Single–Weihnachten in Südmähren
Reisebericht: 23.12. – 27.12.2025
Wir verbringen entspannte und gemütliche Weihnachtsfeiertage in der mährischen Hauptstadt Brünn.
Ein Reisebericht von
Sinah Witzig
23.12.2025 Anreise nach Brünn
Unsere gemeinsame Weihnachtsreise startet in Chemnitz und mit dem Bus geht es über Dresden und Dohna in Richtung der tschechischen Grenze. Das Wetter ist eher winterlich und auch einige Schneeflocken wehen uns entgegen. Durch das böhmische Mittelgebirge führt uns unser Weg nun weiter in Richtung der Hauptstadt Prag, welche wir heute jedoch so weit möglich umfahren, denn wir kommen ja auf der Rückreise ohnehin noch einmal zum Kurzbesuch vorbei.
Nach der Mittagspause erreichen wir dann die Grenze der historischen Landschaft Mähren, neben Böhmen und Schlesien Teil der heutigen Tschechischen Republik. Erwartungsvoll machen wir uns auf die letzten Kilometer in Richtung der zweitgrößten Stadt des Landes: Brünn.
Schon am frühen Nachmittag erreichen wir unser Hotel und beziehen unsere Zimmer. Nach einer kurzen Pause geht es dann per Bus ins Zentrum, denn heute ist der letzte Tag, an dem der Weihnachtsmarkt geöffnet hat. Gemeinsam spazieren wir durch das beleuchtete historische Zentrum bis zum Freiheitsplatz. Hier bietet sich die Möglichkeit Geld zu tauschen, noch ein wenig zu Bummeln oder schon einen Glühwein zu trinken, bevor wir uns zum Abendessen im Traditionslokal Stopkova Plzenska treffen. Hier gibt es deftige böhmische Küche - und wenn man möchte natürlich auch das passende Bier dazu. So lassen wir den ersten gemeinsamen Abend der Reise zünftig ausklingen.
24.12.2025 Entdeckungen in Brünn
Der Morgen des Heiligen Abends erwartet uns mit eisiger Kälte und ein paar Schneeflocken. Heute steht die richtige Erkundung Brünns auf dem Programm, dazu bekommen wir Unterstützung von der freundlichen Stadtführerin Lenka. Mit dem Bus brechen wir zunächst zu einer Stadtrundfahrt auf. Es geht vorbei am Mendelplatz und dem Augustinerkloster, in dem der Naturwissenschaftler forschte, dann hinauf zur Stadtbefestigung Spielberg. Glücklicherweise können wir den Großteil der Strecke mit dem Bus hinauffahren und müssen nur noch ein kleines Stück in die Festung hinein gehen. Am heutigen Feiertag haben die Museen geschlossen, aber das liebevoll restaurierte Bauwerk und die tolle Aussicht auf die Stadt können wir genießen. Zurück am Bus erwartet uns unser Fahrer Jan mit heißem Glühwein - genau das Richtige jetzt.
Anschließend geht es dann weiter zum Janacek-Theater, von wo aus wir zu Fuß die Altstadt erkunden. Es geht vorbei am Freiheitsplatz, dem alten Rathaus - mit dem echten Brünner Drachen - bis zum Krautmarkt, wo noch einige Punschbuden geöffnet haben. Nichtsdestotrotz entscheiden sich die meisten, mit dem Bus zurück zum Hotel zu fahren.
Am Nachmittag treffen wir uns noch einmal zu Gebäck, Glühwein und Plausch am Bus, bevor sich dann alle für das Weihnachtsabendessen zurecht machen.
Das Weihnachtsmenu wird im Hotel an festlich gedeckten Tischen gereicht. Mit Klavierbegleitung geht es in den Abend. Viele von uns haben den traditionellen Karpfen mit Kartoffelsalat gewählt, so wie es sich in Tschechien eigentlich gehört. Aber natürlich gibt es auch Alternativen.
Gesellig verbringen wir den Abend als Gruppe und selbstverständlich darf auch die Bescherung nicht fehlen.
25.12.2025 Olmütz und Kremsier
Der erste Weihnachtsfeiertag beschert und endlich Sonne und begleitet uns auf unserer Fahrt vorbei am Schlachtfeld von Austerlitz in Richtung Olmütz und Kremsier. Auch heute begleitet uns Lenka wieder um die zwei UNESCO-Weltkulturerbestätten zu besuchen.
Olmütz, eine barocke Stadt mit einem weit ausladenden Marktplatz, war bis ins 17. Jahrhundert die Hauptstadt von Mähren. Nach Prag hat Olmütz den zweitgrößten Stadtkern aus barocker Zeit. Man sieht der Stadt den einstigen Wohlstand an. Mitten auf dem Oberen Marktplatz steht das alte Rathaus mit seinem Glockenspiel aus den 1950er Jahren. Neben dem barocken Herkulesbrunnen, können wir zwischen den geschlossenen Weihnachtsmarktbuden auch den modernen Neptunbrunnen bestaunen. Wir erkunden neben der Moritzkirche auch den Untermarkt und wer möchte spaziert noch weiter in Richtung Kathedrale.
Da heute wirklich so gut wie alles geschlossen hat, machen wir unsere Mittagspause heute am Bus und fahren anschließend weiter
nach Kremsier. 1997 wurde die Kleinstadt zur schönsten historischen Stadt Tschechiens gewählt. Der quadratische Marktplatz ist von Häusern aus der Renaissance- und Barockzeit umrahmt und Laubengänge laden zum Schlendern und Verweilen ein.
