Reisebericht: Rundreise Ozeanien - Australien und Neuseeland

08.10. – 09.11.2017, 33 Tage Rundreise im Reich der Aborigines und Kängurus mit Singapur - Sydney - Melbourne - Ayers Rock/Uluru - Cairns - Auckland - Rotorua - Milford Sound - Queenstown - Gletscher - Christchurch

Eine Reise nach Neuseeland ist immer etwas ganz Besonderes - ein Eintauchen in eine Welt, in der nicht nur die unglaublich vielfältige Natur, sondern auch die Kultur sehr fremdartig erscheint.

1./2. Tag (Sonntag/Montag, 08./09.10.2017): Anreise nach Singapur


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Voller Vorfreude auf diese Traumreise ans andere Ende der Welt empfange ich auf dem Flughafen in Dresden die ersten Gäste. Nach einem kurzen Hüpfer nach Frankfurt gesellen sich dort auch die restlichen Gäste zu uns. Singapore Airlines bringt uns sicher zu unserem Zwischenstopp in die asiatische Metropole, in der wir von unserem örtlichen Reiseleiter Vincent sehr herzlich empfangen und zu unserem Hotel gebracht werden. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell die Sonne so nahe am Äquator untergeht, und die Dunkelheit hereinbricht. Wir haben den Abend in Singapur zur freien Verfügung. Vom Singapore Flyer, dem großen Riesenrad, genießen wir den Blick auf die hell erleuchtete Skyline und die vielen, draußen vor der Stadt geparkten Frachtschiffe. Anschließend bummeln wir am Flussufer gemütlich zum Hotel zurück. Dabei merken wir schon, wie es immer schwüler wird, bis sich schließlich gegen 21:30 Uhr ein heftiger Regenschauer über der Stadt ergießt – man könnte es auch Wolkenbruch nennen. Ebenso schnell ist das ganze Spektakel wieder vorbei, und wir können uns zurück ins Hotel begeben.

3. Tag (Dienstag, 10.10.2017): Stadtrundfahrt in Singapur


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Auch den nächsten Vormittag in Singapur haben wir zur freien Verfügung. So kann jeder selbst entscheiden, ob er etwas länger schlafen und sich vom Flug erholen will, oder lieber noch weiter auf eigene Faust die Stadt erkunden möchte. Bei den meisten Gästen steht das Hotel "Marina Bay Sands" mit dem berühmten Infinity Pool auf dem Dach ganz oben auf der Wunschliste. Und es sieht oben tatsächlich so aus, als würde das Wasser direkt über den Rand mehrere hundert Meter in die Tiefe stürzen. Nach dem Mittagessen holt uns Vincent vom Hotel ab und entführt uns auf eine mehrstündige Stadtrundfahrt. Wir beginnen mit einem Spaziergang durch die Blütenpracht des Orchideengartens, erkunden dann "Litte India", fotografieren das berühmte Wahrzeichen, den Merlion, und besichtigen zum Abschluss den ältesten chinesischen Tempel – alles von Vincent garniert und verwoben mit der Geschichte dieses beeindruckenden Stadtstaates. Ich möchte gern noch ein paar Tage länger hier verbringen, doch wir müssen/wollen weiter – nach Neuseeland!

4. Tag (Mittwoch, 11.10.2017): Ankunft in Christchurch


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Und da sind wir! Endlich angekommen! Den Empfang im Land der langen weißen Wolke hatten wir uns wettertechnisch etwas anders erhofft. Der graue Himmel und der Regen halten uns aber nicht ab, von unserer örtlichen Reiseleiterin Astrid angeführt, durch den Botanischen Garten Christchurchs zu spazieren und uns dann einen Überblick über die Innenstadt zu verschaffen. Das große Erdbeben vom 22. Februar 2011 hat nicht nur im Stadtbild, sondern auch in den Köpfen der Einwohner dieser größten Stadt der Südinsel dramatische Spuren hinterlassen, und sich als nationales Trauma tief im kollektiven Gedächtnis eingeprägt. Die vielen leeren Flächen und z. T. noch notdürftig gesicherten Gebäude lassen uns erahnen, welch einschneidendes Ereignis dieses Erdbeben war. Der Aufbau geht langsam aber beständig voran, und die Stadt ist dabei, sich neu zu erfinden. Aus Provisorien, wie der teilweise aus Pappe errichteten "Christchurch Transitional Cathedral" werden neue Sehenswürdigkeiten, die Besucher aus aller Welt anziehen. Jedes restaurierte Gebäude, jedes neue Gebäude ist ein Zeichen der Standhaftigkeit und der Zuversicht. Am Abend kommen wir nachdenklich mit unseren ersten Eindrücken von Neuseeland in unserem Hotel an und genießen unser erstes Abendmahl in Neuseeland.

