Die große Zugreise durch die Schweiz
Reisebericht: 20.06. – 28.06.2026
Begleiten Sie uns auf eine faszinierende Bahnreise durch die Schweiz! Es gibt zwischen Gletschern und Palmen, in Zermatt, Lugano, und anderen reizvollen Orten viel zu entdecken!
Ein Reisebericht von
Steffen Mucke
Der Beginn einer schönen Reise, Ziel: Sankt Gallen
20.6.2026. Nach langer Vorfreude auf diesen Tag kann es nun endlich losgehen! Das Reisefieber, welch angenehme Krankheit, hat uns diese Nacht ein wenig unruhig schlafen lassen – nun wollen wir aber beginnen.
Petrus hat auf Hochsommer geschaltet, als wir am frühen Morgen unsere Maschinen besteigen und das wird die gesamte Reise so bleiben. In Frankfurt dauert es etwas länger; gegen Mittag ist unsere Gruppe in Zürich jedoch komplett – nun kann es losgehen, das große Bahnabenteuer in der Schweiz. Ganz angenehm erreichen wir nach einer guten Stunde das erste Ziel unserer Reise: Sankt Gallen. Wie viele Legenden ranken sich um den irischen Wandermönch nach dem diese schöne Stadt benannt wurde? Gegen drei machen wir uns daher auf, um mit unserem Stadtführer hinter dieses und jenes Geheimnis zu kommen. Uns erwartet bei strahlendem Sonnenschein einer der reizvollsten Orte unseres Gastgeberlandes; schnell sind wir eingetaucht in die zahlreichen schmalen Gassen und malerischen Plätze und bewundern hierbei eine herausragende Architektur: Uralte gepflegte Bürgerhäuser mit Malereien, teils mit Fachwerk; manche davon mit Erkern und viel Grün ringsum. Wenn nur diese Hitze nicht wäre! Allerdings weht hin und wieder in den schmalen Gässchen ein leiser Luftzug, dennoch suchen wir den Schatten. Im Zentrum der Stadt steht der Klosterkomplex. Wenn Steine reden könnten so würden sie uns manch abenteuerliche Geschichte erzählen können. Das übernimmt allerdings recht kompetent unser Stadtführer. Die Kirche mit den zwei Türmen überragt die gesamte Anlage in ihrer Monumentalität, allerdings ist sie leider für den Publikumsverkehr am heutigen Tag gesperrt. Aber eine andere Attraktion, vielleicht die bedeutendste der Stadt Sankt Gallen, lädt uns ein, ihren Schatz zu schauen: die große Stiftbibliothek. Hierzu schlüpfen wir in die obligatorischen großen Pantoffeln um wenig später diese Pracht bewundern zu können. Alles in diesem Raum ist von ausgesuchter Schönheit; die stuckumrandeten Deckenmalereien, der glänzende Fußboden über den wir langsam schlittern und natürlich die bibliophilen Schätze welche sich oft bis zur Decke stapeln. Und da ist noch dieser ganz besondere Geruch den alle historischen Bibliotheken an sich haben; es ist eine Art Hauch von Geschichte!
