Reiseinformationen zu Italien

Einreise

Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland benötigen für die Einreise nach Italien einen gültigen Personalausweis oder Reisepass.

 

Wir empfehlen Ihnen, während Ihrer bevorstehenden Italien-Reise eine Kopie des Ausweisdokumentes bei sich zu führen, welches Sie bitte getrennt vom Original aufbewahren. Da in jedem Hotel zum Check-In ein Ausweisdokument vorgezeigt werden muss, können Sie uns die Daten gern auch schon vor Ihrer Reise übermitteln. Das erspart Ihnen Zeit vor jeder Anreise im Hotel. Bei Verlust Ihres Ausweisdokumentes erhalten Sie mit Ihrer Kopie schneller einen Ersatz.

 

Duty Free - Einreise aus EU-Ländern

Bei unmittelbarer Einreise aus den EU-Ländern (innergemeinschaftlicher Reiseverkehr) bestehen keine Beschränkungen/Formalitäten abgabenrechtlicher Art für das Reisegepäck und ausschließlich zu privaten Zwecken mitgeführte Waren.

Bargeld darf in Höhe bis zu 10.000 € ohne Deklaration ein- und ausgeführt werden.


Für folgende Waren gilt als Richtmenge für den Eigenbedarf:

 

Tabakwaren:

800 Zigaretten, 400 Zigarillos (Zigarren mit einem Stückgewicht von höchstens 3 g), 200 Zigarren, 1.000 g Rauchtabak

 

Alkoholische Getränke:

10 Liter Spirituosen, 20 Liter sog. Zwischenerzeugnisse (z.B. Campari, Port, Madeira, Sherry). Eine Überschreitung dieser Richtmengen sind im Einzelfall möglich, wenn nachgewiesen wird, dass auch die größere Menge ausschließlich für den privaten Eigenbedarf bestimmt ist.


Bei anderen mitgeführten, verbrauchssteuerpflichtigen Waren kann bei der Einreise nach bestimmten Kriterien (u. a. die Gründe für den Besitz, Beförderungsart, Unterlagen über die Menge der Waren) geprüft werden, ob sie ggf. zu gewerblichen Zwecken bestimmt sind.

Landesdaten

Lage

Die Republik Italien grenzt im Westen an Frankreich, im Norden an die Schweiz und Österreich, im Osten an Slowenien und wird im Südwesten, Süden und Südosten vom Mittelmeer eingerahmt. Zu Italien gehören auch die beiden großen Mittelmeerinseln Sizilien und Sardinien.


Fläche: 301.230 km²

Größenvergleich: Ungefähr viermal so groß wie Bayern

Verwaltungsstruktur: 20 Regionen 

Abruzzen, Aostatal, Apulien, Basilikata, Emilia-Romagna, Friaul-Julisch Venetien, Kalabrien, Kampanien, Latium, Ligurien, Lombardei, Marken, Molise, Piemont, Sardinien, Sizilien, Toskana, Trentino-Südtirol, Umbrien, Venetien

Einwohner

Bevölkerung: Italien hat eine Einwohnerzahl von ca. 60 Mio. Einwohnern (Stand: Juni 2013) und rangiert in der Weltrangliste auf Platz 23, innerhalb der Europäischen Union liegt das Land auf dem vierten Rang hinter Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich. 

 

Die zehn größten Städte des Landes:

Mailand, Rom, Neapel, Turin, Palermo, Catania, Florenz, Genua, Bologna, Bari

Sprache

Die Landessprache ist Italienisch. Mit Englisch, in den Hauptferienorten auch Deutsch, kann man sich zumeist verständlich machen. Angenehmer ist es jedoch, wenn Sie sich Grundkenntnisse der italienischen Sprache aneignen (siehe Reiseführer).

Stromspannung

Die Netzspannung beträgt auch in Italien 220/230 Volt Wechselstrom, jedoch unterscheiden sich die Stecker und die Steckdosen von unserem Schukosystem.

In Italien gibt es zwei verschiedene Steckdosen- bzw. Steckernormen. Solche für Geräte mit geringer Leistung und andere für Geräte mit hoher Stromabnahme. Geräte geringer Leistung sind zum Beispiel Computer, Tischlampen oder Handy-Ladegeräte. Geräte hoher Leistung sind Wassererhitzer, Staubsauger oder Haartrockner.

