Reisebericht: Rundreise Namibia - im Bann unendlicher Weite

17.03. – 06.04.2018, 21 Tage Große Rundreise Namibia mit Windhoek - Kalahari - Fish River Canyon - Lüderitz - Namib - Sossusvlei - Swakopmund - Kaokoland - Etosha-Nationalpark - Otjiwaronago

Namibia fasziniert immer wieder. Auf dieser Reise erlebten wir eine neue Facette. Es grünt so grün, wenn Namibias Weiten erblühen… Unsere Reise war ein Fest für alle Sinne. Genießen Sie unseren Reiserückblick im bebilderten, bunten Kaleidoskop!

17.März 2018: Flug nach Namibia


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Kühl und grau war es an diesem Nachmittag in Deutschland, auch der Winter meldete sich mit Schnee zurück. Im fast sommerlichen Outfit trafen sich einige Gäste mit mir auf dem Flughafen in Dresden. Durch den Online-Check-In am Vorabend checkten wir entspannt ein. Nach der Sicherheitskontrolle und den nunmehr obligatorischen Sprengstofftest meines Foto- Equipments flogen wir nach München, um dort die anderen Gästen zu begrüßen. Unsere kleine Familie war komplett. Für die meisten Gäste war es die erste Reise ins südliche Afrika überhaupt. 9 gut gelaunte, neugierige Reisende bestiegen den Flieger, der uns über Nacht nach Johannesburg brachte. Im Speedy-Schritt eilten wir dort durch die Pass- und Sicherheitskontrolle zum Gate für den Weiterflug nach Windhoek. Geschafft!

18.März 2018: Willkommen in Windhoek


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Mit Wärme und viel Grün wurden wir in der namibianischen Hauptstadt empfangen. Heute war der Himmel zwar noch etwas Wolken verhangen, aber wie sagt man doch so schön: Wenn Engel reisen.... Der internationale Flughafen ist sehr überschaubar und so schlenderten wir übers Rollfeld. Da Annett die notwendigen Formulare für alle Gäste bereits ausgefüllt hatte, ging es für afrikanische Verhältnisse relativ zügig durch die Passkontrolle. Alle Koffer hatten ihr Ziel erreicht. Am Ausgang des Flughafens wurden wir von unserer örtlichen Reiseleiterin Konny und James, unserem Fahrer ganz herzlich begrüßt. Ein perfektes Team, die wir gleich in unsere Herzen schlossen und in unsere Familie aufnahmen. Zunächst tauschten wir unsere € in namibische Dollar bei der Bank oder strapazierten die 2 Geldautomaten am Flughafen. Danach ging es zum schnuckeligen Safaritruck und die Augen vieler Gäste strahlten noch heller.
Nun wollten wir Windhoek erkunden: An der Christuskirche stiegen wir aus. Diese war leider nicht offen. In der Nähe steht der Tintenpalast mit seinem angrenzenden Park. Da gab es bereits die ersten Blümchen und Pflänzchen zu entdecken. Und gegenüber, auf einen Hügel, thront der futuristische Bau des neuen Unabhängigkeitsmuseums (Kaffeemühle) mit der Statue von Sam Nujoma (1. Präsident von Namibia) davor. Auf diesem Platz stand einst der Südwester Reiter, der vor einigen Jahren vor die Feste umgesetzt wurde. Doch auch diesen Platz mußte er wieder räumen. Dort steht nun das Genozid Denkmal. Der Südwester reitet nun nicht mehr, sondern wurde im Innenhof der Alten Feste einfach abgelegt. Wir fuhren weiter durch das Zentrum zum alten Bahnhof und anschließend durch Klein-Windhoek zum Hotel Thule, wo wir mit Sekt empfangen wurden. Auf der Terrasse trafen sich alle (nicht verabredet) zum ersten Sundowner der Reise, bevor wir gemeinsam zum Abendessen ins Beerhouse zu Joe fuhren. Der aufkommende Regen tat unserer Stimmung keinen Abbruch. Auf den Tisch kam gegrilltes Fleisch diverser Tiere, die wir später live und in Farbe noch zu Gesicht bekamen: Kudu, Springbock, Oryx, Zebra. Baie Lekker! – Tagesetappe im Truck: 125 km

19. März 2018: Auf Pad mit Konny in die Kalahari


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Das erste Frühstück mit Aussicht in Namibia znahmen wir geruhsam ein, bevor wir eine Shopping Mall ganz in der Nähe stürmten. Die Geldautomaten waren diesmal mit ausreichend Bargeld bestückt und der Supermarkt gut sortiert. Die Sonne strahlte und so waren Sandalen und kurze Hosen Pflicht. So konnten wir die künstlerisch gestalteten Fussnägel von Verena bestaunen, ganz im Namibia Look. Nun liessen wir die Auas Berge links liegen und gingen mit Konny auf Pad. Die Fahrt wie auch die gesamte Reise wurde überhaupt nie langweilig. James fuhr wie ein Gott und Konny begeisterte uns mit Geschichten und vielfältigen Insider- Informationen. Sie ist Reiseleiterin und Autorin, schreibt Bücher, lebt seit vielen Jahren in ihrem Lieblingsland und engagiert sich für viele soziale Projekte. Ihre Liebe zu Namibia und den Menschen spürt man sofort und wird in ihren Bann gezogen. Vorbei am Heldenacker mit seinem weißen Monument gelangten wir in die Basterstadt Rehoboth. Als Baster wurden damals die unehelichen Kinder zwischen den Holländern und den Khoisan bezeichnet. Baster gilt hier übrigens nicht als Schimpfwort. Das schwarze Asphaltband zog sich schnurgerade durch die Landschaft, typisch für Namibia. Blauer Himmel, gelb-rote Felsen und grüne Weiten, einfach ein Augenschmaus. Unterwegs stoppten wir hin und wieder, bildeten uns ins Wüstenpflanzenkunde weiter, streichelten und kauften Springbockfelle und organisierten Buschtoiletten. Später sahen wir die ersten Ausläufer der Kalahari mit ihren grün bewachsenen, roten Sanddünen, die nicht sehr hoch sind. Rechts und links einzelne Dornakazien, deren sichelförmige Hülsenfrüchte (namibischer Halbmond) sich auch perfekt als Weihnachtsbaumschmuck eignen; einzelne Bäume, zwischen den Ästen riesige Wohnblöcke im Stil sozialer Wohnungsbau ( Nester), die mit den emsig arbeitenden Webervögel besiedelt waren; ab und zu traditionelle Wasserpumpen, die so typisch für das Farmland sind. Am frühen Nachmittag checkten wir in der modernisierten Kalahari Anib Lodge ein und liessen es uns im und am Pool einfach nur gut gehen. Der Poolservice war auch ausgezeichnet.
Am späteren Nachmittag führte uns ein Sunset Game Drive im Jeep ins 10.000 Hektar freie Gelände der Kalahari Anib Lodge mit seinen sanften, roten Dünenwellen. 9 Gäste = 1 Jeep, das passte perfekt, also immer exklusiv einen Eberhardt-Jeep. James nahmen wir mit auf Tour, falls wir einen Ersatzfahrer brauchten. Wunderschöne Fotomotive zogen an unseren Augen vorbei. Durch den Regen war alles grün und frisch, wir sahen zwar nicht sooo viele Tiere, aber wir genossen wir die weite Landschaft der Kalahari und entdeckten Strauß, Steinbock, Oryx, Springbock, Kudu und auch Giraffen. Auch testeten wir die magnetische Wirkung des Kalahari-Sandes. Auf einer höheren Düne stoppte unser Jeep rechtzeitig zum Sonnenuntergang und eine Bar wurde aufgebaut: Billtong, Trockenwurst, Chips, Nüsse und diverse Getränke - die Auswahl war groß. Schnell hatten wir unser Lieblingsgetränk in der Hand und erfreuten uns an der untergehenden Sonne. Beim Anblick des glühenden Feuerballs, der in den Weiten der rot glänzenden Kalahari verschwand, strahlten unsere Gesichter. Es war einfach fantastisch schön! Am Abend bedienten wir uns auf großen Buffet und liessen den Tag gemütlich und mit muskalischer Unterhaltung des Lodgepersonals ausklingen. Auch das Berliner Paar, welches wir in Windhoek kennengelernt haben, war mit von der Partie. – Tagesetappe im Truck: 311 km