Nun ist die Zeit allerdings schon vorangeschritten; die Zeit des Abendessens naht. Wir gelangen zu unserem Hotel zurück. Im Restaurant findet nun unsere Reisegruppe das erste Mal Zeit, um ins Gespräch zu kommen und erste vorsichtige Kontakte zu knüpfen. Diese hier beginnende Harmonie wird sich bis zum Ende der Reise wie ein guter Geist über unsere kleine Gesellschaft legen…
Zugreise durch das Toggenburg nach Luzern
21.6.2026. Als ich gegen sieben vor die Tür trete, um einen kleinen Spaziergang vor dem Frühstück zu unternehmen, bemerke ich, dass es sich über Nacht kaum abgekühlt hat. Die noch recht tief stehende Sonne heizt schon wieder kräftig ein. Das stört uns jedoch wenig, den ersten kompletten Tag gemeinsam zu genießen. Nach einem kräftigenden Frühstück ist es nur ein Katzensprung bis zum Bahnhof; ab hier erwartet uns ein erstes schönes Bahnabenteuer. Der Zug steht schon bereit; hier ist für uns reserviert und so nehmen wir voller Erwartung Platz. Pünktlich wie wir es schon im Voraus über die Schweizer Bahnen wussten, geht es los. Wir durcheilen ein Stück des Appenzeller Landes mit grünen Wiesen, sanften Hügeln und reizvollen, gepflegten Orten. Von fern grüßt das Alpsteingebirge mit der schroffen Säntis-Spitze welche ein leichtes Wolkengespinst umgibt. Ansonsten nur blauer Himmel und eine lachende Sonne. Bei Uznach müssen wir jedoch für ein Teilstück die Bahn verlassen; ein Bus bringt uns in den Kanton Zug und hinauf auf den Hügel bei Hirzel. Hier liegt das Gebirgsdorf in welchem Johanna Spyri, die geistige Mutter von Heidi, geboren wurde. Wenig später geht es aber mit dem Voralpenexpress weiter; nun sind wir in der Zentralschweiz angelangt. Bei Arth-Goldau zeigt sich uns die Rigi und im weiteren Verlauf der wild zerklüftete Pilatus. Nun geht es entlang des blauschimmernden Vierwaldstätter Sees mit den reizvollen kleinen Orten zügig unserem Ziel entgegen: Luzern. Kurz nach zwölf langen wir dort an und werden hier schon von der Stadtführerin erwartet. Wir nehmen uns nun die nötige Zeit um bei dieser Wärme die Schönheiten der Stadt zu erkunden. Schon bald kommt die Kapellbrücke mit ihrem immer bunten Blumenschmuck in unser Blickfeld. Zunächst schauen wir aber in die Jesuitenkirche hinein; hier erfahren wir einiges über das religiöse Geschehen vergangener Zeiten.
Die Sonne lacht uns weiterhin heiß ins Gesicht, als wir wenig später in die Gassen der Altstadt Luzerns eintauchen. Erneut zeigen sich uns hier die wunderschön gepflegten Bürgerhäuser welche einst schon Goethe rühmte – die Zeit scheint einfach stehen geblieben zu sein. Aber, das Beste kommt zum Schluss: der Gang über die Kapellbrücke. Sie diente einst als Wehrgang und zeigt dem Besucher heute ganz eigene Perspektiven auf die Altstadtsilhouette von Luzern.
Gegen zwei ist die Führung beendet; wir gelangen am Bahnhof vorbei zu unserem Hotel unweit der Altstadt. Das ist nun der beste Ausgangspunkt für eigene Erkundungen der geschichtsträchtigen Stadt.
Am Abend hat sich unsere kleine Reisegruppe wieder komplett eingefunden um nach wenigen Minuten zu Fuß ein schönes Restaurant zu erreichen in welchem wir ein leckeres Abendessen serviert bekommen.
Und danach? Nachdem die Sonne verschwunden ist, wartete das abendliche Luzern darauf, uns seine kleinen Kneipen und Bars unweit der Kapellbrücke zu zeigen. Hier haben sich schon viele Menschen aus aller Welt niedergelassen um wie wir das einmalige Flair der Stadt zu genießen.
Weiterreise mit dem „Golden Pass“ von Luzern nach Lausanne
22.6.2026. Die vormittägliche Sonne sieht uns nun auf dem Weg, ein weiteres Bahnerlebnis genießen zu können, welches uns nach Westen entführen wird. Auf schmaler Spur geht es zunächst durch die wunderschöne Zentralschweiz; rechts thront der immer etwas bedrohlich aussehende Pilatus, links liegt der Vierwaldstätter See. Eine Erhebung, die ihn überragt, nennt man den Bürgenstock. Dort wurde am gestrigen Tag Weltpolitik gemacht, welche hoffentlich zum lang ersehnten Frieden führen wird.
