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Reisebericht: Wintertraum Schweizer Bahnen

26.02. – 03.03.2012, 7 Tage Rundreise Schweiz mit Sarnem - Luzern - Rigi - Glacier-Express - Bernina-Express

Die Schweiz im Winter gleicht einem Märchen aus Eis und Schnee. Während der Reise erleben Sie die schönsten Schweizer Bahnstrecken. Ob Arosa-Express, Bernina-Express oder Glacier-Express - jede Route strahlt ihre eigene Faszination aus1. Tag - Sonntag, 26.02.2012: Gegen 6 Uhr morgens starteten wir mit 34 reiselustigen Gästen. Unsere Fahrt führte uns vorbei an Nürnberg, Ulm, Lindau und Bregenz. Am frühen Nachmittag erreichten wir schließlich die österreichisch-schweizerische Grenze Lustenau/Au. Durch das Rheintal und vorbei am Fürstentum Liechtenstein ging es vorerst bis zur Raststätte "Heidiland", wo wir unsere letzte Pause einlegten und erstmals schweizerischen Boden betraten.Die vielfältige Ferienregion zwischen Walensee und Sarganserland in der Ostschweiz bezieht ihren Namen aus Johanna Spyris weltbekannter Heidi-Geschichte. Mit ihren Heidi-Büchern schuf sie ein noch heute weit verbreitetes romantisches und idealtypisches Bild der Schweiz. Am späten Nachmittag kamen wir in unserem Hotel "Weiss Kreuz", einem schönen und gemütlichen 3-Sterne-Hotel im Herzen des Ortes, an. Thusis liegt übrigens im Hinterrheintal, am nördlichen Eingang der berühmten Viamala-Schlucht. Im Hotel wurden wir mit einem vorzüglichen Abendessen inklusive Salatbuffet verwöhnt. 2. Tag - Montag, 27.02.2012:Nach einem reichhaltigen Frühstück fuhren wir mit unserem Bus nach Chur, dem Ausgangspunkt für die Fahrt mit dem Arosa-Express. Gemächlich wie eine Strassenbahn zuckelte dieser Zug durch Chur, die Bündner Hauptstadt. Doch schon bald ist's vorbei mit dem "Stadtbummel auf Schienen". An der Stadtgrenze wandelt sich der Arosa-Express nämlich zur Gebirgsbahn und windet sich durchs wilde Schanfigger Tal hinauf nach Arosa. Ein bedeutender Ort auf dieser Fahrt ist Langwies. Er verdankt seinen Bekanntheitsgrad in erster Linie der Rhätischen Bahn. Der Langwieser Viadukt überspannt unterhalb des Ortes in 62 Meter Höhe den Fluss Plessur und ist mit 285 Meter die längste Brücke im Bündner Bahnnetz. Nach einer etwa einstündigen Fahrt kamen wir in Arosa an. Der Ort liegt in einem Talkessel am Ende der Talschaft des Schanfiggs. Vom Charakter der einstigen Walser-Siedlung, die im 14. Jahrhundert durch die Einwanderung alemannischer Volksgruppen im Alpenraum entstand, ist im heutigen Zentrum nichts mehr zu spüren. Stattdessen bestimmt die Architektur aus der Zeit um 1900 das Ortsbild. Viele unserer Gruppe nutzten bei herrlichem Wetter die Gelegenheit zur Auffahrt auf das 2.653 Meter hohe Weisshorn. Vom Gipfel des Weisshorns lassen sich sogar die Berge um Saas Fee und im Berner Oberland ausmachen - einfach nur unbeschreiblich schön! Am frühen Nachmittag brachte uns der Arosa-Express zurück nach Chur. Nun stand ein gemütlicher Stadtrundgang durch die älteste Stadt der Schweiz an. Spätestens im 3. Jahrhundert n. Chr. erhielt Chur die römischen Stadtrechte und wahrscheinlich Mitte des 4. Jahrhunderts wurde hier das erste Bistum nördlich der Alpen gegründet. Wir bestaunten auf unserem geführten Stadtspaziergang die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, unter anderem den bedeutendsten Sakralbau Churs, die spätromanische Kathedrale. Von außen schmucklos, birgt ihr Inneres jedoch viele Kostbarkeiten. Gut gelaunt und voller Eindrücke fuhren wir nach Thusis zurück.Heute genossen wir zum Abendessen ein vorzügliches Bauernbuffet, hier war für jeden von uns etwas dabei - na dann "Guten Appetit"! 