Reisebericht: Rundreise Israel - gelobtes Land im Nahen Osten

10.11. – 20.11.2019, 11 Tage Rundreise mit Tel Aviv - Cäsarea - Haifa - Akko - Nazareth - See Genezareth - Masada - Jerusalem - Totes Meer

Faszinierende Kontraste von Natur und Geschichte sowie ein noch unversöhnlicher Gegensatz zweier Völker- das macht Israel so einmalig

1.Tag, 10.11.2019 - Anreise nach Tel Aviv


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Von den von Eberhardt Travel angebotenen Haustürtransferen pünktlich nach Berlin - Schönefeld gebracht, trafen sich am frühen Sonntagmorgen alle Reisegäste mit diesem Abflugziel am Info-Point des Terminal A. Gemeinsam gingen wir dann zum Check In der israelischen Fluggesellschaft "EL-AL" im Terminal D. Hier wurden jedem Reisegast erst einmal ein paar Fragen zum Zweck unserer Reise gestellt und nach Beantwortung dieser wurden wir von den netten isralischen Beamten zum Check In entlassen. Überpünktlich mit dem Einsteigen begann dann unsere Reise Richtung "Heiliges Land" und pünktlich landeten wir in Tel Aviv. Alle Koffer hatten auch ihr Ziel erreicht.
Also beste Voraussetzungen, damit unser Reiseleiter -Micha- sowie Busfahrer -Dima- uns am Ausgang in Empfang nehmen konnten. Hier trafen wir auch noch die drei Reisegäste, welche über München angereist  waren. Damit war unsere Reisegruppe komplett und das Abenteuer Israel begann.
Zunächst fuhren wir zum Hafen von Jaffa, um im tollen Restaurant "The Old Men and the Sea" -hier gehen auch viele Einheimische essen- zum ersten Mal unsere Gaumen zu verwöhnen. Im Anschluss unternahmen wir noch einen kleinen Verdauerungsspaziergang durch die nächtliche Altstadt von Jaffa. Dann freute sich jeder nur noch auf eins: Auf sein Bett im Hotel, um nach diesem langen Tag endlich "seine müden Glieder nieder zu legen" und von den kommenden Attraktionen zu träumen.

2.Tag, 11.11.2019- Tel Aviv, Cäsarea, Akko, See Genezareth


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Gestärkt am reichlichen Frühstücksbuffet begannen wir den heutigen Tag mit einer kleinen Rundfahrt durch das Stadtzentrum von Tel Aviv. Dabei sahen wir auch den bekannten "Rothschild Boulevard" mit seinen beeindruckenden Häusern im Bauhaus-Stil. Keine Stadt der Welt hat mehr Häuser in diesem Stil wie Tel Aviv mit über 4.000 Häuser. Deshalb ist sein Stadtzentrum -auch gern die "Weiße Stadt" genannt- seit 2003 UNESCO Weltkulturerbe.
Mit diesen ersten Eindrücken ging es weiter in den Norden in das antike Cäsarea mit Bauwerken aus der Zeit von Herodes dem Großen. Noch heute kann man hier im römischen Theater Veranstaltungen erleben.
Nach einer Fahrt zu dem oberen Teil der Gärten von Bahai mit herrlichen Ausblick auf die größte Hafenstadt Israels = Haifa erreichten wir Akko und unsere erste Mittagspause mit Falafel und typisch einheimischen Speisen..
Anschließend führte uns Micha durch diese alte Hafenstadt mit teils abenteuerlichen unterirdischen Gängen, welche für Römer, Christen und Moslems gleichermaßen bedeutend war. So hat z.B. Paulus hier auf seiner Reise Station gemacht. Damals hieß Akko jedoch Ptolemäus. 
Durch die kaum beschädigte Architektur ist es möglich, die historische Bedeutung der Stadt in all den unterschiedlichen Epochen gut nachzuvollziehen.
Akko ist übrigens heute eine der wenigen Städte Israels, die überwiegend von Arabern bewohnt wird und ihren arabischen Charackter bewahrt hat.
Noch unter dem Eindruck der vielen neuen Erkenntnissen stehend, erreichten wir am frühen Abend das Kibbuz " Nof Ginosasar" direkt am See Genezareth und gleichzeitig unsere Beherbungsstätte für die nächsten zwei Nächte. Wer noch nicht müde war, konnte nach dem Abendessen noch einen kleinen Spaziergang zum See unternehmen.