Wenn Sie ein Gerät mit einem Schukostecker in Italien betreiben wollen, benötigen Sie einen Adapter. Solche Adapter gibt es in verschiedenen Ausführungen für wenige Euro in den allermeisten Haushalt- oder Elektrogeschäften zu kaufen ('spina di addatamento').

Keine Probleme gibt es mit Euro-Flachsteckern, diese passen ohne Adapter in die kleinen Steckdosen.

Telefon

Die Ländervorwahl von Deutschland nach Italien ist 0039, von Italien nach Deutschland wählt man 0049. Beim Telefonieren nach Italien vom Ausland aus muss die 0 der Ortsnetzziffer des entsprechenden Ortes mitgewählt werden, z.B. nach Rom lautet die Vorwahl 0039 06. Bei Ortsgesprächen innerhalb Italiens muss ebenfalls die Vorwahl mitgewählt werden.
Die Direktwahl nach Deutschland ist nur aus Telefonzellen mit orangerotem Telefonhörer-Symbol möglich. Die meisten Telefonzellen funktionieren mit Telefonkarten, die an Tankstellen, in Bars und Restaurants, an Zeitungskiosken und bei der Telecom Italia gekauft werden können.

 

Notrufnummern:

112 - Carabinieri, seit 1991 ist diese Nummer die einheitliche EU-Notrufnummer für Ausländer in Not. Der Service ist in Italien in mehreren Sprachen verfügbar.

113 - 24-Stunden Hotline der italienischen Polizei für die Meldung eines Diebstahls, Raub, Überfall oder einer Schlägerei

115 - Notrufnummer der Feuerwehr

117 - Notrufnummer der Finanzpolizei, für Meldungen wie Drogenhandel, Produktpiraterie, Geldfälschungen, Zollbetrug oder EU-Betrug

118 - Notrufnummer des Rettungsdienstes

 

1515 - Notrufnummer des staatlichen Forstdienstes um Waldbrände oder andere Unfälle in Natur- oder Forstschutzgebieten zu melden

1530 - Notrufnummer des Seenotrettungsdienstes

Geld und Währung

Währungseinheit in Italien ist der Euro. Internationale Kreditkarten und die EC-/Maestro-Karte werden von Banken, größeren Hotels, Restaurants und Geschäften akzeptiert. Jedoch kommt es sehr oft vor, dass Barzahlungen bevorzugt werden und die Karten nicht gern gesehen sind. Deshalb ist es ratsam, immer ausreichend Bargeld für den Tag dabei zu haben.

Auch die fakultativen Ausflüge während der Reise sind immer vor Ort in bar an den Reiseleiter zu entrichten, da diese nicht mit einem Kartenlesegerät ausgestattet sind.

 

Die Motive der italienischen Euro-Münzen

Auf der 1-Cent-Münze ist das 1240 als Jagdschloss für Kaiser Friedrich II in Apulien erbaute Castel del Monte zu sehen. Die 2-Cent-Münze zeigt den 1863 erbauten Turm der Mole Antonelliana in Turin. Auf der 5-Cent-Münze wurde das Kolosseum in Rom (zwischen 75 und 80 n. Chr. erbaut) abgebildet.

Die 10-Cent-Münze zeigt einen Ausschnitt aus dem berühmten Gemälde 'Geburt der Venus' von Sandro Botticelli. Auf der 20-Cent-Münze ist eine Skulptur von Umberto Boccioni, einem führenden italienischen Futuristen, zu sehen. Die 50-Cent-Münze gibt das Bildnis des römischen Kaisers Mark Aurel wider.

Der Euro wird durch die berühmte Zeichnung 'Vitruvianischer Mann' von Leonardo da Vinci mit den Idealproportionen des menschlichen Körpers, geziert. Auf der 2-Euro-Münze sieht man ein von Raffael gemaltes Porträt des Dichters Dante Alighieri, dem Verfasser der 'Göttlichen Komödie'.

 

Trinkgeldempfehlungen

Trinkgelder sind kein Bestandteil Ihrer bevorstehenden Reise und von jedem Reisegast freiwillig zu leisten. Auch die Höhe des Trinkgeldes ist jedem selbst überlassen, denn jeder bewertet die erbrachte Leistung für sich.

Jeder örtliche Dienstleiter wie Stadtführer, Hotelpersonal oder auch der Buschauffeur und deutsche Reiseleiter freut sich über jeglichen Dank in Form eines kleinen Trinkgeldes. Wenn Sie also mit der Leistung zufrieden waren, lassen Sie dies auch die Dienstleister wissen! 

