Abenteuer Südostasien – Vier Länder, ein großes Erlebnis
Reisebericht: 25.02. – 18.03.2026
12 Entdecker und 4 Länder: Kambodscha, Vietnam, Laos & Thailand – 3 Wochen voller Kultur, Natur, Leben und unvergesslicher Abenteuer.
Ein Reisebericht von
Marcus Hasselhorst
Mittwoch, 25. Februar – Aufbruch mit sanftem Riesen
Heute beginnt unser großes Südostasien-Abenteuer – und wie! Aus allen östlichen Himmelsrichtungen trudeln unsere 12 Entdecker am Flughafen München ein: per Bahn, PKW oder Zubringerflug. Erste freudige Begrüßungen, ein bisschen Klamotten-Check hier, ein kurzer Blick auf die Vornamen der anderen da – alles noch entspannt, wir haben ja Zeit… oder?
Denn wie es sich für eine Fernreise gehört, startet auch diese mit einer kleinen, charmanten Verspätung. Kein Problem – wir sind schließlich im Urlaubsmodus angekommen. Zwischen Kaffee, ersten Gesprächen und gespannter Vorfreude wächst das Gefühl: Jetzt geht’s wirklich los!
Dann der große Moment: Boarding. Und nicht irgendein Flieger wartet auf uns, sondern ein Gigant der Lüfte – der Airbus A380 von Lufthansa. Fast lautlos hebt er ab, sanft wie ein Aufzug Richtung Abenteuer.
Unter uns verschwinden die Lichter Europas, vor uns liegen neue Welten, fremde Kulturen un
Donnerstag, 26. Februar – Frühstück über den Wolken, Ankunft im Tropenmodus
Während für den Rest der Welt ein halber Tag vergeht, gilt für uns: Nacht im Flugzeug. Irgendwann zwischen Film Nummer drei und dem Versuch, im Sitzen elegant zu schlafen, gehen plötzlich die Fensterblenden hoch – willkommen im neuen Tag! Licht an, Augen auf, Frühstück kommt. Draußen strahlt die Sonne bereits über Asien, während wir innerlich noch irgendwo über Europa schweben.
Am frühen Nachmittag setzen wir sanft in Bangkok auf – leicht müde, aber bestens gelaunt. Dann beginnt der sportliche Teil des Tages: der Fußmarsch durch einen Flughafen, der gefühlt eine eigene Postleitzahl hat. Ziel erreicht: unser Gate Richtung Kambodscha.
Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter – diesmal etwas kleiner, aber genauso abenteuerlich: mit einer ATR-Maschine heben wir Richtung Siem Reap ab. Ein kurzer Flug, draußen wird es dunkel, und schon landen wir an einem überraschend großzügigen Flughafen.
Die Einreise? Schnell erledigt. Draußen wartet bereits Yama mit einem luxuriösen Bus – und bringt uns in unsere kleine Wohlfühloase. Dort werden wir direkt verwöhnt: ein köstliches 5-Gänge-Menü, erste intensive Begegnungen mit der asiatischen Küche – ein Genuss!
Satt, zufrieden und voller neuer Eindrücke fallen wir schließlich in unsere großen, gemütlichen Betten. Ein langer Tag endet… und die Träume beginnen. 🌙
Freitag, 27. Februar – Tempel, Tropenhitze und tanzende Augenblicke
Der Tag beginnt ganz entspannt und fast schon ein wenig paradiesisch: Ein gutes, ausgiebiges Frühstück, vielleicht sogar nach einem ersten Sprung in den tropischen Pool im kleinen Garten. Zwischen Palmen, Vogelstimmen und warmem Morgenlicht schmeckt hier einfach alles doppelt so gut. Die Ruhe tut gut, die Vorfreude steigt – denn heute steht ein echtes Highlight auf dem Programm: Tempel satt!
Kurz darauf werden wir abgeholt, und es geht los in Richtung der legendären Tempelanlagen von Angkor Wat. Doch bevor wir überhaupt die ersten Steine bestaunen dürfen, wartet eine ganz eigene „Einreiseprozedur“: Mit Foto-ID und persönlichem Ticket fühlt es sich fast so an, als würden wir in ein eigenes kleines Reich eintreten. Die lokalen Polizisten nehmen es dabei sehr genau – aber auch mit Humor, denn kurzerhand wird unsere Gruppe für ein gemeinsames Foto eingespannt. Natürlich machen wir mit – und haben direkt die ersten Erinnerungen im Kasten.
Unser erster großer Stopp ist Angkor Thom. Schon am Westtor tauchen wir tief in die Symbolik der Anlage ein: Götter und Dämonen, die an der berühmten Naga ziehen, Geschichten aus einer anderen Zeit. Es wird erklärt, gestaunt und fleißig fotografiert. Die Anlage selbst beeindruckt mit ihrer Größe und Detailverliebtheit – doch auch die tropische Hitze meldet sich schnell zu Wort und fordert ihren Tribut.
Am Bayon erleben wir dann nicht nur die berühmten steinernen Gesichter, die uns aus allen Richtungen geheimnisvoll anlächeln, sondern auch die deutlich lebendigeren Bewohner der Anlage: Affen! Und die haben es faustdick hinter den Ohren. Mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit machen sie Jagd auf alles, was nach Essen aussieht – und sorgen damit für einige sehr unterhaltsame Momente. Manche von uns wagen sogar den Aufstieg nach oben, um die Anlage aus einer anderen Perspektive zu erleben.
Nach weiteren Stopps, unter anderem an der Elefanten- und der Lepra-Terrasse, sind wir nach rund vier Stunden voller Eindrücke und bei ordentlich tropischen Temperaturen mehr als bereit für eine Pause. Das kambodschanische Mittagessen kommt da genau richtig – lecker, würzig und eine willkommene Stärkung.
Am Nachmittag wartet dann das absolute Highlight: Angkor Wat selbst. Wir nähern uns ganz bewusst von der ruhigeren Rückseite und arbeiten uns Schritt für Schritt nach vorne vor. Und mit jedem Meter wächst das Staunen. Die Dimensionen, die Details, die Harmonie dieser Anlage – einfach überwältigend. Dazu kommt das große Glück, dass heute vergleichsweise wenige Besucher unterwegs sind. So entstehen nicht nur unzählige Fotos, sondern auch ganz besondere Momente des Innehaltens.
Langsam macht sich die Müdigkeit bemerkbar, und so kommt die Rückfahrt ins Hotel genau zur richtigen Zeit. Jetzt heißt es: durchatmen. Eine erfrischende Dusche, ein Sprung in den Pool oder ein kühler Drink – jeder genießt die kleine Auszeit auf seine Weise.
Doch der Tag hält noch einen weiteren Höhepunkt bereit. Am Abend werden wir im Garten zu einer kulturellen Show empfangen. Schon der Auftakt ist ein Erlebnis für sich: Snacks vom offenen Feuer, ein Willkommensdrink – und ein Musiker, der auf seiner Khmer-Geige alles gibt. Was genau er spielt, bleibt für uns ein kleines Rätsel, und die Gesichtsausdrücke in der Runde sprechen zeitweise Bände. Irgendwo zwischen Faszination und „Was passiert hier gerade?“ bewegen sich unsere Eindrücke.
Doch dann folgt das, worauf es ankommt: ein hervorragendes Essen und eine wirklich beeindruckende Show. Die Apsara-Tänzerinnen verzaubern mit eleganten Bewegungen, kunstvollen Kostümen und einer unglaublichen Ausstrahlung. Plötzlich ist alles stimmig, alles harmonisch – und wir sind mittendrin in einer anderen Welt.
Am Ende dieses langen, intensiven und wunderschönen Tages bringt uns der Bus zurück ins Hotel. Müde, aber voller Eindrücke fallen wir ins Bett. Und während draußen die tropische Nacht leise weiterzieht, träumen wir vielleicht schon vom nächsten Abenteuer.
Samstag, 28. Februar – Dschungeltempel, Lara–Croft–Momente und ein Abend in der Pub Street
Der Morgen beginnt ganz entspannt: ein gemütliches Frühstück mit Blick in den grünen Garten unseres Hotels. Palmen rauschen leise, die Luft ist warm, der Kaffee duftet – besser kann ein Tag kaum starten. Doch lange bleiben wir nicht sitzen, denn heute wartet wieder das große Abenteuer im Tempelreich von Angkor.
Unser Ziel sind die besonders verwunschenen Tempel der Anlage – und schon beim Betreten von Ta Prohm fühlt man sich tatsächlich ein bisschen wie Lara Croft. Kein Wunder, denn genau hier wurden Szenen des Films Tomb Raider gedreht. Riesige Baumwurzeln wachsen spektakulär über Mauern und durch Fenster, als wollten sich Natur und Tempel gegenseitig zurückerobern. Man geht durch enge Gänge, zieht instinktiv immer wieder den Kopf ein – und bleibt doch alle paar Meter staunend stehen: „Wow… was für ein Anblick!“
Auch der Tempel von Preah Khan verzaubert mit genau dieser mystischen Atmosphäre. Überall ranken Bäume, Wurzeln und Lianen über jahrhundertealte Steine. Es wirkt, als hätte der Dschungel beschlossen, hier selbst zum Architekten zu werden.
