Vietnam und Kambodscha – zwischen Tradition, Natur und Lebensfreude
Reisebericht: 24.02. – 15.03.2026
Vietnam ist wie ein geschwungener Drache, dessen Schuppen aus smaragdgrünen Reisterrassen und bizarren Kalksteinfelsen bestehen. Diesen Drachen und das benachbarte Kambodscha wollen wir entdecken.
Ein Reisebericht von
Heike Jack
Di, 24.03.26 Die lange Reise beginnt
Am Vormittag reisen wir aus verschiedenen Richtungen an, um uns am Frankfurter Flughafen zusammen zu finden.
Am Gate ist unsere Gruppe vollständig. Allerdings müssen wir den Wartebereich noch einmal verlassen, um die Bordkarten zu tauschen und in einer langen Schlange auf das Boarding zu warten. Doch endlich haben alle ihren Platz im Flugzeug gefunden.
Mi, 25.03.26 Ankunft in Hanoi
Nach einem langen, aber erwartungsvollen Flug landen wir am nächsten Tag eine Stunde früher als geplant in der vietnamesischen Hauptstadt. Auch alle Koffer sind angekommen, wir werden herzlich von unserem vietnamesischen Reiseleiter Lang empfangen und zu unserem Hotel gebracht. Schon auf der Fahrt bestaunen wir den scheinbar regellosen Verkehr der Mopedfahrer unter ihren Regencapes. Nach einer kurzen Pause zum Frischmachen und dem ersten vietnamesischen Frühstück stürzen wir uns direkt ins Abenteuer.
Während unserer Stadtrundfahrt besuchen wir das Ho-Chi-Minh-Mausoleum und sein ehemaliges Wohnhaus und erfahren von unserem Guide Lang viel über die Geschichte des Landes und den großen vietnamesischen Nationalhelden Ho Chi Minh. Die langen Schlangen der Besucher werden mit scharfer Stimme reguliert und junge Männer mit weißen Uniformen bewachen die Mumie. Ob der Gehuldigte diesen Personenkult wohl gut geheißen hätte? Die wechselvolle Geschichte des Landes wird hier eindrucksvoll dargestellt.
Ein Muss in Hanoi ist der Besuch der Train Street. Während wir den typischen Eierkaffee genießen, werden die Tische weggeräumt und ein Zug schiebt sich durch die enge Gasse, direkt an unseren Fußspitzen vorbei.
Bei einem ersten Spaziergang durch die belebten Straßen der Altstadt, die meist nach den ansässigen Gewerken benannt sind, tauchen wir in das pulsierende Leben Hanois ein. Händler, Mopeds, Garküchen – alles wirkt chaotisch und gleichzeitig faszinierend.
Etwas erschöpft von der Reise und den vielen Eindrücken nehmen wir dankbar den Vorschlag an, uns in einer Nachmittagspause zu erholen. Den Abend lassen wir bei einem gemeinsamen Willkommens-Dinner mit vietnamesischen Spezialitäten ausklingen – ein perfekter Start in unsere Vietnamreise.
Do, 26.03.26 Kultur, Geschichte und asiatisches Flair
Heute entdecken wir Hanoi intensiver und stürzen uns in den lebhaften Verkehr.
Auf den Spuren von Konfuzius, im Tempel der Literatur, der ersten Universität Vietnams, spüren wir die tiefe Wertschätzung für Bildung und Tradition. Sowohl Schulanfänger als auch Absolventen erweisen hier Wissenschaft und Forschung ihren Respekt.
Danach erleben wir Hanoi aus einer anderen Perspektive: Bei einer Rikscha-Fahrt durch die Altstadt lassen wir uns treiben, hautnah dran an den anderen Verkehrsteilnehmern. Scheinbar ohne Regeln wuseln Mopeds zwischen Autos, Bussen und Fußgängern umher. Wir sind wiederum erstaunt, dass nix passiert.
Nach einer entspannten Mittagspause probieren wir das leichte Hanoi-Bier vom Fass und spazieren um den Kiem See, das Herz der Stadt. Wir beschließen den Tag mit einer Vorstellung des traditionellen Wasserpuppen-Theaters – ein echtes kulturelles Highlight, das wir so noch nicht gesehen haben.