Der sehr große Sommersitz des Erzbischofs – ein Schloss mit prächtigem Park dominiert die Stadt. Wir schlendern ein wenig durch den Park und sind überrascht über die Vielzahl von Pfauen, die auch in Eiseskälte frei über die Wiesen und Wege stolzieren.
Am Nachmittag geht es dann zurück nach Brünn. Diejenigen, die nicht über Silvester bleiben, müssen sich nun von Lenka verabschieden, denn morgen geht es in die österreichische Hauptstadt Wien.
Das Abendessen nehmen wir heute ganz entspannt im Hotel ein, sodass der Abend kurz und gemütlich wird.
26.12.2025 Ein Ausflug nach Wien
Auch der zweite Weihnachtsfeiertag startet mit herrlichem Sonnenschein und gut gelaunt machen wir uns auf den Weg nach Österreich. Zunächst jedoch fahren wir durch das wunderschöne Gebiet der Stauseen von Nové Mlýny. Das Wasserwerk wurde in den 1970er Jahren aus rein praktischen Gründen gebaut – um die alljährlichen Überschwemmungen zu beherrschen und der Landwirtschaft mehr Platz zu verschaffen. Als Nebeneffekt entstand eine wunderschöne, endlose Wasserfläche, die den Alpenseen ähnlich aussieht. Der obere Stausee Mušovská dient der Erholung, der mittlere ist ein Naturschutzgebiet mit Inseln zum Nisten von Vögeln, der untere Stausee dient der Bewässerung, dem Angeln und der Erholung.
Anschließend passieren wir das Barockschloss von Mikulov und dann erreichen wir auch schon die Grenze zu Österreich. Nach einer kurzen Pause geht es dann weiter in die Hauptstadt. An der Donau und dem Donaukanal entlang geht es ins Zentrum hinein. Am Schwedenplatz an der berühmten Ringstraße treffen wir unseren Stadtführer Franz und starten zunächst zu einer Stadtrundfahrt. Das erste Ziel ist das Hundertwasserhaus. Obgleich es bereits seit beinahe 40 Jahren steht, kann es immer noch faszinieren und ist eine Attraktion. Anschließend geht es dann entlang der Ringstraße vorbei an den prächtigen Bauwerken des frühen 20. Jahrhunderts. Mit einem Abstecher entlang der Wiener Sezession und dem Naschmarkt geht es dann weiter zum Kunst- und Naturhistorischen Museum, dem Hoftheater und dem Rathaus, wo der Weihnachtsmarkt noch voll im Gange ist.
Zurück am Schwedenplatz verlassen wir dann den Bus und setzen unseren Weg durch den 1. Bezirk zu Fuß fort. Wir schlendern durch die engen Gassen, besuchen den lieben Augustin und sehen die berühmte Ankeruhr am Hohen Markt. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum berühmten Stephansdom. Was war es die letzten zwei Tage in Tschechien ruhig - die vielen Menschen sind schon fast ein Kulturschock für uns. Trotzdem geht es weiter durch den Graben, vorbei an der Pestsäule und der unendlich langen Schlange, die vor dem Hofkonditor Demel auf Einlass wartet. Am Michaelerplatz erreichen wir das Zentrum der Habsburgermonarchie. Wir spazieren durch die Hofburg auf den Heldenplatz und weiter zur Hofreitschule. Von hier aus dann wieder durch das Gassengewirr in Richtung Stephansdom, damit sich auf wirklich niemand verirren kann - dann ist es nach informativen Stunden Zeit sich von Franz zu verabschieden und wir haben nun noch Zeit für eine Mittagspause oder um die Stadt noch auf eigene Faust weiter zu erkunden. Möglichkeiten gibt es schließlich genug.
Als wir am Abend zurück in Brünn sind, geht es ein letztes Mal in die Altstadt. Das Ziel ist die Minibrauerei Pegas, wo es neben einem zünftigen Abendessen auch eine Bierverkostung für uns gibt. Bei guten Gesprächen lassen wir in der Traditionsgaststätte den Abend ausklingen und für etwa zwei Drittel der Gruppe, geht nun auch langsam aber sicher die Reise zu Ende.
27.12.2025 Heimreise mit Zwischenstopp in Prag
Die Weihnachtsgäste fahren heute zurück nach Deutschland, während etwa ein Drittel der Gruppe über Silvester bleibt und zwei freie Tage in Brünn verbringen darf.
Auf dem Rückweg steht jedoch noch der Besuch in der Hauptstadt Prag auf dem Programm. Die Sonne scheint, blauer Himmel, ein schöner klarer Wintertag. Es geht über den Wenzelsplatz zum Altstädter Ring mit seinem schönen Weihnachtsmarkt. Der Prager Schinken brutzelt über offenem Feuer mitten in der Stadt und verströmt einen verlockenden Duft. Bei schleichendem Fußgängerverkehr lassen wir uns mitziehen durch die engen Gassen zur Karlsbrücke. Menschen, wohin man blickt und tritt. Wie schön ruhig war es da in Brünn und den bezaubernden Orten, die wir besucht haben.
Am frühen Nachmittag brechen wir dann auf zum letzten Teil unserer Heimreise und es heißt, sich endgültig vom Nachbarland Tschechien zu verabschieden - zumindest vorerst.
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