Bei Sachseln lebte einst in seiner Einsiedelei ein Mann welcher Bruder Klaus genannt wird. Der Überlieferung nach verließ er Familie und irdischen Reichtum um sich in aller Einsamkeit seinen Eingebungen hinzugeben, und mehr noch: Bruder Klaus hat mit seiner Weisheit Kriege verhindert. Die damaligen Politiker hat er zur Besonnenheit aufgefordert und ihnen zugerufen: „Mischt euch nicht in fremde Händel!“ – sie haben auf ihn gehört – vor über 500 Jahren…
Beim Aufstieg hinter dem Ort Giswil lernen wir nun auch die Zahnradtechnik kennen. Sie dient dazu, größere Anstiege zu bewältigen. Ein kleines Rucken, nun greift das Zahnrad in die Zahnstange und bringt uns nach oben. Schon bald sehen wir auf der rechten Seite den türkisfarbenen Lungernsee; es ist ein schillernder Edelstein welcher in seiner Pracht unsere Augen erfreut. Aber es geht noch weiter hinauf; am Brünigpass senken sich die Gleise dann wieder bergab und schon grüßen uns die zahlreichen Wasserfälle des Berner Oberlandes. Wunderbar zeigt sich uns nun der Brienzer See welcher in der Sonne glitzert. Unmittelbar an seinem Ufer verläuft die Fahrt durch die reizvollen Anrainerorte, sie endet zunächst in Interlaken. Bis zur Weiterfahrt verbleibt nun genügend Zeit im Ort selbst auf Erkundung zu gehen. Auf der großen Wiese der Höhenmatte öffnet sich uns der Blick zum Jungfrau-Massiv. Hier unten 30 Grad oder mehr und da oben, in Sichtweite – ewiger Schnee und beständiges Eis…
Am Nachmittag geht die Reise weiter. Nun wieder auf Normalspur unterwegs, gelangen wir zunächst am Thuner See entlang, am Berg Niesen vorbei bald in das Simmental. Es ist ein reizvolles Fleckchen Erde mit sanfter Landwirtschaft, gesundem Baumbestand und saftig-grünen Wiesen auf denen sich die Kühe wie zur Dekoration aufgestellt haben. Nur leichte Wolkenschleier ziehen am tiefblauen Himmel entlang – alles bildet einen wunderbaren Kontrast bei unserer Reise gen Westen.
Im Ort Zweisimmen können wir endlich den Panoramawagen besteigen der uns noch weitere wunderbare Ausblicke gestatten wird. Unmerklich überqueren wir die Sprachgrenze; hier in der Westschweiz wird Französisch gesprochen und so ändern sich auch alle Beschriftungen die wir vom Zug aus sehen.
Ein Raunen geht durch das Abteil als vor uns die große Wasserfläche des Genfer Sees ins Blickfeld kommt. Das ist unser heutiges Ziel; bevor wir jedoch dort ankommen, muss der Golden Pass noch zahlreiche Serpentinen hinunter bewältigen. In Montreux ist es dann soweit; von hier benötigen wir noch eine knappe halbe Stunde um nach Lausanne zu gelangen – das ist nun der Endpunkt der heutigen Reise. Ein kleiner Aufstieg bringt uns hinauf zum Hotel, die Zimmer sind gut klimatisiert – wenig später lassen wir uns das leckere Menü schmecken.
Danach lohnt noch die Fahrt mit der Metro hinunter zum See. Der Mond ist aufgegangen und blickt auf uns Touristen, wie wir gemütlich am Ufer des Sees bei einem kühlen Bier oder einem Glas Wein diesen schönen Tag gemütlich ausklingen lassen.
Besuch von Lausanne. Weiterreise entlang der Rhone nach Zermatt
23.6.2026. Über Nacht hat es sich hier im mediterranen Klima kaum abgekühlt. Das merken wir als wir die gut klimatisierten Räume des Hotels verlassen um gemeinsam mit unserer Stadtführerin Edith auf Erkundungen in Lausanne zu gehen. Die Topographie der Stadt ist einmalig; sie wurde direkt an einem Bergrücken angelegt. Teils steile Aufstiege machen das Fortkommen schwer – wenn es denn die Metro nicht gäbe. Diese benutzen wir um hinauf zur Kathedrale zu gelangen. Bald werden wir von einem grandiosen Ausblick auf Lausanne verwöhnt; das Auge schweift über den Genfer See hinüber zum französischen Ufer welches in einem leichten Dunst liegt. Der Ort gegenüber heißt Evian – auch dort wurde erst vor wenigen Tagen Weltpolitik geschrieben.