Zum Abendessen führt uns Lang in das schöne Restaurant Mothers Kitchen, wo wir uns das leckere Menü schmecken lassen.
Fr, 27.03.26 Die Magie der Halong–Bucht
Nach dem Frühstück fahren wir Richtung Osten zur legendären Halong-Bucht. Wir überqueren den roten Fluss, fahren durch die sogenannte "Reisschüssel" Vietnams, wo noch in Handarbeit die Setzlinge gesetzt werden. Obstplantagen mit Litschi- und Longan-Früchten säumen die Straße. Ein ungewohntes Bild sind auch die Grabmale mitten in den Reisfeldern.
Schon die ersten Ausblicke auf die bizarren Karstfelsen im Golf von Tonkin rauben uns den Atem. In einer Perlenmanufaktur bekommen wir einen interessanten Einblick über die Aufzucht von Austernperlen.
Mittags gehen wir an Bord unserer Dschunke – unserem schwimmenden Hotel – und genießen ein köstliches Meeresfrüchte-Essen. Während der Fahrt durch dieses Naturwunder besuchen wir eine beeindruckende Tropfsteinhöhle, an dem kleinen Strand setzt leider Nieselregen ein.
Bei Sonnenuntergang ankert unsere Dschunke in einer ruhigen Bucht. Der Chefkoch zeigt uns verschiedene Methoden, wie man Frühlingsrollen herstellen kann. Den anschließenden Wettbewerb gewinnt Inge aus unserer Gruppe. Glückwunsch! Nun wird das Dinner serviert.
Die Nacht verbringen wir in gemütlichen Kabinen an Bord – ein unvergessliches Erlebnis.
Sa, 28.03.26 Tai Chi, Karstlandschaften und königliches Flair
In HaNoi ist der Drache aufgestiegen, in HaLong ist der Drache gelandet, so sagt es die Legende.
Früh am Morgen nehmen immerhin unsere Zwillinge am Tai-Chi-Kurs mit Ben an Deck teil, umgeben von tausenden Inseln und steilen Felsen. Dann fahren uns die Tenderboote zu unserem Ausflug zur Überraschungshöhle. Die zweitgrößte Höhle Vietnams fasziniert mit wundersamen Gebilden, Stalagmiten und Stalaktiten.
Nach einem entspannten Brunch kehren wir an Land zurück und fahren weiter zur „trockenen Halong-Bucht“ bei Ninh Binh. Zwischen schroffen Karstbergen und grünen Reisfeldern wirkt die Landschaft fast surreal. Hier wurden auch einige Szenen des Filmes "Kong" gedreht. Mit kleinen Booten werden wir bei Sonnenschein durch die herrliche Landschaft gerudert. Leider haben wir kein Glück und entdecken keine Langur-Affen, eines der Symboltiere Vietnams.
Unsere Unterkunft für die Nacht ist das traumhafte Emeralda Ninh Binh Resort, das wie eine alte Königsstadt gestaltet ist – mit Pool und Park und vielen Seerosen der perfekte Ort zum Entspannen.
So, 01.03.26 In den Bergen von Mai Chau
Nach dem Frühstück geht es weiter in die Bergregion nach Mai Chau. Wir sehen Friedhöfe und Einzelgräber in Reisfeldern, die typischen schmalen Häuser an der Straße und Obstbäume mit Litschi-, Longan- und Pomelofrüchten.
Im Muong-Gebiet lernen wir das authentische Leben der Bergstämme kennen und spazieren gemeinsam durch die Dörfer entlang der Reisfelder. Handwerkliche Produkte und Trachten werden hier zum Verkauf angeboten.
Am Berghang besuchen wir etwas skeptisch einen Markt des Thai-Volkes, wo Hühner und Ratten geschlachtet und gebraten werden, Klebreis in Bambusröhren gekocht wird und die hygienischen Bedingungen von unseren weit entfernt sind.
Nach einer kurvenreichen Anfahrt erwartet uns die idyllische HideAway Lodge am See und ein leckeres Abendessen. Über dem See der Stille, der bis zu 60 Meter tief ist, wirkt der Sonnenuntergang besonders reizvoll.
Danach dürfen wir einer traditionellen Tanzvorführung der Thai beiwohnen und sogar fröhlich mittanzen. Die farbenfrohen Trachten und die Musik geben uns einen wunderbaren Einblick in die lokale Kultur dieser ethnischen Gruppe.
