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Reisebericht: Rundreise Griechenland - die Wiege der Kultur Europas

28.04. – 13.05.2018, 16 Tage Bus-Rundreise Dodona - Ioannina - Thessaloniki - Philippi - Meteora-Klöster - Delphi - Vrahati - Mykene - Epidaurus - Athen - Mistras - Olympia

Auf einer Rundreise über das griechische Festland entdeckten wir antike Städten und byzantinische Schätze, besuchten neun UNESCO Weltkulturerbe Stätten und sammelten Erinnerungen, Eindrücke und Fotos von denen wir noch lange erzählen werden.


Tag 1 Dresden – Pradelle di Nogarole Rocca


Schon zu früher Stunde finden sich am Flughafen Dresden die ersten Reisegäste ein und besteigen den roten Bus, der in den kommenden Tagen den Charakter eines neuen Zuhauses bekommen soll. Überpünktlich geht es kurz vor sechs Uhr los Richtung Süden. Schon jetzt zeigt sich die Sonne mit einem wunderbaren Sonnenaufgang und macht neugierig auf die kommenden Tage. Entlang der A4 füllt sich der Bus, langsam aber sicher, und auch unser Busfahrer Roy stößt am Rasthof Vogtland zu uns. Da unsere Gruppe eine bunte Mischung aus Sachsen, Thüringen, Franken, Baden-Württemberg und sogar Wien werden soll, dauert es bis zum frühen Nachmittag bis schließlich alle 27 Teilnehmer neugierig und gut gelaunt vereint sind und wir schon bald auf der Brennerautobahn die Grenze zu Italien passieren. Weiter geht es durch Südtirol, das Trentino und das Veneto, wo wir am Abend nahe Mantua und Verona unser Domizil für die Nacht erreichen. Untergebracht sind wir in einem kleinen familiengeführten Hotel, welches mit seiner wunderschön sanierten historischen Substanz aus dem 18. Jahrhundert, sowie typisch italienischer Küche zu überzeugen weiß.



Tag 2 Pradelle di Nogarole Rocca – Ancona – Fährüberfahrt nach Igoumenitsa


Am nächsten Morgen ist der Weckruf für alle kostenlos, denn dieser erfolgt durch den eifrigen Hahn, der im Hinterhof unseres Hotels logiert. Gestärkt vom italienischen Frühstück geht es wieder auf die Autobahn, weiter Richtung Süden. Eine Straßensperre zwingt uns jedoch leider recht bald zu einer spannenden Panoramafahrt über die Landstraßen, die die Poebene durchziehen. In der Nähe von Mantua gelangen wir schließlich wieder auf die A22 und passieren im zähen Verkehr erst Modena und anschließend Bologna. Als die Adria schon fast zum Greifen nah ist, bessert sich auch die Verkehrslage. An uns ziehen die Badeorte rund um Rimini vorbei und am Horizont zeichnet sich der Monte Titano mit dem Kleinstaat San Marino ab. Pünktlich erreichen wir Ancona, die wichtigste Hafenstadt der italienischen Adria, die einst von griechischen Kolonisten aus Syrakus gegründet wurde. Auf dem Weg zum Fährhafen holen wir unsere letzten beiden Gruppenmitglieder ab, die mit dem Flugzeug nach Ancona gereist waren. Nachdem wir die Hürden des italienischen Zolls gemeistert haben, begibt sich die Gruppe schließlich an Board der Hellenic Spirit, das größte und schnellste Schiff der ANEK Flotte. Die Kabinen werden bezogen und das Schiff mit seinen Annehmlichkeiten erkundet, bis wir schließlich während des Abendessens den Hafen von Ancona verlassen.


