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Reisebericht: Rundreise Indien, Bhutan & Nepal - geheimnisvolles Himalaya

10.11. – 25.11.2017, 16 Tage Rundreise: Delhi - Taj Mahal - Bagdogra - Darjeeling - Gangtok - Thimpu - Punakha - Paro - Tigernest - Kathmandu

Vom quirligen Delhi über die Teeregion Darjeeling und den grünen Himalaya Sikkims führt die Reise in das Königreich Bhutan und endet in den Königstädten Kathmandus in Nepal - 16 Tage hinduistische und buddhistische Faszination im Banne des Himalaya

1. Tag 10.11.2017 Flug nach Delhi


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Acht der nur neun Gäste umfassenden Reisegruppe, die Delhi, Darjeelimg, Sikkim, Bhutan und ein wenig Kathmandu erkunden wollten, trafen sich zur Mittagszeit in Berlin, um mit Turkish Airlines den Flug via Istanbul anzutreten. Fast pünktlich hob dann am Abend auch der Airbus A 330 Richtung Delhi ab. Es war bereits dunkel als wir über die türkische Schwarzmeerküste, das georgische Batumi, das aserbaidshanische Baku, den Kaspisee, Turkmenien und Pakistan nach Indien einflogen.

2. Tag 11.11.2017 Delhi, die Hauptstad Indiens


Der Tag hatte bereits irgendwo über dem Kaspisee begonnen. Nach kurzer Nacht mit einer Zeitumstellung von plus 4,5 Stunden standen wir doch ein Weilchen bis die Einreiseformalitäten beendet waren. Noch vor der üblichen Hotelfrühstückszeit erreichten wir unser Hotel am Stadtrand von Delhi. Nach zehn Uhr starteten wir dann mit Bhawani Singh unsere Stadttour durch Delhi. Vorbei am India Gate erreichten wir das Rote Fort, eines der wesentlichen Bauzeugnisse aus der Mogulzeit im 17. Jahrhundert. – heute Unesco Welterbe. Hier warteten dann unsere Rikschafahrer, um uns im belebten Verkehr durch die Gassen der Altstadt, vorbei an Geschäftsauslagen und unter den massenhaft locker hängenden Stromleitungen hindurch zu fahren. Unser Ziel war die Freitagsmosche, die wohl bedeutendste muslimische Moschee Indiens, auch Unesco Welterbe. Nach der Mittagspause, stieß nun auch unser neunter Reisegast zu uns, die aus Stuttgart kommend wegen Flugverspätung via London umgebucht wurde. Gemeinsam besichtigten wir dann, mit orangenen Kopftüchern versehen, den Sikh-Tempel: großes Pilgerzentrum, wo täglich tausende Pilger – unabhängig der Konfession – auch „gastronomisch" versorgt werden. Durch die Riesenküche pilgerten hunderte Touristen, um dem Treiben zuzuschauen. Nun wurden wir nach schlafloser Nacht doch langsam matt, aber ein buddhistischer tempel sollte es noch sein: der Iskcon-Tempel.
Ein interessanter Tag im quirligen Delhi neigte sich damit dem Ende, leider alles im Smog-Dunst.

