Silvester–Petitreise nach Prag
Reisebericht: 29.12. – 02.01.2026
Mit einer kleinen Reisegruppe von 12 Personen entdeckten wir über Silvester Prag. Silvester feierten wir auf einem exklusiven Schiff der Reederei Prague Boats mit reichhaltigen Buffet und Live-Musik.
Ein Reisebericht von
Anna Jeske
1. Tag, 29.12.2025: Anreise nach Prag mit Halt in Melnik
Am Morgen fuhr unser Reisebus über Chemnitz, Nossen und Dresden nach Prag. Da über Silvester zwei Eberhardt TRAVEL Reisegruppen in Prag Silvester feiern, erfolgte die Anreise gemeinsam.
Unterwegs machten wir Halt in Melnik, wo uns typisch für die Region eine Weinverkostung erwartete. Das Renaissanceschloss Melnik ist gemeinsam mit der St.-Peter und-Paul-Kirche das Wahrzeichen der Region und bietet einen wunderschönen Ausblick auf den Zusammenfluss von Elbe und Moldau. Das Schloss befindet sich im Familienbesitz der Familie Lobkowicz. Am Eingang des Weinkellers wartete bereits Irena auf uns, die die Weinverkostung mit uns durchführte.
Während der Weinverkostung wurde 4 Weine verkostet – darunter der Weißwein „Polaris“, ein Chardonnay, die rote „Ludmilla“ und ein Dornfelder.
Der Wein wird in Melnik auf den Weinbergen der heiligen Ludmila angebaut. Ludmila war mit dem Premyslidenfürsten Boriwoj verheiratet. Den Namen der Heiligen trägt der Schlosswein von Melnik bis heute. Der Legende nach legte die heilige Ludmila um 892 n. Chr. den ersten Weinberg im Bezirk Melnik an. Sie findet sich auch auf einigen Etiketten der originellen Weinflaschen. Irena erzählte uns, dass sich die Weinflaschen auch sehr gut als Kerzenhalter machen.
Wenn man den Weinkeller verlässt, fällt einem eine eigenartige Kreatur ins Auge, die Irena uns näher erklärt hat: Der erste Teil dieser Kreatur ist ein Adler – hat man wenig getrunken ist man noch scharfsinnig wie ein Adler. Der mittlere Teil der Gestalt ist ein Löwe – hat man viel getrunken, ist man noch stattlich und kräftig, wie ein Löwe. Der letzte Teil des Tiers ist ein Eselsschwanz – da man sich wie ein Essel verhält, wenn man zu viel getrunken hat. Unserer Meinung nach hat sich aber noch niemand wie ein Esel verhalten, als wir zurück zum Bus gegangen sind. Wir waren allerdings sehr gespannt, was uns in Prag erwarten wird.
Die kommenden vier Nächte in Prag sollten wir im 4-Sterne-Hotel Lindner Hotel Prague Castle übernachten. Das Hotel befindet sich direkt neben dem Strahov-Kloster und zur Prager Burg ist es zu Fuß ein knapper Kilometer.
Nach dem Check-In im Hotel wollten wir die Stadt auch bereits ein wenig kennenlernen und unternahmen einen ausgiebigen Spaziergang. Von der Prager Burg bietet sich ein toller Ausblick auf die Stadt und man kann nachvollziehen, warum die Stadt auch als „Stadt der hundert Türme“ bezeichnet wird. Von der Prager Burg ging es über Treppen hinab zur Karlsbrücke.
Bei den Menschenmengen war das Durchkommen nicht so einfach und wir mussten aufpassen, dass sich unsere Gruppe nicht aus den Augen verliert.
Von den 30 Skulpturen der Karlsbrücke, ist die des heiligen Johannes von Nepomuk die bekannteste. Berührt man die Bronzestatue am Sockel, soll man mit besonders viel Glück beschert werden.
Der Legende nach wurde der heilige Johannes von Nepomuk von der Karlsbrücke in die Moldau geworfen, weil er das Beichtgeheimnis nicht verletzen und dem König nicht erzählen wollte, was dessen Frau – die Königin - ihm gebeichtet hatte.
Von der Karlsbrücke liefen wir weiter zum Altstädter Ring mit der bekannten Astronomischen Uhr.