Tag 3 Igoumenitsa – Dodona – Ioannina – Thessaloniki


griechenland

Nach dem Frühstück an Board erreichen wir am frühen Vormittag den Hafen von Igoumenitsa, wo wir unsere örtliche Reiseleitung Lenia treffen. Durch die bergige Landschaft von Epirus, die die meisten doch sehr überrascht, machen wir uns auf den Weg zu unserem ersten Ziel, der Ausgrabungsstätte Dodona. Nach Delphi war Dodona einst das bedeutendste Orakel der griechischen Welt und gilt gleichzeitig als das älteste seiner Art. Durch das Rauschen der Blätter einer heiligen Eiche vernahmen die Priester hier die Stimme des Göttervaters Zeus, um ihre Weissagungen zu treffen. Fleißig werden hier auch schon die ersten Fotos geschossen und die perfekt ausgestatteten Hobbyfotografen fachsimpeln untereinander. Unser Weg führt uns weiter nach Ioannina und gleichzeitig machen wir einen Sprung von der Antike in die Neuzeit, genauer in die Zeit Griechenlands als Teil des Osmanischen Reiches (1451-1827). Bei einem Stadtrundgang erkunden wir die zwei Hügel der Altstadt mit der Aslan Pascha Moschee, sowie der Zitadelle mit dem Normannischen Turm, der Fetije Moschee und den Überresten des Ali Pascha Mausoleums. Von hier aus genießen wir auch den schönen Ausblick über den Pamvotisee, bevor in der Mittagspause die pittoreske Stadt weiter auf eigene Faust erkundet wird. Am Nachmittag fahren wir weiter Richtung Thessaloniki, die zweitgrößte Stadt Griechenlands, wo wir schließlich unser Hotel für die folgenden vier Nächte beziehen. Alle sind begeistert von dem modern eingerichteten Kongresshotel mitten im Herzen der Stadt, und noch mehr von der herrlichen Auswahl griechischer Speisen, die uns zum Abendessen am Buffet erwarten.

Tag 4 Schiffsausflug um den Berg Athos


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Am nächsten Morgen erwarten uns Fahrer Petros und sein griechischer Reisebus, da Roy seinen ersten lenkfreien Tag hat. Wir verlassen Thessaloniki gen Osten und erreichen nach einiger Zeit die Halbinsel Chalkidiki, die mit ihren endlosen Olivenhainen im strahlenden Sonnenschein eine wunderbare Aussicht bietet. Der Bus bringt uns in das Hafenstädtchen Ouranopolis, von wo aus wir nach einer kleinen Kaffeepause zu unserer Bootstour entlang der Küste der Mönchsrepubik Athos starten. Für Frauen ist diese Art die Besichtigung auch heute noch die einzige Möglichkeit einen Blick auf die uralten Klöster und Eremitagen zu erlangen, denn auch heute noch ist es ihnen nicht gestattet, die Republik zu betreten. Aus ebendiesem Grund muss auch unser Schiff einen Mindestabstand von 500 Metern zum Festland einhalten. Es bieten sich uns herrliche Impressionen bei bestem Wetter, bis wir schließlich am südlichen Ende der Landzunge den 2033 Meter hohen Berg Athos erreichen. Nach guten drei Stunden erreichen wir schließlich wieder den Hafen von Ouranopolis, wo wir im Anschluss Zeit für ein gemütliches Mittagessen und einen kleinen Spaziergang durch die engen und malerischen Gassen haben. Am späten Nachmittag treten wir dann, mit vielen schönen Eindrücken und einem leichten Sonnenbrand, die Rückfahrt Richtung Thessaloniki an.

