Vietnam & Kambodscha – Schätze Südostasiens
Reisebericht: 21.02. – 12.03.2026
Vietnam beweist eindrucksvoll, dass ein Nebeneinander von Tradition und Moderne funktioniert. Kambodscha besinnt sich seiner uralten Kultur. Spannender könnte eine Reisekombination kaum sein...
Ein Reisebericht von
Birgit Kirchner
Wir starten ins Abenteuer
Endlich geht es los. Wir stehen voller Vorfreude am Flughafen in Frankfurt, aus verschiedenen Richtungen angereist, bereit für unsere Reise nach Vietnam. Wir treffen uns mit unserer Gruppe am Abfluggate – 21 erwartungsvolle Gesichter, alle bereits mit Bordkarten ausgestattet. Die Stimmung ist entspannt, aber voller Vorfreude.
Das Boarding beginnt, und Schritt für Schritt lassen wir den Alltag hinter uns. Kurz darauf hebt unser Flugzeug pünktlich ab. Unter uns verschwindet Deutschland, vor uns liegt ein völlig neues Kapitel. Wir sind unterwegs nach Vietnam. Unsere Gesichter strahlen mit „Happy Buddha“ um die Wette. Was es mit dem auf sich hat? kommt später….
Ankommen in Hanoi & erste Eindrücke
Wir landen früher als geplant in Hanoi – ein perfekter Start in den Tag. Die Einreise verläuft überraschend reibungslos, und auch das Gepäck lässt nicht lange auf sich warten… zumindest größtenteils. Zwei Koffer halten uns noch ein wenig in Spannung, bevor schließlich alle vollständig sind.
Am Ausgang begrüßt uns unser lokaler Guide Chau – ein erster persönlicher Kontakt mit Vietnam. Schon auf der Fahrt zum Hotel spüren wir: Wir sind angekommen. Die Luft ist warm, feucht, fast greifbar – mit rund 90 % Luftfeuchtigkeit legt sich das tropische Klima sofort auf unsere Haut.
Unser Hotel, das stilvolle Le Jardin Haute Couture, empfängt uns mitten in der Altstadt. Noch bevor wir richtig durchatmen, fahren wir hinauf in den 12. Stock zum Frühstück – mit Blick über die Stadt. Während wir essen, wird im Hintergrund bereits alles organisiert: Check-in, Gepäck, Zimmer. Ein erster Moment des Ankommens.
Am Nachmittag stürzen wir uns ins Leben von Hanoi – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Heute ist das chinesische Neujahrsfest, eines der wichtigsten Feste im asiatischen Raum. Die Straßen sind überfüllt, überall herrscht geschäftiges Treiben, Farben, Geräusche und Düfte verschmelzen zu einem intensiven Erlebnis. Die Straßen sind festlich geschmückt mit roten Fähnchen und Lampions.
Wir erkunden das politische Herz der Stadt rund um das Ho-Chi-Minh-Mausoleum, wo der Revolutionsführer Ho Chi Minh bis heute verehrt wird. Ganz in der Nähe sehen wir sein schlichtes Wohnhaus sowie die berühmte Einsäulenpagode – ein buddhistisches Symbol, das bereits im 11. Jahrhundert errichtet wurde und für Reinheit und Spiritualität steht.
Weiter geht es zum Herz der Stadt: dem Hoan-Kiem-See. Der „See des zurückgegebenen Schwertes“ ist tief in der vietnamesischen Geschichte verwurzelt. Der Legende nach erhielt ein Kaiser hier ein magisches Schwert, mit dem er das Land von chinesischen Besatzern befreite – und gab es später einer goldenen Schildkröte im See zurück.
Über die leuchtend rote Brücke erreichen wir den Tempel Ngoc Son (Jadeberg) auf der kleinen Insel – ein Ort der Ruhe inmitten des Trubels. In einer Glasvitrine können wir zwei über 250kg schwere Schildkröten bestaunen. Glaubt man den offiziellen Angaben, wurden diese aus dem Hoan Kiem See geborgen und sie sollen über 400 Jahre alt sein.
Am Abend genießen wir ein gemeinsames Essen im Vi Hanoi Restaurant. Acht Gänge vietnamesischer Küche erwarten uns – ein Fest für die Sinne. Zufrieden und erfüllt schlendern wir zurück zum Hotel.