5. Tag (Donnerstag, 12.10.2017): Fahrt mit dem TranzAlpine zur Westküste


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In den 18 Tagen in Neuseeland haben wir uns viel vorgenommen. Daher brechen wir auch gleich nach dem Frühstück auf und fahren zum Bahnhof von Christchurch, denn wir wollen mit dem berühmten Zug "TranzAlpine" die Südalpen überqueren. Die Strecke führt durch die Canterbury-Ebene und windet sich dann langsam aber stetig hinauf bis zum Arthur's Pass. Schneebedeckte Berggipfel ziehen unter dem blauen Himmel vorbei und die Plätze im Panoramawagen sind heiß begehrt. Nach einem kurzen Aufenthalt fahren wir dann auf der anderen Seite des Passes hinunter nach Greymouth und sind damit an der wilden Westküsten der Südinsel angekommen. Hier können wir uns erstmal die Beine vertreten und eine Kleinigkeit essen. Nach einem Blick auf die Wettervorhersage beschließen wir, gleich heute noch die Pancake Rocks zu besuchen. Diese aus dem Meer aufragenden Felsen sehen aus wie aufgeschichtete amerikanische Pfannkuchen – daher der Name. Durch einige Öffnungen im Gestein spritzt die Gischt der heranstürmenden Wellen fast senkrecht wie Rauch nach oben. Bei einem Spaziergang entlang des Pororari River fühlen wir uns in den Film "Jurassic Park" versetzt und warten darauf, dass jeden Moment ein Dinosaurier durch den Regenwald gerannt kommt. Rechts und links ragen die dicht bewachsenen Klippen steil nach oben. Am Ufer beobachten wir eine Familie, die nach "Whitebait" fischt, das sind kleine durchsichtige Fischlein, eine lokale Delikatesse. Von unserem Hotel direkt am Strand sehen wir am Abend einen wunderschönen Sonnenuntergang.

6. Tag (Freitag, 13.10.2017): Jadeküste und Gletscher


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Es war eine gute Entscheidung, die Pancake Rocks schon gestern zu besuchen. Das Wetter an der Westküste ist wieder merklich schlechter geworden. Auf dem Weg nach Süden werden wir immer wieder von heftigen Regenschauern überrascht. Wir fahren auf dem Highway 6 mal durch dichten Regenwald, mal dicht am Meer entlang, über schmale einspurige Brücken und dünnbesiedelte Landstriche. In Hokitika machen wir einen Halt bei einer Jadefabrik, in der man den Schleifern direkt bei der Arbeit zusehen kann. Natürlich lässt sich auch das ein oder andere Souvenir käuflich erwerben. Doch eigentlich kauft man Jadeschmuck aus Neuseeland nicht für sich selbst, sondern als Geschenk. Jede Form, jedes Symbol hat zudem eine besondere Bedeutung. Am Nachmittag erreichen wir dann zunächst das Örtchen Franz Josef am gleichnamigen Gletscher, den wir von einem Aussichtspunkt auf einem kleinen Hügel auch in der Ferne erkennen können. Seit 1999 ist der Gletscher rückläufig und hat einiges an Masse und Länge verloren. Das Gletschertor befindet sich heute auf einer Höhe von rund 400 m; er reichte jedoch vor langer Zeit einmal direkt bis ins Meer, ebenso wie der Fox Glacier, der sich 20 km weiter südlich befindet. Auch diesen Gletscher sehen wir in der Ferne am Ende des Gletschertals. Gern würden wir unseren Gästen einen Helikopterflug über die Gletscher ermöglichen, doch die Wolken hängen leider so tief, dass heute dazu keine Chance besteht. So bleibt nur der nächste Morgen als Hoffnungsschimmer, während wir in einer urigen Gaststätte neben unserem Motel unser reichhaltiges Abendessen genießen.

7. Tag (Samstag, 14.10.2017): Fahrt über den Haast-Pass nach Queenstown


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Der Wettergott war uns nicht hold – am frühen Morgen hat es wieder begonnen zu regnen. Wenn man bedenkt, dass an der Westküste zehnmal mehr Regen fällt, als auf der anderen Seite der Südalpen, dann kann man sich leicht bewusst machen, dass die Chancen auf gutes Wetter – noch dazu im Frühjahr – sowieso eher gering sind. Also fahren wir zum Frühstücken ins Matheson Café in der Nähe des Lake Matheson, von dem aus wir einen schönen Blick auf die Berge haben, die langsam aus dem Wolkenschleier auftauchen. Auch die Sonnenstrahlen bahnen sich an einigen Stellen den Weg durch die Wolkendecke und erzeugen ein schönes Schauspiel. Leider gibt es dann während des Frühstücks einen medizinischen Notfall, so dass ein Gast in Begleitung ihrer Freundin ins Krankenhaus gebracht werden muss. Zum Glück geht am Ende alles glimpflich aus. Während Astrid sich um die beiden kümmert, biete ich den anderen Gästen einen Spaziergang zum Lake Matheson an. Und wer läuft uns dabei über den Weg? Der große Zauberer Gandalf höchstpersönlich! Sogar Beweisfotos dürfen wir knipsen! Wahrlich, schön wäre es, wenn meine Gäste nun noch wüssten, um wen es sich bei dieser altehrwürdigen Gestalt mit spitzem Hut und langem Rauschebart handelt. Eine Bildungslücke, die im Laufe dieser Reise dringend behoben werden muss! Im Lake Matheson spiegeln sich wunderbar die Berge und wir können ein paar gute Fotos knipsen. Nachdem Astrid und Jeff wieder zurück sind, setzen wir unsere Reise fort. Zum Mittagessen kaufen wir uns leckere Sandwiches auf einer Lachsfarm, und dann befinden wir uns nach ein paar Fotostopps am Knights Point und an den Thunder Creek Falls auch schon auf dem Weg über den Haast Pass nach Queenstown. Auf der anderen Seite ist es tatsächlich merklich trockener. Auch die Vegetation hat sich sichtbar geändert. Nun warten die drei großen (und eiskalten) Gletscherseen auf uns: Lake Wanaka, Lake Hawea und Lake Wakatipu, an dem sich Queenstown befindet. Zwischen dem Lake Hawea und dem Lake Wakatipu fahren wir über die Crown Range Road, die höchste öffentliche Straße Neuseelands. Bei einem Abstecher nach Arrowtown lernen wir, unter welchen einfachen Bedingungen die chinesischen Gastarbeiter während des großen Otago-Goldrauschs in ihren Wellblechhüten leben mussten, erst herzlich empfangen, später schrecklichen rassistischen Verunglimpfungen ausgesetzt. Menschen mögen eine andere Sprache sprechen, in einem anderen Land leben, doch die Furcht vor dem Fremden, der Wunsch nach einem einfachen Sündenbock scheinen tief in uns allen verankert zu sein. Es bleibt abzusehen, ob wir diese dunkle Seite jemals werden überwinden können. Wir fahren weiter nach Queenstown, dem Outdoor- und Extremsportparadies Neuseelands, das für die nächsten zwei Nächte unsere Heimat sein wird.

