Reisebericht: Rundreise Schweizer Gipfel - Titlis, Jungfraujoch, Klein Matterhorn

20.08. – 30.08.2020, 11 Tage Rundreise Traumgipfel Schweiz mit Engelberg - Titlis - Fieschertal - Eggishorn - Zermatt - Rothorn - Matterhorn - Interlaken - Jungfraujoch - Schilthorn

Die Schweizer Gipfel sind immer wieder ein Traum... Wir erlebten herrliche Tage in grandioser Bergwelt und es uns einfach nur gut gehen!

1. Tag – Donnerstag, 20.08.2020: Anreise nach Engelberg (ab Dresden = 852 Bus-km)


Ein kleiner Teil unserer reiselustigen Gäste startete bereits pünktlich um 6 Uhr morgens am Dresdner Flughafen und die letzten vier Fahrgäste stiegen heute in der Nähe von Ulm bzw. des Bodensees zu. Heute waren wir übrigens Corona-bedingt mit zwei Bussen auf dieser Reise unterwegs, damit wir unseren Gästen entsprechende Mindestabstände gewährleisten konnten. Somit hatten wir jeweils 15 Gäste in beiden Reisebussen. Wie bei allen unseren Busreisen üblich, legten wir im Abstand von jeweils etwa zwei Stunden eine Pause ein. Damit konnte jeder regelmäßig etwas frische Luft schnappen beziehungsweise sich die Beine vertreten. Die Fahrt führte uns vorbei am Bodensee und kurz nach Lindau erreichten wir bereits Österreich und damit das Bundesland Vorarlberg. Nach der Fahrt durch den 6,7 km langen Pfändertunnel ging es weiter bis zur österreichisch-schweizerischen Grenze Mäder/Kriessern. Nun waren wir also voller Erwartungen in der Schweiz angekommen! Vorbei an Liechtenstein, Sargans, dem Walensee und dem Zürichsee führte uns unsere Fahrt weiter über die Hirzelhöhe in Richtung Luzern und schließlich in das Engelberger Tal hinein. Unser Hotel „Schweizerhof" in Engelberg, unser Quartier für die ersten zwei Nächte, erreichten wir schließlich am Abend. Es handelt sich hier um ein sehr traditionsreiches Haus, welches bereits vor über 100 Jahren erbaut wurde und durch umfangreiche Erneuerungen entspricht es heutzutage voll und ganz den Wünschen der Gäste. Außerdem befindet sich das Hotel im Herzen eines beliebten Sommer- und Wintersportparadieses, in unmittelbarer Nähe des Kurparks und umgeben von einem schönen Bergpanorama. Wir wurden hier sehr herzlich empfangen und nach einem schmackhaften Abendessen nutzten einige Gäste sogar noch die Gelegenheit, um einen Bummel durch den Ort zu unternehmen.