Zu jeder vollen Stunde treten die 12 Aposteln in Erscheinung. Der Tod, der mit der Glocke läutet, soll daran erinnern, wie vergänglich das Leben ist und beendet wird das Schauspiel mit dem Krähen des Hahnes. Die Uhr wurde im Jahr 1410 von Meister Hanus erbaut und es ist die Legende überliefert, dass die damaligen Ratsherren fürchteten, Meister Hanus könne so eine Uhr auch in einer anderen Stadt erbauen und ihm deshalb die Augen ausstechen ließen. Allerdings soll Meister Hanus daraufhin mit einem Handgriff die Uhr manipuliert haben, dessen Schaden erst nach vielen Jahren behoben werden konnte.
Somit hatten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bereits an einem Nachmittag kennengelernt. Mit der Straßenbahnlinie Nr. 22 ging es von der Altstadt zurück zu unserem Hotel Lindner Prague Castle. Am Abend erwartete uns hier ein schmackhaftes 3-Gang-Menü mit einer Rinder-Consommé, gefülltem Schweinefilet und einem warmen Schokoladenkuchen zum Dessert.
Gute gestärkt und mit vielen schönen ersten Erlebnissen konnten wir heute entspannt einschlafen und waren bereits gespannt auf den kommenden Tag.
2. Tag, 30.12.2025: Prager Altstadt – Prager Fernsehturm – Abendessen im U Fleku – Schwarzlichttheater
Nach einem stärkenden und reichhaltigen Frühstück, wartete bereits unsere Reiseleiterin für die kommenden Tage – Pavla – an der Hotelrezeption auf uns.
Pavla führte uns zunächst zur Aussichtsplattform vom Strahov Kloster. Von hier zeigte Sie uns zur Orientierung bereits die wichtigsten Sehenswürdigkeiten.
Von der Station „Poherelec“ bei unserem Hotel fuhren wir zur Kleinseite. Vorbei an der Kirche St. Nikolaus liefen wir geradezu auf die Karlsbrücke. Pavla war ganz überrascht darüber, dass sich um diese Uhrzeit verhältnismäßig wenige Menschen auf der Karlsbrücke befanden. So konnten wir ganz in Ruhe die Statuen des heiligen Wenzel, des heiligen Nepomuk und Jesus Christus bewundern. Berührt man die Bronzetafel unterhalb des heiligen Nepomuk, soll dies Glück bringen.
Kurz vor 11.00 Uhr befanden wir uns am Altstädter Ring und konnten ab dem ersten Glockenschlag das Spektakel der 12 Aposteln bewundern. Das Spektakel endet mit dem Krähen des Hahns. Im Anschluss hatten wir eine halbe Stunde Freizeit, um uns aufzuwärmen.
Im Anschluss ging es in Richtung Wenzelsplatz. Unterwegs machten wir Halt am Ständetheater, wo am 29.10.1787 die Oper Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart. uraufgeführt wurde.
Pavla machte mit uns auch einen Abstecher in das Palais Koruna und die Lucerna-Passage. Hier hängt eine Parodie des Reiterdenkmals des heiligen Wenzel von David Cerny: Der heilige Wenzel sitzt auf dem Bauch seines Pferdes, das kopfüber hängt und die Zunge rausstreckt.
Generell begegneten uns an diesem Tag noch einige Denkmäler von David Czerny. Der tschechische Bildhauer wurden 1967 in Prag geboren. Zu einer seiner bekanntesten Arbeiten gehört auch der bewegliche Kafka-Kopf, der sich ab jeder vollen Stunde eine Viertelstunde dreht und somit von jeder Seite ein anderes Bild bietet.
Vom Wenzelsplatz fuhren wir mit der grünen Metrolinie zu der Station Jiriho z Podebrad. Von hier sind es zu Fuß nur noch wenige Minuten zum Prager Fernsehturm
Der Prager Fernsehturm ist mit 216 Metern Höhe das höchste Bauwerk der Stadt und ging 1992 als Sender das erste Mal in Betrieb. Mit einem Expresslift erreicht man die 97 Meter hohe Aussichtsplattform. Von hier aus wird einem nochmal bewusst, wie riesig die Stadt eigentlich ist.
Pavla erzählt uns, dass gerade in den 1990er Jahren für viele Prager der Fernsehturm, das hässlichste Gebäude in der Stadt war. Mittlerweile wird der Fernsehturm von einem neuen Gesellschafter betrieben, der das Image des Turms in den letzten Jahren stark verbessert hat: im und um den Fernsehturm gibt es moderne Bars und Cafés und man kann im Fernsehturm sogar ein Appartement mieten.
Etwas befremdlich mag sein, dass auf der Außenfassade drei riesige Babys krabbeln, die ebenfalls von David Czerny entworfen wurde. Allein eine dieser Babyfiguren wiegt schon drei Tonnen.