8. Tag (Sonntag, 15.10.2017): Freizeit in Queenstown


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Für den heutigen Tag spendiert uns Eberhardt zusätzlich erst einmal allen eine Fahrt mit der Skyline Gondola auf den Bob's Peak, von wo aus wir einen herrlichen Ausblick auf die Stadt, den Lake Wakatipu und die gegenüberliegenden Bergketten, wie z. B. die Remarkables, haben. Danach ist Freizeit angesagt. Ab dem späten Vormittag ist unsere Reisegruppe auch wieder vollständig, so dass einer gemeinsamen Weiterreise zum Milford Sound am nächsten Tag auch nichts mehr im Wege steht. Für mich das große Highlight des Tages ist die Fahrt mit dem Museumsschiff TSS Earnslaw – 1912 in Dienst gestellt – zur Walter Peak High Country Farm. Bereits die Fahrt mit dem alten Dampfschiff ist ein großes Erlebnis. Wir können von oben in den Maschinenraum blicken und der Crew beim Arbeiten zuschauen – auch beim Kohleschippen. Auf der Farm erwartet uns dann ein leckeres BBQ Dinner, von dem ich heute noch leuchtende Augen kriege. So lecker habe ich schon lange nicht mehr gegessen. Auch der neuseeländische Wein schmeckt vorzüglich. Anschließend gibt es für uns noch eine Vorführung der Schäferhunde und wir dürfen zuschauen, wie eines der 20.000 Schafe auf der Farm nackig rasiert wird, bevor uns die Earnslaw quer über den See zurück nach Queenstown bringt. Was für ein toller Tag!

9. Tag (Montag, 16.10.2017): Fahrt zum Milford Sound


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Im Rückblick ist dies für mich immer noch der schönste Tag der ganzen Reise. Mein Vorschlag, auf dem Weg zum Milford Sound noch die Te Anau Glowworm Caves zu besuchen, wurde angenommen, und so brechen wir eine halbe Stunde früher auf, als ursprünglich vorgesehen. Erst einmal fahren wir nach Te Anau, dem Tor zum Milford Sound, das am gleichnamigen See liegt. Von der Oberfläche her ist der Lake Te Anau nach dem Lake Taupo der zweitgrößte See in Neuseeland, vom Volumen her jedoch bei weitem der größte. Ein Katamaran bringt uns über den See zum Eingang der Höhle, in der die Glühwürmchen leben. Wir müssen uns am Eingang ganz schön bücken, doch dann können wir aufrecht gehen. Ungefähr 250 m des sog. Aurora-Höhlensystems sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Insgesamt erstreckt sich das gesamte Höhlensystem über vier Ebenen durch die Murchison Mountains und ist 6,7 km lang. Am Ende des Steges besteigen wir ein kleines Boot und unser Guide löscht alle lichter. Dann zieht er uns an einem Seil durch die Dunkelheit. Wir sind ganz still und schauen nach oben an die Höhlendecke und erblicken einen Sternenhimmel aus vielen kleinen blauen Pünktchen. Ein Moment, den man so nur in Neuseeland erleben kann. Nach Verlassen der Höhle lernen wir noch etwas mehr über das Leben der Glühwürmchen in den Höhlen Neuseelands, die mit ihrem leuchtenden Hinterteil ihre Beute anlocken. Auf der anschließenden Weiterfahrt zum Milford Sound möchten wir am liebsten nach jeder Biegung einen Fotostopp einlegen, so atemberaubend schöne Anblicke bieten sich uns. Dann würden wir aber wohl unser Schiff heute nicht mehr erreichen. Der noch weitestgehend vom Menschen unberührte Fjordland National Park ist für mich das schönste Fleckchen Erde in Neuseeland. Als wir nach der Fahrt durch den Homer-Tunnel den Milford Sound erreichen und unser Schiff den Anlieger verlässt, klappt uns gleich wieder die Kinnlade herunter. Eine Übernachtung auf dem Schiff "Milford Mariner" im Fjord ist wirklich nur zu empfehlen, denn man hat dann den Milford Sound (der eigentlich kein Sound, sondern ein Fjord ist) ganz für sich allein. Schneebedeckte Berggipfel, rauschende Wasserfälle, Regenwald, der sich von der Wasseroberfläche die steilen Klippen nach oben rankt – Sie merken, wie mein Herz ins Schwärmen gerät. Ich denke, die vielen tollen Fotos sprechen auch eine deutliche Sprache. Meine Glückskekse haben auch den Sechser im Lotto gewonnen, denn die Abendsonne lacht vom strahlend blauen Himmel und scheint uns auf den Pelz, als wir mit einem Beiboot die Harrison Cove erkunden, in der unser Schiff vor Anker liegt. In der Zwischenzeit zaubert uns unser Schiffskoch ein schmackhaftes und reichhaltiges Abendbuffet zusammen. Als ich nach Einbruch der Dunkelheit noch über das Schiff streune, um die Sterne zu beobachten, entdecke ich am Heck des Schiffes einen Seelöwen, der es sich dort gemütlich gemacht hat. Leider ist er etwas kamerascheu, denn als ich ihn fotografieren will, flüchtet er ins Wasser.

