Rundreise Barcelona und Katalonien
Reisebericht: 07.04. – 14.04.2026
Barcelona & Katalonien – laut, pulsierend und randvoll mit Lebensfreude. Gewürzt mit einer Prise Mittelalter, einem guten Schuss Geschichte und der stillen Gelassenheit der Berge.
Ein Reisebericht von
Katrin Jähne
Anreise
Gemütlich ging es heute für die meisten unserer Reisegruppe erst mal vom im Dornröschenschlaf versunkenen Dresdner Flughafen nach Frankfurt. Dort stießen weitere Gäste aus Leipzig zu uns, sodass wir schließlich – fast vollständig versammelt – gemeinsam in Barcelona landeten. Die Koffer waren alle da, also ging es fix zum Bus und ins Hotel.
Unser erstes gemeinsames Abendessen genossen wir im Restaurant Nuria – in bester Gesellschaft und mit viel Gelächter. Nach so viel kulinarischem Einsatz beschlossen einige Unermüdliche, noch einen kleinen Spaziergang über die Ramblas in Richtung Hafen zu machen. So klang ein wunderschöner erster Abend aus – satt, zufrieden und mit Vorfreude auf alles, was noch kommt.
Modernismus, Gaudi und Sagrada Familia
Unser erster Tag in Barcelona begann ganz entspannt mit einem Vormittag zur freien Verfügung. Warum also nicht die Gelegenheit nutzen, um sich den Boqueria-Markt einmal genauer anzuschauen? Am frühen Vormittag ist es dort noch angenehm ruhig, sodass man gemütlich durch die schmalen Gassen zwischen den Ständen schlendern und sich durch allerlei lokale Köstlichkeiten probieren kann – rein zu Forschungszwecken, versteht sich.
Mittags trafen wir dann auf Ingo, unseren Reiseleiter, und damit begann auch offiziell unser Programm – ganz im Zeichen des Modernismus, des katalanischen Jugendstils und natürlich von Antoni Gaudí.
Zunächst ging es in Richtung Plaça de Catalunya und von dort weiter auf den Passeig de Gràcia. Schon von Weitem fällt Gaudís berühmte Casa Batlló ins Auge – ein ebenso faszinierendes wie eigenwilliges Bauwerk, das sich nahtlos in die Reihe der nicht weniger auffälligen Nachbarhäuser einfügt. Direkt daneben steht die Casa Amatller, bekannt für ihre stufenartige Fassade im neogotischen Stil, entworfen von Puig i Cadafalch. Und auch die Casa Lleó Morera, ein Werk von Lluís Domènech i Montaner, trägt ihren Teil zu diesem architektonischen Ensemble bei.
Nur wenige Gehminuten vom berühmten „Häuserblock der Zwietracht“ entfernt befindet sich ein weiteres Meisterwerk Gaudís: die Casa Milà. Diese ließen wir heute jedoch noch links liegen. Stattdessen ging es entlang des Stadtviertels Quadrat d´Or (goldenes Quadrat) zu unserem Reisebus, der uns hinauf auf den Hausberg Barcelonas brachte – den Montjuïc. Von hier oben bot sich uns ein spektakulärer Blick über die Stadt und auf eines der Highlights des Tages: die Sagrada Família.
Nach einer kurzen Pause fuhren wir über Barceloneta, den Stadtteil mit den schönen Stränden, zurück ins lebendige Zentrum – und dann stand sie plötzlich vor uns: Gaudís Meisterwerk, die Sagrada Família. Zwar immer noch unvollendet, aber dennoch überwältigend – von außen wie von innen. Lichtdurchflutet wirkt das Innere fast wie ein Märchenwald: bunte Glasfenster tauchen den Raum in ein faszinierendes Farbenspiel, während die gewaltigen Säulen wie Baumstämme die Decke tragen.
Nach all diesen Eindrücken endete ein langer, ereignisreicher Tag am späten Abend. Einige von uns zog es noch ans Meer ins Einkaufszentrum Maremagnum, um den Tag bei Tapas ausklingen zu lassen. Doch eines war sicher: Die Vorfreude auf den nächsten Tag war bei allen schon groß.
2000 Jahre Geschichte–Römer, Gotik und wieder Jugendstil im Palau de la Musica und der nächtliche Lichtershow in der Casa Mila
Heute ging es auf Schusters Rappen auf Entdeckertour. Raus aus dem Hotel, um drei Ecken gebogen – und schon standen wir vor dem Künstlercafé „Els 4 Gats" im gotischen Viertel. Hier hat einst auch Picasso seinen Kaffee getrunken und nebenbei, als junger Künstler, noch das ein oder andere Porträt gemalt.