3. Tag 12.11.2017 von Delhi über Bagdogra nach Darjeeling


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Nach einer Nacht im Flugzeug und einem ausgiebigen Besichtigungstag in Delhi benötigten wohl doch die meisten einen Weckruf. Noch vor neun Uhr erreichten wir den Inlandflughafen und den check in für die Flüge mit Go Air – übrigens eine Gesellschaft im Verbund der Star Alliance. Mit etwas Verspätung ging es mit einem A 32= Richtung Osten nach Bagdogra. Wer an der linken Seite des Flugzeuges saß, hatte Glück und konnte das Himalaya-Panorama bewundern.
Vom Flugplatz in Bagdogra in Westbengalen fuhren wir mit neuem Fahrer und im 20er Bus zunächst nach Siliguri, um vor der folgenden Fahrt von fast vier Stunden noch ein wenig Mittag zu essen.
Hinter Siliguri ging es dann im noch flachen Land durch Teeplantagen, deren Tee als „Assamtee" vermarktet wird. Dann werden zweitausend Höhenmeter im Bus erklommen: Ausblicke in die Ebene und in die Berge vor uns. Bald erreichen wir Teeplanatagen mit den für Darjeeling-Tee niedrigeren Pflanzen. Hier erklärt uns Bhawani mehr von den Erntezyklen und den Verarbeitunsformen des Tees.
Am Horizont tauchen die Wolken in rötliches Licht, dann wird es dunkel. Fast zwei Stunden fahren wir durch die Dunkelheit voller einzelner Lichter der Bauernhöfe, manchmal durch die engen Strßen kleiner Ansiedlungen; links und rechts helle, geöffnete Kioskläden. Bei gegenverkehr wird ein wenig rangiert, dann geht es weiter; die Eisenbahnlinie Siliguri – Darjeeling immer neben uns direkt auf der Straße. Das Hotel Elgin: ein ehemaliger Maharadschapalst, der wohl bereits in der britischen Kolonialzeit als Hotel umgebaut wurde und britisches Flair atmet.

4. Tag 13.11.2017 Darjeeling – Zentrum des Teeanbaus


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Der Tag begann zeitig; bereits um vier Uhr trafen wir uns, bestiegen Jeeps, die uns zum Tigerhill brachten. Der Hügel am Stadtrand von Darjeeling-Ghoom hat sich für Inder und ausländische Gäste zu einem der markantestes Sunrise-Aussichtspunkte mit Himalaya-Blick entwickelt. Bereits vor fünf Uhr zeigte sich am östlichen Horizont ein rötlicher Streifen. Gegen 5:40 Uhr tauchte der Sonnenball auf und die Himalayagipfel erhielten ihren hellen Schein: frontal im Norden der dritthöchste Berg der Erde, der Kandchendzonga mit dem Siebentausender Kabru, im Westen der Makula, dahinter der Mt. Everest und auch ein wenig Lhotse waren zu sehen. Nachdem wir dem Morgen so eindrucksvoll begonnen hatten, strebten wir zurück zum Hotelfrühstück.
Am Vormittag bestiegen wir die kleinen Waggons mit Dampflok der Himalayan Eisenbahngesellschaft – manchmal touristisch auch als „Toy-Train" bezeichnet - und ließen uns begleitet von schwarzen Rauchwolken durch Darjeling nach Ghoom ziehen, immer wieder mit Blick zum Kantsch und staunend wie eng es zwischen Waggon einerseits und Menschen , Häusern und Geschäftsauslagen andererseits wurde. In Ghoom besuchten wir das örtliche Kloster, ein bedeutenden Kloster des gelbmützen-Ordens. Nach unserer Mittagspause im Anblick des Kantschs besuchten wir das Himalaya-Museeum, das sich stark dem Bergsteigen widmet und den Zoo mit einem(?) bengalischen Tiger, Leoparden, Panthern und Pandas. Mit kleinen Teepröbchen verschiedener Teeplückungen und Fermentationsformen von Darjeeling-Tee beendeten wir unsere Tour durch die Stadt. (So weiß, muss aber auch Weißer Tee nicht sein. Aber wer wollte, konnte kaufen und kann es zu Hause kräftiger machen.) Ein langer Tag ging beim Abendessen im Hotel Elgin zu Ende.