10. Tag (Dienstag, 17.10.2017): Milford Sound und Dunedin


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Am nächsten Morgen hat sich das Wetter für hiesige Verhältnisse wieder normalisiert – es regnet in Strömen, gießt aus vollen Kannen, der Himmel öffnet alle Schleusen. Dafür stürzt sich das Wasser aber auch in an die Hundert Wasserfällen rechts und links des Milford Sounds die Felswände hinunter, als wir nach dem Frühstück mit unserem Schiff bis hinaus auf die Tasman Sea und wieder zurück fahren. Unterwegs begegnen wir Seelöwen und sogar Delfinen. "Nochmal, nochmal!", rufe ich innerlich, als wir das Schiff verlassen müssen. Auf der Fahrt nach Dunedin an der Ostküste bietet sich dann die Gelegenheit, meinen Gästen einmal die ersten 20 Seiten aus dem "Hobbit" vorzulesen und so die diagnostizierte Bildungslücke zu beheben. "Hobbits" sind eben nicht nur Haferkekse von Bahlsen, sondern scheue Geschöpfe, etwas kleiner als Menschen, die in kuschelig ausgebauten Erdhöhlen leben und gutes Essen noch mehr lieben als ich (sofern das überhaupt möglich ist). Vielleicht rührt daher meine Sympathie für diese (leider nur) Fantasiewesen. Die Stadt Dunedin an der Ostküste der Südinsel war einmal die reichste Stadt Neuseelands und wurde von 347 schottischen Siedlern gegründet. Wahrzeichen der Stadt ist der im flämischen Stil erbaute Bahnhof, wo wir unseren ersten Fotostopp machen. Anschließend halten wir noch am Hauptplatz "The Octagon" mit dem Rathaus und der Kathedrale, spazieren durch das Unigelände und blicken auf die angeblich steilste Straße der Welt, bevor wir unser Hotel am Botanischen Garten erreichen.

11. Tag (Mittwoch, 18.10.2017): Vogelbeobachtungen auf der Otago-Halbinsel


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Die Otago-Halbinsel, die sich vom Stadtzentrum von Dunedin aus in nordöstlicher Richtung erstreckt, ist ein wahres Tierparadies und vor allem berühmt für die große Albatros-Kolonie. Doch auch die stark bedrohten Gelbaugenpinguine leben hier. Mit viel Mühe und Einsatz wurde hier auf einer privaten Farm ein Zentrum errichtet, das den sehr scheuen Vögeln erlauben soll, in Ruhe und vom Menschen ungestört zu brüten. Auch eine kleine Krankenstation für Pinguine gibt es mit derzeit zwei watschelnden Patienten. Um die brütenden Vögel überhaupt sehen zu können, müssen wir uns langsam und leise durch Gräben und Unterstände an sie herantasten. Wie wir lernen, nehmen es diese Pinguine mit der lebenslangen Partnerschaft nicht ganz so genau, wie es in den Lehrbüchern gern behauptet wird. Sowohl Männchen als auch die Weibchen sind keine Kinder von Traurigkeit. Trotz allen Einsatzes ist die Zahl der Pinguine seit Jahren rückläufig und es stellt sich die Frage, ob für diese Art nicht doch jede Hilfe zu spät kommt – ohne die intensiven Bemühungen der vielen freiwilligen Helfer in irgendeiner Weise schmälern zu wollen. Als wir anschließend mit einem kleinen Boot zur Albatrosbeobachtung aufbrechen, verfolgt uns neugierig ein Seeleopard. Wir fahren um den 80 m hohen Taiaroa Head herum hinaus auf das offene Meer, und dann kreisen sie majestätisch über uns, die Königsalbatrosse, mit einer Flügelspannweite von bis zu 3 m. Mit diesen Bildern im Kopf und auf Film verlassen wir die Otago-Halbinsel. Etwas nördlich von Dunedin, am Pazifikstrand, liegen die Moeraki Boulders, gewaltige kugelförmige Steine mit einem Durchmesser von bis zu 2,2 Metern. Einige sind aufgeplatzt und geben somit den Blick auf die mehrschichtige ungewöhnliche Struktur im Inneren frei. Im Café oberhalb des Strandes machen wir auch gleich Mittagspause, bevor wir die Küste verlassen und wieder ins Landesinnere fahren. Wir haben wieder einmal Glück und können vom Ufer des Lake Pukaki aus am anderen Ende den Mt Cook bzw. Aoraki, den Wolkendurchbohrer, den mit 3724 m höchsten Berg Neuseelands erblicken, auch wenn die bronzene Schafstatue vorübergehend den Kampf um die Aufmerksamkeit zu gewinnen scheint. Wirklich bequem sitzt es sich darauf übrigens nicht, doch wenn ich von meinen Gästen mit großen Kulleraugen darum gebeten werde, mache ich natürlich als Reise(beg)leiter fast jeden Quatsch mit. In unserem Resort am Lake Tekapo genießen wir am Abend nicht nur ein leckeres Zwei-Gänge-Menü, sondern anschließend auch noch einmal den Blick auf den Sternenhimmel der Südhemisphäre und Astrid zeigt uns das Kreuz des Südens.

