Vietnam und Kambodscha – zwischen Tradition, Natur und Lebensfreude
Reisebericht: 24.02. – 15.03.2026
Vietnam ist wie ein geschwungener Drache, dessen Schuppen aus smaragdgrünen Reisterrassen und bizarren Kalksteinfelsen bestehen. Diesen Drachen und das benachbarte Kambodscha wollen wir entdecken.
Ein Reisebericht von
Heike Jack
Di, 24.03.26 Die lange Reise beginnt
Am Vormittag reisen wir aus verschiedenen Richtungen an, um uns am Frankfurter Flughafen zusammen zu finden.
Am Gate ist unsere Gruppe vollständig. Allerdings müssen wir den Wartebereich noch einmal verlassen, um die Bordkarten zu tauschen und in einer langen Schlange auf das Boarding zu warten. Doch endlich haben alle ihren Platz im Flugzeug gefunden.
Mi, 25.03.26 Ankunft in Hanoi
Nach einem langen, aber erwartungsvollen Flug landen wir am nächsten Tag eine Stunde früher als geplant in der vietnamesischen Hauptstadt. Auch alle Koffer sind angekommen, wir werden herzlich von unserem vietnamesischen Reiseleiter Lang empfangen und zu unserem Hotel gebracht. Nach einer kurzen Pause zum Frischmachen und dem ersten vietnamesischen Frühstück stürzen wir uns direkt ins Abenteuer.
Während unserer Stadtrundfahrt besuchen wir das Ho-Chi-Minh-Mausoleum und sein ehemaliges Wohnhaus und erfahren von unserem Guide Lang viel über die Geschichte des Landes und den großen vietnamesischen Nationalhelden Ho Chi Minh. Die langen Schlangen der Besucher werden mit scharfer Stimme reguliert und junge Männer mit weißen Uniformen bewachen die Mumie. Ob der Gehuldigte diesen Personenkult wohl gut geheißen hätte? Die wechselvolle Geschichte des Landes wird hier eindrucksvoll dargestellt.
Ein Muss in Hanoi ist der Besuch der Train Street. Während wir den typischen Eierkaffee genießen, werden die Tische weggeräumt und ein Zug schiebt sich durch die enge Gasse, direkt an unseren Fußspitzen vorbei.
Bei einem ersten Spaziergang durch die belebten Straßen der Altstadt, die meist nach den ansässigen Gewerken benannt sind, tauchen wir in das pulsierende Leben Hanois ein. Händler, Mopeds, Garküchen – alles wirkt chaotisch und gleichzeitig faszinierend.
Etwas erschöpft von der Reise und den vielen Eindrücken nehmen wir dankbar den Vorschlag an, uns in einer Nachmittagspause zu erholen. Den Abend lassen wir bei einem gemeinsamen Willkommens-Dinner mit vietnamesischen Spezialitäten ausklingen – ein perfekter Start in unsere Vietnamreise.
Do, 26.03.26 Kultur, Geschichte und asiatisches Flair
Heute entdecken wir Hanoi intensiver und stürzen uns in den lebhaften Verkehr.
Auf den Spuren von Konfuzius, im Tempel der Literatur, der ersten Universität Vietnams, spüren wir die tiefe Wertschätzung für Bildung und Tradition. Sowohl Schulanfänger als auch Absolventen erweisen hier Wissenschaft und Forschung ihren Respekt.
Danach erleben wir Hanoi aus einer anderen Perspektive: Bei einer Rikscha-Fahrt durch die Altstadt lassen wir uns treiben, hautnah dran an den anderen Verkehrsteilnehmern. Scheinbar ohne Regeln wuseln Mopeds zwischen Autos, Bussen und Fußgängern umher. Wir sind erstaunt, dass nix passiert.
Nach einer entspannten Mittagspause probieren wir das leichte Hanoi-Bier vom Fass, bevor wir den Tag mit einer Vorstellung des traditionellen Wasserpuppen-Theaters beschließen – ein echtes kulturelles Highlight, das wir so noch nicht gesehen haben.