 

Eintrittsgelder in Italien

Die bisher freien Eintritte für Personen über 65 Jahre gilt ab 01.07.2014 nicht mehr und auch Rentner müssen ab 01.07.2014 den vollen Eintrittspreis bezahlen!


Änderungen vorbehalten. Stand 6/2015

Klima und Wetter

In Italien herrschen unterschiedliche klimatische Bedingungen, vom Gebirgsklima der Alpen und Apenninen bis hin zum mediterranen Klima in Süditalien. Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen schwanken zwischen 11 und 19 °C. In der Poebene werden durchschnittlich 13 °C, in Sizilien etwa 18 °C und in der Küstenebene etwa 14 °C erreicht. Die unterschiedlichen klimatischen Ausprägungen werden vor allem durch die Gebirgsketten der Apenninen und durch das Mittelmeer, das sich mildernd auf die Temperaturen auswirkt, beeinflusst. In den Tieflandregionen und an den Vorbergen der Apenninen, die sich vom nördlichen Teil der Toskana bis in die Nähe von Rom erstrecken, sind die Winter mild. Extrem hohe Temperaturen werden durch die kühlenden Mittelmeerwinde gemildert. Auf der Adriaseite, derselben geographischen Breite, ist es aufgrund der vorherrschenden Nordostwinde etwas kühler. An den Osthängen der Apenninen herrscht gebirgsbedingtes, raues Klima. Das Klima südlich von Rom ist mediterran und gleicht dem von Südspanien. In der Poebene herrscht ein Binnenklima mit heißen Sommern und kalten Wintern, in denen Temperaturen bis -15 °C vorkommen. Der mildernde Einfluss des Meeres wird durch die Apenninen verhindert. Die meisten Niederschläge in Italien fallen während der Herbst- und Wintermonate, bedingt durch die Südverlagerung der Westwinddrift. Der geringste Niederschlag, etwa 460 mm im Jahr, wird in der apulischen Provinz Foggia im Süden und im südlichen Teil Siziliens verzeichnet, der höchste in der Provinz Udine im Nordosten des Landes (1.530 mm).

 

Für eine exaktere Wettervorhersage Ihrer Urlaubsregion zur gewünschten Jahreszeit informieren Sie sich bitte im Internet. 

Kleidung

Während der Sommermonate ist leichte Sommerkleidung ausreichend während im Herbst und Frühjahr Übergangskleidung unabdingbar sind. Im Winter ist warme Bekleidung wie etwa warme Mäntel und gutes Schuhwerk erforderlich. Auch einen Regenmantel oder eine Regenjacke sollte man dabeihaben.

Gesundheit

Bitte überprüfen Sie vor der Abreise unbedingt Ihren Auslandskrankenversicherungsschutz. Wir empfehlen den Abschluss einer entsprechenden Versicherung. Ihr Reisebüro berät Sie gern.

 

Sonnenschutz

In großen Höhen von mehr als 1.500 Metern ist die Sonneneinstrahlung wesentlich intensiver. Deshalb gehört ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor genauso in das Gepäck wie eine Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung zum Schutz.

Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen

In Städten bitten wir Sie um besondere Vorsicht um Ihre Taschen und Wertgegenstände, vor allem bei größeren Gruppenaufkommen.

 

Rauchverbot: In allen Regional- und Fernzügen ist das Rauchen untersagt. In öffentlichen Gebäuden, Bars und Restaurants gilt ein Rauchverbot. Geraucht werden darf nur in ummauerten Raucherzonen mit eigener Lüftung. Auch in Geschäften und Büros ist das Rauchen verboten.

 

Sperr-NOTRUF für Geldkarten: Deutsche können ihre EC-Karten, Kreditkarten, Handys und einige andere elektronische Berechtigungen über die Sperr-Notruf-Nummer ++49 116 116 (aus dem Ausland neben ++49 116 116 auch ++49 30 4050 4050 wählbar) rund um die Uhr sperren lassen. Der Anrufer wird mit den Herausgebern der jeweiligen Medien verbunden, sofern diese sich dem Sperr-Notruf angeschlossen haben. Eine Liste der angeschlossenen Herausgeber ist im Internet unter www.sperr-ev.de zu finden.