Ein intensiver erster Tag geht zu Ende – und wir spüren: Diese Reise wird etwas ganz Besonderes.
Hanoi mit allen Sinnen erleben
Der Tag beginnt entspannt mit einem köstlichen Frühstück, mit weitem Blick über die Dächer, während draußen die Stadt langsam erwacht. Die Luft ist diesig, aber trocken – perfekte Bedingungen für unsere Erkundung.
Unser erster Halt ist der beeindruckende Literaturtempel. Auch heute ist viel los, das Neujahrsfest und seine Festivitäten lässt die Bewohner und viele Besucher die kulturellen Stätten aufsuchen. Die Anlage des Literaturtempels ist aus dem 11. Jahrhundert und gilt als erste Universität Vietnams, sie ist dem Philosophen Konfuzius gewidmet. Zwischen alten Innenhöfen, Steinstelen und traditionellen Dächern tauchen wir tief in die Geschichte und Bildungskultur des Landes ein.
Dann folgt ein unerwartetes und aufregendes Highlight, das gar nicht im Programm steht: die berühmte Train Street. Eine schmale Straße gesäumt von Läden und Cafés, durch die tatsächlich ein Zug fährt – so nah, dass wir ihn berühren könnten. Als der Zug durch die enge Gasse rauscht, halten wir den Atem an. Ein laaaanger Moment voller Adrenalin und Staunen. Wow!!! Ja, es ist ein kurzes, aber sehr besonderes Erlebnis. Wir genießen noch einen Kaffee – und weiter geht es!
Mit der Rikscha lassen wir uns anschließend durch die Altstadt fahren. Langsam gleiten wir durch die geschäftigen Gassen, vorbei an kleinen Läden, Straßenküchen und unzähligen Mopeds. Hanoi zeigt sich hier von seiner authentischsten Seite.
Eine weitere Zugabe erwartet uns danach: der Besuch bei einer Handwerksfamilie. Wir erhalten Einblicke in die traditionelle Lackmalerei – eine Kunstform, die in Vietnam seit Jahrhunderten gepflegt wird. Geduldig werden hier Schichten von Lack aufgetragen, geschliffen und poliert, bis kunstvolle Werke entstehen.
Zur Mittagszeit kehren wir zurück an den Hoan-Kiem-See, wo wir eine Pause einlegen. Einige von uns schlendern durch die Altstadt, andere genießen einfach die besondere Atmosphäre am Wasser.
Am Nachmittag besuchen wir das traditionelle Wasserpuppentheater im Lotus-Gebäude. Diese einzigartige Kunstform stammt aus dem Norden Vietnams und geht auf das 11. Jahrhundert zurück. Bauern entwickelten sie einst in überschwemmten Reisfeldern – die Bühne war das Wasser selbst. Auch heute noch werden die Figuren hinter einem Vorhang im Wasser bewegt. Die Vorstellung ist lebendig, musikalisch und überraschend verständlich auch ohne Übersetzung.
Den Abend lassen wir im Restaurant Mother’s Kitchen ausklingen. Wieder erwartet uns ein köstliches Menü, und die Begeisterung in der Gruppe ist spürbar. Ein kurzer Spaziergang zurück zum Hotel rundet diesen Tag ab. Wir sind erfüllt von Eindrücken, Begegnungen und Momenten, die uns noch lange begleiten werden.
Magische Fahrt in die Halong–Bucht
Früh am Morgen brechen wir auf – noch liegt ein leichter Nieselregen über Hanoi, die Stadt wirkt geheimnisvoll im Dunst. Unsere Reise führt uns hinaus zur weltberühmten Halong-Bucht, einem UNESCO-Weltnaturerbe mit über 1.600 Kalksteinfelsen, die spektakulär aus dem smaragdgrünen Wasser ragen.
Unterwegs legen wir eine Pause ein, bevor wir schließlich das Terminal erreichen. Alles ist hervorragend organisiert – der Check-in bei Bhaya Cruises läuft reibungslos.
Dann ist es soweit: Wir betreten unser Schiff – unser Zuhause für die nächsten Stunden. Ein ganz besonderes Gefühl, denn mit dem Ablegen lassen wir die Hektik endgültig hinter uns.