2. Tag – Freitag, 21.08.2020: Schaukäserei Engelberg – Titlis


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Der heutige Tag begann mit viel Sonnenschein und versprach sehr gutes Wetter! Zunächst unternahmen wir einen gemeinsamen Morgenspaziergang zum Engelberger Kloster, wo wir die einzige Schweizer Schaukäserei in einem Kloster besichtigten. Der würzige Alpkäse – so erfuhren wir – wird in Engelberg immerhin bereits seit dem 12. Jahrhundert hergestellt. Heute werden in der Käserei des Klosters verschiedene Käsesorten, wie zum Beispiel die berühmte glockenförmige „Klosterglocke", hergestellt. Auch eine kleine Verkostung durfte selbstverständlich nicht fehlen! Das Kloster Engelberg ist übrigens eng mit der Geschichte des Ortes verbunden, denn diese geht auf die Gründung des Benediktinerklosters zurück. Einer Legende zufolge hatte der Gründer des Klosters im Traum eine Engelsstimme gehört, welche ihm verkündete, eine „Gott geweihte Stätte" zu gründen. So wurde Anfang des 12. Jahrhunderts das Kloster gebaut und natürlich musste ein Name gefunden werden, der zu diesem Kloster sinnvoll passen sollte. Plötzlich wurden Engelsstimmen gehört und man sah einen Chor von Engeln – diese sangen mit zauberhaften Stimmen das Gotteslob: „Der Berg der Engel!" Ein Name war gefunden, denn fortan sollten das Kloster und die dazugehörende Talsiedlung „Engelberg" heißen. Es wurden zwar seither keine Engel mehr gesichtet, aber Spuren von Engelbergs Geschichte sind heute noch zu entdecken. Nach dem sehr informativen Besuch der Schaukäserei flanierten wir weiter entlang der Engelberger Aa zur Titlis-Talstation – der Berg rief...! Mit zwei Umlaufbahnen erreichten wir nach etwa 20 Minuten die etwa 2.500 Meter hoch gelegene Station „Stand" und schließlich mit der Titlis-Rotair, der ersten vollständig drehbaren Gondel der Welt, den höchstgelegenen Aussichtsberg der Zentralschweiz, den Titlis! Während der etwa fünfminütigen Fahrzeit dreht sich die Gondel immerhin einmal um die eigene Achse. Die Rundumsicht auf Felswände, Gletscherspalten und imposante Berggipfel war einfach genial – diese tolle Fahrt durften wir uns selbstverständlich nicht entgehen lassen! Wir waren also nunmehr angekommen auf 3.020 Metern Höhe, dem Gipfel des Kleinen Titlis! Auch hier erwartete uns ein atemberaubendes Berg-Panorama, denn das Wetter meinte es wirklich gut mit uns! Wir besuchten unter anderem das frostig kalte Herz des Titlis-Gletschers und konnten dort unser „blaues Wunder" erleben. Der 150 Meter lange Gang der Grotte führte uns 20 Meter tief unter die Oberfläche des Gletschers – diese Gletschergrotte ist wahrhaft sehenswert! Ein Teil unserer Gruppe wagte sich übrigens auch auf den „TITLIS Cliff Walk", einer schmalen Hängebrücke, die als neueste Attraktion auf dem Titlis gilt. Der Spaziergang über dem Abgrund über 3.000 Metern Höhe ist zwar nicht ganz ohne, aber etwa 150 Schritte Herzklopfen und ein luftiges Erlebnis sind immerhin garantiert! Am Nachmittag nutzten einige Gäste die zahlreichen Wandermöglichkeiten der Titlis-Region – immer wieder empfehlenswert ist der bequeme Rundweg um den Trübsee, schließlich erlebt man hier eine herrliche unberührte Natur! Ein kleiner Teil spazierte mit uns Reiseleitern gemeinsam den Blumenweg entlang.