 

Sperr-NOTRUF für Handys:

T-Mobile (D1): 01803 302202

Vodafone (D2): 01805 229494

E-Plus: 0177 1771000

O2: 01805 436466

 

Sperr-NOTRUF für Personalausweis: +49 116 116 oder 01801 1333333

Bitte bewahren Sie von jeglichen wichtigen Dokumenten, die Sie im Ausland mitführen eine Kopie mit, welche Sie separat aufbewahren. Vorteilhaft ist es, eine weitere Kopie davon in Deutschland aufzubewahren.

 

Diplomatische Vertretung:

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Via San Martino della Battaglia, 4

I - 00185 Rom

Tel.: (06)492131

Essen und Trinken

Die Italiener nehmen morgens ein leichtes Frühstück zu sich, das oft aus einer Tasse Kaffee für Erwachsene und warmer Milch für die Kinder sowie Biscotti (Keksen), Croissants, Brot oder Brötchen besteht. Die beliebteste Hauptspeise sind Teigwaren (Pasta), die es in einer unüberschaubaren Zahl verschiedener Formen gibt. Die wohl berühmteste Nudelsorte sind die Spaghetti. Hinter dem Begriff Ravioli verbergen sich beispielsweise kleine Teigtaschen mit einer Füllung aus Fleisch, Käse oder Gemüse, während es sich bei Fettuccine um breite Bandnudeln handelt. Die Pasta wird mit vielen verschiedenen Soßen und Beilagen serviert. Hierzu gehört die Bolognese, die aus Tomaten und magerem gehackten Fleisch vom Rind, Schwein oder Kalb besteht. Gerne essen Italiener ihre Teigwaren auch mit Lachs oder Pilzen. Fisch stellt ebenso wie verschiedene Fleischsorten und -produkte, wie z. B. Kalbsfleisch, Schinken und Salami, einen wichtigen Bestandteil des Speiseplans dar. Auch Käse wird in zahlreichen Sorten und Varianten angeboten und sehr gern gegessen. Die weltberühmte Pizza hat ihre Heimat im Süden des Landes. Eine typische Alltagsmahlzeit setzt sich aus drei Gängen zusammen. Wenn die Italiener allerdings ein Fest feiern oder im Restaurant essen, besteht das Mahl normalerweise aus einer Vorspeise, einem Nudelgericht, einem Hauptgericht mit Fleisch oder Fisch, einem Nachtisch und Käse. Der Salat wird oft nach der Hauptspeise serviert. Die Weinherstellung ist ein wichtiger Wirtschaftszweig Italiens, und zu einer Mahlzeit trinken die Italiener traditionellerweise Wein, heute aber auch gerne Bier.

Gutes Essen hat in Italien einen sehr hohen Stellenwert, und man nimmt sich dafür viel Zeit. Früher war das Mittagessen die wichtigste Mahlzeit des Tages. Die Familienmitglieder nahmen es immer gemeinsam ein. Da aber mittlerweile auch immer mehr Frauen einem Beruf nachgehen, stirbt diese Tradition allmählich aus. Wenn in einer Firma mehr als 20 Personen beschäftigt sind, so muss die Firma über eine Cafeteria verfügen. Das Mittagessen findet normalerweise zwischen 13.30 und 14.00 Uhr statt. Das Abendessen nehmen die Italiener im Norden bereits ab 19.30 Uhr ein, auf Sizilien und in anderen südlichen Regionen dagegen teilweise erst um 22.30 Uhr.