Mo, 02.03.26 Abschied vom Norden – auf nach Zentralvietnam
Der Morgen bleibt zunächst dunkel, zumindest im Bad - Stromausfall. Das stört uns aber wenig, zum Frühstück läuft ein Notfallgenerator. Wir nutzen die Zeit für einen letzten Spaziergang durch die idyllische Anlage der Mai Chau HideAway Lodge.
Anschließend fahren wir zurück nach Hanoi und weiter zum Flughafen.
Unterwegs probieren wir leckere Jackfruit (ist die wirklich nach unserer Reisebegleitung benannt?) und besuchen eine Lackbilder-Manufaktur. Zum Mittag spendiert Heike uns noch die berühmte Pho-Suppe mit Nudeln und Rindfleisch.
Ein kurzer Flug bringt uns nach Da Nang, wo wir herzlich von Guide Trung empfangen werden. Leider hat es ein Koffer nicht geschafft, er wird aber noch in der Nacht zum Hotel geliefert.
Gemeinsam fahren wir in das charmante Städtchen Hoi An, direkt zum Abendessen in ein atmosphärisches Restaurant. Das letzte Stück legen wir mit kleinen Tuk Tuks zurück, ein herrlicher Spaß.
Unser Hotel nahe der historischen Altstadt besticht dann durch gemütliche Zimmer, eine Roof Top Bar und - am nächsten Morgen - eine riesige Frühstücksauswahl.
Di, 03.03.26 Hoi An – Laternen, Geschichte und Meeresbrise
Hoi An verzaubert uns sofort mit seiner entspannten Atmosphäre. Am Vormittag entdecken wir die Stadt vom Wasser aus. Bei einer Bootsfahrt auf den runden Bambusbooten - ausgestattet mit den typisch vietnamesischen Kopfbedeckungen - gleiten wir durch idyllische Kanäle, gesäumt von Wasserpalmen, aber auch durch den "Ballermann" Vietnams mit Musik und fast artistischen Darbietungen. An der Anlegestelle lässt uns die freundliche Bootschefin Kokosnüsse probieren.
Nun schlendern wir durch die historische Altstadt, vorbei an alten Holzhäusern, Tempeln und kunstvollen Bogenbrücken. Bunte Lampions schmücken die Gassen und verleihen der Stadt einen ganz besonderen Charme. Wir besuchen die Chinesische Versammlungshalle und die berühmte Japanische Brücke, die wie kaum ein anderes Bauwerk für Hoi An steht.
Der Nachmittag gehört uns: Wir erholen uns im Hotel oder bummeln durch kleine Läden, stöbern nach Souvenirs und trinken Eierkaffee.
Zum Abendessen treffen wir uns wieder in einem Restaurant in der Altstadt, wo wir der vietnamesischen Küche immer weiter verfallen.
Mi, 04.03.26 Über den Wolkenpass nach Hue
Heute verlassen wir Hoi An und machen uns auf den Weg nach Hue. Die Fahrt über den beeindruckenden Wolkenpass ist ein echtes Erlebnis: Er trennt nicht nur geografisch, sondern auch klimatisch und kulturell Nord- und Südvietnam. Unterwegs genießen wir fantastische Ausblicke auf den Strand von Lang Co und die mystischen Marmorberge.
In der Nähe der Austernbänke im "The Lagoon 2" machen wir unsere Mittagspause mit feinsten Frühlingsrollen. Von den Geburtstagskindern gibt es Obst und Reisschnaps, also Obstler.
Am Nachmittag erreichen wir die ehemalige Kaiserstadt Hue und besichtigen das Grabmal von Tu Duc, eines der prunkvollsten Königsgräber der Nguyen-Dynastie. Hier können wir auch die traditionellen Räucherstäbchen erwerben.
Wir beziehen unser Hotel Romance im Stadtzentrum, lassen den Tag entspannt im Roof-Top-Pool ausklingen und genießen den Blick über die Stadt.
Zum Abendessen fahren wir mit einem kleinen Bus in die Zitadelle. In diesem Restaurant isst das Auge mit. Alle Gerichte sind wunderschön dekoriert - und schmecken köstlich.