5. Tag 14.11.2017 von Darjeeling nach Gangtok in Sikkim


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Zu gutbürgerlicher Zeit – ein wenig dem Stil des Elgin-Hotels angepasst – starteten wir zu unserer Busfahrt von Darjeeling nach Gangtok, der Hauptstadt von Sikkim. Über Ghom ging es zunächst ein Stück abwärts und dann den Teestafluss, einen Nebenfluss des Brahmaputra, kreuzend und flussaufwärts entlang. Grüne Berghänge prägen die Landschaft, Ausblicke auf die weißen Bergkämme des Osthimalaya freigebend. Kleine Dörfer mit farbigen Holzhäusern prägen die Landschaft. Die Bewohner verdingen sich durch Gewürzanbau – Kardamon – oder das Schälen von Baumrinde zur Chiningewinnung. Bhawani erklärte dies uns mitten im subtropischen Wald und während der Fahrt die Rituale der Brautwerbung und Ehevereinbarung hinduistischer Familien. Den Teestafluss querten wir auf einer Brücke zu Fuß nachdem wir an Bauernständen versuchten, unbekanntes Gemüse zu definieren. Der Bundesstaat Sikkim hat auf Grund seiner sehr späten Fusion mit der Indischen Union einen Sonderstatus, weshalb wir am Grenzort ein Permit mit Passstempel erhielten. Am Nachmittag hatten wir dann wieder die Höhe von zweitausend Metern erklommen und Gangtok erreicht. Die Hauptstadt Sikkims liegt am Berghang und weist – durchaus überraschend - viele vier- und fünfstöckige Gebäude aus. Unser Hotel Elgin Norkill gehört zur gleichen Unternehmensgruppe wie das Hotel in Darjeeling und überrascht uns mit seinem Flair überaus angenehm. Zum Einbruch der Dunkelheit gegen 17 Uhr treffen wir uns und fahren mit Taxis in das Stadtzentrum, das durch einen verkehrsgesperrten Fußgängerbereich mit Grünpflanzungen und Springbrunnen besticht. Mit einem Mönchs-Rum im Magen bummelten wir dann zur Plaza, einem mehretagigen Marktgebäude mit illegal/halblegalen Chinaimporten aller Produktgruppen und einheimischem Gemüse. Picklles und gezuckerte Kokosnuss trauten wir uns gar zu kosten (weil wir vorher den Rum getrunken hatten?). Hier waren wir die einzigen ausländischen Touristen und genossen das authentische Sikkim.
Abendessen dann im Hotel und in kleiner Runde an der Bar noch ein Schluck indischer Weiswein.

6. Tag 15.11.2017 Gangtok mit Kloster Rumtek


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Die zweihunderttausend Einwohner zählende Hauptstadt Sikkims, Gangtok, liegt am Berghang im Grünen und wirkt so kaum wie eine Großstadt. Am westlichen Berghang gegenüber befindet sich Rumtek mit dem bedeutenden Kloster. Auf einer noch im Ausbau befindlichen Straße benötigten wir für die 24 Kilometer fast zwei Stunden. Das Kloster selbst ist ein originalgetreuer Nachbau des tibetischen Klosters Tsurphu nach der Besetzung Tibets durch die chinesische Volksarmee. Das Kloster gehört zum Schwarzmützen-Orden. Hier befindet sich das bedeutendste Ausbildungszentrum für Lamas des Ordens. Alle zwölf Jahre findet ein Klostergebetsfest statt, zu dem hunderte Pilger und Mönche anreisen. Für das Ritual wurde der gesamte Innenhof vor dem Tempel mit einem riesigen Zeltdach überspannt; überall wimmelte es rotbetucht. Zu den für Touristen besonders sehenswerten Attraktionen zählen die alten, in farbenfrohen Tüchern eingeschlagenen Schriften, die 1008 Buddhafiguren i der Tempelanale und die goldene Stuppa. Hier war natürlich ausreichend Zeit, sich nochmals mit der jüngeren Geschichte des tibetischen Buddhismus zu beschäftigen.
Am zeitigen Nachmittag erreichten wir wieder Gangtok und besichtigten die Nationale Schule für Handwerk (Tankamalerei, Schnitzerei, Weberei und Teppichknüpferei). Tolle Handwerkskünste – aber warum im Shop eine Unmenge von Plüschtieren aus sicher chinesischer Massenproduktion angeboten werden...? Im Zentrum von Gangtok trauten wir uns zu einem Imbiss mit Momos und Frühlingsrollen am Stand bevor jeder individuell Gangtok erkunden konnte. Nach dem Abendessen war dann noch ein 70.er Geburtstag zu feiern. Schön, wenn man so einen privaten Höhepunkt am Rande des Himalaya feiern kann...