3.Tag, 12.11.2019 - Rund um den See Genezareth und Golan Höhen


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Unweit unseres Kibbuzes liegt am Nordrand des Sees Genezareth die Ortschaft Tabgha und oberhalb dieser erstreckt sich der Berg der Seligpreisungen - unser erster Programmpunkt eines wieder heißen Tages.
Hier befindet sich inmitten von Fikus- und Eukalyptusbäumen die Kirche der Seligpreisungen, wo Jesus die Bergpredigt und zum ersten Mal das Vaterunser gebetet haben soll.
Weiter führte uns die Fahrt entlang der libanesischen Grenze nach Banyas. Hier besuchten wir die Banyas Quelle, eine der drei Quellen, welche dern Jordan speisen. 
Nächstes Ziel waren die Golanhöhen auf dem Berg Mount Bental, wo wir eine phantastische Sicht auf den Berg Hermon und über Syrien hatten. Bekannt wurden die Golanhöhen durch den Jom-Kippur-Krieg im Jahre 1973. Dementsprechend nachdenklich gestaltete sich die Fahrt zurück zum See Genezareth. Hier erwartete uns pünktlich zur Mittagszeit eine Köstlichkeit.
Es gab den berühmten St. Petrusfisch, eine Buntbarschart, welche als Spezialität nur hier am See gefangen und angeboten wird.
Danach unternahmen wir nicht -wie man annehmen könnte- einen Verdaungsspaziergang, sondern wir begaben uns auf's Wasser. Es folgte nämlich eine Fahrt mit einem typischen Holzboot auf dem größten Süßwassersee Israels - dem See Genezareth. Wir genossen die entspannte Atmosphäre mit israelischer Musik an Bord, welche uns zum Tanzen animierte.
Es war einfach ein einmaliges Erlebnis oder wie wir Sachsen sagen würden: Das war rietschtsch eeeh bissl scheeen..."
"Ich wäre ja so gerne noch geblieben, aber der Wagen = Bus der rollt" und wir erreichten Kapernaum, wo wir einen Teil der Ausgrabungen besuchten. Der Überlieferung nach soll Jesus hier während seiner Zeit als Wanderprediger vorübergegend gelebt haben.
Dann hieß es "Jala, Jala "wie Micha -unser Reiseleiter- immer sagte, denn nur wenige Kilometer entfernt, wartete noch das letzte Ziel für Heute - die Brotvermehrungskirche in Tabgha. Mit fünf Brotlaiben und zwei Fischen soll Jesus hier 5000 Menschen ernährt haben. Deshalb auch der ungewöhnliche Kirchenname. 
Als wir wieder zurück ins Kibbuz kamen, war bereits dunkel und das Abendessen stand schon für uns bereit.

4.Tag, 13.11.2019 - Zippori, Nazareth, Bet She'an, Totes Meer


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Und wieder kannte der Weckruf keine Gnade und wir verließen zeitig den Kibbuz in Richtung Nazareth. Auf dem Wege dahin unternahmen wir noch einen kleinen Abstecher nach Zippori und besuchtenden den dortigen archäologischen Park. Hier sollen auch die Eltern Marias gelebt haben.
Anschließend erreichten wir Nazareth, den Ort in dem Maria vom Erzengel Gabriel die Geburt Jesu verkündigt wurde. Aus dem kleinen biblischen Dorf ist heute eine Stadt von fast 70.000 Einwohnern entstanden, wo Juden und Araber friedlich nebeneinander leben. Wir besuchten die Verkündungskirche, die nicht nur der größte neuzeitliche Kirchenbau Israels, sondern gleichzeitig die größte Kirche im Nahen Osten ist.
Von Nazareth aus fuhren wir nach Bet She'an. Die Anfänge der Siedlungsgeschichte reichen 7.000 Jahre zurück. Somit zählt Bet She'an zu den ältesten Siedlungsgebieten der Welt. Die teilweise toll erhaltenen Überreste machen die Stadt zur besten erhaltenen Römerstadt Israels.
Davon konnten wir uns während eines nur kleinen(angesichts der hohen Temperaturen) Rundganges selbst überzeugen und staunten dabei unter anderem über den hohen technischen Stand des Badehauses. 
Danach ging es direkt weiter nach Ein Bokek direkt am Toten Meer gelegen, wo wir die nächsten drei Nächte verbrachten.