3. Tag - Dienstag, 28.02.2012:Heute stand bereits der nächste Höhepunkt unserer Reise, die Fahrt mit dem Bernina-Express, auf dem Programm. Mit unserem Bus ging es vorerst nach St. Moritz. Der Ort bezeichnet sich selbst als "Top of the World" und hat als erster weltweit seinen Namen als Marke rechtlich schützen lassen. Hier verbringen die "Schönen und Reichen" ihren Winterurlaub, hier trifft man die höchste Dichte an Luxushotels der Schweiz, hier pulsiert im Winter das Leben... Wir unternahmen einen kleinen Spaziergang, aber kurz darauf erreichten wir bereits Pontresina. Dort stiegen wir bei herrlichem Sonnenschein in den Bernina-Express ein. Diese Bahnlinie ist die einzige Schweizerbahn, die offen über die Alpen führt. Sie wurde 1910 fertig gestellt und brachte uns von den Gletschern des Berninapasses auf 2.253 m ü. d. M. hinunter auf 429 m ü. d. M. nach Tirano. Diese Höhendifferenz wird übrigens ohne Zahnrad-Strecken überwunden - trotz Steigungen von bis zu 70o/oo! Das ist das absolute Maximum, das eine Adhäsionsbahn noch nutzbringend bewältigen kann. Besonders raffiniert ist übrigens auch die Wahl der Linienführung. Sie ermöglicht nicht nur die Überwindung der immensen Höhenunterschiede, sie eröffnet auch atemberaubende Ausblicke auf eine imposante Bergwelt, auf Gletscher und Täler. Gegen Mittag kamen wir schließlich nach einer etwa zweistündigen Fahrt mit der Bahn im italienischen Tirano an. Nach einer kleiner Mittagspause hieß es "Nun aber los...! - diesmal allerdings mit dem Bus! In Brusio erlebten wir eine wahre Einzigartigkeit - der Bernina-Express beschreibt hier eine Schleife über einem Kreisviadukt. Diese 360-Grad-Kehre bringt wertvolle Höhenmeter, ein Griff in die Trickkiste der Bahnbauer, der sonst nur bei Kehrtunnels angewendet wird. Wir warteten etwa 30 Minuten auf einen Zug - wir brauchten zwar etwas Geduld, waren jedoch glücklich, denn wir bekamen unser Foto vom Viadukt mit Zug! Weiter ging es durch die Ortschaften des Val di Poschiavo und schließlich über die Bernina- und Julier-Paßstraße nach Thusis zurück. 4. Tag - Mittwoch, 29.02.2012:Der nächste Höhepunkt unserer Reise stand heute an - die Fahrt mit dem "Glacier-Express"!  Am Vormittag spazierten wir ganz gemütlich zum Bahnhof in Thusis. Nachdem wir es uns in unserem Panoramawagen der 2. Klasse gemütlich gemacht hatten, ging es über Chur, Reichenau, die Vorderrheinschlucht, Disentis, über den 2.033 Meter hohen Oberalppass und Andermatt nach Brig. Die Bahnfahrt mit dem langsamsten Schnellzug der Welt (durchschnittlich 35 km/h) dauerte für uns etwa fünf Stunden, aber keine Angst - niemandem von uns wurde langweilig. Das Landschaftsbild veränderte sich ständig und es gab verdammt viel zu sehen...! Zudem wurden wir zum Mittagessen kulinarisch verwöhnt, es gab Geschnetzeltes und anschließend ein Dessert. Wir erlebten auch, dass der Winter durchaus seine Tücken haben kann - tatsächlich sahen wir mit eigenen Augen eine Schneelawine den Hang hinunter kommen, ein komisches Gefühl! Uns ist zum Glück nichts passiert und so erreichten wir am Nachmittag die Stadt Brig, den Hauptort des deutschsprachigen Wallis. Der Bus erwartete uns bereits am Bahnhof und wir fuhren gleich weiter durch das Rhonetal nach Martigny. Diese Kleinstadt am Rhoneknie im Unterwallis ist Knotenpunkt der Passrouten über Simplon, Grosser Sankt Bernhard und Forclaz. Sie überzeugt durch ihr kulturell-historisches Erbe ebenso wie durch südländisches Flair und schmackhafte Gastronomie. Hier bezogen wir nunmehr unser Quartier im Hotel "Alpes & Rhones". 5. Tag - Donnerstag, 01.03.2012:Unseren Bus ließen wir heute in Täsch, etwa 5 Kilometer nördlich von Zermatt, stehen und stiegen kurzerhand in einen Pendelzug nach Zermatt um. Zermatt ist nämlich autofrei und selbst die Einheimischen dürfen nur mit speziellen Elektro-Fahrzeugen umherfahren. Wir alle hofften auf eine gute Sicht auf den Berg der Berge - das Matterhorn! Wie schon selbstverständlich konnten wir das Wahrzeichen von Zermatt in voller Pracht genießen, das Wetter war wie immer auf unserer Seite! Ein Großteil unserer Gruppe fuhr somit auf den 3.089 Meter hohen Gornergrat. Er stellt die Endstation der 1898 eröffneten Gornergratbahn dar, die über Riffelalp und Riffelberg führt und dabei eine Höhendifferenz von fast 1.500 Metern überwindet. Die Gornergratbahn ist übrigens eine elektrisch betriebene Zahnradbahn und eine der höchsten Bergbahnen Europas.Der Gornergrat ist sowohl im Sommer als auch im  Winter ein beliebtes Ausflugsziel, das bei klarer Sicht eine Rundumsicht auf Monte Rosa und Matterhorn bietet und zudem ein beliebtes Wander- und Wintersportgebiet ist. Einige