Tag 5 Kavala – Phillippi – Amphipolis


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Auch heute erwartet uns wieder ein spannender Querschnitt durch die griechische Geschichte. Unser erster Weg führt uns ganz in den Osten Makedoniens, in die Hafenstadt Kavala. Im 7. Jahrhundert von den griechischen Siedlern der Insel Thasos als Neapolis gegründet, wurde die Stadt während byzantinischer Zeit ins Christoupolis umbenannt. Ihren heutigen Namen verdankt sie ihrer Rolle als wichtige Poststation auf der Handelsroute der Via Ignatia, da hier der Wechsel der Pferde stattfand (ital. cavallo). Von der bewegten Geschichte zeugen auch die verschiedenen architektonischen Höhepunkte der Stadt, allen voran ihr Wahrzeichen, ein beeindruckendes osmanisches Aquädukt aus dem 16. Jahrhundert, sowie die Zitadelle aus der venezianischen Besatzungszeit im 15. Jahrhundert.
Wir fahren weiter Richtung Philippi und besichtigen auf dem Weg das Taufbecken der Lydia, der ersten Christin, die auf dem europäischen Kontinent getauft wurde, sowie das in der Neuzeit erbaute Baptisterium mit seinen eindrucksvollen Mosaiken. Schließlich erreichen wir Philippi. Die antike römisch-griechische Stadt, die ihren Namen von König Philipp II. von Makedonien erhalten hat, gilt als eine der bedeutendsten römischen Ausgrabungsstätten und als erste christliche Gemeindegründung in Europa im Jahre 49 n. Chr. durch Apostel Paulus. Bei einem Rundgang sehen wir uns die Ausgrabungsstätte des UNESCO Weltkulturerbes an und können nur erahnen wie prunkvoll die Königsstadt einst gewesen sein muss.
Nach einer wohlverdienten Mittagspause fahren wir wieder nach Westen und machen halt bei Amphipolis, um uns das berühmte Löwendenkmal anzusehen. Einst war der über vier Meter hohe Löwe aus dem vierten Jahrhundert v. Chr. Teil eines monumentalen Grabmales, dessen Ausmaße sich heute nur erahnen lassen. Nach dem kurzen Stopp geht es nach einem interessanten Tag mit sehr vielen Eindrücken zurück nach Thessaloniki.

Tag 6 Pella – Vergina



Auf den Spuren der makedonischen Könige geht es heute zunächst nach Pella, die ehemalige Hauptstadt des Königreichs. Sie wurde von König Archelaos um 410 v. Chr. gegründet und war der Geburtsort von Phillip II. und seinem berühmten Sohn Alexander dem Großen. 196 v. Chr. wurde die glanzvolle Stadt durch die Römer zerstört und die wertvollen Überreste gerieten bis in die Neuzeit in Vergessenheit. Zunächst besuchen wir das 2009 neu eröffnete archäologische Museum, wo die Funde der Ausgrabungen, die seit Mitte der 1950er Jahre auf dem Gebiet der antiken Stadt vorangetrieben werden, ausgestellt sind. Gleichzeitig werden dort die beeindruckenden Kieselsteinmosaike, die wir später an der originalen Stelle betrachten können, didaktisch aufgewertet und erläutert.
Wir verlassen Pella und fahren durch endlosscheinende Aprikosen- und Pfirsichhaine weiter Richtung Vergina. Hier befinden sich die berühmtesten archäologischen Funde Nordgriechenlands, denn in dieser Ort diente über Jahrhunderte als Begräbnisstätte für die makedonischen Könige. Seit 1996 zählen die Ausgrabungsstätten vor Vergina deshalb zum UNESCO-Weltkulturerbe. Schon die Anlage besticht durch ihren Aufbau: die Begräbnisstätten, allen voran das ungeplünderte Grab des Makedonierkönigs Phillip II. aus dem 4. Jh. v. Chr. wurden an ihrem ursprünglichen Ort samt Museum unter einem riesigen Grabhügel verborgen. So bekommt man auch heute noch einen bleibenden Eindruck davon, wie dieser Ort einst ausgesehen haben muss. Wir sind geblendet von den beeindruckenden Gold- und Silberschätzen, mit denen Phillip II. begraben wurde – nach dem Grab von Tut Anch Amun soll es sich bei dieser Begräbnisstätte um die zweitreichste Bestattung der alten Welt handeln, die bis heute entdeckt wurde.
Nach einer ausgiebigen Mittagspause verlassen wir Vergina und machen uns auf den Weg zurück nach Thessaloniki. Da es der letzte Nachmittag in der Stadt ist, entscheiden sich die meisten dafür die Zeit zu nutzen und die Stadt vor dem Abendessen noch einmal auf eigene Faust zu erkunden.