Doch damit nicht genug: Wir fahren noch tiefer in den Dschungel hinein zu einer Anlage, die erst seit wenigen Jahren öffentlich zugänglich ist – dem Tempel Ta Nei. Hier wird es plötzlich still. Keine großen Besucherströme, nur wir, der Wald und die alten Mauern. In solchen Momenten fühlt man sich tatsächlich ein wenig in die große Zeit des Khmer-Reiches zurückversetzt.
Immer wieder fällt dabei ein Name, der uns inzwischen gut vertraut ist: Jayavarman VII. Der legendäre Khmer-König ließ viele dieser Anlagen errichten und prägte das Reich nachhaltig. Und nach zahlreichen humorvollen Ausspracheversuchen in der Gruppe – von „Jajabarawan“ bis zu ganz neuen kreativen Varianten – schaffen wir es schließlich tatsächlich, seinen Namen halbwegs korrekt über die Lippen zu bringen. Ein kleiner Triumph!
Doch irgendwann meldet sich die tropische Hitze deutlich. Die Sonne meint es ernst, und selbst die größten Tempelabenteurer brauchen eine Pause. Also zurück ins Hotel: Duschen, Pool, ein kühler Drink – jeder tankt auf seine Weise neue Energie.
Am Nachmittag verlassen wir die Tempelwelt und fahren hinaus aufs Land. In einem kleinen Khmer-Dorf bekommen wir einen Einblick in den Alltag. Wir sehen, was hier angebaut wird, beobachten eine ältere Dame, die geschickt Rattan verarbeitet und Körbe flechtet. Die Ergebnisse können wir natürlich auch erwerben – und einige schöne Stücke wechseln den Besitzer.
Ganz spontan erleben wir anschließend noch eine kleine Vorführung in einer lokalen Kampfsportschule. Die Jugendlichen trainieren mit beeindruckender Energie unter Anleitung ihrer Trainerin. Schnelle Bewegungen, konzentrierte Gesichter – und am Ende natürlich ein gemeinsames Gruppenfoto.
Langsam meldet sich der Hunger. Zum Glück hat ein lokaler Farmer uns zum Abendessen eingeladen. Die Atmosphäre ist herrlich ursprünglich: einfache Tische, viel Herzlichkeit und eine Küche, die direkt aus der Region kommt. Das Essen schmeckt hervorragend, dazu gibt es ein kleines Schnäpschen – und als Krönung beobachten wir den Sonnenuntergang über den Reisfeldern. Ein Moment, bei dem alle kurz still werden.
Zurück in der Stadt ist der Tag aber noch lange nicht vorbei. Schließlich wartet das lebhafte Zentrum von Siem Reap auf uns. Über den Nachtmarkt schlendern wir durch bunte Stände, probieren hier und da etwas Exotisches und landen schließlich in der berühmten Pub Street. Restaurants, Bars, Musik und ein fröhliches Gewusel aus Reisenden aus aller Welt – ein perfekter Ort, um den Tag ausklingen zu lassen.
Mit einem Drink in der Hand beobachten wir das Treiben, lachen über die Erlebnisse des Tages und stellen fest: Dieser Tag hatte wirklich alles – Tempelabenteuer, Dorfleben, gutes Essen und ein bisschen Nachtleben.
Und irgendwann ruft dann doch das Bett. Ein guter, tiefer Schlaf wartet – schließlich hat Südostasien noch viele Geschichten für uns bereit.
Sonntag, 1. März 2026 – Abschied von Kambodscha, Aufbruch nach Vietnam
Der Tag beginnt früh, doch ein gutes Frühstück macht bekanntlich alles leichter. Noch einmal schweift der Blick über den Garten unseres kleinen Hotelparadieses, bevor wir zu einem letzten Ausflug aufbrechen. Ziel ist der gewaltige Tonle Sap See, der größte See Südostasiens. In der Regenzeit wächst er auf beinahe das Fünfzigfache seiner Größe an – kaum vorstellbar, wenn man dort steht und aufs Wasser blickt.
Unser VIP-Boot liegt bereits bereit, und schon bald gleiten wir hinaus auf den See. Am Ufer und auf dem Wasser spielt sich ein ganz eigener Kosmos ab: Fischerboote kreuzen unseren Weg, Netze werden eingeholt, Waren von Boot zu Boot gereicht. Das Leben findet hier tatsächlich auf dem Wasser statt. Besonders eindrucksvoll ist der Besuch eines schwimmenden Dorfes – komplett mit Kirche, Schweinestall und sogar einer kleinen Krokodilfarm. Alles schwimmt, alles bewegt sich, und trotzdem wirkt alles erstaunlich selbstverständlich. Handel wird direkt von Boot zu Boot betrieben, Kinder winken uns lachend zu – ein faszinierender Einblick in eine ganz andere Welt.
Zurück am Anleger wartet bereits unser Bus. Im Hotel heißt es dann: frisch machen, Koffer packen, auschecken. Die Zeit in Siem Reap neigt sich langsam dem Ende zu. Doch ein letzter Abstecher in die Stadt steht noch an. Ein Handwerkermarkt zieht unsere Gruppe magisch an. Hier schauen wir Kunsthandwerkern über die Schulter: Seidenknüpfer, Steinmetze, Holzschnitzer – überall geschickte Hände und viel Geduld. Natürlich bleibt es nicht beim Zuschauen, und so wandern auch einige schöne Mitbringsel in Taschen und Rucksäcke.
Auch ein örtliches Kloster statten wir noch einen kurzen Besuch ab, bevor die tropische Hitze uns wieder Richtung Bus treibt. Ein Fotostopp an der königlichen Sommerresidenz darf ebenfalls nicht fehlen – schließlich soll die Kamera am letzten Tag in Kambodscha noch einmal arbeiten.
Zum Abschluss wartet noch ein kulinarischer Höhepunkt: In der Pub Street genießen wir im Mesa Restaurant ein herrliches Lunch mit asiatischer Fusionküche. Der Koch meint es besonders gut mit uns – Gruß aus der Küche, kleine Vorspeisen, Snacks und sogar ein Dessert werden großzügig spendiert. So gestärkt fällt der nächste Schritt leichter: der Weg zum Flughafen.
Dort verabschieden wir uns von unserem Guide Yama, der uns mit seiner guten Laune und seinem Humor immer wieder zum Lachen gebracht hat. Die Formalitäten gehen erstaunlich schnell, der große Flughafen wirkt fast leer, und schon bald sitzen wir im Flieger.
Kurze Zeit später landen wir pünktlich in Saigon. Vietnam – wir kommen! Am Flughafen werden wir bereits erwartet, und nach einer kurzen Fahrt erreichen wir unser Hotel. Doch natürlich endet der Abend nicht sofort: Einige zieht es noch einmal hinaus auf die Straße – für ein spätes Abendessen, einen Drink oder einfach, um das pulsierende Nachtleben der Stadt zu spüren.
So beginnt unser nächstes Kapitel in Südostasien. Und die erste Nacht in Vietnam verspricht schon jetzt: Es bleibt spannend.
Montag, 2. März – Saigon, Mopeds und ein bisschen Nervenkitzel
Der Tag beginnt entspannt mit einem leckeren Frühstück – die Ruhe vor dem Sturm, denn draußen wartet Saigon, eine Stadt mit gefühlt 15 Millionen Einwohnern… und mindestens doppelt so vielen Mopeds.
Bei der Stadtrundfahrt wird schnell klar: Hier herrscht Dauerbewegung. Unser erster Stopp ist der Wiedervereinigungspalast. Für viele ein kleiner Flashback – irgendwo zwischen Geschichte und DDR-Erinnerungen. Spannend, ein bisschen nostalgisch und definitiv sehenswert.
Weiter geht es zur Notre Dame – leider eingerüstet und geschlossen. Also nur ein kurzer Blick von außen, bevor wir ins benachbarte, herrlich lebendige Postamt eintauchen. Postkarten werden geschrieben, Briefmarken gekauft und das bunte Treiben bestaunt.
Beim anschließenden Spaziergang sehen wir das koloniale Rathaus und die Oper – schöne Gebäude, die einen Hauch von Europa mitten in Asien versprühen.
Zurück im Hotel gibt es Zeit für einen Lunch, bevor das große Abenteuer des Tages startet: die Mopedtour. Der Start wird extra nach hinten verlegt – Sonnenuntergang inklusive.