Während wir durch die mystische Landschaft gleiten, genießen wir unser Mittagessen und lassen die Kulisse auf uns wirken. Am Nachmittag haben wir die Wahl: Entspannung am Strand einer kleinen Insel oder aktiv im Kajak zwischen den Felsen hindurch – beides wird begeistert angenommen.
Am Abend erleben wir eine unterhaltsame Kochdemonstration an Deck. Wie macht „Mann“ wohl eine vietnamesische Frühlingsrolle mit einer Hand? Erstaunlich gut! Michael staunt selbst über seine Fingerfertigkeit!
Während die Sonne langsam hinter den Karstfelsen verschwindet, entsteht eine fast unwirkliche Atmosphäre. Einige versuchen noch ihr Glück beim Tintenfischfangen... na ja!
Ein Tag voller Ruhe, Natur und Staunen – die Halong-Bucht zeigt sich von ihrer stillen, geheimnisvollen Seite.
Zwischen Felsen und Reisfeldern
Der Morgen beginnt mit Tai Chi an Deck – eine ruhige, fast meditative Erfahrung inmitten dieser einzigartigen Landschaft. Nebel liegt über dem Wasser, als würde die Bucht noch schlafen.
Nach einem leichten Frühstück erkunden wir eine Tropfsteinhöhle oder erklimmen eine kleine Insel – beide Optionen bieten spektakuläre Ausblicke auf dieses Naturwunder.
Nach der Ausschiffung treffen wir wieder auf unseren Guide und setzen unsere Reise fort. Unser Ziel: die Region Ninh Binh, oft als „trockene Halong-Bucht“ bezeichnet. Hier erwartet uns ein weiteres Highlight: eine Bootsfahrt durch eine traumhafte Karstlandschaft. In kleinen Bambusbooten gleiten wir lautlos durch Flüsse, vorbei an hoch gewachsenen Reisfeldern, sehen Affen an der Felswand turnen und erreichen niedrige Höhlen – eine Szenerie wie aus einem Gemälde. Interessant ist auch, die offenen Blicke der Ruderfrauen aufzugreifen, die Männer konzentrieren sich auf das Rudern.
Am Nachmittag erreichen wir das weitläufige Emeralda Resort Ninh Binh. Die weitläufige Anlage ist eingebettet in die Natur, mit Villen, Gärten und Lampions – ein Ort zum Durchatmen.
Beim Abendessen genießen wir ein mehrgängiges Menü, und einige von uns lassen den Tag entspannt an der Poolbar ausklingen.
Begegnungen im Bergland von Mai Chau
Unsere Reise führt uns weiter ins grüne Bergland Nordvietnams. Die Landschaft verändert sich – sanfte Hügel, dichte Vegetation und kleine Dörfer prägen das Bild.
In Mai Chau angekommen, eröffnet sich uns ein authentischer Einblick in das Leben der ethnischen Minderheiten, insbesondere der Weißen Thai.
Wir nehmen an einem traditionellen Mittagessen bei einer lokalen Familie teil – eine wunderbare Gelegenheit, Kultur nicht nur zu sehen, sondern zu erleben. Das Essen ist hervorragend, und wir spüren die Herzlichkeit unserer Gastgeber.
Nach dem Check-in in unserer wunderschönen Mai Chau EcoLodge bleibt Zeit zum Entspannen, bevor wir am Nachmittag zu einem Dorfspaziergang aufbrechen. Wir besuchen ein traditionelles Stelzenhaus und erfahren mehr über den Reisanbau – die Grundlage des Lebens in dieser Region.
Am Abend genießen wir ein gemeinsames Essen, bevor eine folkloristische Tanzvorführung den Tag abrundet. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, auch auch paar Tanzschritte auszuprobieren. Unter dem Sternenhimmel sitzen wir noch lange zusammen – ein Moment voller Ruhe und Verbundenheit.
Von den Bergen ans Meer
Der Morgen gehört uns – einige von uns nutzen die Gelegenheit für eine Fahrradtour durch die idyllische Landschaft.