Dann geht es hinein in das Gotteshaus. Edith weiß uns hier manches aus unruhigen Zeiten zu berichten, auch das religiöse Leben war nicht immer einfach. Heute zählt diese Kirche mit zu den bedeutendsten der Schweiz.
Noch ein kurzer Blick auf die Dächer der Stadt; dann geht es auf den historischen Treppen mit hölzernem Überbau hinab in Richtung Zentrum. Hier befinden sich eine Unzahl gepflegter Häuser; recht farbenfroh zeigt sich uns auch das Rathaus von Lausanne.
Nachdem sich die Stadtführerin von uns verabschiedet hat, liegt nun noch etwas Freizeit vor uns um auf eigene Erkundungen zu gehen. Doch am zeitigen Nachmittag geht unsere Reise weiter – einem neuen, reizvollen Ziel entgegen.
Der Zug durcheilt das weitausladende Rhone-Tal. Wir werden von üppigen Wein- und Obstanpflanzungen begleitet als wir sanft durch die fruchtbare Ebene rollen. Links und rechts gehen Seitentäler ab; sie führen in die Welt einsamer Gebirgsdörfer.
Nun hat sich der Himmel doch bedeckt, sollte es Regen geben? Im Ort Visp verlassen wir den Zug und steigen in den Regionalexpress um, welcher uns 1 000 Höhenmeter aufwärts bringen wird. Unser heutiges Ziel heißt Zermatt. Nach einer guten Stunde Fahrzeit ist es dann soweit; wir verlassen den Wagen und merken sofort: Hier ist es angenehm kühl. Nur etwas mehr als 20 Grad, welch ein Unterschied zu den vergangenen Tagen! Ein kleiner Bummel durch den historischen Teil von Zermatt mit den uralten, wettergebräunten Walliser Bauernhäusern bringt uns bald unserem Hotel näher. Hier, am rauschenden Gebirgsbach, werden wir schon freundlich von unseren Gastgebern begrüßt. Die Zimmer sind sehr schön eingerichtet; man fühlt sich vom ersten Augenblick an sehr wohl, weil alles wie in einer gemütlichen Bauernstube eingerichtet ist.
Ebenso das Restaurant; hier lassen wir bei munteren Gesprächen die vergangenen Stunden noch einmal Revue passieren um im Anschluss bei einem Bummel durch das abendliche Zermatt diesen Tag in Harmonie zu beenden.
Das große Dorf zwischen den Bergen: Zermatt
24.6.2026. Im tief eingeschnittenen Tal wird es etwas später hell als auf den umliegenden Bergen die schon in der Frühsonne golden erstrahlen. Ein Effekt der kurz nach Sonnenaufgang besonders reizvoll ist. Bald weicht die nächtliche Kühle auch hier der sommerlichen Wärme die jedoch in über 1 600 Metern sehr erträglich ist. Keine Wolke am Himmel – das sind die besten Bedingungen um die Höhen des Gornergrats zu erklimmen. Hierzu steht uns nun eine besondere Zahnradbahn zur Verfügung. Kurz nach neun starten wir. Schnell geht es bergauf um bald aus dem üppigen Bewuchs über die Baumgrenze zu gelangen. Hier öffnet sich nun der fantastische Blick auf die Bergwelt der 4 000er und natürlich auch auf den Berg der Berge: das Matterhorn. Es hatte uns schon am gestrigen Nachmittag begrüßt, da war der Himmel grau bedeckt. Heute jedoch prangt es vor blauem Himmel hell angestrahlt von der fleißigen Sonne. Ebenso alle anderen Berge ringsum. Sie tragen den ewigen Schnee welcher eigenartig vor dem Firmament glitzert. Als der Zug oben am Endpunkt anhält, beginnt für uns ein ganz besonderes Bergerlebnis. Überall wohin das Auge blickt, zeigt sich uns ein kaum zu beschreibendes Panorama. Am Aussichtspunkt weiter oben können wir in den gähnenden Abgrund hinab zum Gletscher blicken – diese Impressionen sind wirklich einmalig. Hie und da umschwirrt uns mit schrillem Schrei eine der zahlreichen Bergdohlen die weiter unten am Restaurant manchmal zutraulich um Futter betteln.