20. März 2018: Doleritgestein, Köcherbäume, Knobelklub in Keetmanshoop


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Gut gefrühstückt und bestens gelaunt ging es heute wieder auf Pad. In den wenigen Tagen unserer Reise fühlten wir uns als ob wir uns schon lange kennen, eine kleine, feine Familie. Mit Konny passte ich immer das Reiseprogramm für unsere Familie an, um so das beste und intensivste Erlebnis zu bieten. Um die Mittagszeit erreichten wir die Region Keetmanshoop. Auf den Besuch der sehr touristischen Farm Gariganus, wo sich der eigentliche Köcherbaumwald und der Spielplatz der Riesen befindet, verzichteten wir deshalb. Den Vorschlag von Konny, die kleine, private Farm Garas zu besuchen, nahmen wir gern an. In dieser Gegend ist die Konzentration an Köcherbäumen besonders hoch, während anders wo, nur einzelne Exemplare zu finden sind. Der Köcherbaum ist ja kein Baum, sondern eine Aloen-Art, die ca. 8 m hoch werden kann. Der Name stammt von den San, die aus den hohlen Ästen Pfeilköcher schnitzten. Viele Aloen sind hier ca. 200–300 Jahre alt und stehen unter Naturschutz. Da wuchsen sie nun in allen Größen auf Doleritgestein, dem etwas kleineren Spielplatz der Riesen, also alles in einem war hier zu finden. Enorme Temperaturunterschiede sprengten die Dolerit-Felsen auf und formten so ganz bizzare Formationen, die allesamt aussehen wie ein unaufgeräumter Baumarkt. Ca. 170 Mill. soll das Basaltgestein vulkanischen Ursprungs auf dem Buckel haben. In der Sonne glänzten einige Steine, als wären sie poliert; andere hingegen waren mit schwarzem Wüstenlack überzogen oder durch Sand geschliffen worden. Während wir die Gegend erkundeten, bereiteten James und Konny das Picknick auf dem schönen Campingplatz vor, bei dem wir uns in geselliger Runde unter einem Schattenbaum (die Sonne brannte auch an diesem Tag sehr heiß) stärkten. Am frühen Nachmittag waren wir in Keetmanshoop. Ursprünglich gegründet von der Rheinischen Mission, die den hier lebenden Namas den christlichen Glauben brachte. Später wurde der Ort nach dem deutschen Kaufmann und Bankier Johann Keetman benannt, der damals Direktor der Rheinischen Missionsgesellschaft war. Unsere heutige Unterkunft war das kultige Schützenhaus, das älteste deutsche Klubhaus in Namibia. Auch heute gibt es den Knobelklub noch! Während James in der Schlüsselwerkstatt war, bummelten wir durch das Städtchen. Wir fanden viele deutsche Relikte in dem kleinen Ort: das kaiserliche Postamt und die Felsenkirche, in die wir natürlich hinein schauten. Vor dem Abendessen trafen wir uns an der urigen Bar des Schützenhauses. Das Abendessen schmeckte allen super und war so reichlich, so dass ein Verdauerli an der Bar als Tagesausklang erforderlich war. – Tagesetappe im Truck: 290 km

21. März 2018: Frühschoppen und Sundowner am Fish River Canyon


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Der Himmel Wolken vergangen und Regen? Aber, wenn Engel reisen, war das auch in der verlängerten Regenzeit nur in kurzes Intermezzo! Unsere Route führte uns zum fast randvollen Naute-Staudamm, wo wir am Aussichtspunkt anhielten. Der Wasserspeicher versorgt die Region um Keetmanshoop mit Wasser. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass hier, in dieser kargen, trockenen Landschaft ein kleines Paradies entstand: In der grünen Oase gedeihen Tafeltrauben und Dattelpalmen. Kein Wunder also, dass sich Familie Weder hier ein 2. Standbein aufbaute. In Omaruru betreiben Sie seit langem die Kristall-Kellerei, wo man Weine aus eigenem Anbau verkosten kann. Vor einigen Jahren entstand nun hier die Destillerie Naute-Kristall. Da es noch relativ zeitig war, kündigten wir unseren Besuch telefonisch an. Und schwupps, Karin war da und einem Frühschoppen mit Verkostung von erlesenen Bränden, Teufelskrallen Gin und kleinen Häppchen stand nichts im Wege. Natürlich dachten wir auch an die Lieben daheim und nahmen gern ein Fläschen mit. Gut gelaunt truckten wir parallel der Eisenbahnstrecke nach Holoog weiter, auch die Sonne traute sich wieder hervor. Unsere Mittagspause verbrachten wir im Canon Roadhouse – eine herrliche Oase mitten in der Wüste, gespickt durch Allerlei zum Anschauen: alte, rostige Oldtimer, die zugleich Pflanzkübel für Sukkulenten sind, eine alte Tankstelle, die heute als Bar weiterhin ihren Zweck erfüllt. Nach Kaffee, Kuchen, Snacks oder einem kühlen Getränk fuhren wir zu unserer fantastischen Canon Lodge am Fish River Park und bezogen unsere exklusiven Häuschen rings um den Eberhardt-Felsen. Die Lodge befindet sich auf dem Gelände einer alten Farm aus Deutsch Südwest, also Geschichte pur. Vor der Lodge begrüßte uns, kaum sichtbar für uns, ein Klippspringer-Päarchen. Der Nachmittag war noch jung und so entspannten wir uns beim Nichtstun und genossen diese einmalige Landschaft zwischen roten Felsgestein, gelben Sand und blauen Himmel. Der versteckte Felsenpool war das Sahnehäubchen, da konnte keiner widerstehen. Am späten Nachmittag, die Sonne neigte sich ganz langsam zum Horizont, ging es zum Fish River Canyon. Schon von weitem erahnten wir die gigantischen Ausfläufer des Canyons. Wir fuhren in den Nationalpark hinein, bis zum obersten Aussichtpunkt. Der Canyon tauchte plötzlich als großes Loch im Boden auf – eine spektakuläre Aussicht. Der Fish River windet sich durch den 550 Meter tiefen Canyon und bildet somit die zweitgrößte Schluchtenlandschaft der Erde. Wir spazierten entlang der Kante, immer wieder boten sich neue Fotomotive. Am Ende unseres Spazierganges, dort wo der Einstieg zur mehrtägigen Wanderung in den Canyon ist, warteten Konny und James auf uns, um den Sonnenuntergang mit uns zu zelebrieren. Nicht nur schauen, sondern zelebrieren – das ist ein Muss, nirgends wo schöner, erlebte ich bisher solche Sonnenuntergänge als in Namibia. Irgendwo im traumhaften Nirgendwo, nur wir und diese fantastische Landschaft. Wir genossen diese stillen Momente, die eigentlich, ganz kleinen Dinge, die so glücklich machen können. Konny und ich beobachteten immer wieder unsere Gäste und freuten uns, so viele glückliche Gesichter zu sehen. Bei all der Träumerei vergassen wir die Zeit. Zum Glücklichsein gehört ja auch gutes Essen. Also ab zur Lodge, wo wir uns am großen Grillbuffet bedienten. In unseren Himmelbetten träumten wir weiter.  - Tagesetappe: 217 km