12. Tag (Donnerstag, 19.10.2017): Mount Cook und Akaroa


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Heute sehen wir doch noch die Gletscher von oben – und sogar gleich drei! Dies haben wir unserer Astrid zu verdanken, die angesichts des überraschend schönen Wetters vorschlägt, dass wir mit einem Flugzeug einmal um den Mt Cook fliegen. Der Vorschlag findet breite Zustimmung, und so sitzen wir wenig später aufgeregt in der kleinen Maschine. Allein schon der Anblick der sich im Lake Tekapo spiegelnden Sonne stimmt uns euphorisch. Dann kommen die schneebedeckten Berggipfel immer näher und wir sehen unter uns den riesigen Tasman-Gletscher, den längsten Gletscher in Neuseeland. Auch den Fox- und Franz-Joseph-Gletscher erblicken wir von oben sowie die Berge und die Täler an der Westküste, in die sich wieder einmal von der Tasmanischen See her die Wolken hineinschieben. Nach gut einer Stunde landen wir wieder auf dem kleinen Flugplatz und kommen aus dem Schwärmen gar nicht wieder heraus. Natürlich muss auch ein Erinnerungsfoto mit unserem Piloten sein. Die Banks Peninsula ist schließlich unser letztes Ziel auf der Südinsel. Sie ist vulkanischen Ursprungs, was deutlich sichtbar ist, und bis zu 919 m hoch. Das Örtchen Akaroa liegt an einem der beiden großen Naturhäfen der Halbinsel und sollte einmal eine französische Kolonie werden. Als die ersten französischen Siedler ankamen, hatten die Briten Neuseeland aber schon in ihr Empire einverleibt. Ein bisschen französischer Einfluss hat sich aber bis heute erhalten, wie wir feststellen können, als wir die Uferpromenade bis zum kleinen Leuchtturm entlang schlendern. Der Abschied von der Südinsel rückt nun unausweichlich näher – am Abend kommen wir wieder in Christchurch an, dem Ausgangspunkt unserer Rundreise.

13. Tag (Freitag, 20.10.2017): Flug nach Wellington


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Halbzeit in Neuseeland; Zeit, die Insel zu wechseln. Das bedeutet aber auch: Abschied von unserem Busfahrer Jeff, der uns – immer freundlich und um unser Wohlergehen besorgt – jeden Tag sicher zum nächsten Ziel gefahren hat. Wir besteigen das Flugzeug und sind sehr gespannt auf die Nordinsel. Unser Pilot muss sich dann allerdings irgendwo verflogen haben, denn wir landen nicht in Wellington, sondern in der Mitte von Mittelerde! Im Terminal des Flughafens hängt sogar ein auf einem Adler reitender Gandalf von der Decke! Aber nein, wir sind doch in Wellington gelandet; es ist nur eine Anspielung auf die Weta Studios von Peter Jackson, die hier angesiedelt sind, und in denen natürlich sowohl "Der Herr der Ringe" als auch "Der Hobbit" gedreht wurde. Unser neuer Busfahrer Chris holt uns vom Flughafen ab und fährt uns erstmal auf den Mount Victoria, so dass wir uns von oben einen guten Überblick über die Stadt verschaffen können. Die Sonne scheint, ja brennt fast, und vom starken Wind, für den Wellington so berühmt ist, spüren wir kaum etwas. Wir spazieren durch den Botanischen Garten, halten vor dem Parlamentsgebäude, dem "Bee Hive", und werden von Astrid durch das sehr sehenswerte Nationalmuseum "Te Papa" geführt. Dort können wir sogar in einem nachgebauten Haus ein mittelschweres Erdbeben selbst erleben. Egal ob Geologie, Flora, Fauna, Maori-Kultur oder Einwanderungsgeschichte – das Museum lohnt immer einen Besuch und vermittelt jedes Thema sehr anschaulich und einprägsam. Anschließend haben wir etwas Freizeit, um an der Uferpromenade entlang zu bummeln, oder mit der Stadtseilbahn zu fahren.

14. Tag (Samstag, 21.10.2017): Fahrt in den Tongariro-Nationalpark


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In der Mitte der Nordinsel liegt das Land Mordor mit dem Schicksalsberg, dem mächtigen Vulkan, in dessen Feuer der Eine Ring geschmiedet wurde, und der einzige Ort, an dem er vernichtet werden kann. Und wir fahren heute mitten hinein in den Tongariro-Nationalpark mit seinen drei Vulkanen Mt Ruapehu, Mt Tongariro und eben Mt Ngauruhoe, dem Schicksalsberg. Wie gut, dass wir uns unterwegs mit Honigeis und später einem warmen Mittagessen im historischen Bahnhof des Örtchens "National Park" stärken können, bevor wir all unseren Mut zusammennehmen müssen, um nach Whakapapa Village weiterzufahren. Und es wird wahrlich dunkel und bedrohlich, denn die Wolken verdichten sich mehr und mehr. Wessen Idee war es eigentlich, nach dem Einchecken im Hotel noch zu einer Wanderung durch Mordor, zu den Silica Rapids, aufzubrechen? Ich rechne an jeder Biegung damit, dass böse Orks uns überfallen. Wir erreichen das Hotel aber nicht nur unbeschadet, sondern gerade noch rechtzeitig vor Einbruch des kräftigen Regens, der dann auch noch fast den ganzen nächsten Tag anhalten wird und uns leider auch die Sicht auf den Mt Ngauruhoe nimmt, diesen wunderschönen, perfekt geformten Vulkankegel. Zum Glück hatten wir auf der Anfahrt eine gute Sicht auf den Mt Ruapehu, das stimmt uns etwas versöhnlich. Nach dem Abendessen zeige ich meinen Gästen dann auf dem Tablet den Trailer zum Film "Der Hobbit" und tatsächlich erkennen sie sogar einige Locations wieder. So ist diese Bildungslücke nunmehr auch endgültig behoben.