Dann heißt es Abschied nehmen von Mai Chau. Die Fahrt zurück nach Hanoi führt uns noch einmal durch beeindruckende Natur, später durch die lebhaften und verkehrsreichen Randbezirke von Hanoi, bevor wir am Flughafen ankommen.
Nach unserem Flug erreichen wir Zentralvietnam und werden von unserem neuen Guide Lam empfangen. Es geht weiter nach Hoi An – dort wartet noch ein besonderes Abendessen auf uns. Mit einem Boot setzen wir über und erreichen das wunderschön gelegene Reu Restaurant. Die Kombination aus Lage, Atmosphäre und Küche begeistert uns sofort.
Spät am Abend erreichen wir unser Hotel Blue Sky Boutique Hotel in Hoi An. Die Ankunft ist etwas spät, doch die Vorfreude auf den nächsten Tag überwiegt.
Farben, Lichter und Leben in Hoi An
Hoi An begrüßt uns mit Sonne und Wärme. Die ehemalige Hafenstadt ist eine der schönsten Städte Vietnams und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ihre Blütezeit erlebte sie im 15. bis 19. Jahrhundert als bedeutender Handelshafen.
Wir starten mit einer unterhaltsamen Bootsfahrt in traditionellen Rundbooten – ein Erlebnis, das uns sofort in gute Laune bringt. Es ist einiges los auf dem Wasser, die palmengesäumten Nebenarme sind dagegen sehr beschaulich. Frische Kokosnüsse sorgen danach für die perfekte Erfrischung.
In der Altstadt erkunden wir mit unserem Guide die Highlights wie die berühmte Japanische Brücke, ein Symbol der Stadt aus dem 16. Jahrhundert, sowie ein historisches Wohnhaus und die Versammlungshalle chinesischer Kaufleute.
Doch wir spüren auch die Schattenseiten des Tourismus: Die Stadt ist extrem voll, was wohl immer noch mit dem Neujahrsfest zu tun hat. Dennoch genießen wir die besondere Architektur und das Flair vergangener Zeiten. In der Markthalle finden sich Essstände für den Hunger zwischendurch und gestärkt stöbern wir noch etwas in den zahlreichen, kleinen Läden. Wunderschöne Seidentücher, handbestickte Täschchen, farbenfrohe Kleidungsstücke und alles für relativ kleines Geld… da ist der Koffer schnell voll.
Am Abend kehren wir zum Abendessen im TamTam Café zurück in die Altstadt. Bunte Laternen erleuchten die Straßen, der Andrang ist enorm – ein lebendiges, buntes Treiben entlang des Flusses und später auf dem Nachtmarkt.
Ein intensiver Tag, der uns sowohl begeistert als auch nachdenklich stimmt.
Über den Wolkenpass nach Hue
Heute erwartet uns eine der schönsten Küstenstraßen Vietnams: der berühmte Wolkenpass.
Unterwegs legen wir mehrere Stopps ein – unter anderem mit Blick auf die Marmorberge, eine Gruppe von fünf Hügeln, die symbolisch für die fünf Elemente stehen.
Ein Spaziergang am Strand von Da Nang bringt uns eine willkommene Pause – das Meer, der Sand und die Sonne tun so gut.
Auf dem Wolkenpass selbst genießen wir spektakuläre Ausblicke auf die Küste. Früher war dieser Pass eine strategisch wichtige Grenze zwischen Nord- und Südvietnam.
Am Nachmittag erreichen wir Hue, die ehemalige Kaiserstadt Vietnams.
Wir besuchen die beeindruckende siebenstöckige Thien-Mu-Pagode, eines der ältesten religiösen Bauwerke des Landes. Jedes Stockwerk stellt eine Inkarnation Buddhas dar. Die Pagode wurde im Jahr 1601 erbaut und gilt als spirituelles Wahrzeichen der Region. Noch heute leben Mönche in der Anlage des weitläufigen Gartens. Wir schlendern durch die Gärten und schließlich hinunter zum Flussufer, wo Drachenboote in leichten Wellen schaukeln und die langsam versinkende Sonne ein besonderes Licht auf den Fluss wirft. Viele junge Pärchen genießen diese Idylle hier und lassen sich dabei allerlei Köstlichkeiten schmecken.