Do, 05.03.26 Kaiserstadt Hue – Geschichte zum Anfassen
Am Morgen fahren wir mit dem Drachenboot auf dem Parfümfluss entlang.
Danach besuchen wir die Thien-Mu-Pagode und erhalten einen Einblick in das Leben der hier lebenden Mönche. Hue war über viele Generationen hinweg Sitz der vietnamesischen Kaiser – und das spüren wir an jeder Ecke. Entlang des „Flusses der Wohlgerüche“ entdecken wir prachtvolle kaiserliche Anlagen und tauchen tief in die Geschichte des Landes ein. Höhepunkt des Tages ist der Besuch des imposanten Kaiserpalastes. Die weitläufige Anlage mit Zitadelle und Verbotener Purpurstadt gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe und beeindruckt uns mit ihrer Größe und Detailverliebtheit. Ein Fest für alle Sinne sind die monumentalen Bauwerke und Anlagen mit Seen, Pavillons und sogar Theatern, die die Kaiser bereits zu Lebzeiten errichten ließen. Unser Guide Lam führt uns versiert durch das riesige Gelände.
Am Abend werden wir alle zur höfischen Gesellschaft, krönen unser Kaiserpaar, lassen uns bei einem gemeinsamen Essen von traditioneller Cung-Dinh-Musik verzaubern und genießen die besondere Atmosphäre dieser ehrwürdigen Stadt.
Fr, 06.03.26 Ho–Chi–Minh–Stadt – Vietnams pulsierendes Herz
Am frühen Morgen, sehr früh, klingeln die Wecker und wir fliegen weiter nach Ho-Chi-Minh-Stadt, dem ehemaligen Saigon. Bei einer ersten Stadtrundfahrt mit Guide Loc und Spaziergängen lernen wir die größte Stadt Vietnams kennen. Wir besuchen den chinesischen Markt in "China Town", sehen die traditionellen Apotheken und bunten Baumärkte, die berühmte Kathedrale Notre Dame und das von Gustave Eiffel entworfene Hauptpostamt. Ob die Postkarten von hier wohl wirklich bald ihre Empfänger erreichen? Besonders eindrucksvoll ist der Besuch der Pagode der 10.000 Buddhas, in der wir den Duft der zahllosen Räucherstäbchen atmen können.
Danach haben wir die Möglichkeit, den SkyTower zu besuchen und Saigon aus 178 Metern Höhe zu bestaunen – trotz Regen ein spektakulärer Ausblick. Unser Hotel liegt mitten im Herzen der Stadt, umgeben von bunten Geschäften und lebendigem Treiben.
Beim Abendessen auf einem tollen Boot lassen wir den ereignisreichen Tag mit Musik und den strahlenden Lichtern der Brücken und am Ufer des Saigon - Flusses genussvoll ausklingen. Einige von uns verstärken sogar die Band auf der Bühne. Wir sind überrascht von den vielfältigen Eindrücken in dieser Stadt.
Sa, 07.03.26 Das Mekong–Delta – Leben auf dem Wasser
Bevor wir Saigon am Morgen verlassen, erhaschen wir noch einen Blick auf das Opernhaus und das Rathaus. Einheimische beginnen den Tag mit Tai Chi.
Heute erwartet uns ein ganz besonderes Natur- und Kulturerlebnis. Der Mekong ist mit ca. 4.500 km Länge die Lebensader für ca. 8 Millionen Menschen in Südostasien. Im Mekong-Delta unternehmen wir eine Bootstour durch die verzweigten Flussarme. Wir besuchen einen Obstgarten, probieren exotische Früchte wie Wasserapfel und den wundersamen Schlangenschnaps , dem Heilkräfte nachgesagt werden. Wir lauschen traditioneller Musik bei einem charmanten Theaterstück. Auf kleinen Sampans gleiten wir durch schmale, von Palmen gesäumte Kanäle. Als bei einem Boot der Motor ausfällt, machen wir uns ganz kurz Sorgen, aber alles geht gut.
Ein kulinarischer Höhepunkt ist das gemeinsame Elefantenohr-Fischessen in einem lokalen Gartenrestaurant. Zur Verdauung gibt es von unserem Guide Binh noch einen Reisschnaps.