5.Tag, 14.11.2019 - Masada, Beduinencamp und Baden im Totem Meer


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Der Berg Masada -unser erstes Ziel- ein gewaltiger Felsblock mit einer Höhe von 450 Metern liegt 50 Meter über den Wasserspiegel des Toten Meeres. Diese unwahrscheinlich klingende Tatsache beruht auf der Tiefe des Toten Meeres. 
Mit einer modernen Seilbahn ging es hinauf zum Berggipfel, welcher aus einem großen Plateau besteht. König Herodes baute es zu einem gewaltigen Burgpalast sowie Festung aus.
Traurige Bekanntheit erlangte der Komplex als letzte Zufluchtsstätte jüdischer Freiheitskämpfer gegen die römische Armee. Die Befestigungsanlagen am Fusse des Berges Masada sowie die gewaltige Belagerungsrampe der Römer sind bis heute gut erhalten. Die tragischen Ereignisse der letzten Tage mit dem kollektiven Selbstmord, um den Römern nicht lebendig in die Hände zu fallen, machten und machen noch heute die Festung zu einem Symbol der Freiheit und des Kampfes gegen Unterdrückung für den israelischen Staat.
Nach der Besichtigung liefen wir zu Fuss auf der Westseite die Serpentinen hinunter zu unserem Bus. Angesichts der wieder hohen Temperaturen war dies schon eine Herausforderung, welche müde machte und nach einer kleiner Stärkung rief.
Deshalb fuhren wir weiter in die Judäische Wüste zu den Beduinen. Vor dem Camp warteten bereits mehrere Dromedare auf reitlustige Reisegäste, doch wir sehnten uns nach einem schattigen Plätzchen. Also begaben wir uns in ein riesiges Beduinenzelt, machten es uns auf Sitzkissen bequem und lauschten bei heißem Tee und Kaffee den Ausführungen zum heutigen Beduinenleben im Staat Israel. Das anschließende Mittagessen ließ keine Wünsche offen. Doch danach gab es nur noch eins: "einmal Baden im Toten Meer".
Es einmal selbst ausprobieren, ob es stimmt, dass man durch den hohen Salzgehalt von über 30 Prozent tatsächlich einfach so auf der Wasseroberfläche liegt.
Wir haben es ausprobiert und es ist wirklich so. ("kaum zu glauben", würde Egon Ohlsen sagen).
Apropos Totes Meer. Es ist nicht nur das salz-, sondern auch das mineralreichste Gewässer auf der Erde. Außerdem ist ein Bad darin auch deshalb etwas Besonderes, weil man sich am tiefsten Punkt der Erde - unglaubliche 420 Meter unter dem Meeresspiegel befindet. Leider ist die Tendenz weiter sinkend, denn der Wasserspiegel geht durch die ständigen Entnahmen aus dem Jordan weiter zurück.

