Reisebericht: Kreuzfahrt Südamerika - Umrundung Kap Hoorn

25.02. – 18.03.2019, 22 Tage Kreuzfahrt mit der Norwegian Star: Rio de Janeiro - Iguazu - Buenos Aires - Uruguay - Falkland-Inseln - Kap Hoorn - Valparaiso und Santiago de Chile

Auf den Spuren großer Entdecker, Forscher und Abenteurer erkunden wir auf dieser abwechslungsreichen Reise die vielfältigen Landschaften Südamerikas und dringen dabei bis zum geheimnisvollen Kap Hoorn vor.

1./2. Tag (Montag/Dienstag, 25.02./26.02.2019): Flug nach Rio de Janeiro – Stadtrundfahrt und Zuckerhut


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Der erste kleine Hüpfer auf dieser großen Reise zum Ende der Welt führt mich mit dem Großteil meiner Reisegruppe von Berlin-Tegel nach Paris. Der Landeanflug auf das Lichtermeer der französischen Hauptstadt ist bereits ein erster kleiner Höhepunkt. Gespannt halten wir nach dem Eiffelturm Ausschau und können schließlich einen Blick auf ihn erhaschen, bevor das Flugzeug zur Landung ansetzt. Aus München, Hannover und Frankfurt finden auch die noch fehlenden Gäste den Weg zur Gruppe. Mit einer Verspätung von einer Stunde aufgrund eines Notarzteinsatzes setzen wir unsere Reise nach Südamerika dann kurz nach Mitternacht fort. Elf Stunden später landen wir am nächsten Morgen auf dem internationalen Flughafen von Rio de Janeiro und werden von unserer örtlichen Reiseleiterin Iolanda herzlich in Empfang genommen. Sie hat auch eine gute Nachricht für uns im Gepäck, denn wir dürfen gleich im Hotel einchecken und uns ein bisschen von der langen Anreise erholen. Auch ein Mittagsbuffet, das sowohl die Augen als auch den Gaumen anspricht, wartet vor dem ersten Teil unserer Stadtbesichtigung auf uns. Am Nachmittag fahren wir dann zuerst zum Zuckerhut, um uns aus der Vogelperspektive einen Eindruck von der weltberühmten brasilianischen Metropole zu verschaffen. In zwei Etappen geht es mit der Seilbahn hinauf. Eingebettet in das Grün des Regenwaldes hat es sich die Stadt zwischen Meer, Hügeln und Felsen bequem gemacht. Und an der Atlantikküste rufen lange feine Sandstrände nach uns. Wir können uns kaum sattsehen, müssen uns aber dennoch von diesem schönen Anblick lösen, denn Iolanda möchte uns schließlich noch die Altstadt und das Sambodromo zeigen, in dem die Vorbereitungen auf den Karneval auf Hochtouren laufen. Wir besichtigen außerdem die Catedral Metropolitana, die an einen Maya-Tempel erinnert, und machen einen Fotostopp am Strand von Ipanema. Mit dem Sonnenuntergang erreichen wir wieder unser Hotel. Mit zehn Gästen gehen Iolanda und ich am Abend in eine typisch brasilianische Churrascaria, in der uns immer neue Köstlichkeiten an den Tisch gebracht werden, bis wir schließlich satt aber glücklich kapitulieren.

3. Tag (Mittwoch, 27.02.2019): Rio de Janeiro – Corcovado


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Der Corcovado ist der zweite berühmte Felsen in Rio. Auf ihn wollen wir heute Morgen hinauf. Zum Glück müssen wir die 710 Höhenmeter nicht zu Fuß bewältigen, sondern können uns gemütlich mit der feuerroten Zahnradbahn durch den größten innerstädtischen Nationalpark und Regenwald der Welt fahren lassen. Oben wartet natürlich die weltberühmte Christusstatue auf uns, die drittgrößte der Welt, die mit weit ausgestreckten Armen über Rio de Janeiro wacht. Für mich ist Rio landschaftlich eine der schönsten Städte der Welt. Stadt, Bucht, Meer, Felsen, Regenwald – alles verschmilzt zu einer einzigartigen Komposition. Nur die Smog-Glocke, die wie eine dichte Staubwolke über der Stadt liegt, trübt den positiven Eindruck. Nach unserem Besuch auf dem Corcovado setzen wir unsere Rundfahrt durch Rio fort. Noch einmal passieren wir das Sambodromo, dann halten wir vor dem Fußballstadion Maracana, das bei seiner Fertigstellung 1950 das größte Fußballstadion der Welt war. 2014 fand hier zum zweiten Male das Endspiel einer Weltmeisterschaft statt; Mario Götze schoss das Tor, mit dem Deutschland Weltmeister wurde. Zum Abschluss unserer Stadtrundfahrt besichtigen wir die Escadaria Selaron im Künstlerviertel Santa Teresa. Der aus Chile stammende Künstler Jorge Selaron erschuf die bunte Treppe aus tausenden Fliesen ab 1989. Von überall auf der Welt wurden ihm Fliesen für sein Projekt geschickt, auch aus Deutschland. Nun haben wir aber schon ein bisschen Hunger, weshalb fast alle Gäste mit mir in ein Buffetrestaurant in der Nähe des Hotels gehen, in dem das Essen nach Gewicht bezahlt wird. Gerade in den Mittagspausen sind diese preisgünstigen Lokale unter den Brasilianern sehr populär. Den Nachmittag können meine Gäste für eigene Erkundungen nutzen; die meisten zieht es an den Sandstrand von Copacabana. Beim gemeinsamen Abendessen im Hotel tauschen wir uns über unsere Erlebnisse aus und lernen uns gegenseitig besser kennen – wir werden schließlich noch viel Zeit miteinander verbringen!