Am Abend erwartet auch uns ein besonderes Dinner, in einem traditionellen Restaurant innerhalb der historischen Zitadelle, unter anderem gibt es einen mit Frühlingsrollen gespickten Ananaspfau – ein stimmungsvoller Abschluss eines erlebnisreichen Tages.
Auf den Spuren der Kaiser
Hue, die ehemalige Hauptstadt und bis 1945 Sitz der Kaiser der Nguyen-Dynastie, liegt reizvoll an einer Biegung des Parfümflusses und zeigt sich mit dem Kaiserpalast von seiner majestätischen Seite.
Wir beginnen den Tag zunächst mit einem Besuch auf dem lokalen Markt – ein authentischer Einblick in den Alltag der Menschen. Die Vielzahl der Waren, exotischen Früchte und verwirrenden Gerüche aktiviert alle Sinne. Die Fotografen sind überfordert von der Vielzahl der Fotomotive. Welch ein Farbenrausch und welche Lebendigkeit auf engstem Raum!
Dann betreten wir die gewaltige Zitadelle von Hue. Diese ehemalige Kaiserresidenz wurde im frühen 19. Jahrhundert unter der Nguyen-Dynastie erbaut und ist von einer mächtigen Mauer umgeben. Innerhalb der Anlage liegt die Verbotene Purpurstadt – einst ausschließlich dem Kaiser und seiner Familie vorbehalten. Viele Teile wurden im Vietnamkrieg zerstört, doch bis heute spürt man die einstige Pracht. Eifrig wird auch restauriert und man ahnt, in welchem Prunk die Kaiser und ihre zahlreichen Konkubinen hier gelebt haben.
Am Nachmittag besuchen wir das Grab des Kaisers Tu Duc. Die Anlage ist eingebettet in eine ruhige Landschaft und vereint Architektur und Natur auf harmonische Weise. Viele Kaiser erbauten sich schon zu Lebzeiten ihr späteres Mausoleum und genossen die Pracht zeitweise.
Nach einer Pause im Hotel erwartet uns am Abend ein echtes Highlight: ein Dinner in traditioneller Kleidung der Kaiserzeit. Wir schlüpfen selbst in die Rolle vergangener Epochen – ein unvergesslicher Moment.
Ein Tag voller Geschichte, Kultur und Emotionen geht zu Ende – und wir sind mittendrin in der faszinierenden Vergangenheit Vietnams.
Willkommen in Saigon: Pulsierende Metropole
Der Tag beginnt sehr früh – noch vor Sonnenaufgang machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Mit müden Augen, aber voller Vorfreude starten wir Richtung Süden.
Nach unserer Landung empfängt uns unser Guide Binh sehr herzlich – und sofort tauchen wir ein in das Leben von Ho-Chi-Minh-Stadt, dem ehemaligen Saigon. Die Stadt ist das wirtschaftliche Zentrum Vietnams, geprägt von französischer Kolonialarchitektur, modernen Hochhäusern und einem unaufhörlichen Strom an Motorrollern.
Wir erkunden den farbenfrohen Blumenmarkt und das geschäftige Chinatown mit seinen traditionellen Kräuterläden. In der beeindruckenden Pagode der Tausend Buddhas tauchen wir in die spirituelle Welt des Buddhismus ein.
Weiter geht es zur lebhaften Markthalle – ein Ort voller Düfte, Geräusche und exotischer Speisen. Danach bestaunen wir das prachtvolle Hauptpostamt von Saigon, ein Meisterwerk aus der französischen Kolonialzeit. Gegenüber steht die berühmte Kathedrale Notre-Dame von Saigon – leider eingerüstet, aber dennoch beeindruckend.
Am Abend erwartet uns ein echter "Höhepunkt" : Vom Bitexco Financial Tower genießen wir vom Skydeck im 49.Stockwerk einen spektakulären Blick über die Stadt.
Den krönenden Abschluss des Tages bildet eine Dinnercruise mit dem Schiff "Indochina Star" auf dem Saigon-Fluss – während wir essen, beginnt eine faszinierende Lichtershow. Die Skyline erstrahlt in bunten Lichtern mit unterschiedlichen Motiven, begleitet von animierenden Musicbeats - und wir sind mittendrin in diesem magischen Moment.