Wir setzen unsere Reise fort und erreichen Can Tho, wo wir übernachten. Jedoch nicht, ohne uns vorher in das bunte und laute Nachtleben am Flussufer gestürzt zu haben
So, 08.03.26 Schwimmende Märkte und grüne Mangrovenwelten
Früh am Morgen steigen wir erneut ins Boot und erleben die faszinierenden schwimmenden Märkte des Mekong-Deltas. Der Markt von Cai Rang ist der größte seiner Art: Ein lebendiges Gewusel aus kleinen Booten und großen Schiffen, beladen mit Bergen von Obst, Gemüse und anderen Waren. Schwimmende Garküchen versorgen Händler und Besucher – eine Szenerie voller Leben und Farben, aber auch sehr armen Lebensbedingungen.
Weil heute der Internationale Frauentag ist, lädt unser Guide Binh zur Kaffeepause ins Hängematten-Café ein. Dort erzählt er uns auch sehr anschaulich und theatralisch vom Leben der gläubigen Vietnamesen.
Unterwegs erkunden wir noch die Eukalyptus-Mangroven-Landschaft von Tra Su. Mit einem kleinen Holzboot gleiten wir durch eine traumhafte Naturkulisse aus Lotusfeldern, Wasserhyazinthen und dichtem Wald. In diesem geschützten Gebiet beobachten wir zahlreiche Vogelarten wie Enten, Pfauen, Kormorane und Tauben. Auch die farbenprächtige Flora in diesem Areal mit Lotusblüten, Mangroven, Orchideen und anderen Pflanzen lässt uns einen fast magischen Abschluss eines weiteren unvergesslichen Reisetages erleben. Anschließend fahren wir weiter nach Chau Doc.
Am Abend erreichen wir unser Hotel, wo wir ebenfalls wieder ein überaus schmackhaftes Abendessen genießen.
Mo, 09.03.26 Auf dem Mekong nach Kambodscha
Heute beginnt ein neues Kapitel unserer Reise: Kambodscha! Früh am Morgen steigen wir in Chau Doc in ein Schnellboot und gleiten durch die beeindruckende Mekong-Landschaft in Richtung Phnom Penh. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, unser Boot startet als erstes und so sind wir auch die Ersten an den ausgiebigen Grenzkontrollen. Die Sonne scheint, der Fahrtwind weht um unsere Ohren.
Entlang des mächtigen Flusses beobachten wir das Leben auf und am Wasser – schwimmende Häuser, Fischerboote, Lastkähne und grüne Ufer ziehen an uns vorbei. Je näher wir Kambodscha kommen, desto spürbarer verändert sich die Landschaft.
Ein ganz besonderer Moment ist die Grenzüberquerung zwischen Vietnam und Kambodscha. Hier können wir auch Geld tauschen, noch den vietnamesischen Dong-Millionen müssen wir uns nun auf kambodschanische Riel einstellen.
Gegen Mittag erreichen wir Phnom Penh. Unsere Stadtführerin Phu Samnang erwartet uns schon
Nach den Check in im noblen Hotel erkunden wir gemeinsam per Tuk Tuk die lebendige Hauptstadt und sammeln erste Eindrücke dieses faszinierenden Landes. Der russische Markt, Hauptbahnhof und Postamt sind ebenso Zwischenstopps wie der im 15. Jahrhundert entstandene Wat Ounalom - Tempel. Er gilt als einer der wichtigsten Tempel des Landes, da er den Sitz des buddhistischen Maha Nikaya Ordens markiert. In einer der goldenen Stupas soll sich ein Augenbrauenhaar von Buddha befinden.
Das Abendessen genießen wir direkt am Fluss, erstmals mit typisch kambodschanischer Küche. Eine Tänzerin bewegt sich sehr grazil zu khmerischen Klängen.
Di, 10.03.26 Phnom Penh – königlicher Glanz und kolonialer Charme
Bei unserer Stadtrundfahrt entdecken wir Phnom Penh, eine Stadt, die noch heute deutlich von der französischen Kolonialzeit geprägt ist. Das 1958 errichtete Unabhängigkeitsdenkmal erinnert an die fünf Jahre zuvor erfolgte Unabhängigkeitserklärung des Landes Kambodscha von Frankreich und soll visuell an die Tempel in Angkor erinnern. Ein Höhepunkt ist der Besuch des prachtvollen Königspalasts mit der berühmten Silber-Pagode. Der Boden aus Tausenden silbernen Fliesen und der goldene, mit über 2.000 Edelsteinen verzierte Buddha lassen uns staunen. Fotos dürfen wir in der Pagode leider nicht machen.