Tag 7 Thessaloniki – Olymp – Kalampaka


Wir können die zweitgrößte Stadt Griechenlands jedoch natürlich nicht ohne eine gemeinsame Besichtigung verlassen. Nach dem Frühstück starten wir zu einer Stadtrundfahrt, die uns zunächst entlang der kilometerlangen Hafenpromenade führt. Am berühmten weißen Turm, ein letztes Zeugnis der alten osmanischen Stadtmauer machen wir Halt und sehen gleichzeitig auch das imposante Denkmal Alexander des Großen, der auch heute in Makedonien noch allgegenwärtig zu sein scheint. Anschließend durchfahren wir die Stadt bis hin zur alten Zitadelle, wo wir vom Trigoniusturm aus eine wunderbare Aussicht über die Stadt haben. Auf dem Weg zurück ins Stadtzentrum besuchen wir die Hauptkirche Agios Dimitrios, eine der größten Kirchen Griechenlands, deren Anfänge auf der 5. Jahrhundert n. Chr. zurückgehen. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung zur sogenannten Rotunde, welche ursprünglich vermutlich einmal ein Mausoleum werden sollte. Von hier aus erkunden wir den Rest der Altstadt zu Fuß. Nur wenige Meter weiter sehen wir den Galeriusbogen, die Ruine eines Triumphbogen, den er gleichnamige römische Kaiser um 300 n. Chr. errichten ließ. Weiter geht es vorbei am römischen Forum, den Resten der Thermen, dem Kloster der Heiligen Theodora und schließlich zur Agia Sophia, die durch ihre beindruckenden Wandmalereien besticht.
Nach dem Mittagessen treffen wir uns am Bus, der am weißen Turm auf uns wartet, und verlassen Thessaloniki in Richtung Süden. Schon nach etwa einer Stunde Fahrt können wir am Horizont den 2925m hohen Gipfel des Olymps erkennen, der heute gar nicht so sehr in Wolken gehüllt ist, wie es alle Erzählungen erwarten lassen. Die Götter scheinen uns wohlgesonnen zu sein und so entschließen wir uns für einen Abstecher nach Prionia in den Hängen des Olymp-Massivs, wohin uns eine mitunter aufregende Serpentinenstraße bringt. Von dort aus unternehmen wir eine kleine Wanderung, die uns nach etwa 25 Minuten an einen kleinen Wasserfall bringt – nach dem Großstadttreiben am Vormittag ist das eine willkommene Abwechslung. Nichtsdestotrotz war der Ausflug aufgrund der warmen Temperaturen doch relativ anstrengend und wir sind alle froh, als wir wieder in die bequemen Sitze sinken können, während uns der Bus weiter Richtung Kalampaka bringt.

Tag 8 Meteora-Klöster – Itea


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Für den heutigen Tag steht einer der Höhepunkte der Reise auf dem Plan: die Besichtigung der berühmten schwebenden Klöster in den Felsen weit über dem Städtchen Kalampaka. Schon am Vorabend konnten wir vom Fuße des Gebirges erahnen, was uns am nächsten Tag erwarten würde und wir staunten darüber, wie die jahrhundertealten Bauwerke in dieser abgeschiedenen Lage überhaupt entstehen konnten. Nach dem Frühstück bringt uns der Bus eine kurze Serpentinenstraße am Ortseingang Kalampakas herauf – und schon nach wenigen Minuten eröffnet sich uns die erste faszinierende Aussicht auf das Kloster Agia Triada, welches 1981 als Filmkulisse für den James Bond Film „In tödlicher Mission" weltweite Bekanntheit erlangte. Auf dem Weg zum Kloster Agio Stefanos machen wir zwei Fotostopps, um die herrlichen Ausblicke festzuhalten. Dann erreichen wir unser erstes Ziel: das heute von Nonnen bewohnte Kloster Agio Stefanos ist gleichzeitig auch eines der meist besuchten, da der Weg dorthin am einfachsten zu bewältigen ist: nur eine kurze Brücke in schwindelerregender Höhe muss überwunden werden, und schon können wir uns das Innere des Klosterhofes, die wunderschöne, mit Mosaiken ausgestaltete Kirche, sowie ein kleines Museum ansehen. Direkt im Anschluss geht es weiter zu einem Aussichtspunkt, von dem man noch einmal herunter auf Kalampaka schauen kann. Gleichzeitig ist dies der Startpunkt für einen kleinen Abstieg zum zweiten Kloster. Nach wenigen Treppenstufen, die durch ein kleines Wäldchen führen, erreichen wir Rousanou, welches neben seinen wunderbaren Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert auch eine herrliche Aussicht auf die Klöster Varlaam und das Metamorphosis, auch Megalo Meteoro genannt, bietet. Nach vielen gesammelten Eindrücken geht es für uns zurück nach Kalampaka, wo wir uns beim Mittagessen für die lange Fahrt nach Itea stärken.
Am Nachmittag gibt es eine kleine Überraschung: wir machen Halt an den Thermopylen, dem Ort an dem der Spartaner Leonidas im Jahre 480 v. Chr. mit nur 300 Mann Gefolge die übermächtigen Truppen des Perserkönigs Xerxes bezwingen konnte. An diesem historischen Ort feiern wir unser Bergfest, denn wir sind bereits seit acht Tagen zusammen unterwegs. Es wird mit Sekt gebührend angestoßen und ganz spontan findet sich auch noch ein Obsthändler, sodass eben noch ein kleiner Wettkampf im Kirschkern-Weitspuken initiiert werden kann, bevor es weiter Richtung Hotel geht. Untergebracht sind wir heute Nacht in einem sehr familiären Hotel und zum ersten Mal in direkter Nähe zum Strand – welcher auch sofort erkundet werden muss. Da die Badesaison noch nicht begonnen hat, haben wir den kleinen Ort Itea scheinbar fast für uns allein.