Weiter führte uns der Weg durch Barcelonas ältesten Stadtteil und durch labyrinthartige Gassen entlang einer ausgegrabenen alten Römerstraße und der Basilika Santa Maria del Pi bis zur Kathedrale der heiligen Eulalia, der Schutzpatronin Barcelonas. Unser Reiseleiter Ingo versorgte uns dabei pausenlos mit Wissenswertem rund um die 2.000-jährige Geschichte dieser faszinierenden Stadt. Römer, Karl der Große, mittelalterliche Händler – im gotischen Viertel atmet man Geschichte mit jedem Schritt.
Nach einer wohlverdienten Pause im Viertel El Born spazierten wir weiter zum Königspalast und entdeckten auch hier wieder das römische Erbe der Stadt, 4 Säulen des Augustus-Tempels, errichtet im 1. Jahrhundert v. Chr.. Durch das Born Viertel liefen wir zurück zu den Ramblas und hier verabschiedeten wir uns für heute von Ingo. Die Mittagszeit gehörte ganz uns: Wer wollte, stärkte sich bei einem Happen, wer lieber die Seele baumeln ließ, schlenderte durch die kleinen Läden in den Gassen oder lief zurück ins Hotel um sich für das weitere Programm etwas auszuruhen. Am Nachmittag versammelten wir uns erneut für den nächsten Höhepunkt des Tages. Keine fünf Minuten vom Hotel entfernt wartet er schon: der Palau de la Música Catalana, Barcelonas Musikpalast. Auch hier hat ein großer Künstler seine Handschrift hinterlassen – diesmal nicht Gaudí, sondern sein kongenialer Zeitgenosse Lluis Domènech i Montaner.
Den Abend eröffneten wir mit einem gemächlichen Spaziergang über den prachtvollen, mit architektonischen Meisterwerken und luxuriösen Geschäften versehenen Passeig de Gràcia – denn gegen die Metro hatten wir uns bewusst entschieden. Zu Recht, wie sich zeigte. Unser Ziel: die Casa Milà, im Volksmund liebevoll „La Pedrera" genannt – zu Deutsch: der Steinhaufen. Ein Bauwerk ganz im Geiste Gaudís, der Natur als Vorbild und rechten Winkeln als erklärtem Feind. Ecken sucht man hier fast vergebens, und auch exakte Wiederholungen mochte der Meister nicht. Zum krönenden Abschluss erlebten wir eine spektakuläre Lichtshow auf dem Dach – und ließen den Abend anschließend mit einem Glas Sekt im Foyer des Hauses ausklingen. Ein stiller Abschied von Gaudí und – zumindest für heute – auch von Barcelona.
Spätabends erreichten wir das Hotel – und die Realität holte uns ein: Koffer packen, Wecker stellen und versuchen, mit den ganzen Eindrücken dieses Tages schnell einzuschlafen. Denn Barcelona hatte uns zwar noch lange im Kopf, aber der nächste Morgen würde keine Rücksicht darauf nehmen. Unser Reiseprogramm schon gar nicht: Früh am nächsten Morgen starteten wir ins Umland Barcelonas.
Adios Barcelona – auf gehts nach Montserrat
Wie angekündigt, zeigte der Wecker heute keinerlei Gnade. Mitten in der Altstadt Barcelonas zu übernachten hat eben einen kleinen Haken: Unser Reisebus kam nicht bis ans Hotel heran. Also lösten wir das Problem auf katalanische Art – kurzerhand Taxis geordert und zum Bus gefahren.
Nach einer kurzen Fahrt ins Hinterland erreichten wir unser erstes Tagesziel: das Zisterzienserkloster Poblet, heute UNESCO-Weltkulturerbe. Über 400 Jahre lang fanden hier die Könige Kataloniens ihre letzte Ruhestätte. Die Stille des Ortes war ein eindrucksvoller Kontrast zum quirligen Treiben Barcelonas – als hätte jemand den Lautstärkeregler einfach umgedreht.
Weiter ging es nach Tarragona – und plötzlich fühlten wir uns nach Italien versetzt. Amphitheater, Pferderennbahn, römische Prachtbauten: Die antike Vergangenheit ist hier mit Händen zu greifen. Bei einem gemütlichen Mittagsstopp ließen wir die Atmosphäre auf uns wirken und stärkten uns für den Nachmittag.