Geschichte und Politik

Mit den Etruskern kam im neunten Jahrhundert v. Chr. eine erste Hochkultur nach Italien. Um 470 v. Chr. begann der Aufstieg Roms, das um 100 n. Chr. seine größte Ausdehnung hatte. Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches entstanden auf italienischen Boden germanische Nachfolgereiche. 381 wurde das Christentum zur Staatsreligion erhoben und seit dem fünften Jahrhundert ist der Bischof von Rom Oberhirte über alle Katholiken. Die darauf folgenden Machtkämpfe zwischen Kaisern und Päpsten erreichten ihren Höhepunkt mit dem Investiturstreit. Im Wormser Konkordat von 1122 mussten die Kaiser das Recht, den Papst zu wählen, an ein Kollegium von Kardinälen abgeben. In der Folgezeit erlebten die Stadtstaaten wie etwa Venedig, Genua, Pisa, Mailand und Florenz einen erheblichen Aufschwung. Sie hatten durch die Kreuzzüge und durch rege Handelstätigkeiten ihren Einfluss bis in den östlichen Mittelmeerraum ausgedehnt. Zwischen Genua und Venedig entwickelte sich bald ein erbitterter Kampf um die Vorherrschaft, den die Venezianer gegen Ende des 14. Jahrhunderts für sich entscheiden konnten. Mitte des 15. Jahrhunderts hatte sich Italien einen großen Reichtum angeeignet. Als Pionier des Wiederauflebens der Gelehrsamkeit und der Künste, bekannt als "Renaissance", stand Italien in kultureller Hinsicht den anderen europäischen Nationen weit voran. Am überragendsten war diesbezüglich die Toskana, aus welcher der große Dichter Dante Alighieri und der Maler Giotto hervorgingen. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde Italien das Ziel mehrerer aggressiver Kriege durch Frankreich, Spanien und Österreich. Nur wenige Stadtstaaten, z.B. Genua und Venedig, konnten sich behaupten. Während des 18. Jahrhunderts blieb Italien gespalten und unter ausländischer Herrschaft. 1796 marschierte Napoleon Bonaparte in Italien ein und gliederte bis 1810 sogar Rom ins Französische Großreich ein. Nach Bonapartes Niederlage gegen Österreich wurde im Wiener Kongress (1814-1815) die Restauration der österreichischen Herrschaft über die Halbinsel garantiert. Der italienische Widerstand gegen die Vorherrschaft Österreichs kennzeichnet sich durch eine wachsende Bewegung für nationale Einheit und Unabhängigkeit, die "Risorgimento" genannt wird. 1861 wurde das Königreich Italien ausgerufen. Während des Ersten Weltkrieges blieb Italien zunächst neutral, schlug sich dann auf die Seite von Frankreich und Großbritannien. 1922 wurde Benito Mussolini zum Ministerpräsidenten ernannt. In der Folgezeit begründete er seine faschistische Diktatur und verbündete sich mit Hitler. Durch die Besetzung Albaniens und Äthiopiens versuchte er, eine Großmachtstellung für Italien aufzubauen. 1940, nach der Niederlage Frankreichs, griff Italien in den Zweiten Weltkrieg ein. 1943 landeten die Alliierten auf Sizilien, ein Jahr später konnten sie Rom erobern. 1946 wurde durch ein Memorandum die Monarchie in Italien beendet. Innenpolitische Unruhen mit Regierungskrisen und Korruptionsskandalen erschüttern seitdem immer wieder das Land. Italien ist Mitglied der EU.

Wirtschaft

Der Tourismus trägt in Italien erheblich zum Bruttosozialprodukt bei. Fast 60 Prozent der Landesfläche Italiens werden als Ernte- und Weideland genutzt. Italien zählt weltweit zu den führenden Weinproduzenten und auch in der Herstellung von Oliven und Olivenöl rangiert Italien international ganz vorn. Weitere wichtige Feldfrüchte sind Weizen, Kartoffeln, Tomaten, Zuckerrüben, Mais und Reis sowie Artischocken, Pfefferschoten und Wassermelonen. Am bedeutendsten für die italienische Landwirtschaft ist der Obstanbau (Oliven, Äpfel, Orangen, Feigen und Datteln). Auch die Milchwirtschaft hat einen hohen Stellenwert. Bekannte Käsesorten des Landes sind Gorgonzola, Pecorino und Parmesan. Italiens wichtigste Bodenschätze sind Erdgas, Petroleum und Pyrit. Ein anhaltendes Problem der italienischen Wirtschaft stellt das enorme Nord-Süd-Gefälle dar. Viele Süditaliener arbeiten in Norditalien oder im benachbarten Ausland.

Religion

In Italien herrscht die römisch-katholische Religion vor, der über 80 Prozent der Bevölkerung angehören. Ein 1984 verabschiedetes Gesetz schuf die römisch-katholische Religion als Staatsreligion ab und beendete den obligatorischen Religionsunterricht an Staatsschulen. Die wichtigsten Minderheitenreligionen sind Protestantismus, Islam und Judentum.

Flora und Fauna

Vegetation

Zu der für die zentralen und südlichen Flachländer Italiens charakteristischen mediterranen Pflanzenwelt zählen z. B. Oliven-, Orangen-, Limonen- und Zitronenbäume und Palmen. Im Süden findet man häufig Feigen-, Dattel-, Granatapfel- und Mandelbäume, Zuckerrohr und Baumwolle. An den niedrigeren Hängen der Apenninen sind Kastanien-, Zypressen- und Eichenbäume, in höheren Lagen ausgedehnte Pinien- und Tannenwälder vorherrschend.