Tag 9 Delphi – Hosios Lukas – Vrachati


Der Tag heute startet früh und mit einigen Erwartungen – hat doch jeder insgeheim eine Frage, die er gerne vom Orakel in Delphi beantworten lassen wollen würde. Das größte und wichtigste Orakel der Antike, er ehemalige Nabel der Welt, hat auch noch heute nichts von seinem Ruf eingebüßt. Durch die weiten Olivenhaine fahren wir langsam die Hänge des Parnassus Gebirges hinauf, wo wir auf etwa 700 Metern das moderne Dorf Delfi erreichen – die Ausgrabungsstätten der antiken Stadt, sowie das Museum befinde sich nur einige 100 Meter weiter. Zunächst steht der Besuch des Museums auf dem Programm, wo die Funde der langjährigen Ausgrabungen ausgestellt werden, darunter auch die weltberühmte Bronzestatue des Wagenlenkers aus Delphi, die bei einem Erdbeben im vierten Jahrhundert v. Chr. verschüttet wurde. Im Anschluss geht es weiter zum ehemaligen heiligen Bezirk, welcher siebten Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde. Hier fiel die Phytia mittels berauschender Dämpfe aus einer Erdspalte in Trance und wurde so zum Medium des Gottes Apollon, dessen Tempel wir heute zumindest noch in Teilen besichtigen können. Eindrücklich sind auch die Überreste der Schatzhäuser verschiedener griechischer Stadtstaaten, in denen die kostbaren Weihegaben aufbewahrt wurden.
Unsere Reise geht weiter durch das Parnassus Gebirge, wo wir auf dem Weg einen Stopp mit einer wunderbaren Aussicht auf den mondänen aber malerischen Wintersportort Anchova einlegen. Hier verbringen wir auch unsere Mittagspause, bevor wir uns auf zu unserem nächsten Ziel machen.
Wenig später erreichen wir das Kloster Hosios Lukas aus dem elften Jahrhundert, eines der drei bedeutendsten byzantinischen Klöster Griechenlands. Besonders beeindruckend ist das Katholikon, die dem Lukas geweihte Hauptkirche aus dem Jahre 1011 mit seinen Mosaiken, deren Bildprogramm und Erhaltungszustand in Griechenland einzigartig sind.
Ein späten Nachmittag verbringen wir im Bus, durch die Ausläufer des Paranassus fahrend, denn wir haben noch ein Wenig Strecke zu machen, bevor wir am Abend unser Hotel Resort in Vrachati erreichen, wo wir für die nächsten vier Nächste bleiben werden.