15. Tag (Sonntag, 22.10.2017): Maori-Wanderung und Fahrt nach Rotorua


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Unsere Maori-Wanderung wird heute vor allem sehr nass, denn der Regen dauert leider immer noch an. Unser Führer Matthew bemüht sich dennoch redlich uns auf unserer Wanderung zum Lake Rotopounamu mit Legenden über die Vulkane und traditionellem Maori-Wissen bei guter Laune zu halten. Unter dem dichten Blätterdach sind wir ja auch halbwegs geschützt. Und am Ende warten ja auch ein kleines Picknick und der traditionelle Maori-Gruß (Hongi) auf uns. Als wir am Lake Taupo, dem flächenmäßig größten See Neuseelands, und an Huka Falls halten, hat sich das Wetter gebessert und der Regen nachgelassen. In "Te Puia" in Rotorua tauchen wir noch tiefer in die Maori-Kultur ein, denn hier befinden sich das nationale Zentrum für Maori-Schnitzkunst und ein Nachbau eines Maori-Dorfes. Auf dem Gelände existieren zudem einige heiße (Schlamm-)Quellen und Geysire, aus denen regelmäßig heißes Wasser spritzt. Überhaupt ist Rotorua vor allem für seine heißen Quellen bekannt, denen ein gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt wird. Leider stinkt es im ganzen Ort dementsprechend nach Schwefel. Doch wenn wir in Neuseeland eines gelernt haben, dann dieses: Kein Ort ist vollkommen. Die heißen Quellen lassen sich nur mit dem Schwefelgestank erkaufen; die romantisch-schöne Westküste der Südinsel nur erkunden, wenn man sich den Angriffen der Sandflies aussetzt. Zum Abschluss unserer Exkursion in die Maori-Welt nehmen wir an einem Hangi-Essen teil – zum Glück hat unser gewählter Häuptling während der traditionellen Darbietung das Friedensangebot des lokalen Stammes angenommen, so dass nicht wir am Ende zum Abendessen wurden.

16. Tag (Montag, 23.10.2017): Kiwi Encounter oder Hobbiton, Übernachtung bei Gastfamilien


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Zwei meiner Gäste fahren am Morgen nach Hobbiton bei Matamata. Als ich sie am Treffpunkt abliefere und dort die Requisiten- und Set-Fotos sehe, würde ich am liebsten noch einmal mitfahren. Wir anderen haben jedoch eine Verabredung mit kleinen Kiwi-Küken. Die Anlage "Rainbow Springs" in Rotorua beherbergt ein paar schöne Sequoia-Bäume (Küstenmammutbäume), die aus Amerika hier angepflanzt wurden, große Volieren mit einheimischen Vogelarten, darunter Keas, sowie ein paar Terrarien und Aquarien, ebenfalls mit einheimischen Arten. Doch Besucher kommen hier hauptsächlich wegen der Kiwi-Aufzuchtstation hierher, denn hier werden Kiwi-Eier ausgebrütet, die Küken anschließend hochgepäppelt und wieder in freier Wildbahn ausgesetzt. Wir können hinter die Kulissen blicken und den Mitarbeitern bei der Arbeit und auch Fütterung der süßen braunen Küken zuschauen. Wieder draußen müssen wir feststellen, dass es der Wettergot heute wirklich nicht gut mit uns meint. Eigentlich wollte ich ein Picknick am See veranstalten, doch das müssen wir leider verschieben und uns so noch ein bisschen die Zeit in Rotorua vertreiben. Am Nachmittag treffen wir dann in Cambridge auf unsere vier Gastfamilien und müssen uns schweren Herzens voneinander trennen. So kann ich an dieser Stelle nur von mir berichten und feststellen, dass wir in meiner Gruppe sehr herzlich empfangen und vorzüglich verköstigt wurden. Das Ehepaar hat sich auf dem Land wirklich ein kleines Paradies geschaffen, um das wir sie durchaus beneidet haben.

17. Tag (Dienstag, 24.10.2017): Coromandel-Halbinsel


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Als wir uns am nächsten Vormittag in Cambridge wiedertreffen, müssen wir uns natürlich erst einmal austauschen. Es scheint allen Gästen gut gefallen zu haben, und alle haben durch den intensiven Kontakt mit Einheimischen neue Einblicke in das Leben in Neuseeland und auf einer Farm gewonnen. Während Chris uns zur Coromandel-Halbinsel fährt, nutze ich die Gelegenheit, meinen Gästen ein paar Maori-Geschichten vorzulesen. Ich bin durchaus froh, dass die Maori-Kultur heute nicht mehr in dieser Form existiert, denn die meisten Geschichten enden in Mord und Totschlag, oder mit einem "und dann aß er ihn, und damit war XYZ angemessen gerächt." Brrr. Da läuft einem doch ein kalter Schauer den Rücken hinunter! Außerdem lernen wir, dass der Kieferknochen einer Großmutter unglaubliche magische Kräfte besitzen muss, denn dieser war die Geheimwaffe und Machtquelle des Halbgottes Maui. Zurück zur Außenwelt. Wir halten in der Karangahake-Schlucht mit ihren Hängebrücken und in Waihi an Neuseelands größter Goldmine, der "Martha Mine". Erdrutsche nach heftigen Regenfällen führten dazu, dass der Abbau im Tagebau inzwischen eingestellt wurde. Nun klafft also erstmal ein bis zu 250 m tiefes riesiges Loch wenige Meter von der Hauptstraße von Waihi im Boden – Fortsetzung ungewiss. Am Whangamata Beach holen wir dann unser angekündigtes Picknick mit neuseeländischen Spezialitäten nach. Goldene Kiwis, Äpfel, frische Erdbeeren mit Schokoladensoße, Lachs, Käse, Manuka-Honig und auch der Wein scheinen allen zu munden. Frisch gestärkt können wir so zu unserer Wanderung zur Cathedral Cove aufbrechen. Der Weg führt ungefähr 40 m oberhalb des Strandes auf den Klippen entlang und erlaubt wunderschöne Blicke über die Mercury Bay mit ihren vielen kleinen Inseln. Dann geht es eine Holztreppe hinunter und wir stehen direkt vor der Cathedral Cave, einem domartigen Tunnel durch den Felsen. Bevor es zurückgeht, haben wir etwas Zeit, die Strandatmosphäre zu genießen. Nach einem weiteren Stopp am Hot Water Beach fahren wir zu unserem Hotel in Tairua zurück, wo wir auf dem Hinweg schon unseren Hänger abgestellt hatten, und beziehen unsere Bungalows.