22. März 2018: Lebende Steine, Plan B und Party in Aus


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Ups, was war das in den frühen, noch dunklen Morgenstunden? Schmatz, Schmatz - Zebras grasten vor unseren Häuschen und eine Oryx-Familie mit Baby kam auch vorbei. Als wir später am verträumten Seeheim vorbei fuhren, gab es eine Geschichte dazu. Seeheim, zuerst nur Station der deutschen Schutztruppe, wurde durch den Bau der Eisenbahn damals zum wichtigen Verkehrsknotenpunkt mit zahlreichen Durchreisenden. So erhielt Seeheim 1909 die Genehmigung zur Betreibung eines Bordells mit ausschließlich aus Europa stammenden Dirnen und verbunden mit weiteren Auflagen, welches aber ein Jahr später schon wieder geschlossen wurde. Um uns die Beine zu vertreten, spazierten wir über die Brücke, die über den Fish Fluss führt. Am Mittag erreichten wir Goageb und verbrachten unsere Pause bei Frikkie und Hilde auf der ihrer urigen Lodge Alte Kalköfen. Auf dem Farmgelände steht noch ein alter Brennofen, in dem früher der Kalk gebrannt wurde. Die Lodge befindet sich auf der ehemaligen Farm Simplon und ist mit viel Liebe zum Details ausgestattet. Natürlich zeigte uns Frikkie seine berühmten Lebenden Steine, die Lithops. Das Ehepaar besitzt die einzige offizielle Lizenz in Namibia, diese seltenen und geschützten Wüstenpflanzen zu sammeln. Danach ging es weiter zur Klein Aus Vista Lodge, wo wir mit einem riesigen Sortiment an Begrüßungsdrinks empfangen wurden. Haha, Getränke waren reichlich da, aber kein Platz am überfüllten winzigen Pool und auch kein Bett für uns. Eine Mitarbeiterin der Lodge hatte das Check Out Datum als Check In Datum eingetragen. Ok, Fehler sind menschlich und wir sind flexibel. Nach dem Plan B organisiert war, luden wir die Koffer wieder in den Truck und fuhren in beschaulichen Ort Aus zurück, wo wir zuvor getankt hatten. Im kleinen, renovierten, geschichtsträchtigen Bahnhof Hotel wurden wir nett und freundlich empfangen. Der gemütliche Biergarten war nur für uns. Auch beim Abendessen wurde sich rührend um uns gekümmert, das Essen schmeckte sehr gut und das gesamte Personal gab uns eine exklusive, private Abendveranstaltung. Das Fazit: Wir haben uns sehr, sehr wohl gefühlt.– Tagesetappe im Truck: 334 km

23. März 2018 – Wilde Pferde, Geisterstädte und Geschichte in Lüderitz


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Unser heutiges Ziel war die Atlantikküste. Vom beschaulichen Aus zog sich wieder ein schwarzer Asphaltstreifen schnurgerade nach Lüderitz. Zu beiden Seiten erstreckt sich eine karge, weite Landschaft, die nur durch ein paar Inselberge durchbrochen wird. Die Straße führt außerdem parallel zum Diamentensperrgebiet und zur Eisenbahnlinie, die ständig von Wind und Sand im wahrsten Sinne verweht wird. Am Garub-Wasserloch waren keine Wildpferde zu sehen, denn nach dem vielen Regen war alles wunderbar grün und es gab mehr als zu fressen. Doch wir hatten Glück. Gleich hinter Aus sahen wir einzelne Wildpferde. Dann waren wir in Kolmanskop (Kolmannskuppe). Nach den ersten Diamantenfunden in dieser Gegend brach schnell der Diamantenrausch aus. Damals, im Jahr 1908 lebten in Kolmannskuppe bis zu 1.200 Menschen. Bei einem kurzweiligen Rundgang mit einer in Lüderitz geborenen Frau erfuhren wir, wie sich die deutsche Siedlung weitgehend autark versorgte: Wohnungen, Läden, Schlachterei, Wurstfabrik, Eisfabrik, Krankenhaus etc.. Heute ist es nur noch eine Geisterstadt, die sich der Wüstensand langsam zurück holt. Wir stapften durch den heißen Wüstensand und erkundeten restaurierte Gebäude wie die Kegelbahn, die Turnhalle und das Haus der Verwalterin (heute würde sie Shopping Center Manager heißen) sowie verfallene Villen auf der Kaiserstraße. Auch die Bilder im kleinen Museum zeugen davon, dass Kolmanskop damals eine der fortschrittlichsten Siedlungen war. Es fehlte an Nichts. Selbst ein riesiges Schwimmbad war vorhanden. Zum Abschuß gab es noch eine Tanzvorführung einer Mädchengruppe, denn Kolmanskop und Lüderitz war heut betriebsam, ein kleineres Kreuzfahrtschiff lag im Hafen.
Anschließend fuhren wir zum Nest-Hotel in Lüderitz, welches sich direkt am Wasser befindet. Alle Zimmer haben Meerblick. Etwas frischer als im Inland war es schon, aber die Sonne schien. Nach einer kurzen Pause bummelten wir durch das übersichtliche, farbenfrohe Lüderitz. Beim Besuch der Felsenkirche, die als eines der Wahrzeichen der Stadt gilt, erfuhren wir von Konny sehr Interessantes und für mich auch Neues. Sehr stolz berichtete sie davon, als sie den alten Brief des sächsischen Dachdeckers im Dachgiebel gefunden hat, der heute als Kopie in der Kirche hängt. Nach dem Besuch des kleinen Lüderitz-Museum kehrten wir im Restaurant Ritzi an der Waterfront ein. Später hatten wir das besondere Glück, das ehrwürdige Goerke Haus auch innen zu besichtigen, selbst die Toilette durften wir benutzen.
Am späten Nachmittag folgte dann unsere Buchtenrundfahrt, die uns zum Diaz Point mit dem Diaz Kreuz führte. Wir fuhren durch eine besonders karge, steinige Landschaft am Diamentensperrgebietes, vorbei an Salzfeldern und sahen einige Flamingos in den Buchten. Am Leuchtturm stiegen wir aus dem Truck. Die Brücke zum Diaz- Kreuz ist nun schon seit Jahren zerstört, also kletterten wir hinauf. An diesem Punkt landete im Jahr 1488 der portugisische Seefahrer Diaz bei seiner Erkundung des Seeweges nach dem Osten. Das hier aufgestellte Diaz Kreuz ist leider nur eine Kopie, Teile des Original Kreuzes befinden sich im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Dem Diaz-Point ist im Meer eine kleine Insel mit einer Robbenkolonie vorgelagert. Die Robben machten etwas Krach, doch davon ließen wir uns nicht aus der Ruhe bringen. Es war traumhaft schön, einfach nur so auf den Atlantik zu schauen, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und die untergehende Sonne zu beobachten. Auch dieser Sonnenuntergang wurde passend zelebriert. Am Abend speisten wir lecker im Hotelrestaurant. - Tagesetappe im Truck: 186 km