Zu Abend waren für unsere Gruppe bereits Plätze in der Gaststube „U Fleku“ reserviert. Das „U Fleku“ ist die älteste und berühmteste Brauerei Prags und eine echte Instanz. Das Brauhaus und die dazugehörige Gaststätte wurden im Jahr 1499 gegründet. Weltweit bekannt wurde die Gaststätte durch die Herstellung und den Ausschank seines hauseigenen dunklen Bieres. Das Lokal hat Kapazitäten für mehr als 1200 Gäste. Diese können auf verschiedene Säle und Bereiche, wie den Mittelalter-Saal, den Kabarett-Saal oder den Sommergarten verteilt werden.
Ein Akkordeonspieler ging von Tisch zu Tisch und stimmte mit unserer Gruppe „Die kleine Kneipe“ und „Rosalinde“ an.
Von der Gaststätte waren es zu Fuß ca. 500 Meter zu dem Schwarzlichttheater „Image“. Das Schwarzlichttheater kann mittlerweile auf eine über 30-jährige Geschichte zurückblicken. Jeden Abend findet eine von insgesamt drei aktuellen Shows statt. Heute Abend wurde die Vorstellung „Abrakadabra“ gezeigt, bei der sich Clownsnummern mit akrobatischen und tänzerischen Einlagen abwechseln. Bei den Tanzeinlagen werden durch die Schwarzlichttechnik verschiedenste magische und verspielte Bilder erzeugt.
Die Vorstellungen sind für Besucher aus der ganzen Welt geeignet – auch bei den Clownseinlagen werden die Szenen in erster Linie mit Mimik und Gestik dargeboten.
Ein langer Tag ging somit wieder zu Ende und wir fuhren mit der Straßenbahnlinie 22 direkt zu unserer Station Poherelec, von der es zu Fuß nur noch wenige Minuten zu unserem Hotel Lindner Prague Castle waren.
3. Tag, 31.12.2025: Kloster Strahov – Burg Vysehrad – Silvesterfeier auf dem Schiff
Unser heutiger Tag begann mit der Besichtigung des Strahov-Klosters, zu dem es von unserem Hotel nur ein Katzensprung ist.
Herzog Vadislav II. ließ das Kloster auf Wunsch des Olmnützer Bischofs Jindrich Zdik um 1143 für den Prämonstratensordens errichten. Pavla erzählte uns, dass die Prämonstraten zwar den katholischen Glauben praktizieren – es den Priestern aber erlaubt ist eine Familie zu haben und diese am Sonntagnachmittag nach der Messe zu besuchen.
Das alte Kloster Strahov beherbergt eine der eindrucksvollsten historischen Bibliotheken Europas. Diese verfügt neben einer eindrucksvollen Büchersammlung auch über zahlreiche Unikate, Originaldrucke, sowie Handschriften und Landkarten – von denen einige in das 9. und 10. Jahrhundert zurückreichen. Besonders beeindruckend sind der Theologische und Philosophische Saal. Beide Säle beeindrucken mit farbenfrohen Fresken, Büchern, Globen und Statuen.
Das Deckenfresko im Philisophischen Saal stammt von Franz Anton Maulbertsch. Sein Anliegen war es das Bestreben der Menschheit nach Wissen darzustellen.
Zu den wertvollsten Büchern zählt das Strahov- Evangeliar. Es handelt sich um ein in lateinischer Sprache verfasstes Manuskript, dass um 860 auf 220 Pergamentblätter geschrieben wurde. In dem Evangeliar sind zudem Illustrationen der vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes enthalten.
Im Kloster Strahov kann zudem eine kleine Gemäldegalerie besichtigt werden, in der Werke aus Böhmen und Mähren von der Gotik bis ins 19. Jahrhundert ausgestellt sind. Zu den Gemälden zählen unter anderem die Strahover Madonna und die teilweise erhaltene Strahover Retabel.
Nach der Besichtigung wartete bereits ein Kleinbus auf uns, der uns zu zur Burg Vysehrad brachte.
Auf der Fahrt machten wir eine kleine Stadtrundfahrt und passierten den Prager Hauptbahnhof, das Nationalmuseum und den Wenzelsplatz.
Im Jahr 1968 setzten sowjetische Panzer dem „Prager Frühling“ ein Ende, woraufhin sich die Studenten Jan Palach und Jan Zajic ein Jahr später auf dem Wenzelsplatz aus Protest selbst verbrannt haben. 20 Jahre später bewirkten friedliche Demonstrationen auf dem Wenzelsplatz den Sturz des kommunistischen Regimes.