18. Tag (Mittwoch, 25.10.2017): Fahrt zur Bay of Islands


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Unser Route führt heute wieder quer über die Coromandel-Halbinsel und dann an Auckland vorbei zur Bay of Islands, einem der landschaftlich schönsten und geschichtlich gesehen dem bedeutendsten Ort Neuseelands. James Cook besuchte die Bucht im Jahre 1769 und gab ihr den heutigen Namen; die ersten europäischen Siedler ließen sich hier nieder; und 1840 wurde in Waitangi an der Bay of Islands der Vertrag von Waitangi zwischen Maori und Vertretern der britischen Krone unterzeichnet, der als älteste Verfassungsurkunde Neuseelands gilt, die Rechte der Maori festhielt und den Engländern die Ansiedlung ausdrücklich erlaubte. Natürlich hat sich das Empire wie fast überall letztendlich nicht an den Vertrag gehalten. Das mindert seine historische Bedeutung jedoch in keinster Weise. Im Gegenteil – in der gegenwärtigen Rechtsprechung ist er von großer Bedeutung, und viele Landverkäufe zwischen Maori und Weißen werden heute neu aufgerollt. Bevor wir unsere Hotelzimmer in Paihia beziehen, machen wir noch einen Fotostopp mit Gruppenfoto an den Haruru-Wasserfällen und oberhalb der "Waitangi Treaty Grounds", dem Gelände und heutigen Freilichtmuseum, an dem die Unterzeichnung der Urkunde am 6. Februar 1840 erfolgte.

19. Tag (Donnerstag, 26.10.2017): Freizeit in Paihia


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Wir haben nun noch einmal einen Tag Freizeit, an dem wir uns in Paihia etwas entspannen, Postkarten schreiben oder noch zusätzliche Ausflüge unternehmen können. Vier Gäste entscheiden sich für den langen Tagesausflug zum Cape Reinga inklusive eines Abstechers zum "90 Mile Beach", vier weitere Gäste für eine Halbtagestour mit dem Boot durch die Bay of Islands zum "Hole in the Rock", einem Tunnel in einer Felseninsel, durch den unser Katamaran dann auch mit Schwung und Anlauf durchfährt. Ich entscheide mich ebenfalls für die Teilnahme an der Bootstour und könnte glücklicher nicht sein, als dann eine große Gruppe Delfine vor unserem Bug tatsächlich durch das Wasser springt und fotogen in Formation an uns vorbeischwimmt. Ich möchte ihnen gern den ganzen Nachmittag beim Jagen und Spielen zusehen. Eine Seelöwin mit ihrem Baby finden wir dann auch noch draußen an der Steilküste auf einem Felsen liegen. Ein BBQ Dinner am Strand einer einsamen Insel ist bei der Tour auch dabei. Satt und zufrieden werden wir bei unserer Rückkehr in Paihia von der Cape-Reinga-Fraktion empfangen, die uns freudestrahlend von ihren Erlebnissen berichtet.

20. Tag (Freitag, 27.10.2017): Fahrt nach Auckland


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Schneller als gedacht ist der letzte volle Tag in Neuseeland angebrochen. So trübt etwas Wehmut unsere Gedanken, als wir uns zur Abfahrtszeit am Bus einfinden. Doch erstmal singen wir Astrid ein Geburtstagsständchen und sehen ihr zu, wie sie genüsslich ihren Geburtstagskuchen verspeist. Ein Glück, dass ich im Bus ziemlich weit hinten sitze; angesichts der schlechten Sicht auf den Kuchen ist mein Futterneid nicht ganz so groß. Chris fährt uns erst einmal nach Westen an die Tasmanische See. Von dort aus geht es dann immer nach Süden Richtung Auckland. Die bedrohten Kauri-Bäume sind heute unser großes Thema. Im Kauri-Wald sehen wir zunächst einige Exemplare dieses immergrünen, heute streng geschützten Baumes, darunter den mächtigen Tane Mahuta, den Herrn des Waldes. Er erreicht eine wahrlich majestätische Höhe von über 50 m und sein Stamm einen Umfang von fast 14 m. 1500 Jahre soll er alt sein, unvorstellbar. Da verblassen wir zu winzigen, kurzlebigen Zwergen. Das Kauri-Museum, welches wir anschließend besichtigen, beherbergt eine umfassende Ausstellung mit alten Möbeln aus Kauri-Holz, Werkzeugen und Maschinen. Es vermittelt anschaulich, wie die ersten europäischen Siedler in Neuseeland gelebt haben, und welche große Bedeutung die Kauri-Bäume für sie hatten. So schön das Holz auch aussehen mag, am Ende ist der Mensch natürlich wieder einmal weit über das Ziel herausgeschossen und hat die Kauris an den Rand der Ausrottung gebracht. Nun ist es aber Zeit, die letzte Flasche guten neuseeländischen Wein zu leeren. Unterhalb der Harbour Bridge von Auckland finden wir dafür am alten Fähranleger ein schönes Plätzchen mit Blick auf die Skyline. Von hier aus sieht der Skytower sehr verlockend aus, und so fahren wir kurzerhand hin und auch hinauf. Ja, Auckland ist schon eher eine Großstadt. Umringt von erloschenen Vulkanen leben hier 1,5 Millionen Menschen – die Hälfte der Bevölkerung der Nordinsel, ein Drittel der Gesamtbevölkerung Neuseelands. Was passiert eigentlich, wenn die 45 Millionen Schafe mal mitbekommen, dass sie 10:1 in der Überzahl sind? Darüber grübele ich bei unserem Abschiedsabendessen im Hotel nach und frage mich, wann ich dieses wunderbare Land wohl zum nächsten Mal bereisen werde.