3. Tag – Samstag, 22.08.2020: Fahrt nach Fieschertal (148 Bus-km)


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Der Tag begann bei einem guten Frühstück und mit dem Bus ging es vorerst auf der Südseite des Vierwaldstätter Sees weiter. Leider war der Wettergott heute Vormittag weniger nett mit uns, denn es regnete. Unser erstes Ziel war dennoch der Ort Altdorf, wo sich die legendäre Apfelschussszene der Tell-Erzählung zugetragen haben soll und noch heute das Tell-Denkmal an diese Begebenheit erinnert. Unsere Route führte uns dann weiter durch das Reusstal und durch die grandiose Schöllenen-Schlucht, eine von steilen Granitwänden gebildete Felsschlucht der Reuss zwischen Göschenen und Andermatt. Da sich das Wetter zunehmend besserte, legten wir den ein oder anderen Fotostopp ein, so auch an der sagenumwobenen Teufelsbrücke und in Andermatt, wo wir sogar dem Glacier-Express, dem langsamsten Schnellzug der Welt, begegneten. Ab Andermatt durchfuhren wir das Urserental weiter bis Realp. Hier begann dann die kurvenreiche Paßstrasse zum 2.436 Meter hohen Furkapass, welcher den Kanton Uri mit dem Kanton Wallis verbindet. Auch die Gleisanlagen der alten Furka-Bergstrecke waren sichtbar! Diese Strecke wurde leider mit der Eröffnung des Furka-Basistunnels vor fast 40 Jahren vorerst stillgelegt und einer großen Initiative von Bahnfreunden ist es schließlich zu verdanken, dass man hier im Sommer mittlerweile wieder mit alten Dampfloks fahren kann – das ist dann übrigens Bahnromantik pur...! Nicht nur auf der Furka-Passhöhe, sondern auch am Rhonegletscher planten wir einen Stopp ein. Der Rhonegletscher ist heute noch knapp 10 Kilometer lang und war vor allem im 19. und noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts aufgrund seiner damals noch weit ins Tal hinunter reichenden Gletscherzunge eine absolute Touristenattraktion. Er schmilzt nunmehr seit der Mitte des 19. Jahrhunderts stetig und Experten gehen davon aus, dass er in knapp 100 Jahren beinahe vollständig verschwunden sein wird. Einige Gäste aus unserer Gruppe waren vom Rückgang des Gletschers schockiert, da sie vor ein paar Jahren schon einmal hier gewesen waren – der Rückzug des Gletschers ist nämlich mit bloßem Auge erkennbar! Am frühen Nachmittag besuchten wir dann noch eines der herrlichen Walliser Dörfer im Obergoms, Niederwald. Dieser Ort besitzt einen hübschen kleinen Ortskern mit typischen Walliser Holzhäusern und ist übrigens auch der Geburtsort von Cäsar Ritz, dem Begründer der Hotelkette Ritz-Carlton. Ein anschließender kurzer Aufenthalt an der Hängebrücke Fürgangen-Mühlebach krönte unseren heutigen Tag. Letztendlich erreichten wir das Hotel „Alpenblick" in Fieschertal, unseren Übernachtungsort für die nächsten zwei Nächte.

4. Tag – Sonntag, 23.08.2020: Eggishorn (7 Bus-km)


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Nach einem stärkenden Frühstück machten wir uns mit dem Bus in das benachbarte Fiesch, dem Ausgangspunkt für unsere heutige Fahrt zum Eggishorn, auf. Eine Umlaufbahn brachte uns zuerst auf die Fiescheralp, wo wir umsteigen mussten und uns eine weitere Bahn dann auf das knapp 3.000 Meter hohe Eggishorn hinaufbeförderte. Leider war die Sicht heute zunächst nicht optimal und die Wolken hingen tief. Wir brauchten daher einfach etwas Geduld und erkundeten somit ganz gemütlich das neue Highlight auf dem Eggishorn, einen Rundweg auf den Spuren der Elemente. Holz, Stein, Wasser und Eis dominieren den neuen Erlebnisweg, der neben interessanten Einblicken auch immer wieder fantastische Ausblicke auf den Großen Aletschgletscher bietet. Sehr gut gestaltete Informationstafeln vermittelten uns hier viel Wissenswertes und Interessantes über den größten Eisstrom der Alpen.