4. Tag (Donnerstag, 28.02.2019): Flug nach Foz do Iguazu – Brasilianische Seite der Wasserfälle


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Wir können heute ausschlafen und ausgiebig frühstücken, denn wir werden erst um 11 Uhr abgeholt und zum Flughafen gebracht. Iolanda hilft uns noch beim Einchecken, bevor wir uns von ihr verabschieden müssen. Dann geht es mit LATAM in ungefähr zwei Stunden nach Foz do Iguazu. Unser neuer örtlicher Reiseleiter heißt Eduard(o), holt uns vom kleinen Flughafen ab, an dem gerade viel gebaut wird, und fährt mit uns direkt in den Nationalpark auf brasilianischer Seite. Da es schon etwas später ist, sind wir fast die einzigen Gäste, die noch in den Park fahren. Damit haben wir die im Durchschnitt 275 Wasserfälle fast für uns allein und können sie ausgiebig begutachten und fotografieren. Zusammen mit den Niagarafällen und den Viktoriafällen gehören die Iguazu-Wasserfälle zu den „Big Three", den drei größten Wasserfällen der Welt. Sie sind wunderschön in das dunkle Grün des Regenwaldes eingebettet und glitzern herrlich in der Abendsonne. Vom Parkhotel aus führt ein kleiner Spaziergang parallel an den Wasserfällen vorbei und eröffnet uns tolle Perspektiven. Die einzelnen Wasserfällen sind bis zu 82 Meter hoch und erstrecken sich auf einer Länge von insgesamt 3 Kilometern. Am Ende des Weges wartet der „Teufelsschlund" auf uns – der größte Wasserfall von allen, geformt wie ein Hufeisen. Wer mag, kann sich hier auf einem Steg ganz dicht heranwagen und sich eine Dusche abholen. Das Tosen der Wassermassen ist ohrenbetäubend. Ein Fahrstuhl bringt uns wieder hinauf an die Oberkante der Wasserfälle, wo unser Bus bereitsteht. Nach einem Zwischenstopp in einem Souvenirladen – Eduard möchte uns dort die gewaltigen Amethystsäulen zeigen – erreichen wir unser Hotel. Wir bleiben nur eine Nacht, denn morgen warten die argentinische Seite sowie der Flug nach Buenos Aires auf uns.

5. Tag (Freitag, 01.03.2019): Argentinische Seite der Wasserfälle und Flug nach Buenos Aires


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Heute müssen wir zeitig los (Abfahrt um 7 Uhr), da man nie wissen kann, wie lange die Grenzkontrollen dauern werden und am Nachmittag unser Flug nach Buenos Aires ansteht. Doch es geht alles sehr zügig; die kurze Wartezeit können wir mit Geburtstagsständchen und der Übergabe von Geschenken überbrücken (fünf Geburtstage auf dieser Reise!). Und dann sind wir in Argentinien! Im Nationalpark auf der argentinischen Seite der Wasserfälle werden die Besucher mit einer Schmalspurbahn zu den beiden Stationen gebracht. Wir fahren gleich durch bis zum Teufelsschlund, an dessen Fuß wir gestern schon gestanden haben. Heute sehen wir die Wasserfälle allesamt von oben bzw. von der Seite – auch ein beeindruckender Anblick. Ein langer Steg führt an den Rand des Teufelsschlunds und zurück. An der Abbruchkante ist es unglaublich laut, und wir werden schnell nass, wenn der Wind aus der falschen Richtung weht. Von der mittleren Station aus führen verschiedene Rundwege durch den Regenwald zu mehreren der kleineren Wasserfälle – und „klein" ist hier natürlich relativ. Wir sehen aber nicht nur Wasser und Pflanzen, sondern auch Tiere. Die frechen Nasenbären haben es auf das Essen der Besucher abgesehen. Am Fuße einer Brücke lauert ein Krokodil geduldig auf leichtsinnige Touristen. Und die kleinen Affen machen es sich im Unterholz gemütlich und lassen sich nicht stören. Nach diesem tollen Naturerlebnis wartet am Rio de la Plata die nächste Großstadt auf uns. Von Ines werden wir nach einem angenehmen Flug in Buenos Aires empfangen und zum Hotel begleitet. Auch beim Abendessen ist sie mit dabei und präsentiert uns auf dem Weg dorthin das abendliche Stadtzentrum mit dem Obelisken und dem Teatro Colon. Uns erwartet ein erlesenes Buffet mit italienischen und argentinischen Spezialitäten – es gibt sogar einen Schokoladenbrunnen! Nach diesem schönen Tagesprogramm fallen wir glücklich und zufrieden in unsere Hotelbetten.