24. März 2018: Durch die Tsarisberge in den Namib Naukluft Park


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An diesem Tag hatten wir eine längere Strecke zu bewältigen, die uns nach Norden führte. Zunächst zurück in Aus (Tankstopp) freuten sich die Mitarbeiter vom Bahnhof Hotel, uns wiederzusehen. Nach einem starken Espresso ging's auf Sand-Pad weiter. Die Landschaft ist hier, trotz des Regens, sehr trocken, ab und zu mit einem grünen Grasteppich überzogen. Faszinierend anzusehen, die in der Sonne glänzenden Tirasberge. Wieder zeigte sich, wie dünn das Land besiedelt ist, ab und zu einsame Farmanwesen zogen vorüber. Auf der Hauptpad zwischen Helmeringhausen und Maltahöhe suchten wir uns ein schattiges Plätzchen zum Picknick. Heute gab es selbstgemachten Kartoffelsalat und Würstchen, lecker. Unterwegs trafen wir eine Nama-Familie mit ihrem Eselskarren, die auf dem Weg nach Maltahöhe war. Sie rasteten während der heißen Mittagsstunden (ca. 35° C) unter dem einzigen Schattenbaum, der hier zu finden war und erzählten uns, dass sie für die Strecke fast 3 Tage brauchen. Es sind knapp 200 km, für die wir im Truck keine 4 h brauchen. Sie freuen sich sehr über unseren Besuch und den german potato salad. Wir verabschiedeten uns von Ihnen mit einem doch mulmigen Gefühl im Magen und stellen leise fest, wie gut es uns doch geht. Konny mindert unsere traurigen Gedanken. Ja, diese Familie gehört zu den ärmsten, aber es ist eine Familie, wo jeder den anderen hilft. Sie seien dankbar über die kleine Abwechslung, unser aufrichtiges Interesse. Auf der weiteren Reise lauschten wir den authentischen Geschichten aus Konny´s Büchern, in denen sie uns Namibia ganz persönlich näher brachte. Später überquerten wir den 1.650 Meter hohen Tsaris-Pass. Unser Ziel ist die Namib Desert Lodge, am Rande des Namib Naukluft Parks, dem größten Naturschutzgebiet Namibias in der ältesten Wüste der Welt. Der Namib Naukluft Park wurde 1979 als Schutzzone für die gefährdeten Bergzebras proklamiert wurde. Heute umfasst der Park 50.000 Quadratkilometer und ist somit der größte Afrikas. Am späten Nachmittag erreichten wir endlich unser Ziel und beziehen unsere kleinen Steinhäuschen unter grünen, Schatten spendenden Bäumen mit Blick auf eine fossile Sanddüne, die in den Abendstunden romantisch beleuchtet wird. Auch viele Oryxe sind auf dem Gelände zu sehen. Zum Abendessen treffen wir uns auf der Terrasse des Restaurants und bedienen uns am großen Buffet. Bei der Tanz- und Gesangseinlage des Personals schunkeln wir rhythmisch mit und bedanken uns mit viel Applaus. Mit der mittlerweile obligatorischen Springbock-Runde verabschieden wir uns von dem wiederum schönen Tag und gehen schnell in unsere Eigenheime zum Träumen. Nachts raschelt es mal wieder im Gebüsch vor Annett's Häuschen. Oh, ein Stachelschwein! Nur nicht beim Fressen stören und genügend Abstand halten, nicht, dass ich mit schwarz-weißen Stacheln dekoriert werde. - Tagesetappe im Truck: 578 km

25. März 2018: Faszination Namib-Wüste mit Sossusvlei, Dead Vlei und Sesriem Canyon


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Frühes Aufstehen war heute Pflicht, denn unser Ziel war die Namib, deren Dünen zu den höchsten der Welt gehören. Es war noch sehr früh und dunkel, die meisten schlürften still ihren Kaffee und knabberten an einem Kekchen. Die Lunchpakete und Thermoskannen wurden im Truck verstaut und los ging es. Die Tore zum Sossusvlei Park öffnen erst bei Sonnenaufgang. Deshalb legten wir noch eine Pause zum Harmonisieren ein und schwups war die Warteschlange am Tor weg. Im frühen Morgenlicht erstrahlen die hohen Dünen (bis ca. 400 m hoch) im satten Rot im Kontrast zum teilweise tiefblauen, klaren Himmel. Wow, wieder Fotomotive ohne Ende. Konny nahm uns auf einen Morgenspaziergang mit und weihte uns dabei ins Spurenlesen ein. In der Nacht war mächtig Betrieb gewesen: Schlangen, Geckos, Mäuse und Oryxe waren unterwegs. Auch die Botaniker kamen nicht zu kurz, denn überall waren grüne Pflänzchen zu entdecken. Nächster Halt war die Düne 45, ca. 100 m hoch. Super, Eberhardt-Gäste als Gipfelstürmer! Nach dem Frühsport wurde man mit einer grandiosen Aussicht auf das Dünenmeer belohnt und der Abstieg war rasant, sandig und lustig. Konny und James hatten derweil die Klappstühle ausgegraben und das Frühstück vorbereitet. Es war einfach toll in dieser einzigartiger Umgebung zu brunchen; unser Truck, sehr funktional, diente als Schattenspender. Später stiegen wir in den Allrad-Shuttle um, um durch sandigen Boden im Trockenflußbett weiter zu kommen. Wir fuhren zur ausgetrockneten Lehmsenke, dem eigentlichen Sossusvlei. Unterwegs hielten wir an und Konny zeigte uns, wie man ohne Wasser in der Wüste überleben kann. Mitten im Sand ein blattloses, dorniges, grünes Gebüsch, die Nara-Pflanze. Sie ist endemisch, wächst nur in Namibia, wo unterirdisch, also ganz, ganz weit unten, Wasser zu finden ist. An den weiblichen Pflanzen hängen die wasserhaltigen, nahrhaften Nara-Melonen, die auch als Medizin verwendet werden. Der Geschmack ist sehr interessant! Ok, es ist halt auch Medizin! Später unternahmen eine weitere sportliche Herausforderung und wanderten zum Dead Vlei, wo jegliche Vegetation tot erschien. Mittlerweile war es Mittag und sehr, sehr heiß! Die Dünen leuchteten nun in Orange und Gelb - ein fantastisches Farbenspiel. Letzte Station des Tagesausfluges war der Sesriem Canyon (Sechs Riemen tief). Da er trocken war, stiegen wir hinab und erkundeten diesen auf einem Spaziergang mit Konny. Hier unten war es recht angenehm, doch oben knallte die Sonne wieder erbarmungslos auf uns herab. Ein kühles, leckeres Eis war anschließend genau das Richtige für uns, bevor wir zur Lodge zurück fuhren. Am späten Nachmittag unternahmen wir eine Ausfahrt durch den ca. 10.000 Hektar großen Gondwana Namib Park. Exklusiv hatte Eberhardt wieder einen Jeep allein. Unser charmanter Ranger erklärte uns viel zu den versteinerten Ur-Dünen der ältesten Wüste der Welt. Wir sahen auch einige Tiere, dennoch begeisterte uns diese Landschaft wieder einmal mehr. Auf einer einsamen Anhöhe wurde unsere mobile Bar aufgebaut, eine neugierige Wüstenmaus suchte dabei unsere Bekanntschaft. Wir genossen die untergehende Sonne, diese atemberaubende Kulisse mit einem Sundowner. Diese alte Safari-Tradition gehört einfach dazu: Leben und Leben lassen, genießen!  - Tagesetappe im Truck: 267 km