Zum Abendessen führt uns Lang wieder in ein schönes Restaurant, wo wir uns das leckere Menü schmecken lassen.
Fr, 27.03.26 Die Magie der Halong–Bucht
Nach dem Frühstück fahren wir Richtung Osten zur legendären Halong-Bucht. Schon die ersten Ausblicke auf die bizarren Karstfelsen im Golf von Tonkin rauben uns den Atem. In einer Perlenmanufaktur bekommen wir einen interessanten Einblick über die Aufzucht von Austernperlen.
Mittags gehen wir an Bord unserer Dschunke – unserem schwimmenden Hotel – und genießen ein köstliches Meeresfrüchte-Essen.
Während der Fahrt durch dieses Naturwunder besuchen wir eine beeindruckende Tropfsteinhöhle, an dem kleinen Strand setzt leider Nieselregen ein.
Bei Sonnenuntergang ankert unsere Dschunke in einer ruhigen Bucht. Der Chefkoch zeigt uns verschiedene Methoden, wie man Frühlingsrollen herstellen kann. Den anschließenden Wettbewerb gewinnt Inge aus unserer Gruppe. Glückwunsch! Nun wird das Dinner serviert.
Die Nacht verbringen wir in gemütlichen Kabinen an Bord – ein unvergessliches Erlebnis.
Sa, 28.03.26 Tai Chi, Karstlandschaften und königliches Flair
Früh am Morgen nehmen immerhin unsere Zwillinge am Tai-Chi-Kurs mit Ben an Deck teil, umgeben von tausenden Inseln und steilen Felsen.
Ausflug zur Überraschungshöhle.
Nach einem entspannten Brunch kehren wir an Land zurück und fahren weiter zur „trockenen Halong-Bucht“ bei Ninh Binh. Zwischen schroffen Karstbergen und grünen Reisfeldern wirkt die Landschaft fast surreal. Hier wurden auch einige Szenen des Filmes "Kong" gedreht. Mit kleinen Booten werden wir durch die Landschaft gerudert. Leider haben wir kein Glück und entdecken keine Langur-Affen, eines der Symboltiere Vietnams.
Unsere Unterkunft für die Nacht ist das traumhafte Emeralda Ninh Binh Resort, das wie eine alte Königsstadt gestaltet ist – mit Pool und Park und vielen Seerosen der perfekte Ort zum Entspannen.
So, 01.03.26 In den Bergen von Mai Chau
Nach dem Frühstück geht es weiter in die Bergregion nach Mai Chau. Wir sehen Friedhöfe und Einzelgräber in Reisfeldern, die typischen schmalen Häuser an der Straße und Obstbäume mit Litschi-, Longan- und Pomelofrüchten.
Im Muong-Gebiet lernen wir das authentische Leben der Bergstämme kennen und spazieren gemeinsam durch die Dörfer entlang der Reisfelder.
Am Berghang besuchen wir etwas skeptisch einen Markt des Thai-Volkes, wo Hühner und Ratten geschlachtet und gebraten werden, Klebreis in Bambysröhren gekocht wird und die hygienischen Bedingungen von unseren weit entfernt sind.
Nach einer kurvenreichen Anfahrt erwartet uns die idyllische HideAway Lodge am See und ein leckeres Abendessen. Über dem See der Stille, der bis zu 60 Meter tief ist, wirkt der Sonnenuntergang besonders reizvoll.
Danach dürfen wir einer traditionellen Tanzvorführung der Thai beiwohnen und sogar fröhlich mittanzen. Die farbenfrohen Trachten und die Musik geben uns einen wunderbaren Einblick in die lokale Kultur dieser ethnischen Gruppe.
Mo, 02.03.26 Abschied vom Norden – auf nach Zentralvietnam
Der Morgen bleibt zunächst dunkel, zumindest im Bad - Stromausfall. Das stört uns aber wenig, zum Frühstück läuft ein Notfallgenerator. Wir nutzen die Zeit für einen letzten Spaziergang durch die idyllische Anlage der Mai Chau HideAway Lodge.