Frisch gestärkt fuhren wir weiter ins Penedès – eine Region, in der Weinberge so weit das Auge reicht und die größte Sektkellerei Spaniens zu Hause ist. Bei Freixenet lüfteten wir das Geheimnis der Bläschen – und ließen uns das Ergebnis gleich zweimal schmecken. Zwei Gläschen Cava zur Probe. Rein wissenschaftlich natürlich.
Dann wieder in den Bus – und Fahrer Eric brachte uns sicher hinauf ins Gebirge, zur Klosteranlage Montserrat. Die letzten Meter legten wir zu Fuß zurück und wurden dabei schon mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Begleitet von Glockengeläut erreichten wir schließlich unser Hotel – malerisch gelegen, mitten im Klosterkomplex.
Ans Ausruhen war jedoch nicht zu denken. Die Glocken hatten schließlich nicht ohne Grund geläutet: Die Mönche riefen zur Abendandacht. Also Koffer aufs Zimmer – und wer wollte, folgte dem Ruf in die beeindruckende Basilika. Ob gläubig oder nicht: Beim Gesang der Mönche bekommt man unweigerlich Gänsehaut.
Zum Abendessen trafen wir uns wieder alle zusammen und probierten noch einen leckeren Likör. Dann kehrte Ruhe ein auf dem Berg. Die Tagestouristen waren längst abgereist – und wir erlebten Montserrat so, wie es nur wenigen vergönnt ist: in absoluter Stille, ganz für uns allein.
Montserrat – Besalu – Girona
Auch heute zeigte der Wecker keinerlei Erbarmen. Ingo hatte den ersten – offiziell „freiwillig verpflichtenden" – Programmpunkt auf 7:20 Uhr gelegt: die Morgenmette der Mönche.
Begleitet von gregorianischen Gesängen starteten wir also in den Tag. Das Benediktinerkloster lag noch in tiefer Morgenstille, und wir nutzten diesen seltenen Luxus, um ganz in Ruhe die Schutzpatronin der Katalanen zu besuchen – die Schwarze Madonna – und die imposante Basilika auf uns wirken zu lassen. Leise erklärte uns Ingo die Geschichte dieses Ortes, seiner Bewohner und seiner Bauwerke. Ein überwältigender Start in den Tag, nach dem ein ausgiebiges Frühstück mehr als verdient war.
Als wir das Hotel anschließend verließen, um noch auf eigene Faust die Umgebung zu erkunden, bekamen wir eine erste Ahnung davon, wie es hier tagsüber zugeht: Die Tagestouristen strömten bereits in Scharen heran. Wir hingegen schlängelten uns durch das mittlerweile belebte Treiben zurück zu unserem Bus – wo Eric, unser Busfahrer, schon wartete und die Koffer dank des aufmerksamen Hotelpersonals längst verstaut waren.
Mit einem stillen Abschied von diesem besonderen Ort fuhren wir durch den Naturpark Garrotxa – entlang der sogenannten Straße der Vulkane – in die wunderbare, im besten Sinne im Mittelalter stecken gebliebene Stadt Besalú. Hier ist die Legende des Heiligen Georg, des Drachentöters, allgegenwärtig: Schwerter, Rüstungen und Drachen zieren Wände und Schaufenster, als hätte das Mittelalter nie aufgehört. In diesem aus der Zeit gefallenen Ambiente bummelten wir durch verwinkelte Gässchen, genossen Tapas oder ein Eis – und das bei bestem Wetter.
Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten: Girona. Eine Stadt, die von römischen, arabischen und jüdischen Einflüssen geprägt ist und deren Kathedrale Santa María schon von weitem ins Auge fällt – sie beherbergt das breiteste gotische Kirchenschiff der Welt. Girona liegt am Zusammenfluss von vier Flüssen – Ter, Onyar, Güell und Galligants – und verdankt dem Onyar sein wohl bekanntestes Postkartenmotiv: die bunten Häuserfassaden, die sich malerisch im Wasser spiegeln.
Auch Hollywood hat die Stadt längst entdeckt: Fans von Game of Thrones erkennen in Gironas Gassen die Schauplätze von Braavos und Königsmund.
Natürlich durfte auch ein Spaziergang über Gustave Eiffels rote Eisenbrücke – die Pont de les Peixateries Velles – nicht fehlen. Gebaut noch vor dem Eiffelturm in Paris. Der Mann hatte offenbar viel vor.