26. März 2018: Faszinierende Landschaften, endlose Weiten und Swakopmund


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Heute truckten wir durch das karge Naukluft Gebirge (über 1.000 m hoch). Unterwegs besuchten wir Wolfgang  oder besser Kücki, einen Freund von Konny, auf seiner Farm Rostock Ritz. Der in den Weiten der Namib lebende Namibianer betreibt dort auch eine sehr schöne Lodge, die er gemeinsam mit seiner deutschen Frau führt. Die Einladung auf einen guten Filterkaffee schlugen wir deshalb nicht aus. Über den Gaub Pass (ca. 800 m hoch) passierten den südlichen Wendekreis des Steinbocks (Tropic of capricorn). An diesem Punkt strahlt die Sonne am 21. Dezember jeden Jahres senkrecht auf die Erde, dass kein Schatten entsteht. Eine landschaftlich rauhe, aber wunderschöne Strecke mit weiteren Fotostopps führte uns anschließend über den Kuiseb Pass und durch das fast trockene Flussbett des Kuiseb Canyon, wo sich Prof. Dr. Henno Martin (Geologe und Autor des Bestsellers "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste") während des 2. Weltkriegs versteckt hielt. Wir wollten noch mehr von dieser einzigartigen Landschaft sehen und entschieden uns, eine andere, aber längere Strecke nach Swakopmund zu nehmen. Eine traumhafte Route brachte uns zur Ganab Wasserstelle, wo wir in dieser herrlichen Einsamkeit picknickten, WOW! Doch es sollte noch besser werden. Auf dem Welwitschia Drive erfuhren wir von Konny viel über diese uralte Pflanze, die sich optimal an die Wüstenbedingungen angepasst hat. Es gibt weibliche und männliche Pflanzen, die auch wir jetzt unterscheiden können. Konny war ganz in ihrem Element und präsentierte uns auch das Wüsten-Müsli. Ok, wir zogen dann doch lieber ein normales Frühstück vor. Weiter ging's durch die unendlichen Weiten, Begegnung mit Menschen Fehlanzeige! Später taten sich Abgründe auf, die uns einfach nur sprachlos machten. Wir blickten auf die fast vegetationslose Mondlandschaft.
Am Nachmittag erreichten wir Swakopmund am Atlantik. Im ehrwürdigen Hansa Hotel im Zentrum von Swakopmund wurden wir mir Sekt begrüßt und bezogen unsere Zimmer, die alle einen Zugang zur privaten, möbilierten Eberhardt-Terrasse hatten. Klar, dass wir auch den Zimmerservice ausprobierten. In der Lobby entdeckten wir später einen antiken Buffet-Schrank, im Inneren Meißner Porzellan. Ein Aufschrei: ... das ist meine Tasse, die habe ich gemalt.... Ganz aufgeregt und überrascht erzählte Siegrun, dass sie in der Porzelline arbeitet und diese Tasse aus ihrer Hand stammt (erkennbar am Siegel und der Nr.). WOW, wieder so ein Gänsehautmoment. Am Abend speisten wir sehr edel im eleganten Hotelrestaurant, wo wir exzellent bedient wurden. - Tagesetappe im Truck: 357 km

27. März 2018: Lagunenfahrt in Walvis Bay und Swakopmund


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Am Morgen unternahmen fast alle Gäste eine Ausfahrt mit dem Catamaran durch die Lagune von Walvis Bay inklusive blinder Passagiere an Bord. Mit viel Witz, Charme und Humor erzählte uns Nicole Wissenwertes über die Bucht und seine Bewohner. Auch einige Ohrenrobben, Pelikane kamen an Bord und forderten ihr Frühstück ein. Nicole erhielt dabei  Unterstützung von Gästen. Da wir aber frischen Fisch nicht so mögen, wurden wir mit heißen Kaffee und einen good "Old Brown" Sherry bewirtet. Quasi zum Aufwärmen, denn am frühen Morgen war es noch etwas frisch. Auch die Pelikane Nami und Bia waren neugierig. Vorbei an der Austernfarm schipperten wir zur Halbinsel, wo der schwarz-weiße Leuchtturm steht. Es war aber zu neblig, um diesen zu sehen. Wir entdeckten aber die Robbenkolonien, die es sich hier bequem gemacht haben. Auch eine riesige Komoran-Gemeinde war gestrandet. Und dann später: Da, Da, Da!!! - Benguela Delfine, eben Da-Da-Delfine, die wir aus weiterer Entfernung beobachteten. Bei Sonnenschein ließen Nicole und die Besatzung die Korken knallen und wir stießen mit südafrikanischen Sekt auf diesen wunderschönen Vormittag an. Nicole erklärte uns noch, wie man Austern richtig verspeist und dann schlemmten wir vom köstlichen Buffet mit Austern, Meeresfrüchten, Fisch, Fleisch und Süßem. Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein tierisch lekker Ausflug, denn auch auf der Rückfahrt wollten uns die Robben einfach nicht gehen lassen.
Am frühen Nachmittag waren wir in Swakopmund zurück und nutzten den weiteren Tag für eigene Entdeckungen. Viele nahmen sich Zeit für einen Bummel durch das Küstenstädtchen mit deutscher Vergangenheit: Prinzessin-Rupprecht-Haus, Alte Kaserne, Seebrücke,  Woermann-Haus mit Damaraturm, Leuchtturm, Kaiserliches Bezirksgericht, Altes Amtsgericht, Bahnhof und das Hohenzollern-Haus. Andere Gäste hatten sich für einen Flug über das Sossusvlei entschieden. Am späten Nachmittag trafen wir uns alle in der Strandbar Tiger Reef wieder, wo wir uns in entspannter Atmosphäre von unseren Erlebnissen erzählten. Später speisten wir vorzüglich im Restaurant The Tug an der Seebrücke. Unser Tisch stand in erster Reihe und so konnten wir abermals einen fantastischen Sonnenuntergang erleben. Anschließend streiften wir mit Konny durch das nächtliche Swakopmund. Leider hatte der Deutsche Klub geschlossen, also ließen wir den Tag bei Kücki`s ausklingen. - Tagesetappe im Truck: 84 km

28. März 2018: Damaraland und Twyfelfontein


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Nach einem guten Frühstück verabschiedeten wir uns im Hansa Hotel. Zunächst hieß es Vorräte auffüllen, leckeres Billtong fassen und Schuhe kaufen! Ja, in Swakopmund gibt es einen Schuhmacher, der aus Kudu-Leder super bequeme Schuhe in Handarbeit fertigt. Da schlugen wir natürlich zu, meine in rot sind bestellt und garantiert bei der nächsten Reise im Einsatz. Auf Salz-Pad truckten wir in nördliche Richtung, immer parallel am Atlantik entlang, bevor wir dann gen Osten abbogen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Uis, einem alten Zinnminenort fuhren wir weiter durch die trockene, sehr dünn besiedelte Gegend. In der Ferne sahen wir den höchsten Berg Namibias, den Brandberg (2.574 m). Unterwegs hielten wir bei den Herero-Damen, die sich bei Sorris Sorris ein kleines Business aufgebaut haben und selbstgefertigte Souvenirs anbieten. Die stolzen Herero-Frauen tragen traditionell üppige Kleider im viktorianischen Stil und den dazugehörigen Kopfschmuck mit den stilisierten Hörnern von Rindern. Manchmal bis zu 16 Unterröcke machen ausladende Hüften und das tragen die Damen bei 30° C und mehr und auch heute ist es sehr warm! Auch sind in dieser Gegend Wüstenelefanten beheimatet, die wir leider nicht zu Gesicht bekamen. Bekannt ist das Gebiet für seine Felsgravuren und –malereien. In Twyfelfontein (zweifelhafte Quelle) erwartete uns Elizabeth, die uns auf dem Rundweg zu den Felsgravuren begleitete. In dem orange-rotem Gestein bestaunten wir 2.000-6.000 Jahre alte, gut erhaltene Felsgravuren und - zeichnungen mit Tiermotiven, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Elizabeth erzählte uns viel Interessantes und half uns auch die steinigen Wege zu meistern. Nach dieser Wanderung hatte Konny eine kleine Erfrischung vorbereitet, bevor wir zum Versteinerten Wald weiter fuhren. Auf einem weiteren Spaziergang erfuhren wir, wie das versteinerte Holz durch Erosion entstand und über dessen jahrmillionenalte Geschichte. Mittlerweile zogen Regenwolken am Himmel auf, die fantastisch aussahen, dennoch nichts Gutes verhießen. Bisher waren wir immer von Blitz und Donner verschont geblieben. Also nahmen wir schnell die letzten, zähen Kilometer nach Khorixas in Angriff. Am Abend erreichten wir die Damara Mopane Lodge und es begann zu regnen. Die zahlreichen Mopane-Bäume auf dem Gelände geben der Lodge ihren Namen. Für eine Nacht wohnten wir in hübschen, komfortablen Lauben mit eigenem Garten, aus dem Gemüse und Kräuter im Restaurant frisch verarbeitet werden – echte Schrebergartenidylle. Nach kurzer Frischmachpause trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen, denn wir hatten Hunger. – Tagesetappe im Truck: 499 Km