5. Tag – Montag, 24.08.2020: Brig – Zermatt (110 Bus-km)


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Heute hieß es nun auch schon wieder Abschied zu nehmen von der Aletsch-Region! Nach einer kurzen Busfahrt gelangten wir nach Brig, dem Hauptort des deutschsprachigen Wallis. Das hiesige Wahrzeichen ist der bedeutendste barocke Palastbau der Schweiz, der Stockalperpalast. Kaspar Jodok Stockalper, ein berühmter Handelsherr, ließ diesen großzügigen und geräumigen Wohnsitz im 17. Jahrhundert erbauen. Die drei Türme, die weithin sichtbaren Markenzeichen des Palastes, sind mit vergoldeten Zwiebeln versehen worden und beherrschen den Hof. Ihnen wurden die Namen Melchior, Kaspar und Balthasar verliehen, was eine Anspielung auf die Heiligen Drei Könige sein sollte. Der höchste Turm trägt übrigens den Namen „Kaspar", was natürlich auch auf den Erbauer selbst anspielt. Wir unternahmen einen Bummel in der Altstadt von Brig und anschließend entschlossen wir uns, einen Abstecher zum Mattmark-Stausee, am südlichen Ende des Saas-Tales gelegen, zu unternehmen. Wir hatten heute schließlich viel Zeit, das Wetter war spitze und dieser größte Erddamm Europas ist absolut sehenswert – also nichts wie hin...! Der zur Elektrizitätsgewinnung genutzte Stausee ist mittlerweile ein sehr beliebtes Ausflugsziel und fasziniert nicht nur durch seine technischen Details, sondern auch durch seine wildromantische Lage auf etwa 2.200 Höhenmetern. Wir genossen die Blicke auf den Stausee und ein atemberaubendes Panorama zum Pass von Monte Moro. Nach diesem wahrhaft beeindruckenden Besuch fuhren wir über Stalden weiter durch das Mattertal bis Täsch – hier war nun für unseren Bus Endstation! Mit einem Pendelzug erreichten wir den Bahnhof des autofreien Ortes Zermatt. Vom hiesigen Bahnhof waren es dann nur noch etwa zehn Gehminuten bis zum Hotel „Perren" – übrigens zeigte sich sogar das Matterhorn etwas! Um unser Gepäck brauchten wir uns nicht zu kümmern, denn dieses wurde bereits am Bahnhof in Täsch in Gepäckwagen der Bahn umgeladen und mit dem Pendelzug gelangte es dann zum Bahnhof Zermatt bzw. letztendlich wurde es mit dem hoteleigenen Elektroauto in Zermatt abgeholt. Nach einem reichhaltigen Abendessen als 4-Gänge-Menü ging ein weiterer Tag voller unvergesslicher Eindrücke zu Ende.

6. Tag – Dienstag, 25.08.2020: Zermatt – Rothorn


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Die Berge um Zermatt wollten nunmehr von uns erkundet werden. Heute stand erst einmal das 3.103 Meter hoch gelegene Rothorn auf unserem Programm. Die Sonne lachte und die Berge rund um Zermatt waren allesamt gut zu erkennen...! Wir waren also auch heute wieder guter Dinge! Zuerst fuhren wir hier mit einer modernen unterirdischen Standseilbahn von Zermatt aus zur Sunnegga hinauf und schließlich erreichten wir über die Station „Blauherd" nach insgesamt etwa vierzig Minuten die oberste Station „Rothorn-paradise". Uns erwartete ein tolles Panorama mit Matterhorn, Dufourspitze, Gornergrat und vielen anderen Gipfeln – wir hatten wieder einmal Riesen-Glück! Gegen Mittag brachen wir dann mit einem Teil der Gruppe zu einer Wanderung im Rothorn-Gebiet auf – besonders empfehlenswert ist hier der „Blumenweg", der am besten von der Station „Blauherd" aus zu begehen ist. Auf diesem Themenweg trafen wir auf verschiedene Themenposten, welche die Zermatter Flora und deren Eigenschaften präsentieren. Nach etwa 2 Stunden Wanderzeit und einem gemütlichen Zwischenstopp im „Bergrestaurant Tufteren" kamen wir an der Station „Sunnegga" an. Der Nachmittag stand uns auch heute wieder für individuelle Aktivitäten zur Verfügung. Kurz vor dem Abendessen trafen wir uns alle im Hotel wieder und bei einem schmackhaften Abendessen ließen wir auch diesen wunderschönen Tag ausklingen.