Im Nationalmuseum Kambodschas tauchen wir tief in die Welt der Khmer-Kunst ein und bewundern einzigartige Exponate aus verschiedenen Epochen, Skulpturen aus Sandstein. Dann besuchen wir in 27 Metern Höhe den Wat Phnom - Tempel, das wichtigste Heiligtum der Stadt und Namensgeber Phnom Penhs, auch Hügelpagode genannt. Hier spüren wir die spirituelle Bedeutung dieses Ortes besonders intensiv, Samnang beglückt uns mit gesegneten Geldscheinen.
Noch ein kurzer Abstecher auf den Zentralmarkt, dann macht die Hitze sich bemerkbar und wir brauchen eine Pause. Am späteren Nachmittag fahren wir mit unserem Bus zum Morgan -Tower. Die Sky Bar im 49. Stock bietet einen atemberaubenden Blick auf die Metropole. Bei einem Aperitif genießen wir den Sonnenuntergang, bevor es zum Abendessen wieder hinunter in die Stadt geht.
Mi, 11.03.26 Durch das Landesinnere nach Siem Reap
Unsere Rundreise führt uns heute mit dem Bus weiter durch das kambodschanische Landesinnere. Samnang erzählt aus der Geschichte Kambodschas, die Zeit, in der Pol Pot als „Bruder Nr. 1“ der politische und militärische Führer der Roten Khmer einen riesigen Genozid zu verantworten hatte.
Vorbei an ländlichen Dörfern und weiten Landschaften bekommen wir authentische Einblicke in das ursprüngliche Leben der Menschen. Die typischen Häuser der Khmer stehen auf Stelzen, in unteren Bereich wird gelebt, gearbeitet und das Moped geparkt. Die Armut ist unübersehbar. Eine Familie im Silberdorf handelt mit Dingen aus Silber, während die Kinder bereits zu Hause das Handwerk erlernen. Bei einem kurzen Stopp könnten wir auch Vogelspinnen oder Kakerlaken kosten, machen wir aber nicht. Interessanter sind da schon die Früchte des Cashew-Nussbaums.
Vor der Mittagspause überqueren wir die historische (unkaputtbare) Naga-Brücke aus dem 12. Jahrhundert – ein beeindruckendes Zeugnis alter Baukunst aus Sandstein. Dann verabschieden wir uns von Samnang und begrüßen später unseren neuen Guide Kim.
In Siem Reap angekommen, bleibt Zeit zum Ankommen und Ausruhen, bevor uns am Abend ein besonderes kulturelles Erlebnis erwartet: der Phare Circus. Mit Akrobatik, Tanz, Musik und Theater erzählen junge Künstler bewegende Geschichten aus Kambodscha. Thema ist das "Weiße Gold" - Reis, der hier das Überleben sichert. Die energiegeladene, emotionale Show der jungen Artisten berührt uns tief – und unterstützt zugleich soziale Projekte im Land.
Do, 12.03.26 Angkor – das Herz des Khmer–Reiches
Nach dem Frühstück begeben wir uns auf eine Reise in die glorreiche Vergangenheit des Khmer-Imperiums. Der weltberühmte Tempelkomplex von Angkor ist das nationale Symbol Kambodschas – und sein Zauber ergreift uns sofort.
Wir lassen uns fotografieren, bekommen unsere Angkor-Pässe und schon geht es nach Angkor Thom mit der Elefantenterrasse und dem beeindruckenden Bayon-Tempel. Der Prasat Bayon ist neben dem Angkor Wat die bekannteste und eindrucksvollste Tempelanlage in Angkor – berühmt vor allem wegen seiner Türme mit meterhohen, aus Stein gemeißelten Gesichtern von Lokeshvar, die uns geheimnisvoll entgegen blicken. Wir lassen uns von den detailreichen Flachreliefs, den monumentalen Bauwerken und den steinernen Erzählungen vergangener Zeiten verzaubern
Besonders im majestätischen Angkor Wat, UNESCO-Weltkulturerbe, spüren wir die besondere Magie dieses Ortes.
