Auf den Spuren der Tempelritter

Sie sind seit Jahren im Fokus von Abenteuer- und Fantasy-Literatur, tauchen in zahllosen Verschwörungstheorien und als Film-Sujets auf und die Spekulationen um ihre unvorstellbaren Schätze und ihr gewaltsames, unrühmliches Ende reißen nicht ab: die Tempelritter.

Von Dr. Michael Krause / 30.05.2016
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Der Aufstieg, die Machtfülle und der spektakuläre und abrupte Fall der „Armen Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem“ stehen von den unterschiedlichsten Blickrichtungen her im öffentlichen Interesse. 

 

Hier geht's zur Studienreise auf den Spuren der Tempelritter in Frankreich

 

Dabei ist ihre Geschichte tatsächlich einzigartig und in nahezu jedem größeren Land Europas, aber auch im Sprachgebrauch und verschiedenen europäischen Traditionen haben die geheimnisvollen Mönchs-Krieger ihre Spuren hinterlassen. Ortsnamen wie Tempelhof, Neuentempel oder Namenszusätze wie „Templiers“ in Frankreich sind bis heute präsent und traditionell gilt „Freitag der 13.“ als allgemeiner Unglückstag, denn am Freitag, dem 13. Oktober 1307 begann die Verfolgung und Vernichtung des Templerordens, bis heute einer der umstrittensten Justizskandale des Mittelalters. Seither wird über den Verbleib ihrer Schätze oder das Vorhandensein geheimen Wissens oder welt- und kirchenerschütternder Geheimnisse, die der Orden besessen haben soll, spekuliert. Manche ihrer Burgen und Komturhöfe, einige ihrer Kirchen und Kapellen sind erhalten – viele wurden durch andere Ritterorden übernommen und weitergeführt oder verändert und umgebaut.

In Portugal hatte sich der Orden gleich nachdem er 1312 auf Betreiben des unter dem Einfluss des französischen Königs Philipp IV. des Schönen stehenden Papstes Clemens V. auf dem Konzil von Vienne aufgelöst worden war, als Christusritter-Orden neu gegründet, auch in Spanien waren die Templer nicht verfolgt worden. Mit der Verbrennung von 54 Tempelrittern in Paris, darunter des letzten Ordens-Großmeisters Jacques de Molay im Jahre 1314 fand die Verfolgung der Krieger-Mönche einen letzten grausamen Höhepunkt. Die angeblich unermesslichen  Schätze der Templer wurden nie gefunden und angeblich soll noch auf dem Scheiterhaufen der sterbende Großmeister seine Gegner, den französischen König und „seinen“ Papst, verflucht haben. Beide starben überraschend noch im gleichen Jahr und Legenden begannen sich um den Orden zu ranken, der in den weniger als zweihundert Jahren seines Bestehens tausende Niederlassungen und Kapellen, über ganz Europa verteilt, gegründet und ein funktionierendes Bankwesen in den mittelalterlichen Feudalstaaten bis zum „Königreich Jerusalem“ aufgebaut hatte.

 

Aufgrund des recht frühen Verbotes des Templer-Ordens und der Verfemung seiner Mitglieder überlagerten andere, aus den Kreuzzügen hervorgegangene Ritterorden mit ihren Erscheinungsformen – vor allem die Johanniter bzw. Malteser und der Deutsche Orden – das Erbe und die Bauwerke der Templer. Dennoch gibt es in ganz Europa noch zahlreiche Reste ihrer Komtureien, gibt es auf ihre Tätigkeit zurückgehende charakteristische Kapellen und Kirchen. Vor allem in Mittel- und Westeuropa finden sich zahlreiche Spuren und Hinterlassenschaften des Ordens, auch wenn die Dokument- und Quellenlage aufgrund nachfolgender Besitzer nicht immer ungestört und eindeutig ist.

Eberhardt TRAVEL hatte bereits in der Vergangenheit mehrere thematische Reisen in die Vergangenheit des Templerordens. So führte eine „Zeitreise“ auf den „Spuren der Templer und Katharer“ in der Mitte und im Süden Frankreichs und im Norden Spaniens. Städte, die mit der Reconquista, der christlichen Rückeroberung der Iberischen Halbinsel von den Mauren verbunden waren, sind dabei ebenso Ziel gewesen wie die größte erhaltene Templerburg Spaniens in Ponferrada, die Templerkapellen von Laon und Vez, die Festungen von Chinon und Carcassonne, die Städte Minerve und Albi, die romantische „Bankfiliale“ im südfranzösischen Städtchen La Couvertoirade oder die mit der Suche nach den Templerschätzen eng verbundenen Orte Gisors und Rennes-le-Chateau.

Auch 2016 sah uns schon wieder auf Templer-Fährte – diesmal in der näheren Umgebung, als wir im Januar ihnen zugeschriebene Burgen sowie die gut erhaltene Templerkapelle von Mücheln bei Wettin besuchten. Im März schließlich waren unter anderem die gut erhaltenen Templerkirchen in Süpplingenburg und Quartschen und die historischen Komtureien von Lietzen und Berlin-Tempelhof unser Ziel.

Aber die Reisen auf Templerspuren fangen jetzt erst so richtig an: Zum Jahrestag des Beginns der Templerverfolgung werden wir im Oktober 2017 eine Vielzahl französischer Templerorte besuchen, beginnend mit Komtureien in der Eifel und in Belgien. Gisors und Chinon werden wieder dabei sein, bis der Abschluss mit Vienne, der Konzilstadt von 1312, Lyon und Besançon erfolgt.

Vielleicht können wir uns dann 2018, zum 900. Gründungsjubiläum des Templerordens, direkt den Ursprüngen zuwenden und im „Heiligen Land“ bei Besuchen in Israel und später Zypern neben dem Gründungsort Tempelberg von Jerusalem, ihren gewaltigen Stützpunkt Akkon und weitere der ersten Templerburgen in Augenschein nehmen.

 

Hier geht's zum Reisebericht Auf den Spuren der Tempelritter in Deutschland und Polen

 



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