Tag 10 Mykene – Nauplia - Epidaurus


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Auf den Spuren Heinrich Schliemanns wandeln wir heute, denn unser Weg führt uns durch die Agrolis, die Gegend südlich von Athen, zunächst nach Mykene. Noch vor den Toren der Stadt, die im 14. Jahrhundert v. Chr. ihre Blütezeit erlebte, befindet sich das sogenannte Schatzhaus des Artreus. In Wirklichkeit ist der riesige Tumulus jedoch eine Grabanlage. Wenig später betreten wir durch das berühmte Löwentor die antike Stadt Mykene und stehen auch gleich schon vor den sogenannten Königsgräbern, wo Schliemann die berühmte Goldmaske des Agamemnon fand. Weiter geht es hinauf zum Palast, zur ober- und unterirdischen Zisterne, sowie am zweiten Stadttor vorbei und wer noch Ausdauer hat, wirft noch einen Blick in das benachbarte Museum.
Ein willkommenes Kontrastprogramm bietet die Hafenstadt Nauplia, mit ihren engen Gassen und malerischen Plätzen, die wir gegen Mittag erreichen. Man hat hier fast ein Eindruck in Italien gelandet zu sein, denn die mehrmalige Besatzung der Venezianer hat hier ihre Spuren hinterlassen. Gegründet wurde die Stadt, die eine wichtige Funktion als Hafen von Argos hatte, jedoch bereits im siebten Jahrhundert v. Chr. von Nauplios, Sohn des Palamedos.
Erholt machen wir uns schließlich auf Richtung Epidaurus, um dort die Ausgrabungsstätte des Asklepiosheiligtums zu besichtigen. Besonders beeindruckt sind wir jedoch von dem besterhaltenen Theater der antiken Welt. Es bietet Platz für über 12 000 Besucher und weist zudem noch die hervorragendste Akustik von allen Theatern auf – das wird uns auch gleich eindrücklich bewiesen, denn eine Dame aus einer anderen Reisegruppe gibt spontan ein kleines Konzert, das uns alle begeistert.

Tag 11 Athen


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Heute steht ein weiterer, langersehnter Höhepunkt auf dem Programm: mit einem örtlichen Bus und Fahrer Georg geht es endlich in die griechische Hauptstadt Athen. Als Erstes steht heute der Besuch des Archäologischen Nationalmuseums auf dem Plan, dort besichtigen wir die wertvollen Goldfunde aus den gestern gesehenen Ausgrabungsstätten von Mykene. Da bis ins frühe 20. Jahrhundert alle archäologischen Funde hier untergebracht wurden, findet man antike Exponate aus jeder Epoche und allen Regionen Griechenlands. Alleine in diesem Museum mit seinen rund 11 000 Ausstellungsstücken könnte man den ganzen Tag verbringen, es stehen jedoch noch weitere Dinge auf unserem Plan.
Unsere Mittagspause vertreiben wir uns in der Plaka, der Altstadt Athens, mit griechischen Leckereien und Souvenir-Shopping. Auf dem Weg dorthin fahren wir vorbei am Syntagma-Platz mit dem Parlamentsgebäude, wo die berühmten Evzonen das Grabmal des unbekannten Soldaten bewachen. Weiter geht es vorbei an der klassizistischen Athener Trilogie (Akademie, Bibliothek und Universität), an der katholischen Bischofskirche und der alten Augenklinik bis zum alten Olympiastadion von 1896, wo wir einen kurzen Stopp einlegen.
Nach der Mittagspause folgt für viele das absolute Highlight der Reise: der Besuch der Akropolis. Neben den Ruinen der antiken Tempelanlagen des Parthenon und des Erechtheion beeindruckt vor allem auch die herrliche Aussicht über die ganze Stadt bis zum Hafen von Piräus. Von hier können wir alles am Vormittag Gesehene wiederentdecken und dazu einen Eindruck von der antiken Agora mit dem Hephaistostempel und dem römische Forum erlangen. Mit vielen neuen und spannenden Eindrücken machen wir uns gegen Abend auf den Weg zurück Richtung Hotel. Unterwegs bekommen wir noch die Gelegenheit einen Kreuzer der MSC Flotte, sowie einige der großen Mittelmeerfähren im Hafen von Piräus liegen zu sehen und schon entstehen ein paar Tagträume darüber, auch noch ein paar der griechischen Inseln erkunden zu wollen.