Die anfängliche Skepsis („Ich? Auf einem Moped? Niemals!“) weicht erstaunlich schnell purer Begeisterung. Mitten im scheinbaren Chaos fahren wir durch die Straßen – und plötzlich ergibt alles Sinn. Ein unglaubliches Gefühl, Teil dieses pulsierenden Verkehrs zu sein.
Ein Stopp am Blumenmarkt bringt Farbe ins Spiel, bevor wir zum großen Finale ansetzen: Sonnenuntergang über dem Saigon-Fluss mit Blick auf die Skyline. Ein Moment zum Innehalten – und Staunen.
Nach so viel Adrenalin bringt uns der Bus zum Restaurant Hoa Tuc. Der Hunger ist groß, das Essen genau das Richtige.
Doch der Tag ist noch nicht vorbei: Auf dem Skydeck des Liberty Hotels genießen wir den Blick über die nächtliche Stadt. Zwar „nur“ im 18. Stock, aber dafür mitten im Geschehen – perfekt.
Zurück geht es teils per Taxi, teils zu Fuß. Die meisten entscheiden sich für den Spaziergang durch die nächtliche Metropole – 30 Minuten voller Eindrücke.
Fazit: Saigon ist laut, chaotisch, faszinierend – und definitiv ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst.
Dienstag, 3. März – Tunnel, Tropenregen und ein leiser Ortswechsel
Der Tag beginnt mit Kofferpacken – immer ein sicheres Zeichen: Es geht weiter. Nach dem Frühstück werden die Gepäckstücke verladen, alle steigen ein… und dann beginnt die eigentliche Herausforderung: raus aus Saigon.
Zwischen Millionen Mopeds und gefühlt ebenso vielen LKWs kämpfen wir uns durch das organisierte Verkehrschaos. Es dauert, aber irgendwie funktioniert es – wie immer.
Unser Ziel: die Cu-Chi-Tunnel, ein eindrucksvoller Ort aus der Zeit des Vietnamkriegs. Vor Ort erwartet uns allerdings auch die volle Wucht des Tourismus. Menschenmassen, lange Schlangen und ein Propagandafilm aus den 70ern, der eher verstört als informiert. Die Tunnelzugänge sind oft kaum zu sehen, geschweige denn zu betreten. Dazu Hitze und das Dauerknattern vom Schießstand – ein intensives Erlebnis. Ein „must see“, ja… aber viele sind ehrlich gesagt auch erleichtert, als wir wieder im klimatisierten Bus sitzen.
Zurück geht es Richtung Flughafen – und wieder einmal zeigt Saigon, was Verkehr bedeutet: Stau in alle Richtungen, Stop-and-Go inklusive. Zeit sollte man hier definitiv mitbringen.
Am Terminal 3 klappt dann alles reibungslos. Mit Vietnam Airlines heben wir ab Richtung Danang – ein kurzer Flug, der sich durch Starkregen bei der Landung etwas verzögert.
Am Flughafen wartet schon unser neuer Guide Ba. Es geht weiter nach Hoi An – diesmal im Dunkeln. Kurz vor dem Hotel folgt noch ein kleiner Fahrzeugwechsel: Bus raus, Elektrocarts rein. Die letzten Meter zum Hotel sind autofrei – und die Lage wirkt selbst bei Nacht schon vielversprechend.
Im Hotel angekommen wartet ein leckeres Abendessen auf uns. Genau das Richtige nach diesem langen, ereignisreichen Tag.
Ein letzter Absacker, dann fallen alle müde ins Bett. Gute Nacht aus Hoi An.
Mittwoch, 4. März – Lampions, Löwentänze und Hoi An zum Verlieben
Der Tag startet entspannt mit einem gemütlichen Frühstück – genau richtig für das, was kommt. Unser Guide Ba holt uns ab, und es geht Richtung Altstadt von Hoi An.
Erster Programmpunkt: Lampion-Workshop. Kreativität ist gefragt… oder zumindest so etwas in der Art. Viel wichtiger ist allerdings Geschwindigkeit, denn die nächsten Gruppen stehen schon bereit. Unter Zeitdruck basteln wir unsere Lampions – begleitet von lautstarken Sprechgesängen einer buddhistischen Zeremonie nebenan. Am Ende hält jeder ein schönes Souvenir in der Hand – und ein kleines bisschen Stolz.
Um 9:45 Uhr starten wir offiziell in den Stadtrundgang durch die wunderschöne Altstadt. Und dann passiert das Unerwartete: Der Tempelbesuch wird zum absoluten Highlight. Wir geraten mitten in die Feierlichkeiten zum 15. Tag nach dem Neujahrsfest. Trommeln, tanzende Löwen, Akrobatik – laut, bunt und beeindruckend. Geplant waren ein paar Minuten, geblieben sind wir deutlich länger.
Ein Regenschauer zwingt uns anschließend zu einer spontanen Pause im Keramikmuseum – ein traditionelles vietnamesisches Haus, das mehr zu bieten hat, als man zunächst denkt. Danach geht es weiter zur berühmten Japanischen Brücke – ein echtes Postkartenmotiv.
Am Fluss gönnen wir uns einen vietnamesischen Kaffee in einem charmanten Vintage-Café. Gegenüber startet dann unsere Bootstour. Mit kühlen Getränken an Bord – Bier, Softdrinks, alles dabei – schippern wir entspannt über den Fluss und lassen die Stadt an uns vorbeiziehen.
Ausgestiegen wird praktischerweise nahe unserem Hotel. Doch der Tag ist noch nicht vorbei: Es geht weiter zur Schneiderei. Zwei Etagen voller Stoffe, Schnitte und Möglichkeiten – theoretisch ein Paradies. Praktisch führt die riesige Auswahl bei vielen eher zur leichten Überforderung. Ergebnis: schauen ja, kaufen eher nein.
Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Die meisten zieht es nochmal in die Altstadt – bummeln, entdecken, genießen. Andere gönnen sich im Hotel eine vietnamesische Massage – ruhig, sauber, sehr empfehlenswert.
Am Abend ein kurzer Spaziergang zum benachbarten Restaurant mit leckerer lokaler Küche. Danach: alles kann, nichts muss. Zurück ins Hotel oder nochmal los in die Altstadt – auf ein Bier, einen Cocktail und das ganz besondere Flair von Hoi An.
Eine Stadt, die man nicht einfach besucht – sondern in die man sich ein kleines bisschen verliebt.
Donnerstag, den 5. März, unterwegs rund um Hoi An
Der Tag beginnt mit einem leckeren Frühstück und dem ersten Blick nach draußen. Überraschung: Es ist deutlich weniger regnerisch als angekündigt – ein guter Start. Kurz darauf wird es plötzlich trubelig. Ein Kleinlaster fährt vor, und mit ihm unsere Fahrräder. Sie werden ausgeladen, verteilt, getestet und eingestellt. Sitzprobe, Lenker richten, Rucksack ins Körbchen – und schon setzt sich unsere kleine Karawane auf zwei Rädern in Bewegung.
Gemächlich rollen wir zunächst durch die Stadt und dann hinaus aufs Land. Der Verkehr wirkt wild, doch irgendwie fühlt man sich erstaunlich sicher. Bald bestimmen Reisfelder die Landschaft, und immer wieder legen wir Fotostopps und kleine Infopausen ein. Unser Guide erzählt von Hochzeitsplätzen, traditionellen Ritualen und sogar von der Jagd auf Schlangen – ein Thema, bei dem einige von uns sehr froh sind, nur zuzuhören.
Nach den letzten Kilometern erreichen wir den berühmten Gemüsegarten von Tra Que. Dort werden die Fahrräder übernommen, und wir werden mit einem herrlich erfrischenden Willkommensdrink aus Zitrone, Ingwer und Basilikum begrüßt. Anschließend geht es in die Beete: Erst erklärt man uns Kräuter und Gemüse, dann dürfen wir selbst ran. Mit erstaunlichem Eifer gestaltet und bepflanzt unsere Gruppe ein eigenes Beet. Unser Farmlehrer hat sichtlich Spaß an unseren gärtnerischen Talenten – oder zumindest an unseren Versuchen.
Nach getaner Arbeit folgt die wohlverdiente Belohnung: eine entspannende Fuß- und Nackenmassage. Herrlich. Doch lange ausruhen ist nicht, denn schon wartet die nächste Herausforderung – die Kochschule. Unter fachkundiger Anleitung der Chefköchin lernen wir, vietnamesische Pfannkuchen zuzubereiten. Das Ganze entwickelt sich schnell zu einem kleinen Spektakel. Es zischt, es brutzelt, es wird gelacht – und am Ende liegt tatsächlich bei jedem ein knuspriges Ergebnis auf dem Teller. Dazu gibt es reichlich weitere Köstlichkeiten. Satt und zufrieden lehnen wir uns zurück.