29. März 2018: Gen Norden nach Opuwo


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Die ganze Nacht regnete es. Auch von anderen Guides, die unterwegs waren, erhielten wir Informationen, dass es weiter im Norden starke Regenfälle und teilweise Überflutungen gab. Auch in Namibia hat sich in den vergangenen Jahren ein Klimawandel vollzogen. Jahrelange Dürre und dann bricht auf einmal die Regenzeit wieder heftig aus, verschiebt sich auch weiter nach hinten. Wir entschieden deshalb, heute früh zu starten, um genügend Puffer zu haben. Pünktlich zum Frühstück hörte der Regen auf und die Sonne sagte Hallo. Das ist so, wenn Engel reisen. Und nicht nur das, wir sind göttliche Regenmacher, denn wir bringen den Menschen hier (aber immer nach uns) den langersehnten Regen. Auf Schotterpiste truckten wir nach Kamanjab. Je weiter wir gen Norden kamen, tauchten wir in eine ganz andere Welt ein, eben typisch afrikanisch. In Kamanjab machten wir Pause und stürmten den hiesigen Supermarkt - ein buntes Gewusel, neugierige Blicke und lächelnde Gesichter. 
Hier kauften wir sinnvolle Geschenke für die Himbas: Maismehl, Zucker, Salz, Öl und Tee. Mehl wird nicht im 1 Kg-Pack gelauft, sondern mind. im 20 kg Sack. Mit Asphalt unterm Hintern und genügend Vorräten fuhren wir weiter. Rechts von der Straße sehen wir schon in den Etosha Nationalpark, den wir aber zunächst links liegen lassen. Es ist grün, sonige Osterwiesen in Namibia - ein Augenschmaus! Da es stark geregnet hat, fließen rechts und links Bäche, Farmland ist überflutet, aber die Straße hält. Im Sonnenschein baden Kinder in den tiefen Pfützen, das ist Freude pur. Wasser als Lebenselixier, wir winken ihnen freundlich zurück. Am frühen Nachmittag erreichten wir Opuwo, die Hauptstadt der nördlichsten Provinz Kunene. Vom Truck aus beobachten wir das lebhafte Treiben, ein buntes Völkergemisch, meist sind es Himbas und Hereros in traditioneller Kleidung (beide Volksgruppen haben den gleichen Ursprung). Oberhalb des Ortes, auf einer Anhöhe thront die Opuwo Country Lodge. Unsere geräumigen Chalets mit eigenem Balkon sind bereits fertig und so freuen wir uns auf einen entspannten Nachmittag in dieser wunderbaren Lodge bei herrlichstem Sommerwetter. Der Überlaufpool ist der Hit und wird sofort beschlagnahmt. Vom Pool und der Terrasse hat man einen Wahnsinnsausblick. Zum Ereignis Sonnenuntergang sind wir später auf der Terrasse verabredet und genießen das Abendessen mit besonderem Flair. - Tagesetappe im Truck: 407 km

30. März 2018: Moro, Moro bei den Himbas und Epupo-Wasserfälle am Kunene


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Nach dem zeitigen Frühstück begann unser spannender Ganztagesausflug ins Kaokoveld, hoch in den Nordenwesten von Namibia, bis zur Grenze nach Angola. Dieser Ausflug wird von der Lodge organisiert. Mit dem klimatisierten Kleinbus sind wir schneller als im Truck. Die Landschaft erstrahlt im satten Grün, denn es hat überdurchschnittlich geregnet. Während der Fahrt erfahren viel Wissenswertes von den verschiedenen Volksgruppen, die hier leben, auch viel Persönliches von unseren Guide Titus. In dieser Region leben Himbas, Hereros sowie die aus Angola stammenden Zemba. Unterwegs stoppen wir an alten Brunnen, Gräbern von Himba-Chiefs und begegnen neugierigen, hier lebenden Menschen. An einem großen Baobab steigen wir aus und versuchen gemeinsam den Baumstamm zu umarmen. Später sind wir im Himba-Dorf angekommen. Neugierig, schüchtern schauen uns Kinder an. Sind wir willkommen? Unser Guide fragt freundlch an und ja, wir dürfen eintreten. Wir begrüßen die Himba-Frauen freundlich und versuchen dabei ein wenig deren Sprache zu lernen: Moro, Moro, periwi? Naua, okukepa! Das heißt soviel wie: Hallo, wie geht es Dir? Danke, gut. Titus erklärt uns wie die Himbas traditionell leben, so fast ohne die moderne Welt. Für uns fremd und unvorstellbar. Doch das Eis zwischen den Kulturen ist schnell gebrochen. Besonders die Frauen verstehen sich untereinander prima, trotz Sprachdefiziten. Kein Wunder! Es geht um Mode, Kosmetik und Frisuren! Ganz wichtig bei den Himba-Frauen. So erkennt man beispielsweise an den Frisuren den Familienstand und am Schmuck der Frauen, wie viele Kinder sie bereits zur Welt gebracht haben. Typisch auch deren die rote Färbung der Haut, die durch das Einreiben mit einem eisenhaltigen Steinmehl und Butterfett entsteht. Die Himbas treten uns sehr aufgeschlossen gegenüber und bestaunen neugierig die Fotos/Selfies auf unseren Digitalkameras. Männer sind keine im Dorf, auch der heilige Kraal ist leer. Sie hüten draußen das Vieh. Die größeren Kinder sind in der Schule, dort müssen sie sich anpassen. Das heißt, sie müssen sich waschen und Schulkleidung tragen. Eigens für sie wurde im Dorf eine Art Umkleide mit Duschfunktion gebaut. Der alte Chief sitzt unterm Schattenbaum und beobachtet uns. Er gibt uns die Erlaubnis, in seine Hütte einzutreten. Aber Vorsicht, das Übertreten des unsichtbaren Linie zwischen heiligem Kraal, heiligem Feuer und dem Eingang seiner Hütte ist verboten. In Begleitung seiner Schwester nehmen wir in der kleinen, runden Lehmhütte Platz. Diese ursprüngliche Lebensweise, ohne Wasseranschluß und Strom beeindruckt uns zutiefst. Wir verabschieden uns freundlich und als Zeichen unseres Danks und Respekts überreichen wir dem Chief unsere mitgebrachten Geschenke wie das Maismehl. Tief in unserem Herzen hoffen wir, dass dieses liebenswerte Urvolk noch lange so, fest in seinenTraditionen leben kann und ihnen durch die moderne Welt ihre Lebensgrundlage nicht entzogen wird. Ganz in der Nähe vom Dorf befinden sich die Epupo-Wasserfälle. Durch den vielen Regen ist der Kunene Fluß übervoll und gewaltige Wasserfluten stürzen hinab. Der Kunene ist der Grenzfluß zwischen Namibia und Angola. Wenn die Strömung nicht so stark ist, sieht man meist Krokodile. Am oberen Aussichtspunkt genießen wir einen Rundumblick und unser Lunch. Nun müssen wir uns beeilen, denn ca. 180 km Rückweg stehen an und Regenwolken ziehen auf. Für uns ein fantastisches Naturschauspiel mit schwarzen und weißen Wolken am strahlend blauen Himmel plus Regenbogen, also bitte noch ein Foto. Auch müssen wir ja noch die rosa blühenden Sträuche ablichten, die wie Farbtupfer in der Landschaft stehen, die Pfeilgiftsträucher. Erst am Abend erreichen wir die Lodge und bringen den Barmann ganz schön ins Schwitzen. Beim Abendessen lassen wir diesen erlebnisreichen Tag noch einmal Revue passieren und erfreuen uns am Sonnenuntergang. - Tagesetappe: 362 km