Am Abend erleben wir neben einem riesigen Buffet mit allerlei Köstlichkeiten die traditionelle Apsara-Tanzshow – ein würdiger und stimmungsvoller Abschluss dieses besonderen Tages.
Fr, 13.03.26 Dschungeltempel und filigrane Kunstwerke
Heute heißt es wieder sehr früh aufstehen, der Sonnenaufgang in Angkor Wat verspricht, sensationell zu werden. In tiefer Dunkelheit kommen wir an und dann verändert sich im Minutentakt die Lichtstimmung, bis endlich die Sonne über der Anlage steht. Nach dem Frühstück besuchen wir den berühmten Dschungeltempel Ta Prohm. Gewaltige Baumwurzeln haben sich über die Ruinen gelegt und verleihen dem Tempel eine fast mystische Atmosphäre. Die Verbindung von Natur und Architektur mit den Würgefeigen (Ficus virens) und die noch größeren Tetrameles nudiflora, deren Wurzeln ganze Gebäude überwachsen, ist hier besonders eindrucksvoll. Die Ruinen dienten auch als Kulisse für den Lara Croft - Film "Tomb Raider".
Anschließend fahren wir zum eleganten Tempel Banteay Srei, auch als „Frauentempel“ bekannt. Der rosafarbene Sandstein und die unglaublich feinen, ornamentreichen Verzierungen machen diesen Tempel zu einem wahren Juwel. Wir staunen über die Detailverliebtheit und die handwerkliche Meisterleistung dieser Anlage aus dem 10. Jahrhundert.
Einige von uns besuchen dann noch die Altstadt von Siem Reap mit dem Markt und der Bierstraße "Pub Street".
Zum Abendessen fahren wir in die romantisch beleuchtete Stadt am Fluss. Den letzten gemeinsamen Abend beschließen wir an der Hotelbar.
Sa, 14.03.26 Tonle Sap und Abschied von Südostasien
Am Vormittag fahren wir mit bereits gepackten Koffern eine Stunde zum Tonle-Sap-See, dem größten Binnensee Südostasiens. Der große Bus hat Mühe, sich durch die schmale Dorfstraße zu zwängen. Dann unternehmen wir eine letzte Bootsfahrt. Bei niedrigem Wasserstand erleben wir das Leben in den Stelzenhäusern der Khmer und den schwimmenden Dörfern hautnah: Fischer bei der Arbeit, Kinder beim Unterricht in schwimmenden Schulen und religiöse Zeremonien in schwimmenden Kirchen. Ein faszinierender, für uns aber auch verstörender, Einblick in eine Welt, die sich komplett dem Rhythmus des Wassers anpasst.
Nach einem leckeren letzten Mittagessen fahren wir die schnurgerade Straße zum neuen Flughafen von Siem Reap. Dort verabschieden wir unseren sympathischen Guide Kim und den Busfahrer.
Unser Flug nach Saigon hat ein bisschen Verspätung, aber wir haben genügend Umsteigezeit. Kurz vor Mitternacht sitzen wir im Flugzeug, das uns zurück nach Europa bringt. Glücklicherweise betreffen uns die kriegsbedingten Unruhen nicht.
So, 15.03.26 Ankunft in Deutschland
Während es in Asien schon Mittag ist, landen wir am frühen Morgen in Frankfurt. Hier verabschiedet sich die Gruppe in alle Richtungen. Weiterflüge und Zugverbindungen sind pünktlich, alle kommen gut nach Hause, im Gepäck nicht nur Souvenirs sondern auch viele Eindrücke und jede Menge Fotos.
Was war das für eine Reise! So viele Erlebnisse, kontrastreiche und überwältigende Gefühle auf den Spuren der jahrhundertealten bis zur modernen Geschichte der zwei besuchten Länder Vietnam und Kambodscha. Lasst die Reise noch lange nachwirken und genießt Euer hier in Deutschland doch sehr komfortables Leben. Ich danke der Gruppe für die Aufmerksamkeit, Neugier und das Vertrauen. Kommt mal wieder mit bei Eberhardt Travel - Richtig reisen - in die ganze Welt! Herzlichst, Eure Reisebegleitung Heike
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