6. Tag (Samstag, 02.03.2019): Stadtrundfahrt in Buenos Aires – Einschiffung auf die Norwegian Sun


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Wie der gestrige Tag geendet hat, so setzt sich der heutige fort. Mit einem tollen Frühstück mit viel zu vielen süßen Köstlichkeiten stärken wir uns für die Stadtrundfahrt. Sissi heißt unsere heutige Stadtführerin – sie ist ebenso charmant und kompetent wie Ines. Unser Programm beginnt mit einer Besichtigung der Plaza de Mayo, dem Herzen der argentinischen Hauptstadt. Hier befinden sich das Rathaus, der Präsidentenpalast Casa Rosada und die verhältnismäßig unscheinbare Kathedrale. In ihr befindet sich auch das Mausoleum für den Nationalhelden Jose de San Martin, der in Verbindung mit Simon Bolivar die südamerikanischen Kolonien von der Herrschaft der Spanier befreite. Das bunte Hafenviertel „La Boca" ist unser nächstes Ziel. Fußball und Tango bestimmen das Leben in diesem Stadtteil; Maradona winkt von gleich mehreren Balkonen, verkleidete Frauen und Männer fordern Passanten zum Tanz auf. Weiter geht es in den Stadtteil Puerto Madero, der von einem Industrie- und Hafenviertel zu einem modernen Wohn- und Geschäftszentrum umfunktioniert wird. Die Frachtschiffe sind längst verschwunden, aber die Kräne aus der DDR und die Lagerhallen aus Backstein erinnern an die Vergangenheit. Nach einem Spaziergang durch den Rosengarten Paseo El Rosedal wartet zum Abschluss der Höhepunkt einer jeden Stadtrundfahrt auf uns: der Friedhof von Recoleta, auf dem sich im Mausoleum der Familie Duarte auch der Sarg von Evita Peron befindet. Mit seinen breiten Straßen, den vielen Parkanlagen und dem mondänen Baustil ist Buenos Aires ganz anders als Rio de Janeiro und gefällt uns allen gut. Gern würden wir noch eine Weile bleiben, mit Sissi weiter die Stadt erkunden, doch im Hafen wartet ein Schiff auf uns; ein Schiff namens Norwegian Sun, das uns fortbringen soll bis ans Ende der Welt, bis zum Kap Hoorn, und auf der anderen Seite Südamerikas bis nach San Antonio. Die Einschiffung geht unglaublich schnell, denn außer uns scheinen alle Passagiere schon an Bord zu sein, obwohl bis zur obligatorischen Rettungsübung vor dem Auslaufen noch mehr als zwei Stunden Zeit sind. Dann heißt es schließlich „Leinen los", und unsere Kreuzfahrt beginnt.

7./8. Tag (Sonntag/Montag, 03./04.03.2019): Montevideo, Uruguay – 1. Seetag


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Schon am nächsten Morgen wartet der erste Schiffsausflug auf uns. Über den Rio de la Plata bis nach Montevideo ist es für die Norwegian Sun nur ein Katzensprung. Da alle meine Gäste die deutschsprachige Stadtrundfahrt gebucht haben, stellt uns die Reederei freundlicherweise einen eigenen Bus zur Verfügung. So werden wir von unserer Stadtführerin Annelie begrüßt, die uns mit der angeblich lässigsten Hauptstadt Südamerikas vertraut macht. Ob diese Zuschreibung zutrifft, können wir heute allerdings nicht herausfinden, denn es ist Sonntagmorgen und außer uns Touristen ist noch kaum jemand unterwegs. Die Tatsache, dass der Präsident ohne große Schutzmaßnahmen weiterhin in seinem kleinen Wohnhaus in einer typischen Vorortsiedlung wohnt, kann jedoch ein Indikator dafür sein. Auf unserer Erkundungsfahrt schlängeln wir uns mit dem Bus um das Stadtzentrum herum und halten unter anderem am Nationalstadion und am Parlamentsgebäude. Westlich der Innenstadt erreichen wir dann die Badestrände mit teils noch mondäner Architektur. Unsere Stadtrundfahrt endet am Plaza Independencia, wo wir einen Blick auf den Palacio Salvo werfen können, eines der architektonischen Wahrzeichen der 1726 gegründeten Hauptstadt Uruguays. Die Fußgängerzonen in der Innenstadt können wir dann am Nachmittag auf eigene Faust erkunden, denn uns bleiben nach der Stadtrundfahrt noch ein paar Stunden, bis unser Schiff ablegt. Auch die große Markthalle direkt gegenüber dem Hafeneingang mit ihren vielen kleinen Restaurants ist ein Besuchermagnet. Auf dem Hafengelände selbst sind der Anker und ein Entfernungsmesser der Graf Spee zu sehen, die vor dem Hafen von Montevideo von der Besatzung versenkt wurde. Gegen Abend verlässt die Norwegian Sun dann den Rio de la Plata. Wir haben nun erstmal einen Seetag Zeit, uns mit dem Schiff vertraut zu machen und die Erlebnisse der letzten Tage zu verarbeiten.

