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Alpenüberquerung Österreich – Italien: Vom Ötztal nach Meran

Reisebericht: 21.06. – 28.06.2025

Es war ein besonderer Moment, als wir die Similaun Hütte auf 3.019 Höhenmetern erreichten. Das Bergpanorama auf den Gipfel des Similaun, die Texelgruppe und die Dolomiten war gigantisch.

Betina Marinov

Ein Reisebericht von
Betina Marinov


21.06. – 28.06.2025 1.Tag: Anreise ins Ötztal

Am frühen Morgen starteten wir in Dresden und fuhren an Ingolstadt, Nürnberg, München vorbei und erreichten die Europabrücke. Sie ist Österreichs höchste Brücke. Mit einer Höhe von 190 m über Grund überspannt sie das Wipptal. In Innsbruck Süd Aral Tankstelle holte uns ein Transferbus ab, der uns bis Obergurgl brachte.
Am Nachmittag erreichten wir das Hotel „Enzian“, unseren Ausgangsort für die nächsten 4 Tage. Herzlich wurden wir vom Johann empfangen. Ein Bad im Pool auf der Dachterrasse es Hotels war ein perfekter Ausgleich zu der langen Busfahrt. Ein 360 Grad Rundblick auf die Ötztaler Alpen zauberte jeden von uns ein Lächeln ins Gesicht. So einen fantastischen Pool hatten wir nicht erwartet. Einfach genial für Körper – Geist- und Seele.
Ab 18.30 Uhr trafen wir uns im Hotelrestaurant und während unserer Vorstellungsrunde tranken wir genüsslich den Wellcome – Drink und freuten uns auf die Ötztaler Köstlichkeiten.

2.Tag: 22.06.2025 Zirben Wald und Rotmoos–Wasserfall – 740 Höhenmeter ca. 8km 4,5 Std.

Mit der Gondel schwebten wir auf den Berg Hohe Mut von 2.670 Höhenmetern.
Die Sonne strahlte und somit lag uns das gesamte Panorama der Ötztaler Alpen zu Füßen. Der Abstieg zur Schönwieshütte war unser erster Genussweg.
Die Rast in der Schönwieshütte kam uns sehr gelegen und die Sonne blinzelte ab und zu durch die Wolken. Sogar ein Steinadler zog direkt über uns seine Runden auf der Suche nach Beute.
Der weitere Weg erfolgte durch das Rotmoostal zum Wasserfall. Der Rotmoos-Wasserfall ist ein etwa 40 m hoher Wasserfall inmitten rostroter Schluchtfelsen unter dem Schönwieskopf. Zusammengefasst führt der Rundweg durch eine Bilderbuchlandschaft, wie man sie schöner und vielgestaltiger im Urgestein kaum findet. Dort stürzte die Rotmoosache ca. 40 m in eine Schlucht. Ein Lehrpfad schlängelte sich durch den 400 Jahre alten Zirben Wald, der vom Land Tirol als Naturdenkmal gekennzeichnet wird. An Hand von Schautafeln wurde uns die enge Lebensgemeinschaft von Zirbe und Tannenhäher erläutert. Er holt mit seinem kräftigen Schnabel die Samen aus den Zirbenzapfen heraus und legt Vorratsverstecke an. Sogar die spektakuläre Notlandung von Auguste Piccard lauschten wir an einer Autio Bank mit Blick auf den Gurgler Gletscher. Denn durch Auguste Piccard wurde der Ort Obergurgl über Nacht bekannt. Anfang der 1930iger Jahre ging es dann richtig mit dem Wintertourismus los.

3.Tag: 23.06.2025 Seenplatte + 506 Höhenmeter – 540 Höhenmeter 9 km ca. 4,5 Std.