7. Tag – Mittwoch, 26.08.2020: Zermatt – Kleines Matterhorn – Gornergrat


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Heute hatten wir die Qual der Wahl – eine Fahrt mit der Zahnradbahn auf das Gornergrat oder sollte es lieber die Fahrt auf das Kleine Matterhorn sein? Großes Glück hatten übrigens diejenigen, die zwischen dem 21. März und dem 21. Juni ihren Geburtstag feiern, denn eine einzigartige Marketing-Idee bescherte diesen „Glückspilzen" ein Gratis-Ticket für die Fahrt zum Gornergrat! „Corona" hatte es möglich gemacht... Zunächst entschied sich jedoch der Großteil unserer Gäste für die gemeinsame Fahrt auf das 3.872 Meter hohe Kleine Matterhorn. Das Wetter ließ auch heute keine Wünsche offen und so spazierten wir entlang der Mattervispa, um die Talstation für den Besuch des Kleinen Matterhorns zu erreichen. Hier stiegen wir in den sogenannten „Matterhorn-Express", einer Umlaufbahn, die uns in etwa 25 Minuten zur Station „Trockener Steg" brachte. Jetzt war es nur noch ein Katzensprung bis zum Gipfel des Kleinen Matterhorns, den wir mit einer weiteren Bahn erreichten. Mit dem Lift erreichten wir die Aussichtsplattform und wurden mit herrlichen Panoramablicken auf die umliegenden Viertausender verwöhnt! Wir wurden sozusagen für die gestrigen Wetterkapriolen entschädigt. Auch der Besuch des Gletscherpalastes auf dem Kleinen Matterhorn war einen Besuch wert; hier gelangten wir immerhin in eine Tiefe von 15 Meter unter die Eisoberfläche des Gletschers und ein märchenhafter Palast mitten im ewigen Eis verzauberte uns! Durch Eistunnels ging es durch den Gletscher und überall begeisterten uns funkelnde Eiskristalle und schillernde Eisskulpturen! Die Skulpturen werden übrigens regelmäßig erneuert und sind von Eiskünstlern gestaltet – wirklich sehenswert und kaum zu toppen! Zurück fuhren wir bis zur Station „Furi" und von dort aus wanderten wir mit einigen Gästen gemeinsam über einen Teil des sog. „Lärchenweges" bis zum Weiler Zmutt und an Blatten vorbei zurück nach Zermatt. Den Nachmittag verbrachten wir dann erneut in Zermatt, dem bedeutendsten Bergsteigerort und Wintersportplatz des Kantons Wallis. Auch hier gibt es immer wieder vieles zu entdecken – besonders sehenswert ist der Bergsteiger-Friedhof, auf dem viele verunglückte Bergsteiger ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Gesehen haben sollte man auch das Viertel Alt-Zermatt mit seinen typischen Walliser Holzhäusern, wo die ältesten Häuser immerhin aus dem 15. Jahrhundert stammen. Jeder konnte den restlichen Nachmittag wiederum nach seinem Geschmack gestalten. Manch einer nutzte jetzt sogar noch die Gelegenheit zur Fahrt auf den Gornergrat! Bei einem schmackhaften Abendessen wurden letztendlich die Erlebnisse dieses traumhaften Tages ausgetauscht.