9./10. Tag (Dienstag/Mittwoch, 05./06.03.2019): Puerto Madryn und Halbinsel Valdes, Argentinien – 2. Seetag


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Mit freudiger Überraschung stelle ich am Pier fest, dass wir bei unserem heutigen Eberhardt-Inklusivausflug auf die Halbinsel Valdes von Vanesa begleitet werden. Ich kenne sie schon von meiner letzten Kap-Hoorn-Umrundung vor zwei Jahren und hatte sie als sehr angenehme und kompetente Reiseleiterin in Erinnerung. Dieser Eindruck wird sich für meine Gäste auch auf der heutigen Tour bestätigen. Gut 400 Kilometer wollen wir heute zurücklegen, davon die Hälfte auf Schotterpisten. Die Halbinsel Valdes ist ein Naturreservat und ein echtes Paradies für Tierliebhaber. Seit 1999 steht sie auf der Naturerbeliste der Unesco. Nach einer Erfrischungspause am Besucherzentrum lassen wir die Zivilisation und damit die asphaltierten Straßen bald hinter uns. Ein paar Mal halten wir unterwegs an, um Guanacos, kleine Eulen, die sich kaum von der sandigen Umgebung abheben, oder ein Gürteltier zu fotografieren. Unser Ziel ist jedoch die Punta Norte, die Nordspitze der Halbinsel. Hier befindet sich eine Kolonie von Seelöwen und See-Elefanten. Während die älteren Tiere träge etwas abseits liegen, tummeln sich die Jungtiere – laut Vanesa gerade drei Monate alt – aufgeregt schreiend und quiekend am Strand und im Wasser. Ein wirklich beeindruckendes Schauspiel. Geradezu lethargisch dagegen die putzigen Magellan-Pinguine während unseres nächsten Stopps! Unberührt stehen sie da und beäugen uns, während wir nur wenige Schritte von ihnen entfernt sind. Die meisten von ihnen warten darauf, dass sich ihr Gefieder wieder vollständig erneuert hat, und sie sich wieder für mehrere Monate ins Wasser stürzen können. Wir sind erstaunt, wie weit entfernt vom Strand diese kleinen Gesellen teilweise ihre Höhlen gebuddelt haben! Unser Ausflug beinhaltet auch ein reichhaltiges Mittagessen, das wir auf einer Estancia serviert bekommen, einer traditionellen Schaffarm. Auf der Rückfahrt nach Puerto Madryn können wir im Bus einen kleinen Mittagsschlaf machen, um die vielen tollen Eindrücke zu verarbeiten. Um 18 Uhr legt die Norwegian Sun dann ab und nimmt Kurs auf die Falklandinseln. Den nächsten Tag über erholen wir uns, genießen die frische Seeluft, beobachten unsere Mitreisenden und schlemmen uns durch die Restaurants.

11. Tag (Donnerstag, 07.03.2019): Stanley, Falklandinseln


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Schon eine Stunde früher rasselt der Anker der Norwegian Sun heute vor Stanley ins Wasser. Die Wetterprognose für den Nachmittag sieht nicht so gut aus. Deshalb hat der Kapitän über Nacht Gas gegeben, sodass wir eine Stunde zeitiger ankommen und auch wieder abfahren können. Als wir in die Tenderboote umsteigen, ist das Wetter jedoch noch gut, zumindest für hiesige Verhältnisse. Es regnet auf den Falklandinseln eigentlich fast immer und die Temperaturen klettern selten über 15 Grad Celcius. Stanley, die Hauptstadt der Falklandinseln, könnte auch irgendwo an der Küste Englands liegen. Alles Notwendige ist vorhanden: die Pubs, die roten Telefonzellen, das britische Wetter, die anglikanische Kirche. Der Priester begrüßt uns sogar persönlich und lädt uns zur Besichtigung der Christ Church Cathedral ein, der südlichsten Kathedrale der Welt. Gleich nebenan steht das berühmte Walknochenmonument, womit die Auswahl an nicht-militärischen Denkmälern auf den Falklandinseln schon fast vollständig erschöpft wäre. Natürlich prägt der im Untergrund weiter schwelende Konflikt mit Argentinien das Leben und die Identität nicht nur der rund 2.000 Einwohner Stanleys, sondern der gesamten Bevölkerung auf den Falklandinseln, die nicht einmal 6.000 Seelen umfasst, wenn man die 1.700 Soldaten mit einschließt. Die 500.000 Schafe sind somit deutlich in der Überzahl, aber an einem politischen Umsturz wenig interessiert. Nachdem vor der Küste Erdöl und Erdgas gefunden wurden, hat der Konflikt zwischen Argentinien und Großbritannien in den letzten Jahren wieder an Brisanz gewonnen. Heute wird er zum Glück auf den Brettern und in den Gerichtssälen der UN ausgetragen und nicht mehr mit militärischen Mitteln. Nichtsdestotrotz patrouilliert angeblich immer ein britisches Atom-U-Boot in den umliegenden Gewässern. Am späten Vormittag passiert dann das, was auf den Falklandinseln eigentlich immer passiert – es fängt an zu regnen. Wir flüchten ins Postamt, um uns Briefmarken als Souvenirs zu kaufen, ins Museum, das für Kreuzfahrttouristen kostenlos ist, in den einzigen Supermarkt oder in eines der erstaunlich zahlreichen Cafés. Wie kann man freiwillig hier leben, in dieser ungemütlichen Abgeschiedenheit, angewiesen auf regelmäßige Hilfstransporte durch das Militär? Diese Frage beschäftigt uns beim Abendessen weiter, während die Norwegian Sun schon Kurs auf das Kap Hoorn genommen hat.