Tag 12 Kanalfahrt durch den Kanal von Korinth und Altkorinth


Nach vielen Tagen intensiven Programmes freuen sich heute alle auf einen gemütlichen Tag. Wir verlassen das Hotel erst spät, auch heute mit Fahrer Georg und dem griechischen Bus. Schon nach wenigen Minuten Fahrt erreichen wir unseren ersten Stopp. Von hier aus können wir schon einmal einen Eindruck davon bekommen, was uns gleich erwarten wird: von einer ca. 80 Meter hohen Brücke aus betrachten wir den Kanal von Korinth von oben. In Anbetracht der schwindelerregenden Höhe wir einigen wird ein wenig flau im Magen und wir ziehen es vor, den Kanal vom Wasser aus weiter zu besichtigen. Unser Schiff bahnt sich seinen Weg durch den nur 25 Meter breiten Kanal. Von hier unten sehen die hohen Wände zu beiden Seiten noch einmal beindruckender aus. Pläne für den Bau dieses etwa sechs Kilometer langen Kanals, der das griechische Festland von der Peleponnes trennt und so einen Seeweg von 325 Kilometern einspart, gab es schon in der Antike. Nachdem viele Pläne gescheitert waren gelang es jedoch erst im Jahr 1893 des sogenannten Isthmus von Korinth zu eröffnen. Bei der etwa einstündigen Fahrt durch den Kanal werden wir mit Ouzo und Meze, griechischen Vorspeisen, versorgt und sind anschließend gut gestärkt um uns die Ausgrabungsstätten des antiken Korinths anzusehen. Alt-Korinth wurde im 10. Jahrhundert v. Chr. gegründet und hatte in seiner Hochzeit mehr als 200 000 Einwohner. Diese Zahl lässt sich nur mit der Macht und dem Reichtum der Stadt erklären, denn sie kontrolliere alleine den direkten Zugang der Peleponnes zum Festland. Nach der Besichtigung der Ausgrabungsstätte freuen sich alle auf den Nachmittag, dessen Gestaltung zur freien Verfügung steht. Einige erkunden die Poolanlage des Hotel Resorts, wenige mutige trauen sich sogar, einen Fuß ins noch etwas zu kühle Mittelmeer zu strecken.
Vor dem Abendessen erwartet uns noch eine kleine Überraschung: ein Winzer aus der Umgebung ist gekommen, um uns zwei seiner Weine zur Degustation zu reichen.

Tag 13 Mystras


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Die Zeit ist gekommen, unser Resort Hotel in Vrachati zu verlassen um noch ein wenig weiter in den Süden der Peloponnes vorzudringen. Wir durchfahren die berühmten Landschaften Arkadiens, die vor allem im 18. und 19. Jahrhundert viele Künstler anlockte und so zum Inbegriff des gelobten paradiesischen Sehnsuchtsziels avancierte. Am Vormittag erreichen wir die sagenumwobende Stadt Sparta, allerdings zeugt in der neuzeitlichen Hauptstadt Lakoniens kaum noch etwas von der großartigen antiken Vergangenheit. Alleine das bronzene Leonidas Denkmal erinnert noch einmal an den glorreichen Sieg über die Perser bei der Schlacht bei den Thermopylen. So führt uns unser Weg schnell weiter in die mittelalterliche Nachfolgesiedlung Spartas, nach Mystras. Strategisch besser, am Hang des Taigetos-Gebirges gelegen, wurde diese Stadt 1249 unter dem fränkischen Grafen William II. von Villehardouin erbaut. Wir besichtigen die byzantinische Ruinenstadt vom oberen Burgtor aus und steigen langsam den steilen Treppenpfad hinab. Dabei besichtigen wir die Kirchen Agia Sophia und Agios Nikolaos und anschließend den Despotenpalast. Zum Schluss besuchen wir das Pantanassas Kloster, das heute von sechs Nonnen bewohnt wird, welche seit der Neugründung Spartas in den 30er Jahren die einzigen Bewohnerinnen der verlassenen Stadt sind.
Nach der Mittagspause führt uns unser Weg über den Taigetos-Pass, der Heimat der strengen Göttin Artemis. Die engen Serpentinen und steilen Hänge sind nicht jedermanns Sache, bieten jedoch die Gelegenheit für herrliche Aussichten und mehrere Fotostopps. Auch die Hilfe der Jagdgöttin müssen wir beinahe in Anspruch nehmen, als uns plötzlich eine Herde wilder Schafe den Weg versperrt – jedoch vertreibt schließlich unsere Reiseleiterin Lenia die störrischen Tiere mit vollem Körpereinsatz, sodass der Weg Richtung Kalamata wieder freigegeben ist. Am späten Nachmittag erreichen wir unser Hotel, das nur durch eine Straße vom Strand getrennt ist – hier lässt es sich aushalten!