Im grünen Herz des Mekong–Deltas
Wir verlassen die Großstadt und tauchen ein in die üppige Natur des Mekong-Deltas – eine der fruchtbarsten Regionen Südostasiens. Das Mekong-Delta ist ein verzweigtes Netzwerk aus Flüssen, Kanälen und Inseln, das Millionen Menschen ernährt.
Mit unserem Boot gleiten wir durch diese Wasserwelt. Wir besuchen eine Manufaktur, in der Kokosnüsse zu verschiedensten Produkten verarbeitet werden – von Süßigkeiten bis hin zu Fladenbrot.
Bei einer Zwischenstation genießen wir tropische Früchte und traditionelle Musik – ein Moment voller Leichtigkeit.
Ein weiteres Highlight ist die gemächliche Fahrt mit kleinen Ruder-Sampans durch enge Wasserwege. Umgeben von dichter Vegetation fühlen wir uns wie in einer anderen Welt.
Zum Mittag probieren wir eine lokale Spezialität: den berühmten Elefantenohrfisch – ein Erlebnis, auf das alle gespannt sind.
Am Nachmittag erreichen wir die Stadt Can Tho, das Zentrum des Deltas. Unser Hotel liegt direkt am Fluss – perfekt, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen.
Schwimmende Märkte & Natur pur
Am Morgen besuchen wir einen der berühmten schwimmenden Märkte des Mekong-Deltas. Händler verkaufen ihre Waren direkt von Boot zu Boot – ein faszinierender Einblick in eine jahrhundertealte Handelsform.
Früchte werden uns direkt vom Boot aus gereicht – frischer geht es kaum und natürlich kosten wir die leckere, süße Ananas. Kein Vergleich zu dem, was bei uns manchmal als Ananas verkauft wird.
Später besuchen wir ein Hängemattencafé, wo wir entspannt Kaffee trinken und die Seele baumeln lassen.
Am Nachmittag erreichen wir den Tra-Su-Nationalpark. Mit kleinen Booten gleiten wir durch eine grüne Wasserlandschaft, umgeben von Mangroven, Lotusblumen und Vogelstimmen – ein stiller, fast magischer Ort. Die Sonne versinkt am Horizont und taucht alles in ein besonders stimmungsvolles Licht.
Grenzübertritt nach Kambodscha
Ein besonderer Tag liegt vor uns: Wir verlassen Vietnam und reisen auf dem Mekong weiter nach Kambodscha.
Die 4-stündige Bootsfahrt ist entspannt, mit Bordverpflegung und Anekdoten unterwegs, etwas Regen begleitet uns.
Die Grenzformalitäten dauern ihre Zeit, doch schließlich erreichen wir unser Ziel: Phnom Penh.
Unsere neue Reiseleiterin Samnang empfängt uns herzlich und mit kräftigem Händedruck, und wir spüren sofort die Veränderung – ein neues Land, eine neue Kultur.
Am Nachmittag erkunden wir die Stadt per „Tuktuk“ und sehen den prunkvollen Bahnhof (mit nur einer täglichen Zugverbindung), das koloniale Postamt und das noble Raffles Hotel Le Royal in kolonialer Tradition.
Am Abend genießen wir unser Essen im wunderschön gelegenen Restaurant Bopha Phnom Penh Titanic direkt am Fluss – ein stimmungsvoller Ausklang dieses ereignisreichen Tages.
Phnom Penh: Zwischen Geschichte und Gegenwart
Wir erkunden die Hauptstadt Kambodschas. Der prachtvolle Königspalast mit der Thronhalle im Zentrum und den von Nagaschlangen gesäumten Treppenaufgängen sowie die angrenzende Silberpagode zeigen den Glanz der Monarchie. Im Nationalmuseum finden sich zahlreiche Schätze der Khmer-Kunst, hinduistische und buddhistische Götterstatuen, die in Angkor nicht mehr zu sehen sind. Am Wat Phnom erfahren wir schließlich die Legende von „Mama Penh“, nach der die Stadt benannt ist. Einen Geldschein mit dem Lippenstift von Mama Penh schenkt uns unsere Reiseleiterin Samnang, ganz in dem Glauben, dass uns dies finanzielle Fülle bescheren möge.