12. Tag (Freitag, 08.03.2019): Umfahrung Kap Hoorn


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Auch das Kap Hoorn erreichen wir wetterbedingt früher als geplant – schon um 13 statt gegen 18 Uhr. Über Nacht sind wir fast mit Höchstgeschwindigkeit gefahren, damit es uns heute nicht ganz so schlimm erwischt. Schließlich wollen wir uns nicht einreihen in die mehr als 800 Schiffswracks, die hier angeblich rings um das Kap auf dem Meeresgrund liegen sollen, gekentert in der stürmischen See, zerschellt an den Klippen und Felsen. Die meisten Leute um mich herum halten wieder den steil aufragenden Felsen im Hintergrund für das Kap Hoorn, doch es ist die kleine Insel im Vordergrund, mit dem Leuchtturm, der kleinen Kirche und dem Albatros-Denkmal. Letzteres erinnert an die vielen ertrunkenen Seeleute. Wir überqueren die imaginäre Grenze zwischen Atlantik und Pazifik, wenden, und fahren dann zurück. Die See ist relativ ruhig, aber es ist sehr diesig, sodass die Fotos dunkler werden, als es eigentlich in Wirklichkeit gerade aussieht. Am Nachmittag nehmen wir dann Kurs auf den Beagle-Kanal und Ushuaia. Tatsächlich muss der Kapitän sogar ganz langsame Schleifen fahren, denn wir liegen ja jetzt fünf Stunden vor dem Plan! Vielleicht ist es aber auch ganz gut so, denn die See wird mit der Zeit merklich rauer und ungemütlicher. Erst in der Nacht, als wir den Schutz des Beagle-Kanals erreichen, nimmt das Schwanken des Schiffes wieder ab.

13. Tag (Samstag, 09.03.2019): Ushuaia, Argentinien – Allee der Gletscher


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Was für ein Anblick, der sich uns am Morgen bietet! Die Norwegian Sun hat am Pier festgemacht und direkt vor uns liegt Ushuaia, zwischen Beagle-Kanal und den Bergen von Feuerland. Seit meinem letzten Besuch vor zwei Jahren ist die Stadt weiter gewachsen, sogar ein völlig neuer Stadtteil ist entstanden. Aus der kleinen Strafkolonie zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist eine moderne Stadt mit gut 60.000 Einwohnern geworden, die heute überwiegend vom Tourismus lebt. Wer nach Ushuaia reist, will entweder wandern oder auf eine Antarktisexpedition aufbrechen. Zum Wandern wäre zwar heute (mal wieder) ideales Wetter, doch die Zeit reicht nur für eine Exkursion per Bus in den Feuerland-Nationalpark, der an der Grenze zu Chile liegt. Unser örtlicher Reiseleiter Raul versorgt uns mit vielen Informationen über das Leben in Ushuaia und das Leben der Ureinwohner. Im Nationalpark besichtigen wir das Postamt am Ende der Welt, den Lago Roca und die Bahia Lapataia, an der die Panamericana endet. Auf dem Rückweg zum Schiff können wir noch schnell einen Abstecher zur Touristinformation machen, um das kostenlose WLAN zu nutzen. Um 14 Uhr schon legt die Norwegian Sun wieder ab, aber das hat einen guten Grund: Am späten Nachmittag fahren wir nämlich durch die Allee der Gletscher! Es sind sechs große Gletscher, an denen wir vorbeifahren, sowie mehrere kleinere, die sich weiter oben auf den Berggipfeln verstecken. Sie sind – mit einer Ausnahme – benannt nach den Herkunftsländern berühmter Entdecker; auch Deutschland ist darunter. Alle versammeln sich an Deck, um einen Blick auf das bläulich glitzernde Eis zu erhaschen. Einer der Gletscher reicht sogar bis ins Wasser herab. In der Nacht schlängelt sich die Norwegian Sun langsam durch die vielen Inseln des Feuerland-Archipels in die Magellanstraße.