Vysehrad übersetzt so viel, wie „höhere Burg“. Der Legende nach war der Vysehradfelsen Sitz der Premysliden - Libuse, die an dieser Stelle Prag eine prachtvolle Zukunft vorhergesagt hat. Die Burg sollte den Namen „Praha“ erhalten, weil „Praha“ Schwelle bedeutet und selbst „die Edlen vor einer Schwelle niederknien sollten“.
Es ist jedoch überliefert, dass die Prager Burg die erste Burg auf dem Gebiet war und die Burg Vysehrad etwas später in der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts von den Premysyliden erbaut wurde.
Die Rundkapelle St. Martin ist das älteste Baudenkmal in Prag. Von dort gibt es einen Zugang zu den unterirdischen Kasematten mit den Originalen einiger Barockstatuen der Karlsbrücke.
Auf dem Gelände befindet sich zudem der Ehrenfriedhof, auf dem etwa 600 bedeutende tschechische Persönlichkeiten begraben sind. Auf dem mittelalterlichen Kirchhof finden sich unter anderem die Gräber der Komponisten Bedrich Smetana und Antonin Dvorak, der Schriftsteller Karel Capek und Jan Neruda und des Jugendstilkünstlers Alfons Mucha.
Im Zentrum des Friedhofs steht die Ehrengruft „Slavin“. Dieses Grab wurde Antonin Wiehl und Josef Maudr erschaffen.
Vysehrad ist von Weitem schon gut an den zwei Türmen der St. Peter und Paul Kathedrale zu erkennen. Die Kathedrale stammt aus dem 11. Jahrhundert. Sehenswert im Inneren ist der Steinsarg aus dem 11. Jahrhundert und das Tafelbild der „Regenmadonna“ zum Schutz vor der Dürre im Jahr 1355.
Der prachtvolle Hauptaltar mit den vier Heiligenfiguren wurde von Josef Mocker erschaffen.
Unseren Rundgang über das Gelände der Burg Vysehrad schlossen wir mit einem wunderschönen Blick auf Prag ab.
Generell hatten wir heute sehr winterliches Wetter und frostige Temperaturen. Nach dem Rundgang waren alle froh wieder im warmen Hotel zu sein und sich bis zum Silvesterabend stärken und ausruhen zu können.
Am Abend trafen wir uns ausgeruht und hübsch zurechtgemacht zu einem ganz besonderen Highlight der Reise: der Silvesterschifffahrt auf dem Schiff.
Unser Fahrer Daniel war gut gelaunt und brachte uns zur Tschech-Brücke. Von hir mussten wir nur noch auf die andere Seite der Moldau laufen, wo sich die Schiffsanleger befanden. An Bord des Panoramaschiffes „Grand Bohemia“ wurden wir bereits von unserem Gastgeber und Moderator Jan begrüßt und uns wurde zur Begrüßung ein Glas Prosecco gereicht. Die Tische waren bereits mit lustigen Accecssoires eingedeckt und auf den Tischen lag auch ein Quiz, das man im Laufe des Abends ausfüllen konnte. Dem Gewinner winkte eine Flasche Alkohol. Leider lagen wir mit unseren Antworten bei der letzten Frage nicht richtig und kamen somit nicht in den Lostopf für den Gewinn.
Den ganzen Abend waren ausgewählte Getränke inbegriffen und man konnte sich am reichhaltigen Buffet jederzeit bedienen: Es gab eine Vielzahl an Vorspeisen und Salaten, Vorspeisen, wie geröstete Ente mit Rotkohl und Knödeln, Rinderfilet in Sahnesoße oder die spanische Reispfanne mit Meeresfrüchten „Paella“. Als Dessert gab es unter anderem Tiramisu, Pannacotta und Apfelstrudel.
An Bord war auch für Unterhaltung gesorgt und ein Zauberer zeigte von Tisch zu Tisch seine Tricks. So wurden auch einige aus unserer Gruppe zu Magiern und zauberten aus der Hand aus zwei Bällen drei hervor.
Es wurde den ganzen Abend auch Live-Musik gespielt: zuerst spielte ein Pianist, später wurde er von einem Elton John – Double und einem Musikduo abgewechselt.
Später trauten sich die ersten auch auf die kleine Tanzfläche.