Aber der Tag ist noch lange nicht vorbei. Der Bus bringt uns weiter zu Coconut Chill, wo bereits das nächste Erlebnis wartet. Vor der Bootsfahrt gibt es zunächst eine Kostprobe der lokalen Spezialitäten: Kokosnusswein und Kokosschnaps. Hier scheint wirklich alles aus Kokos zu bestehen.
Dann steigen wir in die berühmten runden Korbboote und gleiten durch kleine Wasserwege und den grünen Dschungel. Die Fahrt ist idyllisch – bis plötzlich laute Anfeuerungsrufe erklingen. Ein Bootsfahrer beginnt eine spektakuläre Drehshow und wirbelt sein Boot wie ein Karussell durchs Wasser. Zwei Freiwillige aus unserer Gruppe sind schnell gefunden und erleben am eigenen Leib, welche Fliehkräfte so ein Rundboot entwickeln kann. Große Gaudi für alle Beteiligten.
Als wäre das noch nicht genug, versuchen wir uns anschließend auch noch im Krabbenfang mit der Angel. Einige Hobbyangler aus unserer Runde erweisen sich dabei als erstaunlich erfolgreich.
Nach so vielen Abenteuern folgt eine wohlverdiente Pause. Manche gönnen sich noch eine Massage, andere probieren das bestellte Maßkleid an, wieder andere genießen einfach ein wenig Ruhe.
Am Abend wartet schließlich der große kulturelle Höhepunkt: die Hoi An Memories Show. Das Wetter hält glücklicherweise durch, und schon das Gelände beeindruckt mit einem Meer aus Lichtern. Die Ränge sind voll, und das Spektakel beginnt. Über 500 Darsteller, gewaltige Bühnenbilder, Feuer- und Lichteffekte unter freiem Himmel – ein beeindruckendes Schauspiel, das mit ruhigen Choreografien und großen Szenen die Geschichte der Region erzählt.
Ein wirklich großartiges Erlebnis. Und mit einem leckeren Cocktail in der Hand klingt dieser lange, erlebnisreiche Tag schließlich entspannt aus.
Freitag, den 6. März Von Regen, Wolkenpässen und königlichem Glanz
Der Morgen beginnt passend zum Abschied: Der Himmel scheint traurig und schüttet erst einmal kräftig Regen über uns aus. Doch kaum haben wir ausgecheckt und wollen per Shuttle zum Bus, herrscht erst einmal ein kleines logistisches Abenteuer. Koffer hier, Koffer da, ein Shuttle fährt in die falsche Richtung, der Bus steht irgendwo anders – kurz gesagt: bestes Reisechaos am frühen Morgen. Doch nach ein paar Minuten finden sich alle wieder zusammen, und wie durch ein kleines Wunder sitzen schließlich alle im Bus. Sogar die Koffer haben es geschafft.
Die Fahrt führt uns zunächst Richtung Hue, vorbei an Da Nang. Unser erster Halt sind die Marmorberge. Hier wird schnell klar: In Sachen Steinmetzkunst lieben es die Vietnamesen groß, edel und durchaus pompös. Zwischen imposanten Statuen, Tempelfiguren und glänzenden Marmorkreationen kommt man aus dem Staunen kaum heraus.
Weiter geht es zur berühmten Drachenbrücke von Da Nang. Das riesige Bauwerk ist wirklich beeindruckend – ein Drache aus Stahl, der nachts sogar Feuer speit. Tagsüber wirkt er allerdings etwas zahmer, denn ohne Beleuchtung fehlt ihm ein wenig die Show.
Dann beginnt der Aufstieg zum legendären Wolkenpass. Der Name ist heute Programm: Der Pass liegt tatsächlich mitten in den Wolken. Auf 18 Kilometern windet sich die Straße hinauf bis auf 495 Meter Höhe. Oben am Passkamm weht ein frischer Wind, und trotz der Wolken bieten sich tolle Fotomotive in beide Richtungen.
Bei der Abfahrt wartet noch ein besonderes kleines Highlight: Wir stoppen kurz an einer Bahnlinie und warten auf einen Zug. Als er schließlich kommt, staunen wir nicht schlecht. Auf einer Spurweite von nur 80 Zentimetern rollt tatsächlich ein Zug mit Containern vorbei – ein kurioser und faszinierender Anblick zugleich.
Zur Stärkung legen wir eine gemütliche Lunchpause ein. Es gibt leckeren Kaffee und erstaunlich viel Gebäck, sodass niemand hungrig bleibt. Danach übernimmt im Bus kurz das Gesetz der Schwerkraft: Die meisten nicken entspannt ein, während die Landschaft draußen vorbeizieht.
Am Nachmittag erreichen wir schließlich Hue, die Stadt der letzten vietnamesischen Kaiser. Nach dem Check-in wartet bereits das nächste Erlebnis: eine Rikschafahrt durch die Stadt. Gemütlich ist relativ – denn obwohl die Fahrer nicht besonders schnell unterwegs sind, fühlt sich das Ganze durch den dichten Verkehr doch ein wenig wie ein Abenteuer an. Mit erstaunlicher Gelassenheit schlängeln sich die Fahrer durch Mopeds, Autos und Menschen.
Ein erster Halt ist der Dong Ba Markt. Hier herrscht buntes Treiben, überall Farben, Waren, Stimmen – und natürlich eine Vielzahl intensiver Düfte, die den Markt unverwechselbar machen.
Dann geht es weiter quer durch die Stadt bis zum Endpunkt unserer Rikschafahrt: dem Königspalast innerhalb der großen Zitadelle von Hue. Wir bedanken uns bei unseren Fahrern und tauchen anschließend ein in eine andere Zeit. Die riesige Palastanlage strahlt einen etwas morbiden, aber faszinierenden Prunk aus. Man spürt sofort, dass hier einst die letzten Kaiser Vietnams residierten.
Besonders auffällig sind viele vietnamesische Besucher, die in traditionellen Gewändern durch die Anlage spazieren. In dieser historischen Kulisse entstehen dadurch wunderbare Fotomotive. In der sogenannten Verbotenen Stadt wirkt manches fast ein wenig französisch inspiriert, aber immer mit typisch asiatischen Elementen und den geschwungenen Dächern.
Nach einem ausführlichen Rundgang kehren wir erst einmal ins Hotel zurück, um kurz durchzuatmen.
Am Abend bringt uns ein Minibus zum Abendessen. Auf dem Tisch landen zahlreiche vietnamesische Spezialitäten – bunt, lecker und reichlich. Zum Abschluss gibt es sogar noch Eis, was nach diesem langen Tag besonders gut ankommt.
Ein Shuttle bringt uns später wieder zurück zum Hotel. Doch für viele ist der Tag noch nicht ganz vorbei. Die Walking Street lockt mit Musik, jungen Leuten und lebhaftem Treiben. Hier steppt tatsächlich der Bär – oder zumindest der vietnamesische Mopedschwarm.
Irgendwann aber siegt die Müdigkeit. Und so endet auch dieser abwechslungsreiche Tag schließlich dort, wo jede gute Reiseetappe endet: im Bett.
Samstag, 7. März – Drachenboot, Kaisergräber und eine Zugfahrt zum Dessert
Der Tag beginnt hoch über den Dächern der Stadt – beim Frühstück mit bester Aussicht und gefühlt halb China als Mitgenießer. Danach heißt es: Koffer packen, auschecken und ab zum Parfümfluss.
Am Anleger wartet unser „Drachenboot“ – zumindest nennen wir es so. Streng genommen ist es ein kleines Passagierboot mit zwei Drachenköpfen vorne und einem integrierten Souvenirshop im Inneren. Praktisch: Sightseeing und Shopping in einem. Wir haben unseren Spaß, handeln nicht mal besonders hart und kaufen tatsächlich das eine oder andere Teil. Schwimmwesten werden auch angelegt – die Polizei schaut genau hin.
Erster Stopp: die Thien Mu Pagode. Eine wunderschöne Anlage – und wir haben Glück: Gerade findet eine Zeremonie nordvietnamesischer Mönche statt. Dazu viele einheimische Besucher in traditionellen Gewändern – ein echtes Farbenspiel.
Weiter geht es per Bus zum Ben Xuan Garden, auch bekannt als Haus der Musiker. Unser deutschsprachiger Gastgeber erklärt mit viel Herz sein Anwesen und die Bedeutung dahinter. Seine Frau sorgt anschließend für die musikalische Untermalung. Dazu gibt es Tee und einen exotischen Nachtisch – klebrig, süß und… sagen wir mal: interessant.
Nächster Halt: das Grabmal von Khai Dinh. Unterwegs ein Fotostopp an einem Friedhof – inklusive einer beeindruckend balancierenden Fahrradfahrerin, beladen mit Recyclingmaterial. Am Grabmal selbst staunen wir über die opulente Anlage – ein würdiger Ort für den letzten hier bestatteten Kaiser Vietnams.