Bei etwas Freizeit probierten wir noch die lokale Spezialität schlechthin: die Xuixos – frittierte Teigtaschen mit Cremefüllung.
Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich unser letztes Hotel auf dieser Reise – gelegen an der wilden und wunderschönen Costa Brava. Bei einem reichhaltigen Abendbuffet ließen wir einen ereignisreichen Tag ausklingen. Die Themen am Tisch? Pilotenstreik bei der Lufthansa und die dazugehörigen Flugausfälle.
Dali – Figueres, Cadaques, Schloss Pubol
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen eines Mannes: Salvador Dalí (und leider auch von Lufthansa)
Unser erster Stopp war Figueres – und gleich mittendrin: Dalís persönliches Vermächtnis, das Teatro-Museo Dalí. Wie soll man seine Kunst in Worte fassen? Genie, Gelehrter, Provokateur – und ja, vielleicht auch ein kleines bisschen verrückt. Aber auf eine Art, die einem immer wieder ein ungläubiges „Wow" entlockt. Genau das schaffte auch unser Reiseleiter Ingo – auf seine ganz eigene Weise. Wir haben insgeheim nach dem Stecker für seine Speicherkarte gesucht: Sein Fachwissen schien schier unerschöpflich und ließ uns die Welt Dalís mit völlig neuen Augen sehen.
Voll mit Eindrücken, die noch lange nachwirken werden, fuhren wir weiter in das kleine Fischerörtchen Cadaqués. Hier, ganz in der Nähe, wuchs Dalí auf – und hier verstand man plötzlich, woher die surrealen Landschaften seiner Bilder kommen. Das Licht, das Meer, die zerklüftete Küste: alles Dalí. Wir schlenderten durch weiß getünchte Gässchen und ließen das ruhige, fast zeitlose Ambiente auf uns wirken.
Inzwischen hatte sich der Himmel zugezogen, ein frischer Wind war aufgekommen – und ein paar Regentropfen wagten sich hervor. Vergeblich. Denn unser letztes Ziel des Tages ließ sich davon nicht beeindrucken, und wir uns auch nicht: das Castell Gala Dalí de Púbol in La Pera. Ein Festungsbau aus dem 11. Jahrhundert, den Dalí für seine große Liebe Gala erwarb – und damit ein Versprechen einlöste: Er hatte ihr geschworen, sie zur Königin einer Burg zu machen. Gala nahm das wörtlich. Das Schloss wurde ihr privates Reich, das Dalí nur auf schriftliche Einladung betreten durfte. Heute ist es Museum, Gedenkstätte – und Galas letzte Ruhestätte.
Es wurde lebhaft diskutiert – über Kunst, über Liebe, über Genies. Und vielleicht auch darüber, ob man seiner Frau wirklich eine Burg kaufen muss, damit sie einen reinlässt. 😄
Mit viel Geschichte, noch mehr Eindrücken und reichlich Gesprächsstoff fuhren wir zurück an die Costa Brava.
Leider mussten wir uns heute auch schon von Eric, unserem tollen Busfahrer die letzten Tage, und von Ingo, unserem Reiseleiter verabschieden. Viel haben wir mit ihm gelacht, noch mehr von ihm gelernt. Besser hätten wir es mit unserem Reiseleiter nicht treffen können. Herzlichen Dank, Ingo!
Auch diesen Abend ließen wir bei einem reichhaltigen Buffet gemütlich ausklingen. Da konnte uns auch die Flugstornierung von Lufthansa nichts anhaben. Ganz im Gegenteil, wir freuten uns auf einen Extra-Tag an der wunderschönen Costa Brava.
Freizeit oder Tossa de Mar
Unser heutiger Tagesausflug war optional – aber wer wollte schon freiwillig verzichten? Fast alle waren dabei, als es nach Tossa de Mar ging.
Zunächst hieß es allerdings: warten. Die berühmten „fünf spanischen Minuten" entpuppten sich am Ende als eine halbe Stunde. Aber was soll's – wir waren schließlich im Urlaub und nicht auf der Flucht. Und da das Wetter ohnehin erst zur Mittagszeit besser werden sollte, war die verspätete Abfahrt im Nachhinein fast schon strategisch klug.