6.Tag, 15.11.2019 - Qumran, Jericho und Botanischer Garten Ein Gedi


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Gegen 08.00 Uhr gegaben wir uns auf Entdeckertour zur Ausgrabungstätte Qumran. 
Dort angekommen, sahen wir uns auch hier zunächst einen Film an. Er informierte uns darüber, dass 1947 ein Beduinenjunge in einer Höhle über 2000 Jahre alte Pergamentschriftrollen mit den ältesten Bibeltexten gefunden hat. Nach dieser sensationellen Entdeckung wurde das Gebiet weiter archäologisch untersucht und man fand weitere Schriften, welche wir dann in Jerusalem im Israel Museum anschauen werden. Weiter führte uns die Fahrt nach Jericho. Hier besichtigten wir den Berg der Versuchung und einige fussstarke Reisegäste stiegen noch den Weg hinauf zum dazugehörigen Kloster und wurden dafür mit einem phantastischen Ausblick belohnt.
Den Aufenthalt in Jericho nutzten wir auch zur Mittagspause. 
Am frühen Nachmittag wurden wir dann im Kibbuz " Ein Gedi" herzlich gegrüßt und durch das Kibbuz geführt. Wir erfuhren nicht nur was ein Kibbuz ist, sondern auch viel über die verschiedenen Pflanzen und Bäume, welche das Kibbuz umgeben. Schließlich wohnt man hier in einem Botanischen Garten.
Zurück wieder im Hotel hatte bereits der "Sabbat" begonnen, denn heute war Freitag - der wichtigste Tag der Woche in Israel. Sabbat ist der jüdische Ruhetag und er beginnt jeden Freitag mit dem Sonnenuntergang und endet Samstag bei Sonnenuntergang. Obwohl knapp die Hälfte der jüdischen Bevölkerung nicht religiös ist, greift die religiöse Religion tief in den Alltag der israelischen Bevölkerung ein.
Die meisten Geschäfte, Restaurants und kulturellen Einrichtungen bleiben geschlossen.
In mehrstöckigen Gebäuden -auch in unserem Hotel- gibt es sogar einen "Sabbat Aufzug", welcher automatisch in jeder Etage anhält, denn das Drücken des Liftknopfes ist ja schließlich auch Arbeit.  

7.Tag, 16.11.2019 - Krater Mitzpe Ramon, Avdat, Seder Boker, Jerusalem


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Heute erwartete uns eine relativ lange Busfahrt. Dabei fuhren wir durch die Negev-Wüste, welche flächenmäßig nahezu die Hälfte Israels einnimmt. Nach zwei Stunden Fahrt erreichten wir den Krater Mizpe Ramon. Hier fühlten wir uns an Mondlandschaften erinnert. Es handelt sich um den weltweit größten Erdeinbruch auf einer Länge bis fast 40 Kilometer und einer Breite bis zu 10 Kilometern. Vor ca. 70 Miliionen Jahren entstand dieser gewaltige, bis zu 300 Metern tiefe Kessel durch Erosion und Erdeinbrüche. Vom Kraterrand unweit des Besucherzentrums bot sich uns eine grandiose Aussicht auf diese einmalige Landschaft.
Nicht weit davon entfernt, besichtigten anschließend wir die einstige 62. Kamelstation der Weihrauch-Straße von Gazza nach Petra - Avdat. Unter der römischen Herrschaft entwickelte sie sich zu einer blühenden Stadt. So zeugt eine Weinpresse von landwirtschaftlichen Erkenntnissen, um sich schon damals der Wüste zu widersetzen. Interessant auch das Höhlengrab mit Bestattungsnischen. Der Abstieg von der Stadt zurück zum Bushalteplatz hatte hungrig gemacht, also machten gleich hier unsere Mittagspause.
Gestärkt ging die Fahrt weiter durch die Negev - Wüste. Dabei konnten wir etwas Besonderes erleben: Es regnete in der Wüste. Wer erlebt das schon. Wir, Wir, Wir - nicht umsonst heißt es doch: "Wenn Engel reisen, die können..." oder verwechsele ich hier etwas?
Schon nach kurzer Fahrt war Seder Boker erreicht. Bei einem kleinen Spaziergang konnten wir noch einmal bemerkenswerte Wüstenfotos "schießen" und legten am Grab von David Ben Gurion und seiner Frau noch einen kleinen Stopp ein. Als erster Ministerpräsident Israels rief er am 14. Mai 1948 den unabhängigen Staat Israel aus. Unter seiner Regierungszeit gelang es ihm , die Existenz Israels gegenüber den arabischen Nachbarstaaten durchzusetzen. Später trat er dann in das Kibbuz "Seder Boker" ein, wo er auch begraben wurde. Ben Gurion wird noch heute von allen politischen Richtungen Israels sowie des gesamten Volkes verehrt.
Auf weiteren Fahrt -noch durch Wüste- sahen wir dann sogar noch einen Regenbogen. Also doch Engel.
Nach wiederum zweistündiger Fahrt erreichten wir schließlich Jerusalem.
Keine Stadt der Welt machte so viele Umwälzungen durch. In 3.000 Jahren war es 1.200 Jahre in jüdischer Hand, fast die gleiche Zeit in moslemischer Herrschaft und weniger als 500 Jahre unter christlicher Herrschaft.
Was ist das besondere an Jerusalem, was die Menschen so anzieht und diese Stadt so einmalig macht?
Wir wollten es herausfinden.