Das Mittagessen im Nha Hang Biet Phu Restaurant ist dann ein echtes Highlight: tolle Location, hervorragendes Essen – klare Empfehlung!
Am kleinen Flughafen von Hue heißt es erstmal warten – die Schalter öffnen erst zwei Stunden vor Abflug. Doch dann geht alles überraschend schnell, und am frühen Abend landen wir in Hanoi.
Spät, aber hungrig, geht es direkt weiter zum Abendessen in ein Michelin-erwähntes Restaurant. Wir sind die letzten Gäste, genießen das Essen – und erleben zum Abschluss noch ein echtes Hanoi-Highlight: die berühmte Trainstreet. Ein Zug rauscht durch die enge Gasse, während die Touristen nur Zentimeter entfernt in den Cafés sitzen. Mehr Adrenalin zum Dessert geht kaum.
Dann endlich: ab ins Bett. Willkommen in Hanoi – und mitten im Abenteuer Vietnam.
Sonntag, 8. März – Regen, Rollen und ein Ei im Kaffee
Der Morgen in Hanoi begrüßt uns… sagen wir mal feucht. Regen gehört heute zum Programm, genauso wie ein frühes Frühstück und eine angepasste Stadttour. Wegen anstehender Wahlen gelten strenge Verkehrsregeln – gut, dass wir flexibel sind.
Erster Programmpunkt: „Onkel Ho“. Also eigentlich sein Mausoleum. Doch ein Blick auf die endlosen Warteschlangen reicht der gesamten Gruppe – einstimmiger Beschluss: Wir winken freundlich aus der Ferne. Stattdessen schauen wir uns Präsidentenpalast, Mausoleum, Parteizentrale und Außenministerium von außen an. Reicht völlig – und spart mehrere Stunden Anstehen. Alle zufrieden.
Weiter geht es zum Literaturtempel. Konfuzius lässt grüßen – und gefühlt halb Hanoi auch. Es ist voll, sehr voll. Aber beeindruckend bleibt die Anlage trotzdem.
Zu Fuß geht es weiter Richtung Train Street. Perfektes Timing: Ein Zug kündigt sich an! Doch die Schrankenwärter kennen keinen Spaß und schicken uns konsequent auf Sicherheitsabstand. Immerhin: gesehen haben wir ihn.
Mit dem Bus fahren wir zur Kathedrale Notre Dame, bevor wir in die Altstadt eintauchen – und damit direkt ins kulinarische Abenteuer. Erster Streetfood-Stopp: frisch zubereitete Rolls mit Sauce, improvisiert mitten auf der Straße. Einfach, schnell, lecker – und ein echtes Gruppenerlebnis.
Nach ein paar Eindrücken aus Hinterhöfen und Gassen erreichen wir den Hoan-Kiem-See mit dem Turtle Tower – ein ruhiger Moment im Großstadttrubel. Doch lange hält die Ruhe nicht, denn Stopp Nummer zwei wartet: Bun Cha. Authentisch, charmant, köstlich.
Und dann folgt ein Highlight: Egg Coffee im Café Minh. Klingt mutig, schmeckt überraschend gut. Cremig, süß, besonders – und das Café entsprechend voll.
Weiter geht es zum Haus eines Wasserpuppenspielers. Empfang mit Tee und Süßigkeiten, dann eine private Vorstellung im eigenen Wasserbecken. Danach gibt es spannende Einblicke in Technik und Herstellung – echte Handwerkskunst.
Zurück ins Hotel geht es diesmal mit Kleinbussen – die Innenstadt bleibt für große Fahrzeuge tabu. Kurz durchatmen, dann wartet schon das Abendprogramm.
Das Restaurant SpiceViet setzt auf gehobene Küche. Alles wirkt edel, die Preise auch. Das Essen ist gut, aber nicht überwältigend – und das Bier kommt aus der Dose. Stilbruch inklusive.
Zurück im Hotel gegen 20:00 Uhr – doch der Abend ist noch nicht ganz vorbei. Ein letzter Drink in der Stadt rundet diesen erlebnisreichen, leicht verregneten, aber rundum gelungenen Tag ab.
Montag, 9. März – Von Industriepanorama zu 1000 Booten in der Bucht
Nach dem Frühstück heißt es heute: Geduld haben. Wegen der bekannten Einschränkungen geht es erst um 9 Uhr los. Unser Busfahrer Tien sammelt uns ein – Englisch spricht er nicht, aber dank Google Translate funktioniert die Kommunikation erstaunlich gut. Moderne Technik rettet den Tag.
Ein geplanter Toilettenstopp bei V77 entpuppt sich als kleine Überraschung: großzügig, sauber, fast schon luxuriös. Die Fahrt selbst zeigt uns ein anderes Vietnam – riesige Hafenanlagen, Industrie, Container soweit das Auge reicht.
In Halong angekommen läuft alles wie am Schnürchen. Unser Guide übernimmt, die Koffer werden abgegeben, und nach kurzer Wartezeit geht es per Tenderboot hinaus in die Bucht. Ziel: unsere schwimmende Unterkunft, die Athena Royal.
An Bord werden wir mit einem Willkommensdrink empfangen, es folgen Sicherheitsinfos, Programmüberblick und die Zimmerschlüssel. Die Kabinen: groß, modern, mit Regendusche und eigenem Balkon – nicht schlecht für ein Schiff.
Kaum abgelegt, steht schon das Mittagessen bereit – Buffet mit Blick auf die spektakuläre Karstlandschaft. Und wir sind nicht allein: Hunderte Boote teilen sich die Halongbucht.
Der erste Ausflug führt uns zu den Surprise Höhlen. Wir haben zwar einen eigenen Guide, aber gegen die Menschenmassen hilft auch das wenig. Es geht im Gänsemarsch durch die Höhlen – aber die Größe und die Formationen sind wirklich beeindruckend.
Weiter zur Titov-Insel. Leider setzt Regen ein. Drei besonders Motivierte wagen trotzdem den Aufstieg über 400 Stufen zur Aussichtsplattform. Der Rest tritt den Rückweg zum Schiff an – trockene Kleidung ist plötzlich sehr attraktiv.
Zurück an Bord wird es gesellig: Kochkurs für Frühlingsrollen. Die Beteiligung ist hoch, der Spaßfaktor noch höher. Danach Happy Hour – und die wird von der Gruppe sehr ernst genommen.
Am Abend folgt ein ausgezeichnetes Set-Menü – geschmacklich und optisch ein Highlight. Danach steht Tintenfischangeln auf dem Programm. Einige versuchen ihr Glück… der Tintenfisch eher nicht.
Über Nacht ankern wir in der Bucht. Romantisch? Ja. Einsam? Definitiv nicht. Der Horizont ist gespickt mit Lichtern anderer Schiffe – Halong bei Nacht ist ein schwimmendes Lichtermeer.
Ein Tag voller Kontraste – von Industrie bis Naturwunder, von Ruhe bis Trubel. Und mittendrin: wir.
Dienstag, 10. März – Von Tai Chi bis Tuk–Tuk und ein nächtliches Froschkonzert
Wer fleißig ist, wird belohnt – und so steht ein Großteil unserer motivierten Reisegruppe tatsächlich früh am Morgen auf dem Oberdeck. Nach leichter „Abendmotivation“ am Vortag folgen wir erstaunlich konzentriert den sanften Bewegungen des Tai-Chi-Lehrers. Langsam, fließend, irgendwie meditativ – und doch melden sich hier und da Gelenke, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt.
Nach so viel innerer Balance ruft das Frühstück. Der Kaffee duftet verheißungsvoll, und die erste Stärkung des Tages wird dankbar angenommen. Doch lange sitzen bleiben ist nicht – das nächste Abenteuer wartet schon.
Mit dem Kajak geht es durch eine Tunnelhöhle hinein in eine versteckte Lagune. Wer es etwas entspannter mag, nimmt das Boot – der Rest greift zu den Paddeln. Die Einfahrt ist beeindruckend, fast mystisch, und anfangs haben wir das Gefühl, ganz allein unterwegs zu sein. Doch auf dem Rückweg zeigt sich: Wir sind nicht die Einzigen mit dieser Idee. Plötzlich herrscht Hochbetrieb in der Höhle – ein wildes Durcheinander aus Kajaks, Booten und Richtungen, die niemand so genau kennt. Verkehrsregeln? Fehlanzeige. Jeder schiebt jeden, und mittendrin wir – mit großem Spaß und meist leicht nassem Hinterteil. Zurück an Bord heißt es daher erst einmal: föhnen, trocknen, lachen.
Dann wird ausgecheckt, und es wartet direkt das nächste Highlight: ein üppiger Brunch. Während wir uns durch die zweite Frühstücksrunde genießen, hat das Schiff längst wieder Kurs auf Halong genommen. Ein letzter Blick vom Sonnendeck, ein paar Fotos – dann heißt es Abschied nehmen.
