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Wintertraum Schweizer Bahnen

Reisebericht: 25.01. – 31.01.2026

Wenn der Winter die Schweiz verzaubert, werden Zugreisen zu einem besonderen Erlebnis. Verschneite Landschaften, vorbei an Bergen und Tälern – da werden Wintermärchen wahr...

Katrin Deutschbein

Ein Reisebericht von
Katrin Deutschbein


1. Tag – Sonntag, 25.01.2026: Anreise nach Beckenried (794 Bus–km)

Unsere Reise begann mit einer entspannten Busfahrt von Kesselsdorf über Nürnberg in Richtung Bodensee. Dort erfolgte der letzte Zustieg, sodass unsere kleine Reisegruppe nun mit 15 Personen vollständig war. Gut gelaunt setzten wir unsere Fahrt fort, durchquerten in Österreich den Pfändertunnel und passierten anschließend den Grenzübergang bei Lustenau. In Mäder berührten wir erstmals Schweizer Staatsgebiet – ein besonderer Moment, der den Beginn unseres Aufenthalts in der Schweiz markierte. Entlang des Rheins führte uns der Weg weiter, vorbei am Fürstentum Liechtenstein bis nach Sargans. Hier wechselten wir die Richtung und fuhren westwärts, zunächst auf der Südseite des Walensees und später des Zürichsees. Über die malerische Hirzelhöhe erreichten wir schließlich Luzern. Von dort war es nur noch ein Katzensprung bis nach Beckenried, unserem Ziel für die nächsten drei Nächte. Im Hotel „Seerausch“, direkt am Ufer des Vierwaldstättersees gelegen, bezogen wir unsere Zimmer. Der Standort erwies sich als idealer Ausgangspunkt für die geplanten Tagesausflüge in der Zentralschweiz. Ein schmackhaftes Abendessen im Hotel sowie angeregte Gespräche in geselliger Runde bildeten einen gelungenen Abschluss dieses ersten Reisetages und ließen die Vorfreude auf die kommenden Erlebnisse weiter wachsen.

2. Tag – Montag, 26.01.2026: Luzern – Pilatus (73 Bus–km)

Der heutige Ausflugstag führte uns zunächst nach Luzern. Dort wurden wir bereits von unserer sympathischen Stadtführerin Susy erwartet, die uns einen der schönsten und zugleich geschichtsträchtigsten Orte der Schweiz näherbrachte. Gemeinsam erkundeten wir die Stadt entlang der Reuss und besichtigten unter anderem die berühmte Kapellbrücke, die Jesuitenkirche sowie den wunderschön erhaltenen historischen Stadtkern. Im Anschluss blieb noch etwas Zeit, um individuell durch die Gassen Luzerns zu schlendern und das besondere Flair der Stadt auf sich wirken zu lassen. Danach brachte uns unser Buschauffeur Andreas zur Talstation der Pilatus-Bahn in Kriens. Da es ein Wochentag war, hielt sich der Andrang an der Talstation des Luzerner Hausbergs in Grenzen, und wir konnten ohne Wartezeit direkt hinauffahren. Der Pilatus verdankt seinen Namen vermutlich dem lateinischen Wort pileatus, was so viel wie „der Bedeckte“ (mit Wolken) bedeutet. Bis ins 17. Jahrhundert trug er zudem den Namen „Fräkmünt“. Einer Legende zufolge soll der Berg auch mit Pontius Pilatus in Verbindung stehen, dessen Leichnam angeblich in einem früheren See auf der oberen Bründlenalp versenkt wurde.
Obwohl sich der Pilatus seinem Ruf als wolkenverhüllter Berg zeitweise alle Ehre machte, konnten wir immer wieder grandiose Ausblicke genießen, wenn sich die umliegenden Gipfel zeigten. Einige Wanderwege waren aufgrund der winterlichen Witterungsbedingungen zwar nicht zugänglich, doch zumindest konnten wir die beeindruckende „Drachengalerie“ durchqueren. Mit vielen wunderschönen Eindrücken im Gepäck ging es anschließend mit der modernen, cockpitähnlichen Kabinenseilbahn „Dragon Ride“ in nur dreieinhalb Minuten vom Pilatus Kulm hinunter zum Fräkmüntegg. Zeitweise hatten wir sogar das Gefühl, mit der Bahn zu fliegen. Weitere rund 25 Minuten legten wir mit einer Umlaufbahn bis nach Kriens zurück. Von dort aus brachte uns der Bus schließlich wieder zurück nach Beckenried.