 

Tierwelt

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern findet man in Italien weniger Tierarten. In den Alpen leben noch wenige Murmeltiere, Steinböcke und Gemsen. An Vögeln herrschen Geier, Bussard, Falke und Milan in den Bergen vor. Wachtel, Waldschnepfe, Rebhuhn und verschiedene andere Zugvogelarten findet man in vielen Teilen Italiens. Zahlreiche Eidechsen- und Schlangenarten, u.a. drei Spezies der giftigen Vipernfamilie, und Skorpione sind noch anzutreffen.

Essen und Trinken

Die Italiener nehmen morgens ein leichtes Frühstück zu sich, das oft aus einer Tasse Kaffee für Erwachsene und warmer Milch für die Kinder sowie Biscotti (Keksen), Croissants, Brot oder Brötchen besteht. Die beliebteste Hauptspeise sind Teigwaren (Pasta), die es in einer unüberschaubaren Zahl verschiedener Formen gibt. Die wohl berühmteste Nudelsorte sind die Spaghetti. Hinter dem Begriff Ravioli verbergen sich beispielsweise kleine Teigtaschen mit einer Füllung aus Fleisch, Käse oder Gemüse, während es sich bei Fettuccine um breite Bandnudeln handelt. Die Pasta wird mit vielen verschiedenen Soßen und Beilagen serviert. Hierzu gehört die Bolognese, die aus Tomaten und magerem gehackten Fleisch vom Rind, Schwein oder Kalb besteht. Gerne essen Italiener ihre Teigwaren auch mit Lachs oder Pilzen. Fisch stellt ebenso wie verschiedene Fleischsorten und -produkte, wie z. B. Kalbsfleisch, Schinken und Salami, einen wichtigen Bestandteil des Speiseplans dar. Auch Käse wird in zahlreichen Sorten und Varianten angeboten und sehr gern gegessen. Die weltberühmte Pizza hat ihre Heimat im Süden des Landes. Eine typische Alltagsmahlzeit setzt sich aus drei Gängen zusammen. Wenn die Italiener allerdings ein Fest feiern oder im Restaurant essen, besteht das Mahl normalerweise aus einer Vorspeise, einem Nudelgericht, einem Hauptgericht mit Fleisch oder Fisch, einem Nachtisch und Käse. Der Salat wird oft nach der Hauptspeise serviert. Die Weinherstellung ist ein wichtiger Wirtschaftszweig Italiens, und zu einer Mahlzeit trinken die Italiener traditionellerweise Wein, heute aber auch gerne Bier.

Gutes Essen hat in Italien einen sehr hohen Stellenwert, und man nimmt sich dafür viel Zeit. Früher war das Mittagessen die wichtigste Mahlzeit des Tages. Die Familienmitglieder nahmen es immer gemeinsam ein. Da aber mittlerweile auch immer mehr Frauen einem Beruf nachgehen, stirbt diese Tradition allmählich aus. Wenn in einer Firma mehr als 20 Personen beschäftigt sind, so muss die Firma über eine Cafeteria verfügen. Das Mittagessen findet normalerweise zwischen 13.30 und 14.00 Uhr statt. Das Abendessen nehmen die Italiener im Norden bereits ab 19.30 Uhr ein, auf Sizilien und in anderen südlichen Regionen dagegen teilweise erst um 22.30 Uhr.

Souvenirs

Einige Artikel, wie z.B. Terrakottatöpfe oder Espressomaschinen sind in Italien preisgünstig. Für ihre Antiquitätenmärkte sind Lucca, Mailand, Ravenna und Turin bekannt. Noch heute findet man in Italien viele Erzeugnisse des traditionellen Kunsthandwerks, die sich gut als Mitbringsel eignen, z.B. in Südtirol Trachten, in Ligurien Klöppelspitzen und Gegenstände aus Olivenholz, in Venetien Glas- und Kristallwaren sowie Spitzen und in der Toscana Alabastergegenstände, farbige Keramik und Goldschmiedearbeiten. Der Süden ist bekannt für Teppiche, Korallenschmuck und Kleinmöbel. Olivenöl und Wein sind jedoch die beliebtesten Mitbringsel.