Per Tender geht es zurück zum Terminal. Alles läuft erstaunlich reibungslos – fast zu reibungslos, denn wir haben noch Zeit. Und die nutzen wir natürlich: für ein paar Shoppingstopps mit Vorführung. Im Bambusshop wird fleißig gestöbert und gekauft. Danach lernen wir noch einiges über die aufwendige Austernzucht – und siehe da, auch hier findet das ein oder andere Schmuckstück eine neue Besitzerin.
Dann geht es auf die Autobahn Richtung Flughafen. Vietnam zeigt sich noch einmal von einer ganz anderen Seite: riesige Baustellen, Industrieanlagen, moderne Häfen – beeindruckend und voller Dynamik.
Am Flughafen von Hanoi verabschieden wir uns von unserem Fahrer und machen uns auf durch die Kontrollen. Alles läuft entspannt, und schon bald sitzen wir im Flieger. Mit leichter Verspätung hebt die Propellermaschine von Lao Airlines ab. Ein kurzer Flug, ein kleiner Snack – und schon landen wir in der Dunkelheit von Luang Prabang.
Die Einreise ist… sagen wir mal charmant chaotisch. Schnell, aber ohne erkennbares System. Irgendwie kommen am Ende doch alle durch. Draußen warten bereits unser Guide Lae, zwei Vans und – für das Gepäck – ein Tuk-Tuk. Willkommen in Laos!
Das kleine, gemütliche Hotel ist schnell erreicht. Beim Check-in wartet sogar eine kleine Aufmerksamkeit der örtlichen Agentur auf jeden von uns. An der Bar wird noch ein Bier ausgeschenkt, die Zimmer werden bezogen – und langsam kehrt Ruhe ein.
Naja… fast. Denn draußen beginnt ein beeindruckendes Froschkonzert, das uns durch die erste Nacht in Laos begleitet. Natur pur – und definitiv unüberhörbar.
Mittwoch, 11. März – Mekong, Millionen Buddhas und ein Sonnenuntergang wie gemalt
Erster Tag in Laos – und der beginnt genau so, wie man es sich wünscht: mit einem gemütlichen, richtig guten Frühstück. Kein Stress, kein Lärm, einfach ankommen. Frisch gestärkt besorgen wir uns noch schnell ein paar laotische Kip – man weiß ja nie, wann man sie braucht – und dann startet das erste echte Abenteuer des Tages.
Am Ufer wartet schon unser privates Longboot auf dem Mekong. Der Einstieg ist… sagen wir mal sportlich, aber alle kommen heil an Bord. Die Sitzplätze bestehen aus alten Autositzbänken – erstaunlich bequem! Betrieben wird das Boot von einem älteren Ehepaar, das uns direkt ans Herz wächst. Es ist morgens noch ziemlich frisch, und die beiden holen tatsächlich ihr Bettzeug hervor, um uns warm zu halten. Laos überrascht.
Die Fahrt auf dem Mekong ist ruhig und beeindruckend zugleich. Nach etwa eineinhalb Stunden erreichen wir die berühmten Pak Ou Höhlen. Zuerst geht es in die untere Höhle – und sofort heißt es: Kamera bereit! Überall Buddhas, in allen Größen und Formen, dicht an dicht aufgestellt. Ein echtes Sammelsurium der Spiritualität.
Dann folgt der Aufstieg zur oberen Höhle. „Ein paar Stufen“ entpuppt sich als kleine sportliche Herausforderung, aber oben werden wir erneut mit einer beeindruckenden Ansammlung von Buddha-Statuen belohnt. Der Rückweg nach unten? Ebenfalls ein kleines Abenteuer für die Beine.
Zurück auf dem Boot zeigt sich nun auch die Sonne, und plötzlich wird alles ganz entspannt. Die Landschaft zieht gemächlich vorbei, wir entdecken Wasserbüffel am Ufer und sogar Elefanten in der Ferne. Zwischendurch wird es kurz spannend, als unser Kapitän beginnt, Wasser aus dem Boot zu pumpen – aber alles unter Kontrolle, und die Fahrt geht ganz entspannt weiter.
Zurück in der Stadt wartet das wohlverdiente Mittagessen. Direkt am Mekong gelegen empfängt uns das Restaurant „3 Nagas“ (oder zumindest fühlt es sich so an). Schon der Weg dorthin ist ein Erlebnis: vorbei an hunderten Traumfängern und leise klingenden Glockenspielen. Das Essen? Hervorragend. Die Aussicht? Noch besser. Eigentlich möchte man einfach sitzen bleiben – aber das Programm ruft.
Es geht weiter zum ehemaligen Königspalast, heute Nationalmuseum, und anschließend zum wunderschönen Visoun Tempel. Eine Anlage wie aus dem Bilderbuch – perfekt für Fotos und kleine Staunmomente.
Dann ein kurzer, aber sehr willkommener Stopp: Marcus gibt einen aus! Frischer Zuckerrohrsaft für alle – und wir dürfen sogar zuschauen, wie er hergestellt wird. Süß, frisch, genau das Richtige bei den Temperaturen.
Weiter geht es zum Wat Wisunarat, wo wir gerade rechtzeitig ankommen, um die Mönche beim Gebet zu erleben. Eine ruhige, fast ehrfürchtige Atmosphäre legt sich über die Gruppe.
Der nächste Höhepunkt folgt im Wat Xiengthong, der Wiege der Glasmosaikkunst. Eine beeindruckende Tempelanlage mit kunstvollen Details, glänzenden Fassaden und einer ganz besonderen Ausstrahlung. Hier könnte man Stunden verbringen.
Doch der Tag ist noch nicht vorbei. Kurz zurück ins Hotel, schnell umziehen – und dann wartet der Aufstieg auf den Phousi Hügel. Zum Glück kennt unser Guide Lae einen weniger bekannten Weg. Der ist zwar auch ein bisschen anstrengend, aber deutlich ruhiger. Kaum Touristen, dafür viel Natur – und plötzlich stehen wir schon oben.
Jetzt heißt es warten… zeigt sich die Sonne oder nicht? Sie überlegt es sich lange. Und dann, wie auf Bestellung, bricht sie durch die Wolken und taucht alles in ein tiefes Rot. Der Mekong glüht, die Landschaft leuchtet – ein perfektes Postkartenmotiv.
Nach diesem Panorama geht es wieder hinunter, direkt hinein ins bunte Treiben des Marktes. Souvenirs werden begutachtet, gefeilscht und gekauft. Und schließlich lassen wir den Tag ganz entspannt ausklingen – bei einem guten Abendessen, vielleicht einem Drink oder einem kühlen Lao Beer.
Ein rundum gelungener erster Tag in Laos – voller Eindrücke, kleiner Abenteuer und großer Momente.
Donnerstag, 12. März – Von Tempeln, Bären und heiligen Fäden
Der Tag beginnt – wie könnte es anders sein – mit einem leckeren Frühstück und guter Laune. Danach steigen wir in unsere Vans und fahren zum ältesten Tempel der Stadt. Hier läuft unser Guide Lae zur Hochform auf: Sechs Jahre Klosterleben machen sich bemerkbar. Mit viel Wissen, Humor und kleinen Demonstrationen bringt er uns die Bräuche des Buddhismus näher – plötzlich wird aus Theorie lebendige Praxis.
Weiter geht es zum großen Markt. Ein Fest für alle Sinne… oder eine kleine Herausforderung. Es wuselt, duftet, dampft – und manchmal riecht es auch einfach sehr intensiv. Zwischen Büffelhaut, ausgebrüteten Eiern und allerlei exotischen Spezialitäten wird geschaut, gestaunt und vorsichtig geschnuppert.
Dann verlassen wir die Stadt und tauchen ins Landleben ein. Über holprige Straßen erreichen wir schließlich den Kuang-Si-Wasserfall. Doch vorher gibt es noch einen besonderen Zwischenstopp: ein Bärenpark. Die dort lebenden Kragenbären wirken zunächst erstaunlich entspannt – oder sagen wir: bewegungsarm. Doch bei der Fütterung kommt Leben in die Runde, und wir erfahren Spannendes über die Arbeit der Ranger.
Am Wasserfall selbst geht es dann richtig los. Vom unteren Becken arbeiten wir uns Stück für Stück nach oben. Türkisblaues Wasser, üppiges Grün und immer wieder perfekte Fotospots. Oben angekommen: Gruppenfoto! Einige nutzen die Gelegenheit zur Abkühlung – andere bleiben lieber trocken und genießen das Panorama.
Zur Stärkung gibt es von Lae noch eine Runde heimischer Bananen – süß, frisch und genau richtig. Danach wird an kleinen Ständen noch exotisch geshoppt, bevor es zurück Richtung Luang Prabang geht.