21./22. Tag (Samstag/Sonntag, 28./29.10.2017): Rückreise nach Deutschland


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Es ist ganz früh am Morgen, als sich mein Wecker bei mir meldet. Eigentlich möchte ich gar nicht aufstehen, denn das Klingeln meines Handys bedeutet, dass ich mich nun endgültig vom Großteil meiner Gäste verabschieden muss, die nun ihre Weiterreise nach Australien antreten. Es bedeutet auch, dass ich unserem Fahrer Chris und unserer Astrid Lebewohl sagen muss. So gehe ich also schweren Herzens nach unten in die Lobby, umarme alle und wünsche ihnen eine gute Weiterreise. Nun könnte ich noch ein paar Stunden schlafen, aber so richtig finde ich keine Ruhe mehr. Zu viele Dinge gehen mir durch den Kopf, zu viele Eindrücke, zu viele schöne Erlebnisse. Mit meinen zwei verbliebenen Schäfchen schlage ich mir beim Frühstück ein letztes Mal in Neuseeland den Bauch voll, dann werden wir abgeholt und zum Flughafen gebracht. Die Rückreise mit den beiden macht sehr viel Spaß und wir lassen es uns an Bord, auf dem Flughafen von Singapur und am Ende in Frankfurt noch einmal gutgehen. In Frankfurt trennen sich dann unser aller Wege und eine gemeinsame Traumreise geht nach 22 Tagen zu Ende.

Ich danke Ihnen allen für die schöne gemeinsame Zeit, die vielen Späße und Scherze, die interessanten Gespräche, die große Bereitschaft, mir beim Abendessen den eigenen Schokoladenkuchen zu spenden, dafür, dass am Ende doch niemand nachts an meiner Tür geklopft hat. Ich habe Sie alle sehr liebgewonnen und würde mich sehr freuen, wenn ich Sie noch einmal auf einer Eberhardt-Reise begrüßen darf.

Herzlichst, Ihr

Andreas Wolfsteller

P. S.: Die Zwerge aus dem Hobbit heißen übrigens Bifur, Bofur, Fili, Kili, Dori, Nori, Ori, Oin, Glóin, Balin, Dwalin, Bombur und Thorin Eichenschild. Ich werde die Namen bei unserer nächsten Begegnung abfragen! :-)

Bildergalerie zur Reise

Kommentare zum Reisebericht

Hallo Andreas, von dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank für die tolle Reise unter deiner und Astrid´s Leitung. Ebenso ein großes Dankeschön an die "Neuseelandtruppe". Es war einfach nur fantastisch mit euch Neuseeland und Singapore zu erleben. Ich würde mich freuen, Euch auf einer weiteren Reise wieder zusehen.

Gruß Heiko

Heiko Schulz
27.11.2017

Hallo Heiko,
vielen Dank für Deinen lieben Kommentar. Mir gehen die schönen Eindrücke dieser Reise auch immer noch durch den Kopf.
Ich wünsche Dir alles Gute und würde mich auch sehr freuen, wenn Du bei einer meiner zukünftigen Reisen wieder mit im Bus/Flugzeug sitzt!
Viele Grüße
Andreas

Andreas Wolfsteller 28.11.2017

Hallo Andreas! Meine Frau und ich hatten analog Eurer Reise die zweite Reise 2017 gebucht und auch schon angezahlt. Diese Reise wurde dann dann mangels Beteiligung Anfang 2017 gecancelt. Uns wurde angeboten an Eurer Reise einen Monat zuvor teilzunehmen. Da wir aber beide noch berufstätig sind, war es unmöglich, im laufenden Arbeitsjahr den Urlaub um 1 Monat zu verschieben. Wir haben dann schweren Herzens in der ursprünglich geplanten Urlaubszeit eine wunderschöne Südamerika- Rundreise mit Eberhardt gemacht. Jetzt wollten wir uns im Nachhinein mal deinen Reisebericht ansehen um zu sehen was wir eventuell verpasst haben. Der Neuseeland-Teil schien ja offensichtlich schön gewesen zu sein, aber was ist mit Australien passiert, hat den Teil der Kea geklaut? Ich hoffe er ist nicht buchstäblich ins Wasser gefallen? Wir beabsichtigen nämlich diese Reise dann eventuell 2019 zu machen. L.G. René

Rene´ Keilau
19.12.2017

Hallo!
Nur ein Teil meiner Reisegruppe ist nach Australien weitergeflogen. Der Australien-Teil der Reise wurde dann nicht mehr von mir, sondern von Frau Voigt betreut. Sie hat den Reisebericht für die zweite Hälfte der Reise geschrieben.
Ich wünsche Ihnen dann 2019 ganz viel Spaß auf dieser Traumreise!
Beste Grüße
Andreas Wolfsteller

Andreas Wolfsteller 19.12.2017
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