SCHEUNENDACHKIRCHEN im Troodos-Gebirge

Schon seit 1985 befindet sich eine architekturhistorische Besonderheit, die überall ihresgleichen sucht,  auf der Liste des UNESCO-Welterbes der Menschheit.

Von Michael Krause / 22.01.2018
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Drei außergewöhnliche Kulturstätten mit diesem Status gibt es auf der Mittelmeerinsel Zypern, seit 2004 Mitglied der Europäischen Union, aber die zehn bemalten Kirchen im Gebiet des Troodos-Gebirges sind etwas in dieser Form Einmaliges in Geschichte, Religion und Erscheinungsform.

Wegen ihrer besonderen Form auch „Scheunendachkirchen“ genannt, sind sie ein echter Grund, das ansonsten als Badeparadies hochgeschätzte und wegen seiner Verbindung zur griechischen Mythologie als „Insel der Aphrodite“ – die Göttin soll hier in vollendeter Schönheit dem Schaum des Meeres entstiegen sein – benannte Urlaubseiland zu besuchen.

Auch das Gebirge, das größte und deutlich höchste der Insel, dessen wichtigster Berg Olympos immerhin 1952 m aufragt, weist deutliche Verbindung zu den Göttern auf – und hat durch seine besonderen Architekturzeugnisse auch enge Beziehungen zum orthodoxen Christentum.

Relativ dicht zusammen liegen insgesamt etwa 20 bis 30 der ungewöhnlichen Bauwerke in der Bergkette vulkanischen Ursprungs, und einige von ihnen sind derart eindrucksvoll, dass sie Kultstatus und das UNESCO-Welterbe-Prädikat besitzen.

Ihr schlichter, rustikaler Baustil, geprägt vom Aufbau der Außenwände aus groben, unverputzten Steinen und die Ausführung mit den die für die Gegend typischen tief heruntergezogenen und mit Holzschindeln gedeckten steilen Dächern, erinnert tatsächlich an die ganz ähnlich wirkenden Scheunen der Region. Kein für Gotteshäuser sonst typischer Glockenturm unterstreicht ihre christliche Funktion, ihr Erscheinungsbild findet man nur hier, weswegen sie als eigenständiger speziell zyprischer Kirchen- und Bau-Typ gelten.

Das Besondere und das jeden Besucher verblüffende Aha-Erlebnis ergibt sich erst beim Betreten der schlichten Bauten: kaum ein Kontrast könnte gewaltiger den Eintritt in „himmlische Gefilde“ illustrieren als der zwischen äußerer Schlichtheit und den hell und farbenfroh leuchtenden Fresken der historisch bedeutsamen Ausmalung.

Das Innere der „Scheunenkirchen“ des Troodos ist ein Bilderbuch der christlichen Ikonografie und Mythologie, ein Lehrbuch über die Kunstfertigkeit byzantinischer und nach-byzantinischer Maler, aber auch über die Überwindung von deren jahrhundertalten strengen Regeln. Die ältesten Zeugnisse der leuchtenden Bemalung stammen aus dem 13. Jahrhundert, die meisten sind zwischen dem 15. Und 17. Jahrhundert entstanden und machen die unglaubliche Pracht und Seltenheit dieser Kirchen aus, die überwiegend der Gottesmutter Maria – einige auch wichtigen orthodoxen Heiligen – gewidmet sind.

Egal ob man seltene Architekturzeugnisse oder besondere, unerwartet prächtige christliche Monumente sehen möchte – die einerseits schlichten, andererseits ergreifenden und zutiefst beeindruckenden Scheunenkirchen im zyprischen Gebirge sind einen Besuch wert!



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