7. Tag 16.11.2017 von Gangtok in Sikkim nach Phuentsholling in Bhutan


Einhundertneunzig Kilometer, das ist so ungefähr die Entfernung von Dresden nach Berlin und in knapp zwei Stunden in Deutschland zu schaffen. Für die hiesige gleichlange Distanz hatten wir sieben Busfahrstunden eingeplant, aber auch schon von neun Fahrstunden gehört. Also starten wir bereits um sieben Uhr. Von Gangtok in über zweitausend Meter Höhe führen wir, bald dem Teestafluss folgend, die Vorberge des Himalaya hinab, vom Bundesstaat Sikkim nach Westbengalen. In der Ebene auf reichlich zweihundert Meter Höhe angekommen , drehten wir nach Osten ein. Riesige Teeplantagen, immer unter schattenspendenden Bäumen begleiteten uns. Die Dörfer entlang des Weges sehr einfach. Zur Frühstückpause des Fahrers beobachten wir das Treiben auf einer Bausteine: junge Frauen in gerader Körperhaltung schleppten üblicherweise je sieben Ziegelsteine auf dem Kopf über Treppen in die Höhe; die Männer in Säcken anderes Baumaterial nach oben; in Gummischlappen, Röcken, helmlos versteht sich; mancher von uns dachte an seinen Arbeitsschutzinspektor oder wie immer dieser auch heute heißt. Ja, das war schon ein sehr authentisches Indien! Nach sieben Stunden erreichten wir tatsächlich den indischen Grenzort: Stempeln! Zehn Minuten später setzten wir unsere Koffer im bhutanesischen Hotel in Phuentsholing ab. Das Visum für Bhutan holten wir uns dann selbst, was wohl ohne bhutanesischen Guide eher ungewöhnlich ist. Als er zu uns kam, hatten wir auch den Tempel Zangtho Pelri Lhakhang schon gesehen. Nach dem Abendessen im Hotel Lhaki war dann doch bald die Luft heraus...

8. Tag 17.11.2017 von Phuentsholing nach Thimphu


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Unsere Busfahrt in die bhutanische Hautstadt Thimphu startete in ca. 250 Meter Höhe und endete nach acht Stunden Fahrt und Pausen in 2500 Meter Höhe. Bereits nach wenigen Kilometern stoppten wir am Kharbandi Gompa Kloster oberhalb von Phuentsholing. Gebetsfahnen wehten im Lüftchen über der Gompa und wir genossen den Blick in die Ebene mit breitem Schotterfluss und auf die indisch-bhutanische Grenzstadt. Nun ging es Stunden mit dem Bus auf gut asphaltierter Straße in die Höhe. Ringsum grüne Berghänge, in der Ferne dann unbewaldete Gipfelketten, die mehr als viertausend Meter erreichen. Immer wieder schmucke bhutanische Häuser, die sich völlig von den indischen Hütten Westbengalens unterscheiden – mancher glaubte sich gar an Alpenalmen mit Bauernhäusern erinnert. Mehrfach stoppten wir für Fotos und Ausblicke, also für einen recht authentischen Eindruck vom Land, weil wir auch einige Schritte liefen. Gegen sechzehn Uhr erreichten wir den Stadtrand von Thimphu, bald darauf den Simtokha Dzong; aus dem Jahre 1629 stammend, ist er der älteste erhaltene Dzong Bhutans. Zunächst immer wieder begeisternd sind die farbenfrohe Bemalung und die figuralen Schnitzereien der Dämonen am Dzong. Vom Tempelinneren hörten wir bereits typische Geräusche eines buddhistischen Rituals. In Begleitung der Königlichen Polizei durften wir dann am Ritual teilnehmen, bei dem vielleicht vierzig Trommler im Gleichklang die bösen Geister vertrieben und mehrere Hörner Kraft hinausposaunten. Auch wenn wir dies nicht digital verwerten konnten, war es für alle wohl ein Höhepunkt der Reise. Schnell waren wir dann in der zweihundert Einwohner zählenden Hauptstadt und ihrem Stadtzentrum, wo sich unser Hotel Jumolari, benannt nach einem der bedeutendsten heiligen Berge des Landes, befindet.