8.Tag, 17.11.2019 - Altstadt Jerusalem


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Die Erkundung der Altstadt von Jerusalem begannen wir mit einem phantastischem Blick vom Ölberg(eigentlich müßte es ja Olivenberg heißen, weil eine Olivenplantage in der Nähe ist und mit Öl ist das Olivenöl gemeint). Danach liefen wir talabwärts zur Dominus-Flevit-Kirche - hier weinte Jesus im Anblick der heiligen Stadt und "schossen" das obligatorische Foto vom Felsendom. Danach betraten wir den Garten Gethsemane, was so viel wie Ölpresse bedeutet. Hier wurde Jesus, während die Jünger schliefen, verraten und gefangen nommen. In diesem Garten wurde auf einer Basilika aus dem 4.Jahrhundert in der Zeit um 1920 mit Hilfe von Spenden aus vielen Ländern die moderne "Kirche der Nationen" errichtet. Sie beeindruckt durch den Kontrast von farbiger Fassade und innere Schlichheit.
Von hier holte uns Dima -unser Busfahrer- ab, um uns zum Blumentor zu bringen und einen ausgiebigen Spaziergang durch das Arabische, Jüdische und Armenische Viertel der Altstadt zu unternehmen. Micha, unser Reiseleiter, lief dabei zur Hochform auf und war in seinen Ausführungen kaum zu stoppen.
Im Mittelpunkt stand dabei der Weg entlang der "Via Dolorosa" - die "Straße der Schmerzen" mit den 14 Kreuzwegstationen, welche Jesus sein Kreuz von der Verurteilung zur Hinrichtung auf dem Hügel Golgatha schleppen musste. Diese Strecke der Leiden unterbrachen wir mit dem Besuch der Klagemauer - der heiligsten Stätte der Juden. Jeder Reisegast hat dazu im Vorfeld seine Fürbitten auf einen kleinen Zettel geschrieben, um ihn dann während des Aufenthaltes an der Klagemauer in einer kleinen Spalte zu hinterlegen. 
Übrigens gehen diese Zettel nicht verloren. Sollte er aus der Spalte einmal  herausfallen, weil immer wieder neue Zettel hinzukommen, werden diese eingesammelt und verwahrt.
Danach ging es weiter auf der Via Dolorosa. Das Ende bildete die Grabeskirche. An dem Ort, an dem sich nach christlichen Glauben das Schicksal Jesus erfüllt hat - sein Opfertod am Kreuz, seine Grablegung und seine Auferstehung. Diese Kirche, welche in ihrer heutigen Form durch die Kreuzfahrer im 12. Jahrhundert errichtet wurde, beherbergt in mehreren Stockwerken, in -und übereinander verschachtelt mehr als 30 Kapellen.
Da wir heute den ganzen Tag auf den Beinen waren, waren wir entsprechend müde. Deshalb freuten wir uns auf etwas Ruhe und Erholung in unserem Hotel.

