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Auf den Spuren der Slawen in Mecklenburg

Geheimnisvolle Orte – z.B. die Externsteine, die Templerkapelle in Mücheln oder Großsteingräber gibt es auch in Deutschland. Ein besonderes Highlight aber sind am originalen Standort und im überlieferten Originalzustand rekonstruierte Bauwerke wie die slawische Tempelburg bei Groß Raden in Mecklenburg-Vorpommern ...

Von Dr. Michael Krause / 22.06.2020
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Neben Kelten, Germanen und Wikingern gehören vor allem die slawischen Völker zu denen, auf die die Besiedlung des vorgeschichtlichen Gebietes in Deutschland zurückgeht. Gerade in unserer sächsischen Heimat sowie in den angrenzenden Gebieten im Osten Deutschlands – vor allem in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben slawische Siedler zahlreiche Spuren hinterlassen. Das merkt man bei einer Untersuchung von Ortsnamen und geografischen Bezeichnungen ebenso wie bei Ausgrabungen, in denen häufig genug Zeugnisse slawischer Dörfer und Anwesen gefunden werden.

Eine ganz besondere Sehenswürdigkeit gibt es an einer ehemaligen Ausgrabungsstätte in Mecklenburg-Vorpommern zu bestaunen: die seit 1973 ausgegrabene altslawische Siedlung – eine Burg und Tempelanlage aus dem 9. Jahrhundert im slawischen Altsiedelland – ist rekonstruiert und nach Originalbefunden wieder aufgebaut worden!

 
Slawenburg in Groß Raden


Als der Mecklenburger Prähistoriker Professor Ewald Schuldt, erster Direktor des Museums für Ur- und Frühgeschichte Schwerin 1973 damit begann, nahe der Kleinstadt Sternberg auf einer in den Groß Radener See reichenden Halbinsel nach altslawischen Siedlungsresten zu graben, ahnte er nicht, welche Erfolgsgeschichte das werden sollte. Nach mehrjährigen Grabungen bis 1980, emsiger Vorarbeit und der Erstellung Dutzender Modelle und nachfolgender Rekonstruktionen wurde 1987, noch zu Zeiten der damals existierenden DDR, eines der originalsten, originellsten und anschaulichsten Freilichtmuseen in Europa eröffnet.

Nach Abwicklung, Schließung und Neueröffnung gibt dieses Museum mit neuer Ausstellung seit 2015 wieder einen unglaublich genauen Einblick in das Leben der Slawen im 9. Jahrhundert, also der Zeit nach der Völkerwanderung und vor der Ostexpansion durch das Erste Deutsche Reich. Neben einem Ringwall mit innen stehendem Tempel-Idol sind eine weitere Tempelstätte und die Rekonstruktionen zahlreicher Häuser in Blockbauweise, aber auch ein kleines Dorf mit noch älterer überlieferter Flechtwand-Bauweise zu bewundern.

Die wassergefüllten, teilweise mit Holzfaschinen befestigten Gräben und die wieder errichteten, von Palisaden gekrönten und mit hölzernen Wehr- und Kontrolltürmen geschützten Wallanlagen, die man durch ein originalgetreu restauriertes Tunneltor betreten kann, vermitteln ein anschauliches Bild alter Wehrhaftigkeit und traditioneller Bauweise. Auch die verschiedenartigen Siedlungshäuser – von der in die Erde eingetieften, mit Reisig und Stroh errichteten Hütte über mit Lehmbewurf versehene Flechtwandhäuser bis hin zu robusten Blockhütten.

Den Sommer über sind viele der Hütten sogar bewohnt – in archäologischen Versuchsgruppen erleben mehrere Familien den einstigen Alltag der slawischen Bewohner nach, indem sie nur die Hilfsmittel, Techniken und Nahrungsmittel verwenden, die auch schon im 9. und 10. Jahrhundert zur Verfügung standen. Sie sind es auch, die in alter Manier neue Häuser für die Ausstellung errichteten und Geräte und Hilfsmittel wie Karren, Schlitten oder sogar „seetaugliche“ Boote und Lastlähne bauen. Das neben dem Eingang der weitläufigen Anlage befindliche moderne Museumsgebäude zeigt Ausgrabungsfunde und führt mit Sonderausstellungen in verschiedene Themen ein – aktuell z.B. werden Schatzfunde aus Mecklenburg gezeigt.



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