Anschließend fahren wir zurück nach Hanoi und weiter zum Flughafen.
Unterwegs probieren wir leckere Jackfruit (ist die wirklich nach unserer Reisebegleitung benannt?) und besuchen eine Lackbilder-Manufaktur. Zum Mittag spendiert Heike uns noch die berühmte Pho-Suppe mit Nudeln und Rindfleisch.
Ein kurzer Flug bringt uns nach Da Nang, wo wir herzlich empfangen werden. Leider hat es ein Koffer nicht geschafft, er wird aber noch in der Nacht zum Hotel geliefert.
Gemeinsam fahren wir in das charmante Städtchen Hoi An, direkt zum Abendessen in ein atmosphärisches Restaurant. Das letzte Stück legen wir mit kleinen Tuk Tuks zurück, ein herrlicher Spaß.
Unser Hotel nahe der historischen Altstadt besticht dann durch gemütliche Zimmer, eine Roof Top Bar und - nächster Morgen - eine riesige Frühstücksauswahl.
Do, 03.03.26 Hoi An – Laternen, Geschichte und Meeresbrise
Hoi An verzaubert uns sofort mit seiner entspannten Atmosphäre. Am Vormittag entdecken wir die Stadt vom Wasser aus. Bei einer Bootsfahrt auf den runden Bambusbooten - ausgestattet mit den Tisch vietnamesischen Kopfbedeckungen - gleiten wir durch idyllische Kanäle, gesäumt von Wasserpalmen, aber auch durch den "Ballermann" Vietnams mit Musik und fast artistischen Darbietungen.
Nun schlendern wir durch die historische Altstadt, vorbei an alten Holzhäusern, Tempeln und kunstvollen Bogenbrücken. Bunte Lampions schmücken die Gassen und verleihen der Stadt einen ganz besonderen Charme. Wir besuchen die Chinesische Versammlungshalle und die berühmte Japanische Brücke, die wie kaum ein anderes Bauwerk für Hoi An steht.
Der Nachmittag gehört uns: Wir erholen uns im Hotel oder bummeln durch kleine Läden, stöbern nach Souvenirs und trinken Eierkaffee.
Zum Abendessen treffen wir uns wieder in einem Restaurant in der Altstadt, wo wir der vietnamesischen Küche immer weiter verfallen.
Fr, 04.03.26 Über den Wolkenpass nach Hue
Heute verlassen wir Hoi An und machen uns auf den Weg nach Hue. Die Fahrt über den beeindruckenden Wolkenpass ist ein echtes Erlebnis: Er trennt nicht nur geografisch, sondern auch klimatisch und kulturell Nord- und Südvietnam. Unterwegs genießen wir fantastische Ausblicke auf den Strand von Lang Co und die mystischen Marmorberge.
In der Nähe der Austernbänke machen wir unsere Mittagspause. Von den Geburtstagskindern gibt es Obst und Reisschnaps, also Obstler.
Am Nachmittag erreichen wir die ehemalige Kaiserstadt Hue und besichtigen das Grabmal von Tu Duc, eines der prunkvollsten Königsgräber der Nguyen-Dynastie. Hier können wir auch die traditionellen Räucherstäbchen erwerben.
Wir beziehen unser Hotel Romance im Stadtzentrum, lassen den Tag entspannt im Roof-Top-Pool ausklingen und genießen den Blick über die Stadt.
Zum Abendessen fahren wir mit einem kleinen Bus in die Zitadelle. In diesem Restaurant isst das Auge mit. Alle Gerichte sind wunderschön dekoriert - und schmecken köstlich.
Sa, 05.03.26 Kaiserstadt Hue – Geschichte zum Anfassen
Am Morgen fahren wir mit dem Dracheboot auf dem Parfümfluss entlang.