Unterwegs dann ein echtes Highlight am Straßenrand: eine Herde Wasserbüffel, gemütlich im Schlammbad. Fotostopp natürlich Pflicht! Und als wäre das nicht schon kurios genug, folgt direkt die nächste Spezialität: Wasserbüffel-Eiscreme. Klingt mutig, schmeckt überraschend gut.
Zurück im Hotel bleibt etwas Zeit zum Ausruhen, bevor am späten Nachmittag ein ganz besonderes Erlebnis wartet: eine private Baci-Zeremonie. Wir tauchen tief in die laotische Kultur ein, lauschen den Gebeten, bekommen die traditionellen Fäden um die Handgelenke gebunden – und damit Glück und Schutz mit auf den Weg. Süßigkeiten werden gereicht, und natürlich darf auch Lao Lao nicht fehlen… und zwar nicht nur einmal.
Ein leckeres Abendessen unter freiem Himmel rundet diesen eindrucksvollen Tag ab. Viele neue Eindrücke, ein bisschen Kultur für die Seele und ein Hauch Abenteuer.
Und dann heißt es: früh ins Bett. Denn morgen warten die Mönche – und die sind bekanntlich sehr früh wach.
Freitag, 13. März – Mönche, Morgenzauber und ein scharfer Start in Thailand
Der Wecker klingelt heute sehr früh – und das aus gutem Grund. Die Mönche warten nicht. Noch im Halbdunkel bekommen wir eine kurze Einweisung, dann sitzen wir auch schon am Straßenrand, ausgerüstet mit Klebereis und einer Portion Neugier. Es ist still, fast andächtig… bis die ersten orange gekleideten Mönche aus der Dämmerung auftauchen. Einer nach dem anderen zieht vorbei, und wir geben Reis in ihre Schalen. Ein besonderer Moment, ruhig, respektvoll und irgendwie berührend.
Unsere Vorräte reichen für mehrere Gruppen, dann ist Schluss. Wir wechseln die Perspektive und beobachten das Geschehen nun von der Hauptstraße aus – diesmal mit Handy statt Reisschale. Ein wirklich eindrucksvoller Start in den Tag.
Danach wird es wieder etwas weltlicher: gemütliches Frühstück, Koffer packen und ab zum Flughafen. Mit einer kleinen ATR von Lao Airlines geht es über die Grenze nach Thailand. Ein kurzer Flug, und schon landen wir am frühen Nachmittag in Chiang Mai.
Dort wartet bereits unser neuer Guide Jib, der uns während der Fahrt zum Hotel direkt mit ersten spannenden Infos versorgt. Unser Hotel am Flussufer – das Centara – empfängt uns komfortabel und entspannt. Kurz durchatmen, frisch machen, und dann geht es schon wieder los.
Zum Abendessen erwartet uns ein hervorragendes Thai-Restaurant mit Blick auf den Fluss und die beleuchtete Stadt. Die Gerichte sind köstlich – und bei manchen aus der Gruppe darf es ruhig „richtig scharf“ sein. Die Bedienung schaut beeindruckt… und vielleicht auch ein kleines bisschen besorgt.
Gut gesättigt zieht es uns danach in die Innenstadt. Der Nachtmarkt ruft – und wir folgen. Ein endloses Labyrinth aus Ständen, Lichtern, Souvenirs und Garküchen. Es wird geschlendert, probiert, gefeilscht und natürlich auch eingekauft.
Am Ende eines langen, erlebnisreichen Tages teilen sich die Wege: Die einen steigen ins Tuk Tuk und lassen sich bequem zurückfahren, die anderen zeigen echten Einsatz und laufen die letzten Kilometer zu Fuß.
So oder so – Chiang Mai hat uns schon am ersten Abend voll im Griff.
Samstag, 14. März – Elefanten, 309 Stufen und zwei Geburtstagskinder
Der Tag beginnt früh – sehr früh. Ab 6 Uhr lockt ein riesiges Frühstücksbuffet im entsprechend großzügigen Frühstücksraum. Wer hier hungrig bleibt, ist selbst schuld.
Pünktlich um 7 Uhr geht es los, heute mit zwei Minivans – am Wochenende sind Busse auf dem Tempelhügel tabu. Unterwegs gibt es noch ein fröhliches Geburtstagsständchen für Birgit und Rudi. Singen am frühen Morgen hat definitiv seinen eigenen Charme.
Nach etwa einer Stunde erreichen wir das Kata Elephant Sanctuary. Nach einer kurzen Einweisung und stilechter Umkleide (inklusive Schließfächern für alles, was nicht elefantentauglich ist) geht es direkt zur ersten Begegnung. Sechs beeindruckende Dickhäuter warten schon – und wir nähern uns anfangs mit großem Respekt.
Doch der schwindet schnell: Erst mit Zuckerrohr, dann mit Bananen und Mais werden wir zu besten Freunden. Es bleibt viel Zeit für Fotos – und dank eines Profifotografen entstehen Bilder, die definitiv Albumqualität haben.
Als nächstes werden Vitaminbällchen produziert. Mit erstaunlichem Geschick landen diese direkt auf den Elefantenzungen – ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Danach folgt das Badevergnügen: Etwa die Hälfte der Gruppe steigt mutig mit ins Wasser und schrubbt die Elefanten. Der Rest genießt das Spektakel vom Rand aus – Spaß haben alle.
Frisch geduscht und voller Eindrücke geht es weiter zum Orchideengarten. Farben, Formen, Züchtungen – ein kleines Paradies für Pflanzenliebhaber.
Das Mittagessen wird als Buffet serviert – trotz vieler Gruppen erstaunlich entspannt und vor allem sehr lecker, dazu angenehm schattig gelegen.
Am Nachmittag schrauben wir uns in Serpentinen den Berg hinauf zum Wat Phra That Doi Suthep. Eine beeindruckende Tempelanlage mit goldenem Turm und spektakulärem Blick über Chiang Mai. Hoch geht es bequem mit der Standseilbahn, runter für die meisten sportlich über 309 Stufen. Glockenschlagen inklusive – das haben wir kollektiv und mit Begeisterung geübt.
Zurück in der Stadt gibt es noch kleine Geschenke für die Geburtstagskinder, bevor sich alle in den letzten Abend im Norden Thailands stürzen. Ob Bummel, Markt oder einfach treiben lassen – Chiang Mai zeigt sich noch einmal von seiner besten Seite.
Sonntag, 15. März – Von Chiang Mai in die Mega–Metropole
Nach einem stärkenden Frühstück heißt es Abschied nehmen. Pünktlich werden wir abgeholt und fahren zum kleinen, überschaubaren Flughafen von Chiang Mai. Dort verabschieden wir uns von unserer stets fürsorglichen Guide Jib – ein bisschen wie von einer Reise-Mama, die immer alles im Blick hatte.
Am Check-in braucht es etwas Geduld, und dann folgt ein kleiner Flughafen-Spezialmoment: Koffer selbst zum Screening bringen – Mitarbeit ausdrücklich erwünscht. Alles klappt, und wenig später heben wir mit leichter Verspätung Richtung Bangkok ab. Überraschung: ein Langstreckenjet vom Typ A330 für diesen kurzen Hüpfer. Es gibt Wasser, Kuchen, Kaffee und Tee – fast schon Luxus für die kurze Strecke.
In Bangkok schlägt uns direkt die Hitze entgegen. Willkommen in der Mega-Metropole! Unser neuer Guide Mano empfängt uns gut gelaunt, und schon geht es im Bus Richtung Königspalast.
Doch vorher tauschen wir Asphalt gegen Wasser: Longtailboot statt Bus! Mit ordentlich Motorengebrumm sausen wir durch die Klongs, die kleinen Kanäle der Stadt. Authentisch, laut und absolut sehenswert. Neben uns: Stelzenhäuser, Alltagsszenen – und plötzlich Warane! Und zwar nicht zu knapp. Bis zu zwei Meter lang, ganz entspannt am Ufer unterwegs. Das Ein- und Aussteigen klappt übrigens fast verlustfrei… nur ein Cappy macht kurz Bekanntschaft mit dem Chao Phraya, wird aber heldenhaft gerettet.
Unser Boot legt am Wat Arun an, einer beeindruckenden Tempelanlage. Nach der Besichtigung warten schon die nächsten Fahrzeuge: Tuk Tuks! Die Fahrt zum Blumenmarkt ist kurz, aber intensiv. Vor Ort erwartet uns ein buntes, duftendes Chaos aus exotischen Gewürzen, Obst, Gemüse und geschäftigem Treiben. Mano liefert die passenden Erklärungen – wir liefern die Schweißperlen. Es ist heiß!
Umso angenehmer ist die anschließende Busfahrt zum Hotel. Im NH Asoke angekommen folgt die nächste Überraschung: Upgrade! Riesige Corner-Suiten für alle – große Zimmer, große Freude. Dazu noch ein kleines Geschenk der Agentur: Postkarte und Thai-Hose. Und tatsächlich – am nächsten Tag wird das modisch ausprobiert.