14. Tag (Sonntag, 10.03.2017): Punta Arenas, Chile


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In der Nacht haben wir die Grenze zu Chile „überfahren". Zeit, zu rekapitulieren: Wir waren auf dieser Reise in Brasilien, Argentinien, Uruguay und auf den Falklandinseln. Chile ist nun unser letztes Reiseland. Vier Häfen werden wir hier anlaufen und ganz unterschiedliche Landschaften erleben. Den Anfang macht Punta Arenas. Auch diese Stadt entstand aus einer Strafkolonie, wurde dann aber zu einem Freihafen deklariert und erlangte durch die Goldgräberschiffe, die auf dem Weg nach Kalifornien hier Station machten, einigen Wohlstand. Mit der Eröffnung des Panamakanals 1914 brach diese Einnahmequelle weg. Zum Glück hatte sich die Schafzucht parallel als Wirtschaftszweig etabliert. Für die südlichste Großstadt der Welt ist der Hafen dank der Lage an der Magellanstraße aber auch heute noch eine wichtige Einnahmequelle. Die Norwegian Sun legt am Morgen im kleinen Containerhafen an. Wir können das Manöver vom Frühstückstisch aus beobachten. Damit wir nicht ins Stadtzentrum laufen müssen, hat die Reederei kostenlose Shuttlebusse für alle Passagiere bestellt. Zwei Ehepaare haben für den heutigen Tag einen Ausflug über NCL gebucht, der ihnen auch sehr gefallen hat. Alle anderen unternehmen mit mir einen kleinen Spaziergang. Dass wir natürlich ganz tolles Wetter haben, brauche ich bei dieser Reisegruppe nicht mehr zu erwähnen. Wir werden am Hauptplatz, der Plaza de Armas, am Magellan-Denkmal abgesetzt. Ich besorge Stadtpläne in der Touristinformation für alle, und dann kann es losgehen. Wir laufen zum Friedhof, der die Hauptattraktion der Stadt ist und als der schönste Friedhof Südamerikas gilt. Auf dem Weg dorthin werden wir von einem großen braunen Straßenhund begleitet, der uns offenbar als sein neues Rudel ansieht und vor den bösen Autos beschützen will (vor allem Taxis), die er teilweise sehr aggressiv angreift. Auf dem Friedhof wird Reisebegleiter Andreas erst einmal vom Sicherheitsdienst abgeführt, weiß aber bis heute nicht so richtig, warum. Als sich herausstellt, dass wir deutsche Touristen sind, wird er laufengelassen. Der Friedhof selbst ist sehr gepflegt und spiegelt die Einwanderungsgeschichte von Punta Arenas wider. Wir finden u. a. kroatische, englische, italienische, spanische und deutsche Namen auf den Grabsteinen und Mausoleen. Rechtzeitig zum Fahnenappell der Armee zur Mittagszeit sind wir wieder auf dem Hauptplatz. Wenn wir so ein Extra kostenlos geboten bekommen, nehmen wir es natürlich gerne mit. Anschließend lassen wir vom Aussichtspunkt den Blick über das Stadtzentrum und die Magellanstraße schweifen, bevor wir alle nach und nach mit dem Shuttlebus zurück zum Hafen fahren.

15./16. Tag (Montag/Dienstag, 11./12.03.2019): Fahrt durch die chilenischen Fjorde


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Die nächsten beiden Tage fahren wir überwiegend durch die chilenischen Fjorde. Zwischendurch legen wir ein paar Strecken auf dem offenen Meer zurück. Das Schiff schaukelt dann zwar ein bisschen mehr, doch wirklich schlimm ist es nicht. Gleiches gilt für das Wetter: Immer dann, wenn es etwas zu sehen gibt, haben wir Glück – vielleicht, weil die bergigen Inseln zwischen uns und dem offenen Meer die Regenwolken abhalten. Und es ist eine wunderschöne Gegend, durch die wir fahren. Sie erinnert mich teilweise an Norwegen, teilweise an die Inside Passage vor der Küste von Alaska. Wir können uns kaum sattsehen, müssen uns aber „notgedrungen" auch um unser leibliches Wohl kümmern. Wie gut, dass es auf so einem Kreuzfahrtschiff eigentlich rund um die Uhr immer irgendwo etwas zu essen gibt. Und im Fitnesscenter können wir dann gegen die drohende Gewichtszunahme ankämpfen, oder zumindest so tun als ob, bevor wir uns dann abends an einer der Bars oder im Theater mit einem Cocktail in der Hand von unserem anstrengenden Tag erholen.