Dort zum Mittag eine Stärkung, danach noch eine kleine Wanderung, um am Nachmittag wieder hinab zu fahren; Zermatt lädt ein hier auf Erkundung zu gehen. Und da gibt es einiges zu sehen! Beim Gang über die belebte Bahnhofstraße gelangt der Besucher an reizvollen Boutiquen, gemütlichen Bars und Restaurants vorbei, ins direkte Zentrum des Ortes. Hier stehen sie, die noblen Hotels wo auch einst Edward Whymper, der Erstbesteiger des Matterhorns logierte. Seine Geschichte ist allerdings von großer Tragik gezeichnet;
stürzte doch an jenem 14. Juli 1865 ein Teil seiner Seilschaft unrettbar in die verderbenbringende Tiefe. Diese Geschichte wird im interessant eingerichteten Museum erzählt.
Die Sonne beginnt sich nun schon wieder den nahen Bergen zuzuneigen. Bald wird sie dahinter verschwinden, um uns in ihrem ewigen Lauf auch am morgigen Tag die Schönheit unseres Gastlandes im besten Licht erscheinen zu lassen.
Exklusiv: Auf der Originalstrecke mit dem Glacier–Express nach Sankt Moritz
25.6.2026. Recht zeitig werden am heutigen Tag unsere Sachen abgeholt. Dieser Dienst, den wir gern in Anspruch nehmen, garantiert, dass die Koffer uns am neuen Hotel schon erwarten.
Dieser Tag steht nun ganz im Zeichen einer der legendärsten Zugfahrten der Schweiz. Mit dem Glacier-Express und auf dessen kompletter Originalstrecke werden wir von Zermatt bis nach Sankt Moritz gelangen. Ein ganzer Tag mit besten Ausblicken im Panoramawagen liegt nun vor uns. Dementsprechend groß ist daher auch die Vorfreude als wir uns gegen halb neun von den Gastgebern im Hotel Sonne verabschieden und die wenigen Gehminuten zu Fuß zum Bahnhof zurücklegen. Noch ein letzter Blick zurück zum Matterhorn, dann betreten wir das Bahnhofsgebäude und machen es uns auf den reservierten Plätzen gemütlich. In dieser Höhe ist es um diese Tageszeit angenehm kühl; eine gute Stunde später, im Rhonetal angelangt, schlägt der heiße Sommer erneut zu. Im Inneren des gut klimatisierten Wagens spielt das keine Rolle, aber beim kurzen Ausstieg im Ort Brig ist es drückend heiß.
Die Zugfahrt verläuft überaus romantisch; als wir das Goms durchfahren, können wir ein weiteres Mal die intakte Natur der Schweiz bewundern. Es grünt und blüht überall, so dass das Auge seine Freude dabei hat. Am Furka-Massiv tauchen wir für eine Viertelstunde in den Basistunnel ein; dahinter begrüßt uns der Kanton Uri. Ein kurzer Aufenthalt in Andermatt, dann erklimmen wir die Höhen des Oberalppasses. Zu gleicher Zeit servieren uns fleißige Hände ein wunderbares Mittagessen. Es hat schon etwas Besonderes, während wir es uns schmecken lassen, den Blick durch die Panoramafenster auf die Bergwelt schweifen zu lassen. Nun langen wir auf gut 2 000 Metern an; aus einem kleinen Bergsee heraus entspringt eine der Quellen des Rheins.