8. Tag – Donnerstag, 27.08.2020: Grimselpass – Interlaken (160 Bus-km)


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Heute hieß es Abschied nehmen von Zermatt und dem „Berg der Berge – Das Matterhorn". Zum Abschied zeigt es sich nochmal in seiner fantastischen Schönheit. Mit einem kurzen Spaziergang durch das morgendliche Zermatt erreichten wir den nahegelegenen Bahnhof.
Es wartete der Glacier Express, wohl eher für die nächste Reise... Wir nutzten heute den Pendelzug nach Täsch. Unser Gepäck reiste separat vom Hotel zum Bus und alles funktionierte mit Schweizer Präzession. Durch das Mattertal fuhren wir hinab nach Visp, von dort weiter in Richtung Brig und immer parallel zum Glacier Express durch das Gomstal hinauf. In Gletsch ging es dann in steilen Serpentinen bergauf bis zum 2.165 m hohen Grimselpass. Er bildet die Grenze zwischen den Kantonen Wallis und Bern. Der Pass ist ebenso bekannt für das Grimselhospiz, einem Hotel bzw. ehemaligen Ausspanne und dem Murmeltierpark. Auf der Nordseite liegt das Haslital mit seinen vielen Stauseen, welche der Stromerzeugung dienen. Gestaut wird die Aare, hier noch ein wilder Gebirgsfluss mit starkem Gefälle und reichlich Energie. Beim Zusammenfluss mit dem Rhein liefert sie bedeutend mehr Wasser als der Rhein, folglich müsste es Mainz an der Aare oder Köln an der Aare heißen. In ihrem Oberlauf und nach den Stauseen hat dieser Fluss Aare eine wilde Klamm in den Felsen geschliffen. Bei einem leichten Spaziergang von etwa einer Stunde durchwanderten wir die wilde Aareschlucht. Erst noch canyonartig geöffnet, verengt sie sich zunehmend zu einer schmalen Klamm, stellenweise nur wenige Meter breit. Die Schlucht ist die Heimat des legendären Tatzelwurms, er soll aus einem schwarzen Ei schlüpfen, das zuvor ein Hahn in einen See gelegt hat, bei gutem Wachstum kann daraus ein Lindwurm werden. Natürlich gilt ein Tatzelwurm als wild, aggressiv und gefährlich. Höchste Vorsicht ist also beim Durchwandern der Aare Schlucht geboten.... In Meiringen war Arthur Conan Doyle ein häufig gesehener Gast, besser bekannt als Autor der Kriminalromane Sherlock Holmes. Einige seiner Fälle ließ Doyle hier in Meiringen spielen. Unter anderem täuschte Holmes hier beim Absturz in die Reichenbach-Wasserfälle seinen eigenen Tod vor, nur um den eigentlichen Mörder überführen zu können. Wenig später gelangten wir zum Brienzer See. Durchflossen von der Aare, trennt er die Emmentaler Alpen im Norden von den Berner Alpen im Süden. Er bildet den Ostteil des ehemaligen Wendelsees, der Westteil ist der heutige Thunersee. Beide Seen werden durch Sedimentablagerung aus dem Jungfraugebiet voneinander getrennt. Auf dieser Sedimentablagerung liegt Interlaken („Zwischen den Seen"), unser Übernachtungsort der nächsten Tage. Die Wetterprognose kündigt Unheil an, so nutzten wir in der Freizeit das gute Wetter zur individuellen Erkundung von Interlaken, es bestand auch die Möglichkeit auf den Harder Kulm, den Hausberg, hinauf zu fahren um dort einen grandiosen Blick auf das Jungfraumassiv zu genießen.

9. Tag – Freitag, 28.08.2020: Fahrt auf das Jungfraujoch (36 Bus-km)


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Mit dem Bus ging es zunächst bis nach Grindelwald. Hier stiegen wir am Fuß des Eiger in die Grindelwald-Wengenalp-Bahn um. Am Fuße der gewaltigen Eigernordwand, der höchsten Nordwand der Alpen, fuhr die Zahnradbahn gemächlich hinauf bis zur Kleinen Scheidegg. Sie liegt auf dem Bergsattel zwischen Grindelwald und Wengen, auf etwa 2.000 m. Von hier blickt man auf den Eigergletscher und auf das Ensemble von Eiger, Mönch, Jungfraujoch mit der silbernen Sphinx und der Jungfrau. Das Wetter gab noch alle Gipfel frei, doch erste Wolken zogen auf... Mit der Jungfraujochbahn fuhren wir hinauf bis zum höchstgelegenen Bahnhof Europas „Top of Europe", normalerweise wimmelt es hier insbesondere von Asiaten aus China, Südkorea und Indien. Im Moment gab es hier jedoch „Niemanden", nur ein paar wenige Europäer. Bei der Ankunft auf dem Jungfraujoch, der Wetter-Schock, nur Nebel! Die Hoffnung blieb jedoch bestehen.... Über unzählige Tunnel im Felsmassiv und einen weiteren Fahrstuhl erreichten wir die Aussichtsplattform auf der Sphinx, welche sich auf über 3.500 m befindet. Das Wetter hatte glücklicherweise noch mal Einsehen mit uns, es reißte in alle Richtungen noch einmal auf und unterhalb der Wolkendecke hatte man eine gute Sicht in fast alle Richtungen, nur der Jungfraugrat selbst blieb im Nebel verhüllt. Am frühen Nachmittag ging es dann über die Kleine Scheidegg mit der Wengenalpbahn unterhalb des Lauberhorns, bekannt für eines der der berühmtesten Ski Alpin Weltcuprennen und Wengen nach Lauterbrunnen.
Hier wartete eine kleine süße Schweizer Überraschung für uns in den beiden Bussen. Unsere Chauffeure brachten uns schließlich nach Interlaken zurück.