Neben der glanzvollen Seite erfahren wir durch unsere lokale Führerin Samnang auch einiges von den Schatten der Vergangenheit.
>> Die Roten Khmer waren eine radikal-kommunistische Bewegung in Kambodscha, die unter der Führung von Pol Pot stand. Sie übernahmen 1975 nach Jahren des Bürgerkriegs die Macht in der Hauptstadt Phnom Penh.
Ihr Ziel war es, einen agrarischen Idealstaat ohne Klassenunterschiede, Geld, Religion und Bildung zu errichten. Die Städte wurden sofort evakuiert, Millionen Menschen mussten aufs Land ziehen und unter Zwang in der Landwirtschaft arbeiten. Intellektuelle, Lehrer, Ärzte und selbst Menschen mit Brillen galten als „Feinde“ und wurden systematisch verfolgt. Familien wurden auseinandergerissen, Eigentum abgeschafft und jegliche Individualität unterdrückt.
Zwischen 1975 und 1979 starben schätzungsweise 1,7 bis 2 Millionen Menschen durch Hunger, Zwangsarbeit, Folter und Hinrichtungen.
Das Regime isolierte das Land vollständig von der Außenwelt und zerstörte große Teile der Infrastruktur und Kultur.
1979 wurde die Herrschaft der Roten Khmer durch eine Invasion Vietnams beendet. Trotz ihres Sturzes blieb die Bewegung noch lange aktiv und führte Guerillakämpfe im Grenzgebiet. Erst in den 1990er Jahren zerfiel die Organisation endgültig. Internationale Gerichte begannen erst Jahrzehnte später, führende Mitglieder zur Rechenschaft zu ziehen. Die Aufarbeitung dieser Zeit ist bis heute ein wichtiger Teil der kambodschanischen Gesellschaft.
Am Abend genießen wir den Sonnenuntergang stimmungsvoll in der La Vida Skybar – im 49.Stockwerk bietet sich uns ein faszinierender Blick über die Stadt. Die laue Brise und die rhythmische Musik lassen den Abend zu einem unvergesslichen Moment werden.
Auf nach Siem Reap
Unsere Reise führt uns per Bus weiter nach Siem Reap – die quirlige Stadt ist das Tor zu den Tempeln von Angkor. Insgesamt wurden zwischen dem 8. und 13.Jh. über 100 Sakralbauten im Umkreis der Stadt von den Khmer errichtet.
Unterwegs erleben wir das ländliche Kambodscha, mit Märkten, sehen exotische Snacks (frittierte Spinnen und Larven) und begegnen dem Alltag der Menschen.
Am Abend besuchen wir den Phare Circus. Die Show verbindet Akrobatik, Theater und Musik – modern, kreativ und tief berührend.
Und wir freuen uns schon heute ganz besonders auf den nächsten Tag und die weltberühmten Tempel von Angkor.
>> Der Erfolg und Aufstieg der Herrscher von Angkor bestand darin, zu verstehen, dass das Reich nur mächtig werden kann, wenn es gelingt die Reisernte zu verdoppeln und dafür Wasserreservoirs zu schaffen, die das Wasser der Regenzeit für die Trockenzeit nutzbar machen. Sie schufen ein ausgeklügeltes Kanalsystem mit Wasserbecken und Dämmen und verdreifachten die Ernte. Der enorme Bevölkerungszuwachs ermöglichte eine Blütezeit, den Aufbau des Heeres und Handwerker zum Bau der einzigartigen Tempel. Angkor wurde zum mächtigsten Reich ganz Indochinas zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert und es lebten dort rund eine Million Menschen, mehr als in jeder europäischen Stadt dieser Zeit.
Sonnenaufgang in Angkor Wat und noch mehr Tempel
Ein absoluter Höhepunkt unserer Reise: der Sonnenaufgang am Angkor Wat. Schon vor sechs Uhr rattern die ersten Tuktuks dorthin. Der Anblick der aufgehenden Sonne, die hinter der Tempelkulisse langsam in einen strahlenden Morgen übergeht - ein Weltwunder und wir durften heute teilhaben.
