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1500 Jahre Kampf um‘s Urheberrecht

Der EU-Beschluss zum Urheberrecht ist eine neue Zäsur in dessen langer Geschichte. Der Anfang liegt in der Zeit der Mythen und Legenden in Irland und auf den Hebrideninseln mit der die Geschichte vom Heiligen Columban und der „Bücher-Schlacht“ …

Von Dr. Michael Krause / 27.03.2019
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Gerade eben hat das EU-Parlament die neue EU-Urheber-Richtlinie beschlossen, die in den nächsten zwei Jahren in die einzelnen nationalen Gesetzgebungen überführt werden soll.

Damit billigte das Gremium trotz europaweiter Proteste die „Anpassung des veralteten Urheberrechts… an das digitale Zeitalter“ ohne Änderung und inklusive des umstrittenen Artikels 13. Große Internetplattformen müssen jetzt, von den Befürwortern der Gesetzesvorlage begrüßt als Impuls für Kreative und Kulturschaffende, Downloads künstlerischer oder journalistischer Produkte ohne Gegenleistung verhindern oder selbst für deren Nutzung zahlen. Demgegenüber hatten mehr als fünf Millionen Deutsche im Internet und auf der Straße protestiert und sogar der allseits bekannte Internet-Wissensspender „Wikipedia“ war (am 21. März) für 24 Stunden aus Protest stillgelegt worden.

 

Der „Kampf um’s copyright“ ist jedoch schon uralt und keineswegs nur im Internet-Gebrauch bedeutend! Er spielt eine interessante Rolle in der frühchristlichen Geschichte der britischen Inseln und ist eng mit den Mythen Irlands und Schottlands verbunden. Bereits seit dem 5. Jh. wirkten in Irland und Schottland, Wales und auf der Isle of Man, Missionare, die der „iroschottischen“ Kirche angehörten, hier ausgebildet wurden und große missionarische Wirkung bei der Christianisierung Mitteleuropas bis über die Alpen unter anderem durch ihre hochentwickelte und höchst wertvolle Buchmalerei und reichverzierten Bibelabschriften entfalteten.

Vor diesem Hintergrund ist die Legende um den „Bücherkrieg“  - oder einer der der ersten belegten „Schlachten um das Copyright“ - zu sehen, der wie fast alle Details der keltischen Geschichte recht blutig verlief. Sowohl in Irland als auch in Schottland wird der Heilige Columban von Iona verehrt (522 n.Chr. in Irland geboren und 597 auf der schottischen Insel Iona gestorben), obwohl er in seiner Jugend mit der Auslösung des Kopien-Krieges eine Todsünde beging. Der junge, zum Missionar und als Schriftillustrator ausgebildete Mönch hatte heimlich und ohne Wissen seines Mentors, des Heiligen Finnian, ein Evangelien-Buch kopiert, aus der Bibliothek des Klosters Movilla, unweit vom nordirischen Belfast gelegen. Finnian bemerkte die heimliche Tätigkeit, war sehr erbost und beanspruchte die kunstvolle Abschrift für sich, da sie ohne Genehmigung angefertigt worden sei. Als der Streit eskalierte, rief er den irischen Hochkönig Dermot von Tara als Schiedsrichter an. Der wiederum urteilte im Sinne des Urheberrechts: „so wie das Kalb zur Kuh, gehört die Kopie zum Buch“ und sprach die Abschrift Finnian zu. Nach widerstrebender Rückgabe seiner Arbeit rief Columban jedoch seinen Clan und die Nachbarn zur Rebellion gegen den König auf, was in der „Bücherschlacht“ von Cul Dreimne 561 n.Chr. mündete und angeblich 3.000 Männer ihr Leben kostete – der erste verbürgte, noch dazu blutige, Konflikt um das Urheberrecht.  

Columban wurde exkommuniziert, aber nach seinem freiwilligen Gang ins Exil auf eine kleine schottische Insel durch eine irische Bischofssynode wieder in den Schoß der Kirche aufgenommen. In Erkenntnis seiner Sünde, aus Starrsinn so viele Leben geopfert zu haben, gründete er zur Buße mit zwölf Kampfgefährten das schottische Mutterkloster auf Iona und brachte so das Christentum zu Pikten und Schotten. Da er fortan ein asketisches Leben führte und nebenbei das Ungeheuer von Loch Ness, das hier zum ersten Mal erwähnt wurde, vom Menschenfressen abbrachte, wird er in Schottland bis heute verehrt, ungeachtet seiner in Irland aufgehäuften Schuld am „Krieg um die Urheberschaft“.



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