Die Fahrt führte uns entlang des geschützten Küstengebirges Massís de les Cadiretes – einer der schönsten Küstenabschnitte der Costa Brava. Schon von Weitem grüßt die imposante Festung des kleinen Fischerörtchens Tossa de Mar. Und wer hat es gegründet? Na, wer wohl – die Römer natürlich. Die hatten wirklich ein untrügliches Gespür für die allerbesten Plätze.
Auch Marc Chagall war regelmäßig zu Gast und schwärmte von Tossa als seinem „Blauen Paradies". Und Hollywood ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten: Ava Gardner drehte hier 1950 den Film „Pandora und der Fliegende Holländer" – man kann es ihr nicht verdenken.
Unsere geplante Bootsfahrt musste zunächst um eine Stunde verschoben werden – der Wind meinte es schlicht zu gut mit uns. Also nutzten wir die Zeit sinnvoll und erklommen die mittelalterliche Festung, die einst zum Schutz vor Piratenangriffen errichtet wurde, und schlenderten durch die malerische Altstadt Vila Vella. Zur Mittagszeit trafen wir uns am Bootssteg – und tatsächlich: Der Wind hatte ein Einsehen. Die Bootsfahrt fand statt. Entlang der Küste ging es hinein in kleine Höhlen und zu versteckten Traumstränden, die man nur zu Fuß oder eben vom Wasser aus erreichen kann. Ein Geheimtipp, den wir nun kennen.
Nach etwas Freizeit brachte uns unser Bus zurück ins Hotel. Eigentlich wäre jetzt Kofferpacken angesagt gewesen – doch der Streik der Lufthansa-Piloten hatte andere Pläne für uns: Unsere Flüge wurden auf Mittwoch umgebucht. Beim Abendessen wurde also kurzerhand umgeplant, umdisponiert und auch gejubelt. Schließlich war für morgen hier auch wieder strahlender Sonnenschein gemeldet.
Heimreise? Nein, wir bleiben hier!
Die Lufthansa wollte nicht so wie wir eigentlich sollten. Aber Hand aufs Herz: Es gibt weitaus schlimmere Orte zum unfreiwilligen Verweilen als die Costa Brava, die wilde Küste Kataloniens. Ein Schicksal, das man tapfer ertragen kann.
Nur von unserer Kölner Mitreißenden mussten wir uns heute schon verabschieden, da sie nicht mit Lufthansa unterwegs war.
Die übrige Gruppe hatte nun die Qual der Wahl: Die einen nutzten den Bonustag für einen letzten Abstecher nach Barcelona, andere blieben in Malgrat de Mar und genossen in aller Ruhe das Ambiente unseres wunderbaren Hotels – und der Rest fuhr nach Blanes, dem Tor zur Costa Brava.
Dort schlenderten wir die Strandpromenade entlang, bis wir beim Botanischen Garten Marimurtra ankamen – einem kleinen, aber feinen Pflanzenparadies hoch über dem Meer. Bei strahlendem Sonnenschein erfreuten wir uns an der Farbenpracht der Blüten, die mit den Blautönen des Meeres konkurrierten.
Über die erneuten Flugänderungen und Stornierungen haben wir uns auch nicht geärgert. Ändern konnten wir eh nichts daran.
Frei nach dem Motto:
Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was verzählen;
Drum nahm ich meinen Stock und Hut, und tät das Reisen wählen.
Matthias Claudius (1740-1815)
Am Mittwoch war es dann soweit – alle flogen heim. Mit vollen Köpfen, vollen Herzen und dem leisen Verdacht, dass die Costa Brava uns so schnell nicht loslassen wird. 🌊☀️
Ihr Lieben, wir haben so viel zu erzählen – und das gilt auch noch für die Heimreise! Die einen durften eine extra Nacht in Wien verbringen, die Dresdner erlebten einen kleinen Zusatz-Nervenkitzel: Die Landebahn war nicht frei – Landeabbruch inklusive. Herrlich, oder? Langweilige Heimreisen kann schließlich jeder. 😄
Von Herzen danke ich Euch für diese gemeinsame Zeit – für Eure Neugier, Eure gute Laune und dafür, dass Ihr diese Reise zu dem gemacht habt, was sie war: ein echtes Abenteuer. Denn genau das sind Reisen – Abenteuer pur. Auch wenn es „nur“ eine Städtereise war. Ich würde mich von Herzen freuen, den einen oder anderen von Euch schon bald auf dem nächsten Abenteuer wieder begleiten zu dürfen.
Bis dahin: alles Liebe und eine sanfte Landung im Alltag.
Eure Katrin
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