9. Tag 18.11.2017 Thimphu – Hauptstadt Bhutans


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Mitten in der Stadt befindet sich eine Chörte zur Erinnerung an den dritten Wangchuk-König, der in seiner Regierungszeit wesentlich zur Öffnung des Landes, auch für Bildung und Medizin, beitrug. An jedem Morgenvollziehen dort Gläubige Ihre Gebete beim Umrunden der Chörte und viele alte Menschen weilen den ganzen Tag dort. Wir ließen uns diesen Eindruck als Auftakt des Tages nicht entgehen. Anschließend war Post angesagt: viele Karten mit dem eigenen Porträt auf der Briefmarke fanden den Weg in den Briefkasten. Über der Stadt steht eine der größten Buddhastatuen weltweit: 51 m Höhe nimmt das Denkmal für den sitzenden Buddha in Messing ein. Immer umfangreicher wird der Gesamtkomplex, an dem seit 2010 gebaut wird. Mittlerweile ist auch der Tempel betretbar.
Am Sonnabend war leider die Malereischule Bhutans nicht zu besichtigen, so weilten wir noch am Vormittag im großen Textilmuseum. Hier erfuhren wir mehr über die Herstellung handgewebter Stoffe für die landestypische Bekleidung. Da in der Hotelgastronomie Bhutans mittlerweile viel Rücksicht auf die Geschmacksgewohnheiten der europäischen Touristen genommen wird, aßen wir heute in einem typisch bhutanischen Restaurant am Farmhouse. Da war dann doch eine Menge Chilli dran. Besonders lecker waren zum Beispiel die sehr fein geschnittenen gebratenen Auberginenstreifen, due natürlich auch mit Chillis kräftig gewürzt waren. Auch eine Probe Buttertee war hier möglich. Nach gutem Essen dann der Besuch im Farmhouse-Museum gleich nebenan, dass einen Eindruck von Wohngestaltung und Arbeitsgeräten eines (wohl eher wohlhabenden) Bauern vor einhundertfünfzig Jahren vermittelt. Am Nachmittag dann Besuch des Dzongs von Thimphu einer großen Festungsanlage aus der Mitte des 17. Jahrhunderts – alles in warmer Herbststimmung mit blauem Himmel und Blick auf die Fünftausender im Hintergrund. Anschließend war noch Zeit zum individuellen Bummeln in der zweitausend Einwohner zählenden Stadt.

10. Tag 19.11.2017 Dochula Pass und Punakha


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Nachdem wir noch 2015 bereits 3:00 Uhr in der Nacht starteten, um vor Beginn von Bauarbeiten den Dochula-Pass zu überqueren, konnten wir in diesem Jahr zu gut bürgerlicher Reisegruppen-Abreisezeit den Bus besteigen. Oberhalb von Thimphu noch schnell ein Fotostopp auch den ältesten Dzong Bhutans und hinüber zur großen Buddhafigur. Nach einundeinhalb Stunden hatten wir den Dochula-Pass erreicht; nach Norden eine grandiose Aussicht auf die Bergkette des Osthimalayas an der Grenze zwischen Bhutan und China. Gipfel an Gipfel mit weißen Kappen reihen sich anneinander; mehrere über siebentausend Meter hoch, darunter der Gankhar Puensum , der mit 7570 m höchste Berg Bhutans. Einhundertacht Chörten wurden über ein kleines Hügelchen gebaut, von dem man einen noch besseren Blick auf die Bergwelt hat. Aus einer Höhe von über dreitausend Metern ging es nun hinunter auf eintausenddreihundert Meter auf die Höhe des Punakhatales. Apfel- und Reisanbau sind typisch für dieses fruchtbare Gebiet. Vielleicht ließen sich einst auch Mönche von der Fruchtbarkeit der Landschaft inspirieren, jedenfalls entstand ein Fruchtbarkeitskloster, zu dem noch heute junge Paare mit Kinderwunsch oder Paare mit Kleinkindern als Dankbarkeit zum Kloster pilgern. Phallussymbole als holzgeschnitztes Souvenir oder als Malerei an Hauswänden weisen dem Pilger und Touristen den Weg durch kleine Dörfer und Felder zum Kloster.
Nach dem Mittagessen im „Phallusdorf" war Punakha in wenigen Busminuten erreicht. Das religiöse Oberhaupt (Apt) des hiesigen Rotmützenordens war indes am heutigen Tage aufgebrochen, um seinen Wintersitz nach Punakha zu verlegen. So waren wir zunächst unsicher, ob wir am heutigen Sonntag in den Dzing eingelassen werden. Bei sonnigem Herbstwetter gelangten wir aber doch recht zügig über die Brücke und dann eine steile Treppe in den Dzong. Die Lage des Dzongs unmittelbar an einem Fluss machen den Dzong von Punakha vielleicht zum attraktivsten Dzong auf unserer Reise – eine Unmenge von Fotos sollte davon sicher noch zu Hause künden.