17. Tag (Mittwoch, 13.03.2019): Puerto Chacabuco, Chile


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Unser zweiter Hafen in Chile ist Puerto Chacabuco, ein kleiner Industriehafen am Ende eines malerischen Fjords. Noch im Morgengrauen sitzen wir schon im Tenderboot, das uns an Land bringt. Dort wartet unser örtlicher Reiseleiter Ingmar auf uns. Da es sich empfiehlt, hier tatsächlich einen Schiffsausflug zu buchen (denn in Puerto Chacabuco gibt es rein gar nichts zu sehen), sind wir heute geschlossen als Gruppe und erneut in unserem eigenen Bus unterwegs. Unser erstes Ausflugsziel ist das Tal des Simpson River, der sich im Lauf der Jahrhunderte seinen Weg von den Anden zum Pazifik durch ein tiefes, von steilen Felswänden gesäumtes Tal gebahnt hat. Am Besucherzentrum steigen wir aus und machen einen kleinen Spaziergang zum Fluss. Dann geht es mit dem Bus immer höher hinauf durch ein grünes Tal, das auch gut in Bayern liegen könnte, bis wir auf einer Höhe von ungefähr 500 Metern den Pass und damit die Wetterscheide erreichen. Auf der anderen Seite ist es sonnig und die Vegetation sieht viel trockener aus. Ziel unserer Fahrt ist die Stadt Coyhaique, die Hauptstadt dieser Region. Zwischen schroffen Berggipfeln liegt der Ort auf einer Hochebene und wirkt am Vormittag noch ziemlich verschlafen. Nach einem Spaziergang über den Hauptplatz und durch die Nebenstraßen kehren wir gegen Mittag in einem lokalen Restaurant ein, wo leckere kleine Snacks und ein Glas Pisco Sour auf uns warten. Auf der Rückfahrt zum Schiff halten wir noch an einem kleinen Wasserfall. Zurück im Hafen verabschieden wir uns von Ingmar und wünschen ihm, seiner Frau und ihren 10 Kindern alles Gute für die Zukunft in ihrer Wahlheimat Chile. Nachdem alle Gäste wieder sicher an Bord sind, lässt der Kapitän den Anker lichten und navigiert die Norwegian Sun langsam durch den schönen Fjord hinaus auf den Pazifischen Ozean.

18./19. Tag (Donnerstag/Freitag, 14./15.03.2019): Puerto Montt, Chile – letzter Seetag


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Auf den heutigen Ausflug habe ich mich schon die ganze Reise über gefreut – nicht nur des leckeren Mittagessens wegen. Er bietet uns mit dem Vulkan Osorno auch ein landschaftliches Highlight. Mit dem Großteil der Gruppe unternehme ich eine Exkursion zu den Petrohue-Wasserfällen, nach Puerto Varas und nach Frutillar. Unsere örtliche Reiseleiterin Ingrid ist wirklich ausgezeichnet und lässt uns an der spannenden Geschichte der Region teilhaben. Die Petrohue-Wasserfälle, unser erstes Ziel, sind sehr schön anzusehen, obgleich unsere Augen fast alle auf den benachbarten Osorno gerichtet sind, jenen kegelförmigen Vulkan, der als der Mount Fuji von Chile gilt. Wie ein perfekt symmetrischer, mit Puderzucker bestäubter Kegel reckt er sich in den Himmel. Einem Aufstieg zum Gipfel wäre ich jetzt nicht abgeneigt, doch das grummelnde Geräusch in meiner Magengegend ist der leise Ruf nach einem Mittagessen. Das bekommen wir nach einem kleinen Stadtbummel in einem Hotel in Puerto Varas am Lago Llanquihue, dem drittgrößten natürlichen See Chiles. Als Hauptgericht gibt es natürlich Lachs aus der Region. Wer nach dem 3-Gänge-Menü nicht satt ist, auf den warten in Frutillar ganz viele Cafés mit deutschem Kuchen, deutscher Torte und Apfelstrudel mit Vanilleeis. In der ganzen Region um Puerto Montt wurden im 19. Jahrhundert durch die chilenische Regierung viele deutsche und österreichische Einwanderer angesiedelt. Das Erbe tritt jedoch nirgendwo so sehr zutage wie in Frutillar. So gibt es hier einen deutschen Club und ein Freilichtmuseum, das sich den deutschen Einwanderern widmet. Nach einem Besuch des Museums ist noch genug Zeit für einen Spaziergang am Ufer des Lago Llanquihue bis zum noch recht neuen und architektonisch wirklich gelungenen Musiktheater, Schauplatz des jährlichen Musikfestivals. Die Berliner Philharmoniker sind hier übrigens regelmäßig zu Gast und auch für die Ausbildung der örtlichen Nachwuchstalente zuständig. Mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen im Gepäck fahren wir wieder zurück nach Puerto Montt, wo im Hafen ein letztes Mal die Tenderboote auf uns warten. Den nächsten Tag verbringen wir noch einmal auf See und nutzen ihn, um uns von der Norwegian Sun und ihrer Crew zu verabschieden. Nicht nur mit Worten, sondern auch mit einem Abschiedssingen im Atrium mit den Offizieren.