31. März – 2. April 2018: Osterfest im Etosha-Nationalpark


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Etosha Nationalpark, wir kommen! Also wieder nach Süden zurück. Der westliche Eingang, das Galton-Gate ist erst seit einigen Jahren für Besucher offen. Nachdem wir das Gate passiert hatten, begrüßten uns gleich Giraffen und Zebras, die dann vor uns die Pad überquerten. Die Sonne schien am blauen Himmel und der Etosha war grün wie noch nie. Auf den saftig grünen Gras blühten Blümchen in vielen Farben, dominant war gelbe Morgenstern. Wir mußten schmunzeln. Wir hatten in Namibia das perfekte Osterwetter, während es in Deutschland eher nach Winter aussah. Geier am Himmel verrieten, dass hier irgendwo ein Riss erfolgt war. Da sich die Giraffen aber weiterhin genüsslich an den Dornakazien labten, schien die Gefahr vorbei. Also keine Raubkatzen. Auf dem neuen Camp Site Olifantsrus picknickten wir. Von Elefanten, die in den letzten Tagen hier zahlreich gesehen wurden, war leider keine Spur mehr, außer Häufchen. Stattdessen sahen wir Strauße, Oryxe, Gnus, Springböcke und noch vieles mehr. Auf einmal wurden wir von einem Elefantenbullen entdeckt, der kurzzeitig den Macho gab, sich aber dann wieder dem Fressen zu wandte. Weitere Fotomotive folgten: große Zebraherden auf blühenden Osterwiesen, dazu gesellten sich Gnus und Springböcke und dann... eine Löwin spazierte ganz langsam und direkt an unserem Truck vorbei, auch auf grüner Blümchenwiese. Irgendwie schien das alles sehr unwirklich zu sein, kennt man den Etosha doch als trocken und verdürrt. Wir machten noch einen Abstecher zum Märchenwald, wo bizarre Urbäume oder Flaschenbäume wachsen. Die Bäume namens Moringas sind äußerst nahrhaft gesund und gelten auch als Medizin. Samen, Blätter, Rinde, Holz und Blätter, fast alles kann vom Baum verwertet werden und ist essbar. Nur noch ein paar Kilometer bis zum Etosha Camp Okaukuejo. Wir beziehen die geräumigen Buschchalets, die wir als Upgrade für die fehlenden Betten in Aus bekommen haben. Nach dem Abendessen versammelten wir uns am beleuchteten Wasserloch und richteten unsere Eberhardt Lounge gemütlich ein. Eine gemütliche Runde bei Vollmond am Wasserloch, die Kameras auf Anschlag - doch außer Krach machenden Waffenkiebitzen und Schakalen keine großen Tiere zu sehen. Also mußten die 2 Eberhardt-Löwinnen als Fotomodell herhalten. Am Ostersonntag dann schliefen wir aus, denn wir hatten noch 2 Tage zum Pirschen im Etosha Zeit. Die Sonne hatte sich zwar hinter grauen Regenwolken versteckt, aber wir waren gut gelaunt. Auch der Osterhase kam zu Besuch. Aufgrund des Regens entschieden wir uns nur eine kleinere Runde im Etosha zu drehen, um bereits am Nachmittag in der Toshari Lodge zu sein, wo wir die nächsten 2 Nächte verbrachten. Beim Toi-Stopp im Park wurden wir von einem Gewitter überrascht und waren froh, unseren Truck zu haben und nicht in offenen Jeeps unterwegs zu sein. Der Etosha war so grün, überall gab es Nahrung und Wasser für die Tiere, ein Paradies. Deshalb lagen die sonst so betriebsam genutzten Wasserlöcher auch im Winterschlaf. Nur vereinzelt ließen sich dort tierische Besucher blicken. Dennoch genossen wir die Fahrt, die einmalige Landschaft, die Weite und die glücklichen Spingböcke, Impalas, Gnus, Zebras, Giraffen, Strauße, Erdmännchen, Schakale, Oryxe, DikDiks, Gabelracke, Riesentrappe, Weißburzelsinghabicht – hab ich noch was vergessen? In der Toshari Lodge machten es wir uns bei Kaffee und Kuchen gemütlich und plauderten über dies und das. Unsere Chalets waren noch nicht ganz fertig.  Handtücher und Bettwäsche fehlten noch, der Trockner war kaputt gegangen. Das ist eben Afrika und die afrikanische Gelassenheit lag uns bereits im Blut. Am nächsten Tag ging es noch einmal in den Etosha. Diesmal hatten wir uns eine größere Runde vorgenommen, die uns bis zum Pfannenrand und zum Camp Halali führte. Die Sonne schien wieder, der Himmel strahlte blau. Auf dem Weg nach Salvadore erspähten wir dann 4 Löwinnen, die zum Pfannenrand unterwegs waren. Auf den weiten, grünen Wiesen entspannten sich Springböcke, Oryxe, Gnus, Impalas, Zebras. Liegend oder sitzend kauend, nach dem Regen ein Paradies für die Tiere. In einer Regenpfütze fühlte sich eine kleine Leopardenschildkröte sichtlich wohl. Die Mittagszeit verbrachten wir im Camp Halali. Der Service hat sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren entscheidend verbessert. Am Pool gibt ein neues Cafe geöffnet, dass nun auch kleine Snacks und Sandwiches serviert. Halali hat ebenfalls ein kleines Wasserloch, wo eine Impala Herde zum Trinken vorbei kam. Über den Rhino und Eland Drive machten wir uns auf den Rückweg. Nashorn und Eland-Antilope sahen wir zwar nicht, dafür aber Kuhantilopen, Oryxe, Zebras, Erdhörnchen, gelbe Mangusten, Löffelhunde, Schabrackenschakale und natürlich noch 2 Löwen, die entspannt im Gebüsch lagen. In der Toshari Lodge labten wir uns abermals am super schmackhaften Buffet aus hausgemachten Salaten, frisch gegrilltem Fleisch, leckeren Beilagen und viel, viel Süßem. Die Auswahl fiel wie immer schwer, also alles probieren! Mit dem Mitmachsong Amarula, Amarula, Amarula, rula, rula klang auch dieser Abend stimmungsvoll aus. – Tagesetappen im Truck: 429 km; 126 km; 265 km