9.Tag, 18.11.2019 - Tempelberg, Davidstadt, Yad Vashem


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Heute hieß es wieder etwas zeitiger aufstehen, denn wir wollten den Tempelberg "erobern". Hier gibt es immer lange Warteschlangen und wie heißt es doch: "Der frühe Vogel fängt den Wurm" . Doch welch ein Wunder. Keine Warteschlange, wir konnten gleich über die hölzerne Rampe ins Innere der Anlage laufen. Die beiden Gebäude - die Al Aqsa Moschee mit Platz für 5000 Gläubige und der Felsendom sind im Inneren jedoch nur für Mosleme zugänglich. 
Der Felsendom wurde auf einem heiligen Felsen errichtet, wo Abraham seinen Sohn Issak Gott opfern wollte. Er ist damit eine der heiligsten Stellen für die Juden. trotzdem ist ihnen der Zutritt verwehrt. Zugleich ist der Felsendom für die Muslime der Ort, an dem Mohammed begleitet vom Erzengel Gabriel in den Himmel ritt. Wir waren überrascht von den gigantischen Ausmaßen des Tempelberges. Jedoch konnten wir nicht verstehen, warum dieser religöse Ort von allen Religionen genutzt werden kann.
Zu Fuss ging es weiter zur Davidstadt. Hier ließen sich Juden nieder, die aus babylonischer Gefangenschaft heimkehrten. Auch in persischer, hellenistischer und römischer Zeit war dieses Gebiet bewohnt. Erst im Mittelalter wurde Jerusalem in das Gebiet der heutigen Altstadt verlegt und die Davidstadt wurde ab dieser Zeit nicht mehr besiedelt. Den Besuch der Davidstadt ließen wir mit der Erkundung der Gihon Quelle und des dazugehörigem Wassersystem in Form des Hiskja Tunnels ausklingen.
Wieder ans Tageslicht zurückgekehrt, waren wir doch etwas geschafft. Deshalb fuhr Dima uns einen Hügel hinauf, wo wir eine phantastische Aussicht über ganz Jerrusalem hatten. 
Der ideale Ort, um sich bei einem landestypischen Picknick auf Einladung von Eberhardt Travel erst einmal zu stärken. 
Unser nächstes Ziel hieß "Yad Vashem" - die zentrale jüdische Gedenkstätte sowie Forschungseinrichtung für den Holocaust. Ich glaube für jeden von uns war dies ein schwieriger Gang durch das zentrale Holocaust Museum und eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Sehr ergreifend auch die Gedenkstätte für die Kinder, wo alle Namen der Kinder verlesen werden. Es sind eineinhalb Millionen Kinder, die ermordet wurden. Allein das Vorlesen dieser Namen dauert dreieinhalb Monate. Einfach nicht vorstellbar so viele ungelebte Leben.
Deshalb ist es wichtig, diese Stätte zu besuchen und als Botschaft für die Zukunft. Alles dafür zu tun, das dieses schlimme Kapitel der Geschichte nicht vergessen wird und diese Dinge sich nie wieder wiederholen.