Der Nachmittag ist angebrochen, als wir in Disentis anlangen; dieser malerische Ort wird dominiert von der Klosterkirche St. Martin. Aber, weiter geht die Fahrt; neuen Höhepunkten entgegen. Bei der Reise durch die schroffe Rheinschlucht klicken die Fotoapparate. Auch wenn es heutzutage meist nur eine elektronische Imitation ist – diese Impressionen werden eine bleibende Erinnerung sein.
Dann kommt der Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein; beim Blick auf die Temperaturanzeige trauen wir unseren Augen kaum: 38 Grad! Die ganze Problematik wird dann in Graubündens Hauptort Chur offenbar: Bisher arbeitete die Klimaanlage am Limit; sie war gerade noch in der Lage, die tropischen Temperaturen auf ein erträgliches Maß abzusenken. Nun aber muss die Lok umgespannt werden; in kürzester Zeit wird es unerträglich warm, als die Klimaanlage wieder startet – schafft sie es nicht mehr.
Als wir dann wieder in die Berge mit zahlreichen Tunnels einschwenken, wird es erträglicher. Längst erfreut uns erneut die Bergwelt; ein weiterer und letzter Höhepunkt ist die Überfahrt des Landwasserviadukts – das war seinerzeit hohe Ingenieurskunst!
Weitere Faszination bringen die zahlreichen Kehrtunnels auf der UNESCO-Albulastrecke, langsam neigt sich diese Zugfahrt nun aber doch dem Ende entgegen.
Als wir in St. Moritz ankommen, empfangen uns angenehme Temperaturen; kein Wunder liegt doch der Ort auf rund 1 800 Metern.
Nachdem wir im Hotel die Zimmer bezogen haben, gehen wir noch einige Schritte zum Nachbarhotel um uns dort am üppigen Buffet zu laben. Auch am heutigen Abend liegt ein wunderbarer Tag hinter uns. Unterdessen hat sich der Himmel bezogen und – es fängt doch tatsächlich an zu regnen!
Faszination Bernina–Express! Im Mediterranen unterwegs nach Lugano
26.6.2026. Der Regen vom Vorabend war nur eine kurze Episode. Als wir uns am Vormittag aufmachen um mit dem Linienbus zum Bahnhof zu gelangen, lacht die Sonne wieder. Sie wird es an diesem Tag wieder gut mit uns meinen, zu gut.
Zunächst jedoch liegt erneut eine faszinierende Zugfahrt vor uns. Der Bernina-Express bringt uns noch einmal über die 2 000; zunächst bewundern wir jedoch die immer noch mächtige Eismasse des Morteratschgletschers. Es ist wieder der schon bekannte schroffe Gegensatz: Hier unten der Sommer und nur wenige Kilometer weiter − der ewige Winter. Bei diesem Anblick ist es kaum zu glauben, dass wir Stunden später wieder ins große Schwitzen geraten werden…
Dann langen wir am Berninapass über der Baumgrenze an. Den Blick dominiert nun eine schöne Alpenflora; die Vorbeifahrt an den Seen bringt weitere schöne Ausblicke. Als wir dann langsam wieder bergab rollen, kommen auch wieder Bäume ins Blickfeld. Bei Alp Grüm legen wir eine Fotopause ein; besonders eindrucksvoll ist der Blick hinunter zum grünen Bergsee, schneebedeckte Berge spiegeln sich darin.
Umso weiter wir absteigen, desto grüner wird es. Vorbei an Poschiavo und entlang am gleichnamigen See, verläuft die Tour. Bei Brusio drehen wir uns auf dem Kreisviadukt einmal um uns selbst, besser gesagt der Zug. Langsam neigt sich auch diese Bahnreise dem Ende entgegen; in Tirano sind wir nun in der Lombardei und erneut im mediterranen Klima angelangt. Die Türen des gut klimatisierten Wagens öffnen sich und – ein Schwall fast tropischer Luft schlägt uns entgegen.