Vom Dorfzentrum ging es zunächst über die Grugler Ache in Richtung Seenplatte. Es waren fast 500 Meter stetiger Anstieg bis zum Wegweisen Soomsee / Nedersee, der die eine oder andere Schweißperle auf die Stirn zauberte. Die Belohnung war der fantastische Ausblick auf die Gurgler Scharte, den Gries Kogel und das gegenüber liegende Königstal. Die Timmelsjoch Hochalpenstraße mit dem Museum war deutlich zu erkennen. Der Anblick der vergletscherten Dreitausender ließ den Alltag komplett ausschalten. Die Zeit schien still zu stehen, wenn nicht ab und zu ein paar Schafe unseren Weg kreuzen würden.
Unsere Mittagsrast verbrachten wir am Soomsee. Ein reizvoller Platz zum Verweilen mit Blick auf die Timmelsjoch Hochalpenstraße und auf Obergurgl. Da Gewitter vorhergesagt wurde, nahmen wir den gleichen Weg zurück und erreichten Obergurgl fast im trockenen.

4.Tag: 24.06.2025 Wanderung von Hochgurgl Obergurgl nach + 225 Höhenmeter – 150 Höhenmeter 8 km ca. 4 Std.

Unser Wanderweg führte uns von Obergurgl durch das Königstal bis Hochgurgl.
Da an der Kirchenkarbahn Wartungsarbeiten stattfanden, konnten wir nicht bis zur Aussichtsplattform fahren. Wir folgten dem Wanderweg zum Hoteldorf Hochgurgel auf 2.150 Höhenmetern. An Almhütten und Wasserläufen vorbei, stiegen wir durch das Königjoch. Bei strahlend, blauem Himmel erreichten wir wieder die Baumgrenze und folgten dem Pfand nach Hochgurgl. Lärchen, Fichten, Alpenrose, Küchenschelle, Steinbrechgewächse etc. bildeten ein abwechslungsreiches Alpenpanorama. Der Anstieg erfolgte über die Timmelsjoch Straße, die uns zum Linienbus führte.

5.Tag: 25.06.2025 Aufstieg zur Similaun Hütte + 1.120 Höhenmeter ca. 19 km ca. 5,5 Std.

Mit dem Linienbus erreichten wir das beschauliche Bergführer Dörfchen Vent.
Von dort aus ging es über die Spieglbachbrücke ins Niedertal. Der erste Aufstieg war heftig, aber bequem zu gehen. Es war ein breiter, abwechslungsreicher Weg mit verschieden Skulpturen.
An der Martin Busch Hütte angekommen, schmeckte unser Essen vorzüglich.
Weitere 3 Std. über teilweise schmelzende Gletscher ging es zur Similaun Hütte auf 3.019 Höhenmeter. Das war schon anstrengend… Jedoch zur Belohnung gab es einen Gipfel Schnaps und der Blick auf den 3.599 m vergletscherten Similaun war beeindruckend.
Vor über 100 Jahren wurde die Similaun Hütte errichtet, die sich jetzt in Privatbesitz der Familie Pirpamer befindet. Sie wird aber wie eine Alpenvereinshütte betrieben.
Es ist der höchste Punkt der Alpenüberquerung am Schnalskamm in den Ötztaler Alpen und grenzt an der Texel Gruppe im Schnalstal in Südtirol.

Die Fundstelle des „Ötzis“ lag 1,5 Std. entfernt am Tisenjoch (3.210 m). Der Weg ist sehr anspruchsvoll, da er über Geröll und unebene Steine führt. Teilweise sind auch Seil und Ketten erforderlich und absolute Trittfestigkeit. Da es sehr steil auf dem Grad entlang ging und einige Schneefelder zu passieren waren, schafften wir aus Zeitgründen nicht das Denkmal vom „Ötzi“.
Der Mann aus dem Eis wurde 1991 gefunden, stammt aus der Kupfersteinzeit ca. 3100 Chr. und ist ca. 5.300 Jahre alt. Zwei Wanderer, die Familie Simon aus Nürnberg hatten Ihn entdeckt. Jetzt liegt er in Bozen im gekühlten Naturkunde Museum.