11.Tag 20.11.2017 Paro


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Auf dem Fahrweg des vorangegangenen Tages ging es hinauf zum Dochula Pass – heute schwebten einige Wolken zwischen Pass und Gipfelkette. An Thimphu vorbei erreichten wir zur Mittagsstunde Paro. Tachi, unser Reiseleiter, hatte hier im Restaurant Dagmar – Schweizer Hintergrund – bhutanisches Touristenessen geordert. Der Nachmittag galt dann den Dzongs in und um Paro. Zunächst besuchten wir den Rinpung Dzong, den großen Dzong Paros, den man beim Landeanflug auf Paro fast neben sich sieht. Heute ist dieser Dzong Sitz der regionalen Staatsgewalt und des regionalen Lamas. In nordwestliche Richtung erstreckt sich ein agrarisch genutztes Tal, über dem das Tigernest in der Felswand liegt. Wir fuhren zum Kloster Kyichi Lakhang, dessen Gründung auf das 7. Jahrhundert zurückgeht. Auf unserer Fahrt zum Talende stoppten wir im Anblick der weißen Kuppe des Jumolhari, des bedeutendsten heiligen Berges Bhutans. Dann am Talende, in goldenes Spätnachmittagslicht getaucht, der wiederentstehende Drukyel Dzong. Weiß heben sich die Wände und Golden das Dach des Dzongs vor derGebirgswand ab. Der vierte König lässt den Dzong zu Ehren seines 2016 geborenen Enkels und potentiellen sechsten Königs der Dynastie wiedererrichten.
Vom Talende zurück Richtung Paro sind es nur wenige Kilometer bis wir linker Hand das Tigernest am Felshang entdecken. Gegenüber an der Straße schwenken wir zur Hotelauffahrt ein. Tigernest Resort – unser Hotel für drei Übernachtungen mit Blick auf das Kloster Tigernest.

12. Tag 21.11.2017 Shelila-Pass


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Wir begannen den Tag mit einem kräftigen Happy Birthday aus Anlass eines 50. Geburtstages.
Bei stahlblauem Himmel überwanden wir mit dem Bus eintausendsiebnhundert Höhenmeter und erreichten nach zwei Stunden, immer wieder in das Tal tief oder auf die Berggipfel schauend den Shelila-Pass in 3966 Meter Höhe. Hunderte weiße Fahnen, als Zeichen einer Urnenbestattung, als auch mindestens ebenso viele bunte Gebetsfahnen umwehen den Pass und den folgenden Gipfel. Nach einigen Metern eines wirklich kurzen Aufstiegs hatten wir die Viertausend Höhenmeter erreicht. Ein beeindruckender Blick zum schneebedeckten Jumolhari, dem zweithöchsten Berg Bhutans im Nordwesten und Blicke hinunter ins Haa- Tal begeisterten alle, umgeben von wehenden Fahnen. Dann entschieden wir uns, ins Haa-Tal hinabzufahren. Militärische Einrichtungen prägen den Ort, der nicht weit von der Grenze zu Tibet entfernt liegt. Aa zentraler Stelle wurde ein Kloster – das „Weiße Kloster" umbaut und vergrößert. Im schmalen, landwirtschaftlich geprägten Tal wird Buchweizen angebaut – Momos aus Buchweizen probierten wir zum Mittag. Auf gleicher Fahrstrecke, mehrfach mit Yakbegegnungen am Wegesrand, erreichten wir am noch hellen Nachmittag Paro. Bogenschützenzeigten ihre Zielsicherheit auf Scheiben in zweihundert Meter Entfernung. Abendessen und Folkloreprogramm – auch mit zwei Maskentänzen – dann in einer Räumlichkeit, die sonst drei Mal in der Woche als Disco genutzt wird. Hier ein noch nie in Bhutan gesehenes Schild, dass auf einen Raucherraum aufmerksam macht – Ausdruck des Wandels bereits jenseits des Grates der vielbeschriebenen Gratwanderung des Landes?
Tagesabschluss dann wir die morgendliche Begrüßung: Happy Birthday