Ein wenig Zeit im Ort selbst, die Erkundung der Altstadt und ein Mittagessen beim Italiener – dann geht es am Nachmittag weiter mit dem Bus. Er bringt uns durch das fruchtbare Tal der Adda, auch Veltlin genannt; Weinfreunde wissen da sofort Bescheid. Hier gedeiht ein guter Tropfen und an den Hängen sind die Rebstöcke zu sehen die auf die diesjährigen Lese warten – warm genug ist es. Dann führt uns diese schöne Bustour entlang des Comer Sees und auf der Uferstraße durch reizvolle lombardische Nester – auf dem See selbst sind zahlreiche Surfer unterwegs.
Danach geht es wieder ein Stück bergauf; bald überschreiten wir die Grenze zur Schweiz und kommen rasch unserem heutigen Ziel näher.
Der Nachmittag ist schon vorangeschritten als wir in Lugano anlangen; eine kurze Fahrt mit dem Linienbus bringt uns zu unserem Hotel welches gottlob eine gut funktionierende Klimaanlage besitzt.
Kurz vor dem Abendessen stoßen wir auf unser Goldhochzeitspaar an; von dieser Stelle aus ergeht von mir noch einmal der Wunsch für viele, viele weitere gemeinsame Jahre in Harmonie und Gesundheit!!! Bleiben Sie so glücklich wie ich Sie kennen lernen durfte!!!
Und nach dem Abendessen? Auch wenn es sich kaum abgekühlt hat, der Weg hinunter zum See lohnt immer. Besonders wenn nach Sonnenuntergang die Laternen ihr magisches Licht auf die Promenade ausgießen und der Mond wie zur Dekoration zwischen den Bergen im bleichen Licht erstrahlt…
Reise mit dem luxuriösen Gotthard–Express – Dampferfahrt nach Luzern
27.6.2026. Die Nacht verlief ruhig und angenehm. Während es sich draußen kaum unter die 30 Grad abkühlte, bescherte uns in den Zimmern die Technik einen angenehmen Schlaf.
Am Bahnhof können wir noch einmal über die Dächer von Lugano hinunter zum See schauen bevor wir zum Bahnsteig gehen. In den nächsten Stunden erwartet uns erneut eine faszinierende Zugfahrt. Überpünktlich rollen sie nun ein, die wunderbaren Panoramawagen des Gotthard-Express. Das ist nun noch einmal ein ganz großer Höhepunkt als wir, empfangen von dezenter Musik, platznehmen. Diese Fahrt beginnt in der Sonnenstube der Schweiz, dem Tessin, sie wird uns noch einige Zeit mediterrane Impressionen gewähren. Die reizvolle Landschaft rauscht an uns vorbei; ein Zugreiseleiter, ja auch das gibt es in der Schweiz, begleitet die Fahrt auf eine sehr witzige Art und Weise. Somit wird alles zum Hochgenuss.
Bei unserer Weiterreise kommen wir den Bergen immer näher. Zahlreiche Tunnel unterbrechen kurz die Sicht, in einem von denen wird sogar eine Videoinstallation an die Tunnelwände projiziert – faszinierend!
Beim Ort Wassen werden wir von den berühmten Fahnenschwenkern begrüßt – eine kurze Langsamfahrt lässt es zu sie zu fotografieren, danach durcheilen wir die letzten drei Kehrtunnel. Hierbei taucht die Kirche von Wassen an drei verschiedenen Punkten wie von Zauberhand immer wieder neu auf.
Aber auch diese Zugfahrt geht zu Ende. Es liegt jedoch noch ein weiterer großer Höhepunkt vor uns. Beim Ort Flüelen verlassen wir den Zug um am Seeufer des Vierwaldstätter Sees geduldig auf den Dampfer zu warten welcher uns über die gesamte Länge der mächtigen Wasserfläche noch einmal nach Luzern bringen wird. Pünktlich legt das historische Schiff an, pünktlich geht es weiter und – die nächsten Stunden können wir diese Schifffahrt mit allen Sinnen genießen. Und es gibt viel zu sehen: die geschichtsträchtige Tellskapelle direkt am Ufer, den Schillerstein im Fels und die zahlreichen Orte an denen wir anlegen. Dabei könnte das Wetter nicht besser sein; ein angenehmer Wind bringt während der Fahrt die erwünschte Kühlung. Der Vierwaldstätter See ist umgeben von einer schönen Bergwelt. Als wir uns Luzern nähern, sehen wir rechts die Spitze der Rigi und voraus zeigt sich uns noch einmal der zerklüftete Pilatus.