Wem es nicht zu kalt war, konnte vom Deck aus immer wieder wunderschöne Blicke auf das nächtliche Prag werfen. Die Prager Burg thronte hell erleuchtet über der Stadt. Drumherum konnte man bereits die ersten kleinen Feuerwerke bewundern.
Vor Mitternacht wurde bereits der Sekt ausgeteilt und der Großteil der Gäste ging an Deck, um das neue Jahr von dort zu begrüßen. Wir zählten alle gemeinsam den Countdown von 10 runter und Prag feierte ausgelassen, gut gelaunt und mit buntem Feuerwerk ins neue Jahr.
Als Neujahressen gab es noch eine tschechische Spezialität: Prager Schinken mit Linsen: die runden Linsen sollen an Geldmünzen erinnern und somit für das neue Jahr Glück und Wohlstand bescheren.
Gegen 01.00 Uhr legte unser Schiff wieder an und ein kurzweiliger und unterhaltsamer Abend ging zu Ende. Die Silvesterschifffahrt war ein echtes Highlight und hat uns allen sehr gut gefallen.
An der Tschech-Brücke wartete bereit unser Fahrer Daniel auf uns und brachte uns zurück zum Hotel.
Ein toller Abend ging zu Ende und wir fielen mit schönen Erinnerungen und Gedanken gleich in den Schlaf.
4. Tag, 01.01.2026: Prager Kleinseite – Prager Burg – Neujahrskonzert im Gemeindehaus
Heute am Neujahrstag hatten wir die Möglichkeiten auszuschlafen und in Ruhe zu frühstücken, da das Treffen mit Pavla erst um 11.00 Uhr angesetzt war.
Von dem Lindner Hotel Prag Castle ist es zu Fuß weit zu dem bei Einheimischen beliebten Petrin-Hügel. Auf dem höchsten Punkt des Hügels thront der Petrin-Turm, der an eine kleine und zu kurze Version des Eiffelturms in Paris erinnert.
Der heutige Tag stand im Zeichen der Prager Burg und der Prager Kleinseite.
Zunächst führte uns der Weg bergab zu der Prager Kleinseite. In diesem Viertel sind auch die internationalen Botschaften ansässig: Die italienische Botschaft befindet sich im großen Schloss Thun-Hohenstein und die amerikanische Botschaft im Schloss Schönborn. Die deutsche Botschaft befindet sich im Lobkowicz-Palais. Am 30.09.1989 verkündete. Der Bundesaußenminister der DDR – Hans-Dietrich Genscher – auf dem Balkon der Deutschen Botschaft in Prag, die Ausreisegenehmigung für Tausende DDR-Flüchtlinge. Somit ist dieser Ort auch von immenser historischer Bedeutung.
Aufgrund der Neujahrsmesse konnten wir den Veitsdom heute erst ab 12.00 Uhr besichtigen und beschlossen diesen erst zum Ende unseres Rundgangs auf dem Burggelände zu besichtigen. Die Prager Burg ist mit ihren Burghöfen, Palästen, Museen und Parks ein gewaltiger Komplex, auf dem man den ganzen Tag verbringen kann. Heute ist die Burg die offizielle Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik.
In unserem Ticket waren zudem die St. Georgsbasilika und der Vadislaw Saal inbegriffen.
Beim Vadislaw- Saal findet sich auch das bekannte Fenster, an dem sich am 23.05.1618 der
Prager Fenstersturz ereignete. Der Prager war ein protestantischer Aufstand, bei dem böhmische Adlige zwei kaiserliche Statthalter und einen Sekretär aus einem Fenster der Prager Burg warfen, um gegen die katholische Religionspolitik des Habsburgers Ferdinand II. zu protestieren. Obwohl alle drei den Sturz überlebten, gilt dieser Akt des gewaltsamen Widerstands als der Auslöser für den verheerenden Dreißigjährigen Krieg, der in Mitteleuropa ausbrach.
Es waren heute wieder sehr winterliche Temperaturen. Wir waren aber tapfer und stellten uns auch ohne Murren ca. 20 Minuten an, um in den Veitsdom zu gelangen.
Das lange warten hat sich aber auf alle Fälle gelohnt, weil sich uns gleich nach Betreten
die imposanten Räumlichkeiten des Veitsdoms eröffneten: die Decken reichten mehrere Meter in die Höhe und durch die Buntglasfenster wurde die Kathedrale in warmes, gedimmtes Licht getaucht. Besonders ins Auge stechen die von dem berühmtesten tschechischen Jugendstilmaler Alfons Mucha gestalteten Kirchenfenster.