Das größte religiöse Bauwerk der Welt wurde im 12. Jahrhundert erbaut und ist das Herzstück des ehemaligen Khmer-Reiches. Die Spiegelung der fünf mächtigen Türme im Wasserbecken, das erste Licht des Tages – ein unvergesslicher Moment. Der 65m hohe Hauptturm in der Mitte unterstreicht die Erhabenheit dieses Bauwerks.
Natürlich erkunden wir auch Angkor Thom mit dem Südtor, der Elefantenterrasse und dem berühmten Bayon-Tempel, dessen lächelnde Gesichter uns überall begegnen. Vor 800 Jahren hatte sich Gottkönig Jayavarman VII dieses monumentale Denkmal mit 54 Türmen errichten lassen. Faszinierend, wie uns diese Gesichter aus allen Richtungen anschauen.
Mit dem richtigen Licht am Nachmittag erkunden wir nochmals Angkor Wat und seine verborgenen Schätze - unzählige feine Reliefs an den Wänden, die Geschichten erzählen aus längst vergangenen Zeiten. 37 Jahre benötigten mehrere tausend Arbeiter Anfang des 12. Jh. um diese gewaltige Tempelanlage fertig zustellen. Der Bauherr König Suryavarman war ein überzeugter Hindu und sah sich als irdischer Stellvertreter Gottes auf Erden, der nach seinem Tod selbst zum Gott wurde. Der Tempel war nicht nur die Wohnstätte der Gottheit, sondern wurde nach dem Tod des Herrschers zu seinem Mausoleum. Innerhalb der Tempelanlage sollen etwa 15-20Tsd. Menschen gelebt haben, Gottkönige, Adlige, Priester, Hofbeamten und Tempeldiener.
Am Abend erleben wir beim Abendessen eine traditionelle Apsara-Tanzshow – ein Einblick in die klassische Khmer-Kultur.
Verborgene Tempel & Abschied
Wir besuchen den geheimnisvollen Ta Prohm, wo riesige Baumwurzeln der Würgefeige die Tempel überwuchern – ein Ort, der Geschichte und Natur auf einzigartige Weise verbindet. Ta Prohm legt eindrucksvoll Zeugnis ab über die Vergänglichkeit von Menschenwerk und die Macht der Natur.
Weiter geht es zum kunstvoll verzierten Tempel Banteay Srei, bekannt für seine filigranen Reliefs aus rosafarbenem Sandstein. Hier ist alles etwas kleiner, dafür um so kunstvoller und ausdrucksstark erhalten. Auf dem Rückweg erfahren wir Interessantes über die Herstellung von Palmzucker und wissen endlich wie Cashewnüsse wachsen.
Am Abend genießen wir unser Abschiedsessen im schicken Palate Restaurant und reihum betonen wir die eindrucksvollen, verbindenden Erlebnisse – ein emotionaler Moment, in dem wir die gemeinsame Reise Revue passieren lassen.
Abschied vom Mekong & Heimreise
Am letzten Tag und zum Abschluss unternehmen wir noch eine eindrucksvolle Bootsfahrt auf dem Tonle-Sap-See, dem größten See Südostasiens.
Wir sehen Stelzenhäuser entlang des Seitenarmes, schwimmende Dörfer und das Leben am Wasser – ein letzter intensiver Einblick in diese faszinierende Region.
Dann heißt es Abschied nehmen. Wir fliegen zurück nach Hanoi und schließlich nach Deutschland.
Ankunft in Frankfurt
Überpünktlich landen wir frühmorgens in Frankfurt und treten die Weiterfahrt an, zurück nach Hause.
Wir sind erfüllt von Eindrücken, Erinnerungen und Momenten, die uns für immer begleiten werden.
Diese Reise hat uns nicht nur zwei ferne Länder gezeigt – sondern auch, wie vielfältig, lebendig und berührend unsere Welt ist. 🌏✨
Und nicht zuletzt auch, in welchem Wohlstand wir - trotz mancher Probleme - in Europa leben.
Liebe Reisefreunde,
Reisen ist mehr als Urlaub. Reisen erfasst uns mit allen Sinnen. Reisen verändert unsere Wahrnehmung und es verändert uns selbst. Jede neue Reise und neue Begegnung trägt dazu bei. Also bleibt neugierig und reisefreudig! Hoffentlich bis bald mal irgendwo…Eure Birgit Kirchner
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