13. Tag 22.11.2017 Tigernest-Kloster


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Bei einem mittleren Alter der Reisegruppe von zweiundsechzig Jahren sind dennoch Alter und Fitness unterschiedlich. So gibt es an diesem Tag die Möglichkeit geruhsam mit dem Deutsch sprechenden Reiseleiter Paro und das Nationalmuseum zu erkennen oder aktiv zum Tigernestkloster aufzusteigen. Die Entscheidung zur Wanderung sollte jeder äußerst kritisch treffen, da achthundert Höhenmeter zu überwinden und je 250 Treppenstufen unmittelbar vor dem Kloster hinab und hinauf, auf dem Rückweg andersherum wieder hinab und hinauf, zu besteigen sind. Die Mehrzahl der Gäste begann den Aufstieg zunächst über Wege, die durchaus an steile Mittelgebirgswege erinnern. Nach schönen Ausblicken erreichten wir nach knapp drei Stunden die Trepp—ab – Trepp -auf – Stelle kurz vor dem Kloster. Achthundert Höhenmeter hatten wir bewältigt als wir das Kloster in 3120 Meter Höhe nach fast Leibesvisitationen betreten konnten. Nach vielleiht zwanzig besuchten Klöstern auf dieser Reise hatten wir bereits ausreichend Erfahrung mit Ausstattung und Verhaltensweisen im Kloster. Aber das Kloster des Tigernestes, mitten in einer Felswand, ist doch etwas besonderes. Nach der Legende soll im 7. Jahrhundert der Guru hier auf einem Tiger eingeflogen sein und später den buddhistischen Glauben in Bhutan verbreitet haben. Mittagessen am Wege in einer Cafeteria mit Tigernest-Blick und weiterer Abstieg – insgesamt auch mit zwei Stunden Gehzeit. Glücklich waren dann alle und Stolz auf ihre sportliche Leistung einer anspruchsvollen Wanderung. Ein würdiger Abschluss mit Höhepunktcharakter unseres Aufenthaltes in Bhutan.

14. Tag 23.11.2017 Von Bhutan nach Nepals Hauptstadt Kathmandu


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Nach dem Tigernest als abschließenden Höhepunkt des Bhutan-Aufenthaltes, den wir noch mit Rum am Kamin gefeiert hatten, hieß es nun wirklich Abschied nehmen von Bhutan. Rechtzeitig waren wir am Flughafen von Paro, so dass wir auch überwiegend die begehrten E und F – Plätze des A 319 bekamen. Das Flugzeug indes, aus Bangkok kommend, ließ uns drei Stunden warten. Während des Fluges dann tatsächlich auf der rechten Seite der Blick zu Jumolhari, Kangchengzönga und Mont Everest-Lhotse-Makalu. Der Landeanflug auf Kathmandu vom Westen – wir hatten reichlich zwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben noch Steinwüsten erwartet, aber entdeckten nur funktionstüchtige Bebauung. Gegen 17 Uhr waren wir im Bus Richtung Hotel Himalaya versammelt. Als wir Lalitpur (Patan) erreichten, begann es zu dunkeln – keine rechte Chance, zum individuellen Erkunden in unbekannter Gegend. Alos bereiteten wir uns eher mental auf den morgigen fakultativen Himalaya-Flug vor.