Im Dom werden die Reliquien bedeutender tschechischer Heiliger aufbewahrt, so z. B. des tschechischen Nationalheiligen Wenzel und des heiligen Johannes von Nepomuk.
Auch die Grabstätten von Kaiser Karl IV. und Rudolf II. sind hier zu besichtigen.
Im Anschluss schlenderten durch das Goldene Gässchen, wo man einen Blick in die winzigen Häuschen werfen und eine Vorstellung davon gewinnen kann, wie die Menschen damals auf kleinstem Raum gelebt haben. Man sagt, dass hier die Alchemisten gewohnt haben, die für Rudolf II gearbeitet und daran gearbeitet haben einen Verjüngungstrank, als auch den Stein der Weisen herzustellen. Auch der berühmte Schriftsteller Franz Kafka lebte für kurze Zeit in dem Haus Nr. 22 im Goldenen Gässchen.
Von der Prager Burg gingen wir bergab zu der uns schon bekannten Haltestelle „Malostranska“ und fuhren von hier zurück zum Hotel. Die Stunde Pause wollte auch jeder nutzen, um sich etwas auszuruhen und vor allem aufzuwärmen.
Am Nachmittag stand für den Großteil unserer Gruppe ein Neujahsrkonzert im Gemeindehaus an. Das Gemeindehaus wurde von 1905 bis 1911 im Jugendstil erbaut und viele berühmte tschechische Künstler – wie Josef Vaclav Myslbek, Mikolas Ales oder Alfons Mucha - haben an der Innenausstattung mitgewirkt. Im Smetana Saal finden sich beispielsweise die allegorischen Statuen des tschechischen Künstlers Karel Spillar.
Das Neujahrskonzert, für das wir Karten hatten, fand allerdings im Gregr-Saal staat. Benannt ist der Saal nach Julius Gregr – dem Gründer einer einflussreichen tschechischen Zeitung des 19. Und 20. Jahrhunderts. Der Saal hat eine gute Akkustik und ist ebenfalls mit Malereien im Jugendstil ausgeschmückt.
Es spielte das Dvorak-Sinfonieorchester Prag mit Kammerbesetzung, mit Klavier und Gesangssolo. Gespielt wurden Klassiker, wie die Ouvertüre aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet, tschechische Klassiker, wie „Die Moldau“ von Bedrich Smetana und Ruslkas Arie aus der Oper „Rusalka“ von Antonin Dvorak. Das Konzert schloss mit den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi.
Genau neben dem Gemeindehaus befindet sich der Pulvertur. Dieser stammt aus dem Jahr 1475 und ist 65 Meter hoch. Der Pulverturm gilt als das Eingangstor zur Prager Altstadt und hier beginnt der Königsweg hinauf zur Prager Burg.
Genau gegenüber des Gemeindehauses befindet sich die Gaststätte Kolknova Cielnice – Nove Mesto. Das Restaurant gehört zu den Original-Gaststätten von Pilsener Urquell und bietet neben dem bekannten tschechischen Bier auch typisch tschechische Küche.
Hier war unsere Gruppe wieder komplett und wir genossen das rustikale Ambiente und das schmackhafte Essen. Wir stießen auf unsere erlebnisreiche Reise an und bedauerten, dass diese sich langsam dem Ende neigte.
5. Tag, 01.01.2026: Heimreise
Heute endete bereits unsere schöne und erlebnisreiche Reise nach Prag. Noch an der Hotelrezeption verabschiedeten wir uns von den beiden Gästen, die die Reise mit Eigenanreise gebucht hatten und zurück mit dem Zug nach Berlin fahren wollten.
Für den Rest der Gruppe wartete unterhalb des Hotels bereits der Midibus der Firma Stöckchen-Reisen mit uns. Die etwa zweieinhalb Stunden Fahrt nach Dresden vertrieben wir uns mit tschechischen Märchen und erreichten unsere Ausstiege um die Mittagszeit, wo die Transfers innerhalb Dresdens und nach Chemnitz bereits auf uns warteten. Eine schöne und erlebnisreiche Silvesterfeier ging zu Ende.
Ich danke allen Reisegästen für die schöne Silvesterreise nach Prag und hoffe, dass Sie diese in guter Erinnerung behalten werden. Für das neue Jahr 2026 wünsche ich Ihnen viel Gesundheit, Glück, Erfolg und viele weitere spannende und erlebnisreiche Reisen.
Viele Grüße
Anna
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