Wenig später sehen wir auch die uns schon bekannte Stadtsilhouette von Luzern nebst Kapellbrücke vor unseren Augen auftauchen. Nun wissen wir, dass sich diese schöne Schifffahrt leider dem Ende zuneigt.
Noch ein gutes Stündchen für Luzern, danach treten wir die letzte Etappe für diesen Tag an. Der Zug bringt uns von Luzern nach Zürich und ein kleiner Fußweg zu unserem Hotel. Hier werden wir bereits vom netten Personal erwartet, welches uns die gemütlichen Zimmer zuweist. Alles ist wieder angenehm klimatisiert und die kühlende Dusche wirkt Wunder.
Nun wird jedoch eines klar: Unser Urlaub neigt sich unerbittlich dem Ende entgegen. Bevor wir zum schönen Restaurant in der Fußgängerzone aufbrechen, verabschieden wir uns voneinander. Kaum zu glauben, dass sich am morgigen Tag unsere Wege schon trennen sollen. Unsere kleine Reisegesellschaft hatte so gut zueinander gefunden wie es selten der Fall ist…
Ein letztes leckeres Abendessen gemeinsam im schönen Restaurant, danach noch ein Bummel durch das abendliche Zürich – dieser Abschied fällt nach all den schönen Tagen nicht leicht!
Letzte Entdeckungen in Zürich. Abschied von einer schönen Reise
28.6.2026. Auch diese Nacht verlief in den weichen Betten und bei angenehmen Temperaturen sehr erholsam. Das Frühstück im Garten des Restaurants schmeckt wie immer gut, danach machen sich die ersten Gäste auf um den Heimweg anzutreten.
Für alle anderen steht der Vormittag noch zur freien Verfügung. Ein Bummel durch die reizvolle Altstadt, in der es leider viele Baustellen gibt, selbst der Gang zum See ist nicht ganz einfach weil ein Triathlon stattfindet und die Sportler gerade ihre Fahrraddistanz zurücklegen. Dennoch ist es eine letzte schöne Impression unseres Gastlandes, welches wir in den zurückliegenden Tagen in all seinen Facetten kennenlernen durften.
Als die Sonne ihren Höchststand schon verlassen hat, machen wir uns zum Flughafen auf, um hier geduldig auf die Heimreise zu warten. Unterdessen haben sich ringsum Gewitterwolken aufgebaut – sie scheinen zur Unzeit kommen zu wollen. Aber alles geht gut, wenn auch mit etwas Verspätung – die Flüge finden statt.
Boarding – Platz im Flugzeug suchen – Anschnallen – Start.
So endet dieser schöne Urlaub, auf dem ich Ihr Begleiter sein durfte. Mir hat es riesigen Spaß gemacht, Teil dieser kleinen Gemeinschaft auf Zeit sein zu dürfen! Nehmen Sie dafür meinen Dank und die besten Wünsche mit auf den Weg nach Hause.
Und, wenn Sie diese Zeilen lesen, hat uns alle der Alltag wieder. Das ist aber auch wieder irgendwie schön. Bietet er doch die Möglichkeit, alles noch einmal Revue passieren zu lassen, die geschossenen Bilder immer und immer wieder anzuschauen und natürlich auch um neue Reisepläne zu schmieden. Begleitet von der unbändigen Neugier auf alles Schöne dieser Welt, die Ihnen immer erhalten bleiben sollte…
Steffen Mucke
Lerne zu vergessen, was nutzlos ist und erinnere dich mit Liebe an alles Schöne.
(Kärntner Sprichwort)
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