3. April 2018: Outjo – Mount Etjo


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Zunächst fuhren wir nach Outjo (Kleiner Hügel). Die Stadt wir auch das Tor zum Etosha genannt, für uns eher der Ausgang, denn unsere Reise neigte sich dem Ende. Hier stöberten wir in Souvnirläden, stürmten den neuerbauten Supermarkt und trafen uns dann wieder bei einem Kaffee in der Bäckerei. Ein zweiter Absolut-Truck hatte sich neben unserem gesellt und wir mussten aufpassen, wo wir einsteigen. Nach Outjo hörte die Asphaltstraße auf und es ging über die Schotterpiste via Kalkrand zur Mount Etjo Lodge weiter. Die Lodge befindet sich im privaten Okonjati Wildreservat, eines der ersten in Namibia. Die Lodge und das Reservat, wurden vom berühmten Wildschützer Jan Oelofse gegründet und aufgebaut. Heute werden sie von seiner Frau und seinem Sohn weiter geführt. Etjo bedeutet Zuflucht, sehr passend, denn hier finden tausende Tiere und 100 verschiedene Vogelarten Schutz. Besonderes Augenmerk wird vorallem auf den Schutz vor Wilderei gelegt. In der traumhaften Lodge wurden wir herzlich empfangen und genießen im Garten Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Später gingen wir auf unsere letzte Pirschfahrt dieser Reise. Dazu bestiegen wir einen bequemen Monstertruck, wo wir alle Platz hatten. Das riesige Wildreservat liegt in einer abwechslungsreichen Gegend, eingebettet zwischen Bergen und Flüssen. Von den 1.500 hier lebenden Giraffen bekamen wir garantiert 10 % zu sehen und noch vieles andere mehr: Sattelstorch, Pelikane, Flamingos, Reiher, Klippschliefer, Wasserböcke, Impalas, Nyalas, Bergzebras, Oryxe, Weißschwanzgnus und ein Breitmaulnashorn. Gestern war eine große Elefantenherde in der Nähe, die aber nun weiter gezogen war. Die Dungspur verlief sich leider im Sande. Zum Schluss erlebten wir wiederum einen fantastischen Sonnenuntergang. Das Abschiedsabendessen nahmen wir gemeinsam in der toll dekorierten Lapa ein. Es gab traditionell afrikanische Küche, also auch gegrilltes Wildfleisch, dazu verschiedene Beilagen wie Maisbrei und leckere Soßen. Konny signierte uns ihre Bücher, die wir als Mitbringsel und Erinnerung an die schöne Reise mit nach Hause nahmen. Etwas wehmütig gingen wir zu Bett, denn in 2 Tagen waren wir wieder in Deutschland. – Tagesetappe im Truck: 216 km

4. April 2018: Okahandja – Windhoek


Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf die letzte Etappe. Da die Quer-Feld-ein-Pad zur B1 doch befahrbar war, entscheiden wir uns für diesen, kürzesten Weg. Doch gut, dass unser Truck Allrad hat und James einfach ein göttlicher Fahrer. Einzelne Pad-Durchbrüche sind schnell und ohne Probleme passiert. Ein Achtung-Wildwechsel-Schild stellt auch kein Hindernis für uns dar. Im Gegenteil, es ist das perfekte Utensil für ein Gruppenfoto. Die weitere Strecke säumen Termitenhügel verschiedenster Baustile den Straßenrand. Auch hier muß unbedingt noch mal angehalten werden, um diese zu fotografieren und zu erkunden. Auch das ein oder andere seltene Pflänzchen wird entdeckt. In Okahandja, der großen, sandigen Ebene, machen wir Pause. Dort besuchen wir Mama Viktor, eine liebe Freundin von Konny. Die einfache, zierliche Frau ist eine ganz starke. Sie hat ihr Leben selbst in die Hand genommen, 4 Kinder groß gezogen und mit Unterstützung von Konny ein Frauenprojekt gegründet. Das ist ein kleiner Holzschnitzermarkt, der nur von Frauen geführt wird. Etwas schüchtern zeigt sie uns ihren Stand und die von ihren Freundinnen. Der Markt ist gut sortiert, die Frauen freundlich - hier können wir in Ruhe stöbern. Zur Mittagszeit sitzen wir im gemütlichen Gartencafe. Wir kosten nun jede Minute aus und schinden Zeit, denn wir wollen noch nicht nach Hause! Später halten wir an der kleinen Kirche der Rheinischen Mission. Dahinter befindet sich der Friedhof aus dem Jahr 1872, auf dem viele Deutsche aus dem damaligen Deutsch-Süd-West begraben liegen. Gegenüber befinden sich die gut eingezäumten Gräber führender Herero-Persönlichkeiten. Auf der Rückreise nach Windhoek unterhält uns Konny mit amüsanten Geschichten und zeigt uns die Popo-Berge. Die Zwillingsberge heißen allerdings richtig Omatako-Mountains. Nun waren wir in der River Crossing Lodge angekommen, die letzte Unterkunft auf unserer Reise durch Namibia. Von unseren Chalets hatten wir einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Berge von Windhoek. Zum Sundowner trafen wir uns auf der Terrasse des Restaurants, um diesen ein letztes Mal gebührend zu zelebrieren. Die untergehende Sonne zauberte uns wie immer das Strahlen in die Gesichter und glänzende Augen. Ein letztes, festliches Abendessen in der lieb gewonnenen Springbock-Runde und ein letzter Amarula, rula, rula folgte... - Tagesetappe im Truck: 269 km

5./6. April 2018: Auf Wiedersehen Namibia!


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Gemeinsam frühstückten wir mit Konny und James, die uns dann zum Flughafen brachten. Auf der Fahrt dahin waren wir alle ganz still. Insgeheim hofften alle, der Flieger wird gecancelt und wir können noch bleiben. Auf Flughafen verabschiedeten wir uns herzlich und schweren Herzens von unserer Konny und unserem James. Klar, dass dabei Tränchen kullerten. Via Johannesburg und München flogen wir zurück nach Deutschland. Auf WIEDERsehen, Du wunderbares Namibia – Wir kommen wieder! - Tagesetappe im Truck: 51 km

Nachwort


Seit meiner ersten Reise 2006 begeistert mich Namibia. Es ist unumstritten meine große Liebe. Alt bekannt und doch immer wieder neu. Es sind nicht die großen Tiere (klar, die gehören auch dazu), sondern diese unendliche Weite, die vielen Facetten und Kontraste in diesem wunderbaren Land, ob Sand- und Steinwüsten, stürmischer Ozean, hohe Berge, trockene Riviere, wassereiche Flüsse und besonders die Menschen, die mich immer wieder freundlich willkommen heißen. Ich bedanke mich bei Konny, die mit mir diese Liebe zu Namibia teilt und bei James, unserem immer lächelnden, brillanten Fahrer und bei meiner liebgewonnenen Reisefamilie. Eine Reise durch Namibia ist ein Fest für alle Sinne! Diesen Genuss mit Euch zu teilen, war mir ebenfalls ein Fest. Eure alte und neu gewonnene Liebe zu diesem Land, haben Konny und ich in vielen kleinen und großen, lauten und leisen Momenten auf dieser Reise gespürt. Es hat uns unendlich viel Freude bereitet, mit Euch durch Namibia zu streifen. Bleibt gesund, neugierig und reiselustig – Bis bald auf Pad mit Konny, James und mir, dann vielleicht durch den Caprivi nach Sangwali.
Eure Annett

Bildergalerie zur Reise

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