3. Tag – Dienstag, 27.01.2026: Ausflug auf die Rigi (102 Bus–km)

Am Morgen erreichten wir nach einer knapp einstündigen Busfahrt entlang des östlichen Ufers des Vierwaldstättersees den idyllischen Ort Vitznau, malerisch gelegen am Fuße der Rigi. Von hier aus ging es weiter mit der Vitznau-Rigi-Bahn, der ältesten Zahnradbahn der Welt. Bereits im Jahr 1871 nahm hier die erste Bergbahn Europas ihren Betrieb auf und fuhr von Vitznau bis zur Rigi-Staffelhöhe – ein Meilenstein in der Geschichte des Bergtourismus und der Rigi. Heute präsentiert sich der Berg mit seinen Zahnrad- und Seilbahnen als einzigartiges Bergbahn-Paradies: einsteigen, Platz nehmen und die Fahrt ganz entspannt genießen. Während der rund 30-minütigen Auffahrt boten sich uns atemberaubende Ausblicke auf den Vierwaldstättersee, die das Bahnerlebnis zu einem ganz besonderen machten. Schließlich erreichten wir mit dem Rigi-Kulm auf knapp 1.800 Metern über dem Meer den höchsten Gipfel des Berges und eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. Die Rigi wird nicht umsonst als „Königin der Berge“ bezeichnet. Von hier oben schweiften unsere Blicke über unzählige Seen und ein beeindruckendes Panorama aus Gipfeln: den Säntis, die Glarner, Urner und Berner Alpen, im Westen einige Jurahöhen, im Nordwesten die Vogesen sowie im Norden den Schwarzwald. Eigentlich war für diesen Tag schlechteres Wetter angekündigt, doch immer wieder öffnete sich der Wolkenvorhang – und der Wettergott meinte es erneut gut mit uns. Am Nachmittag führte uns die Rückfahrt mit dem Bus über Weggis nach Küssnacht. Ganz in der Nähe befindet sich die berühmte „Hohle Gasse“, ein Ort, der wie kaum ein anderer mit der Schweizer Geschichte verbunden ist. Hier soll Wilhelm Tell dem habsburgischen Landvogt Hermann Gessler aufgelauert haben. Während der legendäre Apfelschuss aus rund 80 Metern Entfernung weithin bekannt ist, wissen außerhalb der Schweiz nur wenige, dass Tell hier den Tyrannen tödlich traf. Mit diesen beiden Schüssen – dem einen zur Rettung seines Sohnes, dem anderen zur Befreiung der Bürger – entfachte er den Mut der Männer von Uri, Unterwalden und Schwyz. Diese hatten sich bereits 1291 auf der Rütliwiese verschworen, sich von der Gewaltherrschaft der habsburgischen Landvögte zu lösen. Nach diesem geschichtsträchtigen letzten Halt des Tages fuhren wir entlang des Vierwaldstättersees über Luzern zurück nach Beckenried, wo wir den Abend in unserem gemütlichen Hotel ausklingen ließen.

