der Schweiz. Während wir darauf warten, dass ein Zug sich nähert, gibt es am Bus gibt es als kleine Überraschung einen Glühwein oder Kaffee zum Aufwärmen, sowie ein Stück Schweizer Dreikönigskuchen - wer in seinem Stück Hefegebäck eine kleine Figur findet, der wird selbst zum König oder zur Königin gekrönt und wir enden schließlich mit einer ganzen Dynastie. Zwei Regionalbahnen können wir auf dem Viadukt fotografieren, bevor wir das letzte Stück Richtung Hotel hinter uns bringen.
Das Wichtigste steht jedoch natürlich noch an - die Silvesterfeier! Es bleibt noch genügend Zeit sich etwas herauszuputzen bevor um 19 Uhr der erste Gang des hervorragenden 7-Gänge-Menüs serviert wird. Für die richtige Stimmung sorgt ein Alleinunterhalter und zwei kleine Jungs, die als Supertänzer die Aufmerksamkeit so vieler Erwachsener genießen. Die Zeit verfliegt wie im Nu und schon wird mit einem Glas Prosecco auf das neue Jahr angestoßen.
01.01.2026 Ein strahlendes neues Jahr in Arosa
Das neue Jahr begrüßt uns wieder mit strahlendem Sonnenschein - was für ein guter Start!
Da unser heutiges Programm erst am späten Vormittag losgeht, fahren wir mit einigen Frühaufstehern ein paar Kilometer weiter entlang der Albula-Strecke. Kurz vor der Ortschaft Filisur halten wir an einem Parkplatz, von wo aus man nach einigen Minuten Winterspaziergang unterhalb des Schmittentobelviadukts und des Landwasserviadukts ankommt. Von hier aus kann man sich die schiere Höhe dieser über hundertjährigen Bauwerke noch einmal ganz anders vor Augen führen. 65 Meter über dem Flüsschen Landwasser donnert nach nur wenigen Minuten der erste Zug über uns hinweg: der Glacier-Express Richtung Zermatt. Nur kurz darauf folgt der Bernina-Express Richtung Sankt Moritz und zu guter Letzt beobachten wir noch eine Regionalbahn, bevor wir uns zurück am Bus über einen Glühwein freuen und dann zurück nach Tiefencastel fahren, um dort den Rest der Reisegruppe abzuholen.
Noch einmal fahren wir dann nach Chur, heute um mit dem Arosa-Express in den bekannten Wintersportort zu fahren. Nach ein paar kleinen Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche schafft es auch unser Chauffeur Jan sich uns anzuschließen und gemeinsam treten wir die etwa einstündige Bahnfahrt durch ein wahrliches Winterparadies an. In Arosa angekommen erwartet uns die Fahrt mit der Arosa-Bergbahn zum Gipfel des Hausbergs Weisshorn. Von 2653 Metern über dem Meer bei beinahe wolkenlosem Himmel hat man eine grandiose Aussicht über die umliegenden Alpengipfel. Es bleibt die Möglichkeit im 360-Grad-Panorama-Restaurant etwas zu Mittag zu essen oder aber das Dorf Arosa bei einem kleinen Spaziergang noch ein wenig zu erkunden, bevor wir die Rückfahrt nach Chur antreten müssen. Auf der Rückfahrt nach Tiefencastel realisieren wir langsam, dass sich unsere Silvesterreise schon dem Ende zuneigt. Gut und gerne könnten wir an diese schöne Reise noch ein paar Tage anhängen. Wir genießen noch ein letztes Abendessen - das Neujahrs-Menü - im Hotel und lassen den Abend gemütlich ausklingen.
02.01.2026 Heimreise
Heute heißt es Abschiednehmen von der Schweizer Bergwelt. Zumindest das Wetter macht es uns etwas leichter, aber so recht nach Hause fahren möchte noch keiner. Doch es hilft ja nicht zu hadern und wir treten unsere Rückreise an. Trotz starken Verkehrs, winterlichen Straßenverhältnissen und einem umfahrenen Stau am Memminger Kreuz, erreichen wir alle unsere Haltestellen pünktlich und die Reise kann wie geplant zu Ende gehen.
Wir wünschen all unseren Gästen für das neue Jahr und für die Zukunft viel Gesundheit und nur das Beste - und natürlich auch noch viele wunderschöne Reisen in guter Gesellschaft.
Herzlich Sinah & Jan
Europa
Asien
Orient
Nordamerika
Südamerika
Afrika
Ozeanien