Ein Tag in Maskat (Oman)

Noch vor 50 Jahren war die omanische Hauptstadt ein überschaubarer Ort mit ca. 40.000 Einwohnern. Heute leben im sogenannten „Capital Area“ über 1 Million Menschen. Während der fast 50-jährigen Amtszeit (1970-2020) von Sultan Qaboos entwickelte sich Maskat zu einer blühenden Stadt. Maskat ist eine sehr gepflegte Stadt, hat keine Wolkenkratzer und zählt weltweit zu den saubersten Hauptstädten. Als Besucher sollte man sich mehrere Tage Zeit für die Besichtigung nehmen. Wie ein schöner Tag in Maskat aussehen könnte, beschreibt dieser Beitrag.
Von Frank Nimschowski / 09.01.2024
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Am Morgen beginnen wir mit der Besichtigung der Großen Sultan Qaboos Moschee. Man sollte früh kommen, denn die Moschee ist ein beliebter Besuchermagnet. Nach nur sechs Jahren Bauzeit öffnete 2001 die Freitagsmoschee ihre Tore. Die Initiative für den Bau geht auf Sultan Qaboos zurück. Ziel war die Errichtung der größten Freitagsmoschee in Oman. Oft sind Freitagsmoscheen auch Bildungseinrichtungen, zum Beispiel zur Unterrichtung der Kindern in den Islam. So verwundert es nicht, dass sich im Moscheekomplex eine Bibliothek gibt, welche ebenfalls besichtigt werden kann. Darüber hinaus gibt es ein Bildungszentrum zur Lehre und Verbreitung der islamischen Religion, islamischer Literatur und Kultur. Als Besucher kann man gern am Bildungszentrum verweilen und die omanische Gastfreundschaft in Form eines Kaffees mit Dattel genießen. Hauptattraktion der Moschee ist die große Männergebetshalle. Sie bietet Platz für 6.500 Gläubige. Man betritt die Gebetshalle durch eine handgeschnitzte und reich verzierte Tür aus Teakholz. Im Inneren ist ein riesiger Teppich von 4.293 m² Fläche verlegt, ein Meisterwerk iranischer Teppichknüpfkunst. Die Herstellung dieses handgeknüpften Teppichs erfolgte in mehreren Einzelteilen, da für diese Größe keine Knüpfstühle existieren. Geknüpft wurde der Teppich in Nischapur in Ostiran. 600 Knüpferinnen waren drei Jahre lang mit der Herstellung beschäftigt.Bis zur Einweihung der Grand Mosque Shaikh Zayed in Abu Dhabi war es der größte und mit 22 Tonnen schwerste Teppich der Welt. Das Design gehrt auf ein klassisches persisches Muster aus der Safawiden-Epoche zurück. Allerdings dürfen Nichtmusline den Gebetsteppich nicht betreten. Deshalb ist für Besucher ein blauer Läufer ausgelegt, den man nicht verlassen darf. Die Männergebetshalle wird von einer 50 Meter hohen Kuppel gekrönt. In ihr hängt einer der größten Lüster der Welt. Seine Ausmaße betragen 8 × 14 Meter, er trägt 1.122 Leuchten, ist mit Swarovski-Kristallen behängt und wiegt 8 Tonnen. Hergestellte wurde der Lüster von der Firma Faustig (Deutschland/Italien). Der Gebetssaal für die Muslima fast 750 Gebetsplätze. Da nur Männer die Pflicht haben, das Freitagsgebet in der Moschee zu verrichten, fällt der Gebetssaal für di0e Frauen kleiner aus. Da während der Gebetszeiten in der Moschee eine strikte Geschlechtertrennung herrscht, wird das Freitagsgebet vom Hauptgebetsraum auf den Bildschirmen hier im Saal übertragen. Nach der Moschee widmen wir uns dem ROHM, also dem Royal Opera House Muscat. Das imposante Opernhaus wurde dem Stil einer omanischen Festung nachgeahmt. Es zählt zu den größten weltweit und war das erste Opernhaus in der Golfregion. Es ist ein Opernpalast aus edlen Materialien wie Carrara-Marmor und Teakholz. Auch im Inneren wurde man von einer omanischen Festung inspiriert – dem Schloss Jabrin mit seinen reich verzierten Holzdecken. Die Oper ist Prestigeobjekt des 2020 verstorbenen Sultans Qaboos und Ausdruck seiner Liebe für klassische Musik. Leider besuchte er nur ein einziges Mal das Opernhaus. Im Rahmen einer Führung bekommt man Gelegenheit, den Zuschauersaal mit Bühne und Sultansloge zu besichtigen. Wir setzen die Stadtbesichtigung im Stadtteil Matrah (Muttrah) fort. Matrah war vor dem Erdölzeitalter das Handelszentrum. Wo heute die Küstenstraße verläuft, befand sich der Strand, an dem die Handelsschiffe hielten. Vom früheren Handel zeugen noch einige historische Häuser mit Holzbalkonen. Im Erdgeschoss befanden sich die Warenlager, im Obergeschoss mit den Balkonen die Wohnräume der Händler. Von den goldenen Zeiten des Handels ist noch der große Souk von Matrah geblieben. Dieser bietet eine große Auswahl an omanischen Handwerksartikeln wie Krummdolche, Silberschmuck, Weihrauchbrenner, Stoffe u. a. m. Natürlich gibt es auch allerlei Weihrauch in verschiedenen Qualitäten zu kaufen. Sehenswert in Matrah sind neben dem Souk die schiitische Moschee mit dem markanten Minarett, der Fischmarkt und die Corniche. Im Hafen ankert meistens die imposante Yacht des Sultans samt Begleitschiff. Eine Bucht weiter befindet sich „Old Muscat“, das alte Maskat. Hier liegen die Ursprünge der Stadt. Der Naturhafen bietet einen guten Schutz. Vom alten Maskat ist allerdings nicht mehr viel zu sehen: Zu Beginn seiner Amtszeit in den 1970er Jahren ließ Sultan Qaboos weite Teile der Stadt abreisen und den Alam-Palast bauen. Er wollte damit ein Zeichen für den Aufbruch des Oman in die Moderne setzen (alam = arab. für Zeichen). Der Palast wurde um die Jahrtausendwende noch einmal erweitert, um Staatsgäste besser empfangen und beherbergen zu können. Der Palast befindet sich zu Füßen der früheren portugiesischen Festungen Mirani und Jalali. Auch derfrühere Gouverneurspalast Bait Garaiza erinnert noch an die Zeit der Portugiesen. Daneben befindet sich die sehr schön anzuschauende kleine blaue Moschee Masjid Al Khor. Nach diesen vielen Eindrücken bietet sich zum Ausklang des Tages eine Pause an. Wie wäre es mit einer Kaffeepause im luxuriösen Al Bustan Hotel oder einer entspannten Fahrt auf einer traditionellen Dhau entlang der Felsenküste von Maskat?


Große Moschee in Muscat – © Rex Wholster - Fotolia

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