10. Tag – Samstag, 29.08.2020: Fahrt auf das Schilthorn (42 Bus-km)


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Die angekündigte Schlechtwetterfront war nun da und in der gesamten Schweiz fiel heute sintflutartiger Regen. Nach fantastischen neun Tagen mit atemberaubenden Wetter ließen wir uns allerdings weder entmutigen noch die Stimmung vermiesen. Wir fuhren erneut rauf ins Lauterbrunner Tal. In Stechelberg bestiegen wir die Seilbahn hinauf zum Schilthorn. In vier Segmenten ging es hinauf zum Piz Gloria, wie das legendäre Drehrestaurant auf dem Gipfel des Schilthorn seit den 1960er Jahren genannt wird. Man begnügte sich nicht mit der seinerzeit längsten Seilbahnstrecke der Welt, man wollte auch das erste Drehrestaurant in einem 4000er Gebiet. In gut 40 Minuten dreht es sich um die eigene Achse. Pünktlich zum Mittagessen trafen wir uns hier zu einem schmackhaften 3-Gänge-Menü – diese Einladung von Eberhardt TRAVEL galt übrigens als kleine Überraschung und Dankeschön für unsere Gäste! Auf die einmalige Konstruktion und die atemberaubende Kulisse wurde bereits ein Film-Team aufmerksam. Kurz nach der Eröffnung wurde entschieden, dass hier ein neuer James Bond 007 verfilmt werden sollte. So geschah es, mit George Lazenby als James Bond 007, wurde der Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät" verfilmt, es war der 6. Bond Film und er kam 1969 in die Kinos. Das Schilthorn und sein Drehrestaurant Piz Gloria wurden somit weltberühmt. Der gesamte Gipfel ist dem Doppelnullagent mit der Lizenz zum Töten gewidmet. Überall kann man Lazenby alias Bond und seinen hübschen Bondgirls begegnen, auch an Orten, an denen man nicht mit ihnen rechnet. Dank eines Panoramakinos, das neben einem Panoramafilm über den Gipfel natürlich auch Szenen aus dem Bond-Film zeigt, bekamen wir einen Eindruck vom grandiosen Bergpanorama des Schilthorns, auch wenn wir diesen Eindruck wetterbedingt nicht live erleben konnten. Vielleicht ein Grund zurück zu kommen?! Bei der Talfahrt entdeckten wir noch einen mächtigen Steinbock in der senkrechten Steilwand. Am Nachmittag kehrten wir wiederum nach Interlaken zurück.

11. Tag – Sonntag, 30.08.2020: Heimreise (bis Dresden = 872 Bus-km)


Die Kaltfront hatte uns nun fest im Griff. Bei unserer Abreise aus Interlaken und der Schweiz weinte der Himmel mit allem was er zu bieten hat. Vorbei am Brienzer See, über den Brünigpass, Luzern, Zug, den Glarner Alpen und Liechtenstein kehrten wir zurück nach Deutschland. Unter Dauerregen und dichtem Verkehr erreichten wir dennoch halbwegs pünktlich unsere heimatlichen Ziele.

Vielen Dank für Ihr Interesse, Ihre Aufmerksamkeit, Ihre Treue und dem Vertrauen zu unserem Unternehmen Eberhardt TRAVEL.

Einen besonderen Dank richten wir an unsere Chauffeure Maik (Bus 1 – Firma Satra- Eberhardt) und Max (Bustouristik Schreiter)!

Es würde uns sehr erfreuen, Sie bald wieder im Namen von Eberhardt TRAVEL auf eine der nächsten Reisen recht herzlich begrüßen zu dürfen.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund und reisefreudig.
Auf ein baldiges Wiedersehen!

Ihre Reiseleiterin Katrin Deutschbein & Ihr Reiseleiter Martin Büchner

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