6. Tag: 26.06.2025 Abstieg nach Vernagt – 1.205 Höhenmeter ca. 13 km ca. 4 Std

Da die Wolkenschicht locker bewölkt war, erblickten wir zum letzten Mal den majestätischen Similaun. Eine Gletscherzunge ist noch deutlich erkennbar. Zum Glück war es nicht so warm, wie am Vortag. Auf alten Passwegen kamen wir ins Südtiroler Schnalstal bis zum Tisenhof auf 1.814 Höhenmeter. Dieser Bergbauernhof Tisenhof (1306) besteht aus 3 Gebäuden, diente auch als Jausenstation und wurde 1981 unter Denkmalschutz gestellt.
Der Vernagt- Stausee liegt auf 1.689 Höhenmeter und hat eine Fläche von ca. 100 ha.
Im Stausee versanken acht Höfe des Dorfes Vernagt. Die Spitze des Kirchturms ragt bei Niedrigwasser aus dem See. Der Stausee erstand erst in den 1950 /1960iger Jahren
mit einer 65 Meter hohen Staumauer.
Mit dem Bus ging es von Vernagt nach Naturns zum Bahnhof und von dort war es nur ½ Stunde mit dem Zug nach Meran. Im Hotel Europa Splendid standen unsere Koffer bereit und somit war unser Gepäck wieder vollständig. Am Nachmittag war Zeit für einen entspannten Spaziergang durch die charmante Altstadt von Meran. Nach unserem vorzüglichen Abendessen im Hotel folgte ein Gläschen Wein, aber an einem speziellen Platz in Meran. Es war die begehbare Uferpromenade der Passer, die erfrischend durch die Kurstadt plätschert. Mit beeindruckendem Bergpanorama rings herum schmeckte uns genüsslich der Wein und ein erlebnisreicher Tag ging dem Ende entgegen.

7.Tag: 27.06.2025 Freizeit in Meran

Der Vormittag stand unter dem Zeichen der 1 km langen Gilfpromenade, die aus der Gilfschlucht heraus stetig bergauf zum Pulverturm führte. Dieser markierte den Beginn des Tappeinerweg. Die subtropische Vegetation kann sich hier am sonnenverwöhnten felsigen Hang besonders gut entwickeln. Der Botaniker und Arzt Dr. Franz Tappeiner gab die Idee für die 6 km (hin und zurück) lange Höhenpromenade, die 1893 offiziell eröffnet wurde. Heute befindet sich am Fuße der Texelgruppe ein Mix aus alpinen und mediterranen Pflanzen. Entlang des Weges wachsen Kroaten Tanne, Pinien, Buntnessel, Oleander, Schmucklilie (Agapanthus), Magnolien, Agaven und Aloen, um nur einige zu nennen.
Der kurzweilige Weg bietet immer wieder abwechslungsreiche Panoramen auf das Vinschgau Tal und das Etsch Tal, welches nach Bozen führt. Im Café Unterweger kehrten wir zur Rast ein und konnten aus einer Vielzahl von regionalen Spezialitäten wählen. Der Nachmittag stand im Zeichen eines Spaziergangs durch die Lauben in der Altstadt von Meran. Einige Wanderer fuhren mit dem Sessellift zum Dorf Tirol oder entspannten in den 12 unterschiedlichen Becken der modernen Terme in Meran.

8. Tag 28.06.2025 Abreise

Leider hieß es Abschied nehmen von Südtirol und mit dem Italien Bus-Pendel ging es von Meran nach Bozen und weiter bis Steinach am Brenner.
Unsere Pause und der Umstieg erfolgte am Parkplatz Nößlach.
Sicher brachte uns der Chauffeur über die Alpen und weiter nach Sachsen.
Jedoch trägt jeder von uns in seinem Herzen ein Stückchen von den unbeschreiblich schönen Bergen mit nach Hause. Die Faszination der Bergwelt ist unglaublich….
Sie strahlen so viel Kraft und positive Energie aus, die noch sehr lange anhalten wird.
An Hand der Fotos wird unsere wunderschöne Reise im Detail wieder lebendig.
Bestimmt sehen wir uns bei der einen oder anderen Tour wieder,

würde mich sehr freuen,
mit den herzlichsten Grüßen aus Leipzig,

Eure Betina


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