4. Tag – Mittwoch, 28.01.2026: Fahrt mit dem Glacier–Express (69 Bus–km / 131 Bahn–km)

Zunächst hieß es am Morgen Koffer packen, denn unsere Reise führte uns nun weiter in die Ostschweiz, nach Graubünden. Entlang der Südseite des Vierwaldstättersees erreichten wir nach kurzer Fahrzeit das Städtchen Altdorf. Hier legten wir einen Halt am berühmten Tell-Denkmal ein. Die Bronzestatue zeigt Wilhelm Tell mit seinem Sohn Walter und erinnert an den legendären Freiheitshelden der Schweiz. Gleich daneben befindet sich das sogenannte „Türmli“, ein mittelalterlicher Wehrturm, der einst Teil der Stadtbefestigung war und heute das historische Ambiente des Platzes unterstreicht. Anschließend setzten wir unsere Fahrt über die alte Gotthardstraße fort. Entlang der Reuss ging es durch die eindrucksvolle Schöllenenschlucht mit ihren steilen Felswänden und tosenden Wassermassen hinauf nach Andermatt. Leider zeigte sich das Wetter an diesem Tag von seiner trüben Seite – dichte Wolken und schlechte Sicht ließen nur erahnen, wie spektakulär diese Landschaft bei Sonnenschein sein muss. In Andermatt erfolgte der Umstieg in den berühmten Glacier Express, einen der bekanntesten Panoramazüge der Welt. Mit seinen großen Fenstern bietet der langsamste Schnellzug der Welt atemberaubende Ausblicke auf die alpine Bergwelt. Trotz des winterlichen Wetters war die Fahrt ein besonderes Erlebnis. Über den schneebedeckten Oberalppass führte die Strecke hinab nach Disentis ins Vorderrheintal. Weiter ging es durch die eindrucksvolle Rheinschlucht, den sogenannten „Swiss Grand Canyon“, bis nach Chur. Von dort brachte uns der Zug weiter nach Filisur, wo bereits unser Bus auf uns wartete. Nach kurzer Fahrt erreichten wir schließlich unser Hotel „Albula & Julier“, das für die kommenden drei Nächte unser gemütliches Domizil in Graubünden sein sollte.

5. Tag – Donnerstag, 29.01.2026: Fahrt mit dem Bernina–Express (86 Bahn–km / 101 Bus–km)

Heute unternahmen wir nach einem ausgiebigen Frühstück eine erneut beeindruckende Zugfahrt. Am Bahnhof von Tiefencastel bestiegen wir nicht nur den Panoramawagen der Rhätischen Bahn, sondern reisten im originalen Bernina-Express durch die faszinierende Schweizer Bergwelt. Wir befanden uns jetzt in der immerhin einzigen Schweizerbahn, die seit ihrer Fertigstellung im Jahre 1910 offen über die Alpen führt. Zunächst ging es entlang der einzigartigen Albula-Linie ins Oberengadin, wenig später vorbei am Morteratsch-Gletscher bis hinauf zu den Gletschern des Berninapasses auf 2.253 m ü. d. M., dem höchsten Punkt unserer Reise. Weiter ging es serpentinenartig hinunter auf 553 m ü. d. M., ins schweizerische Grenzdorf Campocologno. Der Höhenunterschied zwischen Ospizio Bernina und Tirano beträgt immense 1.800 Meter, die Horizontaldistanz misst nämlich nur etwa 20 Kilometer. Diese Höhendifferenz wird absolut ohne Zahnrad-Strecken überwunden – trotz Steigungen von bis zu 70o/oo! Auch die Wahl der Linienführung ist sehr raffiniert und ermöglicht nicht nur die Überwindung der großen Höhenunterschiede, sie eröffnete uns auch immer wieder atemberaubende Ausblicke auf eine grandiose Bergwelt, auf zahlreiche Gletscher und imposante Täler. Nach einer reichlich 3-stündigen Fahrt erreichte unser Bernina-Express das milde Puschlav bzw. das italienische Tirano im Veltlin, wo Andreas mit dem Bus bereits auf uns wartete und wir die Rückfahrt gen Norden antraten. Wie versprochen, legten wir auf der Rückfahrt auch ein paar tolle Foto-Stopps ein, denn während unserer Bahnfahrt am Vormittag durften wir leider nicht aussteigen! Nach nur wenigen Minuten Fahrtzeit sollte das berühmte Kreisviadukt von Brusio unser erstes Ziel sein, denn dort erlebt man eine wahre Einzigartigkeit – der Bernina-Express beschreibt hier nämlich eine über 107 Meter lange Schleife und zählt zu den gigantischsten und meistfotografierten Bauwerken auf dem Netz der Rhätischen Bahn. Diese 360-Grad-Kehre bringt wertvolle Höhenmeter und das ist ein Griff in die Trickkiste der Bahnbauer, der sonst nur bei Kehrtunnels angewendet wird. Wir warteten geduldig auf einen Zug, damit unser Foto perfekt wurde – für ein tolles Eisenbahn-Foto tut man doch so einiges...! Mit schönen Bildern im Gepäck ging es weiter zum Lago di Poschiavo hinab und durch die verschiedenen Ortschaften des Val Poschiavo, einem italienisch-sprachigen Südtal des Kantons Graubünden. Danach erreichten wir die Bernina-Passstraße, der Verbindung zwischen dem Puschlav im Süden und dem Engadin im Norden. Nach einem kurzen Aufenthalt auf dem Bernina-Pass ging es am Nachmittag in den mondänen Wintersportort St. Moritz im Mittelpunkt des Oberengadins. Wir flanierten durch den durch luxuriöse Bauten und vornehme Geschäfte geprägten Ortsteil St. Moritz-Dorf bzw. erfuhren auch, dass St. Moritz die Wiege des Ende des 19. Jahrhunderts einsetzenden alpinen Wintertourismus war. Das unumstrittene Wahrzeichen ist der 33 Meter hohe „Schiefe Turm“, der Rest einer alten Kirche, der erstmals Mitte des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wurde. Am frühen Abend kehrten wir über den Julierpass zum Hotel zurück.