Das Abendessen im Hotel gibt es heute als Buffet statt Menü – abwechslungsreich und lecker. Doch der Tag ist noch lange nicht vorbei. Taxis werden organisiert, und gemeinsam fahren wir zum Baiyoke Sky Tower.
Mit dem Aufzug geht es hoch hinaus: erst ins 77. Stockwerk, dann weiter zur drehbaren Aussichtsplattform in 309 Metern Höhe. Mehrfach umrunden wir Bangkok bei Nacht, ein warmes Lüftchen im Gesicht und eine Aussicht, die einfach nur beeindruckt. Danach noch ein Cocktail im 83. Stock bei Live-Musik – besser kann man einen Tag kaum ausklingen lassen.
Zurück geht es wahlweise mit dem Taxi oder – für die ganz Fleißigen – zu Fuß. Zwei Stunden durch das nächtliche Bangkok inklusive.
Fazit: ein langer, heißer, lauter und absolut großartiger Tag in einer Stadt, die niemals stillsteht.
Montag, 16. März – Tempelmarathon und ein Abschied auf dem Wasser
Nach einem stärkenden Frühstück starten wir gut gelaunt in den Tag – schließlich wartet heute ein echtes Highlight: die große Tempeltour nach Ayutthaya, der ehemaligen Hauptstadt Thailands. Unser Luxusbus mit bequemen Liegesitzen bringt uns entspannt ans Ziel – fast schon Wellness auf Rädern.
Ayutthaya empfängt uns mit Geschichte pur: einst rund 300 Tempel, heute beeindruckende Ruinen und gut erhaltene Anlagen aus dem 14. Jahrhundert im typischen Khmer-Stil mit ihren markanten „Maiskolben“-Türmen.
Erster Stopp: Wat Mahathat. Hier wartet der berühmte, in Baumwurzeln eingewachsene Buddhakopf – ein absoluter Fotomagnet. Natürlich wird ausgiebig fotografiert, mal ehrfürchtig, mal kreativ.
Weiter geht es zum Wat Phra Sri Sanphet. Eine riesige Tempelanlage, die auch heute noch erahnen lässt, welche Macht und Pracht hier einst herrschte. Man kommt aus dem Staunen kaum heraus.
Dann folgt der Wat Lokayasutharam mit einem der größten liegenden Buddhas: 8 Meter hoch und 42 Meter lang. Zwar modern restauriert, aber allein die Dimensionen sorgen für offene Münder.
Zum Abschluss besuchen wir Wat Chai Watthanaram – eine wunderschön symmetrische Anlage direkt am Fluss. Hier wird es lebendig: Viele Thais sind in traditionellen Kostümen unterwegs und posieren für Fotos. Und natürlich lassen auch wir uns nicht lange bitten – internationale Fotosessions inklusive.
Zurück in Bangkok überrascht uns ein kurzer tropischer Regenschauer – eine willkommene Abkühlung. Danach bleibt etwas Zeit zum Ausruhen oder für einen kleinen Stadtbummel.
Am frühen Abend folgt das große Finale: die Dinnercruise. Am Anleger beim Anantara Hotel werden wir stilvoll empfangen – mit schöner Gartenkulisse, Welcome-Drink, Snacks und einer kleinen Vorführung zur Einstimmung.
Pünktlich um 19 Uhr legen wir ab. Auf einer eleganten Dschunke beginnt unsere Fahrt durch das nächtliche Bangkok. Das Essen ist nicht nur köstlich, sondern auch ein echtes Erlebnis: dampfende Vorspeisen mit Trockeneis, Suppe aus der Teekanne, feinstes Wagyu-Rind und kunstvoll angerichtete Desserts.
Zwischendurch wird angestoßen, gelacht und auch ein paar Worte des Dankes und Abschieds werden gesprochen. Währenddessen zieht die beleuchtete Skyline an uns vorbei: Wat Arun, der Königspalast und viele weitere Highlights erstrahlen im nächtlichen Glanz.
Ein rundum gelungener Abend – genussvoll, stimmungsvoll und ein würdiger Abschluss unserer Zeit in Bangkok.
Zurück im Hotel wartet die letzte Nacht. Ein bisschen Wehmut ist dabei – aber vor allem viele unvergessliche Erinnerungen.
Dienstag, 17. März – Abschied auf Raten und ein letzter großer Flug
Heute heißt es: ausschlafen! Nach so vielen Eindrücken der letzten Tage tut ein ruhiger Morgen richtig gut. Beim ausführlichen Frühstück lassen wir die Reise noch einmal Revue passieren – natürlich nicht ohne schon die ersten Lieblingsmomente zu küren.
Dann wird gepackt, und ein letztes Mal geht es hinaus in die Stadt. Bangkok zeigt sich noch einmal von seiner vollen, lebendigen Seite. Einige steigen in den Hop-on-Hop-off-Bus – mit gemischtem Erfolg. Mehr Zeit im Stau als bei der Besichtigung, aber immerhin bekommt man so einen sehr authentischen Eindruck vom Verkehr der Mega-Metropole.
Ein Muss ist natürlich der Königspalast, während andere das Terminal 21 erkunden. Dort kann man wunderbar Zeit verbringen: Rolltreppen rauf und runter fahren, das bunte Treiben beobachten, Souvenirs shoppen oder sich im Foodcourt noch einmal durch die thailändische Küche probieren. Wer es entspannter angehen will, gönnt sich eine Massage oder ein paar ruhige Stunden am Pool – heute ist wirklich alles möglich.
Am Abend steht dann noch ein ganz besonderer Programmpunkt an: das große Reisequiz. Wer hat aufgepasst? Wer erinnert sich an Details? Schnell wird klar: Eigentlich hätten alle einen Preis verdient. Doch am Ende entscheidet eine Schätzfrage – die Länge des Mekong. Die Siegerin liegt am nächsten dran und darf sich über schöne Andenken aus Asien freuen.
Dann heißt es endgültig Abschied nehmen von Thailand. Mit dem Bus fahren wir zum riesigen Flughafen von Bangkok. Menschenmassen, Terminal-Shuttle und mehrere Kontrollen später erreichen wir tatsächlich unser Gate – ein kleiner Triumph für sich.
Kurz vor Mitternacht hebt unser besonderer Flieger ab: ein Lufthansa A380 im Jubiläumsdesign. Für den Kapitän ist es sogar der Abschiedsflug – ein würdiger Moment für alle an Bord.
Und während Bangkok langsam unter uns verschwindet, beginnt die letzte Etappe einer Reise voller Abenteuer, Eindrücke und unvergesslicher Momente.
Mittwoch, 18. März – Landung, letzte Kilometer und ein bisschen Wehmut
Kurz nach Mitternacht gibt es über den Wolken noch ein letztes Abendessen, dazu vielleicht ein Drink – und dann kehrt langsam Ruhe ein. Die Kabine wird dunkler, die Gespräche leiser… zumindest für ein paar Stunden.
Denn etwa zwei Stunden vor der Landung heißt es schon wieder: Licht an! Frühstück wird serviert, und auch wenn der Kaffee sein Bestes gibt – so richtig wach fühlt sich noch niemand. Draußen dämmert bereits der Morgen, und pünktlich noch vor 5 Uhr setzt unser fliegender Riese sanft in München auf.
Zurück in der Realität – und die fühlt sich plötzlich ziemlich kühl an. Die Gruppe zerstreut sich langsam: Viele steigen in den Anschlussflug nach Dresden, andere werden kreativ. Aufgrund eines Streiks wird der Zug nach Berlin zur überraschend attraktiven Alternative – und tatsächlich: Mit ordentlich Tempo ist man mittags schon in der Hauptstadt.
Nach und nach trudeln die ersten Nachrichten ein: Alle gut angekommen, alle müde… aber vor allem glücklich.
Und damit ist sie wirklich zu Ende – unsere Reise. Voller Erlebnisse, Begegnungen, Lacher und unvergesslicher Momente.
Schön war’s.
Ein großes Abenteuer geht zu Ende – vier faszinierende Länder liegen hinter uns: Laos, Kambodscha, Vietnam und Thailand. Jedes für sich einzigartig, jedes voller unvergesslicher Eindrücke. Ob hautnahe Begegnungen mit Elefanten oder das Abenteuer Großstadtverkehr in Saigon – langweilig war diese Reise ganz sicher nie.
Was sie aber besonders gemacht hat, wart ihr: eine harmonische, fröhliche Gruppe, wie man sie sich nur wünschen kann.
Ich, euer Marcus, danke euch von Herzen für diese wunderbare Zeit. Ihr habt es mir leicht gemacht – und ich würde jederzeit wieder mit euch losziehen. Auf ein Wiedersehen, vielleicht ja schon bei der nächsten Reise!
Europa
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