10.Tag, 19.11.2019 - Neustadt Jerusalem - Ausflug nach Bethlehem


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Erstes Ziel unseres letzten Ausflugstages war das Israel-Museum. Fasziniernd standen wir zunächst vor dem riesigem Stadtmodell Jerusalems aus der zweiten Periode.
Die zweite und vielleicht bedeutenste Sehenswürdigkeit  des Museums ist der Schrein des Buches mit den Schriftrollen aus Qumran. Obwohl bekannt ist, dass sich im Ausstellungsraum
nur eine "echte" Schriftrolle befindet, ist es schon ganz schön aufregend vor einem über 2000 Jahre altem historischen Dokument zu stehen.
Danach machten wir einen kurzen Stopp vor dem israelischen Parlament - Knesset. Ein großes, flaches Zweckgebäude ohne architektonische Besonderheiten. Mit dem Sitz des Parlamentes in Jerusalem dokumentiert der isralische Staat klar und eindeutig seine Ansprüche als Hauptstadt des Landes. Die gegenüber dem Eingang zur Knesset sich befindliche 5 Meter hohe Menora -das Symbol Israels- wurde von dem deutschen Benno Elkans geschaffen und anlässlich des 8-jährigem Bestehen Israels eingeweiht.
Nach einer Panoramafahrt durch die Neustadt erreichten wir den bekannten Herzl-Berg, welcher dem Begründer des politischen Zionismus - Theodor Herzl gewidmet ist, ohne den es heute keinen Staat Israel gäbe. Auf dem Berg befinden sich neben seinem Grab auch die Gräber bekannter israelischer Ministerpräsidenten wie z.B. Jitzchak Rabin oder Schimon Peres.
Nun verließen wir Jerusalem und fuhren nach Bethlehem. Bethlehem liegt in der A-Zone und ist somit palästinensisches Autonomiegebiet. Wir sahen die gezogene Mauer und fühlten uns an die Berliner Mauer erinnert. Angekommen am zentralen Busbahnhof liefen wir hinauf zur berühmten Geburtskirche, in welcher Jesus der Überlieferung geboren wurde. Bereits beim gebückten Eintritt durch die niedrige Demutspforte verneigten wir uns symbolisch vor Jesus und Maria. Im Inneren der Basilika empfing uns eine endlose Warteschlange zum Einlass in die Geburtsgrotte. Micha wendete deshalb einen kleinen Trick an und führte uns in die daneben liegende kleine Grotte in gleicher Tiefe liegend. Ein Gefühl der unmittelbaren Verbindung kam auf. Bei dieser Gelegenheit lernten wir so gleich noch die Grabstätte des Heiligen Hieronymus kennen. Danach verweilten wir noch in der Katharinenkirche, bummelten etwas durch den Ort und verließen wieder Bethlehem.
Nun war die Zeit des Abschiedes gekommen. Wir bedankten uns bei Dima für sein so sicheres und besonnenes Fahren und bei Micha für seine umfangreichen Ausführungen, mit welchen er uns einen so tiefen Einblick in sein Heimatland vermittelt hatte. Sein "Jala, Jala" wird für uns wohl noch sehr lange wie Musik in den Ohren klingen...

11.Tag, 20.11.2019 - Rückreise nach Deutschland


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Nun war der da, der Tag, denn wohl jeder im Urlaub am wenigsten mag. Es hieß entgültig Abschied zu nehmen von Jerusalem und Israel.
Unser Flieger startete erst am späten Nachmittag. Also genug Zeit, um heute einmal auszuschlafen und in Ruhe sowie ausgiebig zu frühstücken.
Überpünktlich stand dann Dima bereit, um uns zum Flughafen zu bringen. Hier angekommen, erwarteten wir wieder eine sehr ausführliche Befragung zu unserem Aufenthalt im "Heiligen Land". Doch kaum zu glauben, sehr schnell war alles vorbei. Jedem Reisegast wurden nur drei gleiche Fragen gestellt und schon waren wir zum Check In entlassen.
Die Bordkarten ausgedruckt, das Gepäck aufgeben, notwenige Kontrollen passiert und wir standen vor unserem Abfluggate. Pünktlich hieß es "Bitte einsteigen" und unser Flugzeug startete zurück nach Deutschland. In Berlin-Schönefeld -sehr pünktlich- angekommen, verabschiedeten wir uns voneinander. Ich bestellte noch die Transferfahrzeuge zum Parkplatz, damit sie alle Reisegäste so schnell wie möglich nach Hause bringen konnten.
Erlebnisreiche Tage mit zahlreichen phantastischen Erinnerungen im Kopf und Fotos im Gepäck gingen leider viel zu schnell zu Ende.
Liebe Reisegäste, für die Zukunft wünsche ich Ihnen das Allerbeste. Bitte bleiben Sie gesund, um noch viele solcher schönen Reisen unternehmen zu können.
PS: Am Besten natürlich mit Eberhardt Travel
Ihr/euer Joachim Trutz

 


 
 




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