6. Tag – Freitag, 30.01.2026: Chur – Arosa–Express – Weisshorn (52 Bahn–Kilomter / 72 Bus–Kilometer)

Nach dem Frühstück erreichten wir über die landschaftlich besonders reizvolle Strecke der Lenzerheide die Stadt Chur, den Hauptort des Kantons Graubünden. Dort bot sich uns zunächst die Gelegenheit, durch die älteste städtische Siedlung der Schweiz zu flanieren. Die verwinkelten Gassen sowie die eindrucksvollen Gebäude aus dem 15. bis 17. Jahrhundert vermittelten einen lebendigen Eindruck der langen Geschichte der Stadt. Am Bahnhof von Chur stiegen wir anschließend in die Rhätische Bahn ein, um auf der Arosa-Linie durch die anmutige Landschaft des Schanfigg nach Arosa zu fahren. Die Zugfahrt führte über spektakuläre Viadukte und durch tief verschneite Ortschaften hinauf in den bekannten Kur- und Wintersportort. In Arosa angekommen, ging es zunächst mit der Seilbahn auf den Gipfel des 2.653 Meter hohen Weisshorns. Von hier aus eröffnete sich uns zeitweise ein fantastischer Panoramablick auf die Welt der Bündner Alpen, denn auch heute zeigte sich der Wettergott immer mal wieder von seiner freundlichen Seite. Schnee, Berge und klare Höhenluft ließen uns diesen Moment in vollen Zügen genießen. Am Nachmittag blieb sogar noch etwas Zeit für einen gemütlichen Spaziergang durch den Wintersportort Arosa, bevor wir mit der Rhätischen Bahn nach Chur zurückkehrten. Dort wartete bereits unser Bus, der uns anschließend wieder nach Tiefencastel brachte.

7. Tag – Samstag, 31.01.2026: Rückreise (725 Bus–km)

Nach herrlichen Tagen in der Schweiz hieß es nun Abschied nehmen und mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck die Heimreise anzutreten. Wie schnell doch die Zeit vergangen ist! Nach einer staufreien Rückfahrt über Ulm und Nürnberg erreichten wir überpünktlich gegen 18 Uhr wieder unseren Eberhardt-Betriebshof – den Ausgangspunkt unserer Reise.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei allen Mitreisenden bedanken. Es hat uns große Freude bereitet, diese Reise gemeinsam mit Ihnen zu erleben. Bleiben Sie gesund, neugierig und reisefreudig. Wir würden uns sehr freuen, Sie bald wieder auf einer unserer nächsten Reisen begrüßen zu dürfen!

Ihr/Euer Buschauffeur Andreas und Ihre/Eure Reiseleiterin Katrin


Meine nächsten Reisen: https://www.eberhardt-travel.de/ueber-mich/katrin-deutschbein/317


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