20. Tag (Samstag, 16.03.2019): Ausschiffung – Valparaiso – Santiago de Chile


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Jede schöne Kreuzfahrt muss ein Ende haben – und heute trifft es uns. Im Hafen von San Antonio müssen wir von Bord gehen. So stehen wir also gegen neun mit unseren Koffern an der Hafeneinfahrt und warten mit unserer neuen örtlichen Reiseleiterin Angelica auf unseren Bus. Der große schwarze Bus kommt auch ein paar Minuten später um die Ecke gebogen. Flugs sind unsere Koffer verladen und wir auf dem Weg in die wunderschöne Hafenstadt Valparaiso. Angelica gibt uns eine Einführung in diese für uns neue Region, und dann stehen wir in Valparaiso angekommen plötzlich vor einem echten Unikat: einer Hamburger Hafenkneipe, mitten in Chile. Sie ist bis unter die Decke mit allerlei Sammelstücken vollgepackt. Wir könnten allein hier schon Stunden verbringen und wahrscheinlich immer noch etwas Neues entdecken. Doch Valparaiso hat noch viel mehr zu bieten. Zum Unesco-Weltkulturerbe gehören z. B. die alten Aufzüge bzw. Standseilbahnen. Mit dem Aufzug, der nach Königin Victoria benannt ist, fahren wir auf einen der Hügel hinauf und unternehmen einen Spaziergang durch die verwinkelten, mit vielen bunten Wandmalereien verzierten Gassen. An der Jugendstilvilla Palacio Baburizza genießen wir die Aussicht auf die Bucht, bevor wir mit einem anderen Aufzug wieder nach unten fahren – und mitten auf dem Hauptplatz, der Plaza Sotomayor stehen. Er ist umgeben von großen Gebäuden aus unterschiedlichen Stilepochen, z. B. Bauhaus und Art deco. Unser Busfahrer holt uns hier wieder ab und fährt uns zu einem ganz modernen kleinen Hotel auf einem anderen der vielen Hügel, wo für uns auf der Dachterrasse Tische zum Mittagessen reserviert sind. Das Essen schmeckt allen vorzüglich und auch die Aussicht ist traumhaft. Nach einem Abstecher zur Blumenuhr in der Nachbarstadt Vina del Mar verlassen wir die Küste und fahren durch das Casablanca-Tal, eines der wichtigsten Weinanbaugebiete Chiles, Richtung Anden. In der Hochebene befindet sich die Hauptstadt Santiago. Auf der Fahrt zu unserem letzten Hotel auf dieser Reise bekommen wir schon einen kleinen Eindruck von der riesigen Hauptstadtregion, in der 44 Prozent aller Einwohner Chiles leben. Nach dem ebenfalls vorzüglichen und reichhaltigen Abendessen im Hotel mache ich mit meinen Gästen noch eine kleine Weinverkostung. Schließlich können wir das Land nicht einfach verlassen, ohne uns selbst von der Qualität seiner Weine überzeugt zu haben!

21./22. Tag (Sonntag/Montag, 17./18.03.2019): Santiago de Chile – Rückflug nach Deutschland


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Zum Abschluss unserer Reise entführt uns Angelica heute Morgen auf einen Spaziergang durch die historische Altstadt. Wir beginnen an der Iglesia de San Francisco, einem der ältesten Gebäude aus der Kolonialzeit, das schon 1622 eingeweiht wurde und viele Erdbeben überstanden hat. Auf die andere Seite der Hauptstraße gelangen wir durch eine der vielen mit großen Wandmalereien verzierten U-Bahn-Stationen. Wenig später stehen wir auf dem Platz der Verfassung und schauen auf den Moneda-Palast, in dem sich eines der dunkelsten Kapitel der chilenischen Geschichte abspielte: die Machtergreifung von Pinochet und der mutmaßliche Selbstmord von Salvador Allende. Erinnerungen werden bei meinen Gästen wachgerufen, denn viele haben diesen historischen Moment aus der Ferne miterlebt, gefiltert natürlich durch die staatlichen Organe. Wir erleben heute dafür live und in Farbe mit, wie ein scheinbar verwirrter Mann mit seinem Pick-Up-Truck versucht, in den Palast zu gelangen, aber von der verdutzen Polizei abgeführt wird. Angelica zeigt uns als nächstes den Justizpalast und das Museum für indigene Kultur. Auf der Plaza de Armas gibt sie uns ein bisschen Freizeit, sodass wir die umliegenden Gebäude, allen voran natürlich die Kathedrale, besichtigen oder einen Kaffee trinken können. Nun wartet auf meine Gäste noch eine besondere Überraschung. Wir fahren zum Costanera Center, dem höchsten Gebäude Südamerikas. Mit dem Lift geht es in 50 Sekunden hinauf auf die Aussichtsplattform Sky Costanera in einer Höhe von 300 Metern. Von hier oben haben wir einen tollen Blick auf die Andenkette im Osten und können erkennen, wie weit sich die Stadt ins Umland erstreckt. Anschließend müssen wir aber wirklich zum Flughafen fahren. Sehr herzlich fällt der Abschied von Angelica aus, die uns natürlich beim Einchecken behilflich ist. Wie versprochen ist der Flug über die Anden etwas ruckelig, aber im Großen und Ganzen sehr angenehm. Und so stehe ich also am nächsten Morgen mit meinen Gästen nach 22 gemeinsamen Tagen wieder auf dem Flughafen von Paris, wo wir uns schweren Herzens trennen müssen.

An dieser Stelle bedanke ich mich nun sehr herzlich bei Ihnen, meine lieben Gäste, für die schöne gemeinsame Reise. Sie haben als Reise-Engel par excellence für das beste Reisewetter gesorgt, sodass wir die herrlichen Naturkulissen bestmöglich genießen konnten. Ich freue mich daher sehr darauf, Sie schon bald wieder als Gäste auf einer Eberhardt-Reise begrüßen zu dürfen.

Herzlichst, Ihr

Andreas Wolfsteller

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