Danach besuchen wir die Thien-Mu-Pagode und erhalten einen Einblick in das Leben der hier lebenden Mönche. Hue war über viele Generationen hinweg Sitz der vietnamesischen Kaiser – und das spüren wir an jeder Ecke. Entlang des „Flusses der Wohlgerüche“ entdecken wir prachtvolle kaiserliche Anlagen und tauchen tief in die Geschichte des Landes ein. Höhepunkt des Tages ist der Besuch des imposanten Kaiserpalastes. Die weitläufige Anlage mit Zitadelle und Verbotener Purpurstadt gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe und beeindruckt uns mit ihrer Größe und Detailverliebtheit. Ein Fest für alle Sinne sind die monumentalen Bauwerke und Anlagen mit Seen, Pavillons und sogar Theatern, die die Kaiser bereits zu Lebzeiten errichten ließen.
Am Abend werden wir alle zur höfischen Gesellschaft, krönen unser Kaiserpaar, lassen uns bei einem gemeinsamen Essen von traditioneller Cung-Dinh-Musik verzaubern und genießen die besondere Atmosphäre dieser ehrwürdigen Stadt.
So, 06.03.26 Ho–Chi–Minh–Stadt – Vietnams pulsierendes Herz
Am frühen Morgen fliegen wir weiter nach Ho-Chi-Minh-Stadt, dem ehemaligen Saigon. Bei einer ersten Stadtrundfahrt und einem Spaziergang lernen wir die größte Stadt Vietnams kennen. Wir besuchen den chinesischen Stadtteil mit seinen traditionellen Apotheken und bunten Blumenmärkten, sehen die berühmte Kathedrale Notre Dame und das von Gustave Eiffel entworfene Hauptpostamt. Besonders eindrucksvoll ist der Besuch der Pagode der 10.000 Buddhas, in der wir religiöse Rituale miterleben können.
Am Abend haben wir optional die Möglichkeit, den SkyTower zu besuchen und Saigon aus 262 Metern Höhe bei Nacht zu bestaunen – ein spektakulärer Ausblick. Unsere Unterkunft liegt mitten im Herzen der Stadt, umgeben von bunten Geschäften und lebendigem Treiben. Beim Abendessen in einem schicken Restaurant lassen wir den ereignisreichen Tag genussvoll ausklingen.
Mo, 07.03.26 Das Mekong–Delta – Leben auf dem Wasser
Heute erwartet uns ein ganz besonderes Natur- und Kulturerlebnis. Im Mekong-Delta unternehmen wir eine Bootstour durch die verzweigten Flussarme. Wir besuchen einen Obstgarten, probieren exotische Früchte und lauschen traditioneller Musik. Auf kleinen Sampans gleiten wir durch schmale, von Palmen gesäumte Kanäle – fernab der klassischen Touristenrouten.
Ein kulinarischer Höhepunkt ist das gemeinsame Elefantenohr-Fischessen in einem lokalen Gartenrestaurant. Am Abend setzen wir unsere Reise fort und erreichen Can Tho, wo wir übernachten.
Di, 08.03.26 Schwimmende Märkte und grüne Mangrovenwelten
Früh am Morgen steigen wir erneut ins Boot und erleben die faszinierenden schwimmenden Märkte des Mekong-Deltas. Der Markt von Cai Rang ist der größte seiner Art: Ein lebendiges Gewusel aus kleinen Booten und großen Schiffen, beladen mit Bergen von Obst, Gemüse und anderen Waren. Schwimmende Garküchen versorgen Händler und Besucher – eine Szenerie voller Leben und Farben.
Anschließend fahren wir weiter nach Chau Doc. Unterwegs erkunden wir die Eukalyptus-Mangroven-Landschaft von Tra Su. Mit einem kleinen Holzboot gleiten wir durch eine traumhafte Naturkulisse aus Lotusfeldern, Wasserhyazinthen und dichtem Wald. In diesem geschützten Gebiet beobachten wir zahlreiche Vogelarten wie Enten, Störche und sogar Eisvögel – ein stiller, fast magischer Abschluss eines weiteren unvergesslichen Reisetages.
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