Tag 14 Olympia – Patras – Fährüberfahrt


Der letzte Tag auf griechischem Boden beginnt früh, denn wir haben noch viel vor bis wir am Nachmittag in Patras unsere Fähre erreichen wollen. Wir fahren zunächst entlang der Westküste der Peleponnes und erreichen schließlich Olympia. Bei einer Führung durch die Ausgrabungsstätte besichtigen wir zunächst das Gymnasion, die Übungsstätte für die Athleten, die dann im riesigen Stadion vor 45 000 Menschen ihre Wettkämpfe austrugen. Seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. fanden hier alle vier Jahre die olympischen Spiele statt und noch heute wird hier auf dem Hera-Altar das olympische Feuer entzündet. Weiter geht es an der Basilika vorbei, die wohl vormals die Werkstatt des Bildhauers Phidias war, welcher hier die Tempelstatue anfertigte. Nach dem Leonidaion, einem Gästehaus und römischen Thermen gelangen wir in den heiligen Bezirk mit Zeus- und Hera-Tempel. Im Anschluss besichtigen wir im Museum die Funde, die bei den Ausgrabungen der antiken Stadt zum Vorschein gekommen sind.
Am frühen Nachmittag geht es schließlich weiter nach Patras, wo wir die Superfast XI nach Ancona besteigen. Nun heißt es Abschied nehmen und zum ersten Mal wird allen so langsam bewusst, dass die Reise sich so langsam dem Ende neigt. Noch lange sehen wir am Horizont die gewaltige Schrägseilbrücke, die mit ihren 2250 Metern die Peleponnes mit dem griechischen Festland verbindet.

Tag 15 Ankunft in Ancona – Pradelle di Nogarole Rocca


Nach fast 24 Stunden auf der Fähre, die vor allem mit Essen, Trinken, Schlafen und netten Gesprächen überbrückt wurden, erreichen wir endlich den Hafen von Ancona. Hier verlassen uns schon unsere ersten beiden Gäste, die mit dem Flugzeug zurück nach Hause Reisen werden. Für den Rest geht es auf die Autobahn in Richtung Mantua. Das Wetter, das uns auf diesem Teil der Reise begleitet, spiegelt womöglich unsere gemischten Gefühle wider: die Freude an der schönen Zeit und die Erinnerung an die vielen Erlebnisse, die Vorfreude auf Zuhause, aber auch ein bisschen Trauer, dass alles so schnell vorbei gegangen ist – all das zeigt sich in strömendem Regen, der dann plötzlich und immer wieder von strahlendem Sonnenschein durchbrochen wird, sodass sich uns die schönsten Regenbögen zeigen während wir das Veneto und unser Nachtquartier erreichen.

Tag 16 Pradelle di Nogarole Rocca – Dresden


Heute liegt schon vor dem Frühstück Schwermut in der Luft, diese verflüchtigt sich jedoch zumindest temporär, als unser, als neuer Bachelor auserkorener, Busfahrer Roy (mit Unterstützung der Reiseleitung) plötzlich mit 12 langstieligen roten Rosen im Frühstücksraum erscheint. Da heute Muttertag ist, haben wir uns dem italienischen Brauch angeschlossen, allen anwesenden Damen ein kleines Geschenk zu machen. Leider müssen wir trotzdem nach dem Frühstück die Koffer packen und uns auf den Weg nach Hause machen. Unsere Verabschiedungsrunde geht schon los bevor wir Italien den Rücken gekehrt haben, da die ersten Gäste uns bereits in Österreich verlassen werden. Es werden die vielen interessanten, schönen und lustigen Momente der vergangenen 15 Tage rekapituliert, Adressen getauscht und neue Pläne geschmiedet – nach Hause gehen möchte keiner so Recht. Während die Gruppe über den Tag immer kleiner wird ist die Gewissheit dennoch umso größer, dass diese Reise allen noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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