Gäste bummelten übrigens auch durch den Ort Zermatt, hier gab es schließlich auch eine Menge zu entdecken. Sehenswert sind vor allem die Häuser im Ortsteil Alt-Zermatt; etliche der alten Häuser stehen auf runden Steinplatten, um besonders Mäuse und Ratten abzuhalten. Nach einem Bummel auf der Bahnhofstraße nahmen wir den Pendelzug zurück nach Täsch. Dort erwartete uns direkt am Bahnhof unser Bus und wir fuhren zurück ins Rhonetal. Der Rhone-Fluss ist die Lebensader des Schweizer Kantons Wallis. Besonders die landschaftlichen Gegensätze machen das Rhonetal so reizvoll. Es ist vor allem bekannt für den intensiven Weinbau. Schweizer Weine werden übrigens zum Grossteil in der Schweiz getrunken; nur 1–2 % der in der Schweiz erzeugten Weine werden exportiert. Am frühen Abend waren wir in unserem netten 3-Sterne-Hotel "Alpes & Rhones" in Martigny zurück und genossen unser schmackhaftes Abendessen - den ganzen Tag an der frischen Luft, das macht hungrig! 6. Tag - Freitag, 02.03.2012:Unser heutiger Ausflug führte uns vorerst an den Genfer See. In Montreux hatten wir zwar leider nur sehr wenig Zeit, aber immerhin konnten wir hier einen kleinen Spaziergang entlang der blumengesäumten Uferpromenade unternehmen, die zum Flanieren einlädt. Wegen des außergewöhnlich milden Klimas wird Montreux auch als Hauptstadt der Waadtländer Riviera bezeichnet. Hier gedeiht eine Vegetation mit Pinien, Zypressen und Palmen, die üblicherweise eher am Mittelmeer zu finden ist. Montreux ist unser Ausgangspunkt für die Fahrt mit dem GoldenPass Panoramic-Express. Im Panorama-Aussichtswagen machten wir es uns gemütlich. Herrliche Ausblicke auf die Savoyer Alpen, den Genfer See und auf das Mont-Blanc-Massiv begleiteten diese erlebnisreiche Bahnfahrt ins Berner Oberland. Nach reichlich einer Stunde kamen wir in Gstaad, dem touristischen Hauptort im Saanenland, an. Hier hatten wir genügend Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang. Der Dorfkern ist eine autofreie Zone und an der Promenade gibt es zahlreiche exklusive Läden, Restaurants und Hotels. Alle Häuser sind im Chalet-Stil erbaut, was dem Ort einen besonderen Reiz verleiht. Es folgt ein kleiner Mittagsimbiss am Bus und gut gestärkt fuhren wir in das Greyerzer Land weiter. Hier besuchten wir das kleine historische Städtchen Greyerz, das sich auf einem isolierten Hügel am Alpennordrand erstreckt und bis heute sein mittelalterliches Ortsbild bewahrt hat. Obwohl das Greyerzer Land vor allem für seinen Käse berühmt ist, war unser nächstes Ziel die Maison Cailler-Schokoladenfabrik in Broc. Wer träumt nicht vom Besuch einer Schokoladenfabrik? Wir erlebten den Herstellungsprozess der Schokolade und den herrlichen Duft, der hier überall weht. Auf dem interaktiven audiovisuellen Rundgang entdeckten wir die Geheimnisse der Schokoladenherstellung. Die Besichtigung erzählt auch die Geschichte des Standorts von 1898 bis heute. Am Schluss erwartete uns eine Verkostung der Erzeugnisse von Cailler - hm, einfach nur lecker! Im Fabrikladen konnten wir übrigens das gesamte Schokoladensortiment von Cailler of Switzerland kaufen! 7. Tag - Samstag, 03.03.2012:Nach einem stärkenden Frühstück hieß es nun Koffer laden und Abfahrt! Nach einer herrlichen Woche mit ausnahmslos schönem Wetter sollte es also nun wieder nach Hause gehen. Die Rückreise wurde für uns noch einmal ein Querschnitt durch die ganze Schweiz - schließlich fuhren wir vorbei an Bern, Zürich und St. Gallen. Leider hatten wir kurz vor dem Pfändertunnel einen Stau, aber da mussten wir durch...! Weiter über Ulm und Nürnberg kamen wir trotzdem fast pünktlich kurz nach 21 Uhr am Dresdner Flughafen an. Die meisten unserer Gäste nutzten den zuverlässigen Haustürtransfer-Service von Eberhardt TRAVEL und erreichten somit ganz entspannt die jeweiligen Heimatorte.Diese Reise kann ich zu jeder Jahreszeit empfehlen, auch im Sommer! Lassen Sie sich überraschen von der Vielfalt der Natur und der Herzlichkeit der Schweizer! Kommen Sie doch einfach mit auf eine meiner Lieblingsreisen und überzeugen Sie sich selbst...!Ihre Katrin Deutschbein

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