15. Tag 24.11.2017 Kathmandu, Bakhtapur, Patan


Zweieinhalb Jahre nach dem Erdbeben stellten wir uns alle die Fragen: was ist erhalten, kann man sich etwas anschauen, lohnt sich ein Aufenthalt in Kathmandu überhaupt? Um es vorwegzunehmen: für den Erstbesucher – eine sehr lohnende Überraschung; für den Wiederholungstouristen und Reiseleiter – ein viel besserer Zustand als erwartet. Wer eine Stadt im Trümmerschutt erwartete, wird erfreut feststellen, dass trotz aller Schäden und Opfer viel Ansehenswertes steht und das Leben ohnehin hier faszinierend ist.
Doch der Reihe nach! Am Morgen klappte es mit dem fakultativen Flug in Richtung Mont Everest – vielleicht metereologisch ein Vorteil des Novemberreisetermins. Sechs Gäste genossen das Spektakel und werden es wohl nie vergessen. Nach dem Frühstück begannen dann alle Gäste die Exkursionen; schließlich gibt es hier mehrere Unesco-Welterbestätten: die ehemaligen Königsstädte Kathmandu, Patan und Bakhtapur mit ihren Durbar Squares und den hinduistisch rituellen Verbrennungsort Verstorbener Pashupathinat. Bakhtapur erkundeten wir bis zum Mittag und erfreuten uns manches erhaltenen Tempel, insbesondere an der fünfetagigen Pagode. In Pashupathinat erlebten wir die zeremoniellen Vorbereitungen der Verbrennung Verstorbener; nebenan brannten mehrere Holzfeuer bereits – ein immer wieder für Europäer ungewöhnlicher Ort. Patan, das alte Lalitpur – Stadt der Künstler, offerierte trotz vieler Schäden und eines im Aufbau begriffenen Durbar Sqare einen ehaltenen Palst, dessen Museum wir besuchten, und natürlich den Goldenen Tempel. Spätes Mittagessen hier in Patan: Abi hat einen guten Freund und dem gehört ein Restaurant (und Guesthouse) ... hier gibt es wohl die besten Momos mit Geflügelfleischfüllung.
Abschluss des Tages und fast der Reise dann in einem Restaurant mit kleinem Musik- und Tanzprogramm – ok, aber nach fünfzehn Tagen ist man als Gast, gefüllt mit vielen kulturellen und gastronomischen Erlebnissen eben ganz schön anspruchsvoll geworden.
Auf der Fahrt dahin durch die beste Einkaufsstraße des Landes voller Markenartikelgeschäfte und eines Wein-Geschäftes „Barolo Rosso" (der Nichtweinkenner kann ja mal googeln) kommen uns dann aber doch Fragen...

16. Tag 25.11.2017 von Kathmandu mit Turkish Airlines über Istanbul nach Deutschland


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Nach einem genussvollen und ruhigen Frühstück brachen wir zu gutbürgerlicher Zeit zum Flughafen auf. Alle Vorsichtszeit in der Kalkulation erwies sich als überflüssig - am Flughafen ging alles zügig. Der im Abheben von Kathmandu etwas verspätete A 330 brachte uns auf der internationalen Trasse über Nordindien, Pakistan, Afghanistan, Turmenistan über den Kaspisee und Aserbaidshan. Als wir zum Sonnenuntergang die Fensterlucken öffneten, sahen wir zur Linken den schneebedeckten Ararat, den kleinen Kaukasus, das türkische Kackar-Gebirge. Recht zügiger Umstieg dann in Istanbul - in Deutschland waren wir pünktlich.
Ende einer an Höhepunkten so umfangreichen Reise unter stets blauem Novemberhimmel und angenehmen Temperaturen sowie der Erkenntnis: das vom Erdbeben in Mitleidenschaft gezogene Kathmandu ist wieder sicher und erlebnisreich zu bereisen.

Bildergalerie zur Reise

Kommentare zum Reisebericht

Eine einzigartig schöne und interessante Reise, von Eberhardt Reisen perfekt organisiert. Sehr empfehlenswert!
Besonderen Dank an unseren Reiseleiter Dr. Schmeißer.

Dr. Wolfgang Müller
02.12.2017

Eine einzigartig schöne und interessante Reise, von Eberhardt Reisen perfekt organisiert. Sehr empfehlenswert!
Besonderen Dank an unseren Reiseleiter Dr. Schmeißer.

Dr. Wolfgang Müller
02.12.2017

Unser Slogan "Kein Urlaub, sondern Rundreise" beschreibt eine unvergeßliche Zeit. Wir hatten strahlenden Sonnenschein, fantastische Einblicke in Land und Kultur. Es war schön und ist für andere nur zu empfehlen.

Antje Lindner
02.12.2017
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